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 Kiras Zimmer

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BeitragThema: Kiras Zimmer    Fr Feb 19, 2016 9:43 pm

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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    So Feb 21, 2016 10:54 pm

Kalt blies der Wind durch die Ritzen im Gemäuer und wehte alte, halb zerschlissene Vorhänge vor den dreckigen Fenstern empor, spielte mit ihnen als wären sie seine Kinder. Die Kerzen waren vor Stunden ausgegangen und im Kamin glomm nun schon seit Tagen kein richtiges Feuer mehr, nicht mehr seit der erste Schneesturm das Land heimgesucht hatte und eine dicke Eisschicht wie Puderzucker über das Land gelegt hatte, das sich dort Hunderte von Meter unterhalb erstreckte. Ab und an drangen Geräusche nach oben - das Wiehern von Pferden und die dumpfen Stimmen von Menschen, die dort unten Befehle brüllten, das Lachen von Händlern, die das Land während der Sommermonate besuchten und Gewürze und Stoffe mitbrachten, in denen sich die hohen Herrschaften kleideten.
Als der nächste Windschub den Turm traf, rieselte Staub von der Decke und Glas vibrierte nur für eine einzige Sekunde lang, während sich einer der Stühle verschob und schließlich mit einem viel zu lauten Donnern auf den einstmals roten Steinen des Fußbodens aufkam, während alte und zerlesene Bücher ihre Seiten verloren und durch den Raum flatterten, als hätten sie Flügel entwickelt.
Schmale Finger glitten über eines der Fenstergläser, bewegten sich hinauf und malten Schlieren in den weißen Staub, der hier überall lag - die schmalen Ränder gaben Kira für einen kurzen Moment die Gelegenheit hinaus zu blicken, auf ein Land, das sie niemals kennen lernen würde. Die bunten Farben dort unten hatte sie niemals gesehen, niemals hatten ihre Finger das weiche Fell eines Pferdes gestreichelt und nie das Funkeln von teurem Schmuck an dem Hals der hohen Damen gesehen. Ihre Bilder, das Gefühl, das man haben musste, kannte sie nur aus den Büchern, die die Menschen ihr mitgebracht hatten, die ab und an nach ihr sahen.
Die Frauen mit den harten Gesichtern, die ihr das Essen brachten oder sie in den Zuber steckten, der außer dem Tisch und einigen klapprigen Stühlen und dem kleinen Bett noch in dem runden Raum stand. Das Wasser war immer kalt gewesen, aber es war Wasser und Kira hatte sich nicht darüber beschwert, den Dreck loszuwerden, der sich überall an den wenigen Gewändern fand, die sie ihr Eigen nennen durfte. Dort vor der Tür waren feste Schlösser, das zumindest wusste sie, weil sie das Rasseln der Schlüssel hören konnte, bevor jemand nach ihr sah - mehr kannte sie nicht. Auch die Gesichter, die sie sah, hatten sich niemals verändert - sie waren nur älter geworden und Kira hatte fasziniert die Veränderungen in den Mienen betrachtet und daraus gelernt. 

Leise summend begann sie in dem Dreck auf den Fenstern kleine Figuren zu malen und sich dazu eine eigene Geschichte auszudenken. Voller Einhörner und Feen, guten, weißen Rittern, die eines Tages hierher kommen würden und sie retten würden, wie die Prinzessinnen aus den Geschichten. Ihre Stimme hallte in dem beinahe leeren Raum, wurde fortgetragen von dem Wind, der ihr durch die langen, dunklen Locken fuhr, die ungebändigt bis zu ihren Hüften fielen und das schmale Gesicht umrahmten, in dem sich die veilchenblauen Augen jetzt ein Stück geschlossen hatten. Die Prinzessinnen in den Geschichten waren oftmals nicht magisch begabt, wie sie es war, selbst wenn ihr Vater es ihr verboten hatte, auch nur ein einziges Wort darüber zu verlieren und der einzige Schmuck, den sie tragen durfte, bestand aus Eisen.
Eisen, das auf ihrer Haut brannte und sie immer in dem seichten Trancezustand hielt, indem sie die ganzen letzten Jahre verbracht hatte. Seit sie herausgefunden hatten, dass sie die Magie benutzen konnte. Sie war sechs gewesen, als man sie von ihrer Mutter fortgerissen und hier oben hin gebracht hatte - damals hatte sie noch geweint und sich über jeden Besuch gefreut, heute war Kira glücklich darüber, wenn sie allein gelassen wurde. Ihr Vater war wie die bösen Stiefmütter in den Geschichten - er hatte ihrer Mutter verboten, sie zu sehen und er selbst kam nur dann her, wenn sie etwas falsch gemacht hatte. Und sie hatte häufig Dinge falsch gemacht, obwohl sie gar nicht da war.
Kira hatte sich nie darüber beklagt und Tag war Tag gefolgt, die Nächte verbrachte sie unter der alten, von Motten zerfressenen Decke, die sie im Winter kaum mehr wärmte bis der Fremde gekommen war. Sie hatte sein Gesicht im Traum gesehen, die alten, hellen Augen, die mit so viel Weisheit und Güte in die Welt hinein gesehen hatten und sie hatte sich gewünscht, sie würde ihm begegnen können, weil er der alte Großvater war, den sie sich immer vorgestellt hatte.
Sie hatte sich so sauber wie möglich gemacht, hatte ihre Gewänder gewechselt und die Haare geordnet, als sie die Stimmen im Treppenaufgang gehört hatte, die zu ihrem Turm führten, hatte an der Tür gewartet und sich überlegt, was sie ihm würde sagen können. Aber er war gegangen und Kira hatte die Schultern sinken lassen - hatte nur beobachtet, wie er aus dem Schloss geritten war und die Hoffnungen wieder verloren, bevor sie die Schritte ihres Vaters hörte.
Das Krächzen der Raben oben auf den Holzbalken ließ sie jetzt den Kopf heben und eine Hand ausstrecken, bis sich der große Vogel auf ihren Arm setzte und sie ihm durch das nachtschwarze Gefieder streicheln konnte. Ihre Mutter hatte ihr gesagt, sie dürfe niemals Angst vor ihnen haben, weil sie durch sie immer bei ihr sein konnte.
"Ist schon gut. Eines Tages kommt jemand und holt uns. Ich bin mir ganz sicher."
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 7:54 pm

Tasmins Erkundungstouren durch das Schloss hatten in den vergangenen Wochen weitere Ausmaße angenommen, die Königin schien immer weiter in ihre Scheinwelt der Kirche abzudriften und brauchte sie kaum an ihrer Seite, weil sie einen Großteil des Tages damit zubrachte, in ihren Gemächern zu beten. Tasmin war es Recht, sie hatte sich daran gewöhnt, inzwischen mehr Freiheiten zu haben und mit ihrer Zeit andere Dinge anzufangen. Sie hatte wieder begonnen zu lesen und spazieren zu gehen und als der Winter mit aller Kraft hereingebrochen war, war sie durch die Gänge und Korridore des Schlosses gezogen. Es gab nur noch wenige Orte, an denen sie sich heillos verirrte und leider war heute einer dieser Tage und noch dazu einer dieser Orte. Die Türme hatte sie bisher ausgelassen, erwartete sie doch ohnehin kaum etwas in den zugigen Turmzimmern ganz oben, die man nur über schmale Wendeltreppen erreichen konnte, doch dieser hier zog sie beinahe an. Später würde sie es darauf schieben, dass das Schicksal sie dorthin geführt hatte, weil es etwas anderes plante, als sie mit ihrem menschlichen Denken begreifen konnten, doch für den Moment lag es an einer einfachen Sache: jemand summte dort oben und der Tonlage nach zu urteilen war es keine Wache.
Möglichst leise schlich sie die Stufen hinauf, wollte, wer auch immer dort war, nicht verschrecken oder erschrecken. Sie rechnete schon damit, die Treppe hinabgestoßen zu werden, wenn sie jemanden dort fand, der nicht da hin gehörte. So wie sie auch ...
Die Stufen zogen sich endlos. Warum sie unten so gut die Stimme hatte hören können war ihr ein Rätsel, doch sie würde sich später darum kümmern. Eilig ließ sie den letzten Treppenabsatz hinter sich und stand vor einer verschlossenen, schwarzen Holztür. Das Summen war hier deutlichen zu hören, ein wenig abgehackt zwischendurch, weil die Person im Inneren des Raumes hustete. Tasmin schob sich die langen Haare zurück und legte ihr Ohr an die Tür. Eine Frauenstimme, schloss sie kurz, ehe wieder ein Husten ertönte. Es war zart. Ein Mädchen?
Vorsichtig senkte Tasmin die Türklinke hinunter und drückte gegen die Tür, doch nichts rührte sich. Rasch sah sie sich nach dem Schlüssel um, doch es gab keinen. Nur das riesige, schmiedeeiserne Schloss. Warum war hier jemand eingesperrt?
"Hallo?", fragte sie leise.
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 8:43 pm

Kira verstummte augenblicklich, als jemand nach der Tür griff und daran zog. Sie hörte, wie das schwere Schloss an der Tür klirrte, als jemand versuchte es zu lösen und schließlich doch daran scheiterte - dann hallte die leise Frauenstimme durch die dicke Tür. Kira verschluckte sich, als sie erschrocken die Luft einsog und blinzelte, während sie automatisch vor der Tür zurückwich, als könne sie ihr ein persönliches Leid zufügen.
Ihr Vater hatte ihr gesagt, dass niemand von ihr wissen durfte - wenn sie nur lange genug den Mund hielt, dann würde die Fremde dort vor der Tür vielleicht gehen und niemandem etwas davon berichten, dass es sie gab. Wenn ihr Vater davon erfuhr, dass noch jemand von ihr wusste, dann würde er sie wieder dafür bestrafen. Zu den alten Göttern betend, dass dieser Fall nicht eintreten würde, ließ sie sich auf die Knie sinken, die Hände vor der Brust zusammen gefaltet, obwohl die Bewegung an ihren Handgelenken weh tat, als das Eisen aneinander schlug und ein beißender Schmerz durch ihren Brustkorb zog. Die Wunden waren doch gerade erst wieder geheilt ...
Die veilchenblauen Augen des Mädchens indes waren noch immer auf die Tür fixiert. Die Fremde dahinter hatte nicht böse geklungen - nur ... verwirrt und ein Teil von ihr wollte ihr noch immer antworten. Die Angst jedoch war es, die sie einmal mehr zurückhielt und sie schweigen ließ und so presste Kira die Lippen aufeinander und zwang ihr heftig schlagendes Herz wieder zur Ruhe, weil sie befürchtete, die Fremde würde selbst das hören.
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 8:48 pm

Die Stille hinter der Tür konnte Tasmin nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich dort jemand befand und eben noch bewegt haben musste. Das Klirren von Eisen war hier draußen zu hören. Irritiert drückte sich Tasmin weiter an die Tür, horchte auf ein weiteres Lebenszeichen, doch es kam keines.
"Ich ... ich weiß, dass du mich hören kannst", sprach sie schließlich leise. "Es ist niemand hier außer mir, ich will dir nichts tun." Sie wusste nur zu genau, wie erschreckend es sein konnte, wenn man in einer fremden Umgebung war und Fremde einen ansprachen und man nicht wusste, wie man ihnen begegnen sollte.
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 8:55 pm

Kira biss sich erneut auf die Lippen bis sie den metallischen Geschmack von ihrem eigenen Blut im Mund schmeckte und erschrocken wich sie vor sich selbst zurück, äußerst ungelenk auf dem Hintern landend. Ihre Finger zitterten trotz der weichen Stimme, die sie hörte, ihr Herz raste und das Blut rauschte in ihren Ohren, während sie Stück um Stück vor der Tür zurück rutschte, ohne sie auch nur eine einzige Sekunde lang aus den Augen zu lassen. Wenn die anderen wusste, dass es sie gab und dass sich hier jemand aufhielt, dann hatte sie ihre Aufgabe schlecht bewältigt und dann würde sie wieder dafür bestraft werden. Es gab hier jedoch keinen Ausweg, um der anderen zu entgehen, selbst wenn sie sie gar nicht sehen konnte - in dem Turmzimmer gab es kein Versteck, in das sie sich hätte zurückziehen können, keinen Ort, an dem sie ein wenig mehr Sicherheit empfand, weil die anderen nicht gewollt hatten, dass sie vielleicht doch ihrem Gefängnis entkam.
Der Rabe krächzte oben auf den Querbalken über ihrem Kopf und Kira zwang sich dazu, ihr eigenes Husten zurück zu halten, weil es sie doch verraten hätte. Die Fremde musste gehen, bevor ihr Vater oder eine der Frauen hierher kamen und sie bestrafen würden. Sie musste gehen, bevor auch sie nicht mehr wieder zurückkehren würde. Ihre Brust schmerzte von dem schnellen Atmen, die Lippe brannte von der Spucke, die sich darauf verteilt hatte, als sie mit der Zunge darüber gefahren war und ihre Augen brannten, weil sie sich nicht getraut hatte zu blinzeln.
"... Geh weg ...", rang sie sich schließlich nach einer ganzen Weile doch durch. "... sie werden dir sonst Böses tun ..."
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 8:58 pm

"Wer?", fragte Tasmin und konnte nicht umhin, nach ihrer eigenen Kehle zu fassen bei dem jämmerlichen Tonfall, den sie von dort drinnen zu hören bekam. Was war hier los? Dass der König nicht mehr alle Sinne beisammen hatte, das wusste sie bereits und auch seine Frau war fernab von Gut und Böse. Sie hoffte immer noch auf ein Lebenszeichen von Aurelius, der sie hier zurückgelassen hatte mit Versprechungen und in der Hoffnung, sie hier sicher zu wissen. Das war drei Jahre her. Langsam glaubte sie nicht mehr an seine Rückkehr, denn keinerlei Nachrichten drangen an ihre Ohren ihn betreffend. Es wurde Zeit, sich neue Verbündete zu suchen. "Wer wird mir Böses tun?"
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 9:05 pm

Erneut war eine ganze Weile lang Stille in dem großen Turmzimmer, dann rutschte Kira langsam näher zur Tür hin und streckte eine Hand danach aus. Ihre Finger berührten das kalte Eichenholz, ihre Fingerkuppen strichen über die Maserungen daran, in denen sie so oft schon Gestalten und Geschichten gesehen hatte, wenn ihr langweilig gewesen war oder sie sich einsam gefühlt hatte. Dahinter stand ein Mensch und Kira schloss die Augen.
Sie versuchte sich vorzustellen, wie die Frau wohl aussehen mochte - ob sie jung oder alt war. Ob sie in feine Gewänder gekleidet oder ob sie nur eine neugierige Dienstmagd gewesen war. Vielleicht war sie auch nur ein Gast in diesem Schloss und hatte sich verirrt, während sie den Weg in ihre eigenen hübsch ausstaffierten Gemächer nicht mehr gefunden hatte. Sie versuchte sich auszumalen, ob die andere dick oder dünn war - wie ihr Haar aussehen mochte und ob es nach Blumen roch, obwohl es eisiger Winter im Land war. In einem jedoch war Kira sich jetzt zumindest sicher - die Frau musste freundliche Augen haben - vielleicht hatte sie auch ein liebes Lächeln, das Grübchen in die Wangen zeichnete und das Gesicht runder wirken ließ.
"... Jeder", entsann sie sich dann an die Frage, die sie ihr gestellt hatte und senkte den Kopf wieder bis ihr die dunklen Strähnen wieder das Gesicht bedeckten, obwohl niemand diese Geste hätte sehen können. "Alle wollen das, wenn sie wissen, dass du hier warst ..."
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 9:08 pm

"Wie heißt du?", fragte Tasmin leise und ging vor der Tür auf die Knie, bis sie mit dem Auge vor dem Schlüsselloch war. Doch es war ein kompliziertes Schloss, keines, dass einen simplen Schlüssel erforderte, wie es hier tausende gab. Sie konnte nur Schwärze erkennen und ihre Finger kamen ölig von dem Eisen weg. "Ich bin Tasmin. Und ... wenn es niemand herausfinden darf, dann lass uns dieses Geheimnis für uns behalten. Was sagst du dazu?"
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 9:27 pm

Ein Geheimnis für sich behalten war mehr als Kira je in ihrem Leben getan hatte und sie wusste nicht, ob sie nicht den Mund aufmachen würde, wenn ihr Vater sie danach fragen würde, aber andererseits durfte sie auch niemandem sagen, wessen Tochter sie war. Sie durfte sogar niemandem sagen, dass sie magisch begabt war und dass das Eisen auf ihrer Haut weh tat, weil ihr sonst Schlimmes passieren würde. Wenn sie jetzt darüber nachdachte, dann bewahrte sie eigentlich sehr viele Geheimnisse.
" ... Kira ...", antwortete Selbennamige schließlich nur leise und ließ den Klang des Namens der fremden Frau noch einmal durch ihren Kopf gehen. Tasmin war ein schöner Name, auch wenn sie nicht sagen konnte, woher er stammte, weil sie dafür zu wenig von der Welt außerhalb ihres Turmzimmers kannte. Vielleicht hatte die Frau dunkle Haut und stammte aus Tekuria, vielleicht war sie behängt mit Schmuck wie die Frauen aus Saterra, von denen in ihren Büchern geschrieben wurde oder sie flog auf Drachen, wenn sie aus Ayantis stammte. Vielleicht kam sie auch aus dem Land, aus dem ihre Mutter stammte und wo die Magie nicht verboten war. Noch einmal erinnerte sich Kira daran, wie warm die Augen des alten Mannes gewesen waren, die sie in ihren Träumen gesehen hatte und wehmütig schob sie die Füße näher zu sich heran, wackelte mit den Zehen in den zerschlissenen Schuhen, die ihr geblieben waren.
"... wer bist du ...?"
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 9:31 pm

Darüber musste Tasmin wirklich eine Weile nachdenken. Sie strich über das splitterige Holz, an dem sie lehnte und sah dann hinunter auf ihre Knie, unter die sie ihr Kleid geschoben hatte um sie ein wenig vor dem harten Steinboden zu schützen. "Deine Freundin, wenn du mich lässt." Was ging nur in diesem Land vor sich? Wie furchtbar konnte es noch werden? "Kira ist ein wunderschöner Name. Wer hat ihn dir gegeben?"
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 9:38 pm

Auf die Frage wusste sie keine sichere Antwort, denn sie hatte niemals gefragt, weshalb sie ihren Namen bekommen hatte oder von wem. Auf der anderen Seite hätte ihr Vater ihr wohl niemals einen Namen gegeben, sie hätte wohl nicht einmal überlebt, wenn es nach ihm gegangen wäre und so lächelte Kira still in sich hinein bevor das Lächeln wieder wie gesprungenes Glas barst, als ihre Gedanken hinüber zu ihrer Mutter wanderten. Oft hatte sie sich gefragt, wo sie war und ob sie sie einfach vergessen hatte - ob sie neu beginnen wollte und sie einfach hier ließ, damit sie eines Tages in den Flammen sterben würde, die überall im Schloss brannten. Kira wusste, was mit den schreienden Menschen dort Hunderte von Metern unterhalb ihres Turms geschah und sie roch das verschmorte Fleisch, das bis hier her drang und durch die zugigen Mauern zog bis der ganze Raum damit gefüllt war.
"... meine Mutter ...", sagte sie dann, weil es ihr unhöflich erschien die andere noch länger warten zu lassen und gedankenverloren begann sie Figuren in den Staub zu malen. Wappen, die sie aus ihren Büchern kannte - Heldenfiguren, die ausgezogen waren, um ein hehres Ziel zu erreichen oder um jemanden zu retten, der ihnen wichtig war. "... ich habe keine Freundinnen ...", begehrte sie dann noch leise auf und schloss die Augen, weil die Muster in dem Staub ihr leichter fielen, wenn sie sie nicht mit den sehenden Augen erblickte.
"Was ... tun ... Freundinnen ...?"
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BeitragThema: Re: Kiras Zimmer    Mo Feb 22, 2016 9:43 pm

"Nun, wenn du sonst keine Freundinnen hast, dann lass mich dir eine sein", erwiderte Tasmin mit weicher Stimme und bemerkte erst dann den kleinen Spalt zwischen der Tür und dem Steinboden, durch den sie den Schatten der anderen sehen konnte. Langsam rutschte sie ein wenig zurück und beugte sich hinunter, bis ihre Augen auf der Höhe des Schlitzes waren. Er war gerade hoch genug für ihre flach auf den Boden gepresste Hand. "Freundinnen ...", fuhr sie ein wenig erstickt fort, weil der Staub ihr in Nase und Mund stieg, während sie ihr Auge versuchte, näher an den Spalt zu bringen, ehe sie es aufgab und nur ihre Hand dorthin schob. Sie lächelte gen Boden, als sie die andersartigen Steine im Inneren des Raumes fühlen konnte. "... hören einander zu. Sie erzählen sich Geschichten und ... sie helfen sich. Sie geben sich Hoffnung, wenn alles verloren scheint und die Tage endlos sind. Und sie reichen einander die Hand, um sich Halt zu geben. "
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