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 Dachterrasse

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BeitragThema: Dachterrasse   Mi Feb 10, 2016 8:40 pm

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BeitragThema: Re: Dachterrasse   Sa Feb 13, 2016 5:22 pm

Der Wind spielte um Hekates Nase, trug ihr die frische Luft des nahen Flusses heran und ließ sie die Augen schließen, während sie sich an der Brüstung festhielt. Es war kein Vergleich zu dem Duft des Meeres oder den der Berge, in denen sie aufgewachsen war, doch es genügte, um alte Erinnerungen wach zu rufen. Sie konnte ihren Meister vor sich sehen, der ihr versuchte, die Magie nahe zu bringen, sie ihr zu erklären - auf seine Weise. Die Art der Lehre hatte sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, war sanfter geworden, weniger schmerzhaft und intensiv, was wohl dem geschuldet war, dass die Magier inzwischen beinahe zu einer ausgestorbenen Spezies gehörten. Sie erinnerte sich daran, dass es damals in jedem Land einen Rat der Magier gegeben hatte, dem mindestens fünf Meister angehörten und jeder von ihnen hatte mindestens einen Schüler ausgebildet, zudem kamen noch die freien Hexen, deren Wissen nicht so tief reichte, die aber viel versierter im Heilen von Verletzungen waren. Das alles gehörte der Vergangenheit an, die neuen Magierschüler waren wertvoll und wurden mit Samthandschuhen angefasst. Nichts sollte ihnen geschehen.
Hekate schnaubte. Es half nicht, sie vor all den schrecklichen Taten abzuschirmen. Sobald sie ihre Lehre beendet hatten würden sie hinaus in die Welt gehen und völlig ahnungslos in jede Gefahr laufen, die es gab.
Schritte näherten sich über den Steinboden, der die Brüstung auf der Innenseite umrandete und sich in hellen und dunklen Fließen abwechselte. Die Gangart und die Lautstärke ließen auf einen Mann schließen, das Muster der Abfolge war ihr bekannt.
Sie lehnte sich auf ihre Ellenbogen hinunter und starrte auf den fruchtbaren Boden, der den Palast umgab, ehe sie den Kopf zur Seite wandte, das nur teilweise zurückgebundene, dunkle Haar flatterte ihr ins Gesicht. Der Neuankömmling war inzwischen wieder von all dem Blut befreit, aber einige offene Wunden zogen sich noch über sichtbare Körperstellen. Hekate machte sich wenige Sorgen darum, sie waren nicht lebensgefährlich und benötigten keiner Aufmerksamkeit einer Magierin.
"Dein Kampf fängt gerade erst an", begrüßte sie ihn düster und wandte den Blick hinaus auf die Landschaft.
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BeitragThema: Re: Dachterrasse   Sa Feb 13, 2016 6:17 pm

"Es geht um Mord," das waren die ersten Worte gewesen an die Septim sich noch erinnerte - wahrhaftig erinnerte. Als diese Worte an ihn gerichtet wurden musste Septim so um die sechs Jahre alt gewesen sein. Er erinnerte sich nicht mehr genau, weder an sein Alter noch an das was vor diesem Gespräch gewesen war. Mit der Unschuld eines Kindes hatte er den Worten gelauscht und die frühen Jahre seines Seins verloren sich mit jedem Jahr mehr in Bedeutungslosigkeit.
Er war ein Sklave gewesen - das jedoch wusste er noch. Oder, wie man in Saterra sagen würde - ein Teil der Dienerkaste, denn sie verabscheuten das Wort "Sklave", so geschmacklos dies auch sein mochte. Er war wohl die unerwünschte Frucht der Lenden von zwei Sklaven gewesen und der Herr des Hauses hatte ihn nicht mehr länger durchfüttern wollen. Und so hatte man Septim, damals noch unter einem anderen Namen der Assasinengilde gegeben, wie es damals brauch gewesen war.
"Die feine Kunst des politischen Meuchelmords. Manchmal sind andere Maßnahmen vorzuziehen. Das Augenlicht oder Gehör zerstören. Den Körper schwächen oder lähmen, ein zehrender Husten oder Impotenz. Oder vorzeitige Senilität oder Wahnsinn oder – aber genug. Das war mein Gewerbe. Und wird dein Gewerbe sein. Nur sollst du von Anfang an wissen, dass ich dir beibringen werde, wie man Menschen tötet". Noch heute musste Septim schmunzeln, wenn er bedachte, dass diese Worte an ein Kind gerichtet worden waren. Der Lehrstoff seines Meisters war von einer immensen Vielfalt. Einen Abend studierte Septim die Illuminationen in dem großen Pflanzenbuch aus seiner Bibliothek, im Zusammenhang mit der Aufgabe, am nächsten Tag sechs beliebige der abgebildeten Gewächse zu sammeln. Er hielt es nicht für nötig, ihm wenigstens zu verraten, ob er im Küchengarten oder irgendwo im tiefsten Wald nach den Kräutern suchen sollte, aber Septim fand sie trotzdem und lernte dabei, seine Beobachtungsgabe zu nutzen.
Er dachte sich auch Spiele aus. Zum Beispiel, dass Septim am Morgen zu Sarah, der Köchin, gehen und sie fragen sollte, ob der Speck von diesem Jahr magerer wäre als der vom letzten. Dann musste er am Abend desselben Tages seinem Meister das gesamte Gespräch wiedergeben, so wortgetreu wie möglich, und ihm ein Dutzend Fragen beantworten, über ihre Haltung und ob sie Linkshänderin sei und ob es den Anschein hatte, dass sie schlecht hörte, und was sie gerade kochte. Septims Schüchternheit und Menschenscheu galten nicht als ausreichende Entschuldigung, um einen derartigen Auftrag nicht auszuführen. Deshalb ergab es sich zwangsläufig, dass er viele vom Gesinde, den Knechten und Mägden in der Stadt kennenlernte. Obwohl seine Fragen vom Meister kamen, freute sich jeder über sein Interesse und war bereit, Septim an seinen Kenntnissen teilhaben zu lassen. Ohne eigenes Verdienst erwarb er sich so den Ruf eines „klugen Burschen“ und eines „braven Jungen“. Jahre später begriff Septim, dass diese Aufgaben nicht nur eine gute Gedächtnisübung waren, sondern auch eine Lektion im Umgang mit den einfachen Leuten und wie man sie sich geneigt macht. Mehr als einmal seither hatten ihn ein Lächeln, ein anerkennendes Wort, wie gut sein Pferd versorgt worden war, und eine beiläufige Frage an den Stallburschen Informationen eingebracht, die alles Geld der Welt nicht aus ihm herausgelockt hätten.
Es waren diese Fähigkeiten gewesen - gepaart mit einige weiteren, wie seinem Mordgeschick oder seiner Gabe der Verkleidung, welche ihn zu einem unverzichtbaren Werkzeug von Aurelius Willen gemacht hatten, wenngleich auch die Art und Weise wie sich begegnet waren ganz und gar nichts übliches an sich hatten. Nachdem Septim seine Ausbildung abgeschlossen hatte führte ihn einer seiner ersten Aufträge nach Tekuria, wo er eine berühmte, hochstehende Persönlichkeit töten sollte. Er wusste damals nicht, dass sie von Tekurias besten Attentätern bewacht wurde. Der Anschlag schlug fehl, doch Septim gelang es zwei der Attentäter zu töten, ehe er niedergerungen wurde. Seine Tat brachte ihm so viel Respekt ein, dass sein ehemaliges Opfer eine große Summe springen ließ um ihn von Tekurias Assasinen weiter ausbilden zu lassen und Septims Dienste zu kaufen. Die Jahre gingen ins Land und der Alte starb und Septim - damals noch immer in seinem Besitz, wurde erneut verkauft. Diesmal führte ihn seine Reise übers Meer nach Ayantis, wo ihn eines heißen Sommertages - er erinnerte sich daran, dass die Sonne so heiß war das seine Lippen ganz Wund und aufgeplatzt waren, Aurelius ihn auf dem Marktplatz fand und kaufte.
Er ließ seine Wunden versorgen, gab ihm Kleidung, Essen und lehrte ihn die Sprache von Miris. Auch war er es, welcher Septim seinen Namen gab - weil er ihn zur siebten Stunde des siebten Tages im siebten Monat getroffen hatte.
Blut war auf dieses Treffen gefolgt - Morde und Schachzüge von großer Bedeutung und mit Aurelius Vertrauen in seinen Gefolgsmann wuchs auch Septims Achtung gegenüber seinem Herren. Und wo andere Menschen zu alten Göttern beteten, zu einem allwissenden Geschöpf oder zu Wesen der Anderswelt so glaubte Septim mit der Fanatik eines wahren Gläubigen an Aurelius. Und er hatte ihn nicht enttäuscht. Und auch jetzt, während sie auf die Dachterasse traten stand Septim hinter Aurelius wie ein Schatten und beobachtete die Umgebung. Er würde nicht nur alle Feinde seines Herren töten - sondern auch dafür sorgen, dass niemand ihm auch nur ein Haar krümmte.
Aurelius - der Thronerbe von Miris war Septims Herr und würde es für immer bleiben.
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