Teilen
Nach unten
avatar
Anzahl der Beiträge : 2920
Anmeldedatum : 18.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Mo Dez 18, 2017 9:06 pm
"Es gibt keine Garantie, aber ich habe lange Jahre mit dem Studium der Magie zugebracht und möglicherweise wäre ich in der Lage einen Schutz um die Quelle zu ziehen oder sie darin zu lehren Eins mit der Magie zu werden, ohne zu der Magie zu werden. Es ist ein schwieriges Unterfangen und ein Schutz würde mich viel Kraft kosten, wenn nicht sogar aber ja.... ja ich denke schon, dass ich dazu in der Lage wäre."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Mo Dez 18, 2017 9:08 pm
"Gut", sagte Elaine nur und nickte für sich selbst, die Antwort einfach so stehen lassend, während sie Karsh dabei zusah, wie er seine Suppe löffelte. Immerhin dieses Problem würden sie in den Griff bekommen, neben den Dutzend anderen, die sich im Laufe dieser letzten Jahrzehnte aufgetan hatten. Sie fragte sich, wie der Junge sein würde, den sie einst aus Caria fortgebracht hatte - ob er etwas von seinem Vater haben würde oder ihm ähnlich sehen würde.
"Erzähl mir etwas über den Jungen. Devastare."
avatar
Anzahl der Beiträge : 2920
Anmeldedatum : 18.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Mo Dez 18, 2017 9:11 pm
"Er ist klug und gewitzt," erklärte Karsh nach kurzem überlegen. "Er weiß was er tut und zuweilen sogar wie er bekommt was er will. Er ist stur und hitzköpfig in seinen besten Momenten und noch sturer und hitzköpfiger in seinen schlimmsten. Er verfügt über die Fähigkeit das Gute in den Menschen zu sehen und es aus ihnen heraus zu holen. Aber er ist auch unsterblich in die Königin verliebt, auch wenn er glaubt, dass das niemand weiß. Er ist besser mit dem Schwert als mit der Magie, aber er bringt sich nicht um bei dem Versuch sie zu wirken."
avatar
Anzahl der Beiträge : 2920
Anmeldedatum : 18.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 9:22 pm
"Also," Morys streckte sich noch einmal und ließ seinen Blick über die Anwesenden wandern, ehe er seinen Blick zurück auf Caillean richtete und ein düsteres, schmales Lächeln seine Lippen kräuselte. "Ich würde vorschlagen wir ziehen uns zusammen mit einigen Zeugen zurück. Wenn ich jetzt auch noch das Dessert esse bin ich vielleicht ein wenig zu schwerfällig und ich habe kein Interesse daran euch zu besteigen, wenn ihr anfangt ein Bäuchlein anzusetzen!"
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 9:30 pm
Fieberhaft hatte sie während der letzten paar Stunden überlegt, wie sie sich aus dieser ganzen Angelegenheit hätte herauswinden können, aber jeder Einfall, den ihr Kopf zu Stande gebracht hatte, hatte sie gleich wieder verworfen, weil es ihr nichts bringen würde. Wenn sie jetzt versuchte wegzurennen, würde sie nicht einmal bis zur Tür des großen Saals kommen - wenn sie vorgäbe, ihr sei vom Essen schlecht, würde ihn das wahrscheinlich nicht einmal aufhalten und bislang hatte sich noch niemand mit einem besseren Einfall erbarmt ihr zur Seite zu stehen. "Grund genug für mich in nächster Zeit mehr als reichlich zu essen", grollte sie lediglich zur Antwort, wenig angetan von der Vorstellung des Kommenden. Wenn sie dick werden musste, um zu verhindern, dass er sich an ihr vergriff, dann sollte ihr das recht sein.
avatar
Anzahl der Beiträge : 2920
Anmeldedatum : 18.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 9:34 pm
"Na also...." er legte ihr eine Hand auf den Schenkel, schob diese weiter nach oben, während er tiefer zwischen die Beine glitt. "Gawain - Devastare! Kommt!" rief er den anderen beiden zu und stand auf, ehe er eine seiner Wachen herbei winkte, welche sich die Königin über die Schultern warf. "Meine verherten Herrschaften, wir ziehen uns zurück - als Zeugen nehmen wir diese beiden Vertrauten der Königin mit uns und einige von meinen Männern. Natürlich ist jeder von euch herzhaft eingeladen an der Tür zu lauschen!" er grinste noch breiter.
avatar
Anzahl der Beiträge : 1451
Anmeldedatum : 16.11.16
Alter : 23
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 9:42 pm
In Gawain brodelte es wie in einem Vulkan und er selbst ertappte sich dabei, wie er seine Fantasie ausnutzte um Morys in jeder nur erdenklichen Art zu töten. Auf dem Schafott, mit der eigenen Klinge, mit blanken Fäuste, einer Gabel (wahlweise auch einem Löffel), vielleicht sogar mit seinen eigenen, ekelhaft prunkvollen Kleidern. Doch schließlich ballte er die Faust, biss sich so hart auf die Lippe das diese anfing zu bluten und erhob sich dann schweigend. Er musste damit aufhören, andernfalls würde er und sei es nur für den Bruchteil einer Sekunde, die Beherrschung verlieren. „Komm Junge“, murrte er, in der Hoffnung Devastare würde in diesem Moment mehr Wut auf ihn projizieren als auf den neuen König. Er würde mit bösen Blicken, leisen Fluchen, Tritten und dergleichen umgehen können ohne danach den Kopf des jungen Gardisten zu fordern. „Jetzt komm“, er griff ihn fluchend um Arm und zog ihn mit einiger Kraft vom Stuhl, als wäre er nicht mehr als eine kleine Handpuppe mit der die kleinen Damen am Hofe spielten.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 9:46 pm
Der erste Schritt war noch holprig, der zweite wurde genutzt, damit Devastare sich nicht nur selbst auf den Füßen halten konnte, sondern im selben Moment auch aus dem Griff befreite. Was hätte er tun können? Was bei den Göttern konnte er tun, um das zu verhindern? Nicht nur das Zusehen, sondern den Akt an sich? Ihm wollte nichts einfallen. Die blinde, weiß glühende Wut wollte ihn keinen klaren Gedanken fassen lassen, als er versuchte auszublenden, wie Morys Finger über Cailleans Hintern wanderten, bis sie schließlich dort liegen blieben, während die beiden vor ihnen gingen. 
Er wechselte einen raschen Blick mit Gawain, doch auch der schien nicht den leisesten Schimmer zu haben, was sie tun sollten.
avatar
Anzahl der Beiträge : 2920
Anmeldedatum : 18.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 9:53 pm
Morys betrat zusammen mit den anderen das königliche Schlafgemach. Devastare und Gawain folgten fünf Wachen, welche sich allesamt reihum im Zimmer positionierten. Morys bedeutete dem letzten Kerl die Königin auf das Bett zu werfen, während er sich selbst den Mantel abnahm und auf den Stuhl warf. "Nun denn..." er trat nach vorne und riss Cailleans Kleid auf, entblößte ihre Brüste und warf einen kurzen Blick zu Devastare. "Gefallen sie dir?" hakte er mit einem wölfischen Grinsen nach, ehe er ihr das Kleid gänzlich vom Leib riss und sie dazu zwang bis zum vorderen Bettende zu krabbeln - das Gesicht Richtung Devastare und Gawain, ehe Morys sie von hinten bestieg.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 10:08 pm
Verzweifelt grub sie die Zähne in die Unterlippe, schmeckte den metallenen Geschmack von Blut in ihrem Mund, um sich davon abzuhalten auch nur einen einzigen Laut von sich zu geben, während sie ihn viel zu nah bei sich wusste. Ihre Fingerknöchel schmerzten, so heftig hatte sie sie in die Bettlaken gegraben und längst hatte sie die Augen geschlossen, um nicht in die Gesichter der beiden sehen zu müssen, während all das hier geschah. Tränen brannten in ihren Augen, rannen immer wieder über ihre Wangen und tropften auf ihre Hände, wenn der Schmerz zu viel wurde. Wenn er drohte sie wieder und wieder zu zerreißen und um die paar dunklen Strähnen, die ihr ins Gesicht hingen, war sie mehr als dankbar, weil sie verhinderten, dass die anderen ihr eigenes verzerrtes Gesicht sahen. Sie hörte das Schnaufen hinter sich, spürte die Hände an ihrem eigenen Körper, die sich so furchtbar falsch anfühlten und die sie anwiderten, wann immer ihre Gedanken für einen kurzen Moment klar genug wurden, um es zu registrieren. Eine weitere Bewegung und all die Scham verwandelte sich wieder in Schmerz zurück. Sie wollte von hier weg, weg von diesem Ort und langsam begann sie zu zählen. Sekunde für Sekunde, weil es ihr half sich nicht einzig und allein mit dem zu befassen, was er gerade tat und worunter sie immer wieder schmerzerfüllt aufkeuchte. Er würde sie nicht brechen. Nicht hier und nicht so.
avatar
Anzahl der Beiträge : 1451
Anmeldedatum : 16.11.16
Alter : 23
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 10:17 pm
Wie unsagbar falsch dieser eigentlich vollkommen natürliche Akt zwischen zwei Menschen wirken konnte. Er hatte in all den Jahren schon oft gesehen wie sich Männer an Frauen vergingen, wenn Städte erobert wurden und die Soldaten im Blutrausch nicht mehr an sich halten konnten. Doch zumindest wussten diese meist nicht was sie da taten, waren beflügelt von der Überraschung immer noch am Leben zu sein und sahen für einen kurzen Moment keinerlei weltliche Regel mehr als für sich gültig an. Oft genug hatte er Männer davon abhalten können, diesmal jedoch nicht. Auch war es hier kein Blutrausch, sondern schlichte Grausamkeit die Morys dazu veranlasste die Königin zu schänden. Gawain wagte es nicht seinen Blick zu senken und versuchte stattdessen irgendeinen Punkt zu fixieren, der nicht obszön wirkte. Der Rücken oder ein abstehenden Haar, doch selbst dann taten schmatzende Geräusch, gequälte Laute und schweres Schnaufen und Stöhnen alles dafür, dass er keine Sekunde lang vergaß, was genau hier gerade geschah.
avatar
Anzahl der Beiträge : 2920
Anmeldedatum : 18.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 10:20 pm
Der Akt selbst dauerte nicht lange, wenngleich auch jede einzelne Sekunde eine zu viel gewesen war, ehe sich Morys endgültig von ihr löste, seine Hose wieder zu nästelte und einen seiner Männer zu sich winkte. "So, das wärs dann. Gawain, Devastare - ihr dürft euch entfernen und vielleicht habt ihr ja noch ein bisschen was gelernt - du da!" er wies auf den Soldaten, den er zuvor noch heran gewunken hatte. "Häng die Königin für zehn Minuten an den Füßen auf . Je eher sie mir einen Erben schenkt, umso besser!"
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Di Dez 19, 2017 10:28 pm
Devastare hatte Mühe gehabt, sich auf irgendetwas zu konzentrieren - auf irgendetwas, was nichts mit dem zu tun hatte, was vor seinen Augen geschah und was ihn so unglaublich rasend machte, dass er meinte, sich übergeben zu müssen. Er tat es nicht. War viel zu sehr getrimmt darauf, sich zusammen zu reißen. Er haderte mit sich mit jeder Sekunde, die verstrich, überlegte, ob er die Männer ausschalten konnte, ehe sie ihn stoppen konnten, den König zu töten oder ob er erst den König töten sollte und ob Gawain anschließend in der Lage sein würde, die Mannen aufzuhalten - doch er wusste, wie absurd all die Gedanken waren. Nichts davon konnten sie tun, um Caillean außerhalb dessen zu halten, was ihren Tod bedeutet hätte. 
Sein Blick fing den ihren auf, als Morys sich zurückzog, doch was er sah konnte er nicht in Worte fassen, während es kalt seinen Rücken hinunter lief. Seine Hitzköpfigkeit mochte ihn irgendwann den Kopf kosten, aber Cailleans? Das durfte nicht geschehen. Sie mussten andere Wege finden. Seine Finger lösten sich aus der Erstarrung, in der er sie gehalten hatte und er schob sie in die Tasche, stieß auf kühles, glattes Glas.
Still folgte er Gawain zur Tür hinüber, wie beiläufig und nur für Caillean sichtbar - allen anderen versperrte er die Sicht - eine kleine Phiole hinter die Vase auf dem Tisch neben der Tür legend.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 8:47 pm
Wie sehr sie diesen Mann verachtete, konnte sie inzwischen nicht einmal mehr in Worte fassen, als sie ihn dabei beobachtete, wie er im Innenhof die Pferde satteln ließ. Wie grob er mit den Männern umging, die ihn begleiteten und wie dreckig sein Lachen selbst von hier oben aus, wo sie am Fenster stand und hinab starrte, wirkte. Die letzten Tage hatte er ihr kaum eine Möglichkeit für ein einziges Gespräch gelassen und als schließlich der Moment gekommen war, indem ihm hinter diesen Mauern langweilig geworden war und er den Jagdausflug angekündigt hatte, hatte Caillean sich krank gestellt, um wenigstens ein bisschen Zeit für sich selbst zu haben. Zeit, damit wieder ein Funken von Normalität einkehren konnte - Zeit, die sie damit verbringen konnte, mit anderen zu sprechen, ohne beständig jemanden hinter sich zu haben, der alles,  was sie tat und sagte, auf die Goldwaage legte. Das Wiehern der Pferde ließ sie noch einmal den Blick hinunter richten und erleichtert atmete sie auf, als sie sah, wie er das Tor hinter sich ließ.
Weshalb die Götter all das zugelassen hatten, wusste sie noch immer nicht und bislang hatten sie auf nicht ein einziges ihrer klagenden Gebete gehört. Weder auf jene, in denen sie sich den Tod des Mannes auf die möglichst grausamste Art und Weise gewünscht hatte, noch auf jene bittenden, sie mögen eine Lösung aufzeigen, wie sie dieses Reich vor dem unmittelbaren Ruin retten würden, der ihnen allen durch ihn drohte. Energisch schüttelte sie den Kopf und erinnerte sich wieder daran, was sie sich vor einigen Tagen geschworen hatte - dass er tun konnte, was immer er wollen würde, er aber niemanden brechen würde, der hier lebte.
Als sie die Tür hinter sich hörte, wandte sie sich über die Schulter zurück und brachte ein schmales Lächeln auf ihre Züge. Morys hatte selbst dort Spuren hinterlassen und sie hasste ihn umso mehr dafür. "Entschuldige, dass wir in letzter Zeit so wenig Gelegenheit hatten ..."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 8:54 pm
"Es gibt nicht zu entschuldigen", erwiderte Devastare leise, der die Tür eben hinter sich ins Schloss drückte, in einer Hand einen Krug und sich dann zu Caillean umwandte, sie musternd, beinahe akribisch genau, während er all die kleinen Blessuren an ihr registrierte, die Morys dort hinterlassen hatte. Und die, für die er nur verantwortlich zeichnete, indem er ihr den Schlaf raubte. Sie wirkte erschöpft und abgeschlafft und wer könnte es ihr verübeln? Er brauchte nicht fragen, um zu wissen, dass die Krankheit nur vorgetäuscht war, aber ihre Müdigkeit war es nicht und auch nicht ihre Bewegungen, die eckig und abgehackt wirkten. 
Wut keimte in ihm auf, fraß sich heiß durch seine Adern, doch er zwang sich zur Ruhe, befahl sich, den Moment anders zu nutzen als zu schimpfen und Caillean nur noch mehr zu belasten. 
"Deine Hofdamen haben dir Tee gekocht. Ich habe ihn ihnen abgenommen und ihnen frei gegeben." Langsam trat er näher und stellte das Tongefäß ab.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:08 pm
"Danke", sagte sie leise und musterte noch einmal die Erscheinung. Es tat ihr leid, dass er all das hatte mitansehen müssen, dass er es jeden Tag aufs Neue miterleben musste, was schief gegangen war und trotzdem nichts dagegen unternehmen konnte, aber vor allem tat es ihr leid, dass sie ihn in eine so unangenehme Situation gebracht hatte. Langsam, weil die unbedachten Bewegungen noch weh taten, trat sie zu ihm rüber, musterte einen kurzen Moment die unterdrückte Wut, die sie sehen konnte und lächelte dann darüber, weil es genau die sein würde, die sie brauchen würden, um alledem ein Ende zu bereiten, aber statt den Moment damit zu zerstören, streckte sie lediglich die Arme aus und schob sie um ihn.
"Ich hab dich vermisst."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:13 pm
Statt zu antworten senkte Devastare sein Kinn auf ihren Schopf und schloss die Augen, den vertrauten Geruch einatmend, der von ihren Haaren ausging. Nur ein wenig entspannten sich seine verkrampften Muskeln, sein Kiefer schien nicht mehr aufeinandergepresst, so dass ihm die Zähne schmerzten. Gawain war alles gewesen, was ihn davor bewahrt hatte, eine riesengroße Dummheit zu machen, die ihn seinen Kopf gekostet hätte und damit Caillean vielleicht die Möglichkeit, irgendwann den Ehemann los zu werden, der sich ihr aufgezwungen hatte. Und bei den Göttern, Devastare wollte ihn leiden sehen für all das, was er ihr angetan hatte und antat, während sie alle nicht hier waren. Natürlich hatte er seine Wachen hier, seine Männer mitgebracht, doch viele davon waren nun mit ihm unterwegs, fernab der Schlossmauern. 
"Hat er Anweisung gegeben, dich hier eingeschlossen zu halten?"
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:18 pm
"Nein - nur unter Beobachtung, bevor ich auf die dumme Idee komme gegen ihn zu rebellieren", antwortete sie kopfschüttelnd und verdrehte die Augen, weil sie bestimmt nicht auf den Gedanken gekommen wäre vor seinen eigenen Soldaten von etwas wie einen Widerstand anzufangen. Es gab zu viele hier, als dass sie es würde riskieren können, einfach die Tore zu schließen um ihn auszusperren - wissend, dass das, was kommen würde, wenn sie es riskierte, ungleich schlimmer werden würde als der Rest, der bislang ohnehin schon geschah. "Aber angesichts der Tatsache, dass ich furchtbar krank bin, bin ich gerade um ein wenig Privatsphäre sehr dankbar", fügte sie nach einer Weile noch hinzu und löste sich zumindest soweit von ihm, dass sie hinauf in sein Gesicht sehen konnte.
Weglaufen, einfach von hier verschwinden, war während der letzten Tage häufig in ihren Gedanken gewesen und dennoch hatte die Pflicht sie hier gehalten. Ihr eigenes Volk konnte sie nicht einfach so wehrlos einem Tyrannen überlassen. "Es tut mir leid. Ich hätte es dir gern erspart ..."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:21 pm
"Unfug", unterbrach er sie barsch und schüttelte den Kopf. "Caillean, ich will so etwas nie wieder hören. Was war, ist geschehen und wir können nichts mehr daran ändern. Schuldzuweisungen bringen uns nichts. Lass uns in die Zukunft sehen." Auch, wenn die nahe Zukunft nicht gerade rosig aussehen mochte, was er wohlweislich nicht erwähnte. Sacht strich er über ihre Wange, dann deutete er auf die Bank am Fenster.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:26 pm
"Er meinte, er wäre zumindest zwei Tage weg. Die Wälder hier sind groß und sie brauchen einige Zeit, um im Winter irgendetwas zu jagen", ließ sie ihn nur leise wissen und ließ sich rüber zu der Bank am Fenster bugsieren, sich darauf sinken lassend und den Blick hinaus auf die weiten, weißen Wälder lenkend, die das Schloss umgaben. Oberon hätte sie warnen müssen, dass er mit den Soldaten unterwegs war - dass sie sich alle mitten im Wald verborgen hatten und nur durch eine Finte hinein gelangt waren. Leise seufzend, weil ihr seine Worte wieder einfielen, ließ sie den Kopf gegen seine Schulter sinken, froh darüber jemanden bei sich zu haben, den sie nicht fürchten musste.
"Wie geht es den anderen? Ich komme nicht mehr dazu wirklich auf sie zu achten."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:28 pm
"Nach ein paar eindringlichen Worten fügen sie sich größtenteils, bereit, irgendwann zurück zu schlagen. Aber sie sind wütend und besorgt um dich, sie verabscheuen Morys und dank seinen Mannen hat sich herumgesprochen, was nach der Zeremonie geschehen ist." Seufzend lehnte er sich mit Caillean im Arm zurück gegen die kalte Steinmauer und folgte ihrem Blick nach draußen, gedankenverloren eine ihrer Haarsträhnen um seinen Finger wickelnd. Zwei Tage. Das war alles, was ihnen blieb, bis Morys zurückkehren würde, wenn nicht die Natur ein Einsehen hatte und seinem jämmerlichen Dasein ein Ende bereitete.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:31 pm
"Ich hab die Hoffnung auf ein Wildschwein oder einen verirrten Armbrustbolzen ... ich würde mit Sicherheit auch furchtbar trauern ihn so früh zu verlieren", raunte sie nur leise schnaubend. Es war schlimm genug, was er getan hatte - wie er es getan hatte, sie wollte nicht daran denken, was seine Männer untereinander besprachen und schauderte sobald ihre Gedanken dorthin zurück wanderten. "Wir brauchen eine Lösung ... besser früher als später. Ich fürchte, es wird leider nicht allein mit einem Messer im Rücken erledigt sein."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:35 pm
"Warte bis zum Frühjahr, dann soll er doch nochmal einen Jagdausflug wagen", murmelte Devastare düster "dann, wenn die Frischlinge auf der Welt sind und die Mütter rasend vor Wut. Er kommt nicht von hier, wir sollten ihm das wirklich nahe legen." Aber sie beide wussten, wie absurd die Gedankengänge waren. 
"Karsh wurde eingeschlossen", setzte er dann hinterher. "Er ... sagen wir, er hält sich nicht allzu viel an die Vorschrift, aber wenn er es übertreibt, setzt Morys ihn wirklich fest. Wenn ein Messer nicht genügt, müssen es entweder mehrere sein oder Magie."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3522
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:43 pm
"Und was ist mit seinen Männern? 350 Söldner, die ihm die Treue geschworen haben, weil er genug Geld aufgebracht hat - was wir bräuchten wären mehr Leute ... dasselbe, was er getan hat. Götter, ich wäre gerade um jede Armee der Welt froh, solange sie nur dafür sorgt, dass dieser widerliche Dreckskerl verschwindet", überlegte sie. Diese ganze Situation war verflucht, sie hatten kaum 48 Stunden Ruhe - Zeit, um miteinander zu sprechen, um sich zu vergewissern, dass es dem anderen gut ging. Gedankenverloren, sich vorstellend, wie es sein würde - wie Morys Tod sein würde und was danach kommen würde, nestelte sie an dem Stoff seines Oberteils herum und hielt dann inne, um bittend zu ihm hinauf zu sehen.
"Tu mir den Gefallen und geh keine unnötigen Risiken ein. Wir bekommen unsere Chance, solange es auch dauert aber ich will nicht, dass etwas schief geht und er dich deshalb zur Verantwortung ziehen kann."
avatar
Anzahl der Beiträge : 3641
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 1

am Fr Dez 22, 2017 9:48 pm
"Wir sind kein reiches Land, Caillean", antwortete Devastare nachdenklich. "Um sie zu kaufen müssten wir eine viel größere Summe aufbringen, als sie uns im Jahr zustünde von dem, was wir immer genommen haben. Alleine schon der Bauern wegen hoffe ich, dass Morys nicht auf dumme Gedanken kommt, aber du merkst selbst, dass er ein Kind ist, das zu früh ein Schwert und ein Zepter in die Hand bekommen hat. Ich weiß, wir brauchen rasch eine Lösung, aber etwas zu übereilen ohne einen Plan würde uns alle ins Grabe bringen und dich in eine Situation, in der ich dich nicht sehen will - nicht alleine." Sie musste schon genug alleine durchmachen.  Nicht auszudenken, wenn all ihre Gefolgschaft und er nicht mehr wären. Sanft strich er ihr über den Nacken und die Schultern, spürte die weiche Haut, die Morys dort wenigstens heil gelassen hatte und wünschte, er müsste nie wieder hören oder sehen, wie der andere Caillean anfasste.
Gesponserte Inhalte

Re: Kapitel 1

Nach oben
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten