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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 8:58 pm
„Faye, ich“, Ari hatte die Anwesenheit seiner einstigen Meisterin gleichzeitig erleichtert und erschrocken wahrgenommen, schließlich war er derjenige, der zugesagt hatte auf die Kleine acht zu geben. „Ich hab versucht sie wieder ins Bett zu bringen und mit ihr zu reden. Irgendwann dachte ich das die Kleine nur noch trotziger wird wenn ich mir ihr rede und als ich sie hochgehoben habe“, eine hilflose Geste, gefolgt von der Deutung auf Linea folgte.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 8:59 pm
„Faye, ich“, Ari hatte die Anwesenheit seiner einstigen Meisterin gleichzeitig erleichtert und erschrocken wahrgenommen, schließlich war er derjenige, der zugesagt hatte auf die Kleine acht zu geben. „Ich hab versucht sie wieder ins Bett zu bringen und mit ihr zu reden. Irgendwann dachte ich das die Kleine nur noch trotziger wird wenn ich mir ihr rede und als ich sie hochgehoben habe“, eine hilflose Geste, gefolgt von der Deutung auf Linea folgte.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 9:16 pm
Linea hatte sich echauffiert, als sie mit einem Mal gegen eine Barriere gerannt war und mit wachsendem Unmut hatte sie dagegen gehämmert, nur um festzustellen, dass die nicht einfach wieder verschwand. Die Barriere war nicht so einfach wie Aristeas einfach von ihr weggegangen, stattdessen hockte sie noch immer am Boden und kam keinen einzigen Meter weiter während jetzt mit einem Mal Faye im Gang stand. Sie wollte noch immer weg, sie wollte keine Zauberin sein und sie wollte zu ihrer Mutter und keiner von beiden ließ sie, ohne dass sie wirklich begriff weshalb man es ihr verbot.
"Ich will nicht bei ihm schlafen!"
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 9:19 pm
"Dann komm mit mir", bot die Magierin an, ignorierte die drei Schaulustigen, die auch so gar keine Anstalten machten, wieder zu verschwinden und nickte Ari noch einmal zu. Er hatte keinen Fehler gemacht, die Kleine war einfach nur eine ... Kratzbürste. Ganz so, wie sie selbst eine war.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 9:20 pm
"Ich will zu meiner Mutter!", protestierte Linea, die sich auch mit dieser Alternative nicht so recht zufrieden geben wollte.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 9:22 pm
"Ich weiß", erwiderte Faye, leiser nun und wagte sich zumindest in die Nähe der Kleinen. Einen Meter von ihr entfernt ließ sie sich mit dem Rücken gegen die Barriere sinken und sah Linea an.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 9:23 pm
"Warum darf ich nicht zu meiner Mutter?", hakte sie nach und wich ein paar Schritte vor der Älteren zurück. "Warum lasst ihr mich nicht?"
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 9:24 pm
Faye blieb sitzen, wo sie war, völlig ungerührt von der Abweisung. "Ich kann es dir erklären, Linea. Aber ich würde es ungerne auf hartem Steinboden tun."
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:01 pm
"Sag es mir jetzt!", forderte Linea, weil sie gar nicht daran dachte jetzt in das nächste Zimmer reinzugehen, aus dem sie später vielleicht gar nicht mehr rauskommen würde, weil Faye davor auch eine blöde Barriere bauen würde. Sie verstand diesen ganzen Aufriss um sie selbst gar nicht, vor allem nicht nachdem sie nur von der Mauer gefallen und vor dem Templer weggelaufen war, der nach ihr gegriffen hatte und von dem sie wusste, dass er auch irgendwo im Schloss schlief.
"Was ist mit mir, dass ich nicht mehr zu meiner Mutter darf?"
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:06 pm
"Mit dir ist nichts verkehrt, falls du das meinst, Linea", erklärte Faye ruhig und beschloss, ihre Erfahrung mit verwundeten auf ein trotzendes Kind anzuwenden. Das Verhalten jedenfalls glich so manchem angeschlagenen Assassinen.
"Aber du bist nicht nur gefallen. Du bist geschwebt. Das nennt sich eine magische Schutzbarriere, die sich um junge Zauberer legt, um sie vor Schaden ihres eigenen Elementes zu bewahren. Deines scheint wohl die Luft zu sein."
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:07 pm
"Ich bin KEINE Zauberin!"
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:09 pm
"Noch nicht, da hast du völlig Recht", stimmte Faye zu. "Aber du hast Magie in dir und wenn du nicht lernst, sie zu kontrollieren, wirst du eine Gefahr für deine Mutter werden. Ihr willst du bestimmt nicht weh tun, oder?"
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:16 pm
"Ich hab keine Magie in mir!", protestierte Linea trotzig, weil es immer später wurde und sie inzwischen wirklich müde war, aber schlafen kam hier überhaupt nicht in Frage. Nicht mitten auf dem Gang und erst recht nicht bei den anderen, die sie kaum länger als einen Tag kannte. "Ich bin gefallen", stellte sie noch einmal fest. Sie war bestimmt keine Gefahr für ihre Mutter, vor allem konnte sie überhaupt keine Gefahr für ihre Mutter sein, wenn sie gar nicht erst das war, als was die anderen sie bezeichneten.
"Und der Templer hat sich nur verguckt!"
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:19 pm
"Der Templer, wie du ihn nennst, ist der Hauptmann dieses Kirchenbundes, Linea. Ein anderer ... ja, dem würde ich zutrauen, dass er sich 'verguckt' - aber nicht de Vere." Faye wusste, wann sie auf verlorenem Boden stand und seufzte leise. "Hör zu, Kleine ... wir können jetzt also entweder hier sitzen bleiben und du schläfst auf kaltem Stein, was ich nicht gerade begrüßen würde, weil deine Mutter mich dazu bestimmt hat, auf dich Acht zu geben - oder du kommst mit rein und wir reden morgen. So oder so gehst du heute nirgendwo mehr hin."
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:24 pm
Zuerst noch missmutig über die Aussicht und ihr eigenes Gähnen unterdrückend, was auf ihrem Gesicht einen völlig verzerrten Ausdruck für ein paar wenige Sekunden hinterließ, hob Linea den Arm und fuhr sich damit über die müden Augen. Die Aussicht darauf nicht wieder zurück zu ihrer Mutter zu kommen, weil die Fremden sie nicht ließen, stimmte sie nicht glücklich und während sie daran dachte, dass ihre Mutter vielleicht glauben könnte, sie wolle sie nicht mehr und hätte sie nicht mehr lieb, begann der Kloß in ihrem Hals zu wachsen. Vielleicht würde sie ihre Mutter nie wiedersehen können.
Schluckend im ersten Moment, im Zweiten dann schon schluchzend, weil ihr die Tränen über die Wangen kullerten, ließ sie sich wieder auf den Boden sinken und zog die Beine zu sich heran, die kleinen Arme darum schlingend.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:28 pm
Faye zog es das Herz zusammen, als sie die Kleine so sah und rutschte nur langsam näher, irgendwann auf den Knien sitzend und eine Hand nach der Schulter des Mädchens ausstreckend. Sie rechnete damit, weggestoßen zu werden und sie hätte es verstehen können, aber sie musste es versuchen - Lyra hatte Recht mit ihren Worten. Sie hatte niemanden mehr und Faye erinnerte sich nur zu gut an die ersten Nächte im Zirkel, fortgerissen aus dem vertrauten zu Hause mit Fremden, die ihr sagten, sie solle sich zusammenreißen. Sie hatte geweint - trotz der Warnung - aber nur noch für sich, spät nachts unter der Decke und es war nichts, was sie jemandem antun wollte.
Sie sparte sich die Worte, die tröstend hätten sein können, denn für die Art von Schmerz, den die Kleine gerade fühlte, gab es keine Beruhigung in simplen Buchstaben. Sacht strich sie ihr über die weichen, welligen Haare, fast nicht spürbar.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:31 pm
Ari indes wusste sich nicht anders zu helfen, als das kleine Mädchen einfach zu umarmen. Vielleicht mochte es mit seinem Element zusammenhängen, dass er versuchte eine tröstende Wärme über eine Umarmung auszudrücken, doch etwas anderes wäre ihm schlicht und einfach falsch vorgekommen. „Es ist alles in Ordnung“, versicherte er ihr nur leise, da er bemerkt hatte, wie schnell man selbst bei Kindern in ellenlange Erklärungen über das für und wieder verfallen konnte. „Versprochen.“
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:33 pm
"Gar nichts ist in Ordnung", schluchzte Linea haltlos, die Stimme halb erstickt zwischen den Tränen und das Schluchzen immer wieder unterbrochen von dem geräuschvollen Nasehochziehen. "Ich darf nicht mehr zu meiner Mama ..."
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:35 pm
"Du hast Recht, in Ordnung ist gar nichts", stimmte Faye zu und schüttelte den Kopf, um Ari anzudeuten, dass das hier nicht helfen würde. "Es ist Mist und es tut mir Leid, dass wir diejenigen sind, die dich von deiner Mutter fern halten ... du musst das nicht heute verstehen, Linea."
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:35 pm
"Wann darf ich wieder zu Mama?"
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:37 pm
Faye antwortete nicht darauf, sondern zog die Kleine so behutsam es ging in eine sitzende Position. Sie hätte sie gehoben, wäre ihre Seite nicht und mit dem magischen Schluckauf traute sie zwar ihrer Barriere, nicht aber einem schwebenden Kind. Sie würde entweder alleine laufen oder sie selbst würde Emerson um eine Decke bitten müssen.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:42 pm
Fayes Schweigen war ihr Antwort genug gewesen und hatte sie zuvor noch die Hoffnung gehabt, sie würde einfach die Antwort bekommen, sie könne ihre Mutter morgen wiedersehen, so war eben jene Hoffnung mit dem Schweigen wieder versiegt. Schluchzend und bittere Tränen vergießend, weil ihr klar wurde, dass sie ihre Mutter eben nicht mehr wiedersehen würde, ließ Linea sich protestlos herumschieben bis sie wieder halbwegs aufrecht saß. Ein Teil der dunklen Strähnen war längst feucht von den Tränen, die sie vergoss und die inzwischen auch schon Flecken auf dem Nachthemd gemalt hatten, das sie trug.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:47 pm
Nun gut, anders ging es wohl nicht. Faye beschwor ihr Element mit der linken Hand, ließ es sanft unter Linea fahren und hob sie hoch, während die ältere Magierin lenkte, indem sie die Kleine - jetzt getarnt als Leichtgewicht - durch die Tür mit in den Raum nahm, den sie mit Emerson teilte. Er würde damit leben oder in das Zimmer ausweichen müssen, das eigentlich ihr zugedacht gewesen war.
Irgendwie schaffte sie es, Linea ganz hinten im Bett unter zu bringen und sich daneben zu setzen, eine Hand in ihrem Haar, weil sie das Gesicht angewandt hatte. Entschuldigend sah sie zu Emerson hinüber, der die Tür schloss, durch die Ari und Elli nicht mehr mit hindurch gekommen waren.
"Wenn es dich stört ... das Bett in meinem Raum ist noch bezogen -", schlug sie vorsichtig und halbherzig vor, ohne es wirklich zu wollen.
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:52 pm
Mit erhobenen Augenbrauen hatte Emerson beobachtet, wie ein kleines Mädchen dicht gefolgt von Faye in den Raum hinein geschwebt kam und dann seinen Platz in dem Bett fand. Es dauerte nur ein paar wenige Sekunden bis aus jenem kleinen Mädchen ein Haufen großer Decken wurde, aus dem ein verdächtiges Schluchzen erklang, immer wieder abgelöst von ein paar Hicksern und dem Geraschel von Haaren auf dem Kopfkissen. Das war dann wohl sein Platz für die Nacht gewesen.
"Nein ist schon gut", wehrte er ab, weil Diskussionen zu dieser späten Stunde genau das waren, was er gerade nicht brauchte und weil das Mädchen dort jetzt nicht auch noch hören sollte, dass die Pläne von den Erwachsenen eigentlich andere waren als sich um ein kleines Mädchen zu kümmern, das nicht bei Aristeas schlafen wollte. "Der Boden ist in Ordnung."
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Re: Kapitel 16

am Mo Nov 20, 2017 10:59 pm
Hin und her gerissen zwischen der kleinen Gestalt ganz in der Ecke und Emerson, der sichtlich unbegeistert war von dem, was sie hier anschleppte und veranstaltete, seufzte Faye leise. Sie fragte sich tatsächlich zum ersten Mal, ob sie dem gewachsen war. Ari war fast doppelt so alt und auf der Flucht gewesen, als er ihr vor die Füße geholpert war. Sie hatte nicht mit dem Gedanken spielen müssen, seine Eltern umzubringen, um seine Ausbildung fortzuführen und er war alt genug gewesen, um zu entscheiden, dass er eine ausgestoßene Magierin als Meisterin wollte. All diese Entscheidungen zwang sie gerade Linea auf, als Alternative zu den Zirkeln oder dem sicheren Tod, wenn sie sich nicht in einem einfand. Sie hätte sie noch in den Norden schicken können, doch mit der momentanen Lage, die Lyra ihr so bunt schilderte und der Wut, die die andere Magierin in sich trug, schied auch das ziemlich aus. Abgesehen davon gab es zu wenige Luftmagier im Norden und keiner hatte sich in der Nähe der Zivilisation nieder gelassen.
Emerson brauchte all die Zweifel nicht zu hören, die vermutlich nur so hart in ihren Ohren klangen, weil es tiefdunkle Nacht war und sie zu wenig Schlaf bekam, seit dem Feuer. Morgen würde all das anders aussehen. Morgen ...
"Es wird sich ändern, Em - versprochen", wisperte sie leise, die Ellenbogen auf die Knie gestemmt und rieb sich über das Gesicht, ehe sie sich die Haare mit allen Fingern nach hinten strich. "Das wird nicht ... das wird kein Dauerzustand."
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Re: Kapitel 16

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