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 Grenze nach Sirean

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BeitragThema: Grenze nach Sirean   Mi März 09, 2016 1:16 am

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BeitragThema: Re: Grenze nach Sirean   Mi März 09, 2016 1:22 am

Die eiserne Kutsche rollte sich noch aus, ehe sie schließlich vollends zum stehen kam und sich die kleinen Nägel in den Rädern im Eis verankerten. Die Tür des Gefährts öffnete sich und eine kleine Treppe sprang aus einem versteckten Mechanismus. Ein weißer Schuh setzte einen ersten Schritt auf die Treppe, dann auf den Boden vor ihm. Der Besitzer des Schuhs war auch sonst gänzlich in weiß gekleidet, bis hinauf zu einem langen weißen Bart und schlohweißen Haaren. Die Brust war mit goldenen Ornamenten und eisernen Rüstungsteilen bedeckt.
"Das hier ist also der Ort, an dem die Ungläubigen meinem Sohn solch einen Verdruss bereitet haben" murrte Azariah und ließ den Blick seiner hellen Augen über die verschneide Landschaft wandern, in welcher er beinahe vollständig verschwand. Der Hoheprister stützte sich auf seinen Stab und wandte sich dann an die Frau, welche ebenfalls aus der Kutsche stieg. "Ich spüre das Summen der Magie, jener verseuchten Pestilenz welche noch immer in diesem Land schwirrt. Die Anderswesen sind wie Maden im Fleisch einer Leiche. Gefangen in einem Verlies aus kaltem Fleisch, hilflos und ohnmächtig, unwissend treiben sie ihrem unausweichlichem Schicksal entgegen."
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BeitragThema: Re: Grenze nach Sirean   Mi März 09, 2016 1:36 am

"Der Zorn ist der Weg in die Verderbnis, Azariah. Lasst nicht auch noch Euer Licht von dem Schatten der Anderswelt verschluckt werden", hallten Adaras leise Worte hinüber zu dem alten Mann, an dessen Seite sie nun trat. Ein ebenso weißer Umhang war um ihre schmalen Schultern gelegt, der Kragen besetzt mit weißem Hermelinpelz, von dem ihr jetzt einige feine Härchen in das dünne Gesicht getrieben wurden, das lange, weiße Kleid mit den silbernen Applikationen flatterte in dem eisigen Winterwind, der sie begrüßt hatte. Sie kümmerten sie kaum, während sich die bernsteinfarbenen Augen der Hohepriesterin auf das dichte Grün der Wälder Evelons richteten, das sie hier betreten hatten und das sie nachdenklich stimmte. Der Glaube an den einen Gott war beinahe vollkommen fremd in den Ländern, die so nah an Sirean lagen, ihre Herrscher lehnten sich auf wie sich nun einmal unwissende Kinder gegen die weisende Hand ihrer Eltern auflehnten. Eines Tages würden auch sie wieder zur Vernunft kommen.
"Wo ist Euer Sohn? Er sollte bereits hier sein, um uns gemeinsam mit den übrig gebliebenen Soldaten zu begrüßen." Adara war in den Glauben hinein geboren worden, einst als Waisenkind vor einem Tempel aufgenommen und von den Priestern dort groß gezogen, hatte der Gott ihr eine Gabe geschenkt. Die Gabe seinen Willen in ihrem Verstand zu erkennen, die Voraussicht nutzen zu dürfen, die er allein ihr gewährte, um sein Werk und seine Worte in die Welt hinaus zu tragen. Lange hatte sie in Stillstar gedient, hatte dort dem Tempel vorgesessen bis der Eine sie zu sich gerufen hatte. Nun war sie hier - an der Seite des alten Hohepriesters inmitten eines Waldes, in dem sie die Anderswelt wie ein unangenehmes Kribbeln auf ihren schmalen Armen spüren konnte.
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BeitragThema: Re: Grenze nach Sirean   Mi März 09, 2016 1:43 am

"Und doch heißt es in den Apokryphen, dass der Eine alle Ungläubigen verschlingen und an den Steinen zerschmettern wird" widersprach Azariah und schüttelte den Kopf. "Mein Sohn ließ mir Nachricht kommen, dass er sich im Osten des Landes aufhält. Sein Glaube war zu schwach um die Ungläubigen zu zerschmettern. Seine Berufung in den Rang des Inquisitors war zu früh und nur dank dem vorzeitigen Tod seines Vorgängers hat er es in seine jetzige Position geschafft. Ich schäme mich dafür, dass er mein Fleisch und Blut ist - aber er ist meiner Lenden Erbe und wir können den Verrat Evelons nicht auf sich beruhen lassen" erklärte Azariah und schüttelte den Kopf. "Sollte Evelon seine Bäume abholzen solange keine Hand gegen einen Diener des Einen erhoben wird. Nun ist es geschehen und dieses Land soll der gleichen Erfahren wie Ayantis als es sich vor so langer Zeit gegen den Einen erhob, denn es steht geschrieben: Ein Regen aus Blut. Wüsten wurden zu Sümpfen, Wälder zu Marschen, Straßen zu Kanälen. Und das war nur der Anfang. Und so wird auch hier jener Anfang gelegt werden"
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BeitragThema: Re: Grenze nach Sirean   Mi März 09, 2016 2:00 am

Adara lächelte still über die Worte des Älteren und all die nur allzu bekannten Worte, die er hier einmal mehr zitierte. Es standen viele Dinge geschrieben, viele Dinge, an denen sie zweifelte, weil sie einzig aus Menschenhand stammten und wiederum andere Dinge, denen sie ihren wahren und aufrechten Glauben schenkte, weil sie die Worte des Einen waren. Er, der über sie alle wachte und seine schützende Hand über sie hielt. Die hellbraunen Haare der Priesterin flatterten in dem Winterwind als sie einen Schritt nach vorn tat und sich dann auf die Knie sinken ließ. Mit beiden Händen begann sie eine kleine Kuhle in den Boden zu graben, ehe sie aus dem Ärmel ihres Kleides ein dünnes, silbernes Medaillon mit dem Zeichen des Einen hervor nahm.
"Wir bitten dich, komm zu uns in der Zeit des größten Schreckens. Wir opfern dir diese falschen Götter. Opfern dir das Blut dieses Landes und das der Anhänger des falschen Glaubens, auf dass sie in deinem Licht geläutert werden. Komm zu uns und erleuchte unseren Weg. Lasse dein Licht über uns leuchten, deine schützende Hand über uns halten", flüsterte sie in das Nichts mit geschlossenen Augen hinein und ließ das Medaillon in den Boden hinein gleiten, wo sich silbrige Adern in die aufgewühlte Erde erstreckten, während Adara die zuvor aufgeschichtete Erde wieder begann auf das Medaillon zu schieben, weitere rituelle Gesänge auf den Lippen. Sie spürte die Berührung auf ihren Schultern, die wispernden Stimmen in dem Wind und ließ sich fallen, als das Silber eine dünne Pflanze aus dem Boden keimen ließ, die ihr Licht zu verbreiten begann.
"Es ist getan", sagte sie nach einer Weile als sie sich wieder aufrichtete. "Evelon wird erkennen, dass es nur einen wahren Gott gibt."
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BeitragThema: Re: Grenze nach Sirean   Mi März 09, 2016 2:09 am

"Ja" antwortete Azariah, welcher die dünnen silbernen Adern dabei beobachtete, wie sie sich nur schwach leuchtend wie Adern durch den Boden bewegten, ehe ihr Glimmen völlig verschwand. "Einige mögen in Frage stellen, hunderte von Menschen zu töten. Doch jene die reinen Glaubens sind, werden erkennen, dass wir kein Recht hatten, sie leben zu lassen!" flüsterte er leise und erkannte wie sich die Adern durch die Bäume des Landes fraßen und ein großes Gebiet vor ihnen durchdrangen.
"Ihre Früchte werden verdorren und vergiftet sein. Ihr Holz zerfressen und tot. Ihre Tiere sollen getötet werden von den giftigen Bissen tausender Spinnen, deren Kinder und Kindeskinder sich in den Gipfeln ihrer Bäume verbreiten und eine Plage sein werden. Ihre Fäden sollen wie Wände in den Wäldern werden. Ihre Kinder sollen sterben und aus ihren Leichen sollen Spinnen kriechen. Diesen Fluch erhebe ich über ein Land, dass den Einen nicht ehrte. Sieben Tage und sieben Nächte soll diese Plage über dem Land herein brechen und wüten.
Die Menschheit steht an einer Weggabelung. Ein Pfad führt in ein Reich unvorstellbarer Macht, der andere in Dunkelheit, Tod und ewige Verdammnis. Nur die, die dem Licht des Einen folgen, werden ihre Seelen retten können."
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