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 Zellen des Schlosses

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BeitragThema: Zellen des Schlosses   Di Mai 31, 2016 8:00 pm

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BeitragThema: Re: Zellen des Schlosses   Sa Jun 04, 2016 10:10 pm

Es war seltsam nach so langer Zeit wieder in der gleichen Zelle zu sitzen. Und wenn man es nicht ganz so genau nahm, dann waren die Gründe auch jetzt fast die gleichen. Man hatte sich nicht auf ihn verlassen können, er hatte erneut die Menschen in diesem Schloss enttäuscht und Karsh vor den Kopf gestoßen. Scham kam in ihm auf, denn auch wenn er seine Entscheidung mit Reynard durch die Weltgeschichte gereist zu sein nicht bereute, so wurde ihm doch immer und immer mehr klar, wie viele Menschen er hier einfachen zurückgelassen hatte. Sicherlich war dieses Gefühl auch in den vergangenen Jahren dann und wann aufgetreten – doch genau da hatte sich der Vorteil von Reynards Lebensstil bemerkbar gemacht. Meist hatte man viel zu viel damit zu tun aus einem Unglück heraus zu kommen, oder aber alternativ in das nächste hinein zu schlittern. Doch so oder so hatte man nie wirklich Zeit um ein Resümee über irgendetwas zu ziehen.
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BeitragThema: Re: Zellen des Schlosses   Sa Jun 04, 2016 10:36 pm

Karsh erinnerte sich daran, dass er Archibald - als dieser Nach der Zeit gefragt hatte - einst antwortete: "Die Zeit tickt dir eine kleine Frist. Sie tickt die Schärfe aus dem Zwist. Sie tickt dich hierhin sowie dahin."
Er hatte Recht behalten - mit jedem einzelnen Wort. Sie beide waren Älter geworden und die Enttäuschung die Karsh verspürt hatte, als Archibald fortgegangen war war irgendwann verflogen. Wenngleich er auch jedes Jahr an dem Tag von Archibalds verschwinden hinauf bis in den Taubenschlag gestiegen war um von dort aus Ausschau zu halten. Doch Archibald war nie zurück gekehrt. Ihn nun hier erneut hinter Gittern zu sehen wog jedoch schwer auf seinem Gemüt. Mit langsamen und kleinen Schritten kam er näher um den anderen durch die Gitterstäbe hindurch besser betrachten zu können. Er hielt sich an seinem Stock fest und seine gräuliche Haut spannte sich ein wenig über den hohen Wangen. "Archibald mein lieber Junge... du bist groß geworden"
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BeitragThema: Re: Zellen des Schlosses   Sa Jun 04, 2016 10:41 pm

Archibald konnte nicht anders als zu lächeln, ehe er sich aus seiner Lethargie befreite und ebenfalls an die Gitterstäbe trat. „Karsh – es freut mich euch wiederzusehen, wirklich.“ Kurz darauf war der junge Magier gezwungen ein paar schnelle Schluckbewegungen zu vollführen, denn anders hätte er den faustgroßen Kloß in seinem Hals nicht besiegen können. „Es … es tut mir Leid das ich nicht wiedergekommen bin, Karsh. Es gab so viel zu entdecken, die ganze Welt schien voller Geheimnisse zu sein die es zu lüften galt. Aber es wäre eine Lüge wenn ich behaupten würde, dass ich meine Rückkehr einfach nur vergessen habe. Ich hatte lediglich das Gefühl das ich“, er sah über seine Schulter hinweg zu seinem neuen Meister, der die Situation, wie üblich, recht gelassen sah. „Reynard nicht enttäusche da er … nun, da er andere Ansprüche an mich setzt. Und du … nun, ich wollte dich nicht mehr enttäuschen Karsh. Du hast oft genug versucht mir Dinge einzubläuen, ich glaube ...“, er ließ den Satz offen und legte stattdessen seine Hände über die des Alten, wobei ein Lächeln über seine Lippen kam. „Es tut mir Leid.“
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BeitragThema: Re: Zellen des Schlosses   Sa Jun 04, 2016 10:45 pm

"Du glaubst es tut dir leid?" fragte Karsh und ein Lächeln zierte sein Gesicht. "Ich habe dir offensichtlich nicht gut genug eingebläut Sprache richtig zu benutzen. Es ist wichtig sich klar auszudrücken! Besonders für einen Magier mein Guter!"
Er legte sanft eine ledrige Hand auf Archibalds Finger und blickte dem anderen tief in die Augen. "Ich verstehe wieso du gegangen bist. Ich war dir kein guter Meister, ich war es der dich enttäuscht hat. Du hattest noch dein ganzes Leben vor dir - welches Recht hatte da ein alter Mann dir zu sagen wie du leben sollst? Es ist dein Leben und deines ganz alleine Archibald. Also sag mir bitte nicht wie sehr du es bedauerst nicht wieder gekehrt zu sein. Das würde alles nur schlimmer machen", er schüttelte verständnisvoll den Kopf.
"Glaubst du deinen Weg gefunden zu haben?"
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BeitragThema: Re: Zellen des Schlosses   Sa Jun 04, 2016 10:58 pm

„Wenn ich eines von Reynard gelernt haben, dann dass man sich nie sicher sein sollte, was man glaubt zu wissen, da alles relativ ist. Es ist nur eine subjektive Wahrnehmung, fehlerbehaftet wie wir Menschen selbst. Aber ich“, Archibald biss sich auf die Lippe, da er nicht wusste ob es gerecht, fair – was auch immer war, Karsh nun zu erzählen das er glücklich war. Doch der alte Mann hatte die Wahrheit verdient. „Ich denke es ist der Weg der zu mir passt. Ich … ich war immer zu stürmisch für dich, für diesen Ort. Generell für irgend einen Ort. Das Reisen … es erfüllt mich, voll und ganz. Ich liebe es mich nicht an einen Platz binden zu müssen, sondern in dem Wissen zu leben, dass die Welt selbst mein Zuhause ist und kein bestimmter Platz auf dieser.“
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BeitragThema: Re: Zellen des Schlosses   Sa Jun 04, 2016 11:03 pm

Karsh nickte langsam und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Archibald war wirklich glücklich geworden - er hatte ihn nicht gebraucht, war auch ohne ihn zurecht gekommen. Mehr noch - er hatte sich zu einem erwachsenen Mann entwickelt. Und war es nicht das, was von Anfang an Karshs Aufgabe gewesen war? Er sollte dafür Sorgen, dass seine Schüler zu Magiern wurden. Zu erwachsenen Menschen, die ihre eigenen Entscheidungen treffen konnten. Sie waren es alle geworden, wenn auch erst nachdem sie sich von ihm gelöst hatten.
Aber es war seine Aufgabe.
Er blickte Archibald eine lange Zeit in die Augen, suchte dort nach einem Anzeichen von Bösartigkeit oder Hinterlist. Nach einem Hinweis für eine Lüge. "Lasst sie frei," meinte er schließlich zu Devastare leise. "Er trägt keine Dunkelheit in sich. Ich kann ihm kaum zürnen, dass er in seinem Leben besser ohne mich dran war"
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BeitragThema: Re: Zellen des Schlosses   Sa Jun 04, 2016 11:18 pm

Still in die Ecke gelehnt hatte Devastare dem Gespräch zwischen den beiden gelauscht. Er fühlte den Schmerz, den Karsh in sich trug, beinahe körperlich und hielt die Arme schützend vor sich verschränkt, eine Geste, die ihm wohl von Elaine übergegangen war in Situationen wie diesen. Es war nicht sein Recht, etwas dazu zu sagen, wie Karsh sich entschied, als Archibald nun Rede und Antwort stand, aber es war nicht in Ordnung. Er hatte seinen Meister verlassen, für ein Jahr. Jeder anständige Mensch wäre zurückgekommen, hätte den bindenden Vertrag gelöst, sich bedankt und aufgemacht, um bei einem anderen weiter zu lernen. Archibald wollte all das mit einer Entschuldigung wett machen und Karsh schien beinahe resigniert zu haben, was seine Schüler anging, obwohl nicht er und seine Fürsorge, sondern der Fluch sie auseinander trieb. Wie konnte Karsh ihm das so schnell verzeihen? Wie konnte er diesen Verrat wegstecken?
Mit einem kurzen Nicken trat Devastare aus den Schatten heraus, in denen er sich befunden hatte und starrte durch die Gitterstäbe hindurch Archibald eine Weile lang an. Reynard war ihm in diesem Moment völlig egal. Der andere war alt genug und hatte ebenso wie sein neuer junger Schüler keinen Gedanken an eine Nachricht verschwendet. Während sie hier um ihr Überleben gekämpft hatten, darum, einen letzten, sicheren Ort für Wesen und Menschen zu schaffen, waren sie umhergezogen und jetzt, als die Schlinge um ihren Hals enger wurde, kehrten sie zurück und wollten Schutz. Oder Zuflucht. Sie kamen hier an, mit leeren Händen und statt einer Frage, wie sie helfen konnten ... vermutlich würden sie schon bei nächster Gelegenheit wieder fort sein. Spätestens, wenn die Feinde es geschafft hatten, nach Ekynes vorzudringen und vor den Toren stehen würden.
Er wünschte sich sehnlichst, einfach Vertrauen in den Jüngeren legen zu können, der einst wie ein Bruder für ihn gewesen war, doch die Last der Krone hatte ihm andere Lektionen beigebracht: Loyalität. Loyalität war etwas, wofür er jederzeit sein Leben geben würde so wie viele andere es bereits getan hatten. Ohne sie wäre das Land längst gefallen und sie würden hier knöcheltief im Blut waten, während die Magie gänzlich aus der Welt verschwunden wäre. Man konnte nicht immer vor der Verantwortung davon laufen, sein Leben so leben, wie man es wollte ... es gab Menschen, denen man damit das Messer in den Rücken rammte, obwohl sie einen gebraucht hätten. So wie Graciana und die anderen in Loviel. Der junge König kam nicht darüber hinweg, dass sie dort gewesen waren und nicht geholfen hatten. Eine Barriere wäre schon genug gewesen, vielleicht genug um den Truppen einen Rückzug zu ermöglichen, damit nicht alles Leben verloren gewesen wäre. Sie hatten nichts dergleichen getan, waren nur geflüchtet, weil ihnen ihr eigenes Leben wichtiger war als das der anderen.
Archibald schien sich so sehr verändert zu haben. Aus dem Jüngling, der er gewesen war, war ein Mann geworden, gehüllt in Kleidung, die nicht gerade davon zeugte, als hätten die beiden Not gelitten auf ihrer Reise.
Bevor er sprechen konnte, musste Devastare sich räuspern, um den Kloß der Enttäuschung los zu werden, der sich in seinem Hals festgesetzt hatte. "Solange ihr hier seid, gilt eure Treue diesem Land. Solange ihr in diesem Schloss lebt, werdet ihr es mit eurem Leben schützen - so wie jeder von uns. Schützt es, mit Magie oder dem Schwert, es ist mir gleich, aber hier halten wir zusammen."
Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern wandte sich dem Wachmann zu, der sich am Eingang zu den Zellen gehalten hatte. "Lasst sie frei."
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