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Re: Kapitel 10

am Do Aug 24, 2017 8:09 pm
Überrascht sah sie ihn an und schüttelte den Kopf. "Nein. Natürlich ist es manchmal einfacher, Entscheidungen nicht von zehn Leuten rechtfertigen zu müssen - oder vor einer, die die Entscheidungsgewalt von zehnen hat - aber ... es war ein Zuhause. Natürlich kommt man nicht mit allen klar, mag nicht jeden, aber wenn es hart auf hart kommt, ziehen alle an einem Strang." Ja, sie wusste zur Genüge, dass diese Erklärung sehr einfach ausgedrückt war, aber es war nicht die Zeit für große Worte oder Reden. "Es hatte sich gut angefühlt. Und lach ruhig, aber ich vermisse Septim." Sie zuckte die Schultern. "Und Chadim und die Lehrstunden bei ihm."
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Re: Kapitel 10

am Do Aug 24, 2017 8:11 pm
Walerian hatte ebenfalls die Schultern gestrafft, wenngleich er auch unrasiert und Dreckig von der Reise keinen all zu herrschaftlichen Eindruck machte. Sein Bart wuchs nicht durchgehend und auch nicht dicht und gab ihm eher das Aussehen eines halb rasierten Dackels als das eines wahren Mannes.
Nach wenigen Minuten erreichten sie das Heerlager, durch das mit schnellen und kontrollierten Schritten dutzende Soldaten marschierten. Die einen mit dem Schwert der Templer, die anderen mit dem Greifen des Kronprinzen auf der Brust.
Das Zelt seines Bruders zu finden war nicht schwer - es lag genau in der Mitte des Heerlagers und war das größte von allen. Ganz in Karmesinrot gehalten und Willem wurde schwindelig wenn er bedachte wie viel es gekostet haben mochte den Stoff eines so riesigen Zeltes rot zu färben.
Er warf einen kurzen Blick hinüber zu Lyra als die Wachen vor dem Zelt ihnen mit ihren langen Hellebarden den Zugang versperrten. "Seine Hoheit wünscht nicht gestört zu werden!"
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Re: Kapitel 10

am Do Aug 24, 2017 8:19 pm
"Seine Hoheit befindet sich hinter den Mauern dieser Stadt und nicht hinter einigen Stoffbahnen und muss von ein paar gut dressierten Kötern bewacht werden. Denkt beim nächsten Mal darüber nach, wem ihr den Eintritt verwehrt und nun tretet zur Seite, bevor ihr mich zu anderweitigen Handlungen zwingt. Wir haben bereits eine sehr hübsche Statue eines Soldaten in unserem Hof stehen", fuhr Lyra die beiden Männer ungerührt an und hob die Hand, um die Finger auf eine der Hellebarden zu legen. Langsam nur zog sich Eis über das Holz des Griffes bis hinab zu den Händen des Soldaten. Sie würde sich nicht von einem Soldaten sagen lassen, was sie zu tun und zu lassen hatte - nicht mit einer Hauptstadt und dem König in ihrem Rücken und erst Recht nicht vor Walerians Augen.
Grob schob sie den ersten Soldaten bei Seite und schlug die Stoffbahnen des großen Zelts zur Seite, Walerian kurzerhand mit sich ziehend, bevor auch nur eine der Leibwachen auf einen dummen Gedanken kommen konnte. "Cailan", begrüßte sie Hieronims Ältesten. "Möchtest du uns zufälligerweise erklären, was dieses Feldlager vor der Hauptstadt zu bedeuten hat?"

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Septim.
Für einen Moment kehrte Wehmut und das seltene Gefühl von Heimweh in Emerson ein und ließ ihn die Augen senken und schwer seufzen. So sehr er sich während der letzten Zeit auch immer wieder mit ihm gestritten hatte - er blieb noch immer sein Vater und er wusste, dass er alt wurde. Dass er nicht mehr so stark und unangreifbar war, wie er früher immer gewirkt hatte. Angst um den Älteren presste sein Herz zusammen - Angst davor, dass er nicht an seiner Seite sein konnte, wenn er ihn am Dringendsten brauchte und Angst davor, dass er nicht mehr da sein würde, wenn sie zurückkehrten, weil sie sich zu viel Zeit gelassen hatten.
"Ich auch."
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Re: Kapitel 10

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