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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:07 pm
"Ich wiederhole erneut, ich habe nicht den leisesten Hauch wovon Ihr sprecht, De Vere. Nicht ein einziger Templer wird auch nur einen Fuß in meinen Zirkel setzen, solange ich es nicht erlaube und ich erlaube es zu keiner Zeit. Geht und sagt das Euren Freunden, die bestimmt schon darauf warten die nächsten Zauberer aus ihrem Heim zu zerren und sie zu foltern", schoss Lyra nur unbegeistert und bar jedweder Diplomatie zurück, den anderen noch einmal finster anfunkelnd, weil sie keine Lust mehr darauf hatte, sich jetzt erneut unter Druck setzen zu lassen. Sie waren dieser Lösung so nah und es gab inzwischen ein Kind, das sie vor dem Ritual hatten beschützen können - das junge Ding mochte der Anfang sein, sie würde nicht das Ende bleiben.
"Sie ist ein achtjähriges Mädchen. Faye ein einstiges Ratsmitglied, bevor sie verstoßen und verurteilt wurde. Macht mich nicht für die falschen Entscheidung der Templer und des Rates in Kaladir verantwortlich. Soviel ich mich erinnere ist letzterer doch bereits für die Entscheidung gestorben. Faye wird also durchaus in der Lage sein, sich um sie zu kümmern, sofern sie es will."

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"Und von welchen Bedingungen sprechen wir hier?", hakte Emerson nur nach und runzelte die Stirn, weil Elli sonst nicht diejenige war, die Bedingungen stellte - vor allem nicht ihm gegenüber und hielt ihr Gesicht im Auge, sich nicht darum scherend, dass seines noch immer im Schatten lag, weil er es nicht für notwendig befunden hatte, die Kapuze vom Kopf zu schieben. "Du kannst den Rest deiner Familie gern ebenfalls hierher holen, falls das eine deiner Bedingungen sein sollte."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:10 pm
Lange gab Elli den Blick zurück, dann senkte sie den ihren. "Selbst, wenn ich wollte, könnte ich das gerade nicht zur Bedingung machen. Ich weiß nicht, wo sie sind. Es gibt aber etwas anderes - ich muss ein paar Dinge klären. Einfach wegbleiben kann ich nicht, auch, wenn sie froh sein werden, mich los zu sein. Aber ich wage es nicht alleine." Sie gestand sich selten Zweifel oder Schwäche ein, aber hier entschied ihr gesunder Menschenverstand.
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:20 pm
"Faye ist eine verurteilte Verbrecherin - und ihr wisst noch nicht einmal die Hälfte von dem was ihr glaubt zu wissen. Der Zirkel von Kaladir war bereits bis in den Kern verrottet bevor ich mein Amt dort antrat. Er war derart verfault, dass mir nichts weiter übrig blieb als alles mit Stumpf und Stiel auszurotten! Ihr könnt nicht ernsthaft, dass es klug ist dieser Frau ein Kind zu übergeben!" erklärte de Vere und wirkte ernsthaft sauer. "Ich bin nicht euer Feind, auch wenn ihr das gerne glauben wollt - ich diene der königlichen Familie und bin für Schutz und Beratung zuständig. Und diese Pflicht nehme ich sehr ernst!" er verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte sie an.
"Es ist egal was ich wünsche, ich kenne die Art und Weise wie die Kirche mit so etwas umgeht. Ich drohe euch nicht, ich warne euch eindringlich!"
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:30 pm
"Ich bitte Euch, De Vere. Macht Euch nicht selbst zum strahlenden Ritter, in dem Ihr jetzt hier vor mir steht und behauptet, Ihr wäret der Einzige, der zwischen uns und der Kirche steht und für unseren Schutz verantwortlich", setzte Lyra ihm schnippisch entgegen und schüttelte den Kopf, beinahe enttäuscht darüber, dass er noch immer vor ihr stand, ihre Magie unterdrückte und trotzdem behauptete, er wäre nicht ihr Feind. Sie waren bislang ohne De Vere ausgekommen und sie hatte nicht vor, sich ihm jetzt anzuvertrauen und sich an seiner Schulter auszuheulen.
"Einen guten Tag, De Vere. Ich habe zu tun, wie Ihr sicherlich ebenfalls wisst."

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"Du willst, dass ich dich begleite?", folgte Emersons leise Frage, auch wenn es nur noch eine letzte Feststellung dessen war, was ihr nur allzu deutlich ins Gesicht geschrieben stand. Es gab keine Regel, die verbot, dass ein Anführer einer Bruderschaft nicht sein Amt niederlegen würde - Elli an sich war bereits ein Novum, warum dann nicht auch den einfachen Weg nehmen und sie wieder aus dieser Verantwortung nehmen, damit sie sicherer war. Fernab von jenen, die sie am Liebsten tot sähen.
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:32 pm
"Du musst es nicht tun, Emerson", versicherte Elli rasch. "Du wirst hier gebraucht. Aber gib mir einen deiner Männer mit. Ich glaube nicht, dass sie über mich herfallen oder die Entscheidung missbilligen, aber ich muss ein paar Dinge erledigen und brauche dafür Sicherheit."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:32 pm
"Wir könnten Verbündete statt Feinde sein Lyra!" entgegnete er und schüttelte den Kopf, beinahe frustriert ob ihrer Abfuhr. "Bringt mir das Mädchen und ich sorge dafür, dass sie in einen anderen Zirkel kommt - weit außerhal der Stadt. In den Westen vielleicht woher ich komme. Ich kenne die Leute dort. Sie sind anständig, die meisten zumindest und um die anderen habe ich mich vor langer Zeit gekümmert."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:35 pm
"Nur über meine eigene kalt gewordene Leiche", war alles, was sie dazu noch sagte, bevor sie sich umdrehte und wieder zurück in den Turm ging, in dem sich ihr eigener Zirkel befand. Wachen. Sie brauchten dringend vertrauenswürdige Wachen, die auf die Magier hier achteten und die sich vor sie stellten, wenn De Vere erst bei seinen Freunden gewesen war.

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"Sie werden sich nicht von irgendjemandem bremsen lassen, falls wirklich das Schlimmste bevorsteht, wohl aber davon, dass Septim sie alle bestrafen wird, falls mir etwas passiert. Sie müssen wissen, dass sie nicht einfach tun können, was immer sie wollen und dafür kann ich nicht irgendjemanden mit dir mitschicken. Ich komme selbst mit. Vielleicht tut mir ein wenig Abstand von hier ganz gut."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:37 pm
"Du kannst hier nicht alles stehen und liegen lassen", mahnte sie Emerson deutlich sanfter und sah ihn an. "Es gibt Dinge, die du klären musst."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:38 pm
"Die Sache mit Faye? Die kläre ich sobald ich einen freien Kopf habe und nicht mehr das Gefühl, ich setze alles in den Sand, was ich angefasst habe. Vielleicht hilft es mir sogar dabei, wenn ich ein paar Mitgliedern der Bruderschaft erklären kann, dass sie eben nicht so einfach meine große Schwester umbringen dürfen."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:40 pm
"Du kannst nicht einfach wortlos gehen", gab sie zurück.
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:40 pm
"Habe ich nicht vor. Ich werde nur die Klärung ein wenig nach hinten verschieben."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:42 pm
Elli ahnte, dass es keine gute Idee war, ihn parieren zu lassen, doch was sollte sie sagen? Er war erwachsen und was er ernten würde, säte er jetzt gerade aus. "Dann tu, was du für richtig hältst. Ich breche am Abend auf."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:46 pm
"Hallo Faye," Cassians Stimme schien vom Wind durch die kleine Gasse getragen worden zu sein, in welcher sich Faye befand. Der Magier hatte ein kurzes, knappes Lächeln auf dem Gesicht während er einen Schritt nach vorne trat, seinen langen blauer Mantel aus Lodenstoff fest um sich geschlungen.
Es schneite und die einzelnen Flocken setzten sich auf dem blauen Stoff ab, leuchteten und funkelten dort, während seine warmen Fellstiefel sich über die eisige Straße bewegten.
"Ich hatte eigentlich gehofft, dass du mich aufsuchst. Während all der Zeit, die du im Schloss warst aber..." er schüttelte den Kopf. "Das war wohl eine vergebene Hoffnung."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:51 pm
Das war ein Gespräch, das ihr gerade noch gefehlt hatte. Faye spürte fast, wie ihr die Luft aus den Lungen gepresst wurde, als sie sich umwandte, die Schritte eben noch einigermaßen fest und zielgerichtet, jetzt folgte ein Stolpern, bis sie sich fing und umwandte.
Sie hätte alles anführen können - viel zu tun, den Kopf wo anders, Linea ... und nichts davon war gelogen, aber eben auch nicht die Wahrheit.
"Was hätte ich sagen sollen ...?", fragte sie zurück, ein schiefes Lächeln auf den Lippen.
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 9:55 pm
"Ich weiß nicht," antwortete Cassian und zuckte mit den Schultern, während sich Schneeflocken zwischen seinen blonden Haarsträhnen verfingen. "Vielleicht ein: Was ist mit dir in all den Jahren geschehen? Oder: Ich hoffe dir ist es gut gegangen. Wenn du ganz vermessen wärst, wäre vielleicht auch eine Entschuldigung drin gewesen..." er schüttelte den Kopf während sein Mund ein sanftes Lächeln abzeichnete. Ein Lächeln, das zeigte, dass Cassian den Essig des Lebens gekostet und ihn für einen ganz guten Wein befunden hatte.
"Naja, was solls. Stimmts? Wir können Dinge nicht ungeschehen machen und vielleicht habe ich auch einfach zu viel verlangt, nach allem was war."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:00 pm
Da standen sie nun. Die einzigen beiden Überlebenden des Zirkels aus Kaladir und hatten sich so wenig zu sagen, wie eine Schnecke zur anderen. Und genauso lange dauerte das Gespräch hier scheinbar, das Faye immer unruhiger werden ließ.
"Vielleicht hast du zu viel verlangt", bestätigte sie, die Stimme nicht so fest, wie sie sie gerne gehabt hätte. Sie hatte sich entschuldigt - bei so vielen. Oft. Immer wieder. Verbogen und verdreht, bis sie kaum noch wusste, ob sie Eule oder Mensch war. Es hatte ihr nichts gebracht. "Und vielleicht - nur vielleicht - war dein Leben alles, was ich dir auf den merkwürdigen Wegen des Schicksals geben konnte."
Sie sah hinauf in den grauen Himmel und ließ ein paar Flocken auf sich herabrieseln, genoss die Abkühlung auf ihrem erhitzten Gesicht. "Du warst Jahre bei Lyra, Cassian. Du wusstest, dass sie mit mir in Kontakt steht - im Gegensatz zu mir, die nicht wusste, dass du direkt bei ihr untergekommen warst. Ich gebe die Frage zurück. Warum hast du mich nicht aufgesucht?"
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:05 pm
"Ich mag keine Augen mehr haben, aber ich bin nicht blind Faye," erklärte Cassian trocken und schüttelte den Kopf. "Du warst bei diesem Assassinen - und es war unschwer zu erkennen in welcher Beziehung du zu ihm standest. Am Anfang hat es noch weh getan, zumindest so lange, bis ich mir selbst eingestanden habe, dass es immer er war. Ich war damals nur ein Zeitvertreib, eine Möglichkeit für dich dem Alltag des Zirkels zu entkommen. Es ist in Ordnung. Mittlerweile - ich weiß was ich für dich war und ich sehe, was er für dich ist. Ich sah keinen Grund ein Drama daraus zu machen oder wieder in dein Leben zu stürmen, nachdem ich es für dich auf eine so angenehm einfache Art und Weise verlassen hatte. Ich habe mich meinen Studien gewidmet - der Magie. Und ich dachte ich hätte dich vergessen. Aber als ich sah, wie das Haus der Bruderschaft brannte spürte ich deinen erstickten Geist und wusste, dass ich dir dein Leben schuldig bin. Also kam ich. Ich gebe zu ich hatte mir vielleicht irgendwo etwas erhofft. Aber nicht mehr. Nein."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:11 pm
Was sollte sie dazu sagen? Sie und Cassian hatten mehr geteilt als nur ein Bett - alles, bevor sie in den Zellen gelandet war. Und sie erinnerte sich auch daran, dass er es - im Gegensatz zu zwei, drei anderen - nicht ein einziges Mal versucht hatte, sie dort unten wenigstens zu sehen. Er hatte nicht einmal seine Magie nach ihr ausgestreckt.
Sie fühlte sich nicht nur wie geschlagen, sie fühlte sich angegriffen. Verletzt. Und ein Stück weit in die Enge getrieben.
"Emerson und ich waren Freunde, Cassian. Auch und vor allem in der Zeit, die wir beide hatten. Es ist keine Lüge und kein Vorwand, auch, wenn du es mir nicht glauben magst. Wenn du nicht mit der Wahrheit leben kannst, mach es nicht zu meinem Problem." Dann schüttelte sie den Kopf. "Aber die Art und Weise, wie du mein Leben verlassen hast, einfach zu nennen? Angenehm für mich? Wie sehr unter die Gürtellinie willst du gerade gehen? Sag es mir gleich, dann kann ich mich darauf einstellen und das Niveau anpassen."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:16 pm
Die Luft um Faye herum wirkte zusammengepresst, während sich die Wolken am Himmel weiter zusammenzogen und der Schneefall stärker wurden, kleine Flocken tanzten um Cassian herum. "Ist das dein verfluchter Ernst?" raunte Cassian ihr zu und schüttelte den Kopf. "Du hast mir den Floh wegen der Rebellion ins Ohr gesetzt und ich habe nach deiner Gefangennahme versucht all das aufrecht zu erhalten, ehe ich selbst Gefangen genommen und in Thauril geschlagen wurde. Ich war noch dort unten, als du auf den Richtblock gezerrt und im letzten Moment gerettet wurdest! Mir hat ein Inquisitor die Augen aus dem Schädel gedrückt und mit seinen Gedanken beinahe meinen Geist zerstrümmert. Du hast mich fort geschickt damals, damit ich nicht mehr dein Problem war. Weißt du wer damals noch gestorben ist? Rodrick, Cellyn, Jura, Leftan - kennst du ihre Namen überhaupt noch? All jene, die an deine Rebellion geglaubt haben? Sie wurde getötet oder ihnen wurde die Magie ausgebrannt - du hast diese Rebellion verursacht, welche um sich griff wie ein Lauffeuer und guten Männern und Frauen das Leben gekostet hat, während du mit deinem Assassinen fort gerannt bist!"
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:24 pm
"Und jetzt stehen wir beide hier, Cassian", erwiderte Faye kalt, eisiger noch wie der Wintertag um sie her. Und pünktlich mit all den Worten war all das, was sie geglaubt hatte, ändern zu können, wieder da: Die Zweifel. Der Hass. Die Aussichtslosigkeit. "Wir stehen beide hier", wiederholte sie leiser. "Ja, sie sind meinen Worten gefolgt. Ja, viele haben ihr Leben gelassen. Ihr Augenlicht. Freunde. Familie. Ich hätte in diesem Moment nichts mehr ausrichten können - ohne Magie. Ohne Unterstützung. Machst du mir Vorwürfe, mein Leben gerettet zu haben, als ich die Chance dazu hatte, statt den Märtyrertod zu sterben? Wenn ja, nur zu!"
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:28 pm
"Nein, mache ich nicht", erwiderte Cassian und schüttelte den Kopf. Seine Augen, diese blau reflektierende, glatte Oberfläche ließen keine Gefühlsregung zu, nahmen ihm ein Stück Menschlichkeit. "Es ist immer besser zu überleben als zu sterben. In jedem Fall - ich hatte nur gehofft, dass du... mehr tun würdest. Du warst die Beste von uns allen. Und ich habe zu dir aufgesehen. Ich glaube das schlimmste war mein Augenlicht zurück zu bekommen und zu sehen, dass du auch nicht mehr warst als jeder andere von uns."
Er ließ die Schultern sinken. "Du kannst noch immer etwas erreichen. In Lyras Zirkel arbeiten wir daran etwas zu ändern. Wirklich zu verändern!"
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:35 pm
"Und nach all den Worten soll ich dir dorthin folgen, ja?", hakte sie nach und schloss die Augen, um sich selbst zu beruhigen, aber es machte keinen Sinn. Inzwischen peitschte der Wind ihnen einfach nur noch ärgerlich ins Gesicht, zerrte an Fayes Locken, bis sie sie kurzerhand unter der Kapuze verstaute und damit halbwegs bändigte.
Sie hatte also versagt in künstlichen seinen Augen. Herzlichen Dank, in ihren eigenen auch. Mehrfach und noch dazu in jüngster Zeit.
Müde von all dem öffnete sie die bleischweren Lider, suchte Cassians Blick, auch wenn sie nie sagen konnte, ob er ihm begegnete oder er durch sie hindurchsah. "Ich erinnere mich an all die, deren Tod ich verursacht habe. Glaub nicht, dass ich auch nur einen davon vergessen habe - oder jemals vergessen werde." Keinen Magier, keinen Assassinen. Es versetzte ihr einen schmerzhaften Stich ins Herz, als sie an den Tod dachte, der ihr folgte wie ein Schatten.
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:41 pm
"Bist du jetzt fertig?"
Dieses Mal war es Emersons kalte, schneidende Stimme, der unmittelbar hinter Cassian stand, die dunklen Augen fest auf den Magier gerichtet und die Hände bereits an den Waffen an seiner Seite, bereit schnell genug zu reagieren, noch bevor der Magier auch nur einen einzigen Zauber von sich gegeben hatte. Er hatte den Tag nutzen wollen, um mit Faye zu reden - um ihr wenigstens im Ansatz zu erklären, dass das während der letzten Nacht ihm leid tat, irgendetwas von dem zu erklären, was da in letzter Zeit los gewesen war und sie darum zu bitten, Geduld mit ihm zu haben bis er Elli sicher hierher gebracht hatte - mit all ihrem Hab und Gut. "Soweit ich mich erinnern kann, hast du auch keinen Finger krumm gemacht, um Magier aus den Zirkeln zu retten."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:44 pm
Cassian wandte sich halb über die Schulter um, sein Mund zu einem knappen Lächeln verzerrt. "Der Held der Stunde, was?" hakte er müde bei Emerson nach und schüttelte den Kopf. "Magier gehören in die Zirkel," erklärte er schließlich leise. "Magier müssen ausgebildet und vor sich selbst beschützt werden. Nur nicht von den Templern. Euer absoluter Drang nach Freiheit Emerson, all diese ganze Selbstjustiz - sie ist nichts weiter als Anarchie. Es gibt keine absolute Freiheit - und wenn es sie gibt, ist sie zerstörend..." er trat einen Schritt von Faye zurück.
"Aber das werdet ihr noch früh genug erkennen."
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Re: Kapitel 18

am Fr Dez 01, 2017 10:46 pm
Wortlos, ohne jeden Kommentar, der ihm noch auf den Lippen gelegen hatte, holte er mit geballter Faust aus und schlug dem anderen mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, mitten ins Gesicht.
"Und du bist ein Arsch."
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Re: Kapitel 18

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