Combine-Foren

If i waited till I felt like writing, I'd never write at all.
 
StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Austausch | 
 

 Schlachtfelder

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Admin
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 967
Anmeldedatum : 08.02.15

BeitragThema: Schlachtfelder   Mo Jun 27, 2016 4:13 pm


Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://combinerpg.forumieren.com
Admin
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 967
Anmeldedatum : 08.02.15

BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Mo Jun 27, 2016 4:14 pm

Zerrissen von Zorn und Hass hatte sich ihre Gestalt wieder auf dem Schlachtfeld wiedergefunden und die zerrissenen Kleider wurden in dem Wind umher gewirbelt. Die durchschimmernden Strähnen ihrer langen Locken, derer sie früher einmal stolz gewesen war, peitschten ihr in das von Wunden und Blut übersäte Gesicht.
Ein magischer Sturm brauste um sie herum, grelle Blitze zuckten hell vom verdunkelten Himmel herab und schlugen in den Boden ein - in die Körper, die dort noch immer lagen und die rauchend in Flammen aufgingen und den Gestank von Verwesung und Tod mit sich trugen. Geisterhafte Soldaten standen um sie herum, einigen von ihnen fehlten Gliedmaßen, anderen war das Gesicht zerrissen und andere waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, ihre Klingen und Rüstungen rostig vom Wind und der prallen Sonne, in der sie verwest waren bis die Geier gekommen waren, um an ihren Leichen zu picken.
Alles, was sie wollte, war der Tod - den Tod all jener Wesen, die sie einst verraten hatten und die auch jetzt zugelassen hatten, dass ihm etwas geschehen war. Dass Hekate nach ihm gegriffen und ihn in ihre Gewalt gebracht hatte.
Nie zuvor war der Hass so allumfassend wie in dieser Sekunde und nie zuvor hatte sie gespürt, wie er ihr Herz umhüllt hatte. Niemals zuvor hatte sie zum Gott des Todes gebetet, er möge all jenen den Tod bringen, die ihre Feinde waren - er möge ihr die Macht geben, jeden zu bestrafen, der an dieser Tragödie seinen Teil trug. Cullem, der nach der Macht gegriffen hatte, sein General als der seine Männer nach Loviel gesandt hatte, seine Soldaten, die das Leben der Unschuldigen und ihr eigenes genommen hatten - die eigenen Soldaten, die nicht mächtig genug gewesen waren, um den Tod zu verhindern. Karsh mit all seiner Macht, der geflohen war, während ihr Sohn in Gefangenschaft geraten war, Bedivere, an dessen Seite Hekate sie gezwungen hatte und den sie niemals geliebt hatte. Hekate, die sie zu alledem gezwungen hatte und ihre Schergen, die sie dabei unterstützt hatten.
Jeder, der dieses Schlachtfeld betrat, würde leiden und hier sein Ende finden.
Sie hatte seine Stimme gehört, das leise, süße Säuseln, das ihr Genugtuung versprach, wenn sie ihm nur den Tod gab und sie hatte ihm zugehört, war dem Versprechen verfallen, das er ihr gegeben hatte. Etwas in ihr selbst hatte sich verändert, war verzerrt und durch den Schleier hin und her gerissen von der einen Welt und der anderen - sie gehörte zu keiner von beiden Welten mehr und dort, wo einst noch Verständnis und Sorge gewesen war, war jetzt nichts anderes mehr außer dem Zorn und dem innigen Wunsch, sie alle büßen zu lassen.
Ihre bloßen Füße berührten nicht länger den blutgetränkten Boden über den sie wanderte, während ihr Schrei über das weite Feld klang und geisterhafte Flammen aus dem längst verbrannten Wald drangen, ehe sich die Soldaten auch dort wieder erhoben, die den Tod gefunden hatten. Magie war einst ihr Lebenselixier gewesen, doch jetzt, wo sie tot war, brauchte sie sie nicht mehr - jetzt konnte sie all die Macht, die ihr gegeben worden war, in die Umgebung fließen lassen. Die Blitze rissen immer wieder den Himmel auf, ihre Einschläge brachten neue Magie dazu empor zu schießen und Meter für Meter der beiden Schlachtfelder für sich einzunehmen bis sie sie vereint hatten.
Nebel schlängelte sich Meterhoch über die Felder, in denen noch immer Schwerter und Lanzen, Pfeile und Äxte steckten. Blumen und Gräser verdorrten unter dem Eis, das sich auf dem Boden bildete und aus dem sich ein Soldat nach dem anderen bildete. Die Raben und Geier, die über den Schlachtfeldern gekreist und sich an den Leichen gelabt hatten, fielen tot zu Boden, als sie vorüber schritt und Blut tropfte von ihren durchscheinenden Fingern. Sie hatten ihr alles genommen, was sie jemals gehabt hatte - ihr Leben, ihre Eltern und ihre Schwester, die Menschen, die sie einst geliebt hatte, ihr Leben und nun auch noch ihren Sohn. Den einzigen Menschen, den sie stets hatte beschützen wollen und den sie mehr geliebt hatte, als alles andere auf dieser Erde.
Die einst hellbraunen Augen funkelten im Ton der Magie, die sie umgab und die sich wie eine Welle um sie herum ausbreitete, wenn sie atmete. Sie alle würden sterben.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://combinerpg.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Mo Jun 27, 2016 8:00 pm

Ared fühlte sich mehr als Elend, denn im Wissen nicht nur seine Freunde und Kameraden im Stich gelassen zu haben, sondern auch seinen König willentlich einer Gefahr ausgesetzt zu haben, ritten sie beide nun bereits den dritten Tag in Folge mit nur ein oder zwei Stunden Schlaf durch die Lande. Ared hatte Kaitra dazu angehalten etwas Schlaf im Sattel zu finden, während er selbst das andere Pferd mit sich zog und es auf Kurs hielt. Wie lange die Pferde diese Belastung noch aushalten konnten wusste der alte Ritter nicht, vermutlich so lange wie er selbst. In den letzten Wochen hatte er immer und immer mehr Verzweiflung in sich gespürt, denn die Ungewissheit sein Kind in weiter Ferne und möglicher Gefahr zu wissen, nagte mehr an ihm als alles andere. Und nun noch die restliche Gemeinschaft zu verlieren – sie hatten innerhalb weniger Stunden wieder zurück kommen wollen. Doch sie hatten tagelang gewartet. Und kein einziges Lebenszeichen war gekommen, kein einziges. Nur die gähnende Leere ihrer beider Einsamkeit und die Ungewissheit, was mit ihnen passiert war. „Ich habe versagt“, gestand er sich schließlich leise und sah mit einem müden Gesicht gen Himmel. „Eines meiner Kinder ist ins blaue aufgebrochen und ich vermag sie nicht zu finden. Noch habe ich es geschafft, meinem König zur Seite zu stehen. Es … es tut mir Leid, Kaitra“, entschuldigte er sich wenig später und reichte der anderen einen Rest des Zwiebacks, den sie beide sich aufgehoben hatten.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Mo Jun 27, 2016 9:22 pm

"Ared ...", begann Kaitria leise, die auf dem Pferd saß und deren geweitete Augen immer wieder über das Schlachtfeld glitten, das sie gerade überquerten. Sie sah die geisterhaften Ritter, die gegeneinander kämpften und die Schemen, die sich um sie herum versammelt hatten und die dafür sorgten, dass sie immer wieder aufs Neue schauderte und die Hände um die Zügel des Pferdes festigte. Sie waren nicht richtig hier und sie sollten gar nicht hier sein, aber wie oft sie Ared auch darauf hingewiesen hatte, der alte Ritter hatte nur Augen und Ohren für seine eigenen Klagen gehabt und jetzt fanden sie sich auf einem alten Schlachtfeld wieder.
Alles hier roch nach Blut und Verwesung und die Soldaten, die sie jetzt zu umringen begannen, trugen noch immer ihre blutbesudelten, von Schwerthieben zerrissenen Rüstungen - einigen von ihnen fehlte der Kiefer, in den Schädeln der anderen steckten Pfeile. Das hier sollte nicht richtig sein, diese Männer sollten tot in der Erde liegen und sich nicht mehr hören, aber mit jedem weiteren Blitz, der auf der Erde einschlug, standen mehr von ihnen auf. "Wir sollten nicht hier sein ...", bemerkte sie noch einmal leise, weil die Furcht sie lähmte. Sie war nicht dafür geschaffen worden zu kämpfen, die Übungen mit Coreen hatten keine Wirkung erzielt und Kaitria wünschte sich gerade nichts mehr als den Drachen an ihre Seite. "Ared ...!"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Mo Jun 27, 2016 10:01 pm

Es fühlte sich an, als würde er jetzt dem Tod persönlich gegenüberstehen. Denn eben dieser Odem hing, dass war unverkennbar, in der Luft. Ared griff in seiner Verzweiflung nach seinem Schwert, welches er seitlich an der Satteltasche befestigt hatte und welches er, glücklicherweise aus reiner Gewohnheit so angebracht hatte, dass es direkt griffbereit war. „Bleib dicht hinter mir!“ Wies er Katria an und versuchte, mit Pferd und Schwert eine Schneise durch die Armee der Untoten und Geister zu Jagen. Hier und da trafen ihn einige der Waffen, doch fühlten sich die dünnen Schnittwunden die ihm zugeführt wurden nicht wie gewöhnliche Verletzungen ab. Es war, als würde man mit einem Stück Eis und Stück Fleisch aus dem Körper schaben, welches daraufhin auf unnatürliche Weise anfing zu brennen. Was hier geschah konnte sich der Hauptmann nicht im entferntesten vorstellen – er wusste nur eines, sie mussten von hier verschwinden.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 8:36 pm

Heftiger Regen schlug Karsh entgegen, als er durch das Portal trat und er versank wenige Zentimeter in dem von Blut und Regen aufgeweichten Boden. Karsh hob die Hand vor Augen um sich vor dem Regen zu schützen, während die geisterhaften Gestalten, welche sich in ihrer Umgebung gegenseitig das untote Leben nahmen, nur um danach wieder erneut aufzuerstehen ihre Aufmerksamkeit auf ihn richteten. Er hörte, wie hinter ihm Coreen aus dem Portal stolperte, welches sich daraufhin schloss.
"Entzünde die Rauchschale! Coreen! Jetzt!" rief der Zauberer ihr zu.
Er spürte die tiefe und von Hass erfüllte Magie. Er glaubte den Tenor welcher diesem Zauber mitschwang zu kennen. Er wirkte wie ein bekanntes Lied, welches man jedoch aufs widernatürlichste verdreht und verzerrt hatte. Aus der Harmonie eines Zaubers war eine Kakaphonie des Disharmonie geworden. Angst, Hass und Verzweiflung hatten dieses Schlachtfeld geboren. Der Versuch einer Zauberin sich am Leben fest zu halten. Graciana.
Nach oben Nach unten
Admin
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 967
Anmeldedatum : 08.02.15

BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 8:40 pm

Als sich das Portal auftat und der Zauberer und der Eisdrache heraus traten, wandte sich ein Teil der Soldaten herum und die geisterhaften Waffen wurden erhoben. Langsam schlurften sie auf die beiden zu und Pfeile sirrten durch die Luft, schlugen in den aufgeweichten Boden neben ihnen ein und blieben dort zitternd stecken. Blitze zuckten noch immer durch die Luft und der dröhnende Donner wurde von dem leisen Klagen der Toten begleitet, die hier von allen Seiten an die beiden heran getragen wurden. Unheilvolles Glühen tauchte in den toten Augen der Soldaten auf, als sie sich näherten und der Rauchschale gewahr wurden, die der Drache in den Händen führte - sie schienen zu wissen, dass der Rauch ihnen gefährlich werden konnte und so wankten sie auf abgerissenen, verdrehten Beinen auf Coreen zu, die Waffen noch immer gehoben.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://combinerpg.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 8:44 pm

"Ach nein verdammt", stöhnte Coreen, als sie sah, was da auf sie zukam. Sie wollte sich nicht anmerken lassen, dass sie Angst vor den unnatürlich am Leben erhaltenen - oder geisterhaften - Erscheinungen hatte und ihr eine Gänsehaut über die Arme kroch und sich wie eine kalte Hand in ihrem Nacken festsetzte. Sie hörte Karshs Worte, doch ihre Arme waren so schwer, so taub ... der Ruf der Toten war laut und ließ ihr Trommelfell beben, bis sie nichts mehr wahrnahm als das gespenstische Läuten von Purbells Glocken. "Wer seid ihr ...?"
Nach oben Nach unten
Admin
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 967
Anmeldedatum : 08.02.15

BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 8:49 pm

"Du warst es", begann die erste Stimme zu sprechen und der erste Soldat trat nach vorn, sein Gesicht zerrissen und schimmerndes Blut verteilte sich über der gebrochenen Nase und dem langen Schnitt über seiner Kehle, der sein Ende gewesen war. Ein Zweiter trat nach vorn, ihm fehlte ein Arm und den zweiten hatte er ausgestreckt - daran fehlte der Zeigefinger. Seine einstige Rüstung war wie von großen Klauen zerrissen worden, das Metall aufgebogen und an den Ecken ausgefranst, darunter quollen die Organe hervor. "Du warst es", wieder hallten nichts weiter als diese Worte über seine Lippen. Ein Dritter folgte, ein Vierter und Fünfter bis sich ein enger Kreis um den Drachen gebildet hatte und Magie die Schale empor schweben ließ bis der Regen die Kräuter vollkommen durchnässt hatte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://combinerpg.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 8:53 pm

Inzwischen hatte er Kaitria auf sein eigenes Pferd gezogen, war die Angst des Hauptmannes doch zu groß gewesen, auch noch seine letzte Weggefährtin zu verlieren. „Vorsicht, den Kopf runter!“ Tönte er, als er Coreen vor sich sah, eingekesselt von einer Gruppe Verfluchter, wie Ared sie selbst getauft hatte. Das weiße Pferd, bereits vor lauter Aufregung mit Schaum vor dem Mund versehen, durchbrach den tödlichen Kreis, ehe Ared vom Rücken des Tieres sprang und es neben Coreen zum Stehen brachte. „Was tust du hier?“ Doch auf die Frage konnte keine Antwort folgen, denn die Angreifer, von denen mehrere beim Sturmangriff des Hauptmannes gefallen waren, hatten sich inzwischen wieder formiert und stürmten dem alten Ritter mit einem Ächzen entgegen. Ared wiederum ging seinerseits auf sie zu, das Schwert fest in beiden Händen. „Lauft!“
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:04 pm

Vollkommen aus ihrer Trance heraus gerissen starrte Coreen auf die beiden Gestalten, die sich da in ihr Blickfeld schoben und sie davor bewahrten, einfach geköpft oder erstochen zu werden und beides waren Möglichkeiten, die durchaus im Rahmen lagen, wie ihr bewusst wurde, als sie sich zum ersten Mal richtig umsah.
"Ared!", brachte sie überrascht über die Lippen, dachte aber nicht daran, zu laufen. Im Gegenteil beugte sie sich über die Schale um wenigstens die Reste davor zu schützen, völlig durchnässt zu werden und griff nach den Feuersteinen in ihrer Tasche. Sie wünschte mit einem Mal, sie wäre Rhiannons Tochter - ihre leibliche Tochter - und hätte ihr Feuer geerbt. Stattdessen fühlte sie nur den Regen auf ihrem Kopf, der ihre Strähnen in langen Fäden herab hängen ließ und eisige Rinnsale über ihren Rücken schickte.
"Kaitria!", rief sie, als sie nach einem panischen BLick nach oben die Freundin erkennen konnte, die sich hinter Ared versteckt hielt. "Ich brauche dich!"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:11 pm

Während Coreen verzweifelt versuchte die für sie so lebenswichtigen Kräuter zu entzünden und Ared die Wesenheiten mit Stahl fernhielt stand Karsh für einen kurzen Augenblick stumm da. Er spürte die Magie, die düstere Finsternis, welche bis in den morastigen Boden eingedrungen war. Es war diese Energie, welche auf die Wesenheiten gefangen hielt in einer Zwischenwelt, die für sie nur eine nie enden wollende Qual darstellte. Er konnte sie nicht alle vertreiben, nicht solange die Quelle all dessen noch aktiv war. Aber er konnte ihnen Zeit verschaffen.
"Haltet ein" seine Stimme vibrierte vor Macht und Befehlsgewalt, durchdrang alle Ebenen und stieß bis auf die Seelen der Verstorbenen. Es waren nur zwei Worte gewesen, doch tatsächlich blieben die Wesen wie erstarrt stehen, bewegten sich weder vor noch zurück, während Karsh die Schweißperlen auf die Stirn getrieben wurden. "Wir müssen von dem Schlachtfeld runter, wenn wir ein Portal öffnen wollen"
Nach oben Nach unten
Admin
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 967
Anmeldedatum : 08.02.15

BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:19 pm

"Nein", tönte eine andere Stimme vom Schlachtfeld her und die Magie, die der alte Zauberer nutzte, wurde mit diesem einen einzigen Wort wieder aufgehoben. Ein Stück entfernt auf einem Hügel stand die zerrissene Gestalt der Zauberin, die für dieses riesige Schlachtfeld verantwortlich war und hatte die Arme ein Stück empor gehoben. Die dunklen Locken fielen ihr trotz des Regens wirr und trocken ins Gesicht, das gerissene Kleid wehte in dem eisigen Wind und finster funkelten die dunklen Augen, die einst noch die Güte gekannt hatten. "Deine Zeit ist vorüber, alter Mann", dröhnte sie als die Soldaten wieder nach ihren Waffen griffen und auf die kleine Gruppe zutraten. "Ihr tragt die Schuld und ihr werdet büßen. Jeder von euch wird dafür büßen, was ihr getan habt. Was ihr zugelassen habt."
Pfeile sirrten erneut über den Himmel, der Bolzen einer Armbrust traf das Pferd in der Flanke und wiehernd kippte es zur Seite, begrub Kaitria halb unter sich, die nicht mehr rechtzeitig hatte abspringen können. Der erste der Soldaten hob die Waffe und die Klinge glitt durch den Hals des wiehernden Tieres, Blut besudelte den Boden des Schlachtfeldes und nährte damit erneut die Magie, die dieser Ort beinhaltete. Das Dröhnen von schweren Eisenstiefel drang zwischen dem Donner und den ständigen Blitzeinschlägen an die Ohren der kleinen Gruppe und aus dem Nebel löste sich eine Einheit von Soldaten, sie alle waren in schwere Plattenrüstungen gekleidet, die das Wappen ihrer Heimat trugen. Ekynes.
"Niemals wird euch vergeben werden!"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://combinerpg.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:21 pm

"Kaitria!", schrie Coreen über den Regen hinweg, als die andere mit ihrer zierlichen Gestalt unter dem Pferd begraben wurde. Sie ignorierte all das Blut, das ihr über die Arme spritzte, als sie über den toten Pferdekörper hechtete und die rothaarige Frau am Arm packte. "Kaitria! Hörst du mich?!"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:32 pm

Sie fürchtete diesen Ort wie nichts zuvor in ihrem Leben. Die Furcht hatte sie gelähmt, statt sie zu beflügeln und alles, was ihr übrig geblieben war, war sich an Ared festzukrallen, weil der der einzige lebende Mensch auf diesem Schlachtfeld zu sein schien, der ihr geblieben war. Nicht eine einzige Sekunde hatte sie ihre verkrampften Finger von dem Umhang des anderen gelöst während ihr die Tränen übers Gesicht gelaufen waren und sich nicht mehr hatten stoppen lassen. Sie wollte zu Ben, vollkommen egal, wo er auch gerade sein mochte und ob er nicht vielleicht in einer ähnlichen Situation war wie sie. Sie wären zusammen, sie würde wissen, dass es dann besser werden würde - dass es ein Morgen geben würde, auch wenn der heutige Tag düster aussehen würde. Aber hier glaubte sie nicht mehr an ein Morgen.
Schluchzend und zitternd vor Kälte und Furcht war sie mitten im Schlamm gelandet und als die Soldaten auf sie zutraten, hatte sie versucht zur Seite zu rutschen, doch das inzwischen tote Pferd lag so ungünstig auf ihrem Fuß, dass sie nicht einen einzigen Zentimeter weiterkam. Verzweiflung trieb die Furcht auf die Spitze und als Coreen nach ihren Armen griff, schrie Kaitria auf, weil sie glaubte, es wären die feindlichen Soldaten, die sie ermorden wollten. Die Erkenntnis kam spät und schluchzend griff sie nach Coreens Armen, krampfte ihre Finger darum. "Ich will hier weg, Co", flehte sie leise mit vom Weinen heiserer Stimme. "... ich ... ich weiß nicht, warum wir hier sind ... hol mich hier raus ..."
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:44 pm

"Ganz ruhig", murmelte die andere und nahm Kaitrias Kopf kurz in ihre Hände, bevor sie sie umarmte und an sich gedrückt hielt. "Hör mir zu. ATme ganz ruhig, wir bekommen dich hier in ein paar Sekunden wieder heraus, aber du musst mir helfen." Sacht strich sie der Rothaarigen über die nassen Locken, hörte auf das verzweifelte Schluchzen und spürte die Finger, die sich schmerzhaft in ihre Arme krallten. "Kaitria. Wenn du zu Ben willst müssen wir dich zuerst hier heraus holen. Was genau hängt fest? Ist dein Fuß noch im Steigbügel?"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:48 pm

"Ich ... ich weiß es nicht ...", antwortete sie leise und schüttelte den Kopf, weil sich ihr Blick nicht richtig auf Coreens Gesicht fixieren wollte. "Es tut weh ... ich weiß nicht, wo genau. Es tut nur einfach weh. Mein Fuß ... ich kann da nicht raus, Co ... sie bringen uns hier um. Sie lassen uns nicht einfach gehen - sie bringen uns um!" Sie hatte sich gewünscht, sie würde so tapfer wie die andere sein, aber sie war es nicht. Sie stand nicht hier und konnte denken, sie lag im Schlamm, der ihre ganze Kleidung durchnässte und konnte kaum mehr an sich halten, während ihr Atem immer schneller über die Lippen glitt und sich gar nicht mehr beruhigen wollte. Um sie herum waren Soldaten, einige von ihnen hackten noch immer auf das Pferd ein und Kaitria spürte die Erschütterungen des toten Körpers, der auf ihr lag, andere hatten sich längst um Ared gekümmert, der noch immer verzweifelt versuchte Ihnen etwas entgegen zu setzen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 9:54 pm

Karsh erkannte Kaitrias und Coreens Not. Er musste ihnen helfen - denn zum einen bedeutete Kaitria Ben die Welt und zum anderen war das Mädchen vielleicht Coreens einzige Möglichkeit die lebenswichtige Rauchschale zu entzünden. Noch immer hielt Karsh die geisterhafte Erscheinung Gracianas fixiert, doch er streckte eine Hand aus und der Sattel des Pferdes löste sich, ehe das tote Tier im hohen Bogen von Kaitria gerissen und auf die geisterhaften Gegner geschleudert wurde.
Er konnte keinen zweiten Gedanken an Coreen und Kaitria verschwenden, doch seine Hoffnung lag bei den Beiden, als er einen Schritt auf Graciana zu machte. Zur rechten hielt Ared drei Geister zeitgleich in Schach.
"Du gehörst nicht hier her" rief Karsh ihr zu, während er das wenige an natürlicher Magie, welches hier noch vorhanden war sammelte. "Du hast keine Macht in der Welt der Lebenden!" er spürte die uralten Gedanken von Wurzeln, tief im Untergrund - das surren der Blitze die, wenn auch herbei gerufen voll so wilder Energie waren, dass sie nicht verdorben werden konnten. "Hinfort!" und mit diesen Worten wallte eine Welle aus Energie durch die Reihen der Feinde, fegte sie zur Seite und nach hinten.
Nach oben Nach unten
Admin
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 967
Anmeldedatum : 08.02.15

BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 10:00 pm

"Dies ist längst nicht mehr die Welt der Lebenden, alter Narr", hörte er die Erwiderung ihrer Erscheinung und Zorn wallte erneut in ihr empor, zerrte an ihrer eigenen Erscheinung und zerriss sie einmal mehr. Dort vor ihr stand der Magier, der Schuld daran trug, dass ihr Sohn ihr entrissen worden war. Sie hatte gesehen, wie er geredet hatte, obwohl er die Macht gehabt hatte, etwas zu unternehmen - er hatte nichts getan außer jene anderen zu schützen, die ihr nichts bedeuteten und hatte damit zugelassen, dass Hekate Ben in die Hände bekommen konnte. Er hätte es verhindern können.
Klappernd erhoben sich jene Toten wieder aus der Erde, die auf dem Schlachtfeld gelegen hatten und Knochenhände griffen nach den Knöcheln des alten Magiers, begannen ihn langsam weiter hinab in den Schlamm zu ziehen. "Du hättest ihn retten können. Du hast nichts getan. Du hast zugelassen, dass Hekate ihn bekommt. Du trägst die Schuld", grollte ihre Stimme, als er weiter hinabgezogen wurde und Schlamm und Blut das Gewand des Zauberers umschloss. "Du hast nur geredet. Du hättest die Macht gehabt! Es ist deine Schuld!"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://combinerpg.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 10:06 pm

"Ja. Ich hätte die Macht gehabt", bestätigte Karsh leise während er spürte wie der Boden unter ihm weiter nachgab und er hinab gezogen wurde. Er hoffte, dass Kaitria und Coreen gemeinsam die Räucherschale entzünden würden. Das war ihre einzige Chance lebend aus alle dem heraus zu kommen. "Aber diese Macht einzusetzen hätte auch seinen Tod herbei führen können. Ihr aller Tod - und nun werde ich alles dafür tun um ihn wieder zurück zu holen. Ich werde ihn wieder holen. Denn auch dazu habe ich die Macht. Du weißt, dass für Ben alles verloren ist wenn du mich jetzt umbringst. Dann wird er nie wieder er selbst sein", er schüttelte den Kopf während sich seine Magie sammelte.
"So bist du nicht. Du stellst deine Vergeltung nicht über Bens Leben - selbst im Tod nicht. Ich spüre das Licht in dir, diesen winzigen Funken. Töte mich und erhalte Vergeltung. Lass uns gehen und bekomme Ben zurück"
Nach oben Nach unten
Admin
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 967
Anmeldedatum : 08.02.15

BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 10:15 pm

"Nein!", schrie sie und ihre Stimme kam aus den Mündern aller Soldaten gleichzeitig, dröhnte in den Ohren der Lebenden, die sich hier versammelt hatten als weitere Blitze hinab in die Erde zuckten und Rauch an den Stellen hervortrat, wo sie Erde mit einem Schlag getrocknet hatten. "Ich habe den alten Zauberern einst vertraut! Du kannst nichts tun! Du hast ihn einmal im Stich gelassen und du wirst es wieder tun! Weil er nicht dein Schüler ist und weil er dir gleich ist!" Alles, was ihn jemals interessiert hatte, waren seine eigenen Schüler, seine Ziehkinder und alles andere hatte er vernachlässigt - er würde auch dieses Mal enttäuschen und sie würde nicht noch einmal blindes Vertrauen in jemanden setzen, von dem sie bereits einmal geglaubt hatte, er würde ihren Sohn beschützen. "Dieses Mal glaube ich nicht an deine blinden Versprechen!"
Nach und nach zerrten die Hände weiter an ihm, zerrten ihn weiter hinab bis die Erde sich auch über seinem Bauch zusammenschlug und ihn weiter in die Tiefe zerrte. Nebel wurde dichter, nahm ihnen weiter die Sicht und wiehernde Pferde zogen ihre Kreise um die Gruppe, immer enger, um sie weiter zusammen zu drängen. Die Hufe schlugen nach den anderen als sie sich aufbäumten. "Sag deiner Freundin, sie hat versagt als sie versucht hat ihn zurück zu drängen!"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://combinerpg.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 10:19 pm

Fluchend beobachtete Coreen, was dort drüben, kaum fünf Meter entfernt von ihnen beiden geschah und drückte Kaitria erst einen Kuss auf die Stirn, dann ihr eigenes Schwert in die Hand. "Nutze deine Magie und entzünde das Feuer! Halt durch - für Ben!", beschwor sie die andere und stürmte dann los, sich noch während der ersten Schritte in ihre Drachenform verwandelnd, weil sie als Mensch kaum etwas ausrichten konnte. Mit wütenden Flügelschlägen vertrieb sie die Soldaten aus dem engen Kreis, bis sie glaubte, etwas Luft zu haben und sah sich dann nach Karsh um. Sie entdeckte seine Gestalt - oder besser das, was noch davon über der Erde war und war mit einem Satz bei ihm, grub die Klauen tief in die Erde und hoffte, ihn dabei möglichst nicht zu verletzen. Doch lebend hier heraus zu kommen hatte absoluten Vorrang.
'Rhiannon!', brüllte sie im Geiste. 'Wir brauchen Feuer - ein Funke - irgendetwas!'
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 10:25 pm

Karsh keuchte nach Luft, als ihn die großen Krallen aus der Erde rissen, welche beinahe schon gänzlich über seinem Kopf zusammen geschlagen war. Er dankte Coreen knapp, welche ihn auf den Boden setzte, als mit einem Mal eine Stichflamme aus dem Rauchgefäß empor schoss. Karsh blickte zu der Flamme, als der Rauch sich auszubreiten begann. Mit einer Agilität, welche man dem alten Mann kaum zugetraut hatte stürzte er nach vorne und schloss den Deckel, ehe er das Gefäß an seiner Schnur empor hielt und zu schwenken begann. "Das werde ich," antwortete Karsh ihr. "Aber nicht heute" und damit vollendete er die Drehung - der Rauch umschloss sie alle wie eine Mauer und hielt die Geister von ihnen. "Los," befahl Karhs und griff Ared am Arm. "Wir müssen hier raus! Lauft!" fremde Worte verließen seine Lippen - alte Anpreisungen an das Leben, Lobgesänge auf die Sonne und Schutzsegen vor der Rache der Toten. Sie mussten nur den Rand erreichen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Schlachtfelder   Fr Jul 01, 2016 10:28 pm

Coreen stellte keine Fragen, schickte keine Stoßgebete mehr zum Himmel oder auch nur einen Dank an Rhiannon, denn all das hatte Zeit bis sie in Sicherheit waren. Sie packte Kaitria mit ihrem Klauen, lud sie sich sanft hinein und war dann mit großen Flügelschlägen bei Ared, um auch ihn mit zu nehmen. Karsh begleitete sie als Schutz, indem sie direkt über ihm her flog, so tief sie es wagte.
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Schlachtfelder   

Nach oben Nach unten
 
Schlachtfelder
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Combine-Foren  :: Archiv :: Eilian 2.0 - Reboot :: Loviel-
Gehe zu: