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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 5:57 pm
Kurz zögernd wandte sie sich zu ihm um. Er sollte nicht falsch denken, es war nichts, was sie im Moment brauchen konnte - aber er hatte gefragt. "Ein Ansatz, wie man die Unfruchtbarkeit der Magierinnen rückgängig machen kann."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:02 pm
Blinzelnd fand Emerson sich geradewegs mit diesen paar Worten mit einem Gefühl stehen gelassen, als habe ihn ein ganzer Pferdewagen überrollt und im Matsch liegen gelassen, während er um Worte haderte. Die Unfruchtbarkeit von Magierinnen war bislang kein Problem für ihn gewesen - es hatte bedeutete, dass kein Kind allen Vorhaben in die Quer kommen konnte. Jetzt damit konfrontiert zu werden, dass es dafür scheinbar eine Lösung gab, brachte ihn in die unangenehme Lage, sich damit konfrontiert zu sehen, was sein würde, wenn Faye diesem Ansatz nachgehen wollte. Sie hatten niemals darüber gesprochen, es war einfach nicht interessant gewesen - nicht von Belang zwischen Bruderschaften, Magiern, Zirkeln und den eigenen, ganz persönlichen Problemen, die auch sie immer mal wieder hatten, wenn ihre Interessen nicht miteinander zu vereinbaren waren.
"Was willst du damit machen?", stellte er die wenig kreative Frage und verdammte sich selbst dafür, dass er zu wenig von alledem verstand. Er hatte die beiden hierher geführt - das hier war jetzt wohl sowas, wie der Lohn dafür.
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:04 pm
Abwehrend hob Faye die Hände. Ach verdammt noch mal, sie hatte gewusst, dass er so reagieren würde! Dabei war wirklich kein einziger Hintergedanke in ihren Worten. "Nichts, Emerson - Lyra wird es brennend interessieren. Ich würde es gerne den Mädchen ersparen, die noch in den Zirkeln sind. Es ändert nichts für ... uns."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:08 pm
„Ich, ähm“, Ari, der inzwischen gelernt hatte wann seine Anwesenheit gewünscht war und wann zwei Personen, vor allem Liebende lieber allein sein sollten, machte ein paar Schritte in Richtung Ausgang. „Ich warte schon mal vorne auf euch. Wenn ich das hier richtig sehe dann sind das etliche Pergamente die einmal zu einer einzigen, langen Rolle gehörten. Mit etwas Glück finde ich vorn noch etwas. Vielleicht lässt sich das Eis vorne ja abtauen, sodass man die eine oder andere Aufzeichnung mitnehmen kann.“ Und mit diesen Worten begab er sich, recht schnellen Schrittes zurück zum Ausgang.
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:14 pm
Ach verdammt, er hatte gewusst, dass er sie dadurch vor den Kopf stoßen würde, wenn er auch nur einen einzigen Ton dazu von sich geben würde. In einem Moment wünschte er sich noch, er hätte niemals gefragt, im anderen, er könne es Aristeas gleichtun und einfach verschwinden - leider war keines von beidem noch möglich. Stattdessen fand er sich in derselben Situation wieder und hob die Hände, nur um seine Finger sacht um die der anderen zu legen und sie dann sacht zu sich heran zu ziehen, weil ihm ihr Zögern aufgefallen war.
"Vielleicht irgendwann", räumte er schließlich leise ein, weil es jetzt weder sicher genug war, noch auch nur ansatzweise mit dem Leben vereinbar, das sie beide führten und in dem sie froh waren, wenn sie nur für eine Woche lang einen sicheren Unterschlupf hatten. "Dann, wenn wir Erfolg hatten und es schon ein paar andere gibt."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:18 pm
Leise lachend schüttelte Faye den Kopf und fuhr mit ihren Fingern über Emersons Wange. "Em. Du verstehst mich gerade absichtlich falsch. Ich will das nicht für mich - wollte ich nie. Es ist eine Ungerechtigkeit, die ich anderen ersparen möchte und die für diejenigen, die es betrifft und die es gerne anders hätten, eine unglaubliche Belastung darstellt. Das hier ist ein großer Fund für die Magier und ich möchte meinen Anteil dazu leisten, alles wieder in geregelte Bahnen zu lenken, so, wie es die Natur vorgesehen hat. Aber für meinen Teil bin ich zufrieden, so, wie es ist. Unser Leben ist nicht für Kinder gemacht - weder deines noch meines."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:21 pm
Erleichterung fraß sich durch seine Venen und für einen kurzen Moment erlaubte er es sich sogar aufzuatmen, fest in der Befürchtung, sie würde den Stein hören, der ihm gerade vom Herzen gefallen war und der jetzt zu seinen Füßen kullerte.
"Gott sei dank", entfuhr es ihm, noch bevor er genauer darüber nachdachte. "Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:23 pm
Gut, das war nicht ganz die Reaktion, die sie erwartet hatte und merkwürdig genug, dass ihr nur die Art und Weise, wie er es sagte, einen schmerzhaften Stich versetzte, auch wenn es nichts an ihrer Entscheidung änderte.
"Ein wenig ... weniger ... unsanft hättest du das vielleicht auch zum Ausdruck bringen können", informierte sie ihn, als sie sich aus seinem Griff löste und zurück zu den Pergamenten trat.
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:27 pm
"Ich war noch nie gut in sowas, das weißt du", schob er die Entschuldigung gleich hintenan und trat noch einmal kurz von hinten an sie herum, die Arme um ihre Taille legend und sie auf den Schopf küssend. "Es tut mir leid." Nur langsam löste er sich wieder von ihr und kehrte zurück zu dem Platz, den er zuvor für diese unliebsame Debatte verlassen hatte und auf dem er eigentlich hätte sitzen bleiben sollen, um das zu vermeiden - blieb nur zu hoffen, dass sie dieses Thema bald überwunden hatten, auch wenn er sich gar keine Illusionen darüber machte, dass spätestens Eleonora ihn noch dafür zur Verantwortung ziehen würde.
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:33 pm
„Vorn ist nicht wirklich viel das man noch gebrauchen könnte. Etliche Auflistungen alter Namen. Herrscher, Vertreter, Hauptmänner. Naja zumindest wissen wir jetzt das dieses denken in Rängen nicht erst ein paar hundert Jahre zurückliegt“, ließ Ari verlauten, als er zurückkam, doch Hände erneut am Eis. „Können wir?“
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:34 pm
"Warte noch kurz", bat Faye und stellte sich erneut vor die Pergamente, um sie sich in ihr Gedächtnis zu brennen. Wer wusste, ob sie jemals hierher zurückkehren konnten, wenn es wirklich dringend war?
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:41 pm
„Warte kurz“, fiel es dem jungen Zauberweber dann mit einem Mal ein, ehe er nach einem kleinen Bogen Pergament kramte, welchen er in dem gerade erst fertiggestellten Hemd untergebracht hatte. Kurz darauf folgte ein angespitztes Stück Kohle, welches er in ein paar Tücher gewickelt hatte. „Es sollte nicht lange dauern. Wenn ich das was ich da sehe richtig deute, braucht es gar nicht viel um“, er verstummte, wusste er doch nicht wie er selbst all dies ohne Faye auf die Füße zu treten beschreiben sollte. Doch nein, erst jetzt fiel ihm auf, dass dies nicht nur Faye betraf. Er hatte sich allerdings nie wirkliche Gedanken über Nachwuchs gemacht, wie auch? Bis vor ein paar Monaten war all sein Denken der Akademie geprägt. Und danach? Dem überleben. Seinem und dem seiner Vertrauten, seiner Familie.
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:52 pm
"Die Frage bleibt - was machen wir damit?", hakte sich Emerson wieder in das Gesprächsthema ein, als er sicher war, dass er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, was dieses Gespräch betraf und einen kurzen Blick rüber zu Aristeas Notizen warf. Er selbst hatte sich zwar diese Dinge durchgelesen, aber nur mit der Hälfte davon wirklich anfangen können - es war Magierzeug mit all den Elixieren und Wundermittelchen, mit denen sie arbeiteten.
"Geben wir es weiter oder behalten wir es einstweilen für uns?"
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 6:54 pm
Es war eine berechtigte Frage. Etwas, was zu einer mittelschweren Katastrophe führen konnte, egal, welche Richtung sie einschlugen. Dennoch zwitscherte da eine kleine Stimme in Fayes Kopf, plädierte für eine einzige Lösung.
"Lass mich mit Lyra reden. Vielleicht können wir verhandeln. Das ist etwas, was sie wirklich will - vielleicht kann sie den König umstimmen und uns von dieser elenden Aufgabe freisprechen."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 7:31 pm
Viel hatte er hier nicht tun können. Glücklicherweise erkannte ihn hier niemand als einen der Erben aus Shoaks, doch hatte Aias es auch nicht darauf anlegen wollen. Also hatte er sich, nachdem man ihnen einige Freiheiten eingeräumt hatte, damit begonnen sich um die Ställe der Stadt zu kümmern, welche im Vergleich zu seinem damaligen, wenn auch kleinen Fürstentum, recht klein waren. Die Gründe dafür lagen allerdings auf der Hand: die meisten Nordmänner waren entweder nur halbwegs passable Reiter oder konnten dies gar nicht, was vor allem daran lag, dass die Wildpferde in diesen rauen Regionen ungleich schwerer zu zähmen waren als in den restlichen Teilen der Welt. Lediglich Shoaks hatte es über die Jahrhunderte hinweg zu einer Tradition gemacht, dass jeder junge Mann in den Sattel kam. Und eben das hatte auch über all die Zeit hinweg ihre Unabhängigkeit erhalten. Die Macht ihrer Kavallerie war noch heute in aller Munde. Doch gegen die Politik und die Vereinigung aller Fürstentümer? Dagegen hatte auch der beste Reiter und das schnellste Streitross nichts ausrichten können. Den Stallburschen der hier eigentlich Dienst hatte, hatte er nach ein paar Tagen zu seinem Herrn zurückgeschickt mit der Bitte, sich einen anderen Berufszweig auszusuchen. Denn die Tiere waren allesamt nicht gut versorgt. Das Fell ungepflegt, die Tiere unterernährt und im Dreck stehend. Vier Tage hatte es Aias gekostet die Tiere wieder halbwegs auf Vordermann zu bringen. Nun, nachdem er das innere des Stalls ebenfalls gereinigt und zumindest halbwegs erneuert hatte, machte er sich an das Dach. „Was gibts?“ Er sah nicht wer hinter ihm war, hörte jedoch das laute Knirschen des Schnees. „Ich bin beschäftigt“, murmelte er mit gut einem dutzend Nägeln im Mund, welche er kurz darauf durch die Holzleisten trieb. Das Dach war an mehreren Stellen beschädigt, doch dürfte es, dank der einfachen Bauform, auch für einen Laien wie ihn ein leichtes sein, dieses zu flicken.
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 7:44 pm
Die Kälte machte ihr hier nichts aus, geschweige denn dass sie der Schnee kümmerte, der zu ihren Füßen lag und der bei jedem noch so kleinen Schritt, den sie setzte knirschte, weil sie sich keine Mühe gab, ihre Schritte leiser wirken zu lassen. Die Stadt, in der die anderen nun bereits seit einigen Wochen festsaßen, war ein kleines Fischerdorf im Vergleich zu den Städten, die sie aus dem Süden gewohnt war und wo immer sie hinsah, sie erblickte Menschen, die ihr mit Missgunst begegneten. Männer mit langen Bärten, Äxten und die nach harter Arbeit aussahen, Frauen, die entweder mit den Männern trainierten oder aber sich um ihre Familien kümmerten - alles hier war bodenständig, gewöhnlich und einfach und nichts von alledem hier war etwas, wonach es Lyra ziehen würde.
Der Wind strich ihr um die Nase, die Kälte war ein allgegenwärtiger Begleiter, ihre Gewänder nicht auf das angepasst, was ihr hier entgegen kam und trotzdem hatte kein Weg daran vorbei geführt. Nicht nach ihrem letzten Gespräch mit Faye über den Xenograph und den Nachrichten, die sie aus Kaladir mitgebracht hatte. Umso unbegeisterter war sie jetzt ausgerechnet Aias als Erstem von der kleinen Gruppe zu begegnen, die Hieronim und sie in den Norden entsandt hatten. "Das sehe ich", hob sie die Stimme und gleichzeitig die Augenbrauen. "Ich hatte dich nur nicht für jemanden gehalten, der seiner alten Heimat noch einen so großen Gefallen tun will und nun ihre Stallungen repariert. Wo ist deine rothaarige Freundin?"
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 7:49 pm
„Zwischen meinen Beinen, hörst du sie nicht? Sie kann grad nur nichts sagen, sie hat den Mund voll“, und wie um die Worte zu untermalen, hämmerte Aias das nächste Dielenbrett auf die schweren Balken. „Freut mich dich zu sehen Lyra, oder vielmehr dich zu hören.“ Ein weiteres Brett folgte, während er spürte wie sein Puls allmählich ein wenig nach oben ging. „Und was soll ich sagen? Ich wollte den Anderen helfen, nun sitze ich hier. Könnte allerdings schlimmer sein. Das Wetter habe ich tatsächlich irgendwie vermisst. Wie steht es mit dir? Hast du die Sonne in der Hauptstadt inzwischen vom scheinen abgehalten, weil sie dir sonst irgendetwas nehmen könnte? Aufmerksamkeit zum Beispiel?“
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 7:55 pm
Ein abfälliges Lächeln war alles, was über Lyras Lippen huschte, als Aias den verzweifelten Versuch startete lustig zu sein und stieß so lediglich ein resigniertes Seufzen aus. Wenn sie ehrlich war, dann hatte sie auf ein freundlicheres Willkommen gehofft und nur für einen kurzen Wimpernschlag huschte etwas ähnliches wie Wehmut über ihr Gesicht. Sie hatten viel miteinander geteilt, viele Worte und noch viel mehr Nähe und zwischen dem Streit, den sie beim letzten Mal miteinander gehabt hatten und den guten Erinnerungen an die Reise, hatte sie festgestellt, dass sie seine Nähe tatsächlich vermisst hatte. Inzwischen fragte sie sich angesichts eben jener Worte, wie sie hatte so dumm sein können, wirklich gehofft zu haben, etwas könne sich verändert haben.
"Nachdem ihr euch redliche Mühe damit gegeben habt, den Sturm zu den Grenzen zu schicken und uns damit für einige Zeit handlungsunfähig gemacht habt, muss ich dir leider sagen, dass es Faye war, die die Sonne vom Scheinen abgehalten hat", teilte sie ihm jetzt nur mit, weil sie zu stolz war, seine Worte einfach so stehen zu lassen. "Freut mich ebenfalls dich gesund wieder zu sehen, Aias."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 7:58 pm
Ein lautes Seufzen war von Aias zu hören, ehe er eine letzte Diele auf dem Dach festmachte und sich dann mit einem fixen Sprung vor Lyra begab. Sie sah verändert aus. Sorgenvoller, mit Furchen im Gesicht, die sie zuvor nicht gehabt hatte. „Du siehst wiederum alles andere als gut aus“, meinte er dann in einem weitaus ernsterem Ton als vorher. „Was ist los?“
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 8:04 pm
"Der vierte Zirkel ist inzwischen gefallen. Sie haben alle Magier dort umgebracht, von den Zöglingen bis hin zu den obersten Verzauberern und jede Woche werden es mehr. Ich habe ein paar retten können, aber wir werden täglich weniger. Einige von uns haben ... den Freitod gewählt, bevor die Templer sie erwischen können."
Sie erinnerte sich daran, die Bücher gesichtet zu haben, nachdem die Kirche das Recht der Auflösung für den nächsten Zirkel gefordert hatte und Hieronim dem zugestimmt hatte. Der Zwischenfall mit dem Fürsten und der Zauberin hatte auch ihn vorsichtiger werden lassen, der Kampf zwischen dem Kantor des Lichts und einem von Septims Leuten hatte die Kirche ihnen gegenüber nicht wohlwollender gestimmt und Resul de Vere machte es ihr schwer am Hof noch so frei agieren zu können, wie zuvor.
"Für uns Magier gibt es bald keinen Ort mehr und der Süden hat unser Gesuch auf Hilfe abgewiesen. Es ist zu gefährlich und widerspricht den politischen Interessen."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 8:08 pm
„Weißt du“, fing er an und wischte ihren bis dato ausgetragenen Konflikt einfach beiseite. Die Sorge in ihrem Gesicht hatte ihn getroffen wie ein Schwall kaltes Wasser und er fing an die sarkastischen Worte zu bereuen. „Ich könnte in meine Heimat zurück. Nach Shoaks. Mein Vater liegt, wenn ich dem Gerede hier glauben darf, inzwischen ihm sterben. Irgend eine Krankheit die die Leute langsam dahinraffen lässt. Zwar hätte ich keine allumfassende Macht über Shoaks da diese Vereinigung Henrik den Oberbefehl über alles gibt, aber ich hätte trotzdem die Möglichkeit Magier aufzunehmen. Das heißt, wenn das überhaupt eine Option für dich ist.“
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 8:13 pm
Überrascht von seinem Angebot blinzelte Lyra zuerst, dann stahl sich ein sachtes, weiches Lächeln auf ihr Gesicht, bevor sie die Hand ausstreckte und ihre Finger vorsichtig um die des anderen schob. Die Wärme dort war ebenso sehr vertraut wie die rauen Schwielen auf seiner Haut, die sie längst kannte. "Du wolltest deine Heimat niemals wiedersehen", erinnerte sie ihn, weil es ein schöner Vorschlag war, es ihr aber zeitgleich auch falsch vorkam, ihn dorthin zurück zu drängen, wo er so viele schlechte Erinnerungen gemacht hatte.
"Du hast gesagt, dass du fortgegangen bist, um dieses Erbe niemals annehmen zu müssen und jetzt stehst du hier und bietest mir das an, was für dich schlimmer als alles andere gewesen ist?", fragte sie und löste eine Hand, nur um sie wenig später sacht an seine Wange zu legen. "Du würdest dort nicht glücklich werden, das hast du selbst gesagt. Verbieg dich nicht dafür - wir finden eine andere Lösung."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 8:22 pm
„Allerdings glaube ich nicht das es eine andere Lösung gibt“, antwortete Aias, nun ebenfalls ein Lächeln auf den Lippen. Kurz wanderte seine Hand zu ihrer und für einen Augenblick erschrak er beinahe darüber, wie weich ihre Hände waren. Und im nächsten Moment darüber, wie schnell er dieses Gefühl vergessen hatte. Wie er es überhaupt hatte vergessen können. „Allerdings wissen Henrik und seine Handlanger über meine Herkunft Bescheid. Ein ruhiges Leben werde ich nun ohnehin nicht mehr haben. Sie haben den Norden verseucht mit all ihren Intrigen und Machtspielen, dass kann ich nicht mehr ändern. Was ich allerdings ändern kann, jetzt und hier … ist das Schicksal von Menschen, die wegen ihren Begabungen gejagt werden.“
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 8:28 pm
"Und wie willst du das machen, Aias? Vor Henrik treten und ihm mitteilen, dass du und das kleine Fürstentum nicht mehr auf ihn hören willst? Du bringst dich damit in große Gefahr, wenn du es einfach tust, ohne seine Erlaubnis, so gern ich auch darauf eingehen würde. Sie haben dir jetzt noch nichts angetan, aber ich weiß nicht, ob sie es weiterhin so halten werden, wenn du ihnen jetzt so vor die Füße spuckst."
Ihr war nicht wohl bei der Angelegenheit, dabei, dass sie Aias dazu zwang etwas zu unternehmen, was er nicht wollte und ihn damit in riesige Gefahr brachte, weil sie den Fürsten des Nordens weder kannte, noch einzuschätzen wusste. Sie hatte versucht mit Hieronim über den Kampf im Norden zu sprechen, darüber den Auftrag abzubrechen und sich stattdessen in den Süden zu wenden, weil eben jener Süden ihnen die Hilfe versagt hatte, aber sie war auf taube Ohren gestoßen. "Handle bedacht, Aias, auch wenn ich weiß, dass das nicht deine Stärke ist. Wenn du dein Leben aufs Spiel setzt, hilfst du niemandem außer deinen Feinden."
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Re: Kapitel 12

am So Sep 17, 2017 8:37 pm
„Welche Feinde denn? Das hier ist nicht mein Krieg. Zumindest war er es nicht. Ich war stets darauf bedacht mich aus alledem heraus zu halten und den Kopf einzuziehen. Aber in letzter Zeit, ich weiß auch nicht.“ Mit einem schweren Schnaufen strich er sich die wirren Haare nach hinten. „Das ist nicht das was ich bis an mein Lebensende tun will. Von A nach B laufen und mich aus jedem Konflikt heraus halten. Und was deinen Einwand betrifft, ich glaube es läge auch in seinem Interesse einen weiteren Fürsten unter sich zu haben, den er kennt und den er einzuschätzen weiß. Wenn ich ihm im Gegenzug noch meine Unterstützung zusichere, dürfte ich für das Auffangen mehr Magier kaum Kritik ernten. Aber jetzt komm, es fängt an zu schneien und wenn du nicht durchgefroren bist wirst du es spätestens in zehn Minuten sein. Magierin oder nicht, du bist immer noch jemand, der das Klima im Süden gewohnt ist.“
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Re: Kapitel 12

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