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Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 9:47 pm
„Hört man das immer noch, ja?“ Hakte Aristeas irritiert nach und zog daraufhin den kleinen Wagen mit sich Richtung Ausgang. „Nun, ja. Ursprünglich aus Kaladir und dort über ein Jahrzehnt lang aufgewachsen, erzogen und ausgebildet. Wobei es letztlich aus“, er verzog den Mund bei der Erinnerung daran, „verschiedenen Gründen dazu kam, dass wir, also die Bruderschaft und ich, gehen mussten. Aber ich denke auch dafür wird die Gerüchteküche bereits einige Erklärungen haben, oder?“ Doch noch bevor eine weitere Frage kommen konnte, holte der junge Zauberweber diesmal seinerseits aus. „Warum willst du das alles eigentlich wissen?“
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 9:49 pm
Rienna zuckte die Schultern, das schelmische Lachen noch immer auf den Lippen und deutlich befreiter, nun, da sie das Schloss langsam verließen und sie sich wieder wohler fühlte. Sie verbrachte viel zu viel Zeit hier drinnen. "Einfach so, Aristeas - ich interessiere mich für die Menschen hier und deine Geschichte ... sagen wir, ich habe schon einiges von dir gehört. Es fasziniert mich und du ... bist ein faszinierender Mensch. Und deinen Akzent wirst du nicht los. Es ist dieses langgezogene aus Kaladir, das du bei einigen Vokalen nutzt."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 9:50 pm
"Nicht ganz," erwiderte der Junge und schüttelte den Kopf. "Ich... habe bei einer Aufgabe versagt und sollte mein Leben dafür verlieren. Doch Großmeister Septim sprach sich dagegen aus einen, wie er es nannte, "begabten Jungen" hinzurichten, zu einer Zeit wo alle Kräfte gebraucht würden. Die Herren meines Ordens diskutierten lange mit ihm darüber, wohin ich dann sollte. Und sie beschlossen schließlich, dass ich zu euch sollte Herr - dem einzigen Mann, dem der Orden im Süden genug vertrauen entgegenbringt, um... um..." er schüttelte den Kopf. Er musste hart sein - alles genau wiedergeben: "Um mit einer Schande wie mir richtig zu verfahren und meine Fähigkeiten richtig einzusetzen."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 9:57 pm
"Ganz das, was wir kennen", murmelte Faye, dann straffte sie die Schultern. "Jaffar wurde von einem magisch begabten Assassinen hergebracht, Emerson. An den Rand der neuen Bruderschaft - ich war gerade draußen zu gegen. Was seine Zukunft angeht ... ich sagte ihm, es wäre etwas, was ich nicht entscheiden könnte."
Sie alle wussten, dass ein einmaliges Versagen kein Grund war, einen Menschen zu töten, doch leider konnte ein einmaliges Versagen dazu führen, getötet zu werden und das nicht immer im richtigen Moment. Die Gesetze der Bruderschaft standen ebenso gegen die Entscheidung wie auch das Ansehen, welches sie dadurch bekommen würden. Sie standen vor einem Wendepunkt und in einer Sackgasse. Sie hatten kaum Assassinen mehr übrig und wenig Wahl, wenn es um neue Gesichter ging, nicht, solange sie nicht einmal Spatzen zur Ausbildung gefunden hatten. Linnea - und diese Entscheidung waren sie bewusst gemeinsam eingegangen - würde die erste sein, aber nicht die letzte und sie war mit ihren acht Jahren spät dran. Jaffar war jung genug, um noch einiges an Talent zu zeigen.
Schlussendlich würde es einmal mehr an Emerson hängen bleiben, die Bruderschaft zu lenken und sie beneidete ihn nicht darum. Tatsächlich beneidete sie ihn momentan gar nicht und sie redeten so wenig miteinander, dass sie sich zu fragen begann, wo ihr Platz in Zukunft sein mochte. Seit der Sache mit Linnea hatte sie von ihm nichts anderes als Anweisungen für den Bau der Bruderschaft erhalten und sich tunlichst daran gehalten.
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:01 pm
„Tue ich das?“ Hakte Ari irritiert nach während sie das Tor des Schlosses verließen, ohne das die Wächter ihn eines einzigen Blickes würdigten. In den vergangenen Tagen hatten sie sein Gesicht oft genug gesehen um sicher zu sein, dass es sich bei diesem jungen Mann um einen unliebsamen, aber nichts desto trotz geduldeten Gast handelte. „Nun wenn ihr das bereits geahnt habt“, doch statt weiter darauf einzugehen, änderte er das Thema. „Kommt, sprecht ein wenig über euch wenn ich schon so viel von mir preisgebe. Welche … was seid ihr eigentlich? Magd? Kammerzofe? Lehrerin für Anstand und Sitte?“ Vor allem der letzte Vorschlag wurde von einem heiteren Lachen untermalt.
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:03 pm
"Anstand und Sitte versucht man mir hier schon lange beizubringen, aber ich bin weder das eine noch das andere. Ich bin hier nur als simple Hofdame. Mehr zur Unterhaltung und zum Amüsement der Ladys, wenn niemand der ihren Zeit für sie hat. Ich sitze bei ihnen, unterhalte sie, mache Besorgungen und dergleichen." Horche sie aus und gebe all die politischen Meinungen der Männer hinter den Frauen ungeschönt an Emerson weiter, wollte sie hinzufügen, aber das schien ihr dann doch etwas zu ehrlich und zu früh.
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:03 pm
Septim hatte sich also dafür entschieden einen Jungen, der vom Süden verstoßen wurde, lieber hier in die Hauptstadt zu schicken. Zu einer Bruderschaft, die zuerst von einem Verräter geführt worden war und danach ... danach war es drei Jahre lang gut gegangen und jetzt saßen sie mitten in dem Netz einer fetten Spinne, die sich Hieronim nannte und glaubte, er könne nur an den Fäden zupfen, damit sie sich bewegten. Alisander hatte diese verfluchte Bruderschaft einfach abgefackelt und er war viel zu langsam gewesen, um etwas daran zu verändern, dass so viele von ihnen ihr Leben in den Flammen gelassen hatten, während er ohne weitere Verletzungen dabei rausgekommen war. Alisanders Tod war nur ein schwacher Trost und Septim schien inzwischen nicht einmal mehr zu glauben, sie wären in der Lage eigene Spatzen auszubilden und auf den Weg zu bringen. Der Süden sandte ihnen Verräter, so jung er auch sein mochte. Es war dennoch ein Schlag mitten ins Gesicht, den Emerson jetzt gerade nur nach hinten schob, weil er keine Zeit dafür hatte, die eigenen Gedanken mit noch mehr Vorwürfen zu füttern als jenen, die er sich ohnehin schon machte. Alisanders Hohn hallte trotzdem in jeder Entscheidung tief in seinen Gedanken nach.
Kopfschüttelnd konzentrierte er sich jetzt wieder auf den Jungen, der dort vor ihm stand. Emerson kannte Oufu gut genug, um zu wissen, dass er nicht einfach so Blutlinien aus den Händen gab, wenn es sich vermeiden ließ und es gab nur wenig, was ein so junger Bruder getan haben könnte, um das zu verdienen. "Warum hast du gezögert?"
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:08 pm
"Es war mein Vater," erklärte der Junge und schüttelte den Kopf. "Mein Erzeuger meine ich. Er ist ein Adliger in einem kleinen Dorf im Süden und behandelte dort seine Leibeigenen schlecht. Ich wurde hingeschickt ohne zu wissen um wen es geht. Ich... bin seit der Bruderschaft, seitdem ich vier Jahre alt war. Meine Mutter hatte mich zu ihnen gebracht - sie war nur eine Konkurbine meines Vaters, doch sie durfte mich behalten. Er war immer nett zu mir, doch dann gebar seine Ehefrau ihm einen Sohn und sie wurden mich los, damit ich das Erbe nicht gefährdete. Aber dennoch..." er schüttelte den Kopf.
"Ich sah und erkannte ihn... und ich... konnte nicht. Ich weiß, dass es falsch war und ich wünschte ich hätte nicht gezögert, aber ich habe es und er rief die Wachen."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:16 pm
Allein, zu wissen, wer die eigene Familie war, war ein Fehler - eine Verbindung zu ihnen aufzubauen noch viel mehr und wenngleich Emerson auch die Gründe hinter dem Zögern verstehen konnte, so begriff er dennoch, dass es nur ein Test gewesen war, bei dem der Junge mit Pauken und Trompeten durchgefallen war. Den eigenen Vater zu ermorden war die Art und Weise, wie man im Süden den Spatzen beibrachte, dass sie einzig und allein der Bruderschaft die Treue geschworen hatten und dass sie die einzige Familie waren, die man brauchte. Er unterstützte nicht alle dieser Einstellungen, aber es gab den Punkt in dem Kredo der Bruderschaft, den auch er hatte schmerzhaft lernen müssen. Auf eine Art und Weise, die bei Temperaturschwankungen noch immer für ein unangenehmes Ziehen im Rücken auf sich aufmerksam machte.
"Wie lauten die Regeln der Bruderschaft?", war dennoch das Einzige, was Emerson fragte, weil er hier nicht beginnen würde mit einem Jungen über Richtig und Falsch zu diskutieren. Einigkeit in der Führung - sie würden zusammenbrechen, wenn er dem Jungen jetzt Absolution erteilte und der Süden davon erfahren würde, der Rückhalt der anderen Bruderschaften war es gerade, der ihnen noch viel ermöglichte. "Und - was glaubst du, weshalb dir diese Aufgaben gegeben wurde?"
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:20 pm
"Haltet eure Klinge fern vom Fleisch Unschuldiger", fing Jaffar an aufzuzählen. "Verbergt euch in der Masse und gefährdet niemals - niemals die Bruderschaft".
Der junge Assassine schlug die Augen nieder und nickte langsam, gerade so als würde bei ihm ein Groschen fallen. Pfennigweise, aber er fiel.
"Es ging darum, dass ich die dritte Regel verinnerliche. Das ich abschließe mit etwas, was meine Vergangenheit war, da ich voll und ganz der Bruderschaft gehöre. Weil ich ein Messer bin, das tötet wenn es den Auftrag dazu erhält."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:25 pm
"Wir alle sind das", gab Faye zu bedenken, die inzwischen an einer der rauen Wände lehnte, die Arme vor sich verschränkt und eine Weile stur auf einen felsigen Vorsprung starrend, weil sie sich nicht zu viel in das Gespräch mischen wollte. "Die Bruderschaft ist unsere Familie und wir tun alles, um sie zu schützen."
Sie hatte es nicht vermeiden können - auch sie war in den letzten Jahren einige Male vor der Wahl gestanden, Leben - auch unschuldige - zu verschonen und damit zu riskieren, dass sie erneut zur Gefahr für die Bruderschaft wurden und war es nur mit Geplapper oder es schnell zu beenden. Sie hatte den zweiten Weg gewählt. Ausnahmslos immer - bis auf die Sache mit Linnea und die hatte ihr auch schon genug Ärger eingebracht.
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:34 pm
"Dein Erzeuger ist jetzt tot, nehme ich an?", fragte er und als das Nicken des Jüngeren kam, nickte er für sich selbst, ohne auf Fayes Einwurf genauer einzugehen. Sie waren Messer, die töteten, wenn sie den Auftrag dafür erhielten und die darüber keine Reue empfinden durften. Wahrscheinlich hatten sie es sich selbst schwerer gemacht, als unbedingt notwendig, weil sie geglaubt hatten, sie wären mehr als diese reinen Messer, zu denen sie ausgebildet worden waren. Messer schrieben nichts auf, sie hielten sich keine Bibliotheken mit Hinweisen und sie kümmerten sich nicht um Politik oder um Gespräche mit Königen und anderen Adligen. Sie töteten jene, die es verdienten. Ob es nun Magier, Templer oder Könige waren.
"Deine Familie ist die Bruderschaft. Du wirst niemandem außer dieser Bruderschaft jemals verpflichtet sein", fuhr er fort, noch immer vollkommen ruhig, weil es jetzt ohnehin nichts mehr brachte, sich darüber zu ärgern. Vielleicht würde sich irgendwann wieder die Situation ergeben mit Septim noch einmal darüber sprechen zu können. Für nur einen kurzen Moment machte sich der schmerzhafte Stich wieder bemerkbar, der ihn daran erinnerte, wie sehr er den Älteren eigentlich vermisste - die Weisungen und Ratschläge, so oft er sie auch hatte in den Wind schießen wollen. Heute, hier, an genau dem Punkt, an dem er jetzt stand, hätte er alles gegeben, den anderen fragen zu können, was er tun sollte.
"Du wirst hier wieder lernen. Du wirst das Kredo verinnerlichen und wenn du soweit bist, wirst du eine neue Chance bekommen. Vorher ... wirst du dich versorgen lassen. Wir haben andere Mechanismen für die Klingen als die einen Finger zu nehmen. Du bist damit auffälliger und es widerspricht dem Kredo."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:39 pm
"Ja Meister", erwiderte Jaffar und nickte. Der Andere hatte Recht - er hatte Fehler begangen und das hier war eine andere Stadt. Eine andere Bruderschaft und eine neue Interpretation der gleichen Regeln. Doch es war wichtig sich hier anzupassen. Hier anzukommen und zu tun, was getan werden musste. "Ich werde euch nicht enttäuschen. Ich werde euch nie wieder enttäuschen..." erklärte er leise und nickte. "Ich soll euch im übrigen sagen, dass ich ebenfalls über Fähigkeiten verfüge. Das hat mir Meister Oufu aufgetragen."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:40 pm
Gut, das war etwas, womit sie nicht gerechnet hatte. Hart stieß Faye sich von der Wand ab - bereute es, weil es an der schorfigen Wunde riss, die immer noch ihre Seite zierte - und trat zu Jaffar hin. Sie wussten, dass einige im Süden Fähigkeiten hatten, aber vermutlich hatte sie durch die große Macht des anderen bei Jaffar nichts spüren können. "Welche?"
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:44 pm
Jaffar betrachtete Faye für einen kurzen Moment und berührte sie sanft an der Handoberfläche. Ein kurzer Schatten schien über sein Gesicht zu huschen, ehe Faye in ihr Spiegelbild blickte. Jaffar ließ ihre Hand los und wandte sich zu Emerson um. "Die zweite Regel der Bruderschaft," erklärte Fayes Stimme, während sie sich in den ein wenig zu großen Kleidern von Jaffar bewegte, "lautet: Verbergt euch in der Masse", er lächelte und betrachtete den abgeschnittenen Finger, der nicht nachgewachsen war. "Auch wenn diese Fähigkeit einen kleinen Makel hat."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:50 pm
Regungslos hatte Emerson beobachtet, wie sich Jaffars Gesicht in das von Faye verwandelt hatte, aber nach allem, was er bei Aristeas und Faye inzwischen erlebt hatte, verwunderte ihn nicht einmal mehr das übermäßig. Es war eine praktische Angelegenheit und es würde ihm viele Türen öffnen, aber er würde lernen müssen sich als jemand anderes auszugeben ohne dabei allzu auffällig zu sein und er würde vor allem lernen müssen nicht mit seiner Befähigung so frei heraus zu agieren.
"Es hätte eine Erklärung genügt", lautete sein einziges Urteil, weil er den Jungen nicht darin bestärken wollte, dass diese Fähigkeit praktisch für die kommenden Aufträge sein würde und weil sie ihnen Türen öffnen würde, die bislang verschlossen geblieben waren. "In dieser Bruderschaft haben nicht viele Fähigkeiten. Du bist neben einem Spatz der Einzige."
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Re: Kapitel 18

am Di Nov 28, 2017 10:54 pm
Jaffar nickte, während Fayes Antlitz von ihm abperlte wie Wasser von der Oberfläche eines Eis. "Verzeiht Meister," erklärte er leise und nickte erneut nur knapp. Weitere Nachfragen ersparte er sich - weder darüber wer der Spatz war, noch weshalb sich Emerson selbst nicht in die Aufzählung einreihte.
"Ich werde nicht erneut damit hausieren gehen, aber ich dachte..." nein - es war egal was er gedacht hatte. "Es wird nicht wieder vorkommen Meister!"
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 2:07 pm
Es herrschte eine ganze Weile Schweigen zwischen den beiden, bis sie endlich die Mauern des Schlosses hinter sich gelassen hatten. Rienna hakte sich bei Aristeas unter und folgte seinem Schrittmuster, stellte fest, wie einfach es war, sich ihm anzupassen und deutete schließlich zu den Durchgängen, die zum Markt hin führten, froh um die Wärme, die sein Körper ausstrahlte, denn der beginnende Winter hielt die Hauptstadt fest im Griff und der Wind aus den Gebirgspässen zerrte unaufhörlich an Haaren und Kleidung.
"Wie lange wirst du noch im Schloss sein, Aristeas?", fragte sie schließlich, als sie sich durch ein paar Leute vor Ständen geschoben hatten und auf einer freieren Fläche anhielten, um sich zu orientieren.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 2:17 pm
Es war wesentlich einfacher sich durch die Straßen zu bewegen, als er Rienna darum gebeten hatte ein paar Häuserblocks vor dem Haus der Bruderschaft zu warten und daraufhin seine wenigen Habseligkeiten in einer kleinen, provisorischen Unterkunft verstaut hatte. „Nun ab heute vermutlich gar nicht mehr – glücklicherweise wie man dazu erwähnen muss.“ Er hielt kurz vor einem Stand an dem man gebrannte Mandeln anbot und interessiert sah er zu dem Feuer, welches in der großen Schüssel hin und her tanzte und welches man zweifellos nicht nur mit Holz, sondern mit Öl am laufen hielt. Eine heikle Technik, gerade auf Märkten, wo Kinder, Betrunkene oder einfach Tollpatsche jederzeit die große Feuerschüssel umwerfen konnten und somit leicht einen Massenbrand auslösen würden. Erst jetzt bemerkte er die kalten Hände seiner Begleiterin, welche sich zwischen seinen Arm gehakt hatten und welche er binnen weniger Sekunden mit seinen eigenen aufwärmte. Das Feuer nicht nur zerstören sondern durchaus auch helfen, wohltun und Freude spenden konnte, hatte er spätestens während seines Ausflugs in den Norden gelernt, auch wenn der Brand ihres Hauses ihn wieder ein wenig vorsichtiger hatte werden lassen. „Dieses ganze Hoftamtam, dass war noch nie meine Welt. Irgendwie habe ich immer das Gefühl das, selbst wenn ich nur für fünf Minuten durch die Gänge laufen, drei neue Gerüchte über mich und alle anderen entstehen, die mit mir zu tun haben.“
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 2:19 pm
"Stimmt es denn, was sie sagen? Dass du ein ... ich weiß nicht. Nein. Es wäre falsch, das zu wiederholen." Rienna lächelte entschuldigend und auf einige der Dinge hatte sie bereits eine Antwort, aber es war erfrischend, mit ihm zu sprechen. Bislang hatte sie ihn nur aus der Entfernung gesehen, meistens dann, wenn sie ihrer Arbeit nicht mehr genug Aufmerksamkeit entgegen brachte und ihre Augen schweiften, während die Ohren den GEsprächen weiter folgten.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 2:25 pm
„Magier bin?“ Hakte dieser recht gelassen nach und nickte dann und umklammerte, wie um sich selbst zu beweisen das seine, in letzter Zeit wenig genutzten, arkanen Kräfte noch vorhanden waren, Riennas Hand. Binnen weniger Augenblicke wurden diese warm wie an einem Sommertag, woraufhin die Wärme weiter über ihre Arme und ihren Rücken wanderte. Aristeas lächelte entwaffnend und lief weiter. „Das ist nichts wofür man sich schämen müsste, ganz gleich was die Kirche proklamieren mag. Wobei ich davon ausgegangen bin, dass das für den ganzen Hof inzwischen kaum noch ein Geheimnis ist?“
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 2:27 pm
"Ich wollte eher sagen, verstoßener Magier bist", fügte sie leiser hinzu. So viele Dinge zu wissen war nicht immer ein Vorteil. Sie schauderte und eine Gänsehaut zog sich über ihre Arme und den Rücken, als die Kälte vertrieben wurde. "Aber so etwas spricht man nur hinter vorgehaltener Hand aus - es muss für dich einer Beleidigung gleich kommen. Tut mir Leid."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 2:51 pm
„Nein, Nein alles gut“, beruhigte er Rienna, ehe beide zu einem Stand kamen, der Suppen ausschenkte und dazu noch frisches Brot verkaufte. Zwar war dies nicht gerade das was er für die Bruderschaft brauchte, doch er hatte in den letzten Tagen kaum etwas gegessen und nun, da er langsam wieder aus seiner Lethargie erwacht war, kam auch der Hunger zurück und das in einem beinahe schmerzhaften Ausmaß. Er bestellte zwei kleine Laibe, die man beim Backen mit verschiedenen Kräutern bestückt und dazu noch großzügig mit Butter bestrichen hatte. Dazu ein kleiner Topf mit einer Kräutersuppe, die zwar aromatisch und durchaus verlockend duftete, von der Ari jedoch nicht genau sagen konnte, aus was genau sie bestand. Er stellte den kleinen Topf auf einem der hölzernen Tische ab, reichte eines der beiden Brote Rienna und brach daraufhin sein eigenes, woraufhin die frische Wärme des Gebäcks in die Luft und damit auch in seine Nase stieg. „Und als Beleidigung kann ich vieles sehen, aber die Tatsache das ich frei von einem Zirkel bin?“ Er zuckte mit den Schultern und aß das erste Stück. „Weißt du, Lyra selbst hat sich ebenfalls von jedem Zirkel losgesagt und das Glück am Hof ihren eigenen Regeln zu folgen, auch wenn trotz allem noch immer die Kirche hinter ihr steht und jeden Schritt beobachtet. Ich indes … nun ich habe da Glück des kleinen Mannes, der, solange er keine großartige Revolte startet, nicht weiter auffällt.“
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 2:54 pm
"Und bei den Assassinen hast du deinen festen Platz?", fragte Rienna nach und griff sich mit einem leisen Dank den kleinen Brotlaib. Im Schloss zierte es sich nicht, das Brot abzubrechen, nein, es musste fein säuberlich geschnitten sein und dann bestrichen und große Bissen wie die, die Aristeas machte, waren ebenfalls verpöhnt. Nicht, dass sie das gerade jetzt juckte. Rienna schloss sich dem Magier an und futterte glücklich vor sich hin.
"Ich meine - du gehst doch mit ihnen? Bist du selbst auch einer ...?"
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:02 pm
„Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, wie viel ich darüber erzählen darf und wie viel nicht“, antwortete er mit einer leichten Unsicherheit, da er selbst selten in die Bredouille gekommen war derart ins Detail über seine Aufgaben und seine Position in der Bruderschaft zu sprechen. „Aber lass es mich so sagen: ich gehöre, trotz meiner nicht gerade leisen Sohlen trotzdem dazu.“
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Re: Kapitel 18

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