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 Grenzübergang "Tiny Hill"

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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Mi März 02, 2016 10:03 pm

"Miriel. Nephelia. Es ist schön, euch kennen zu lernen." Devastare zog den Umhang fester um sich und wunderte sich nur am Rande, wo Coreen und Lucan abgeblieben waren. Die beiden schienen draußen Wache halten zu wollen, für den Ernstfall, der hoffentlich nicht eintreten würde. Er würde sie nicht davon abhalten. Coreen benötigte so gut wie keinen Schlaf und würde Lucan früher oder später in das Zelt schicken, damit immerhin er noch etwas davon bekam. Er war in guten Händen.
"Die meisten Menschen haben wie ich nicht darum gebeten, doch das scheint dem Schicksal ziemlich egal zu sein", erwiderte Devastare etwas verspätet auf Miriels Antwort und streckte sich hinüber, um die Decken weiter über Elaines Schultern zu ziehen, weil der kühle Winterwind inzwischen ins Innere des Zeltes kam. Er wollte nicht, dass sie fror, wusste um die Empfindlichkeit der Feen und die Schwarzhaarige bildete da keine Ausnahme.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Mi März 02, 2016 10:16 pm

"Euer Schicksal ruht in Eurer eigenen Brust, Devastare. Es ist Eure Entscheidung, ob Ihr es Eure Last oder Eure Flügel sein lasst", wies sie ihn nur darauf hin, weil ihr die Bitterkeit in der Stimme des anderen nicht verborgen geblieben war. Sie verstand nicht, weshalb die Menschen in dem Schicksal etwas derart Schlechtes sahen, dass sie es fürchteten und seine wahre Bedeutung oftmals nicht einmal erkannten - Prophezeiungen von wahrer Bedeutung gab es nur noch sehr wenige in dieser Welt, die Seher anderer Reiche waren ausgelöscht worden und die alten Götter verloren nach und nach ihre Macht. Die Anderswesen, die noch mit ihrer einstigen Welt verbunden waren, kannten die Vorsehung und die Menschen, die damit unmittelbar in Verbindung standen. Devastare war einer von ihnen und wie alle schien auch er noch sein Schicksal zu verweigern und einen anderen Weg zu suchen. Es würde die Zeit kommen, an dem auch er feststellen würde, dass es besser war dem Weg zu folgen, als ihn zu verlassen und damit mehr zum Scheitern zu bringen als nur die alten Worte von Weisen.
"Ihr seht nicht die Gelegenheit, die sich Euch bieten kann und das Gute, das Euch auf dem Weg widerfahren wird. Habt ein wenig mehr Hoffnung und ein wenig mehr Glaube an Euch. Es wird ein gutes Ende nehmen und Ihr werdet sicher wieder heimkehren."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Mi März 02, 2016 10:25 pm

Diesmal antwortete Devastare nicht mehr darauf, sondern zog die Knie zu sich heran und legte den Kopf darauf, das Einhorn immer noch musternd. Sie war selbst in ihrer menschlichen Gestalt eindeutig nicht von dieser Welt. Sie hatte etwas ätherisches an sich, etwas Fließendes, Reines. Sie war ein durch und durch gutes Wesen, aber damit hatte sie ihn auf dem falschen Fuß erwischt. Ein wenig jedenfalls ...
Das Herz wurde ihm schwer in der Brust als er auf seine schmutzigen Finger hinunter sah, für die er bislang keine Zeit gehabt hatte, um sie zu reinigen. Nur der Ring von Oberon schimmerte, als würde sich nichts an ihm festsetzen können, schmal und wie ein versilberter Ast wand er sich um seinen Finger.
Für einen Abend wollte er kein Gerede mehr vom Schicksal, von Wegen und Vorbestimmung. Miriel meinte es mit Sicherheit nur gut, aber er fühlte sich in die Ecke gedrängt. Er wusste selbst, dass er den Weg gehen musste, der vor ihm lag, ihn zu akzeptieren, so weit war er noch nicht und er hoffte nur inständig, dass sie Recht behielt mit der Heimkehr.
"Es wäre uns eine Ehre, wenn Ihr noch bei uns bleiben würdet - Ihr beiden", fing er an, entschied dann aber, die Wahrheit wäre noch immer besser als eine Lüge, die sie sofort durchschauen würde: "Verzeiht. Ich bin müde und morgen liegt ein langer Tag vor uns. Bleibt in diesem Zelt, solange ihr wollt. Es ist genug Platz für uns alle hier und der Winter ist in diesem Jahr nicht zimperlich."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Mi März 02, 2016 10:36 pm

Es war ein gänzlich seltsames Gefühl, das von ihr Besitz ergriffen hatte und sie an einen anderen Ort gebracht hatte, während die Schmerzen, die ihr Körper aussandte, allmählich weiter verschwanden bis davon nicht viel mehr übrig war als ein dumpfes Pochen in ihrem Kopf. Ihr Körper reagierte erst nach Stunden des Deliriums langsam wieder auf die Befehle, die sie ihm im Geiste gebot und mühsam öffnete sie die verklebten Augen ein Stück weit, zwang sich dazu zu blinzeln, um einen Teil der Situation zu erfassen. Inzwischen sah sie keine Sonne mehr, sondern nur das fahle Licht des Mondes, sie hörte das Prasseln des Feuers und das leise Rascheln von Kleidung neben ihr. Ihr Kopf war schwer, ihre Gedanken quälten sich nur langsam und stockend durch ihren Verstand und erst als sie zum ersten Mal wieder bewusst atmete, stellte sie fest, dass jemand eine Decke über sie gezogen hatte, die sie jetzt wärmte. Dunkel erinnerte sie sich an warme Hände, die ihr ein paar Strähnen fort gestrichen hatten und ihr gleichzeitig das Gefühl gegeben hatten, es würde alles wieder gut werden.
Die verschwommene Gestalt, die ein Stück von ihr entfernt saß, nahm erst langsam Kontur an und mit aller Kraft, die sie gerade noch aufzubringen vermochte, schob sie einen Arm aus der Decke hervor. Ihre Finger krochen langsam über die dutzenden Lagen an Stoff, auf denen man sie gebettet hatte, bevor sie andere Finger ertasteten und sich behutsam darum schlossen, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie wusste, wem sie es zu verdanken hatte, dem Käfig entkommen zu sein und sie wusste, dass es wichtig war, dass sie es aussprach, noch bevor der Morgen begann - selbst, wenn sie nicht mehr wusste, welcher Morgen nun folgte und ob es noch derselbe Tag war. Alles in ihrem Kopf war in so einer trüben Suppe verschwunden und ihre Lippen öffneten sich, ohne dass ihre Stimme reagieren wollte. Ihr Mund war ausgetrocknet, ihre Zunge fühlte sich ledrig und schwer an als sie die glasigen Augen hinauf lenkte und sich an einem Lächeln versuchte - eine Geste, die doch nur im Zucken ihrer Mundwinkel endete.
"... Danke ...", wisperte sie heiser, bevor der Schlaf sie wieder übermannte.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:52 am

Noch immer starrte Lucan zusammen mit Coreen in das Dunkel der Nacht, welches sich wie eine drohende Wand rings um ihr kleines Lager verdichtet hatte. Hinter ihnen konnte der Ritter die geflüsterten Stimmen seiner Kameraden hören und das wärmende Feuer spüren. Die Zelte standen eng zusammen, dank Jaerens und seinem Geschick miteinander verknüpft, doch die Sicherheit dieses kleinen Platzes war trügerisch.
Sie wussten noch immer nicht wohin der Inquisitor geritten war, oder aber ob weitere Kirchenmänner in der Nähe ebenfalls ihr Lager aufgeschlagen hatten. Sie brauchten ein weiteres Zelt beschloss Lucan, damit auch Jaeren eine Bleibe hatte und vor allem konnten sie diese dann in einem Kreis aufstellen, um zukünftige Lagerfeuer vor den Blicken feindlicher Einheiten zu verbergen. Auch die Wärme würde den Schlaf erholsamer machen....
Doch wenngleich Lucan auch versuchte seine Gedanken auf derlei weltliche Probleme zu lenken, obwohl er versuchte sich der Gefahr bewusst zu sein, welche sie gerade rings umher umgab es wollte ihm doch nicht recht gelingen - zu sehr geisterte das Auftauchen des Einhorns durch seinen Verstand, dieses magische Wesen dessen Existenz er sich selbst nicht gänzlich erklären konnte, aber deren Energie seine eigene Seele berührt hatte. Die reine Anwesenheit des Einhorns beruhigte ihn, gab ihm das Gefühl von Sicherheit und den festen Glauben, dass alles wieder gut werden würde. Und dann mit einer Flutwelle hereinbrechender Melancholie wurde sich Lucan bewusst, dass es fast keine Einhörner mehr gab - weil kein Platz mehr für sie in dieser Welt war....
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 4:31 pm

Jaeren indes hatte sich ein wenig zurückgezogen, war ein paar Schritte in irgendeine willkürliche Richtung gegangen. Und auch wenn ihm im ersten Moment die schneidende Kälte überrascht hatte, welche vom Feuer und in dessen unmittelbarem Radius erstaunlich gut verdrängt wurde, so hatte ihm dieses doch geholfen wieder einen einigermaßen klaren Kopf zu bekommen. Diese Aura, dieses seltsame Gefühl als er das Einhorn gesehen hatte, wirkte seltsam. Keineswegs im negativen Sinne, vielmehr war es so, als wären seine Augen einer Täuschung anheimgefallen und nun versuchte sein restlicher Körper ihm klar zu machen, dass dies eben dies war – eine Täuschung.
Doch das Einhorn war real gewesen, ebenso wie seine Präsenz, das Bewies allein schon das Verhalten seiner Begleiter. Nie zuvor hatte er so einen plötzlichen Frieden gespürt, eine Ruhe die beinahe schon stoisch war, doch hatte Jaeren sich eben dieser nicht erwehren können. Erst jetzt, da ihm der kalte Wind das Haar zauste, besann er sich wieder und bekam einen freien Kopf. Und in der Hoffnung an ein gewohntes Gefühl erinnert zu werden, zückte er erneut seine Pfeife, stopfte sie diesmal jedoch mit normalem Tabak. Das Geschichten oft auf Wahrheiten basierten, vor allem über mystische Gestalten wusste er zwar – doch ein Einhorn? Es wirkte – unglaublich und gleichzeitig schöner als alles, was die Menschheit wohl gemeinsam zusammengebracht hätte.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 8:34 pm

~*~

"Du bist nicht bei der Sache", schallt Elaine kopfschüttelnd und ließ ihre eigene Barriere sinken, nur um wenig später die Arme vor der Brust zu verschränken und den Jüngeren noch einmal ins Auge zu fassen. Bereits seit Stunden standen sie hier, mitten im Wald und umringt von den Zelten, die sie vor einigen Stunden errichtet hatten, bevor Coreen, Lucan und Jaeren aufgebrochen waren, um in einem der Dörfer nach dem Rechten zu sehen und auszukundschaften, wie weit die Kirche vorgedrungen war.
Sie kannte der Inquisitor noch nicht und weder Elaine, noch Devastare hatten es riskieren können, noch einmal mit den Glaubensanhängern aufeinander zu treffen. Es war pures Glück gewesen, dass sie überlebt hatten - pures Glück, das Mirar sich zurückgezogen hatte, statt weiter zu kämpfen und ihrer beider Leben damit ein Ende zu bereiten. Sie beide hatten sich selbst überschätzt und wenngleich auch Elaines Haut an einigen Stellen juckte und gerötet war, so konnte sie sich zumindest wieder bewegen. Etwas, das sie allein den beiden magischen Besuchern zu verdanken hatte, die sie nach dem kurzen Besuch wieder verlassen hatten. Noch immer ließ Lucan Hafer und ein paar Äpfel dort zurück, wo sie gerastet hatten.
Während der ruhigen Stunden vor dem Schlafen hatten sich die beiden Magier der Gruppe sich wieder den Lehrstunden gewidmet, beide noch immer mit angeknackstem Ego darüber, dass es der Kirche so leicht gefallen war, sie in die Ecke zu drängen. Oftmals bis spät in die Nacht hinein, wo sie mit schmerzenden Knochen und pochenden Köpfen in die Zelte verschwunden waren.
Es gab Tage, an denen Elaine glaubte, dass Karsh den anderen weit unterschätzt hatte, denn hinter der Fassade des Mannes, der sich zweierlei Begabungen ergab, steckte weit mehr Macht als er selbst nutzen wollte, dann wiederum gab es Tage wie jenen heute. Tage, in denen er einfach nicht bei der Sache war und nachlässig wurde.
"Der letzte Angriff war fahrig, Devastare", stellte sie fest und hob die Brauen. "Was ist los? Was hängt in deinem Kopf?"
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 8:42 pm

"Nichts", erwiderte er rein aus Gewohnheit heraus und wandte sich mit einer heftigen Bewegung ab, die Hände an der Schließe seines Umhanges. Das zusätzliche Gewicht des Lodenstoffes schien ihn heute zu Boden ziehen zu wollen und es störte ihn absolut, wenn er sich bei jeder noch so kleinen Bewegung darin verhedderte. Er konnte bei den Teufeln noch einmal mit diesem Ding kämpfen, warum wurde er so ärgerlich, wenn sich der Stoff heute an seinen Körper schmiegte?
Es dauerte eine ganze Weile, bis er den Umhang geöffnet hatte und ihn achtlos in den offenen Zelteingang pfefferte, der zu seinem winzigen bisschen Privatsphäre führte. Ein Sammelsurium an Fellen und Decken lag dort über- und quer durcheinander, dazwischen die wenigen Besitztümer, die er mitgenommen hatte. Areds Schwert, hölzernes Besteck und ein Kelch, ein Beutel mit Münzen, Kleidung zum Wechseln, für den Fall, dass sie länger keinen Bachlauf erreichten. Nur Oberons Ring legte er nicht ab.
Unwirsch fuhr er sich durch die Haare, umkreiste das Lagerfeuer dabei und blieb schließlich einige Meter entfernt von Elaine stehen. "Es ist nichts."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 8:50 pm

"Dann hast du noch viel weniger Entschuldigung dafür, weshalb deine Angriffe fahrig sind", setzte Elaine ihm lediglich schulterzuckend entgegen, selbst wenn sie ihm kein einziges Wort glaubte, aber er durfte auch einmal einen schlechten Tag erwischen. Wenn er nicht sprechen wollte, dann war es seine Sache, aber sie hatten beide auch nicht die Zeit dafür, um einen einzigen Tag der Übung ausfallen zu lassen. Ihrer beider Ziel war klar, es war klar, dass sie dafür gerüstet sein mussten und dass das wenige an Magie, die er bei Karsh gelernt hatte, nicht ausreichen würde, um sich gegen Kirche und König zur Wehr zu setzen. Für sie beide nicht.
So beobachtete sie noch einmal, wie er wütend um das Feuer herum tigerte und seinen Mantel von sich warf, dann formte sie erneut Magie zwischen ihren Fingern und ließ den Boden unter seinen Füßen erbeben. Wurzeln schoben sich durch den gefrorenen Boden und griffen nach dem jüngeren Magier, umschlangen seine Füße und wollten ihn zu sich herab ziehen. "Verteidige dich."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 8:55 pm

"Bist du ...?!" Devastare geriet erst ins Straucheln, dann ins Taumeln, als seine Füße sich nicht mehr bewegten, obwohl er ihnen den Befehl dazu gab. Erst der Druck, der von den Wurzeln auf seine Fußknöchel und Unterschenkel wirkte, ließ ihn wirklich realisieren, was vor sich ging, während er noch mit den Armen ruderte, um nicht auf der Nase zu landen. Dann hätte die Magierin wirklich etwas zu lachen an diesem Tag, an dem ihm alles andere als zum Lachen zu Mute war. "Du bist wirklich eine verrückte Hexe", schimpfte er vor sich hin und sah das Unkraut zu seinen Füßen an, als wäre es persönlich für sein Leid verantwortlich. Wenn Blicke hätten töten können, es wäre sofort verdorrt und hölzern geworden, so aber schlängelte es sich immer weiter seine Beine hinauf. Elaine ließ ihm keinen Zentimeter Platz und keine Sekunde länger, um darüber nachzudenken, was er tun sollte, also hob er schlichtweg die Hand, schirmte seinen Körper und die Kleidung, die er trug, gegen kommende Hitze ab und sandte einen Feuerstoß zu dem Unkraut, das ihm die Blätter versengte, es aber sonst in keinster Weise behinderte.
"Verdammt noch mal ...!"
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 9:01 pm

Elaine besah sich skeptisch die Szenerie, die sich da gerade vor ihr abspielte. Wie der junge Magier mit den Armen ruderte und vor sich hin schimpfte bevor der Feuerstoß, den er selbst gebildet hatte, ihre eigenen Wurzeln wieder verbrannte und ihm die Freiheit wiedergab. Fehlte ja nur noch, dass er wie ein kleines Kind auf den Boden stampfte, weil er hoffte, damit seinen Willen zu bekommen. Eine ganze Weile lang blieb sie noch still, dann jedoch begannen ihre Mundwinkel verräterisch zu zucken ehe sich zum ersten Mal seit einer ganzen Weile wieder ein leises Lachen über Elaines Lippen bahnte und über die Lichtung hallte.
Als sie seinen Blick sah, hob sie die Hände abwehrend und bemühte sich wieder um Contenance, aber was immer sie auch tat, es wurde nicht besser. Es tat ihr leid, dass sie ihn hier auslachen musste, aber es hatte etwas unsagbar Komisches gehabt, wie er in den Wurzeln gefangen vor sich hinbeschimpft hatte. "Entschuldige", versuchte sie die Situation zu retten und presste die Lippen aufeinander, um sich jeden weiteren Laut zu verbeißen, während sie ein paar Schritte auf ihn zumachte, um ihm dabei zu helfen, die verschmorten Pflanzenreste von der Kleidung zu wischen.
"Das war im Übrigen gar nicht so schlecht. Wir arbeiten nur noch daran, dass du das schneller registrierst, in Ordnung?"
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 9:06 pm

Devastare gab selten grunzende Laute von sich, aber jetzt war definitiv die Zeit dafür und so blieb das seine einzige Erwiderung, als er die letzten Ranken von sich zupfte. Eine vorwitzige hatte es bis zu seiner befreienden Reaktion fast bis zu seinem Hals geschafft und er fischte sie aus dem Kragen, ehe er sie zu Boden warf.
"Schön, dass dich das so amüsiert", antwortete er schließlich, aber die Schärfe, die er eigentlich in die Worte hatte legen wollen, wurde gebremst durch das erleichterte Gefühl, ihr endlich ein Lächeln entlockt zu haben; selbst wenn es auf seine Kosten erfolgt war. Sich zu blamieren war nicht das Problem. Es änderte aber auch rein gar nichts an seiner Laune und es ihr zum Vorwurf machen konnte und wollte er auch nicht.
"Lass es uns noch einmal versuchen."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 9:13 pm

"Bist du sicher?", hakte Elaine nur nach, doch angesichts des Blickes, mit dem ihre Frage kommentiert wurde, hob sie lediglich erneut beschwichtigend die Hände. "Ist in Ordnung - friss mich nicht." Es war seltsam - seit dem Zwischenfall im Wald vor ein paar Tagen, der Begegnung mit der Kirche und deren Großinquisitor, schien das Eis zwischen ihnen beiden gebrochen zu sein. Es war für sie leichter in ihm nicht mehr nur noch seinen Bruder zu sehen, das Gesicht nicht mehr ständig mit Schrecken und Furcht zu verbinden und die unzähligen Lehrstunden hatten ihr Übriges getan, um ihr einen Blick auf das zu geben, was über all die Zeit vorher vor ihr verborgen gewesen war. Dass hinter dem anderen noch mehr steckte als Karshs gelehriger Schüler, der ebenso blind wie sein Meister nur in seinem kleinen Exil bleiben wollte - dass er das nicht war hatte er mit dem Aufbruch bewiesen. Dass ihn mehr interessierte als Macht spätestens mit ihrer Rettung.
"Na gut", räumte sie ein als sie zurück trat und erneut ihre Hände hob, um ihm damit ein einfaches Zeichen dafür zu geben, dass sie erneut beginnen würde. Irgendwann würden sie es auch anders versuchen müssen - so wie die Realität nun einmal war - plötzlich. Dieses Mal schoben sich die dürren Äste von Bäumen um die Arme ihres Übungspartners, zerrten ihn zurück zu dem Baumstamm, nachdem sie sich um Hand- und Fußgelenke gewickelt hatten.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 9:21 pm

Devastare war für einen Moment von dem Schmerz überrascht, denn die Hölzer waren knorrig und rissen ihm die Haut an den Handgelenken auf, während ihm der Ruck, mit dem sein Rücken mit dem Baumstamm kollidierte, die Luft aus den Lungen presste. Ein Feuerstoß würde nicht genügen, er hatte keinen Bedarf daran, sich selbst in Flammen zu setzen. Am Anfang hatte er noch groß darüber nachdenken müssen, was er tat und wie er sich verteidigte ... teilweise zu lange, so dass Elaine die Magie hatte bremsen müssen - einige Tage Übungsstunden hatten bereits Erfolge gezeigt. Er entspannte sich und ließ die Magie aus sich strömen, die die Äste zur Seite bog, einige davon auch brach. Sie schien dagegen zu halten, denn beim letzten Mal war es einfacher gewesen. Innerlich fluchend wollte er den Gegendruck verstärken, doch seine Konzentration war eine Sekunde lang weg und die Äste krallten ihn sich zurück, einer hinterließ einen blutigen Striemen auf seiner Wange.
Angestachelt nahm er sich zusammen. Elaine war nicht zimperlich, wenn sie übten und es konnte auch Verletzungen nach sich ziehen, die er nicht verschmerzen konnte ... die Bedingung war, dass er sich selbst heilte und während das Befreien inzwischen meistens klappte, so scheiterte er daran öfter. Es hatte zu unangenehmen Stunden auf dem Pferderücken geführt. Heute würde kein solcher Tag werden. Mit einem Mal fühlte er mehr Magie in sich als noch die ganzen letzten Tage und griff darauf zu, ehe sich der Zugang wieder verschloss. Seine Hände zitterten, sein Kopf fühlte sich viel zu leicht an. Die Äste zerbarsten mit lautem Knacken und er konnte ungehindert einen Schritt nach vorne treten.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 9:28 pm

Beinahe wäre ihr ein Lob über die Lippen geglitten, doch das hätte damit gleichzeitig auch bedeutet, dass sie ihn wieder an seine ständigen Gedanken verlor und so entschied sich Elaine für eine andere Methode. Dieses Mal ließ sie keine Geste folgen, nur ein einziger Blick, welcher den Wind auffachen ließ, der eisige Luft mit sich trug und ihn wieder zurück an den Baum drückte und dort auch weiterhin hielt. Er konnte es, das zumindest wusste sie, aber etwas schien ihn ständig aufs Neue zu blockieren und ihm die Kraft zu nehmen, die er nur in Extremsituationen nutzen konnte - wenn er wirklich eine Extremsituation dazu benötigte, dann sollte er die eben auch bekommen. Er musste aktiver werden, die Energie nutzen, die ihm gegeben wurde und vor der er noch immer zurück schreckte.
Der beschworene Wind ließ kleine Eiskristalle zwischen den Dingen des Lagers herum schweben. Schwerter und Dolche wurden empor gehoben, Gabeln und Messer kreisten um den Baum herum ehe eines nach dem anderen auf die Rinde einstach als würden sie von unsichtbaren Händen geführt werden. Es gefiel ihr nicht, diese drastischeren Methoden anzugehen, sie wusste, sie würden nachher zusammen sitzen und er würde wieder versuchen müssen sich zu heilen, aber es ging nicht anders.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 9:47 pm

"Verdammte Scheiße, Hexe!", fluchte Devastare, während er noch dabei war, genug Luft einzuatmen, um überhaupt diese Worte ausstoßen zu können. War sie von allen guten Geistern verlassen? Sie hatte immer harte Methoden heraus gekramt und er war nicht selten verletzt worden, aber als der erste Dolch in an der Schulter erwischte, das Gelenk durchbohrte und glücklicherweise zu kurz war, um ihn an den Baum zu nageln, wusste er, dass sie keine Scherze machte. Sie spielte nicht. Der Schmerz war beißend und fuhr ihm durch alle Glieder. Wäre nicht der Wind gewesen, der das Atmen kaum möglich machte und ihn aufrecht hielt, er hätte sich vornüber gekrümmt, um der Pein zu entkommen.
Die Option hatte er nicht. Seine Gedanken rasten, während er statt die einzelnen, attackierenden Gegenstände Elaine fixierte. Ihr Gesicht war entschlossen und die Maske undurchschaubar, während nur ihre Haare und der Umhang im Wind flatterten. Sie war ein gespenstisches Bild, angsteinflößend.
Devastare verkniff sich einen Schmerzlaut, als Messer und Gabel ihm gleichzeitig tief in den Unterarm stachen, sein Hemd durchlöcherten und es innerhalb von Sekunden mit Blut getränkt war. Sie wollte ihn einschüchtern? Das konnte sie gerne versuchen.
Sie verschwamm vor seinen Augen, er konzentrierte sich zurück auf sich selbst, als er die Magie aufrief, vor der er so oft zurückschreckte. Sie war erstaunlich einfach zu greifen, wie eine pulsierende, gleißend helle Kugel in seinem Inneren. Er konnte sie sehen, zum ersten Mal konnte er sie wirklich sehen.
Er ließ die Magie durch alle Glieder strömen, ihn ausfüllen, bis sein Denken sich schließlich klärte. Er hatte keine Chance, die Gegenstände aufzuhalten. Das hier war anders als die Wurzeln und doch gleich, denn es bedeutete, er musste die Wurzel aufhalten - Elaine. Vermutlich gab es elegantere Wege, aber als das Schwert seinen Unterschenkel streifte, sich in das Holz dahinter bohrte und sich dann zitternd wieder in die Lüfte erhob, wusste er, seine Zeit war knapp bemessen.
Noch brauchte er für große Zauber seine Hände, um die Magie zu kanalisieren und nur mit viel Mühe brachte er den malträtierten Arm nach oben, richtete ihn in Elaines Richtung und schloss die Augen. Er konnte nicht sprechen, nicht atmen und seine Lungen begannen zu protestieren, die Welt sich um ihn herum zu drehen. Der Impuls, der aus ihm heraus brach, ließ den Wind inne halten, ebenso wie die Schwerter und Dolche, die Gabeln und Messer. Sie blieben in der Luft stehen wie festgefroren.
Keuchend machte Devastare einen Schritt nach vorne, aber seine Beine wollten das Gewicht nicht tragen und er stürzte hart auf die Knie, einen Arm noch nach vorn gestreckt, während Blut davon auf den Boden tropfte. Ein zweiter Stoß folgte, diesmal gegen die Magierin gerichtete, die das hier zu verantworten hatte - Devastare hatte keine Chance, die Stärke der Macht zu kontrollieren, die auf sie zu raste, dafür war er zu überrascht von der Möglichkeit, die ihm gerade offen stand.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 9:58 pm

Gerade noch rechtzeitig hatte Elaine ihre eigene Barriere wieder empor gezogen, bevor die Flammensäule sie vollständig umhüllen und verbrennen konnte und dennoch taumelte sie einen halben Schritt zurück, überrascht von der Kraft, die sie da soeben beinahe getroffen hätte. Er war gut, das musste sie ihm lassen. Für einen kurzen Moment außer Atem und verwundert darüber, dass es der Lehrling vermocht hatte, sie in diese Lage zu bringen, schloss Elaine die Augen und zwang ihr heftig rasendes Herz wieder zur Ruhe, ihrem aufgewühlten Geist wieder befehlend, all die düsteren Gedanken zurück in das Nichts zu lenken und sie dort zu verschließen, weil sie sie hier nicht gebrauchen konnte. Niemand würde ihr hier weh tun und obwohl sie den Geruch von verbrennendem Holz in der Nase hatte, trat sie jetzt langsam auf den Jüngeren zu und ließ sich neben ihm in die Hocke sinken. Er war nicht sein Bruder.
Sie streckte ihre Hand aus und berührte ihn sacht an der Schulter, richtete seine Gestalt ein Stück weit auf und nickte ihm sacht zu. "Das war wirklich gut", ließ sie ihn wissen und richtete den Blick auf die Wunde an seiner Schulter und das Blut, das aus eben der hervor sickerte. Sie hatte gehofft, er würde reagieren, bevor sie ihm wirklich weh tun würde, aber wie es schien war sein Starrsinn doch größer als gedacht gewesen. "Du kannst es. Du hältst dich nur selbst zurück", schob sie noch hinterher und seufzte leise, die Augen noch immer auf die Wunde gerichtet, von der sie jetzt behutsam ein paar Reste seines Oberteils entfernte, um zu verhindern, dass sie sich entzündete.
"Wir belassen es für heute dabei. Ich kümmere mich um die Dolchwunde und du um die kleinen Kratzer. Du sollst mir ja nicht gleich umfallen, nachdem wir heute so weit gekommen sind."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:03 pm

"Nein", erwiderte er schlicht, noch ein paar letzte, Übelkeit erregende Atemzüge tief in sich nehmend, bevor er sich von der gebeugten Haltung, die er immer noch inne hatte, zurück auf die Knie sinken ließ. Sein Magen rebellierte, aber er hatte seit dem Mittagessen nichts mehr zu sich genommen, was den Rückweg hätte antreten können. Dankbar darum rieb er sich mit der Handfläche über das Handgelenk, bevor er das Blut daran bemerkte.
"Ich muss es lernen", fügte er etwas weicher hinzu, lehnte sich keuchend zurück gegen den Baumstamm und hoffte einfach, dass die Entscheidung die richtige war. Wenn er etwas dort drinnen falsch zusammen fügte, würden sie es erneut durchtrennen müssen um es richtig zu flicken. Nicht, dass er das herbeisehnte, doch es würde als Ansporn fungieren, es gleich richtig zu machen.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:10 pm

"Starrsinnig wie ein alter Bock", lautete Elaines einzige Antwort, die keineswegs so böse gemeint war, wie sie im ersten Moment geklungen haben mochte und sacht schüttelte sie den Kopf, bevor sie sich aus der Hocke erhob, um hinüber zu dem Kessel mit dem abgekochten Wasser zu gehen, das Lucan am Morgen übrig gelassen hatte. Er hatte Recht damit, dass er es lernen musste, aber es machte es für sie nicht unbedingt einfacher ihn so erschöpft immer weiter zu treiben - es bereitete ihr keinen Spaß ihn weiter zu quälen oder bewusst zu verletzen, damit er endlich an die Reserven ging, die er bislang nur selten genutzt hatte, aber es musste sein.
Einst hatte auch sie so gelernt - als Karsh noch ein anderer Mensch gewesen war und als es noch niemanden interessiert hatte, wie Lehrlinge in der Magie unterwiesen worden waren. Sie erinnerte sich noch daran, wie sie mit gebrochenem Arm mitten im Winter draußen gesessen hatte, weil sie sich nicht mehr an alle Unterarten von Zaubern erinnern konnte - er hatte sie erst wieder hinein gelassen, als es ihr wieder eingefallen war, bevor die Soldaten auf ihre Barriere eingeschlagen hatten. Auch sie war irgendwann zerbrochen, wie es bei Archibald der Fall gewesen war. Momente wie diese hatten sie gelehrt, wie wichtig die Magie war.
"Lass mich wenigstens die Wunde reinigen, bevor du dich wieder zusammen flickst. Das zumindest bin ich dir schuldig, nachdem ich dich schon aufspießen wollte."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:19 pm

Das Zusammenflicken konnte dauern. Devastare fühlte sich wie erschlagen und er wusste, der härteste Teil stand ihm bevor. Sich zu verteidigen, auch verletzt, das war das eine, doch das andere war die Heilung danach. Ohne eine deutliche Bedrohung vor Augen fiel es ihm um ein vielfaches Schwerer, die Magie für seine Zwecke zu lenken. Sicherlich, er konnte all die kleinen, netten Zauber ausführen wie ein Zelt aufstellen, Canterwell satteln und zäumen ohne sich zu bewegen, die Elemente lenken, wenn es ihm passte und auch einige Dinge mehr, doch Heilungen waren komplex. Von den paar Zauberern, die es in Eilian noch gab, beherrschten diese Magie vielleicht noch zwei oder drei. Er würde es lernen müssen, denn er konnte nicht sagen, wann oder wo er in Situationen kommen würde, die eine schnelle Verteidigung und eine Heilung erforderten.
Immer noch nach Atem ringend ließ er sich zurücksinken und starrte in den trüben Winterhimmel hinauf, während Elaine das tat, was sie angekündigt hatte. Er verbiss sich jeden Laut, obwohl er am liebsten geschrien hätte, als das heiße Wasser die Wunden berührte. Sie hatten in den letzten Tagen eine Routine entwickelt, die ihm immer noch nicht ganz geheuer war und immer wieder damit endete, dass sie um das Feuer saßen und er sich damit abmühte, das zusammen zu fügen, was sie ruiniert hatte, während sie alle Themen ansprachen, die man sich vorstellen konnte ... alle außer den wirklich relevanten.
Als er Elaine den Lappen in dem Topf auswaschen hörte, schloss er die Augen und richtete den Blick nach innen, besah sich anhand seiner Schmerzen die Lage, fühlte dann nach, wo die innersten und schwersten Schäden waren.
"Während ich arbeite, warum fängst du nicht an, mir zu erzählen, warum du wirklich nach Caria willst?", fragte er leise und verbannte jeden Vorwurf aus seinem Ton. Da. Der Knochen. Der kleine Splitter, der sich davon abgespalten hatte würde ihm noch Beschwerden bereiten, wenn er ihn nicht wieder nahtlos dort einfügte, wo er hingehörte.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:27 pm

Etwas in ihr hatte gewusst, dass diese Frage irgendwann kommen würde, aber trotzdem traf sie sie noch immer wie ein Hammerschlag und lenkte ihre eigenen Gedanken wieder an einen Ort zurück, den sie am Liebsten vergessen hätte. Eine ganze Weile lang blieb sie dabei den Lappen wieder auszuwaschen bis auch wirklich das letzte bisschen Blut davon fortgespült worden war ehe sie sich seufzend zurück in den Schnee sinken ließ und den Blick auf die Flammen richtete, die dort loderten. Sie wollte nicht darüber sprechen, aber sie war es ihm schuldig endlich mit der Sprache heraus zu rücken und trotzdem spürte sie wieder die kalten Finger, die ihr Herz zusammen pressten und den Kloß in ihrem eigenen Hals, der ihr das Sprechen schwerer machte. Wie sie beginnen sollte, wusste sie nicht, weil alles miteinander verknüpft war und es ihr unmöglich machte nur einen kleinen Teil davon zu erzählen, wie sie es sonst vorgehabt hatte und einmal mehr wäre es ihr lieber gewesen, wenn er die Frage einfach gar nicht erst gestellt hatte.
"Weil es dort jemanden gibt, der für mich das Wichtigste auf der Welt ist und ich sie nicht mitnehmen konnte, als ich fliehen musste ...", sagte sie dann schließlich doch und schloss die Augen, während sie sich nicht vorzustellen versuchte, wie es ihr dort in Winterbroke ging. Die unterschiedlichsten Horrorszenarien waren während der letzten Wochen durch ihren Kopf gegangen, eine davon schlimmer als die andere und sie wusste nicht, welche davon am Schlimmsten war. "Nichts sonst würde mich je wieder in dieses Land bringen."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:33 pm

"Deine Tochter?", schlussfolgerte Devastare von den Worten, die er vor Tagen gehört hatte und die ihm seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen waren. Er wagte es nicht, sich auf die Seite zu rollen, weil er sonst womöglich irgendetwas in sich verschoben hätte, obwohl er bereits sortiert hatte, was wohin gehören musste. Statt es ihr also schwerer zu machen, indem er sie ansah, blieb er, wo er war. Diesmal konnte er nur langsam die Magie lenken, in kleinen Mengen. Er fädelte sie behutsam um Sehnen und Bänder, sammelte Knochensplitter ein und fügte sie zusammen als wäre nichts passiert, bevor er die Venen wieder schloss, aus denen immer noch Blut troff. Schweißperlen standen ihm bereits auf der Stirn, als er die Hälfte geschafft hatte. Etwas zu heilen fühlte sich kaum besser an, als die Wunde zugefügt zu bekommen. Erschöpft hielt er eine Weile inne, lauschte seinem rasenden Herzschlag und seinem flachen Atem. Bei den Himmeln, er war so müde ...
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:44 pm

Sie war für eine Sekunde lang versucht den Blick überrascht zur Seite zu wenden, um Devastares Gesicht zu mustern, dann aber hielt sie sich selbst zurück. Natürlich hatte er es gewusst - sie war leichtsinnig in dem Dorf gewesen und von da an hatte sie gewusst, dass dieses Gespräch folgen würde und dass sie ihm die Wahrheit erzählen musste, bevor sie Caria erreichten. Dass es sobald war, damit hatte sie jedoch nicht gerechnet. "Ja ..", stimmte sie leise zu und seufzte, den Blick wieder auf das prasselnde Feuer richtend, weil es leichter war zu beobachten, wie die Flammen an den Holzscheiten leckten, als ihre Gedanken auf etwas anderes zu richten. Sie wollte glauben, dass es noch eine Chance auf ein gutes Ende gab - wollte glauben, dass sie irgendwann Caria und die Menschen dort hinter sich lassen könnten und sie gemeinsam mit ihrer Tochter irgendwo weit entfernt ein ruhiges Leben führen konnten.
"Kira ...", teilte sie ihm dann nach einer ganzen Weile mit. Jetzt war es doch ohnehin gleichgültig, er würde nicht locker lassen, bevor er die Wahrheit kannte und vielleicht half es ihr sogar, wenn sie die grausame Wahrheit nicht länger allein für sich behielt. "Sie ist noch immer in Winterbroke, eingesperrt weit oben im höchsten Turm des Schlosses, in Eisen gelegt, damit sie nicht gefährlich werden kann. Er hat sie mir weggenommen, als sie sechs Jahre alt war - sehen konnte ich sie nur, wenn ich ihr beigebracht habe, wie sie ihre Magie zurückhält oder ich etwas für ihn getan habe. Als ich geflohen bin, konnte ich sie nicht mehr holen."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 10:51 pm

Es schien ihm unvorstellbar, sein eigen Fleisch und Blut zurückzulassen in den Händen eines Wahnsinnigen. Langsam öffnete er die Augen und sah zu ihr herüber, bewegen konnte er sich noch nicht wirklich, sein Körper schien in Flammen zu stehen, obwohl er sein Bestes tat. Trotzdem duldeten die Worte keinen Aufschub. "Es tut mir Leid, Elaine, dass du und deine Tochter all diese Jahre so etwas habt ertragen müssen."
Elaine wirkte so verloren und zum ersten Mal konnte er sehen, was sie hinter all ihren Masken wirklich war: verloren. Eine verlorene, gequälte Seele, die sich um das sorgte, was ihr das Liebste war. Sie hatten seit dem Angriff Mirars ein vorsichtiges Band geknüpft, das er jetzt nur testen konnte, indem er ihre Finger griff und kurz drückte. Es war kein Verantwortungsbewusstsein, das aus ihm sprach, obwohl es eine Rolle dabei spielte - es war Mitgefühl und die Gewissheit, eine Ungerechtigkeit dieser Art nicht bestehen lassen zu können. "Wir holen Kira dort heraus, Elaine."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 11:07 pm

Überrascht und verwundert von den Worten, die hier an ihr Ohr drangen, runzelte Elaine für einen Moment lang die Stirn und Skepsis bahnte sich ihren Weg zurück in ihr Gesicht. Sie wusste, dass er die Versprechen hielt, die er machte, aber trotzdem blieb das Misstrauen in seinesgleichen zurück und brachte sie jetzt dazu beinahe mechanisch den kurzen Druck zurück zu geben und sich ein kurzes Lächeln auf die Lippen zu zwingen, weil sie glaubte, dass er es erwartete. Sie wusste nicht einmal, ob Salvatore nicht vollkommen den Verstand verloren und Kiras Leben beendet hatte, weil er wütend darüber gewesen war, dass sie geflohen war und sie wusste nicht, ob sie sich das jemals verzeihen würde, wenn sie dort ankamen, aber aussprechen wollte sie diese düsteren Befürchtungen nicht. Es war grausam genug sie zu denken, Devastare musste nicht auch noch daran teilhaben, wie ihr eigenes Gewissen sie immer wieder plagte und ausgesprochen waren diese Worte so viel schrecklicher als nur gedacht.
So war es nur ein leises "Ich hoffe es ..." mit dem sie seine Worte kommentierte, bevor sie den Blick hinauf in den Himmel lenkte, um ihre Selbstbeherrschung wieder zu finden und nicht hier in Tränen auszubrechen, die ihr bereits in den Augen brannten. "Allein wäre ich nicht weit gekommen, wenn ich zurück gegangen wäre ... deswegen habe ich Hilfe gebraucht. Er muss weg, Devastare ... er muss sterben, bevor er noch mehr tut. Die Kirche ist dort in Caria das kleinere Übel von beiden - sie versuchen ihn noch zu stoppen, aber auch sie wissen, dass seine Tage gezählt sind", sagte sie dann und schluckte schwer.
"Ich will ihn nicht einmal selbst töten oder ihm weh tun für das, was er getan hat. Wenn es nach mir geht ... will ich ihm nicht einmal mehr begegnen. Ich will nur Kira wieder bei mir haben und dann so weit es geht weg."
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