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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:05 pm
"Das dachte ich mir", gestand Rienna und ein Schmunzeln zeigte sich auf ihren Lippen, ehe sie sich das letzte Stück Brot in den Mund stopfte und dann die Augen aufriss, weil sie etwas sah, was sie seit Kindertagen nicht mehr benutzt hatte. "Pomm mif!"
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:07 pm
„Aber, die Suppe“, versuchte er noch zu erklären und nahm einen letzten Löffel aus dem noch halbvollen Topf, ehe er mit einer erstaunlichen Kraft der jungen Frau mitgezogen wurde.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:13 pm
"Schau dir das an!", bat sie mit einer Mischung aus Verzückung und Begeisterung, als sie seit Jahren zum ersten Mal wieder ein Karussell vor sich sah. Es bestand aus nicht viel: sechs geschnitzte Pferde waren auf einer großen Holzscheibe angebracht und weil die Magier sich für diese Arbeit zu Schade waren, wurde sie von ein paar Männern angetrieben, die sich mit ihren Muskeln schwer ins Zeug legten und an den Kurbeln drehten, die mit Mechanismen, die Rienna nicht gänzlich verstand, alles in ruhige, gediegene Kreise brachte. Davor sammelten sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen, die alle einen Ritt verlangten, doch die meisten Eltern zogen ihre Sprösslinge einfach weiter. Die, die das Glück hatten, ein Pferdchen bei der nächsten Fahrt zu ergattern, standen mit glänzenden Augen am der Umzäunung und hielten die die gravierten Holzkärtchen fest in den Fingern. "Als ich klein war durfte ich immer damit fahren", erklärte sie Aristeas und betrachtete die Laternen, die an großen Stangen befestigt waren, während kleinere an den Seilen dazwischen baumelten und ein heimeliges, flackerndes Licht warfen.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:22 pm
„Ich muss gestehen, dass ich so etwas als Kind nie zu Gesicht bekommen habe.“ Ari beobachtete mit wachsender Begeisterung, wie kleine und auch größere Kinder sich auf den Rücken der hölzernen Tiere schwangen und dann begeistert den Beobachter die Hand entgegenstreckten. Die Musik eines älteren Spielmanns mit Leierkasten ließ das Bild schließlich vollkommen werden und die Schlange der Kinder wurde mit der Zeit immer und immer größer. „Auf unseren Märkten gab es zwar weitaus mehr Gewürze, Tücher und Speisen als allen Teilen der Welt, aber so etwas“, er hielt inne als die Kinder die Plätze wechselten und mit einem freudestrahlenden Gesicht zu ihren Eltern zurückkehrten. „Was meinst du? Sollen wir die armen Teufel die das Ding die gesamte Zeit über drehen mal für eine Weile ablösen?“
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:23 pm
"Was hast du vor ...?", fragte Rienna, durchaus dem Vorschlag, den sie glaubte, daraus zu hören, nicht abgeneigt. Aber sie fühlte sich nicht gerade in der Lage, dieses riesige Ding in Gang zu halten.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:33 pm
„Vertrau mir einfach“, animierte er Rienna, trat mit ihr durch die Reihe der wartenden Kinder, hin zu den breit gebauten Männern die allesamt schwer schnaufend einen Weinschlauch durch die Runde reichten. Es brauchte nicht viel, die meisten waren froh um eine Ablösung, auch wenn keiner von ihnen glaubte das Ari und Rienna allein ausreichten, um den gesamten Mechanismus, der neben den schweren Holzplatten auch noch gut zwanzig Kinder bewegte, in Bewegungen zu setzen. „Wir schaffen das schon“, meinte er mit einem Zwinkern in Riennas Richtung, ehe beide die Hände an die langen Kurbeln legte, die normalerweise von mehreren Händen gleichzeitig an jeder Seite gegriffen wurden. Die Kinder sprangen begeistert darüber, dass es so schnell weiterging vor und nachdem jeder sich einen Platz gesucht hatte und der Mann mit dem Leierkasten scheinbar eine neue Melodie im Kopf zusammengebracht hatte, begannen die beiden auf ein Zeichen von Ari hin, zu kurbeln. Jedoch musste Rienna keine wirkliche Anstrengung aufbringen und auch Ari, der zwar seinerseits ein wenig schieben und drücken musste, fühlte bis auf ein leichtes Drücken in den Armen kaum etwas. Es war nichts besonderes, eine einfache Kraftumwandlung die gerade bei Feuermagiern einfach zu bewerkstelligen war. Die Kinder jauchzten als das Karussell ein wenig schneller wurde und die Männer runzelten irritiert die Stirn, lachten jedoch ebenfalls vor Erleichterung darüber, nicht gleich wieder an die Kurbeln zu müssen.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 3:36 pm
"Ist das ...?", hakte Rienna nach und hatte fast Mühe, den schnellen Drehbewegungen zu folgen. Es war fast, als würden ihre Arme hinterher gezogen werden anstatt groß mitzuhelfen. Nicht, dass sie sich nun gerne einer schweißtreibenden Arbeit hingegeben hätte, aber das hier hatte gar nichts mit Arbeit zu tun.
Lachend schüttelte sie den Kopf, denn die Frage war absurd. Natürlich war es Magie - er war ein Bannweber!

Beinahe wehmütig verließ sie nach einer ganzen Weile schließlich den Platz neben Aristeas und sah hinauf zum Himmel. "Wir müssen zurück."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 8:26 pm
Dass jemand ihre Gestalt annehmen kann, überraschte Faye viel weniger als die Tatsache, wie blass sie ihr eigenes Spiegelbild sah. Noch vor wenigen Wochen hatte sie relativ gesund ausgesehen - dachte sie wenigstens - und scheinbar waren die letzten Tage nicht ganz so spurlos an ihr vorbei gegangen wie erhofft. Bei anderen sah sie es, natürlich. Emerson wirkte unausgeschlafen und übellaunig und das nicht erst seit Linnea, sondern schon seit dem Brand an sich. Ari suchte seinen Platz, was ein wenig sein Lebensweg geworden zu sein schien und die anderen? Chadim huschte durch den Heilertrakt wie ein Geist. Elli war unberührt von all dem wie immer, an zehntausend Orten zugleich und bald wohl auch wieder fort.
Abrupt riss sie sich aus dieser Tristesse und sah zu Jaffar und Emerson hinüber. "Wenn das dein letztes Wort ist, Emerson, dann würde ich sagen, sehe ich mir die Sache an und dann kann Jaffar sich im Rahmen der Möglichkeiten nützlich machen, ohne seine zukünftige Wirksamkeit zu beeinträchtigen."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 8:31 pm
Jaffar nickte knapp und betrachtete die Magierin vor sich. Er glaubte, er hätte so etwas wie Argwohn spüren sollen - Misstrauen oder sonst eines der negativen Gefühle, die Assassinen zur Vorsicht rieten und somit überleben ließen. Aber da war kein solches Gefühl. Keinerlei Negativität. Nur ein seltsames Gefühl, irgendwo zwischen Brust und Kopf. Flüchtig und hätte er es bennenen müssen, so fürchtete Jaffar, wäre es ihm entkommen.
"Natürlich - wenn Meister Emerson das wünscht werde ich natürlich meinen Finger behandeln lassen."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 8:41 pm
Wenn sich schon nicht viel über den Finger und die Praktiken im Süden sagen ließen, eines konnte Faye festhalten: Der Finger war ab und er war immerhin ordentlich abgetrennt. Es gab keinen Eiter, jedenfalls noch nicht, aber der Verband musste dringend gewechselt werden, um genau das zu vermeiden.
Länger schon hatte sie darüber nachgedacht, ob hier wirklich ihr Platz war. Sie hatte damals aus reiner Not heraus das greifen müssen, was man ihr anbot und sie kümmerte sich gerne um die Verletzten. Meistens jedenfalls. Wenn sie nicht gerade ihren falsch verstandenen Stolz zur Schau stellten. Sie genoss auch die Zeit mit Chadim, mit dem sie offener reden konnte als mit so vielen anderen hier. Aber da lag auch die Krux. Mit Chadim hatten sie einen wunderbaren Heiler und dann war - nachdem Ari seine Prüfungen bestanden hatte - Linnea aufgetaucht. Die Kleine fraß all die Reserven, die sie noch hatte und Faye wusste, dass sie etwas ändern musste, um ihr gerecht zu werden und gleichzeitig Emerson ein wenig zu entlasten. Salben und Sude herstellen konnte zu den meisten Zeiten auch ein Heiler alleine und wenn alles glatt ging, brauchte man nur zu besonderen Anlässen eine zweite Kraft. Wie dem Brand. Oder den Spatzenprüfungen.
Sie fragte sich kurz, wann sie das letzte Mal wirklich darüber nachgedacht hatte, was sie wann und wie tat und entschloss, dass es kein Thema war, wenn ein junger Mann ihr gegenüber saß, dessen Wunde Aufmerksamkeit brauchte. Faye biss sich kurz nachdenklich auf die Unterlippe, als sie die vier Finger an Jaffars Hand betrachtete, die vor ihr auf dem Tisch lagen und ein merkwürdig ungleiches Bild mit ihren eigenen unvollständigen Gliedern abgaben.
"Ich weiß, du willst die Schmerzen hinnehmen, wie dein Körper sie dir gibt, um das Opfer zu ehren, aber wir brauchen deine Arbeitskraft beim Aufbau der Bruderschaft." Sie langte hinter sich und zog eine kleine, dunkle Flasche heraus, die sie ihm in die Hand drückte. "Ein Schluck am Morgen, einer am Abend. Nicht mehr und nicht weniger."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 8:50 pm
"Morgens und Abends, verstanden", erklärte Jaffar und nickte knapp, während er das Fläschchen in der Hand hin und her wand, während die darin enthaltene Flüssigkeit dick und langsam hin- und hergluckerte.
"Ich dachte eigentlich, dass die Bruderschaft in einem anderen Haus untergekommen wäre. Die Zeichnungen, die man mir gezeigt hat sahen ganz anders aus - Rounar hat sich nur auf deine Präsenz eingestimmt, als er das Portal erschaffen hat und mir ist es auch eben erst aufgefallen. Das hier wirkt alles so neu..."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 8:52 pm
"Wir hatten da noch eine offene Rechnung", gab Faye zurück und sah sich seufzend in den Palastmauern um, die sie umgaben, während sie sich auf ihrem Platz nach hinten lehnte. "Das alte Haus der Bruderschaft fiel dem ganzen zum Opfer. Deshalb ... jede Hand wird gebraucht."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 8:54 pm
Jaffar nickte. "Auch die mit zu wenig Fingern, hm?" hakte er nach und fuhr sich noch einmal über die müden Schläfen. Alles tat ihm weh und er glaubte, er müsse auf der Stelle einschlafen, falls er sich nun irgendwo hinlegen würde.
"Was sind meine zukünftigen Aufgaben? Ich... bin nicht im Rang eines vollwertig ausgebildeten Assassinen. Da hat sich Meister Emerson klar ausgedrückt. Ich würde aber dennoch gerne meine Fähigkeiten einbringen. Ich kann gut rechnen und wenn ich auch nie der stärkste Spatz war, so kann ich gut klettern und bin flink."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 8:58 pm
Faye hätte ihn gerne ermuntert, aber es lag außerhalb ihrer Berechtigung und würde nur wieder zu einem neuerlich aufflackernden Streit führen. Besser, sie hielt sich an das, was sie gefahrlos sagen konnte, bis es eine Chance gegeben hatte, mit Emerson zu sprechen - wobei die sich in erschreckenden Grenzen hielten.
"Für heute wirst du nirgendwo hin gehen, Jaffar", erklärte sie nur ruhig und deutete auf eines der Betten, das abgeschirmt hinter einem Paravent stand und seit gestern nicht mehr genutzt wurde. "Es ist sinnlos, so kurz vor dem Abend noch anzufangen und ich will die Wunde morgen früh noch einmal sehen, bevor ich dich für die Arbeit freigebe. Schlaf dich aus und morgen kann ich dir sagen, wohin dein Weg dich führen wird in dieser Bruderschaft. Alles zu seiner Zeit." Sie wusste ohnehin nicht, wo sie ihn sonst hätte unterbringen sollen.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 9:04 pm
Jaffar brachte ein müdes Lächeln zu Stande und entkorkte die Flasche, ehe er diese an seine Lippen setzte und einen kleinen Schluck nahm. Die Flüssigkeit war ekelerregend. Salzig mit einem bitteren Nachgeschmack und die Konsistenz fühlte sich auf der Zunge noch viel schlimmer an, als sie in der Flasche gewirkt hatte.
"Wirkt...." fiepte Jaffar "sehr gut..."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 9:15 pm
"Sollte es auch", kommentierte Faye und fing magisch den Sturz auf, der den Worten folgte. Gut, sie hielt dann lieber mal für das Protokoll fest, dass die Assassinen aus dem Süden absolut nichts vertrugen.
Sie ließ Jaffar hinüber zum Bett schweben, nahm ihm die Flasche aus der Hand und stellte sie auf dem Nachttisch ab, ehe sie die Decke über dem Assassinen ausbreitete und dann verschwand.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 9:48 pm
Unbemerkt und erst als die Nacht bereits seit Stunden über die Stadt hereingebrochen war, die Gassen kaum mehr von Menschen bevölkert, hatte er das Quartier verlassen und die Tür lautlos hinter sich geschlossen, Faye absichtlich ein paar Stunden Schlaf gönnend, von denen sie bei Weitem zu wenige fand. Was immer ihn getrieben hatte am Abend zu ihr zurückzukehren, wusste er jetzt nicht mehr als er den Rest der Ausrüstung wieder anlegte und das neue Quartier der Bruderschaft verließ. Die Dolche an der Seite machten nicht einen einzigen Laut als er sich durch die Schatten bewegte und die eigenen Gedanken streifen ließ - zu diesem seltsamen Abend, an dem er geglaubt hatte, der Sex wäre das gewesen, was ihnen beiden gefehlt hatte und der bei Weitem nicht das gewesen war, was sie sonst miteinander geteilt hatten. Gröber als sonst und es hatte dennoch gar nichts an dem Loch geändert. Nichts außer Schuld darüber, wieder die falsche Entscheidung gefällt zu haben, war übrig geblieben als er Faye im Hauptquartier zurück gelassen hatte, um die eigenen Gedanken loszuwerden, die sich trotzdem immer wieder aufs Neue aufdrängten.
Die Schritte hatten ihn zurück zu dem alten Haus der Bruderschaft gelenkt, dort, wo der Regen nicht mehr als eine Ruine hinterlassen hatte. Noch immer sah er einen von ihnen vor seinem inneren Auge - wie er brennend aus dem Fenster gesprungen war und nur wenige Meter entfernt von ihm in einer Pfütze landete. Die Schreie noch immer in den Ohren, wie er zappelte, versuchte das Feuer auf dem eigenen Körper zu löschen und dann regungslos liegenblieb. Zwischen die Trauer mischten sich wieder die üblichen Gefühle - Frustration, Zorn und Hass. Dieser gefährliche Cocktail an Emotionen, vor denen Septim ihn immer gewarnt hatte. Zorn und Hass auf die Templer, die Alisander Unterschlupf geboten hatten und die es ihm ermöglicht hatten, so viele von ihnen zu ermorden.
Die Schritte hinter ihm waren leise und kaum hörbar und trotzdem huschte der Anflug eines Lächeln über sein Gesicht. "Lass uns was trinken gehen."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 9:48 pm
Linnea schlief endlich - endlich - in ihrem eigenen Zimmer direkt neben dem, das Ari noch vor kurzem bewohnt hatte, gesichert mit nur einem kleinen Zauber, der sie selbst alarmieren würde, wenn die Kleine doch noch einmal versuchen würde, abzuhauen. Es war noch ein paar Mal vorgekommen, doch Faye hatte langsam das Gefühl, dass es besser wurde. Nicht für ihre Nerven, aber die Trotzanfälle nahmen ihr gegenüber ab und sie begrüßte es dankbar.
Faye lehnte ausatmend die Stirn gegen das Holz und atmete tief ein, bevor sie sich umwandte und zu dem Fenster hinüber starrte, das auf den Innenhof hinaus führte und den Blick freigab auf den runden Turm, in dem Lyra ihre Gemächer hatte. Jetzt noch zum neuen Gebäude der Bruderschaft, und damit zu Emerson, aufzubrechen war gelinde gesagt Selbstmord. Sie war übermüdet, die Templer patroullierten und die Kleine war hier und nicht ganz aus dem Gröbsten raus, was das Vermissen ihrer Mutter anging. Noch lange nicht vermutlich. Faye hatte Verantwortung übernommen und sie musste sich ihr stellen. Davonlaufen ging nicht, auch, wenn Linnea ihr Leben auf den Kopf gestellt hatte und sie noch weiter von Emerson fort getrieben hatte. Es war zu spät, es zu ändern und auf Kosten des Kindes konnte sie es nicht tun.
Langsam, die Arme um sich selbst geschlungen, ging sie den Gang entlang, fort von dem Zimmer, das nur noch sie alleine bewohnte, seit Emerson abends nicht mehr zurückkehrte. Er hasste das Schloss ebenso wie sie, das wusste sie. Dennoch hatte er nicht ein einziges Mal gefragt, ob sie nicht lieber auf Stroh und mit einer zerrissenen Decke schlafen wollte, dafür aber in seiner Nähe. Sie passierte noch ein paar weitere Türen, streifte sie nur kurz mit den Blicken.
Auch Ari hatte das Schloss bereits verlassen, genauso wie Elli. Chadim schlief im Heilertrakt und sie war so hin und her gerissen zwischen dem, was ihr in die Wiege gelegt worden war und dem, was sie die letzten Jahre getan hatte, dass sie sich nicht überwinden konnte, dorthin zu gehen. Nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal so schmerzhaft, dass es ihr die Luft zum Atmen raubte, fiel ihr auf, dass sie absolut niemanden hatte, zu dem sie gehen konnte.
Es hätte sie nicht stören sollen. Schon im Zirkel war es ihr schwer gefallen, Freundschaften zu knüpfen, die enger waren und über das übliche, freundliche Gehabe hinaus gingen, das von ihnen als Adeptinnen erwartet wurde und sie hatte vieles mit sich selbst ausgemacht - anderes mit Emerson, der ihr immer von außen eine Stütze gewesen war. Im Moment war weder sie ihm noch er ihr etwas, was sich mit "gut" beschreiben ließ. Sie kreisten umeinander, fanden aber keinen Anhaltspunkt und das kleinste Wort war zu viel.
Alleine zu sein war etwas, was ihr Leben sie gelehrt hatte und trotzdem konnte sie es gerade kaum ertragen.
Heftig biss sie die Zähne aufeinander, fühlte die Kopfschmerzen, die die Fühler nach ihr ausstreckten und begannen, ihren Schädel zusammen zu pressen, während sie weiter und weiter durch das Schloss streifte, immer unter dem wachsamen, argwöhnischen Blick, der von den Wachen in ihre Richtung ausgesandt wurde. Sie machten keinen Hehl aus der Abneigung gegen die Maleficar, die momentan im Schutze des Königs hier residierte.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 9:56 pm
Trinken? Eleonora hörte das selten genug aus Emersons Munde, schon gar nicht im Bezug darauf, selbst etwas alkoholisches zu sich zu nehmen und fragte gar nicht erst nach, als sie dem anderen einen Stoß in die Rippen verpasste und sich dann bei ihm einhakte. "Dann komm", forderte Elli ihn auf und zog ihn sacht die Straßen entlang zu der einen, kleinen Wirtschaft, von der sie wusste, dass sie nicht gestört werden würden. Die Leute, denen sie begegneten, hatten es eilig. Es war spät und sie wollten ganz offensichtlich nach Hause, doch je weiter sie sich dem Zielort näherten, desto zwielichtiger wurden die Gestalten, die ihnen begegneten. Männer, die Kapuzen tief in die Stirn gezogen, die Finger an den Stiletten an ihren Seiten. Händler, die sie versuchten, zu sich zu locken mit Waren, die Elli nicht einmal benennen konnte, für die sie aber auch keine Augen hatte.
Irgendwann merkte sie, dass nicht Emerson sondern sie diejenige war, die ein Tempo an den Tag legte, wie es eben üblich war auf diesen Straßen und passte sich ihm an.
"Soll ich fragen oder das erste Bier abwarten?"
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 10:06 pm
Die flackernde Energie war mehr als deutlich im Turm zu erkennen und Lyra hatte Tee aufgesetzt als es bereits an der Tür klopfte. Es war mitten in der Nacht, niemand war mehr im Schloss noch auf - von den paar wenigen Wachen abgesehen, die halbschlafend auf ihrem Posten hingen und von denen nicht eine einzige die junge Zauberin aufhalten würde, die sich hier durch die Gänge stahl. Sie hatte sich gefragt, wann es zu viel werden würde, aber als sie jetzt sacht die Tür öffnete, um die Jünger einzulassen kam nicht ein einziges dieser selbstgefälligen Worte über ihre Lippen, stattdessen bugsierte sie Faye sacht zu einem der Sessel rüber, bevor sie sich dem großen Kamin zuwandte, um dort neues Holz ins Feuer zu werfen.
Ebenso wortlos kehrte sie zu Faye zurück, ihr nur sacht eine Hand auf die Schulter legend und ihr mit der anderen Hand eine Teetasse in die Finger drückend. "Komm erstmal an", war schließlich alles, was Lyra zu ihr sagte, bevor sie sich den zweiten Sessel zurecht zog und sich neben sie sinken ließ.

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Die eigenen Gedanken in Alkohol zu betäuben war etwas, das keiner von ihnen tun durfte, aber während der letzten paar Tage hatte er mehrfach bewiesen, dass er nicht für das geeignet war, was er tun sollte. Er hatte eine Bruderschaft drei Jahre gehabt und danach war alles in Flammen aufgegangen und jetzt standen sie vor dem Nichts und alles, was sie erwarten konnten, war nicht viel mehr als das, was die anderen nicht mehr wollten. Schweigend, das Gesicht halb hinter der Kapuze verborgen, weil es leichter war das Brennen in den Augen damit zu verbergen, schob er die Hand um den ersten Krug, die Finger anspannend, als wäre es damit so leicht ihn zu zerbrechen und schüttelte dann schließlich den Kopf, hoffend, dass es ihr als Antwort ausreichen würde.
Alkohol. Er hatte nie getrunken - nicht einen einzigen Schluck, dem Kredo folgend, den Weisungen eines anderen, besseren Mannes, weil die eigenen Gedanken klar bleiben mussten. Trotzdem hockte er jetzt hier und der bittere Geschmack des Bieres machte rein gar nichts besser.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 10:20 pm
Lyra hatte immer ein Gespür dafür, wie es anderen ging und heute - ausnahmsweise - war Faye dankbar dafür, erst einmal gar nichts sagen zu müssen. Ihre Ahnungen beschränkten sich auf das, was sich in der Ferne zusammenbraute. Sie konnte Kriege und Angriffe voraussagen, die sich so weit entfernt zusammen brauten, dass es unwahrscheinlich war, dass sie jemals ankommen würden, wo sie sich befand. Aber für das, was um sie her vorging, war sie oft blind. Vielleicht aus Selbstschutz. Wer wusste schon abschließend, wie genau Magie funktionierte?
Die warme Teetasse beruhigte ihre flatternden Nerven nicht einmal im Ansatz und Faye starrte Minute um Minute in die heiße Flüssigkeit hinab, von der verschiedenste Kräuterdüfte aufstiegen. Lavendel ... Minze ... alles, was man nahm, um jemanden zu beruhigen.
Hätte sie damals im Norden bleiben sollen, als sie die Chance dazu gehabt hatte ...? Nie war ihr der Weg, der vor ihr lag, so steinig und trostlos vorgekommen. War es richtig, Lyra mit all dem zu belasten? Wer hätte ahnen können, dass sie irgendwann im Zimmer der Magierin sitzen und überlegen würde, wie sie das Gespräch anfangen sollte? Klirrend stellte sie die Tasse zur Seite.
Statt irgendwelcher Worte kam aber nur ein frustriertes, trockenes Lachen aus ihrer Kehle, während sie ein Knie zu sich auf den Sessel zog und sich mit einer freien Hand unsanft die Haare raufte, die Finger schließlich darin vergraben an ihrem Hinterkopf ruhen lassend, das Kinn auf dem Knie aufgestützt und in die Flammen des Kamins starrend. Am liebsten hätte sie geschrien.

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"Du musste nichts sagen, Em", murmelte Elli, entgegen ihrem fröhlichen, spritzigen Selbst ruhig und mit leiser Stimme, als sie die Hand ausstreckte und sie um die des anderen schloss, um sie sacht von dem Bier zu lösen. Sie würde ihn nicht daran hindern, es erneut zu greifen, aber vielleicht begriff er gerade selbst, dass es ihm nicht helfen würde. Sie hob die freie Hand und orderte Wasser, ehe sie hinüber auf die Kapuze sah, die das Gesicht des Menschen verbarg, den sie wie einen kleinen Bruder liebte. Er hatte es nicht einfach - momentan schien sich alles gegen ihn verschworen zu haben, nachdem es eine ganze Zeit lang gut ausgesehen hatte. Sie wusste, wie die anderen Meister der Bruderschaften sprachen und sie würde den Teufel tun, es ihn wissen zu lassen, weil sie und Septim wussten, dass Emerson ein guter Mann - ein guter Assassine war.
Still rutschte sie näher, bis ihre Schulter gegen die des anderen stieß und sie in die gleiche Richtung sehen konnten - auch, wenn der Holztisch nicht gerade eine Augenweide war.
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 10:30 pm
Die Jüngere tat ihr leid, wie sie hier saß und nicht so recht wusste, wohin mit sich. Sie wirkte so verloren, zusammengesunken und in sich selbst vergraben, dass Lyra nicht anders konnte als Mitleid und Sorge zu empfinden für das junge Ding zu empfinden, das vielleicht viel zu früh in all diese Geschicke hinein geraten war, ohne selbst zu wissen, worauf sie sich einließ. Erneut streckte sie die Hände aus und löste behutsam Fayes Finger aus ihren wirren, blonden Locken, sacht die eigenen Hände um die der Jüngeren legend, um sie davon abzuhalten sich noch weiter in sich selbst zurück zu ziehen. Es würde ihr nicht helfen - sie nur weiter in sich selbst zurückdrängen und mehr von der rebellierenden Zauberin zerstören, die sie einst in Kaladir kennen gelernt hatte. Heute saß hier eine junge Frau, die ihren Platz nicht gefunden hatte und die auch nicht mehr wusste, mit wem sie überhaupt noch reden konnte, wenn sie schon bereitwillig zu ihr gekommen war.
"Ist schon gut", sagte sie nur leise, die Hände der anderen noch immer sacht festhaltend und ohne Vorwurf in der Stimme. "Du musst nichts sagen, wenn du nicht willst."

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"Ich habs versaut", kam es nach einer schieren Ewigkeit von Emersons Seite, gerade laut genug um es Elli hören zu lassen, während er die Augen schloss und den eigenen Atem noch einmal kontrollierte, weil er zu sehr holperte. Zu abhackt, zu offen deutbar - zu einfach die Schwäche dahinter zu sehen. Wie lange würden die Bruderschaften das alles noch mitmachen? Wie lange Faye noch bleiben, bis sie genug von alledem hatte und sich entschied, dass es der größte Fehler ihres Lebens war, sich überhaupt retten zu lassen?
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 10:42 pm
"Es scheint momentan ganz egal zu sein, was ich sage, Lyra - und auch egal, wo", antwortete Faye schließlich, wich dem Blick der Älteren aber immer noch aus. Sie wusste auch ohne einen Spiegel, wie rot die Ränder um ihre Augen waren und wie verräterisch es an ihren Wimpern glitzerte, weil sie die Tränen nicht laufen ließ. Weinen war etwas ... etwas, womit niemand in der Bruderschaft umgehen konnte. Es war ja nicht so, als könne sie deswegen jemandem einen Vorwurf machen, ganz und gar nicht, aber es schmerzte, sich immerzu unter Kontrolle halten zu müssen. Gerade sie mit ihrem Element, das von ihr forderte, frei und wild und stürmisch zu sein kollidierte immer und immer wieder mit den engen Grenzen und Regeln, die die Assassinen hatten. Und sie machte das Leben Emerson damit nicht leichter, geschweige denn ihr eigenes und wenn sie dann schließlich alles so lange aufgestaut hatte, wie es nur ging, bis es eben nicht mehr ging, dann begrüßte sie oft nur die Hilflosigkeit ihres Gegenübers. Sie wollte Lyra nicht in die gleiche Situation bringen.
"Vielleicht ... vielleicht hätte ich die Bruderschaft verlassen sollen, als Septim mich hinauswerfen wollte", sagte sie zitternd, weil es einfacher war als noch länger zu schweigen und damit heraufzubeschwören, dass sie doch noch ein Häufchen Elend wurde. "Es hätte den anderen viel Ärger erspart."

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"Hast du", gab Elli zur Antwort, hob aber die Hand, als Emerson - scheinbar überrascht von der Aussage - auffahren wollte. "Aber glaube mir. Einmal hinfallen ist nicht das Problem, Em. Aufstehen und weitermachen ist wichtig. Ich bin kein Freund von einmaligen Chancen, die man vertut und damit sein Leben aushaucht. Du hast die Möglichkeit, einen Neuanfang zu schaffen - mit deiner Bruderschaft und den Menschen, die noch dazu gehören. Alisander zu töten war richtig. Die anderen wussten darum und sind nicht gegangen, als sie es noch konnten. Wenn wir also Schuld aufwiegeln wollen, dann hast du meine Schulden getilgt und ich müsste an deiner Statt sitzen, weil es mein Auftrag war, ihn zu töten. Ich hab es nicht geschafft und nur deswegen bist du in dieser scheiß Situation."
Sie lächelte schief. "Aber merkst du, was dieses Denken mit uns macht? Wir schieben uns nur die Schuld gegenseitig zu, versuchen nur aufzuzählen, was wer verbockt hat. Das hilft doch keinem."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 10:53 pm
"Vielleicht", sagte Lyra lediglich und strich sacht über Fayes Finger, milde über die Vorwürfe lächelnd, die Faye sich selbst machte. "Vielleicht hätte es den anderen Ärgern erspart. Vielleicht wäre es dir dadurch aber noch viel schlechter gegangen und vielleicht würdest du jetzt nicht einmal mehr hier sitzen. Es sind viel zu viele Vielleichts, um sich damit zu beschäftigen, Faye. Vielleichts, die nur weh tun", fuhr sie fort, die Tränen in den Augen der Jüngeren glitzern sehend und sich wünschend, sie würde endlich das aussprechen, was wirklich in ihren Gedanken war. Es war ihr lieber, sie würde zusammenbrechen, damit sie die Scherben aufkehren und das zusammensetzen konnte, was noch übrig war, als die junge Zauberin vor sich sitzen zu sehen, die so mühsam versuchte sich selbst zusammen zu reißen und mehr und mehr darüber verzweifelte, dass sie es nicht schaffte.
"Dieser Weg sieht jetzt furchtbar aus, aber nicht alles davon war so schlecht, wie du jetzt glaubst. Was bringt es dir, dich zu fragen, was wäre, wenn du gegangen wärst und vor allem - wäre es wirklich das gewesen, was du gewollt hättest?"

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"Septim schickt Verräter zu mir", brachte er nach einer Weile über die Lippen, ohne auf ihre Erklärung zu Alisanders Tod oder dem Brand überhaupt einzugehen. "Diejenigen, die der Süden ermorden wollte. Er scheint nicht einmal mehr zu glauben, diese Bruderschaft könne aus mehr als aus einer kleinen Gruppe von Versagern bestehen ..."
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Re: Kapitel 18

am Mi Nov 29, 2017 11:01 pm
Nur für einen Sekundenbruchteil stellte sie sich vor, sie hätte Emerson, Chadim und all den anderen den Rücken gekehrt, als die Abreise bevor stand und er sie noch einmal gefragt hatte. Sie hoffte noch immer, dass er ihr nur eine Chance geben und sie nicht hatte loswerden wollen. Andererseits ... warum sonst hätte er all die Zeit mit ihr verbringen sollen? Er hätte es beenden können, damals auf dem Turm in Kaladir. Und sie? Hätte sie auch nur einen von ihnen verlassen wollen ...? Schmerzhaft zog sich ihr Herz zusammen, als ihr klar wurde, dass es keine weitere Antwort darauf gab als eine: "Ich hätte nichts geändert", wisperte Faye kaum hörbar und biss sich in die Fingerknöchel, weil sie die geballte Faust vor ihren Mund gepresst hatte. Jeder Assassine war besser im Emotionen verbergen als sie und das, was sie hier noch leistete war nur das, was sie sich antrainiert hatte, um nicht ständig negativ aufzufallen. "Jede Entscheidung hätte ich ... genauso wieder getroffen."
Und das alles führte aber zu noch mehr Fragen. "Was ist, wenn ich nur eine Last bin und er verpasst hat, mir genau das in dieser Form zu sagen? Ich verursache ständig nur Chaos und Ärger und du selbst weißt das nur zu gut. Wie mit Linnea." Nein, sie hätte Linnea nicht in die Zirkel gehen lassen. Niemals. Aber die Frage und die fehlenden Antworten blieben.

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"Vermutlich weiß Septim noch nicht einmal von dem Brand", mahnte Elli den anderen. "Und er als Großmeister hätte jederzeit jemand anderen zum Meister dieser Bruderschaft bestimmen können - ältestes Recht hin oder her. Er glaubt an dich. Und ich auch."
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Re: Kapitel 18

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