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 Yggdrasil

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BeitragThema: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 7:20 pm

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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 7:23 pm

Es war ein Wimpernschlag - ein verschwinden und auftauchen von einem Moment auf den anderen. Kiras Magie war durch Karshs Willen gelenkt worden und von jetzt auf gleich hatten sie das staubige alte Turmzimmer gegen eine große Höhle ausgetauscht. Ein Naturschauspiel von solcher größe, wie sie Kira noch nie zuvor gesehen hatte. Die Wände schienen sich Kilometer in die Höhe zu erstrecken und das einzige Licht drang durch einen Spalt in der Decke des Gebildes ein. Goldene Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach eines Baumes, der von solcher Größe war, das alles andere daneben winzig klein wirkte. Es war still, bis auf das Plätschern des Wassers an dessen Rand sie auf einem Felsvorsprung standen.
"Das hier Kira, ist der Weltenbaum. Yggdrasil - das Siegel der Magie. Der Ort des Endes und des Anfangs."
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 7:30 pm

"Es ist wunderschön", war das Einzige, was sie sagte, während ihre Schritte sie langsam an dem Felsvorsprung entlang führten, nur wenige Schritte von dem klaren Wasser entfernt, das um den großen Baum herum floss. Sie wagte es nicht die Hände danach auszustrecken, wagte es nicht etwas zu berühren oder auch nur den Blick davon abzuwenden, weil sie sehr genau wusste, weshalb Karsh hier Jahr um Jahr wieder herkam. Dies hier war der Ort, an dem er Menschen dafür opferte, dass diese Welt bestehen blieb und die Magie sich hielt, dass die Anderswesen überleben durften und dass das Tor zum Oldgate weiterhin verschlossen blieb.
"Warum bin ich hier, Karsh? Wieso hast du mich hierher gebracht?" Was würde geschehen, wenn dieser Baum einfach verblühte? Sie wusste, dass eines Tages auch Karshs Zeit gekommen war, aber sie war nicht diejenige, die seine Aufgabe übernehmen wollte - sie wollte nicht für etwas töten, das ihr immer nur Dinge genommen hatte, statt ihr andere zu geben. Dieser Baum half ihnen nicht im Kampf gegen Hekate - er war nicht mehr als der Quell dieser verfluchten Gabe, die alles kaputt machte. "Was soll dieser Baum bringen?"
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 7:38 pm

"Der Baum, nun..." Karsh trat neben Kira an den Rand des Wassers und blickte die Pflanze an, als wäre sie ein alter Freund. "Seine Wurzeln reichen tief in die Erde und erreichen selbst den hintersten Winkel dieser Welt. Er birgt das Wissen von Jahrhunderten. Und seine Wurzeln ernähren sich von dem hier sprudelnden Wasser. Und das ist es, weswegen wir hier sind", erklärte er ihr leise und ließ seinen Blick über all das wandern. Er spürte Kiras unbehagen, spürte wie sie sich gegen all das sträubte.
"Ich weiß, dass du Angst hast Kira. Dein Misstrauen gegenüber deiner eigenen Magie - der verzweifelte Wunsch sie irgendwie los zu werden. Und wer weiß, vielleicht gelingt es dir eines Tages tatsächlich dich von diesem Schicksal zu lösen. Aber heute, hier und jetzt musst du mir vertrauen, wenn ich dir sage, dass die einzige Hoffnung diese Welt zu retten darin liegt, dass du diese Magie in dir annimmst. Ich weiß, dass du sie nicht kontrollieren kannst. Aber denk in die Zeit deiner ersten Übungsstunden mit Ared zurück. Auch das Schwert konntest du damals nicht Gefahrlos nutzen. Es verlangt alles Übung..." er schloss für einen kurzen Moment die Augen. "Wenn all dies vorbei ist und du es noch immer willst, dann helfe ich dir sie loszuwerden. Das ist ein Versprechen", erklärte er schließlich leise. Er hatte lange darüber nachgedacht. Kira war einzigartig und ein Glücksfall für diese Welt. Aber sie hatte keinen Eid geschworen. Sie hatte sich nicht dazu entschieden ihr Leben und ihr Glück für diese Welt zu opfern und es war unfair es von ihr zu verlangen. Er würde ihr helfen, wenn sie erst einmal die Ordnung wieder hergestellt hatten.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 7:46 pm

Ihr ganzes Leben lang war sie für die Magie in ihr gehasst oder beneidet worden. Ihr Vater hatte sie eingesperrt und verabscheut, weil sie magisch war, hatte ihr ihre gesamte Kindheit genommen, Archibald hatte unbedingt so sein wollen wie sie und hatte sie dafür verabscheut, dass es ihr so leicht gefallen war, obwohl sie ihn sich als Freund gewünscht hatte, sie war verfolgt und gejagt worden wegen der Magie, ihre eigene Familie hatte diese Gabe genutzt, weil sie etwas hatten verändern wollen. Sie war aus Leichtsinn dumm genug gewesen einen Fluch über Karsh auszusprechen in einer anderen Zeit, der jetzt auch hier seine Früchte trug und all anderen übergingen den Wunsch nach Normalität einfach. Aber hier stand sie nun und sollte die Gabe akzeptieren, die ihr Leben bisher versaut hatte und ihr blieb nichts anderes übrig als erneut zu nicken, obgleich sie lieber geweint hätte.
"Es ist meine Gabe, Karsh und ich werde sie nicht los. Es wird sich niemals etwas ändern, also kann ich genauso gut auch das tun, was du mir rätst", räumte sie leise ein und ließ ihren Blick noch einmal über das Wasser wandern. Sie schmeckte die Bitterkeit auf ihren Lippen, als sie aufgab. "Ich nehme an, Karsh. Die Magie und alle anderen Pflichten, die damit einhergehen werden."
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 7:51 pm

Karsh nickte und nahm Kira sanft in den Arm, drückte sie an sich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Du bist das mutigste, wunderbarste Mädchen das ich kenne Kira" sagte Karsh leise und trat dann langsam in den Fluss, bis er bis zur Brust darin stand und hinüber zu Kira sah. "Verschließe deinen Geist vollständig Kira - es darf nichts fremdes hindurch dringen. Du musst absolut in dir ruhen - wenn dir dies gelungen ist, dann komm zu mir. Steige in den Fluss"
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 7:54 pm

Nur für den Bruchteil einer Sekunde fragte Kira sich, ob er die Worte auch einst zu ihrer Mutter gesagt hatte, als sie hier gemeinsam mit ihm gestanden hatte und versucht hatte, sie davon zu überzeugen, diese Pflicht anzunehmen. Die Umarmung fühlte sich steif an, nicht warm oder vertraut, wie sie es sonst kannte - es war, als würde auch die Erwiderung eben dieser nur eine Pflicht sein, bei der sie gar nichts empfand und es machte ihr Angst, dass sie für einen Menschen, dem sie wichtig war, in dieser Sekunde rein gar nichts mehr empfand. Sie wollte die Wahrheit auf ihre stille Frage nicht hören und sie erwiderte auf seine Worte rein gar nichts als sie Schritt um Schritt nach vorn ging und in das Wasser eintauchte, das sich um den Baum herum gesammelt hatte.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 8:00 pm

Karsh nickte, als sie vor ihm zum stehen kam. "Vertrau mir Kira, ich werde nicht zulassen, dass dir ein Leid geschieht", versprach der alte Magier, ehe er ihre Schulter ergriff und sie mit einer Kraft, die man ihm gar nicht zugetraut hatte unter Wasser drückte. Er spürte ihre Gegenwehr, aber ihre Magie und Fähigkeit funktionierte in diesem Wasser nicht. Sie würde sich nicht fort teleportieren können. Er spürte den Griff ihrer Hände, das aufspritzende Wasser und als seine Konzentration für eine Sekunde abwich spürte er ihre Kleidung. Er erkannte die Wahrheit, die Vollkommenheit hinter diesem Kleidungsstück - er sah von wem die Wolle gesponnen und in Form gebracht worden war. Er kannte das Schaf, dass diese Wolle produziert hatte. Seine Reise brachte ihn zu dem Gras, welches das Schaf gegessen hatte. Die Schlachten die auf diesem Gras geschlagen worden waren. All dies war nur ein Bruchteil einer Sekunde und Karsh fasste sich sofort wieder, verschloss seinen Geist nur noch mehr und drückte Kira weiter in das eisige Wasser, während das Strampeln weniger wurde. Seine Arme zitterten, aber er musste sie festhalten - sie musste die Wahrheit hinter allem erkennen. Die Fähigkeit hinter den Schleier zu blicken und ihre Fähigkeit gezielt einzusetzen. Die Möglichkeit jenes Geheimnis zu benutzen, nach welchem sich Hekate verzehrte.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 8:14 pm

Das Wasser schlug über ihr zusammen, die Hände des alten Magiers hielten ihre Schultern fest und sie hörte das Rauschen des Wassers in ihren Ohren, das nicht enden wollte. Die Augen hatte sie inzwischen geöffnet, darauf wartend, dass irgendetwas um sie herum geschah, doch da war nichts außer dem Wasser und Karshs verschwommenem Gesicht außerhalb des Wassers. Sekunden strichen vorüber und es geschah nichts - rein gar nichts. Als die Luft um sie herum dünn wurde, begehrte Kira gegen den Griff des alten Magiers auf, versuchte sich dagegen zu stemmen, doch was immer sie auch tat - sie konnte ihre Magie nicht einsetzen, konnte nicht fort, geschweige denn danach schreien, dass er sie loslassen sollte.
Immer weiter drückte er sie unter die Wasseroberfläche und grob versuchte Kira nach seinen Händen zu greifen, versuchte die Finger um ihre Schultern zu lösen, strampelte mit den Beinen, um irgendwo Halt zu finden. Ihre Füße glitten von den nassen Felsen unter ihr ab, ihre Finger verkrampften sich in dem Stoff in Karshs Roben und Panik schoss in ihre Augen als sie sein entschlossenes Gesicht vom Wasser verzerrt an der Oberfläche sah. Sie wollte schreien, aber alles, was geschah, war dass sich ihre Lungen mit Wasser füllten und Luftblasen aus dem Wasser hervor stiegen. Ihr ging die Luft aus - die wenigen Atemzüge, zu denen sie sich traute, ließen das Wasser um sie herum wieder aufschäumen und verzweifelt verkrampften sich ihre Hände weiter, griffen nach irgendetwas - nach Haut und sei es nur um ihm weh zu tun, damit er sie wieder zu Luft kommen ließ. Es war nur eine Falle gewesen - er hatte nie vorgehabt, ihr etwas zu zeigen. Es war eine Falle gewesen und sie hatte ihm vertraut. Panik ließ ihr Herz in ihrer Brust schneller schlagen und Adrenalin durch ihre Venen pumpen als sie den Kampf erneut aufnahm. Sie wollte nicht sterben, nicht jetzt und nicht hier. Nicht ertränkt werden von dem Menschen, dem sie geglaubt hatte.
Die Sicht, die sie zuvor gehabt hatte, begann sich einzuengen, als sie die letzten Reserven aufbrachte, die ihrem Körper noch zur Verfügung standen. Abermals traten ihre Beine nach dem anderen, stießen gegen das Schienbein und andere Gliedmaßen, doch was immer sie auch tat - er ließ sie nicht los, während immer mehr Wasser ihre Lunge füllte und ihr inzwischen in den Augen brannte. Ihre Kraft erlahmte, das Wasser stach wie kleine Nadeln in ihre Haut und die Dunkelheit kam immer weiter auf sie zu, forderte von ihr die Augen zu schließen und sich ihr hinzugeben.
Ihre Finger rutschten ab, die Arme fielen in das Wasser und der Widerstand ihrer Beine erstarb als das letzte Atmen ohne Erfolg blieb und die Finsternis sie endgültig in ihre Arme nahm.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 8:20 pm

Karsh riss sie aus dem Wasser, in dem Moment als sie erschlaffte und trug sie hinaus auf einen der Felsen, wo er sie bettete. Seine Hände begannen zu glühen, als er über ihren Brustkorb fuhr und das junge Mädchen Wasser erbrach und sich krümmte. Karsh hielt Kiras Kopf auf seinen Knien und strich ihr sanft durch die nassen Haare, während er spürte wie die Wahrheit des Wassers, der Ursprung und die Verbundenheit aller Dinge in Kiras Geist eine gezielte Form annahmen. Er erinnerte sich gut an jenen Tag, an dem Eilian ihn unter Wasser gedrückt hatte. Die Angst und die grenzenlose Panik, welcher danach einem Schwall an Wissen gefolgt war, die seinen Kopf schier hatte sprengen wollen. Schwärze war das nächste gewesen woran er sich erinnerte. Und Einsamkeit - zumindest das konnte er Kira ersparen. Ein einziger Wink seinerseits beschwor eine kleine Flamme neben ihm die Wärme spendete, während er sich sorgsam um Kira kümmerte, welche langsam aus ihrem Schlaf erwachte. "Es tut mir so leid", wiederholte er immer wieder wie ein Mantra.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 8:35 pm

Magie war alles, was in ihren Adern floss und wonach ihr Körper griff, um sie in sich aufzunehmen wie einen alten Freund. Das Wasser der Quelle, in die Karsh sie gedrückt hatte, vertrocknete auf ihrem Körper als wäre ihre Haut das Feuer, das Karsh angezündet hatte, um sie zu trocknen. Ihre Finger berührten noch immer das kühle Wasser und die Magie, die darin gefangen war und ohne es zu wollen, sog sie sie auf, zehrte davon, weil ihr Körper ihr keine andere Wahl ließ und nach immer mehr Magie schrie, die Grenzen all dessen eingerissen, die sie sich einst selbst gesetzt hatte. Ihre Haut glühte als sie aus dem Schlaf wieder hochschreckte und das Delirium sie trotzdem nicht losließ, ihren Körper lähmte und ihre Glieder zucken ließ ehe sie wieder erschlafften. Alles war zu klein, ihr ganzer Körper war zu klein für die Menge an Energie, die in ihr selbst brodelte und die ihr Herz heftig schlagen ließen, obwohl ihr Atem nur flach und rasselnd die blau gewordenen Lippen verließ.
Es waren so viele Variablen, so viele Realitäten, so viele Zeiten und Welten und so viele Enden, die ihnen noch offen standen. So viele Dinge, die noch kamen, wenn sie sich entschieden und die nicht passieren würden, wenn sie eine falsche Abzweigung nahmen. Die Hände, die über ihre Stirn glitten, waren ihr zuwider und wieder griff ihr Geist nach der Energie des alten Magiers, zogen an der Magie in seinem Inneren, um sie in sich selbst aufzunehmen während das Wasser zu glühen begann und seinen Stand verlor. Es wurde weniger und weniger während Felsbrocken und Gestein nach oben gewirbelt wurde und an den Blättern des großen Baumes zehrten. Einer der großen Äste schlug nach dem Magier, peitschte in sein Gesicht und warf ihn von Kira fort, deren Geist inzwischen begonnen hatte, all die Möglichkeiten in der Spiegelung des Wassers abzuzeichnen. Zeit war so bedeutungslos geworden, es war nur die Magie, die noch zählte und die sie so intensiv in sich selbst pulsieren spürte.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 8:47 pm

Sein Körper schmerzte und er rappelte sich auf, während um ihn herum alle Höllen loszubrechen schienen. Er schien etwas in ihr erweckt zu haben - eine Macht, die noch größer war als er Anfangs geglaubt hatte und sie schien Kira geradezu zu verzehren. Er hatte so etwas befürchtet. Befürchtet, dass wenn alles schief lief so etwas geschehen konnte. Er festigte seinen Stand, schloss die Augen und öffnete seinen Geist. Alles um ihn herum war in Aufruhr - jedes Insekt, jede Pflanze und jeder Tropfen Wasser. Die Ströme der Gezeiten umflossen ihn und er musste all seinen Widerstand aufbieten um von der gewaltigen Menge an Energie nicht fortgerissen zu werden. Dort, nur wenige Meter von seinem geistigen Auge entfernt stand Kira - eingehüllt in ein goldenes Glühen und nur mühsam gelang es Karsh sich bis ihr vorzukämpfen. Die von ihr ausgehenden Magie schien ohne jede Grenze zu fließen. Er wusste, dass es ihn verzehren konnte sie zu berühren und dennoch tat er es - und für den Bruchteil einer Sekunde sah er es auch. Das was gewesen war, was ist und was noch sein könnte. Die Bilder überlagerten und überlappten sich, veränderten sich gegenseitig während EIlians Stimme in seinem Geist tönte. Es gibt eine furchtbar große Anzahl dessen was war, aber eine unendlich große Anzahl dessen was sein könnte. Und die Unendlichkeit ist zu groß für dich, alter Mann.
Er schob ihre Warnung bei Seite und spürte in Kira hinein - während alles an ihm riss. Er wusste, dass er im Begriff war sich im großen Ganzen aufzulösen, zu verschwinden und nicht mehr zu sein. Doch auch er hatte vom Wasser der Quelle gekostet und auch er wusste von dem was war, wenngleich auch nicht von dem was möglicherweise werden könnte. Und das jetzt konnte er beeinflussen. Denn es machte keinen Unterschied, ob Kira mächtiger war als er - sie beide waren Teil eines großen Ganzen. Er beruhigte den Sturm in ihr und schloss die Büchse der Pandora, führte sie zurück zu ihrem Körper und ihrem eigentlichen selbst, beruhigte die aufbrausende Flut und die Angst des Mädchens, ehe er die Siegel mit ihrer eigenen Magie setzte. Die Siegel, die sich lösen würden wenn sie bereit war. Die Siegel, die keine waren. Als es aufhörte standen sie sich beide gegenüber. Das Mädchen und der alte Mann und lösten ihren Geist von dem jeweils anderen. Mit einem Mal fühlte sich Karsh einsamer als jemals zuvor und blinzelnd starrte er Kira an, die direkt vor ihm stand. "Das ist es. Das Geheimnis der Magie."
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 8:59 pm

Deren Atem ging rasselnd, ihre Brust hob und senkte sich viel zu schnell während all die Möglichkeiten noch einmal vor ihren Augen abgespielt wurden. Was hätte geschehen können, wenn sie anders gehandelt hätten und wie die Wirklichkeit aussehen konnte, wenn sie nur eine falsche Abzweigung nahmen. Immer wieder verschwamm Karshs Gesicht vor ihren Augen und verzweifelt und überfordert von alledem, was sich in ihr aufgestaut hatte und was dort noch immer pulsierte, hob sie die Hände zu ihrem Gesicht, verdeckte die Augen mit den Handflächen, um sich selbst abzuschirmen. Was sie auch immer tat, es wurde nicht weniger - die Bilder verschwanden nicht und die Magie in ihren Adern wurde nicht weniger, obwohl sie ihr jetzt nicht mehr die Kontrolle über ihren eigenen Körper zu nehmen schien. Das, was da jetzt in ihr war und was Karsh frei gelassen hatte, machte ihr jetzt Angst. Mehr noch als die Aussicht darauf, ihre Familie nur noch tot bergen zu können.
Ein Schleier lag auf den veilchenblauen Augen, die sich nicht auf Karsh konzentrieren konnten und während einige Äste des Baumes die braun gewordenen Blätter zu verlieren begannen, stolperte sie einen halben Schritt zurück. Sie geriet ins Taumeln als ihre Beine sie nicht mehr tragen wollten und sie auf den nassen Felsen ausrutschte - dann, nur einen Wimpernschlag später war sie verschwunden.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    So Jul 10, 2016 9:08 pm

"Oh nein", mehr war es nicht was Karsh verlauten ließ als Kira mit einem mal einfach verschwand. Noch immer spürte er einen Nachhall ihrer Anwesenheit am Fuße des Baumes und ihre Berührung, welche tief in ihm ein Mal hinterlassen hatte. Er wusste, dass es ihr gut ging - oder zumindest, das sie lebte. Er konnte nur hoffen, dass sie wieder zurück kam. Das sie zu sich selbst fand und die Siegel den Strom an Ereignissen in ihr abschwächen und ihrer Kontrolle unterstellen konnten. Schief gelaufen war nichts, das wusste er aber er schien die Wirkung all dessen auf den Geist seiner Enkelin im Geiste unterschätzt zu haben. Erneut hatte er jemanden im Stich gelassen und auch dies schmerzte ihn tief. Er musste zurück nach Ekynes - sie würde wissen wo er war und er durfte das Land nicht noch länger ungeschützt lassen. Kira würde zurück kommen. Sie musste zurück kommen...
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 7:40 pm

Gedankenlos hatte sie an dem einzigen Ort verharrt, der in ihrer Erinnerung geblieben war und hatte sich treiben lassen zwischen all den Dingen, die dort vor sich gingen und von denen sie wusste, dass es sie kümmern sollte. Verborgen unter den Ästen des großen Baumes hatten die Träume sie davon getragen und mit sich genommen. Das Gefühl für sich selbst war verloren gewesen, ihre Glieder reagierten nicht mehr auf die wenigen geistigen Befehle, die sie ihnen geben konnte, wenn sie wieder wach genug war und jeder Atemzug in ihrer Brust ließ sie sich schwächer fühlen. Die Welt um sie herum verging mit jedem Tag ein weiteres Stück und als ihre Finger jetzt zuckten berührten sie aufgewühlte Erde. Sie spürte das Donnern in der Erde als sich die Schritte dem Ort näherten, mit dem sie so unweigerlich verbunden worden war und schwer sanken die bleiernen Lider wieder herab bis sie die Wimpern an ihren Wangen spüren konnte. Niemand durfte diesen Ort hier betreten - das war das Einzige, was sie wusste.
Betäubt und unfähig ihre eigene Stimme zu nutzen war es nicht weiter als ein geistiger Befehl, den sie gab und der das Tor zu dem Baum versperrte. Es vor jenen verschloss, die hierher zogen und die nicht hierher gehörten. Früher einmal musste sie jemand gewesen sein, aber all die Erinnerungen lagen brach wie Dutzende kleiner Glasscherben um sie herum und sie vermochte nicht danach zu greifen. Nichts weiter als ein großes Loch prangte in ihrem Kopf, nur gefüllt mit den Empfindungen des Baumes, die sie teilte und mit nichtssagenden Bildern, die sie nicht einordnen konnte.
Ein paar schwarzer Strähnen kam in ihr Blickfeld als sie den Kopf zur Seite wandte und noch einmal blinzelte. Zeit hatte an diesem Ort keinerlei Bedeutung gehabt, aber die Trance hatte sie mehr und mehr losgelassen, solange bis sie die Sonne wieder auf ihrem Gesicht gespürt hatte, die Regentropfen auf ihren Wangen gefühlt hatte, die davon abgeperlt waren. Jetzt spürte sie die ersten Schneeflocken sich auf ihren Fingern absetzen, spürte die Kälte auf der warmen Haut und rieb verwundert die Fingerspitzen aneinander. Die Kälte wirkte seltsam vertraut in ihr und sie spürte, dass sich etwas in ihr regte - sich ihr aufdrängen wollte, um sie zu umarmen wie einen alten Freund.
Den Gedanken fortschiebend ließ sie die Finger sinken und schob langsam einen Arm unter sich, um sich nach oben zu stützen und zum ersten Mal nahm sie die dunkle Erde um sie herum wahr. Die Kälte, die sie jetzt umfing und den Duft von frischen Blättern und verlorenem Wasser dort nur einige Stufen unter ihr. Die Erinnerung an all die Empfindungen, die sie einst gehabt hatte, ließ sie verwirrt zurück und trieb neue Gedanken in ihr hervor. Neue Fragen, auf die sie keine Antwort fand.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 8:05 pm

Tage hatte Juran hier beim Baum zugebracht, hatte Oberons Prophezeiung immer wieder in seinen Ohren, die er einst ausgesprochen hatte vor Jahren. Sie war eingetreten und Elaine war hier, zurück in ihrer Geburtsstätte und ihrem Zuhause, doch noch war sie weggetreten, ihr Geist verborgen und wohl noch nicht gänzlich geheilt.
Er hatte lange warten müssen, bis sie auf die Umwelt reagiert hatte, immer mit der Sorge, ob sie es schaffen würde. In all der Zeit, die er nun hier bei ihr saß, Woche um Woche, hatte er sich jede Unebenheit, jede Ebenmäßigkeit ihres Gesichtes und ihrer Hände studiert, hatte sie beschützt, wenn das Wetter gar zu unwirtlich wurde und sie wieder hinaus ins Freie gebracht, sobald es milder war. Er hatte sie nicht einfach liegen lassen können, ganz alleine. Sie mochte es nicht hören, aber sie spürte mit Sicherheit die Anwesenheit einer Fee aus ihrem Volk und ihre Zerbrechlichkeit war ihm ans Herz gewachsen. Er wollte sie nicht verlassen, wollte nicht riskieren, dass sie alleine aufwachte.
"Elaine", sprach er jetzt leise, als ihre Finger zuckten und sich in die Erde gruben. Er hatte darauf gehofft, dass die Schneeflocken ihr helfen würden, wieder zu sich zu finden. Die Kälte war noch nicht beißend, aber genug Reiz. Vorsichtig legte er eine Hand an ihre Stirn, fühlte die Veränderung, die Wärme, die von ihrem Körper ausging und er ahnte, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war. Die Magie in ihr war stärker als im ganzen restlichen Land. "Komm zu uns zurück."
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 8:23 pm

Zwischen all dem Rauschen der Blätter im Wind und dem leisen Plätschern der Quelle, die nie an diesem Ort versiegt war, kehrte eine leise Stimme ein. Sie war anders als die Stimme, die sie über so lange Zeit in ihren Gedanken gehabt hatte und die jetzt verstummt war. Anders als die Stimmen, an die sie sich zu erinnern glaubte und zu denen ihr die Gesichter und die Namen fehlten. Die Worte klangen dumpf in ihren Ohren und ihre Reaktion war verzögert, als sie erst einige Sekunden nach den leisen Worten den Kopf zu dem Fremden hin wandte.
Seine Hand an ihrer Stirn war wärmer als alles, was sie bisweilen umgeben hatte und nur langsam wurden die verworrenen Konturen seines Antlitz fester, bildeten das Gesicht, das auf sie hinunter sah. Die dunklen Augen wirkten wartend und besorgt, der Name auf seinen Lippen fühlte sich nicht wie ihr eigener an, auch wenn ihr Körper darauf reagierte, noch bevor ihr Verstand zu begreifen gelernt hatte. Ihre eigenen Lippen wollten fragen, ihr Geist wollte erfahren, wo sie war und woher sie stammte, aber nicht ein einziger Ton bildete sich in ihrer trockenen Kehle, die jetzt beim Schlucken schmerzte. Fremd in sich selbst lenkte sie den Blick hinunter auf ihre eigenen Finger, die bleiche Haut und runzelte die Stirn - sie wusste, dass dort einmal etwas gewesen war, das jetzt nicht mehr hier war. Zeichen, die sie früher einmal eine andere Sicht gelehrt hatten und die ihr jetzt fehlten. Behutsam krümmte sie die Finger noch einmal, spürte, wie ihre Finger über die eigene Haut glitten und was für ein seltsames Gefühl es war es zu beobachten.
Zurück, tönte es noch einmal in ihrem Geist als ihr Verstand seine Worte sortiert und bearbeitet hatte und wieder blieb ihr nichts als die Verwirrung. Sie hätte sich daran erinnert, wäre sie schon einmal hier gewesen und würde diese Welt kennen, die ihr jetzt so fremd und unwirklich vorkam - so kalt angesichts der langen Erinnerungen, die sie in sich aufgenommen hatte und die nicht ihr gehörten.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 8:35 pm

"Entspanne dich, Elaine", forderte Juran sanft aber bestimmt und hielt seine Hand, wo sie war. "Lass die Welt dich leiten, wie sie es bisher getan hat. Lass dich treiben auf den Wellen der Erinnerungen. Sie werden dir wieder gegeben, aber du musst aufhören, dagegen anzukämpfen. Entspanne dich."
Er blieb, wo er war, halb über Elaine gebeugt und beobachtete jede Regung, die sie von sich gab, analysierte sie, ordnete sie aber nicht ein. Sie atmete inzwischen wieder selbstständig und die Wurzeln, die ihr als Bett gedient hatten, zogen sich langsam zurück.
"Ich danke dir, Yggdrasil", sprach Juran dem Baum zu und ließ Elaines Kopf auf seinen eigenen Schoß sinken.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 8:46 pm

Es gab Dinge, an die sie sich nicht erinnern wollte. Dinge, die zu grausam für ihren eigenen Verstand waren um ihn zu begreifen und je tiefer sie in sich selbst nach diesen Dingen suchte, um den leisen Anweisungen zu folgen, desto mehr zerrte sie die Schwärze wieder in sich zurück. Es machte sie müde weiter zu suchen, sich wieder zu erinnern und der angenehmen Leichtigkeit zu entkommen, die sie in sich geborgen hielt und ihr ein seltenes Gefühl von Sicherheit und Wärme vermittelte. Ein Gefühl, das jetzt mit den Bildern an düstere Zellen und Schmerz in ihrem eigenen Körper mit jeder weiteren Sekunde mehr schwand und ihren Herzschlag beschleunigte.
Sie war gestorben. Die Erinnerung an kalte marmorne Fliesen unter ihr kehrte mit der Wucht eines Hammerschlags zurück und leise keuchte sie auf, erschrocken über die Erinnerung an das warme Blut an ihren eigenen Händen und die leise Stimme, die sie hinüber begleitet hatte. Die Tränen, die sie auf ihren eigenen Wangen gespürt hatte und die nicht ihre eigenen gewesen waren, das Bedauern, so viele Dinge nicht getan zu haben, die sie sich vorgenommen hatte.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 8:49 pm

"Du bist auf einem guten Weg, Elaine. Alles, was du empfindest, gehört zu dir. Alles, was du siehst, ist dein Leben - ob gut oder schlecht, es hat dich hierhin gebracht", sprach Juran weiter, als er bemerkte, wie unruhig die andere wurde. Man hatte ihn gewarnt, dass eine Begleitung einer Wiederkehrenden schwer sein konnte. Man musste ihnen Zeit lassen, sie herausfinden lassen, was von ihrem Leben ihnen noch wichtig erschien und was erst im Laufe der Zeit auftauchen würde. Gedankenfragmente und Erinnerungen waren manchmal schwer zu akzeptieren.
"Versuch, dich wieder auf deine Umgebung zu konzentrieren. Fühlst du den Schnee?"
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 8:58 pm

Sie war gestorben, verblutet inmitten einer Halle, in der sie nicht hatte sein wollen und umringt von Feuer und Magie. Sie erinnerte sich an den Rauch, den sie beißend in der Nase gehabt hatte und daran, wie viele Schritte um sie herum gewesen waren, wie donnernd die Stimmen in ihren Ohren geklungen hatten, bevor sie dumpf wurden und die Schwärze sie mit sich getragen hatte. Damals hatte sie gewusst, dass sie sterben würde, denn ihre eigenen Worte hallten noch immer in ihren Ohren, ausgesprochen in einer viel zu kleinen Zelle und am Ende ihrer eigenen Kräfte.
"... ich ...", begann sie heiser und erschrak über ihre eigene Stimme, die nur leise und brüchig Worte zu formen vermochte. "... war tot ..." Ihre Lippen verhedderten sich an den Worten, die Gedanken verloren sich in der einzigen Erinnerung, die ihr geblieben war und die sie mehr an das Hier und Jetzt band als es der Schnee vermochte, dessen Kälte sie auf ihrem Leib spürte. Da war etwas, das sie mit der Kälte verband und das ihr Herz sich zusammenziehen ließ, weil sie dieses Gefühl nicht zuordnen konnte. "... weshalb ... bin ich hier?" Es war nicht wichtig, wer er war - seine Stimme half ihr zurück zu finden und sich selbst wieder bewusst zu werden, seine Berührung war warm und jagte ihr keine Angst ein, auch wenn sie noch nicht begriff, weshalb sie die Nähe fürchten sollte.
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 9:03 pm

"Du bist in Sicherheit, Elaine - am Baum der Welten, Yggdrasil. Er hat mit mir über deinen Schlaf gewacht und dich genährt." Ein wenig besorgt sah er hinauf zu dem sanften Leuchten, das den Stamm und die Äste umgab. Yggdrasil hatte fast alle Ressourcen verbraucht, um Elaine am Leben zu halten, jedenfalls all jene, die sonst in die Magie geflossen wären. Nur das Sein der Welt hatte der Baum nicht angetastet. Sacht glitten Jurans Finger über die Rinde, die den Baum schützte. "Wir warten schon seit Wochen auf dein Erwachen. Die Welt hat dich vermisst."
Er fasste hinter sich und zog einen filigranen Krug aus Glas hervor, gefüllt mit Wasser, den er Elaine an die Lippen hielt, als er sie mit dem Arm in ihrem Nacken ein wenig aufrichtete. "Trink etwas - es wird dir helfen."
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 9:21 pm

Seine Antwort hinterließ mehr Fragen als, dass es ihr weitergeholfen hatte, aber für den Augenblick ließ sie es dabei bewenden. Der Baum der Welten ... sie war einmal hier gewesen, aber nach der zeitlichen Abfolge der wirren Bilder, die sich ihr aufdrängten, konnte sie nicht greifen. Alles war durcheinander - mal war sie ein kleines Mädchen, dann wieder glaubte sie die Bilder seien noch nicht alt gewesen. Seit Wochen auf ihr Erwachen, stellte sie vor die Frage, wie lange sie fort gewesen war - wie lange ... tot. Es klang seltsam in ihren eigenen Ohren und mühsam zwang sie sich zum Schlucken, das Wasser ignorierend, das ihr über das Kinn lief, weil ihr Körper nicht recht den Befehlen gehorchen wollte, die sie ihm gab, wenn ihr Verstand wach genug war.
Da war Magie in ihr, brannte und zerrte an ihr und schaudernd spüre sie, wie sie weniger wurde, als die Erschütterung durch den Boden ging. Sie hörte wütende Worte, spürte den Zorn eines anderen weit entfernt und wie die gewobenen Zauber an ihr selbst zerrten. "Wie lang schon bin ich hier ...?"
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 9:26 pm

Behutsam wischte Juran mit einem weichen Tuch die Wassertropfen von ihrer Haut, ehe er sowohl Krug als auch Tuch beiseite legte und nachdenklich auf Elaine hinabsah. Es gab keinen Weg, ihr das Kommende schonend beizubringen, denn sie musste verstehen, musste akzeptieren, was geschehen war. Ihr Geist war angegriffen, hatte noch keine Zeit, die natürlichen Barrieren des Schutzes wieder nach oben zu ziehen, auf die sie so lange angewiesen war. Er hoffte, sie würde all das nicht mehr so ausufernd brauchen, denn es verwässerte ihren Zugang zu ihrem selbst.
"Es sind drei Monate vergangen, seit der Baum dich zu sich rief."
Vorsichtig zog er etwas der tobenden Magie aus ihr, fühlte das Kribbeln in seinen Fingerspitzen und gab die Kraft an den Baum zurück. "Fühlt sich das besser an?"
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BeitragThema: Re: Yggdrasil    Sa Sep 10, 2016 9:43 pm

"... ich fühle die Magie in mir. Ich spüre, wie jemand sie nutzt und dass ich schwächer werde. Ich fühle, dass nicht mehr viel übrig ist ..." Und es war erschreckend zu spüren, wie etwas so wesentliches in dieser Welt immer weiter starb. Sie sollte diese Dinge nicht spüren, sollte nicht so fühlen, denn so eng ihr Leben auch an die Magie gebunden gewesen sein mochte - es war jetzt etwas anderes. Intensiver und lebendiger schob es sich unter ihre Nägel und brannte auf ihrer Haut, ließ sie wieder und wieder schaudern, je weiter sie sich damit befasste. Das, was sie einst gewesen sein mochte, war so weit fort von ihr wie niemals zuvor und fahrig glitt ihr Blick noch einmal zu ihm hinauf, als seine Offenbarung zu ihr vordrang.
Drei Monate ... Drei Monate waren eine lange Zeit, jeder Tag war für das Leben eines Menschen entscheidend und sie hatte diese Zeit schlafend unter dem Weltenbaum verbracht, in Trance während sie die Welt um sich herum beobachtet hatte. Die Prophezeiung, erinnerte sie sich dunkel und schluckte, weil die Worte ihr dafür fehlten - er hatte davon gesprochen, dass sie wiederkehren würde, nachdem sie den Tod gefunden hatte. "Er hat vorhergesehen, dass ich zurückkehre ..."
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Yggdrasil
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