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 Gasthaus zum kleinen Schaf

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BeitragThema: Gasthaus zum kleinen Schaf   Di Nov 01, 2016 5:48 pm

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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Di Nov 01, 2016 5:53 pm

Es war Felling-Abend, und die übliche Runde hatte sich im Wirtshaus zum kleinen Schaf eingefunden. Fünf Mann waren keine große Runde, aber mehr kamen dieser Tage selten ins Wirtshaus, da die Zeiten nun einmal waren, wie sie waren.
Ein alter Mann ging ganz in seiner Rolle des Geschichtenerzählers auf. Die übrigen Männer am Tresen tranken und hörten zu. Im Hinterzimmer stand der junge Gastwirt hinter der Tür und lauschte lächelnd den Einzelheiten einer altbekannten Geschichte.
Draußen hatte der Mond seine Weise bereits begonnen und kaum ein Lichtschein drang durch die dunklen Fenster, die vor der Schwärze der Nacht zu Spiegeln geworden waren. Die kleine Runde wurde jedoch gestört, als mit einem mal die Tür zum Gasthaus aufschwang und ein wettergegerbter, gegen Wind und Schnee in Felle gehüllter, Mann auf der Schwelle erschien.
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Di Nov 01, 2016 6:23 pm

Der Mann trat halb erfroren in das warme Gasthaus. Bei jedem seiner Schritte fiel mehr Schnee von seiner Kleidung auf den Boden und hinterließ dort kleine Pfützen. Es störte ihn nicht, dass die Stimmen der Runde verstummten, als er die Schenke betrat. Er hatte nicht erwartet in diesem Gemäuern übernachten zu müssen. Doch das Wetter spielte gegen ihn, weswegen er gezwungen war nun hier zu nächtigen. An seinem Gürtel, welcher kaum mehr als ein dickes Seil, baumelte ein Hase, welchen er dem Gastwirt reichte, "Bekommt ein Mann wie ich eine Schüssel warme Suppe mit einer Scheibe Brot und einem Krug Wasser?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Di Nov 01, 2016 6:27 pm

Der Wirt hob den Blick und lächelte, nahm den Hasen als Bezahlung entgegen und stellte behände und mit geübten Bewegungen alles Verlangte auf den Thresen. „Selbstverständlich guter Mann, wartet noch einen Augenblick dann bringe ich sogar Bier. Es lagert schon seit dem Herbst bei uns…“ und mit diesen Worten verschwand er und die eingekehrte Stille brach auf, als der Geschichtenerzähler sich räusperte und seine Geschichte weiter vortrug:
„Dann machten Gerüchte die Runde: Lyra sei krank. Lyra sei entführt worden. Lyra sei gestorben. Balther sei aus dem Reich geflohen. Balther sei dem Wahnsinn verfallen. Manche behaupteten gar, Balther habe sich umgebracht und suche nun im Reich der Toten nach seiner Gemahlin. Viele derartige Geschichten kursierten, doch keiner wusste, wie es wirklich war.

Inmitten all dieser Gerüchte traf Balther in Ravenhill ein. Er kam allein, trug nur sein silbernes Schwert und ein schwarzes Kettenhemd. Diese Rüstung saß wie eine zweite Haut. Er hatte sie aus dem Kadaver einer Bestie gefertigt, die er einst im Kampf erschlagen hatte.
Balther bat Selitos, mit ihm außerhalb der Stadt zu wandeln. Selitos willigte ein, in der Hoffnung, die Wahrheit über Balthers Sorgen zu erfahren und ihm den Trost spenden zu können, den ein Freund spenden kann. Sie hielten oft Rat miteinander, denn sie waren enge Freunde.

Selitos hatte von den Gerüchten erfahren, und er machte sich Sorgen. Er fürchtete um Lyras Gesundheit, aber mehr noch fürchtete er um Balther. Selitos war ein weiser Mann. Er wusste, dass Trauer das Herz ersticken und dass Leidenschaft auch die besten Männer in den Wahnsinn treiben kann.
Gemeinsam wandelten sie auf Gebirgspfaden. Balther ging voran, und dann kamen sie an eine Stelle hoch droben im Gebirge, von der aus sie über das ganze Land hinwegschauen konnten. Die stolzen Türme von Ravenholl erstrahlten im letzten Licht der untergehenden Sonne.

Nach langem Schweigen sagte Selitos: „Mir sind schreckliche Gerüchte zu Ohren gekommen, was deine Gemahlin anbelangt.“ Balther erwiderte nichts, und aus seinem Schweigen schloss Selitos, dass Lyra tatsächlich gestorben war.
Nach langem Schweigen versuchte Selitos es noch einmal. „Ich weiß zwar nicht, was geschehen ist, aber Ravenhill ist für dich da, und ich werde dir jede in meiner Macht stehende Hilfe zuteil werden lassen.“

„Du hast mir schon genug geholfen, alter Freund.“ Balther wandte sich um und legte Selitos eine Hand auf die Schulter. „Selitos, ich binde dich. Beim Namen des Steins, sei still wie Stein. Aeruh, ich gebiete der Luft. Sie lege sich bleiern auf deine Zunge. Selitos, ich nenne dich. Mögen all deine Kräfte von dir weichen – bis auf deinen Weitblick.“
Selitos wusste, dass es auf der ganzen Welt nur drei Menschen gab, die es, was Magie anging, mit ihm aufnehmen konnten. Balther hatte keine solche Begabung – seine Macht beruhte auf der Kraft seines Arms. Wenn er versuchen würde, Selitos mit seinem Namen zu binden, wäre das ebenso fruchtlos, wie wenn ein kleiner Junge einen Soldaten mit einer Weidenrute angriff.

Dennoch lastete Balthers Macht bleischwer auf ihm, und Selitos war nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen oder zu sprechen. Er stand still wie ein Stein und konnte weiter nichts tun als sich verwundert zu fragen: Wie hatte Balther eine solche Macht erlangt?
Verwirrt und verzweifelt sah Selitos zu, wie sich die Nacht auf das Gebirge legte. Und entsetzt sah er, dass ein Teil dieser immer weiter vordringenden Schwärze in Wirklichkeit ein großes Heer war, das auf Ravenhill vorrückte. Und schlimmer noch: Keine Warnglocken erklangen. Selitos konnte nur reglos dort stehen und zusehen, wie das Heer immer näher heranschlich.

Ravenhill wurde niedergemetzelt und niedergebrannt – je weniger man darüber spricht, desto besser. Hinterher waren die weißen Mauern rußgeschwärzt, und aus den Springbrunnen sprudelte Blut. Eine ganze Nacht und einen ganzen Tag lang stand Selitos machtlos neben Balther und konnte weiter nichts tun als zuzusehen und den Schreien der Sterbenden zuzuhören, dem Scheppern des Eisens, dem Krachen der zerberstenden Mauern.
Als über den rußschwarzen Türmen der Stadt der nächste Morgen graute, bemerkte Selitos, dass er sich wieder regen konnte. Er wandte sich zu Balther um, und diesmal versagte sein Blick nicht. Er sah in Balther eine große Finsternis und einen gemarterten Geist. Doch Selitos spürte immer noch die Fesseln des Zauberbanns. Wut und Verwirrung rangen in ihm, und er sprach: „Balther, was hast du getan?“

Balther sah immer noch hinab auf die Ruinen von Ravenhill. Er stand gebeugt, als ruhe eine schwere Last auf ihm. Und als er dann sprach, klang seine Stimme müde. „Hat man mich für einen guten Mann gehalten, Selitos?“
„Man hielt dich für einen unserer Besten. Man glaubte, du seiest über jeden Tadel erhaben.“
„Und dennoch habe ich das hier getan.“
Selitos brachte es nicht mehr über sich, auf seine in Trümmern liegende Stadt hinabzusehen. „Und dennoch hast du das hier getan“, sagte auch er. „Warum?“
Balther schwieg einen Moment lang. Dann: „Meine Frau ist tot.“ Er schluckte und sah hinaus über das Land.

Selitos folgte seinem Blick. Von ihrem Aussichtspunkt aus sah er drunten dunkle Rauchwolken aufsteigen. Selitos erkannte zu seinem Entsetzen, dass Ravenhill nicht die einzige Stadt war, die zerstört worden war. Balthers Bundesgenossen hatten die letzten Bastionen des Reichs in Schutt und Asche gelegt.
Balther wandte sich an ihn. „Und mich hielt man für einen der Besten.“ Balthers Gesicht bot einen schrecklichen Anblick. Es war von Gram und Verzweiflung zerfurcht. „Ich, den man für klug und tugendhaft hielt, habe all das getan!“ Er gestikulierte wild. „Nun stell dir einmal vor, welche Ruchlosigkeiten geringere Männer in ihrem Herzen hegen mögen.“ Balther sah wieder nach Ravenhill hinüber, und eine Art Frieden kam über ihn. „Für die ist es wenigstens vorüber. Die sind nun in Sicherheit. Geschützt vor den unzähligen Übeln des Alltags. Geschützt vor all dem Kummer eines ungerechten Schicksals.“
Selitos sagte leise: „Geschützt vor Freude und Erstaunen …“

„Es gibt keine Freude!“, schrie Balther mit schrecklicher Stimme. Ihr Ton ließ Felsen zerschmettern.
„Jede Freude, die hier aufkeimt, wird schnell von Unkraut erstickt. Ich bin nicht irgendein Ungeheuer, das aus krankhaftem Vergnügen zerstört. Ich säe Salz, weil hier nur die Wahl zwischen dem Unkraut und dem Nichts besteht.“ Selitos sah hinter seinen Augen nur Leere.

Selitos bückte sich und hob einen Quarzklumpen auf, der an einer Seite eine Spitze hatte. „Wirst du mich jetzt mit einem Stein erschlagen?“ Balther lachte freudlos. „Ich wollte erreichen, dass du es verstehst, dass du weißt, dass es nicht Wahnsinn war, was mich dazu gebracht hat.“
„Du bist nicht wahnsinnig“, antwortete Selitos. „Ich kann keinen Wahnsinn in dir entdecken.“
„Ich hatte gehofft, dass du dich mir in meinem Bestreben anschließt.“ In Balthers Stimme lag ein verzweifeltes Verlangen. „Diese Welt gleicht einem tödlich verwundeten Freund. Eine bittere Arznei, schnell verabreicht, lindert lediglich den Schmerz.“
„Die Welt vernichten?“, sagte Selitos leise, wie im Selbstgespräch. „Du bist nicht wahnsinnig, Balther. Was dich gefangen hält, ist etwas Schlimmeres als Wahnsinn.“ Er betastete die scharfe Spitze des Quarzklumpens in seiner Hand.

„Wirst du mich töten, um mich zu heilen, alter Freund?“, lachte Balther. Dann blickte er Selitos plötzlich mit verzweifelter Hoffnung an. „Könntest du es?“, fragte er. „Könntest du mich töten, alter Freund?“
Selitos sah seinen Freund an, sein Blick nun unverschleiert. Er sah, dass Balther, fast wahnsinnig vor Trauer, versucht hatte, die Macht zu erlangen, Lyra wieder zum Leben zu erwecken. Aus Liebe zu Lyra hatte Balther Wissen erlangt, das niemand erlangen sollte, und das zu einem schrecklichen Preis.
Doch nicht einmal mit der ganzen Fülle seiner unter großen Mühen errungenen Macht gelang es ihm, Lyra wiederzuerwecken. Ohne Lyra war ihm das Leben nur noch eine Last. Um der Verzweiflung und den Qualen zu entrinnen, hatte Balther sich schließlich das Leben genommen. Er hatte zur letzten Zuflucht eines jeden Menschen gegriffen und versucht, ins Jenseits zu entfliehen.

Doch Balthers Macht erzwang seine Rückkehr aus dem seligen Vergessen. Seine neu gewonnene Macht zwang ihn zurück in seinen Leib, zwang ihn weiterzuleben.
Selitos sah Balther an und verstand das alles. Vor seinem machtvollen Blick hingen all diese Dinge wie dunkle Teppiche in der Luft.
„Ich könnte dich töten“, sagte Selitos und wandte den Blick ab, als Balther Hoffnung zu schöpfen schien. „Für eine Stunde oder einen Tag. Aber du würdest wiederkehren, wie ein Stück Eisen, das von einem Magnetstein angezogen wird. In deinem Namen lodert die Macht, die du erlangt hast. Und die könnte ich ebenso wenig löschen, wie ich den Mond mit einem Steinwurf vom Himmel holen könnte.“

Balther ließ die Schultern hängen. „Ich hatte darauf gehofft“, sagte er. „Wenn auch wider besseres Wissen. Ich bin nicht mehr der Balther, den du kanntest. Ich habe jetzt einen neuen, schrecklichen Namen. Und keine Tür kann mir den Weg versperren. Mir bleibt nichts mehr – keine Lyra, kein süßer Schlaf, kein seliges Vergessen, ja sogar über den Wahnsinn bin ich hinaus. Der Tod ist für meine Macht ein offenes Tor. Es gibt kein Entkommen. Mir bleibt nur, auf das große Nichts zu hoffen, nachdem alles untergegangen ist und die Sterne namenlos vom Himmel gefallen sind.“ Und als er das sagte, verbarg Balther das Gesicht in den Händen, und sein ganzer Leib wurde von Schluchzen geschüttelt.
Selitos sah hinaus über das Land und entdeckte ein kleines Fünkchen Hoffung. Sechs Rauchwolken stiegen dort drunten auf. Ravenhill war zerstört, ebenso wie sechs weitere Städte.

Trotz allem, was geschehen war, empfand Selitos Mitleid mit Balther , und als er das Wort ergriff, klang seine Stimme traurig. „Dann bleibt also gar nichts? Keine Hoffnung?“ Er legte Balther  eine Hand auf den Arm. „Es gibt auch Schönes im Leben. Auch nach all dem werde ich dir helfen, danach zu suchen. Wenn du denn willst.“
„Nein“, sagte Balther . Er richtete sich zu voller Größe auf, und sein Gesicht blickte trotz all dem Gram majestätisch. „Es gibt nichts Schönes. Ich werde Salz säen, auf dass das Unkraut vergehe.“

„Dann tut es mir leid“, sagte Selitos und richtete sich ebenfalls auf.
Dann sprach er mit lauter Stimme: „Niemals zuvor wurde mein Blick getrübt. Ich habe die Wahrheit in deinem Herzen nicht gesehen.“ Er atmete tief durch. „Mein Auge hat mich getäuscht.“ Er hob den Quarzklumpen und rammte sich die Spitze ins Auge. Sein Schrei hallte von den Felsen wider, und er fiel keuchend auf die Knie. „Möge ich nie wieder so blind sein.“

Eine große Stille sank hernieder, und Selitos löste sich aus den Fesseln des Zauberbanns. Er warf den Stein Balther vor die Füße und sagte: „Mit der Macht meines Blutes binde ich dich. Bei der Macht deines Namens seist du verflucht.“
Selitos sprach den Namen aus, den Balther  im Herzen trug, und bei diesem Laut verdunkelte sich die Sonne, und der Wind riss Felsbrocken von den Hängen. Dann sagte Selitos: „Dies sei der Fluch, den ich dir auferlege. Möge dein Antlitz stets von einem Schatten umhüllt sein, so schwarz wie die eingestürzten Türme meines geliebten Ravenhill. Dies sei der Fluch, den ich dir auferlege. Dein eigener Name werde gegen dich gerichtet, und du wirst nimmermehr Frieden finden. Dies sei der Fluch, den ich dir auferlege. Möge er andauern bis zum Ende der Welt, bis die Sterne namenlos vom Himmel fallen.“
Selitos sah zu, wie sich eine Dunkelheit um Balther zusammenzog. Bald war von seinen Gesichtszügen nichts mehr zu erkennen, sah man nur noch vage eine Nase, einen Mund und zwei Augen. Der Rest verschwand in schwarzem Schatten.

Selitos erhob sich und sprach: „Du hast mich einmal überlistet, aber ein zweites Mal wird dir das nicht gelingen. Ich sehe jetzt deutlicher als je zuvor, und du unterstehst meiner Macht. Ich kann dich nicht töten, aber ich kann dich von hier fortschicken. Hinweg mit dir! Dein Anblick ist umso widerlicher, da ich weiß, wie erhaben er einst war.“ Doch schon als er sie aussprach, schmeckten ihm diese Worte bitter. Balther, das Gesicht in einen Schatten gehüllt, der dunkler war als eine sternenlose Nacht, wurde fortgeweht wie Rauch im Wind.

Da senkte Selitos das Haupt und weinte heiße, blutige Tränen. Die Tränen fielen auf das Land und die Erde empfing sie, als wären sie schon lange benötigtes Wasser. Und aus dem Blut und den Tränen wuchsen Ranken und Bäume, höher und dichter als jede andere Pflanze und umhüllten Selitos Leib, schlossen ihn ein und wuchsen weit hinaus bis an alle Grenzen seines Reiches.“
Der alte Geschichtenerzähler lächelte traurig und nahm einen Schluck Wasser. „Und das meine lieben Freunde ist die Geschichte, wie Inera dem Zauber des großen Waldes anheim fiel…“
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Do Nov 10, 2016 3:57 pm

Gebannt hörte der in Fell gekleidete Mann dem Geschichtenerzähler zu, während er dabei gemütlich seine Suppe aß, welche ihn langsam aufwärmte. Emer hörte schon viele Geschichten, ein paar die er hörte konnte er sogar auswendig. Seien sie von Menschen, Feen oder aus den Wäldern dieser Welt. Da er die Natur liebte,  war ihm die Geschichte über Selitos und Balther die liebste. Daher achtete Menez immer darauf nur das von dieser Welt zu nehmen, was er zum überleben benötigte nicht mehr, nicht weniger. Die Menschen nahmen seines Erachtens zu viel und schädigten ihr. Folglich nahm sie mit der Zeit wieder das zurück, was ihr genommen wurde und ließ einen riesigen Wald entstehen. So empfand es zumindest der Waldläufer. Die Natur so wie die Zeit, war etwas unberechenbares, weswegen er dafür so viel übrig hatte. Die großen Städte, die der Natur ihren Platz wegnahmen, interessierten ihn nicht. Genauso wenig wie die Könige oder der Adel. Nachdem er einen Schluck vom gebrachten Bier nahm, wischte er sich den Schaum, welcher in seinem Bart hängenblieb, mit seinem Handrücken weg, bevor mit einer ruhigen Stimme sprach, "Eine sehr traurige aber dennoch schöne Geschichte. Ich höre sie immer wieder gerne, auch wenn ich sie nicht mehr lange gehört habe."
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Do Nov 10, 2016 4:04 pm

"Ihr kanntet die Geschichte?" hakte der Gastwirt verwunder nach, welcher im Laufe der Erzählung das Ein und Selbe Glas immer wieder poliert hatte ohne dies überhaupt zu bemerken. "Ich habe sie noch nie zuvor gehört. Natürlich kenne ich die Geschichte aus Inera. Von dem verfluchten Wald und all den Menschen die hinein, aber nie wieder hinaus gekommen sind. Aber diese Geschichte? Ich habe noch nie jemanden getroffen, der sie erzählt hätte. Auch den Alten kenne ich nicht. Er kam früh am Abend, bestellte eine Suppe aus Wurzeln und Hirsekraut. Forderte einige Umschläge mit getrockneten Kräutern aufzuhängen. Versprach Geschichten. Hat viele erzählt. Alle recht gewöhnlich. Bis ihr gekommen seid."
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Do Nov 10, 2016 4:15 pm

Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen antwortete der Waldläufer dem verwunderten Gastwirt, "Natürlich nicht im genauen Wortlaut. Das ist schon fast etwas unmögliches. Schließlich gibt es kein Geschichtenerzähler, der jedes einzelne Detail seiner Geschichte genauso erzählt wie ein anderer. Das ist etwas, was jeden Erzähler ausmacht." , kurz unterbrach er seine Worte, um seine von der kälte getrocknete Kehle, mit dem Bier anzufeuchten, "Da ich aber schon viel her rumgereist bin, habe ich schon viele Geschichten gehört. Daher kann ich sagen, dass mir von allen die ich gehört habe, die hier am besten ist. Sie hat alles was eine gute Geschichte braucht. Meint ihr nicht?", fragte er den Gastwirt, während er zum Erzähler schaute, "Was für Kräuter denn? Und wozu die Umschläge?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Do Nov 10, 2016 4:29 pm

"Ich weiß es ehrlich gesagt nicht," erwiderte der Gastwirt ehrlich und zuckte mit den Schultern. "Also, die Kräuter kenne ich natürlich - Rosmarin und Lavendel hat der Alte gefordert. Und sie sollten in weiße Apothekerumschläge gepackt und in kalt gepresstem Sonnenblumenöl eingelegt werden. Aber seit ich sie so aufgehängt habe, tun mir meine Gelenke nicht mehr so weh wie zuvor. Vielleicht hatte auch er Schmerzen und kannte eine dieser Großmütterchenrezepte."
Der alte Gastwirt lächelte ein Lächeln mit wenigen Zähnen.
"Nun, wie dem auch sei. Kann ich euch ein Zimmer für die Nacht anbieten?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Do Nov 10, 2016 6:47 pm

"Rosmarin und Lavendel haben die verschiedensten Wirkungen. Die Natur bietet gegen viele Sachen Mittel. Vor allem um so frischer die Kräuter sind und ob er auch schmerzen hatte, kann ich euch nicht sagen.", seine rechte Hand griff nach dem kleinen Beutel, welcher an seinem Bund befestigt war, "Ich würde gerne ein Zimmer für diese Nacht haben, wie viel soll es denn Kosten?" Emez hoffte, dass er noch genug Münzen bei sich trug. Leider kam er noch nicht dazu etwas zu Jagen und beim nächsten Dorf zu verkaufen. Doch wenn die Natur nicht will, dann will sie nun einmal nicht.
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BeitragThema: Re: Gasthaus zum kleinen Schaf   Do Nov 10, 2016 6:54 pm

Der Gastwirt lächelte und besah sich noch einmal den Hasen, welchen Emer zu Beginn ihres Gesprächs über den Thresen gereicht hatte. Dieser würde gut und gerne für zwei ganze Eintöpfe reichen. Ein guter Lohn für gerechte Arbeit.
"Da ihr mir bereits über die nächsten Tage geholfen habt will ich nicht gierig erscheinen," der Wirt zog die Nase hoch. "Also - ein Bett für eine Nacht. Gut.... sagen wir zwei Kupfer. Normalerweise sind's fünf aber wie schon gesagt, ich will heute mal nicht so sein."
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