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 Stunde 0 - Rebels

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Jul

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 9:38 pm

Nachdenklich betrachtete er der Karte und hörte den Worten des Anführers genau zu. "Hm... nun, wenn es sicher wäre, dass es nur einfache Wachen wären, wäre es sogar eventuell einfach. Doch bei sowas ist wohl wie immer die Garde dabei... Das wirkt schon fast wie eine Falle. Sie ist meiner Meinung nach etwas zu offensichtlich. Außer... wer weiß vielleicht traut sich der Fürst mal wieder nach draußen? Das würde erklären, warum es so stark bewacht wird. Aber gut... Es wäre ein Grab für uns, wenn wir den Platz angreifen würden." Kurz schüttelt er mit dem Kopf und knabbert an seinem Daumennagel, wie er es immer tat, wenn er nachdachte. Ein Unschuldiger stand nun auf der Liste. Das war sehr schlecht. Aber vielleicht nun einmal nicht zu verhinder. Ob es vielleicht doch einen Ausweg gab? "Nun... wenn wir die Route wüssten, die sie dort hin gehen, wäre es eventuell möglich ihn zu retten. Alles andere würde schon fast an Selbstmord grenzen."
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Mia

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 9:51 pm

Einerseits war Faye dankbar, dass sie das Thema wenigstens noch diskutieren wollten, aber ihre Entscheidung stand fest. Sie durfte das hier nicht verlangen.
"Die Gefahr ist zu groß", wiederholte sie Jurans Worte und ihre Stimme klang nicht halb so fest, wie sie es sich gewünscht hätte. "Ein Leben. Es ist nur ein Leben im Gegenzug zu so vielen, die unschuldig dabei sterben würden. Die Garde handelt nicht mehr nach den alten Grundsätzen. Wer sich widersetzt, wird niedergeschlagen oder getötet und niemand hält sie auf."
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Jul

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 10:07 pm

Er wusste, dass sie Recht hatte. Dennoch konnte er es einfach immer noch nicht war haben, dass die Garde nicht mehr das war, was sie seine sollte. Schließlich war es der Grund, dass er aus stieg. "Es... war nur ein Vorschlag. Irgendetwas müssen wir ja dennoch tun. Wenn er damit durchkommt wird die Angst wieder großer und ein Teil unser Arbeit war umsonst... Und wenn wir es ausnutzen, dass die Aufmerksamkeit auf dem Platz liegt?"
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Cat

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 10:12 pm

Genau das war einer der Punkte, aus denen Juran sich entschieden hatte, aufzubrechen und diese Hinrichtung zu durchkreuzen, bevor ein weiterer Unschuldiger deshalb starb, weil er nichts über die Rebellion im Inneren der Mauern dieser Stadt wusste. Verborgen unter dem Tisch ballte er die Hände für eine Sekunde zu Fäusten und lauschte seinem eigenen Atem, um sich wieder zu beruhigen, denn so jung Leonhard auch sein mochte, mit seinen Worten hatte er Recht gehabt. Wenn sie es einfach so gewähren ließen, dann würde die Furcht der Wachen weichen und sie würden sich sicher fühlen. Morgen früh würde er im Morgengrauen das Haus verlassen und zum Marktplatz aufbrechen, um die Wachen zu erledigen, die auf den Dächern ihre Stellung bezogen hatte und sie durch die eigenen Leute auszutauschen und vielleicht - und in diesem Punkt war er sich wirklich noch nicht sicher - würde er Derran die Möglichkeit geben, sich dort zu beweisen, um seinen Freund zu retten.
"Es ist spät", durchbrach er die Diskussion, die sie bislang geführt hatten und erhob sich von seinem Platz, die Dolche aus der Tischplatte und dem Pergament ziehend und sie wieder an seiner eigenen Kleidung verstauend. "Wir brauchen die Ruhe und den Schlaf, bevor die Wachen uns morgen ebenso auf den Marktplatz treiben werden."
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Yannic

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 10:36 pm


Der große Marktplatz im Herzen der Stadt hatte sich bereits in den Morgenstunden zu füllen begonnen. Aus allen erdenklichen Gassen waren sie heran geströmt - die Schneider und Schmiede, die Kleinadligen und Kaufleute, die Kesselflicker und leichten Mädchen. Niemand in dieser Stadt konnte oder wollte sich das Spektakel entgehen lassen, welches sich bereits am vorangegangenen Vormittag abgezeichnet hatte. Ein Mord an einem Hauptmann. Auf offener Straße und mitten am Tag - ein beispielsloses Werk der Grausamkeit und Rebellion. Ein Werk, dass der Fürst niemals und unter keinen Umständen würde unbestraft lassen.

Die schwarze Kutsche mit dem Gefangenen war durch eine schwer bewaffnete Prozession vom Gefängnis bis zum Schafott gebracht worden. Scharfschützen auf den Dächern, gepanzerte Soldaten an Seiten und Enden der Kutsche. Als die Kutsche schließlich rumpelt zum stehen kam und sich öffnete stieg, zum Staunen aller Anwesenden nicht etwa der Verbrecher zuerst aus dem Wagen. Sondern der Fürst höchstselbst. Das mittellange, gewellte Haar des Herrschers der Stadt lag in feinen Strähnen nach hinten gelegt, die Wangen rasiert und mit Puder gequastet um in der Sonne nicht zu glänzen und keine Anstrengung aufzuzeigen. Das wieselartige Gesicht des Mannes stand im Gegensatz zu seinen klugen Augen, in deren Innerem ein Feuer der Eitelkeit flammte, dessen Schein nur noch mit dem rot seines Wamses zu konkurrieren vermochte. Seine ganze, in hellem rot und gold gehaltene Gewandung setzte sich von dem braun und schwarz der Menge ab, den auf einem Podest gestellten Galgen wie eine Schlammenge umfloss.
"Meine Untertanen!" rief Fürst Ramos und hob beide Arme, die eine Hand offen, die andere um ein goldenes Zepter gelegt. "Gestern hat sich einer von euch erdreistet einen meiner Hauptmänner auf offener Straße zu töten. Ein Mitglied meiner Garde, welche für euren Schutz und die Durchsetzung des Gesetzes verantwortlich sind. Wer sich gegen die Garde stellt, der stellt sich gegen das Gesetz. Der stellt sich gegen mich - und das werde ich nicht tolerieren..." er lächelte knapp, als er mit einem Handwink auf die Kutsche deutete, aus welcher nun ein weiterer Mann gezogen wurde. Arme und Beine waren gefesselt und ein Sack hing über seinem Kopf.
"Führt ihn her," befahl Ramos und deutete auf eine Stelle neben sich. "Nehmt ihm den Sack vom Kopf," die beiden bulligen Wachen taten wie geheißen und lüfteten den Stoff. Darunter zum Vorschein kam etwas, das einst mal ein Gesicht gewesen sein mochte. Das linke Auge war dick und angeschwollen, doch das fiel kaum auf im Vergleich mit der linken Hälfte, welche in Fetzen herunter zu hängen schien. Geronnenes Blut bedeckte die Nagellosen Hände.
"Nun meine Untertanen - seht und erblickt das Gesicht des Ungehorsams und wisset, dass ich keine Gnade walten lasse. Außer... heute..." er warf einen Blick in die Runde. "Wir wissen, dass dieser Mann mitverschwörer hatte. Wenn sich diese hier und jetzt zu erkennen geben, so lassen wir ihn hier-" er deutete mit dem Stab auf den Mann - "gehen."
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Cat

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 10:51 pm

Ein verächtliches Lächeln schob sich über Jurans Züge, kaum dass die Worte des Fürsten verhallt waren, die er selbst hier oben auf den Dächern nur allzu laut hören konnte und als der letzte der Bogenschützen zu Boden brach, ließ er die Klinge wieder verschwinden, die sich zwischen Ärmel und warmer Haut geschoben hatte und von der noch immer das warme Blut auf die Zinnen der Dächer tropfte. Als er einen Schritt nach vorn setzte, hörte er hinter sich, wie die Leiche des Schützen zurück gezogen wurde und wie aus dem Nichts ein weiterer Mann auf den Dächern erschien, gekleidet in die Rüstung der Bogenschützen der Wache. Juran nickte ihm nur knapp zu bevor er sich zum Gehen wandte, einen kurzen Blick hinüber zu Derran lenkend, der auf dem gegenüberliegenden Dach mit Pfeil und Bogen seine Stellung bezogen hatte und dem er den Befehl über die Männer gegeben hatte, die hier standen.
Wenn er ein Spion war, würde das hier seine letzte Mission sein und dennoch - Juran vertraute auf Fayes Urteil, was den anderen anging. Sich stellen, echote er in Gedanken die Worte des Fürsten dort unten, während er Absatz für Absatz hinter sich brachte und schließlich auf dem Boden landete, die Kapuze ins Gesicht gezogen und die Dolche wieder sicher verborgen hinter den Schichten von Gewändern. Araban stand dort vorn, unmittelbar in der Nähe des Fürsten und wahrscheinlich würde er tot sein, noch bevor er ihn erreichte, aber es würde reichen um trotzdem ein Zeichen zu setzen und um zu beweisen, dass der Fürst nicht so unverletzlich war, wie er jetzt gerade tat.
Die Routen der Wachen hatte Leonhard ihm zugespielt, der nicht hatte locker lassen wollen, um den Unschuldigen zu retten und in Gedanken bedankte sich Juran noch einmal bei dem Jungen, der sicherheitshalber im Versteck geblieben war, bevor seine alten Kameraden ihn in der Menge entdeckten. Juran wich einer vorübergehenden Wache aus und schob sich wieder durch die wütende Menge. Niemand nahm Notiz von ihm, niemand scherte sich darum, dass er sich nach vorn schob, während die Menschen der Stadt damit beschäftigt waren über den Widerstand zu fluchen und den geschundenen Mann dort vorn zu beleidigen. Nur in den Augen einiger Weniger konnte Juran Schrecken und Trauer erkennen - sie waren der Beweis dafür, dass es noch nicht zu spät war, um etwas zu verändern.
Als die erste Wache auf ihn aufmerksam wurde, war er bereits zu nah dran. Seine Klinge schob sich tief in den Unterleib des Mannes, Blut lief über seine Hände und als er nach vorn stolperte, schob Juran ihn zur Seite und überließ ihn der Menge, die den unwillkommenen Störenfried weiter nach hinten drängte, um besser sehen zu können. Nur noch ein paar Meter bis er an dem engeren Kreis war, den der Fürst um sein Opfer und sich selbst hatte ziehen lassen. Derran durfte ihn jetzt nicht im Stich lassen.
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Stimmi

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 11:13 pm

Ein kalter Wind pfiff ihm entgegen und rüttelte Derran noch einmal wach – als wollte ihm seine Umwelt noch einmal mitteilen, dass dies hier kein verrückter Traum, sondern die noch verrücktere Realität war. Er hatte seit seinem Zusammenbruch mit kaum jemanden gesprochen – nur ein paar Worte Faye, wobei diese großenteils aus einer Zusicherung bestanden, dass man den Rebellen vertrauen konnte und Juran, wenn auch ein wenig hitzköpfig, dennoch ein guter Mann war. Dass sie einer guten, einer richtigen Sache dienten. Und er möglicherweise auch bald. Tatsächlich gab es auch nicht mehr viele Alternativen für den, nun ehemaligen Wildhüter. Denn seinen Beruf einfach wieder antreten konnte er spätestens jetzt nicht mehr.

Als ihn Juran für diesen Überfall hier aus dem Versteck mitgenommen hatte, hatte er indes kaum ein Wort der Überzeugung gesprochen – lediglich genaue Instruktionen wie alles ablaufen sollte und wo sie sich im Falle eines Falles wieder treffen konnten. Wo es Verstecke gab und welchen größeren Leute aus dem Stadtteil man trauen konnte und welchen man tunlichst aus dem Weg gehen sollte. Die letzte Frage jedoch war ihm am meisten im Gedächtnis geblieben. „Kannst du mit dem Bogen umgehen?“ Er hatte genickt, mehr aus dem Reflex heraus als aus Überzeugung. Nicht das er nicht von seinen Fertigkeiten überzeugt war, jahrelang hatte er eine gute Arbeit als Wildhüter geleistet und mit dem Bogen hatte er seinen seinem achten Lebensjahr gejagt. Doch er hatte nie auch nur einen Schuss auf Menschen abgegeben. In der Theorie war natürlich alles gleich – zumal sich ein Mensch nicht ansatzweise so schnell und sprunghaft bewegte wie ein Reh, ein Hase oder ein Wolf. Doch dafür ließen ihn diese Ziele nicht zittern und mit einem Gefühl des Unbehagens zurück. Ein letztes Mal atmete er tief durch. Die Lunge füllte sich mit Sauerstoff und er legte seine Hand langsam an die Bogensehne. Den anderen Schützen, die meisten davon seit nicht einmal zwei Jahren mit der Waffe in der Übung, hatte er die Anweisung gegeben erst zwei Herzschläge nach ihm abzufeuern, damit sie anhand der Laufbahn seines Pfeils sehen konnten, ob sie selbst noch Korrekturen vornehmen mussten. Das wiederum bedeutete im Umkehrschluss aber auch, dass er selbst sich keinen Fehler erlauben dürfte. Er sah den Wachmann, schwer gepanzert und nur mit einer freien Stelle am Nacken, damit er den Kopf noch bewegen konnte, wie er direkt auf Juran zustürmte, da anscheinend langsam ein Verdacht aufkam, dass irgendetwas in der Menge nicht stimmte. Derran schloss die Augen, atmete langsam aus. Löste einen Finger, dann zwei von der Sehne, bis nur noch sein Zeigefinger die brachiale Kraft des Bogens zurückhielt.

Der Pfeil flog schließlich surrend davon und Derran wagte kaum dem Lauf des Geschosses zu folgen. Und die wenigen Sekunden vergingen, darauf hätte er alles geschworen, wie Stunden. Doch dann sah er, wie die Pfeilspitze den Nacken des Wachmannes durchstach in dieser durch die Kraft die der Pfeil aufgebaut hatte zur Seite geschleudert wurde. Und dann – genau zwei Herzschläge später, brach die Hölle über den Fürsten und seine Gefolgschaft auf.
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Yannic

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 11:23 pm

Ramos zuckte zurück, als die Pfeile neben ihm in den Boden einschlugen und zwei Wachen links und rechts neben ihm töteten. Er stolperte, fiel beinahe hin als einer seiner Wachen, ein Mann in leichter Rüstung ihn kräftig am Arm packte und zurück auf die Füße zog. Dieser war es auch, der zugleich den Gefangenen packte und diesen als menschliches Schutzschild nutzte, als die nächste Salve auf sie her niederging. Einer der Pfeile traf Araban statt Ramos in der Brust, ein zweiter Durchschlug den Hals des armseligen.
"Wir bringen euch von hier fort mein Fürst," raunte ihm die Wache zu, ließ den durchlöcherten Araban zu Boden fallen und zerrte Ramos ohne Rücksicht auf dessen Proteste von dem Podest und in die Kutsche, schloss hinter ihnen die Tür und schrie dem Fahrer zu, welcher den Pferden die Zügel spüren ließ.
Währenddessen hatten sich die Wachen zu sammeln begonnen, sicherten den Rückzug ihres Herrschers und aus einer Straßenecke flogen zwei Feuerbälle in Richtung des Angreifers. Sie trafen jedoch nicht Juran, sondern einige Marketenderinnen, deren billigen Kleider wie Zunder in Flammen aufgingen und sie schreiend in die Menge rennen ließ, welche vor ihnen zurück wich. Nun brach endgültiges Chaos aus, die Menge schrie und stieb auseinander. Man trampelte übereinander, irgendwo hörte man ein Kind schreien, während der Wagen des Fürsten durch enge Gassen ruckelte.
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Cat

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 11:41 pm

Juran stieß ein unwirsches Fluchen zwischen zusammengebissenen Zähnen aus als die Kutsche mit dem Fürsten davon fuhr und ihn vor die Wahl stellte, die ihm niemals schwerer gefallen war. Wenn er die Kutsche jetzt verfolgte, überließ er die Menschen hier dem sicheren Tod - seinen Leuten auf den Dächern eingeschlossen, wenn er blieb war die Chance vertan den Fürsten endlich zu erwischen. Er fluchte erneut und wandte sich dann um, der Frau mit den brennenden Kleidern hinterher um sie von den Füßen zu reißen und sie in einen der Umhänge einzuwickeln, die einer der panisch fliehenden Menschen hier liegen gelassen hatte und die nass von den Pfützen auf dem Boden waren. Rauch stieg ihm in die Nase, beißend und Übelkeit erregend, als er sich darum bemühte die Flammen zu löschen, deren Hitze er durch den Stoff bereits an seinen Händen spüren konnte. Er würde sie nicht retten können, aber er würde zumindest verhindern können, dass sie noch mehr Menschen in Brand steckte.
Araban war tot, eine weitere Unschuldige von Feuer ermordet und als er einen der Soldaten vor einem Kind von vielleicht acht Jahren stehen sah, die Klinge erhoben, war er auf den Füßen. Nicht noch einer. Die Ränder seiner Kleidung waren angesengt, Rauch brannte ihm noch immer in den Augen, als er nach vorn hastete und gerade noch rechtzeitig kam, um eines seiner Langmesser zwischen Einhänder und Kind zu schieben. Die Wucht des Schlags drängte ihn in die Knie und als der Soldat nach hinten stolperte, war Juran bereits bei ihm und hatte die Klinge zwischen Rüstung und Kinn tief in seinem Hals versenkt. "Lauf", forderte er das Kind auf und es brauchte einige Sekunden bis es seiner Aufforderung Folge leistete.
Derran und die anderen mussten weg, bevor der Magier auch noch ihre Stellung einnahmen und alles, was er nun tun konnte, war ihnen Zeit zu geben, die sie für die Flucht benötigten. Seine Schulter pochte, der Arm, mit dem er den Schlag des Soldaten abgefangen hatte, schmerzte, weil er die Wucht falsch eingeschätzt hatte und Juran zwang sich dazu den Schmerz zu unterdrücken.
Schmerz ist nur ein Werkzeug, das du unter Kontrolle haben solltest. Er belehrt uns, wann wir irren und er irritiert und schwächt unsere Widersacher, hörte er die Stimme seines Vaters in seinen Ohren und schnaubte leise darüber, weil ihn diese Erinnerung gerade jetzt heimsuchte. Menschen flohen heillos durch die engen Gassen, Schreie dröhnten in seinen Ohren während er sich durch den Strom bewegte, um wenigstens diejenigen abzulenken, die zur Verteidigung geblieben waren. Derran brauchte die Zeit zur Flucht.
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Stimmi

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   Sa Feb 11, 2017 11:59 pm

Das heillose Chaos das daraufhin auf den Straßen herrschte, brachte ihm fast die gleiche Panik ein, wie er sie am Vortag erlebt hatte, als Juran unmittelbar vor ihm einem Soldaten einfach so die Kehle durchgeschnitten hatte. „Rückzug“, befahl er den Anderen schließlich, die dies wiederum an den jeweils nahestehenden Rebellen weitergaben. Befehle – hatte er gerade wirklich Befehle an bewaffnete Leute weitergegeben? Mit einem Mal fühlte sich alles so falsch und seltsam an, dass von der vorherigen Euphorie seines Tuns nicht mehr viel übrig war. Er selbst blieb noch eine Weile stehen, legte Pfeil und Pfeil an die Sehne und schoss auf jeden Soldaten, den er erblicken konnte. Mehr aus Verzweiflung als aus schierer Überzeugung. Und vielleicht aus der Tatsache heraus, dass diese gerade blind und ziellos alles und jeden ermordeten. Ganz gleich ob Kind, Frau oder Mann. Scheinbar war jeder Anwesende hier ein Mitverschwörer.

Und genau dieser Anblick war es, der Derran noch einmal über das nachdenken ließ, was Faye ihm gesagt hatte. „Wir kämpfen hier im Grunde gegen jede Ungerechtigkeit. Und davon gibt es weiß Gott nicht wenig.“ Er selbst hatte vieles davon durch sein Leben vor der Stadt ausblenden können. Nicht alles – aber es hatte gereicht um es zu verdrängen. Mit diesem Anblick jedoch war dies nicht mehr möglich. Als er glaubte Juran würde einen sicheren Weg vom großen Platz haben, begann er selbst den Abstieg. Mit den Gedanken derart durcheinander, dass er sich bestimmt vier Mal verlief, bis er ihren vereinbarten Treffpunkt fand.
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Jul

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 6:11 pm

Leonard konnte gerade so einer Tasse ausweichen, die ihn beinahe am Kopf getroffen hätte. Ja, Faye sah wirklich nicht sehr erfreut darüber aus, dass Juran an diesem Morgen nicht mehr da war. Es kam nicht zum ersten Mal vor, dass der junge Mann sie beruhigen musste, dass sie nicht gleich ohne nach zu denken ihm hinterher rannte. So war der Anführer nun einmal. Stur und eigensinnig. Es war nicht immer leicht mit ihm. Dennoch wusste Leo, dass wenn einer es schaffen konnte, dann war er es. "So beruhig dich doch Faye!" Er hasste es, wenn ausgerechnet er sie beruhigen musste... Wäre sie jemand normales, wäre es ja kein Problem. Aber wenn sie wütend war, konnte sie eine überraschen große Kraft auf Gegenstände wirken, die sie warf. Zum Glück war Mittlerweile das meiste Geschirr aus Holz. Dennoch tat es schon weh, wenn man einen Teller oder einen Krug gegen den Kopf bekam. Der junge ehemalige Ritteranwärter konnte sich noch gut an die ersten Mal erinnern. Überfordert mit der Situation landete er schnell mal mit einem Krug am Kopf auf den Boden und war erst einmal für ein paar Minuten außer Gefecht gesetzt. Auch wenn er es ist nicht zu geben wollte, hatte er große Angst vor der Magierin. Denn sie konnte schon einmal Unberechenbar in ihrer Wut sein, weswegen er wirklich darauf hoffte, dass Juran bald wieder da seien würde oder sich Faye wieder beruhigt. Wobei das erste Nahe liegend war. Leider teilte sein Anführer ihn nicht den ganzen Plan mit. Daher war er froh, dass wer ihn wenigsten minimal helfen konnte. Leider war er noch nicht oft bei einsetzen draußen. Die Wachen kannten ihn zwar. Aber dennoch wollte er endlich wieder mit einen Plan verfolgen, statt hier nur seine Klinge zu schärfen und nur zu trainieren. Schließlich war die Ausbildung beim Orden nicht schlecht.
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Mia

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 6:30 pm

"Ich habe absolut keinen Grund und noch dazu keine Lust, mich zu beruhigen", donnerte sie Leonard entgegen und verfluchte in Gedanken wieder und wieder Juran. Sie hatte die Aufstände gehört, die schreienden Menschen, die durch die Gassen geflüchtet waren, Hauptsache weg, Hauptsache irgendwo hin, wo es sicher war. Dann war es still geworden und nach der Stille kamen die schweren Stiefel der Garde. Die Stiefel, die sie ebenfalls noch trug, wenn es erforderlich war. Es war ein gut gehütetes Geheimnis zwischen Juran und ihr, dass sie auch noch die dazugehörige Magierrobe besaß und sie hatten schon das ein oder andere Mal darauf zurückgreifen müssen, sie wieder einzuschleusen. Bei Plänen, die nicht im inneren Kreis stattfanden, hatte es bisher gut funktioniert. Nicht jeder Magier kannte den anderen.
Damals hätte sie sich diese Wutausbrüche nicht erlauben dürfen, die sie jetzt an den Tag legte, aber zur Hölle, was sollte es? Juran missachtete ihren ausdrücklichen Wunsch und das saß tiefer als die Schelte, die er ihr gestern erteilt hatte, obgleich sie unberechtigt gewesen war. Sie hatte sich entschieden, das Risiko - auch für sein Leben - nicht einzugehen. Nun waren Menschen gestorben, definitiv. Sie hatte einige Wortfetzen gehört, als sie sich atemlos an die Mauer gepresst hatte, um nirgendwo im Haus gesehen zu werden, sollten die Türen doch aufgestoßen werden. Niemand war gekommen. Das heruntergekommene Haus war selbst der Garde zu dreckig, aber die dünnen Wände waren auch gut, um Straßenlärm und Gespräche mitzubekommen, als wäre man mittendrin.
Die Wutsausbrüche hatten bereits damals in ihr gebrodelt. Hier schien es ihr nicht sinnvoll, damit hinter dem Zaun zu halten. Was ihr missfiel, war die Tatsache, dass durch ihren fehlenden Finger die Magie immer einmal wieder schief gelenkt wurde, weil sie sie nicht fokussieren konnte. Das meiste klappte, aber sobald sie unter Stress stand, konnte es für alle um sie her gefährlich werden. Es war besser geworden - viel besser sogar, aber die kleine Unberechenbarkeit blieb.
"Leonard, lass es gut sein", zischte sie und fuhr sich mit allen verbliebenen Fingern durch die Haare. Der Jüngere konnte nichts dafür, aber er war mit Chadim der einzige, der hier war und der Heiler war klug genug, ihr nicht unter die Augen zu treten.
"Hast du davon gewusst? Dass sie los wollten?!"
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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 6:57 pm

Der Junge schluckte, als er die Frage von der Zauberin vernahm. Langsam griff er mit zitternder Hand an seinen Schwertscheide. Es wirkte schon fast, als ob es ihn halten würde, ihn eine gewisse Sicherheit gab. Dennoch wich er einen Schritt nach hinten und spürte die dünne Wand hinter sich. Merkte, wie aussichtslos es war. Wer weiß, vielleicht wäre es doch besser gewesen, hätte er sich auf dem Dach versteckt. Leider war er sich sicher, dass es am heutigen Tag hier drinnen sicherer war.
Daher seufzte er und schaue zu Faye, "Nun... Jein, ich habe ihm die Pläne der Wachen beschafft... Was er genau vor hat, sagte er mir nicht... Aber Faye du solltest doch wissen wie er ist! Schließlich kennst du ihn schon länger als ich!" Auf alles gefasst, hielt er sich immer mehr um sein Schwert und löste die Schlafe. Niemals würde er die Klinge gegenüber Freunden heben. Doch zumindest konnte er so ab und zu eher Mal etwas abblocken. Je nachdem, was so rum lag.
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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:02 pm

Fayes Augen verengten sich zu Schlitzen, ehe sie die Hand hob und ein kleiner Wirbelsturm Leonard das Schwert einfach aus der Hand riss. Mit ein paar Drehungen landete es in ihrer eigenen, kühl und fein geschmiedet. Aber sie hatte heute kein Gespür für die schönen Dinge dieser Welt und knallte es flach auf den Tisch, ihre Hand über dem Heft liegen lassend, damit er nicht auf dumme Gedanken kam.
"Du wusstest es also", stellte sie fest und zog die Augenbrauen hoch, bevor sie auf die zweite Hand auf den Tisch stützte und sich darüber hinweg lehnte. "Ich weiß, wie er ist. Juran ist ein verdammter, bescheuerter Dummkopf, der nicht weiß, wann es genug ist und es besser wäre, einfach mal an sein Leben zu denken, statt an die Rebellion. Wenn er nämlich stirbt, ist das ganze dahin!"
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Jul

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:08 pm

Leo ballte seine beiden Hände zu Fäusten und knurrte kurz. Es war das erste Mal, dass ihm einer sein Schwert abgenommen hat. Auch wenn es eigentlich nicht seine Klinge war, war sie ihm wichtig. Schließlich war es die seines Vaters. Wie wohl jeder von dieser Truppe seine Geheimnisse hatte, so hatte auch er sie. Schon lange trug er den Hass gegenüber seines Vater mit sich. Einmal atmete er tief ein und aus und schaute wieder zu ihr. "Dann weißt du genauso gut wie ich, dass man ihn wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat nicht mehr davon abhalten kann." Langsam will er wieder nach der Klinge greifen, "Also gib mir bitte mein Schwert wieder. Wenn.. er sein Leben lassen würde, hätten wir schließlich immer noch dich. Du gehst wenigstens etwas vorsichtiger ran." Innerlich hoffte der Junge, dass seine Worte nicht falsch gewählt waren. Er hatte keine Lust gegen die Wand zu fliegen.
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Mia

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:13 pm

Sie war geneigt, das Schwert einfach in eine Ecke zu werfen, aber die Tatsache, dass sie wusste, wie sehr er daran hing, bewog sie nur dazu ihren Griff zu festigen. Er hatte es heben wollen und wenn es eine Regel gab, dann die, dass die Waffen nicht in die Hand genommen wurden, wenn sie in diesem Haus waren. Selbst Juran legte seine Dolche ab und erst wieder an, wenn er nach draußen ging und auch ihr Dolch war sicher verstaut in der Truhe neben der Tür.
"Ich würde niemals die Anführerin werden. Das Vertrauen, das wir alle in Juran haben - nein. Ich weiß selbst, dass es mir nie entgegen gebracht würde. Nicht bedingungslos", wandte sie ein, nicht wesentlich ruhiger. "Er hätte etwas sagen müssen!"
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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:20 pm

"Aber Faye. Ich... denke er hat es getan, da du wahrscheinlich schon am Abend ausgerastet wärst." ... und er hatte es gesagt. Es wurde ihm etwas zu spät bewusst, was er gerade sagte.
Schluckend schaute er ihr nun in die Augen und wartete ab. Darauf, was nun geschah. Ihm war nie klar, warum er vor Faye mehr Angst hatte, als vor den anderen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie wirklich so Unberechenbar war. Nie hatte er erwartet, dass sie es sich trauen würde, ihm das Schwert abzuholen. Schließlich war er trotz der Regal immer darauf betracht, dass es immer in seiner Nähe, damit er es immer im Auge hatte. Nie ließ er es alleine und hatte es noch keinem der anderen in die Hand gegeben. Dafür war es zu wertvoll. Schließlich gab es eine wichtige Aufgabe für ihn, die er damit erfüllen musste. "Er sagt so gut wie nie etwas..." versuchte er sich noch zu rechtfertigen.
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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:23 pm

"Er muss nicht viel sagen", murrte Faye und schüttelte den Kopf, ehe sie das Schwert griff und es Leonard hart gegen die Brust stieß, flache Seite voraus und vertikal. Ihre Stimme war jetzt nicht mehr aufbrausend, sondern hart und ruhig. "Erheb nie wieder deine Waffe gegen irgendjemanden in diesem Haus, Leonard. Nicht einmal zur Verteidigung."
"Übrigens ist es mein gutes Recht, einzugreifen, wenn der Dummkopf sich wieder in Situationen bringt, die nicht hätten sein müssen!"
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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:29 pm

Erleichtert seufzte Leo. Jedoch schaute er beschämt zu Boden, "Es... tut mir Leid Faye. Ich habe nicht nachgedacht." Auch wenn er nun schon zwei Jahre lang hier war, war es für ihn immer noch komisch ohne seine Waffe am Gürtel durch das Haus zu streifen. Der jüngere setzte sich hin und krallte sich in den Stoff seiner Hose. Vor ihm lag noch immer seine Klinge, die er ablegte. Die Worte von ihn ihr halten immer noch durch seinen Kopf. Genauso erinnerte er sich an ein paar Worte von seinem Vater. Er ehrte ihn, bis an den Tag, als er ihm mitteilte, dass er seinen Eid nicht ablegen würde, "Ich weiß ja, dass du Recht hast Faye... Aber was hätte ich bitte schön machen sollen? Wenn dann bist du die einzige, die ihn überhaupt Aufhalten kann."
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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:33 pm

Schnaubend warf Faye die Hände in die Luft. "Er hört nicht auf mich. Er hört auf niemanden!", fluchte sie und trat mit dem Fuß gegen den Putzeimer, den sie heute Morgen noch gefüllte hatte, ehe ihr die Stille im Haus bewusst geworden war. Das Seifenwasser lief in alle Richtungen davon und die kleine Welle, die sie verursacht hatte, schwappte matt gegen die Eingangstür, die sich just in diesem Moment öffnete.
"Oh. Die Person des Tages kehrt nach Hause", grüßte sie spöttisch und verneigte sich mit einer ausholenden Geste. "Wie schön von Euch beehrt zu werden, der Herr. Und wie schön, dass Ihr uns Eure Pläne mitgeteilt habt, so dass wir hier auf Euch warten konnten." Ihr Augenlid zuckte, als sie sich wieder aufrichtete, die Arme vor der Brust verschränkt. Ihr Magen rebellierte und heiße Schauer liefen ihr den Rücken hinunter. Magie kribbelte in ihren Fingern.
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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:39 pm

Ja, das war genau das, was Juran erwartet hatte, als er bereits von Weitem Fayes laute Stimme durch die dünnen Wände des Hauses hatte hören können und einen kurzen Blick hinüber zu Derran gelenkt hatte, während er darüber nachgedacht hatte, das Heimkommen noch ein wenig zu verzögern. Auf der anderen Seite schmerzten seine Handflächen von dem Feuer, das er versucht hatte zu löschen und sie zu Fäusten zu ballen, verstärkte nur das Pochen in seinem Schädel, das sich zu dem Ziehen in seiner Schulter gesellt hatte. Derran war unversehrt geblieben, keinem seiner eigenen Leute war etwas geschehen und auch, wenn sie Araban nicht hatten retten können - er hatte immerhin beweisen können, dass der Fürst nicht so unantastbar war, wie er stets geglaubt hatte.
"Spar dir den Spott, Faye", hob er die Stimme, als Derran hinter ihm ebenfalls eingetreten war und schloss die Tür hinter sich, die Dolche wieder auf dem Tisch ablegend und die Hände hebend, bevor die wütende Magierin auf den Gedanken kam neben all dem Geschirr, das sie abermals zerstört hatte, jetzt auch noch mit ihm weiterzumachen. "Ich weiß, dass wir etwas anderes besprochen hatten."
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Mia

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:43 pm

"Das ist jetzt also deine Taktik?", fragte Faye nur und mahnte sich innerlich zur Ruhe. "Besprich etwas mit deinen Leuten, mach aber etwas ganz anderes? Du hast mich gefragt, Juran! Du wusstest, wie hart die Entscheidung für mich ist und du trittst sie mit Füßen, just in der Sekunde, in der ich mich umwende?!"
Sie sah die Erschöpfung auf seinem Gesicht, den Frust. Sie brauchte nicht zu fragen, wie die Mission verlaufen war, denn wäre es gut gegangen, hätten sie noch Araban im Schlepptau. Da aber nur Derran durch die Tür kam und die vorsichtig hinter sich ins Schloss zog, musste sie davon ausgehen, dass alles den Bach runtergegangen war.
Es war eine Schande. Verschwendetes Leben. Und ein zu hohes Risiko. Sie hatte trotzdem bis zu diesem Moment gehofft ... Ihr Magen zog sich zusammen und sie widerstand dem Drang, eine Hand darüber zu legen um ihn zu beruhigen. Das geschah einfach zu oft, wenn ihre Gefühle im Spiel waren und jahrelange Übung hatten ihr diesen Zug nicht abtrainieren können. Ein Grund, warum sie die Garde überhaupt verlassen hatte.

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Stimmi

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 7:52 pm

Derran sah mit einer skeptischen Miene zu Faye, deren Zorn er nur um Ansatz verstehen konnte. Worauf die Wut jedoch fußte konnte er schnell und eindeutig sagen. „Wir haben nichts desto trotz eine Botschaft ausgestrahlt“, mischte sich schließlich Derran mit seiner kratzigen Stimme ein. „Es gab … Verluste, ja. Und glaub mir Faye, ich habe etwas derartiges noch nie gesehen. Und auch noch nie vorher einen Menschen umgebracht, geschweige denn überhaupt in Erwägung gezogen ihn zu verletzen. Aber auch wenn mir die Beine deswegen immer noch weich sind, schien es das richtige zu sein. Ich meine was die Leute des Fürsten auf dem Platz getan haben, nachdem der erste Pfeil einen seiner Leute niedergestreckt hatte ...“ Derran schüttelte beinahe apathisch den Kopf. „Ich … hatte keine Ahnung des es derart schlimm ist.“
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Jul

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 8:06 pm

Ein leichtes auflachen konnte er bei Derrans Worten nicht verkneifen. Der Junge stand auf und schaute in die Augen des anderen, "Wenn du keine Ahnung davon hattest... Hattest du wirklich Glück. So ist es schon eigentlich, seitdem die ganze Scheiße hier angefangen hat. Der Orden hält sich kaum noch an seine eigene Regeln, ist fast schon blind. Er ist nun einmal nicht mehr das, was sie waren, was sie eigentlich seien sollten. Sie sollten für die Bürger da stehen und keinen irren Fürsten unterstützen!" Die Wut brannte in seinen Augen und seine Stimme wirkte fast schon rau, "Selbst die neuen Anwärter sind so blind oder haben einfach nur Angst, den Eid nicht abzulegen. Mittlerweile schäme ich mich dafür, dass ich einige Zeit lang diesem Orden diente." Voller Wut schlug er mit seiner Faust auf den Tisch. "Also glaub mir... dann hattest du bis heute eine wirklich ruhige Zeit."
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Cat

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BeitragThema: Re: Stunde 0 - Rebels   So Feb 12, 2017 8:15 pm

"Schluss jetzt", funkte Juran dazwischen und schüttelte den Kopf, Leon nur einen kurzen warnenden Blick zuwerfend. Das, was sie brauchten, waren keine Tatsachen, die jeder von ihnen hier kannte, keine ausgebreitete Vorgeschichte, die ihnen eines Tages allen das Genick würde brechen können und Derran war durch die Ereignisse auf dem Marktplatz mitgenommen genug. Er musste ihn nicht noch weiter quälen, indem Leon ihm jetzt auch noch mit mehr Wahrheiten konfrontierte.
"Wir haben alle Dinge getan, auf die wir nicht stolz gewesen sind, bevor wir hierher gekommen sind. Wir haben alle Dinge getan, auf die wir nicht stolz sind, seit wir hier sind, aber es ist nicht in Ordnung einem anderen sein ruhiges Leben zu neiden, Leonard", fuhr er ruhig fort, die Augen fest auf dem Jüngeren fixiert, dessen Zorn er nur allzu deutlich in jeder einzelnen Bewegung wahrnehmen konnte. "Wir sind alle hier, weil wir sehen, was da draußen vor sich geht und weil wir dem ein Ende bereiten wollen." Wenn schon nicht für sie selbst, dann wenigstens für die Generationen, die nach ihnen kamen. "Deshalb waren wir dort draußen. Um zu beweisen, dass der Fürst nicht unverletzlich ist." Araban war ohnehin schon tot gewesen, als sie aufgebrochen waren und trotzdem würde Juran nicht das Gesicht des Mannes vergessen, das ihn angesehen hatte. Sein herunterhängendes Gesicht, die aufgeschnittene Haut, die ausgerissenen Nägel - er würde Faye nicht sagen, in welchem Zustand er ihn gesehen hatte. Es war besser, sie war wütend auf ihn als mit der nur allzu deutlichen Wahrheit konfrontiert zu werden.
"Und zumindest darin hatten wir Erfolg. Derran hat da draußen gute Arbeit geleistet, er hat sich bewiesen und er hat unser Vertrauen verdient." Denn, wenn Juran ehrlich war, wäre er ohne die Unterstützung des anderen inzwischen tot. "Das, was wir jetzt tun müssen, ist uns auf das Kommende zu konzentrieren, statt weiter in der Vergangenheit zu hängen. Sie wird uns nicht helfen, wenn wir ihn seines Einflusses berauben und töten wollen."
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