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BeitragThema: Wald    So Jun 19, 2016 11:01 am

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BeitragThema: Re: Wald    Mi Jun 22, 2016 5:41 pm

Der Wald brannte.
Die engen Gassen, die rüber zu dem vorgeschobenen Lager führten, zu den ersten Zelten und zu den Verteidigungsgräben führten, verströmten Rauch und Hitze. Die Flammen verzehrten die dicht gedrängten Zelte und leckten an den Bäumen, die sie umringen und die bislang Schutz geboten hatten. Von Osten her drang das Geschrei eines erbitterten Kampfes und die dumpfen Stöße auf der Erde, wenn wieder ein Baum den Flammen zum Opfer gefallen war und zu Boden fiel.
Überraschend wurde sie von Angreifern umzingelt, nachdem diese die erste Barrikade überwunden hatten, die die Soldaten gebildet hatten und mit Rauch in der Lunge und Schmerzen in der Brust festigte sie den Griff um das Schwert, das sie einem der Männer abgenommen hatte, weil ihr Eigenes in dem Lager lag, in dem sie die letzten Tage verbracht hatte. Sie fühlte, wie einer der Ritter nach ihrem Arm griff und sie zurückzog - sie gerade noch vor dem tödlichen Schwertstreich eines Feindes bewahrte und stolpernd wirbelte sie herum, doch das Gesicht, in das sie blickte, kannte sie nicht.
Der Mann schob sie lediglich hinüber zu einem anderen Ritter und noch bevor sie etwas erwidern konnte, saß sie auf dem Sattelbogen, während der Ritter die Arme um sie geschoben hatte und die Zügel fest in den Panzerhandschuhen umschlossen hielt. "Bring die Mädchen weg!", schrie eine zweite Stimme, befehlsgewohnt, die Stimme nicht belastet vom Rauch des Feuers und der Ritter zögerte nicht, als er das Pferd wendete und ihm die Fersen in die Flanken drückte.
"Halt dich fest", befahl er und Kira nickte nur, die Finger fest um das Heft ihres Schwertes geschlossen.
Blank gezogene Breitschwerter säten den Tod - sie sah es einen Moment lang aus den Augenwinkeln. Hörte das Klirren von Stahl, die Schläge gegen Schilde und das Wiehern der Pferde. Das, was sie spürte war Furcht, lähmende, atemraubende Furcht, denn jeder Ruck, jede Erschütterung und jeder Sprung des Pferdes riss schmerzhaft an den um den Riemen gekrallten Händen. Irgendwo hatte sie die Waffe verloren und die krampfhaft zusammengepressten Beine fanden keinen Halt. Ihre Augen tränten vom Rauch und vor Hitze, die ihr darin brannte und irgendwo in ihrem Verstand, zwischen Furcht und Schrecken versuchte sie einen weiteren Ritter auszumachen, der Hazel bei sich trug.
Doch über die Schwerter und Dutzenden von Gestalten erkannte sie nichts. Es gab dort keine Gesichter, die ihr vertraut genug waren, um sich daran zu orientieren - nur immer wieder Schreie. Solche, die sie noch nie in ihrem Leben gehört hatte und einmal mehr begann sie sich zu fragen, was man einem Menschen antun mochte, dass er so schrie.
Wieder klirrte das Eisen und wieder wieherte ein Pferd, während ringsum das Feuer um sie herum tanzte und dort, wo eben noch eine Gasse war, die sich mitten in den Flammen gebildet hatte, war jetzt der Boden mit Leichen übersät. Der Ritter hinter ihr brach in heiseres Husten aus und erschrocken bemerkte Kira dass über die in die Riemen verkrallten Hände Blut strömte.
Das Pferd stürzte nur wenig später und die zusammen gesunkene Gestalt hinter ihr hinderte sie daran abspringen zu können. Sie konnte sich nicht befreien, sich nicht aus der Umklammerung des Ritters lösen, der sie in Sicherheit bringen wollte und nicht dem Blut entkommen, dass ihr über Hals und Brust strömt und ihre Gewänder durchnässte. Der Aufprall auf dem von Blut aufgeschwemmten Waldboden war hart und dumpf stieß ihr Kopf gegen etwas Hartes, das sie im ersten Moment nur Sterne sehen ließ.
Etwas lag auf ihren Beinen und während über ihr noch immer die Soldaten kämpften robbte Kira sich weiter nach vorn. Hazel ... irgendwo hier war Hazel. Sie musste zu der Freundin, bevor sie flohen.
Ein Panzerhandschuh schloss sich um ihre Schultern, riss sie wieder zurück und verzweifelt versuchte sie mit den Fingern Halt in dem weichen Waldboden zu finden, doch ihre Finger rissen nur kleine Gräben in den Boden. Sie sah, dass der Mann sie ansah und musterte, während ihr Herz heftig in ihrer Brust schlug und hatte sie zuvor noch geglaubt, die Angst würde sie beflügeln, spürte sie jetzt, wie sie sie lähmte. Ihr Innerstes krampfte zusammen, während das Tosen der Flammen und die Schreie der Menschen verschmolzen und das Einzige, was sie noch wahrnahm, war die dunkle Gestalt am Himmel und den ohrenbetäubenden Schrei, der in ihr selbst zu vibrieren schien.
Sie sah, wie der Ritter das Breitschwert hob und wie in Zeitlupe von der blanken Klinge das frische Blut und die Erde zu Boden tropft, hörte seine Schritte wie Donnern in der Erde als er auf sie zutrat und die Waffe hebt. Eine zweite Hand berührte sie an der Schulter, kleiner, zarter und vertrauter und alles verschwamm in den unterschiedlichsten Farben miteinander. Sie hörte das Schreien des Feindes vor sich, wie jemand mitgerissen wurde und dann verlor sich die Welt im Schwarz.
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BeitragThema: Re: Wald    Mi Jun 22, 2016 7:41 pm

Die Hitze des Feuers ließ die Wangen des Generals glühen, während dieser sich in voller Rüstung durch die Reihen des Kampfes schnetzelte. "Vorwärts Männer! Keine Müdigkeit vortäuschen!" schrie er seinen Soldaten zu und half einem der Krieger auf die Beine, welcher gestrauchelt war und setzte ihm den Helm wieder gerade auf den Kopf. Es war schwer in dem brennenden Wald das Wogen der Schlacht richtig abzuschätzen und die stickige, rauchgeschwängerte Luft machte das Atmen schwer während er weiter über den trockenen Boden stapfte. Die Grashalme waren unter der Hitze bereits verdorrt und knirschten unter jedem Schritt. Bisher schienen die beiden Armeen keinen Sieger ausmachen zu können und Youen fürchtete, dass dieser Kampf auf beiden Seiten dutzende Opfer fordern würde, ohne das eine Seite einen Vorteil genießen würde. Dieser Wald war eine Todesfalle, seitdem Moment an dem das Feuer ausgebrochen war. Sie hatten den Wald kontrolliert niederbrennen wollen, doch trotzt Windstille hatte sich das zuvor kontrollierte Feuer gedreht und war in ihre Richtung ausgeschlagen. Sie hatten keine andere Wahl mehr gehabt als weiter voran zu stürmen.
Seine Männer schlugen sich tapfer und die Moral war dank seiner Anwesenheit ungebrochen, doch das Fauchend es Drachens ließ selbst dem erfahrensten Krieger die Knie schlottern. Mit schnellen Schritten schwang sich Youen auf den Rücken eines der Pferde und zog streng an den Zügeln um das Pferd seinen Willen aufzuzwingen und es durch das Flammenmeer zu bugsieren. Er ritt an den Kämpfenden vorbei und traf beim nächsten Sprung über eine Feuerwand einen der feindlichen Soldaten am Helm, ehe das Pferd tänzelnd auf einer Lichtung ankam. Youen schwang sich vom Pferd und trat zu dem Fluss, der schwarze Arsche mit sich trug. Mit seinem Helm schöpfte er Wasser und schüttete sich dieses über den Kopf, genoss die Kühle welche das Wasser bot und den Schutz vor dem Feuer. Ein erneutes Fauchen ließ ihn hochblicken. Dort oben zog der Drache seine Kreis. Mit schnellen Schritten ging er zu dem Pferd und nahm einen Bogen von der Satteltasche, spannte diesen und legte einen Pfeil auf. "Ungetüm!" schrie er und schoss um die Aufmerksamkeit des Viehs zu bekommen. "Komm hier herunter und wir regeln das in einem ehrenhaften Kampf!"
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