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 Ehemalige Kapelle des Einen Gottes

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BeitragThema: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 3:52 pm

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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 4:00 pm

„Wisst ihr was man sich über Gebiete erzählt, in denen eine Überschwemmung stattfand?“ Fragte Alrik und hoffte so, den Anderen ein wenig aus seinen düsteren Gedanken zu holen. „Man erzählt sich, dass diese Gegenden mehr Wissen als alle anderen Orte auf der Welt. Denn sie haben beides gesehen – die Welt des Meeres, und unsere. Die der Luft. Ich habe viele Leute kennen gelernt, die sich allein aus dieser Weisheit heraus ein Haus in solchen Gebieten gebaut haben. Weil sie glaubten, sie würden dadurch mehr Weisheit bekommen. Künstler reisen immer wieder an solche Orte, um ihre Muse zu erfrischen. Und dann und wann reisen sogar Boten der Königin von Ekynes durch solche Lande, um längst verschollene Relikte zu suchen“, die, in einen Lederhandschuh gehüllte Hand, welche von innen mit Schafswolle gewärmt wurde, glitt über den Hals seines Pferdes, welches er am dritten Tag ihrer Reise mit dem Namen Rübchen versehen hatte. Der Grund dafür war offensichtlich und eindeutig gewesen – das Tier hatte, kurz nachdem sie aufgebrochen waren, eine ihrer Taschen durchwühlt und sich den Vorrat an Steckrüben einverleibt, weswegen sie sich mehrere Tage lang nur von trockenem Brot und dem Wild ernährt hatten, dass Alrik in den Wäldern erlegt hatte. „Macht euch keine Sorgen Mirar – diese Gegend hier wird irgendwann wieder zum Leben erwachen. Es ist der Lauf der Dinge, dass alles irgendwann wieder zum Leben erweckt. Nur wann – das lässt sich schwer einschätzen.“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 4:07 pm

"Das alles wieder zum Leben erweckt wird? Ich habe da andere Erfahrungen gemacht Alrik, und vielleicht sollten wir diesem Umstand dankbar sein", erwiderte Mirar. Er mochte Alrik und dessen Art eigentlich, doch die unverblümte Fröhlichkeit mit welcher er diesen Ort beschrieb schlug Mirar auf den Magen. Er hatte die Leute gekannt, die hier in den Fluten umgekommen waren. Und es waren nicht nur schlechte Menschen gewesen. Vorsichtig zog er an den Zügeln und bedeutete seinem Pferd stehen zu bleiben, ehe er sich von dessen Rücken schwang. Mit geübten Bewegungen band er die Zügel an einem Pfeiler in der Nähe fest und trat langsam auf die marmornen Platten. "Ich kenne diesen Ort, auch wenn er beim letzten Mal noch gänzlich anders aussah. Wir werden in einigen hundert Metern auf noch mehr Treppen stoßen, welche uns hinauf zur Hauptkapelle bringen," erklärte er während ihn seine Schritte über den morastigen Boden trugen. Als ein lautes Knacken ertönte blieb er stehen und trat einen Schritt zurück. Mit seinem Fuß schob er die Erde zur Seite und entblößte neben den gesprungenen Fliesen die den Boden säumten einen, nun gebrochenen, menschlichen Oberarm. "Hoffen wir, dass der hier tot bleibt".
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 4:16 pm

„Kommt – gebt mir die Zügel, ich binde unsere Pferde an. Es sieht nicht nach Regen aus und dort hinten gibt es ein paar Stellen die schon wieder etwas grünen. Die Tiere können die Ruhe und das Futter gut vertragen“, es dauerte nur ein paar Augenblicke kaum nennenswerter Länge, ehe Alrik wieder vor Mirar stand und dem anderen auf die Schulter klopfte. „Wenn ihr noch ein paar Jahre lebt, werdet ihr vieles in einem anderen Licht sehen. Einem, dass die Dinge deutlich angenehmer wirken lässt, versprochen.“ Der Gelehrte lächelte erneut und machte dann die ersten paar Schritte nach vorn und zog die, noch immer von blauer Färbung geprägte Oberkleidung kurz zurecht. „Was hoffen wir eigentlich genau hier zu finden? Ich weiß das es hier eine Kapelle des Einen gab, ich war selbst ein paar Mal hier, wenn auch nicht für lang. Aber würden große Artefakte und wichtige Dokumente – also genau solche, die uns vermutlich am ehesten helfen, nicht in der Hauptstadt aufbewahrt?“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 4:22 pm

"Zu Teilen ja, allerdings bei weitem nicht alles. Es gibt Reliquien und dergleichen die im ganzen Land verteilt wurden. Außerdem hat die Flutwelle damals in der Hauptstadt mit am härtesten zugeschlagen. Die Kirche selbst steht kaum noch und jeder weitere Schritt könnte sie zum Einsturz bringen. Die Keller des Kathedrale sind voller Schlamm und die meisten Bücher dürften mittlerweile vor Nässe mordig und zerfallen sein. Außerdem konnte ihre Majestät herausfinden, dass eben genau dort Cullems Leute nach Artefakten graben. Und denen wollen wir nicht in die quere kommen". Er deutete die Treppen hinauf.
"Dort oben allerdings wurde der heilige Schild von Axotos aufbewahrt. Ein Schild, welcher den Legenden nach sämtlicher Magie zu widerstehen vermag. Zwar hilft uns ein Schild kaum, allerdings hoffe ich, dass Ungrim herausfindet warum dieser Schild das kann. Vielleicht sind es Runen oder dergleichen und er kann ähnliches anfertigen"
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 4:50 pm

„Die Frage ist dann allerdings, wie sich die Menschen selbst auf magische Angriffe vorbereiten. Ich … Nun, ich hatte das ein oder andere Mal das Vergnügen, einen freundschaftlichen Disput mit einer Magierin zu führen. Am Ende von eben diesem Disput hat mich mein eigenes Bett auf den Boden gepinnt und ich konnte mich nicht mehr befreien, egal wie viel Kraft ich aufgebracht habe. Sollte dieses Schild also funktionieren“, er strich sich erneut über den dunklen Bart und zog die Handschuhe ein Stück höher. „so sollten wir viel eher versuchen, die Magie in einem ganzen Raum zu bannen und die jeweiligen Magier einfach komplett ihrer Kraft zu berauben. Selbst wenn dieser Effekt nur zeitweise besteht, ich habe schon von einigen Fällen gehört, wo derartiges vorgekommen ist.“ Schließlich standen die beiden Männer vor der Treppe, wobei Alrik nicht lange zögerte und beinahe direkt die erste Stufe nahm. „Wie geht es euch eigentlich bei alledem, wenn ich fragen darf? Ich meine die Jagd auf Magier erinnert euch sicher an Zeiten, die lieber unerwähnt bleiben sollten.“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 5:13 pm

Mirar fragte gar nicht erst woher Alrik von seiner Vergangenheit wusste, die alles in allem ein mittlerweile relativ gut gehütetes Geheimnis war. Nur einige Leute aus der damaligen Zeit wussten wirklich genau davon - seine eigenen Leibeigenen auf den Bauernhöfen rund um das kleine Anwesen indes ahnten jedoch nichts von der blutigen Vergangenheit.
"Ich fühle mich ein wenig so, als würde ich mich selbst und das Versprechen das ich mir gegeben habe betrügen", gab Mirar ehrlich und offen zu. "Aber ich weiß, dass ich helfen kann. Dass das was ich kann, was ich gelernt habe nun anderen Menschen helfen kann. Ich könnte dazu beitragen meinen König zu retten. Allerdings... ich habe keine Verbindung mehr zu einem der Götter und nicht mehr die Kräfte, die mir einst eigen waren. Aber das ist es nicht wovor ich Angst habe. Ich habe Angst schwach zu sein. Angst davor es wieder zu genießen das Blut von Magiern zu vergießen. Ich weiß nicht wer oder was ich sein werde, wenn all dies vorüber ist".
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 5:32 pm

„Selbstbeherrschung ist unser letztes und eigentlich unser einziges Bollwerk“, gab Alrik schließlich in einem, für ihn erstaunlich strengen Tonfall zurück. „Wir glauben stets das wir dies und jenes nicht können, weil es Gesetze gibt, weil es Regeln gibt und weil es Grenzen gibt. Tatsächlich ist nichts davon wirklich existent. Wenn man es nüchtern betrachtet, haben wir uns alle Regeln, alle Grenzen und alle Gesetze selbst auferlegt. Wir nehmen uns jeden Tag ein Stück zurück, um in eine Gesellschaft zu passen die sich nun einmal um uns befindet und die wir zwangsläufig wahrnehmen müssen. Das du die Lust am töten wiedererlangst, halte ich für durchaus möglich Mirar, dahingehend will ich ehrlich zu dir sein. Die Frage dann ist allerdings, ob die dich von dieser Lust überwältigen lässt, oder ob du dich an die Persönlichkeit hältst, die du inzwischen geworden bist. Denn ein Eid ist letztlich nur eine Ansammlung von Worten.“ Alrik biss die Zähne so stark zusammen, dass die Wangenknochen ein Stück hervor traten. „Gier, Rauschzustände oder pure Wildheit können nur dann gebändigt werden, wenn sich der Betroffene eines stets und ständig ins Gedächtnis ruft. Wir sind für unsere Entscheidungen verantwortlich. Und nur wir.“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 5:52 pm

Mirar schwieg eine ganze Weile, ehe sich ein Lächeln auf das Gesicht des einstigen Inquisitors stahl. "Weise Worte," gab er anerkennend zu und stieß sich von dem Geländer ab, gegen welches er sich während Alriks Gespräch gelehnt hatte und klopfte sich den Schlamm von der Hose.
"Ihr klingt ganz so, als wäre dies eine Lektion gewesen, die ihr am eigenen Leib erfahren habt", stellte Mirar fest, während er sich durch das dichte Blätterwerk kämpfte, dort wo sich die Natur den Ort zurück erobert hatte. Einst gab es an dieser Kapelle kein Stück Grün - nur weißen Marmor und gesegnetes Eisen. Nun bedeckte fruchtbarer Schlamm die Erde und Unkraut wucherte aus allen Ecken und Enden hervor.
Es war seltsam auf den ausgetretenen Pfaden seiner Jugend zu wandeln und deren Zerstörung zu begutachtet. Seltsamerweise beruhigte ihn jedoch dieser Anblick, er gab ihm das Gefühl all dem entkommen zu sein.
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 6:21 pm

„Sagen wir, dass ich meine Berufung als Gelehrter nicht von Kindesbeinen an im Auge hatte. Aber letztlich ist das nur eine fadenscheinige Plattitüde und nicht wirklich aussagekräftig. Ich will ehrlich mit euch sein, Mirar. Ich habe Menschen umgebracht. Viele Menschen, vermutlich mehr als ihr schon getötet habt und auch jemals töten werdet. Das weshalb und warum hebe ich mir für einen Moment auf, der von mehr Ruhe geprägt ist. Aber glaubt mir soviel – ich weiß wie es sich anfühlt, in einen Blutrausch zu verfallen und nichts anderes als Tod sehen zu wollen. Aber es ist und in dieser Hinsicht dürfen wir uns beide nicht belügen. Stets – aber wirklich stets unsere Entscheidung in einen solchen Rausch zu verfallen.“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 6:28 pm

Mirar nickte nur, entschied sich vorerst nichts weiter zu Alriks Offenbarung zu sagen. Es oblag ihm nicht ein Urteil zu fällen oder den anderen weiterhin auszufragen. "Kommt, es ist noch ein ganzes Stück bis zur Kapelle", erklärte er dem Anderen und begann selbst den Aufstieg.
Die Stufen waren rutschig und feucht, überzogen von Morast, Moos und allerlei anderem Unrat. Er seufzte schwer, während sie die ersten achtzig Stufen nahmen und schließlich an einem kleinen Unterstand stehen blieben, welcher aus weißem Stein geformt worden war.
"Einst haben Priester von dieser Kanzel gesprochen, während die Gläubigen eine Ebene darunter gestanden haben. Der Eine Gott sei der Größte von allen haben sie gesagt. Es war alles nur ein Schattenspiel. Ein großes Theater und Inszenierung. Was bringt ein Gott, der von oben herab zu den Menschen spricht? Wie kann ein Gott den Menschen nahe sein, wenn nicht einmal seine Priester auf dem selben Boden stehen wie die Bauern? Ich hätte es früher sehen müssen. Alle hätten es sehen müssen".
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 6:32 pm

„Menschen beginnen im Kollektiv schnell und allzu gern Dinge die ihnen eigentlich auffallen müssten, auszublenden. Das ist nur natürlich Mirar. Allerdings habe ich eine Frage“, er legte eine Hand auf das steinerne Geländer, während sie weiter voranschritten. „Eure Meinung zur Religion – wie ist sie? Ich meine ihr habt aus erster Hand erfahren was der Glaube von Menschen anrichten kann. Würdet ihr sagen das es den Menschen ohne Glauben besser ginge? Oder nur das es der falsche war und es einen anderen, wahren Glauben gibt?“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 6:39 pm

"Der Glaube vermag die Menschen zu unglaublichen Taten anzustiften", erklärte Mirar leise und besah von der Kanzel aus das dichte Gestrüpp, welches auf dem Vorplatz wucherte. "Es ist jedoch wichtig woran man glaubt. Man kann an sich selbst glauben, an jemand anderen. An die große Liebe, dass alles einen guten Ausgang hat. Wenn wir nicht glauben, dann können wir Menschen uns nur auf das Verlassen was wir wissen. Und das ist erschreckend wenig. Eine Welt ohne Glaube wäre trostlos", erklärte er leise. "Ob es jedoch den wahren Glauben gibt? Das ist nicht an mir zu entscheiden".
Er stieß sich von der Brüstung ab und wandte sich zu Alrik um.
"Wenn ihr aber fragen wollt woran ich glaube - dann an dies: Wir Menschen sind unseres eigenen Schicksals Schmied. Die Götter sind ein Teil dieser Welt und es ist wichtig sich für etwas zu entscheiden. Für etwas einzustehen."
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 6:57 pm

„Das klingt nicht nur nach einer gesunden Einstellung, sondern auch nur einer vernünftigen Läuterung.“ Vielmehr hatte Alrik zu dieser Thematik nicht zu sagen, sodass sie einen Großteil des restlichen Weges schweigend verbrachten. Lange Zeit hingen die Gedanken des Gelehrten bei der Frage, was sie wohl tun würden, wenn sie kein solches Artefakt fanden. Wenn sie keine Möglichkeit hätten gegen die Magie von Hekate und ihresgleichen anzukommen. Sie würden nichts desto trotz gegen sie in den Kampf ziehen, so viel war sicher. Und die Aussicht darauf bei diesem Unterfangen zu Grunde zu gehen schreckte ihn nicht wirklich – viel eher bereitete ihm die Frage Sorgen, wer gegen Heakte ziehen würde, wenn sie versagten.
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   So Jul 10, 2016 7:06 pm

Mirar schenkte Alrik ein knappes Lächeln, während die beiden die letzten Stufen hinauf stiegen und schließlich vor der ehemaligen, alten Kapelle stehen blieben. "Das ist es also", meinte Mirar leise und legte Hand an die große, eiserne Flügeltür um sie aufzustoßen. Entgegen seiner ersten Erwartung bewegte sich diese jedoch kein Stück. Mit kurzem Anlauf stieß er seine Schulter gegen die schwere Tür, welche sich jedoch erneut nicht rührte. "Verdammt... Alrik, komm her und hilf mir!"
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 8:53 pm

Alrik besah die Tür mit einem kurzen, skeptischen Blick. Sie zu öffnen wäre wohl ein leichtes, allerdings … „Verdammt, runter mit dir!“ Wies der Gelehrte den Anderen an und packte Mirar an der Schulter um diesen auf die Knie zu drücken, ehe er auf eine Waldlichtung, gut eine Meile von ihnen entfernt deutete. In der Hektik und der Panik die daraufhin entstand, konnte Alrik ungesehen und rasch genug Kraft aufbringen, um die Tür ohne weitere Blockaden zu öffnen. „Ah … gut, ich hab mich anscheinend geirrt. Ich dachte dort wären Männer von Cullem zu sehen, verzeih. Aber schau – in der Tür hatte sich wohl nur irgendetwas verklemmt.“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 9:13 pm

Mirar wandte sich um, Anspannung in jeder Pore seines Körpers. Als dann auch noch die Tür neben ihm mit lautem Getöse aufbrach. Erst als die beruhigenden Worte des Vampirs an seine Ohren drangen, wandte sich Mirar langsam um und starrte auf die offene Tür. "Oh, na sieh mal einer an" ließ der ehemalige Inquisitor verlauten und erhob sich wieder, klopfte sich den Staub von der Hose und trat einen Schritt in die Kapelle hinein. Dunkelheit war das erste was ihn umfing. Dunkelheit und der Geruch von Einsamkeit. Dies war ein verlassener Ort, der nicht mehr den Lebenden gehörte.
"Lass uns weitergehen. Die Reliquie wird in der Krypte unter der Kapelle aufbewahrt. Es ist ein verzweigter Ort, weitläufig und dunkel. Wir sollten einige der Fackeln von den Wänden mitnehmen"
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 9:23 pm

„Das … ist keine gute Idee“, murmelte Alrik, doch noch ehe er weitersprechen konnte, fiel die Tür hinter ihnen zu. Das rütteln daran war, wie sich kurz darauf herausstellte vergebens. Eine Macht, die sie beide nicht fassen oder auch nur wahrnehmen konnten hielt diesen Durchgang, sodass ihnen Bloß eine Option blieb – der Vorstoß in die ungewisse Dunkelheit und in die gähnende Leere. „Es riecht nach Verwesung, Tod und“, Alrik schien mit einem Mal deutlich angespannter zu sein. „Frischem Blut. Ja – ganz eindeutig. Irgendjemand ist hier Mirar. Irgendjemand oder besser irgendetwas, denn kein gewöhnlicher Bandit verirrt sich in so eine Krypta.“ Die Krypta war spiralförmig aufgebaut und führte gut zweihundert Schritt in die Tiefe, was einen effektiven Laufweg von gut zwanzig Minuten bedeutete, wenn man im normalen Laufschritt ging. „Hast du irgendeine Waffe dabei? Wenn ja wäre jetzt der richtige Moment sie zu ziehen.“ Doch die Warnung kam zu spät, denn als Alrik die Fackel ein Stück nach rechts drehte und der Lichtpegel eine Senke in der Wand freilegte, schoss aus dieser ein, mit ledernen Flügeln besetztes Biest, die scharfen, gelblichen Reißzähne dem Gelehrten entgegen gereckt. „Aaaaalrik“, fauchte es und stürtzte sich auf den Anderen. Dieser verlor daraufhin den Halt, kippte über den Rand der spiralförmigen Treppe die leider in keinster Weise abgesichert war, woraufhin nur für ein paar Sekunden Schreie zu hören waren. Danach – Stille.
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 9:31 pm

Mirars Augen weiteten sich, als er das Schwert aus der Scheide zog und dieses mit einer einzelnen, ruhenden Bewegung durch die Luft zog. Für eine kurze Sekunde lauschte er in die Dunkelheit, ehe er sich eine der Fackeln von der Wand nahm ohne diese anzuzünden. Mit bedächtigen Schritten nahm er die ersten Treppenstufen und zwang so seine Augen sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Was auch immer das gewesen war, was Alrik angegriffen hatte - es war intelligent und Bewußtseinsfähig gewesen. Ein Anderswesen, welches in der Dunkelheit dieser Kapelle zu leben schien, wenngleich es auch keine Ahnung von den Geheimnissen dieses Ortes zu haben schien.
Er hatte erwartet vor Angst erstarrt zu sein, doch stattdessen hatte wieder eine vertraute Routine in ihn eingeschlichen. Er hatte schon zuvor Monster getötet. Er würde es wieder tun.
Am Treppenabsatz blieb er stehen und lauschte in die Dunkelheit hinein.
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 9:48 pm

„Du warst lange fort“, säuselte eine junge Frauenstimme, aus scheinbar weiter Ferne, im nächsten Moment schien sie jedoch direkt neben Mirars Ohr zu sein. „Wir haben dich alle vermisst, Alrik“, das A im Namen wurde seltsam lang gestreckt und nach der Erwähnung des Namens herrschte wieder eine Weile lang Stille. Schlussendlich wurde diese durch das schmatzende Geräusch von Fleisch unterbrochen, dass gerade durchtrennt wurde. Keine zwei Sekunden später landete der Kopf der Federbestie, die Alrik in das Loch gestürzt hatte, vor den Füßen von Mirar, die Augen weit aufgerissen und der Kiefer in einem seltsamen Winkel ausgerenkt. „Vermisst“, säuselte die Stimme erneut und nun begannen einige unsichtbare Hände an der Kleidung von Mirar zu streichen. Durch das Haar, über die Wange, die Hände machten auch vor Gürtellinie Lippe nicht halt. „Und du hast Besuch mitgebracht … wie … nett von dir.“
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 10:00 pm

Mirar verzog angewidert das Gesicht, senkte den Kopf jedoch ein wenig um dem unsichtbaren Wesen vor sich nicht auch noch seine ungeschützte Kehle zu präsentieren. Seine Hand tastete nach seinem Gürtel, peinlich genau darauf achtend, dass ihm die wichtigen Gegenstände nicht abhanden kamen. Er brauchte einige von ihnen möglicherweise noch. Sein Schwert fuhr durch die Luft, dort wo eine der Hände ihn berührt hatte. Mit einem klatschen fiel ein Arm auf den Boden, noch immer zuckend und Blut quoll aus der Wand selbst. Entgegen seines vorherigen Plans entzündete Mirar die Fackel und erstarrte. Überall aus den Wänden ragten wild zuckende, Armähnliche Fortsätze, die mit der Wand selbst verschmolzen waren.
"Bei allen Göttern..." flüsterte Mirar leise und schwankte für einen Moment, ehe er die Flucht nach vorne antrat. "ALRIK!" schrie er nun, versuchte die andere Stimme zu übertönen und schlug immer wieder dort zu, wo ihn ein Arm zu greifen versuchte. Das sollte nicht sein. Die Präsenz des Einen Gottes, welche diesen Ort einst geschützt hatte schien gänzlich verloren zu sein.
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 10:15 pm

Die Dunkelheit wurde mit einem Mal durchbrochen von einem riesigen, allem überblickenden Augenlid, dass sich am Grunde der Krypta öffnete und dessen Iris, feurrot wie sie war, wie eine tanzende Flamme wirkte. Unter dem Auge indes, das gut die Hälfte des Bodens einnahm, öffnete sich ein gähnender Mund, aus dem heraus schiefstehende Zähne ragten, blutüberströmt und mit derart vielen Knochen versehen, dass vermutlich ganze Generationen in diesem Wesen ihr Leben gelassen hatten. „Mirar!“ Erklang schließlich der Gegenruf von Alrik, der mit einem Mal und wie aus dem Nichts vor dem Kameraden auftauchte. Jedoch war er kaum noch als der Mann zu erkennen, den Mirar kurz zuvor hatte fallen sehen. Er war voll und ganz in Blut getränkt, ganz als hätte er in diesem gebadet. Seine Augen waren von einer gelblichen Färbung, seine Hände hatten sich zu Krallen geformt und sein Kopf wirkte alles in allem wie die Mischung aus einem Wolf und einer Fledermaus, wobei breite Fangzähne zu beiden Seiten hin herausragten. „Mirar“, wiederholte Alrik, wobei seine Stimme weitaus tiefer, grollender und fremder Klang. In seinen Händen war ein kleiner Kubus, dessen Inneres aus irgendeinem lumineszierenden Material bestand, dass stetig pulsierte. „Nimm“, Alrik brach halb vor Mirar zusammen. „Nimm“.
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Di Jul 12, 2016 10:31 pm

"Alrik?" rief Mirar gegen das beständige, tosende Atmen des Wesens an welches wie ein Sturm um die beiden brauste. Er wankte noch einmal, während er Alrik mit Schrecken betrachtete. Er wusste nicht ob dies in der Natur des Mannes lag oder aber die Berührung mit der Wesenheit ihn verändert hatte. Er wusste nicht einmal ob es klug war den Kubus, welcher einst ein Räuchergefäß des Einen gewesen zu sein schien, überhaupt anzufassen. Dennoch, er musste in diesem Moment Alrik vertrauen und nahm das lumineszierende Material. Ein Schock fuhr durch seinen Körper und schien ihn in einem Moment vollkommener Ekstase innerlich zu verglühen. Das Ding schien sämtliche Kraft aus ihm zu saugen und es fiel ihm schwer sich noch aufrecht zu halten. Nun stand er da, von einer seltsamen Kraftlosigkeit erfüllt. Das Schwert in der Einen, den Kubus in der anderen Hand. Wenn er das Ding loswurde wäre er stark genug um Alrik zu retten und gegen das Wesen zu kämpfen. Doch dieser schien alles in seiner Macht stehende getan zu haben um an eben dieses heran zu kommen.
Widerwillig steckte Mirar das Schwert ein, und zog Alrik auf die Beine, hielt ihn unter dem Arm fest und ignorierte die Widerlichkeit der ANomalie welche der Freund darstellte. Fragen konnte er später noch immer stellen. Nur mühsam gelang es ihm Alrik die Wendeltreppe hinauf zu ziehen, während noch immer die Hände nach ihnen griffen, an ihnen zerrten und rüttelten. Er musste voran kommen - immer weiter, es blieb ihm nichts anderes übrig.
Als sie schließlich den oberen Treppenabsatz erreichte rannte Mirar zu einem der alten Stützpfeiler und stieß sein Schwert in diesen, ehe er sich mit aller Macht dagegen warf. Die Klinge brach ab, aber der Pfeiler verließ seine Position und einige Steine kamen von der Decke. Sein Herz schlug bis zum Hals, als er wieder zu Alrik eilte und diesen am Kragen aus der einbrechenden Kapelle schleifte. Sie mussten das Vieh unter der Erde begraben. Tief, tief unter der Erde.
In letzter Sekunde riss Mirar ALrik aus der Kapelle und sprang selbst, als die gesamte Decke einstürzte.
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Mo Jul 18, 2016 8:07 pm

Sie hatten nicht so viele Meilen zwischen sich und dem Alptraummonster gebracht wie ihm lieb gewesen wäre. Noch immer konnten sie in der Ferne die Staubwolke erkennen, welche sich düster vor dem hellen Mond abzeichnete. Das Feuer, welches nun zwischen ihnen brannte wirkte klein und fahrig, drohte immer wieder auszugehen, während Mirar Holzstücke nach warf, doch egal was er tat - die Flammen wollten nicht höher auflodern.
Er spürte das seltsame pulsieren des Kubus in seiner Gürteltasche, glaubte die eisige Kälte die dieser ausstrahlte bis auf die Knochen zu spüren, während er sich eine salzige Scheibe Trockenfleisch in den Mund stopfte und darauf herum kaute. "Also", murrte er und schluckte das viel zu große Stück, während sich seine dunklen Augen auf Alrik fixierten. "Willst du mir nun erklären was da unten passiert ist oder tun wir einfach so, als wäre all das nie geschehen?"
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BeitragThema: Re: Ehemalige Kapelle des Einen Gottes   Mo Jul 18, 2016 8:15 pm

„Die einfachere Antwort für uns beide wäre wohl, wenn ich sage wir tun einfach so als wäre nie etwas passiert, oder?“ Alrik schmunzelte, wobei der Galgenhumor schon aus seinem Gesicht heraus deutlich zu erkennen war. „Mirar – es gibt Dinge, die kennen weder du, noch deine ehemalige Kirche, noch der Rest der Bekannten Welt. Mythen, Sagen und andere Dinge die eine Ewigkeit lang überliefert wurden und die jeder nur für wirres Gewäsch hält. Ich will dir die Wahrheit sagen, wirklich. Die einzige Frage ist, ob du auch sicher bist, sie hören zu wollen.“ Kurz darauf stach Alrik erneut mit einem Stecken in die schimmernde Glut, woraufhin sich einzelne Punkte aus dem Feuer bildeten und in die kühle Nachtluft segelten.
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