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 Grenzübergang "Tiny Hill"

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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Do März 03, 2016 11:17 pm

"Und das wirst du", antwortete er ihr leise, kämpfte sich hoch in eine sitzende Position und sah sie von der Seite her an, nachdem seine Welt aufgehört hatte, sich zu drehen. Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen als er ihre Qualen sah und das Misstrauen in seine Worte. Wie lange musste ein Wesen leiden, bevor es an allem und jedem zweifelte? Bevor man glaubte, Dinge wurden nur gesagt, um den Frieden zu wahren? Wie konnte er ihr begreiflich machen, dass er nicht so war und auch die Menschen, die er kannte, anders mit Dingen, Menschen und Wesen umzugehen pflegten als sie es gewohnt war?
"Elaine", sprach er sie erneut an, als er keine Antwort bekam und schaffte es irgendwie, sich in die Hocke nach oben zu bekommen, um näher zu ihr zu gelangen. "Hör mir zu." Sacht berührte er sie am Handrücken. Ihre Augen glänzten bereits verräterisch. Aus all dem, was er aus ihren Worten und wenigen Erzählungen herausgehört hatte, konnte er ihr nicht verübeln, dass sie vor jeder seiner Berührungen etwas anderes erwartete als eine freundliche, warme Geste. "Wir finden Kira und befreien sie. Ihr Leben und ihre Sicherheit werden unsere oberste Priorität sein, ich verspreche es dir." Und wenn sie die Gelegenheit bekommen würden, Salvatore zu töten, ohne Kiras Leben zu gefährden, dann wäre er der Letzte, der zögern würde, es zu tun.
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Mo März 07, 2016 5:44 pm

Längst war die Nacht über Evelon eingebrochen und das einzige Licht, das die kleine Lichtung erhellte, war das des kleinen Lagerfeuers, das sie gewagt hatte zu machen. Vor einigen Tagen waren sie zuletzt auf Anhänger der Kirche getroffen, die sie hatten ermorden müssen und inzwischen verschafften ihr die dichten Bäume, die sie umgaben, nicht mehr das gewohnte Gefühl der Sicherheit. Überall raschelte es inzwischen im Gebüsch, sie hörte das Holz knacken und die streif gefrorenen Blätter, die am Boden unter leisen Schritten raschelten, die weder zu dem Ritter, noch zu dessen Begleiter passen wollten. Sie waren leichter und kannten das Gelände, in dem sie sich bewegten. Dicke Schneeflocken rieselten unaufhörlich aus dem Himmel hinab, während die dunklen Wolken das Licht der Sterne und das des Mondes verbargen und Schatten hinab auf die Nacht warfen, die im Schein der Flammen des Feuers zu tanzen schienen.
Schatten, die auch auf dem bleichen Gesicht der Zauberin tanzten, die dort allein am Feuer saß und in die Flammen blickte. Regungslos und still lauschte sie den Schritten dort im Dunkeln, das sie umgab, und Schnee verfing sich in den schwarzen Haaren, die ihr offen über die bleichen Schultern fielen, die nicht mehr von dem warmen Umhang bedeckt wurden, der ihr bis zur Taille hinab gerutscht war. Um sie herum waberte weißer Nebel, der sich ab und an zu Armen zu formen schien, die die geisterhaften Finger nach ihr ausstreckte und sie doch nicht berühren konnte. Das Flüstern von unwirklichen Stimmen lag in der Luft, während der kalte Winterwind nordwärts zog und die hohen Tannen rascheln ließ, die ihr grünes Blätterkleid während der kalten Monate bewahrt hatte.
Wie aus weiter Ferne hörte sie die Flügelschläge des weißen Drachen in dem Schneesturm, der Hunderte von Meilen von ihnen entfernt in einem anderen Land tobte. Sie lauschte für eine Sekunde den leisen Stimmen und der Wärme, die in ihnen lag, glitt hinüber zu dem großen See, unter dem sie geboren worden war und glaubte ihr eigenes Bild in dem spiegelnden Wasser zu erkennen. Das Geräusch einer sich schließenden Tür veränderte die Bilder, die sich vor ihren inneren Augen abzeichneten und langsam senkte Elaine die Lider, um sich jenem Bild zu öffnen, das sie hervorgebracht hatte. Flirrend und zitternd eröffnete sich ein großer, runder Raum, in dem sie nun stand. Karge, von Raureif überzogene Möbel waren an die zugigen Wände geschoben und in einem kleinen Bett unter einer dünnen Decke sah sie die zusammen gekauerte Gestalt, nach der sie sich all die Zeit so sehr gesehnt hatte.
"Ich werde dich holen", flüsterte sie als sie ihrem Geist gebot einen Schritt näher zu tun und ihre Hand nach dem Kind auszustrecken. Sanft glitten ihre Finger durch zerzausten dunkles Haar, das dem ihren so ähnlich war und veilchenblaue Augen blinzelten unter langen, schwarzen Wimpern zu ihr hinauf. Kalte Finger legten sich um ihre und ihr Herz zog sich zusammen, als sie die dunklen Flecken an Handgelenk und Fingern bemerkte. Sie waren neu. "Ich habe dich nicht vergessen", flüsterte ihre Stimme erneut und erhielt ein ebenso leises "Ich weiß" zur Antwort zurück. "Das würdest du nie."
Es war wieder das leise Knacken eines Astes unter Stiefeln, das das Bild zerbrach und Elaine jetzt wieder in der Realität ankommen ließ. Das Wabern verschwand als sie eine Hand zu ihren Wangen hob und erst da bemerkte, dass sie geweint hatte. Überrascht, der Geist noch immer in dem fernen Reich, wischte sie die kalten Tränen fort und erhob sich von ihrem Platz, um hinein in die Finsternis zu tauchen, die sich außerhalb des kleinen Lichtkegels vor ihr erstreckte und die dunkle Gestalt der Zauberin zu verschlucken drohte. Sie musste nicht sehen, um das leise Atmen zu hören. Wer hier war wollte gefunden werden und sie lächelte als sie den kargen Stamm eines dünnen Baumes umrundete.
Lange schon hatte sie das Echo der vertrauten Seele nicht mehr gespürt. Wochen waren seit ihrer Flucht aus Sirean vergangen, in denen sie die Stimme zum ersten Mal gehört und ihr zu vertrauen gelernt hatte. Sie hatte einst geschworen, das Geheimnis zu wahren und niemandem davon zu berichten und für sie war es zu einem Geheimnis von Vielem geworden. Einem Geheimnis, das einst ihr sicherer Hafen werden würde, wenn das Ziel erst erreicht worden war. Dieses Mal jedoch war es ihre eigene Stimme, die zuerst durch das Dickicht klang.
"Der Wald Evelons ist gefährlich geworden. Selbst für dich."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 3:36 pm

"Weißt du," drang einige Stunden später Lucans Stimme durch das Gebüsch, ehe sich Lucan und Jaeren durch das Blätterwerk schlugen. Einige Hasen baumelten mit den Pfoten nach unten von ihren Gürteln, das Fell an einigen Punkten rot gefärbt. "Es heißt ja, dass Hasenpfoten Glück bringen sollen. Ich kann da nicht so ganz dran glauben. Ich meine, die Hasen hatten vier davon und viel genützt hat es ihnen offensichtlich nicht" erklärte er und kam schließlich vor Elaine zum stehen, welche noch nicht ganz bei sich zu sein schien. Die Luft schien angespannt und geradezu zu flirren - der Geruch von Safran schien in der Luft zu liegen und das Lagerfeuer prasselte warm da einige neue Scheite nachgelegt worden waren.
"Alles in Ordnung meine Dame?" fragte er schließlich mit ernster Besorgnis und ging vor der Magierin in die Knie, welche noch ein wenig blasser als sonst wirkte. "Wir haben einige Erdbeeren unter dem Schnee gefunden, keine Ahnung wie sie da überleben konnten aber ich habe euch welche gepflückt. Und wir haben auch einige Nüsse und Äpfel gefunden, welche man bestimmt ganz lecker in der Pfanne anbraten kann"
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 3:54 pm

Noch nie zuvor war es ihr so schwer gefallen wieder den Weg zurück in das Hier und Jetzt zu finden wie in dieser Sekunde und so blieb Elaine auf dem kleinen Ast sitzen, der am Lagerfeuer lag während sie ihre Gedanken mühsam wieder zusammen sortierte. Das Gesicht des Ritters vor ihr verschwamm immer wieder, seine Konturen wurden unscharf und die Besorgnis wandelte sich in einen Brei aus tanzenden Farben und Lichtspielen, die die Schatten des Lagerfeuers auf seiner Miene abzeichneten. Hinter sich hörte sie das Rascheln im Gebüsch und sie spürte wie einen Schauder auf ihrer eigenen Haut das verschwinden jener vertrauten Seele, als die Menschen näher kamen. Sie schwieg darüber, ganz so wie sie es versprochen hatte und blinzelte noch ein paar Mal bis sie sich wieder so sehr traute, dass sie ihre Haltung noch einmal richten konnte. Die Magie kribbelte noch immer in ihren Fingerspitzen und mit wehem Herzen dachte sie an ihre Tochter, die sich in Caria befand - sie hatte so elend ausgesehen, verletzt und frierend, wie sie in dem kleinen Bett gelegen hatte.
"Es ist alles in Ordnung, Sir Lucan", antwortete sie, dem Automatismus folgend und erhob sich von ihrem Platz, um einen Schritt zur Seite zu setzen und damit aus der Reichweite des Ritters zu gelangen. Mit einer fahrigen Geste wischte sie sich ein paar der schwarzen Haare über die Schulter zurück und zog mit der zweiten Hand den dicken Umhang enger um ihre Schultern, weil sie plötzlich in der Kälte zu frieren begann. Sie mochte sich nicht einmal vorstellen, wie es Kira dort in Caria ging und was Salvatore mit ihr getan haben mochte, dass sie das Mädchen so gesehen hatte.
"Es ist schön zu hören, dass Eure Jagd erfolgreich war", erhob sie noch einmal die Stimme, um sich selbst von den Gedanken an ihre Tochter abzulenken. Noch immer brannte die Schuld darüber, sie einfach zurück gelassen zu haben, tief in ihrem Inneren und hielt sie wach, denn selbst wenn sie sich ab und an in ruhigen Augenblicken überzeugen konnte, dass sie noch immer am Leben war. Sie wusste nicht, wie lang es noch so bleiben würde und jede Stunde, die verging, stieg die Gefahr weiter an. "Ich danke Euch, dass Ihr an mich gedacht habt."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 4:01 pm

"Nicht dafür, Herrin" antwortete Lucan und gab Jaeren einen Wink, er solle schon einmal damit beginnen den Kaninchen das Fell abzuziehen, während er sich in der Nähe von Elaine niederließ und im Zelt kramte bis er eine Pfanne fand, welche für sein Vorhaben angemessen schien. "Ich würde euch niemals verhungern lassen" erklärte er Augenzwinkernd und begann mit einem Messer aus seiner Tasche die eingebrannten Reste aus der Pfanne zu kratzen. Es war eine einfache, beruhigende Arbeit und Lucan verlor sich für einige Sekunden in dem monotonen Gleichklang, ehe das Messer langsamer wurde und schließlich ganz erstarrte.
"Mylady Elaine," begann er leise und hob seinen Blick während er die andere mit einem langen Blick bedachte. "Ich bin nur ein einfacher Soldat und für nicht mehr als die Sicherheit und dieser Reisegruppe zuständig. An mir gibt es nichts magisches und im Gegensatz zu Jaeren kann ich außer meinen eigenen Sprache keine. Ich bin kein Mann von Welt und ich muss zugeben, dass ich die tiefer gehenden Strukturen dieser Reise nicht verstehe und auch kein verlangen danach habe dies zu tun, denn ich bin ein genügsamer Mann. Aber eine große Finsternis scheint über euch gekommen und quält euch immer zu. Ich mache mir Sorgen um euch".
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 4:09 pm

Misstrauisch wandte Elaine den Blick von den Flammen hinüber zu Lucan und betrachtete sein Gesicht eine ganze Weile lang, wie sie es bereits vor einigen Tagen bei Devastare getan hatte. Es gab kaum freundlichen Menschen, das hatte sie lernen müssen - in Caria, wie auch in allen anderen Reichen der Menschen und mochte auch der junge Magier ihr inzwischen keine Angst mehr einjagen, so war sie noch immer skeptisch, was den Ritter neben ihr anging. "Das braucht Ihr nicht", wiegelte sie seine Sorge mit einem schlichten Kopfschütteln ab und lenkte ihren Blick zurück in die Flammen, während sie damit begann ihre Finger zu kneten. Die Narben an den Gelenken waren seit der Begegnung mit dem Einhorn verschwunden, aber sie spürte noch immer den Schmerz darin, als habe sie das Eisen erst am gestrigen Tag berührt. Die Menschen jagten die Magier und Anderswesen in den anderen Ländern aus ihren Häusern und trieben sie zu Gruppen zusammen, bevor sie sie verbrannten - einen nach dem anderen. Sie waren nicht freundlich und ihre Worte einzig aus dem Grund geformt, um mehr herauszufinden - keinem von ihnen war zu vertrauen.
"Es ist die Reise, die mir zu schaffen macht", sagte sie dann doch und betrachtete das Obst in der Pfanne, selbst wenn sie nicht einmal Hunger verspürte. "Es ist Carias Schatten, der sich meiner bemächtigt, mit jeder weiteren zurück gelegten Meile. Ich weiß, was uns dort oben erwarten wird und ich fürchte mich vor dem, was dieses Reich aus dem Rest von euch machen wird. Wenn Ihr dort oben vor dem König stehen werdet, werdet Ihr in Devastares Gesicht sehen und doch gar nichts von ihm in diesem Mann erkennen. Er ist ein Monster und es wird Jahre dauern seine Fehler wieder zu bereinigen. Jahre, in denen Ihr nicht zurück zu Eurer Familie kehren könnt."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 4:17 pm

"Das ist das Leben, das ich als Mann der Krone führe" erwiderte Lucan geduldig und griff in den kleinen Leinensack in ihrem Zelt, welcher Zucker enthielt welchen sie selten zum süßen und öfter als Geldersatz gebrauchten. "Ich habe meine Frau geheiratet als ich sechzehn war, sie war ein Jahr jünger als ich. Das war vor etwa fünfundzwanzig Jahren" erklärte der Ritter und lächelte knapp ."Noch im selben Jahr gab es ein kleines Scharmützel am Narieder-Pass. In Evelon also, doch unser König hatte einen Vertrag mit dem König dieses Landes und so mussten wir ausziehen um an fremder Front zu kämpfen. Ich kam in Kriegsgefangenschaft und kehrte erst fünf Jahre später zu meiner Liebsten zurück. Aufgrund meiner Tapferkeit wurde ich zum Ritter geschlagen und mein Weib war mir all die Jahre treu geblieben" erklärte er Elaine leise. "Wir beide wissen was meine Aufgabe in dieser Welt ist - es ist nichts schlechtes einem anderen zu folgen. Ich begebe mein Leben und meine Zukunft in die Hände eines anderen weil ich bereit bin zu dienen. Es gibt viele, die niemals dienen wollen und doch nicht erkennen, dass es in dieser Welt viel mehr dienende als herrschende geben muss. Ich konnte mit einem Gewissen von meiner Frau fort, weil wir beide diese einfache Wahrheit kennen. Und weil sie warten wird bis ich zurückkehre und trauern wird, wenn ich dies nicht tue. Unsere Tochter ist gerade zehn geworden und auch sie wird verstehen. Denn ihr Vater kämpft dafür, dass sie auch in Zukunft Nachts noch ruhig schlafen kann"
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 4:25 pm

Es waren diese letzten Worte, die Elaine erneut die Tränen in die Augen trieben, während sie angestrengt weiter in die Flammen starrte und erst einmal nichts dazu sagte, weil sie es nicht über sich brachte. Er sollte nicht hören, dass ihre Stimme zitterte und sie um jedes einzelne Wort kämpfen musste - Menschen witterten die Schwäche eines Anderswesens und sie nutzten sie gnadenlos aus, so war es immer schon gewesen. Sie hatte so viele rührselige Geschichten von Familien und Freunden gehört, als sie selbst gefangen gewesen war und nicht eine einzige davon war wahr gewesen, sie hatten sie nur zum Reden bringen wollen, damit sie ihre Geheimnisse mit ihnen teilte. Bereut hatte sie letztlich jedes einzelne Wort, das sie ausgesprochen hatte.
Dennoch glitten ihre Gedanken wieder zurück zu ihrer eigenen Tochter. Sie konnte nicht ruhig schlafen, wie es Sir Lucans konnte. Seit Kira sechs Jahre alt war, konnte sie nicht mehr ruhig schlafen, musste immer Angst haben, ihr Vater könnte zu ihr kommen und sie für Dinge bestrafen, an denen sie überhaupt keine Schuld hatte. Elaine hatte oft versucht ihn aufzuhalten, hatte ihn angefleht sie statt ihrer Tochter zu bestrafen - mal hatte er zugestimmt, an anderen Tagen nicht. Die Zeit in Caria kehrte mit jeder zurück gelegten Meile wieder zurück und drückte ihre Schultern hinab, ließ sie sich immer wieder erschrocken umschauen, wenn sie nur das Geräusch von Hufen hinter sich hörte. Es würde schlimmer werden, das zumindest war ihr klar.
"Dann hoffe ich, dass Eure Tochter noch sehr viele ruhige Nächte haben wird", sagte sie irgendwann, weil sie glaubte, er würde eine Antwort erwarten. "Während ihr Vater tapfer in der Ferne gegen den Feind kämpft."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 4:33 pm

Lucan betrachtete die andere eine Weile und schloss dann für einen kurzen Moment die Augen. Sie schien entweder zu glauben er würde nicht verstehen können oder aber sie fand sonst irgend einen Grund ihm nicht zu vertrauen. Letztlich war es aber auch egal - sie hatte ein Recht auf Geheimnisse und es schien ihm unschicklich sie weiter in eine Richtung zu drängen oder aber sich selbst ihr aufzuzwingen.
Doch dann, nach einer kurzen Weile während er den Äpfeln beim karamellisieren zusah brach er unversehens das Schweigen. "Ich habe meinen Sohn verloren" kam es schließlich aus ihm heraus, während er die Äpfel hin und her schob. "Mein Erstgeborener. Er wollte Händler werden statt Krieger und ich habe es ihm gestattet. Als er in Sirean war und jemanden über die Anderswesen hat wettern hören hat er seine Stimme erhoben. Er konnte es niemals leiden wenn jemand log und viele Wesen aus der anderen Welt waren seine Freunde. Der... Priester schlug ihn auf der Straße mit einem Stecken tot" seine Stimme war monoton, einsilbig während er in das Feuer starrte. "Ich bin nach Sirean um seinen Leichnam zu überführen. Und ich habe diesen Gottesmann getötet. Ich habe... ihm den Stecken aus der Hand genommen und ihm so tief durch das Auge gerammt, dass er gesplittert ist". Es herrschte eine kurze Stille.
"Ich werde nie wieder zulassen, dass ein Kind stirbt wenn ich es verhindern kann Elaine"
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 4:47 pm

Langsam schloss Elaine die Augen und schluckte, während sie der Geschichte zuhörte, die der andere neben ihr leise erzähle und nur für den Bruchteil einer Sekunde huschte ein zögerliches Lächeln über ihre Lippen ehe es wieder in sich selbst zusammenbrach und der undeutbaren Miene den Platz einräumte, die sich sonst darauf wiederfand. Seine Worte waren schön gesprochen und er mochte den Krieg kennen, der ihnen hier drohte, aber er wusste nichts über die Furcht, die einen lähmte und ihm die Kraft nahm auch nur noch einen einzigen Schritt zu machen. Oft hatte sie von anderen gehört, die Angst hätte sie nach vorn getrieben und hätte sie Großes vollbringen lassen - sie kannte dieses Gefühl nicht, nur die nackte Panik, die einen weinen ließ, die Glieder taub machte und die alle guten Absichten bei Seite warf, um sich Flehen und Betteln zu ergeben.
"Ich weiß, wie es in Sirean ist ...", sagte sie dann nach einer Weile und öffnete langsam blinzelnd wieder die hellen Augen. Der Stein in ihrer Brust saß noch immer tief und er erschwerte ihr das Atmen. "und was sie dort mit Anderswesen und den Freunden von ihnen machen", fuhr sie fort und presste die Lippen aufeinander. Niemals hatte sie darüber geredet, niemals auch nur einen einzigen Ton darüber verloren - es waren die Momente, in denen sie die menschliche Seite an sich zu hassen gelernt hatte.
"Carias König hat mich an die Kirche ausgeliefert, als ich ihm zuwider wurde - meine Tochter hat er behalten. Offiziell bin ich geflohen, damit er nicht die Unterstützung der letzten verbliebenen Heiler und Zauberer verlor, die es bis dorthin noch gab. Ich habe die Scheiterhaufen brennen sehen, auf denen sie die Anderswesen angebunden haben. Sie haben ihre menschlichen Freunde gezwungen dabei zuzusehen und für ihre Seele bei dem einen Gott zu betteln. Solange bis sie konvertiert sind ... ihre Priester besitzen Macht und ich weiß nicht, woher sie kommt, aber sie wirken Wunder genauso wie wir Magie. Diejenigen, die nicht den Glauben angenommen haben, haben sie bis zum Tod gefoltert. Euer Sohn hatte Glück, dass ihm das erspart blieb ... auch, wenn mir Euer Verlust leid tut."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 6:10 pm

"Er ist nicht fort" erwiderte Lucan und schüttelte den Kopf während er mit einem kleinen Amulett um seinen Hals spielte und die Pfanne schließlich vom Feuer nahm und die kandierten Früchte und Nüsse auf einem Teller platzierte. "Er ist in den Lebensstrom eingegangen, der die Welt durchfließt" erklärte er leise während er Elaine den Teller hinschob. "Mein Sohn mag gestorben sein, aber ich habe ihn niemals verloren. Nicht so lange ich noch einen Atemzug habe".
Der alte Ritter lehnte sich gegen einen umgefallenen Baumstumpf in der Nähe und blickte Elaine eine lange Zeit an. "Ich kann nicht von euch verlangen, dass ihr mir oder einem anderen Menschen traut. Und ich werde auch keine Chance für mich von euch verlangen, denn ich bin kein derart besonderer Mensch, dass es irgend einen Grund gäbe gerade mir eine Chance zu geben" er schüttelte den Kopf. "Aber ich gebe euch das versprechen, dass wir eure Tochter befreien werden. Haltet von ihm was ihr wollt - aber ich werde tun was ich kann, ob ihr mir glaubt oder nicht"
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 6:19 pm

Für einen kurzen Moment lächelte sie nur erneut und nahm dann den kleinen Teller zu sich, auch wenn das letzte bisschen an Hungergefühl längst verschwunden war. "Haltet die Erinnerungen an Euren Sohn fest, Sir Lucan. Ich bin mir sicher, er wacht über Euch und schützt Euch vor den dunkleren Mächten, die Euch bedrohen", ließ sie nur leise verlauten und schüttelte im nächsten Moment wieder den Kopf über sich selbst. Sie hätte gar nichts sagen sollen, was Sirean oder auch nur einen Funken an anderen Erinnerungen zurück gebracht hatte - es wäre besser gewesen, wenn sie sie wieder für sich selbst behielt und damit niemand anderem weiter zur Last fiel. Sie wollte seinem Versprechen glauben, wollte daran glauben, dass es einmal eine Chance auf Glück geben würde, doch der Zweifel saß tief.
"Wir müssen bei Sonnenaufgang aufbrechen, wenn wir unseren nächsten Treffpunkt erreichen wollen", wechselte sie dann das Thema und schob mit dem Besteck die Früchte von einer Seite des Tellers zur anderen, nur um sie dann doch zur Seite zu stellen. "Es ist besser, wenn wir alle ruhen. Die nächsten Stunden werden anstrengend genug sein."
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BeitragThema: Re: Grenzübergang "Tiny Hill"    Di März 08, 2016 6:23 pm

"Esst auf und legt euch dann schlafen" wies Lucan sie an, während er selbst unter einigem Ächzen aufstand. "Jaeren und ich werden uns die Wache heute Nacht teilen - es reicht vollkommen aus wenn wir beide uns jeweils die halbe Nacht um die Ohren schlagen. Macht euch keine Sorgen - und bevor irgendwelche Argumente kommen: Zur Not schlafe ich morgen früh auf dem Rücken meines Pferdes" erklärte er und klopfte sich den Dreck von der Kleidung, ehe er an einem imaginären Hut zupfte.
"Ich wünsche der Dame eine gute Nacht und einen traumlosen Schlaf"
Dann entfernte sich Lucan ganz langsam und nahm seine eigenen Gedanken mit sich, hoffte vielleicht auf dem Weg auch noch einige Sorgen der Magierin aufgesammelt zu haben. Aber Frauen waren nicht so einfach gestrickt wie Männer und für Magierinnen galt dies besonders.
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