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Re: Kapitel 2

am Fr Jan 05, 2018 9:25 pm
Sie hatten kein Feuerholz gesammelt, sich nicht einmal die Mühe gemacht, irgendwo etwas zu befestigen, als sie sich auf der kleinen Lichtung niederließen, erschöpft, emotional als auch körperlich. Sie hatten so gut es ging die Wunden ausgewaschen und verbunden, sich kurz nach dem Befinden gefragt, aber danach herrschte Stille. Die Verfolger hatten sich nicht so leicht abschütteln lassen wie erwartet und Gawain - der gute alte Gawain war es gewesen - der ihnen die nötige Rückendeckung gegeben hatte, um zu verschwinden. Sie hatten ihn sterben sehen, durchbohrt von Pfeilen, aber sie konnte nicht anhalten, sie alle wussten es und das war das Schlimmste. Coreen hatte immer Rhiannons Befehle befolgt und verinnerlicht und einer war gewesen, dass sie niemanden zurückließen. Sie hatten Gawain beinahe wissentlich geopfert und es schmerzte sie im Herzen, während sie auf dem kalten, schneebedeckten Laubboden hockte und die Arme um die Knie geschlungen hielt. 
Devastare mochte es eher gewohnt sein, zu morden, aber er tat es nicht gerne. Er folgte anderen Befehlen, denn wenn etwas Caillean schützte, dann tat er es und haderte danach mit sich. Aber Gawain war ein Freund gewesen - sein engster Vertrauter neben Karsh und der Königin und beide waren verdammt weit weg. Wütend trat er gegen einen Ast, der ihm im Weg lag auf seiner Wanderung um das Feuer herum und die Äste brachen knackend und laut, durchbrachen die Totenstille und hallten von den Bäumen wieder. Es führte dazu, dass die beiden Frauen auf aufsahen, herausgerissen aus ihren Gedanken. Ohne ein Wort wandte er sich kopfschüttelnd ab.
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Re: Kapitel 2

am Fr Jan 05, 2018 9:28 pm
Thealon griff nach seiner Krone und setzte diese wieder zurück auf den Kopf und sah seiner Tochter mit einem seichten Lächeln hinterher. Sie würde sich das merken - würde sich merken, dass es ihre eigene Verhandlungskunst gewesen war - ihr Einsatz, der sie wieder aus der Gefangenschaft befreit hatte. Nicht die Ergebnisse ihrer Mutter. Das war wichtig gewesen. Er zog noch einmal sein Hemd gerade, ehe er ebenfalls das Zimmer verließ.
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Re: Kapitel 2

am Fr Jan 05, 2018 9:36 pm
Seine Nervosität stieg von Sekunde zu Sekunde und während er, barfuß und mit losem Haar über die Wiese huschte, hinter einen der Bäume, griff seine Hand mit einer erzwungenen Ruhe nach einem Seil, welches unter den großen Schichten Laub verborgen lag und welches am gegenüberliegenden Ende des Baumes befestigt war. Die Fremden kamen näher, vermutlich nur noch gut fünfzig Schritt entfernt. Sie klangen anders als die Einwohner dieser Region und eine davon roch ... anders. Es irritierte ihn und hätte ihm fast seine Überraschung gekostet. Im letzten Moment jedoch umklammerte er das Ende des Seils, dass ihm zu füßen lag und zog, sodass sich dieses spannte und zwei der Fremden direkt und mit der Wucht des Unwissens nach vorn fielen. Aristeas indes rannte von der anderen Seite auf die dunkelhaarige Frau zu, stieß sie mit einem Stoß der Schulter zu Boden und holte mit dem Messer, dass er noch immer in der Hand hielt aus, die Spitze nach unten gerichtet, übersät mit etlichen Kratzern und Scharten.
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Re: Kapitel 2

am Fr Jan 05, 2018 9:43 pm
Es war nur ihrem jahrelangen Training zu verdanken, dass sie sich bei dem Fall nicht allzu viel tat - außer, dass ihr Kopf mit dem Boden kollidierte und sie Sterne sah, während ihre Hände nach dem Dolch grabschten, tasteten, wühlten, der zu Boden gefallen war und dann beschloss sie instinktiv, dass es besser war, das herabsausende Messer zu blocken -  ihr zweiter Arm fungierte noch als kleines Hindernis zwischen der Klinge und ihrer Kehle, mehr aber auch nicht. Wütend schreiend kratzte sie mit der leeren Hand einmal quer über das GEsicht des Angreifers. 
Der Mann über ihr war nicht für die winterlichen Temperaturen gekleidet, ebenso wenig wie sie selbst. Seine langen Haare wellten sich und reichten beinahe bis an ihre Stirn, die Augen waren zu Schlitzen verengt. Unangenehm spürte sie ihren Herzschlag und das Zittern ihrer Arme, während sie gegenhielt, so gut sie konnte. All das spielte sich viel zu schnell ab, als dass Elaine oder Devastare groß hätten reagieren können und dann - nur durch den bloßen Zufall seiner Beinstellung - konnte sie das Knie nach oben ziehen und es ihm in die Genitalien rammte. 
"Verdammter Hurensohn!", fauchte sie und stieß ihn von sich, rückwärts aus seiner Reichweite krabbelnd. "Was bei den Göttern hast du denn gefressen?!" Sie rappelte sich halb auf, aber ihre Knie waren weich und sie schwankte. "Ist das hier dein beschissener Laubhaufen oder was?!"
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Re: Kapitel 2

am Fr Jan 05, 2018 9:53 pm
Aristeas schnaufte nur und kniff die Augen zusammen als er spürte, wie kleine Bluttropfen in die Nähe seiner Augen liefen. "Was", fing er an, sprang jedoch wie ein gejagtes Tier auf und griff erneut nach seinem Messer, als er sah wie Devastare sich von der Seite her näherte. Als der Mann kurz darauf noch einen weiteren Schritt näher kam, hob Ari seinerseits sein Messer und führte einen blinden Schlag auf seine rechte Seite aus. Der Andere reagierte wie erhofft, wodurch ihm die Möglichkeit offenstand, mit der flachen Hand gegen das Ohr des Fremden zu schlagen.
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Re: Kapitel 2

am Fr Jan 05, 2018 9:58 pm
Sein Kopf war ohnehin schon angeschlagen - der Treffer auf das Ohr, dumm wie er war, - saß und ließ ihn zurücktaumeln. Nur einem Baum war es zu verdanken, dass er nicht auf dem Boden landete, aber unwillkürlich fuhr seine Hand zu dem getroffenen Körperteil und legte sich schützend darüber, ehe ihm erneut schmerzhaft bewusst wurde, dass er keinerlei Waffen mehr an sich trug und sich auf die mehr schlechten als rechten Magiekünste beschränken musste, die ihm blieben. Coreen hatte sich endlich auf die Füße gerappelt und war schon mit ihrem Dolch zum Angriff übergegangen, aber er bremste sie aus, indem er eine Feuerwand hochzog, die den Angreifer von ihnen trennte. Das unwillige Murren der Soldatin ließ ihn schmal lächeln, als er sich von dem Baum abstemmte, an dem er lehnte, sich dann entschloss, ihn als Halt doch nicht zu verlassen und sich wieder dagegen lehnte. Die Welt drehte sich wie ein Karussell auf dem Jahrmarkt. 
"Wer bist du?"
"Hey - ich bin dran", warf Coreen ein und drängte sich an dem Gardisten vorbei, baute sich zu ihrer vollen Größe auf und stemmte die Hände in die Hüften. "Wer bist du?!" Devastare schüttelte nur den Kopf und war kurz davor, sich an die Stirn zu fassen.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 5:38 pm
Aristeas knirschte mit den Zähnen, schließlich standen die Fremden nun mit dem Rücken in Richtung seines Hauses, sodass auch eine Flucht wenig gebracht hatte. „Aristeas“, gab er schließlich zur Antwort, da er wenig Sinn darin sah, diesen geheim zu halten. Es kannte ihn ohnehin niemand in dieser Gegend. Die wenigen Bewohner aus dieser Region die ihn kannten, wussten, dass sie ihm und er ihnen aus dem Weg ging, außer wenn er einen seiner seltenen Besuche in einem der umliegenden Dörfer unternahm. „Was wollt ihr hier? Ihr seid nicht von hier.“
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 5:42 pm
"Wir schauen uns die wunderschöne Landschaft an. Im letzten Reisebericht stand allerdings nichts von Wahnsinnigen, die plötzlich Reisende ohne Grund angreifen und mit einem Zahnstocher erstechen wollen", meldete sich Elaine bissig zu Wort, während sie versuchte durch die Feuerwand, die Devastare hochgezogen hatte irgendetwas von dem Fremden zu erkennen.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 5:46 pm
Der Drache verzog nur wütend den Mund und zeigte seine Zähne, schnaufte schwer und umklammerte sein Messer noch fester. „Ihr seid die, die hier eingedrungen sind. Ich habe jedes Recht mich zu verteidigen.“ Sein Puls hämmerte verlieh ihm schon beinahe eine Art Rausch, auch wenn dieser durch das seltsame Gefühl in seinem Hals ein wenig gehemmt wurde. Er sprach selten, schon gar nicht mehrere Sätze. Die plötzliche Beanspruchung jedoch wirkte befremdlich.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 5:48 pm
"Wir haben dich nicht angegriffen", erwiderte Coreen eisig wie ihr Element und bedeutete Devastare, die Feuerwand sinken zu lassen. Jahrelange Zusammenarbeit ließ ihn nicht groß daran zweifeln, sondern die Flammen auf ein Minimum reduzieren, über die Coreen hinweg steigen konnte, ihren eigenen Dolch in den Fingern, nicht aber gehoben zum Angriff. 
"Wo ist dein Problem?" Sie ahnte es, roch es, konnte es fühlen, aber nichts von ihrem Selbst durfte etwas davon verlauten lassen. Bei den Göttern, sie verfluchte Rhiannon zuweilen dafür.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 5:52 pm
Seine Nasenflügel bewegten sich einen Moment, ehe er von unten nach oben die Frau vor sich besah und dann den Mund verzog. „Ihr hättet mich angreifen können. Und werdet es vielleicht auch noch tun. Ich wusste nicht wer ihr seid und weiß es immer noch nicht.“ Er machte einen Schritt zurück und hob eine Augenbraue, als er sah dass das Feuer um die dunkelhaarige Frau herum fast vollkommen verschwunden war. „Weiß“, murmelte er und verzog den Mund erneut, während sein Messer von einer Hand in die andere wanderte. „Was glaubt ihr denn weswegen jemand hier in der Einöde haust? Fehlt es euch an Verstand um eins und eins zusammen zu zählen?“
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 5:54 pm
"Vielleicht liegt das an deinem einnehmenden Wesen, das sich sonst vor Verehrerinnen gar nicht mehr retten könnte", bemerkte Elaine noch immer sichtlich umbegeistert über diesen Zusammenstoß - sprichwörtlich.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 5:56 pm
Weiß? Na herzlichen Dank ... jemand, der nicht genau wusste, dass er einfach nur mal die Klappe halten sollte, wenn sein Leben ihm lieb war. Sie zielte darauf, dass die anderen bei einer Reaktion, die nur schnell genug erfolgte, nicht weiter nachfragen würden. 
"Elaine - Devastare - Coreen", schickte sie ihm voraus, deutete nacheinander auf die genannten, dann auf sich und zog die Augenbrauen hoch. "Ist das dein Land? Das hier? Ich meine, dieses kleine Fleckchen hier? Zugesprochen vom König von Evelon oder bist du nur ein Wegelagerer, der sich auf Reisende stürzt, um sie zu fressen?"
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:00 pm
„Zugesprochen? Nein“, er schüttelte leicht den Kopf. „Dieser Ort hier ist derart abgelegen das er normalerweise niemanden weiter schert. Nun, außer euch jedenfalls. Was das fressen angeht“, er zögerte, machte dann jedoch wieder einen Schritt auf den Drachen zu, der sich ihm entgegen gestellt hatte. „Nun das kommt darauf an.“
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:16 pm
"Wenn es dir nicht zugesprochen wurde, dann ist es freies Land und wir haben jedes Recht, es zu passieren." Coreen wich ihm nicht aus, folgte ihm nur mit den Augen, als er sie umrundete und hielt Devastare mit einem Handwink davon ab, einzuschreiten, der bereits wieder Magie in seinen Händen formte. Das hier ließ sich nicht mit magischen Mitteln eines Zauberers regeln und so hatten Elaine und er absolut keinen Grund, sich einzumischen. 
Über die Schulter hinweg sah sie Aristeas an. "Dein Glück, dass wir noch nicht davon hörten, dass hier Menschen gefressen werden", raunte sie ihm zu.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:18 pm
„Was denn, geht es dir in dieser Hinsicht etwa anders als mir?“ Hakte er lediglich nach, wobei sein Gesicht ernst blieb.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:21 pm
"Zauberer schmecken nicht, glaub es mir." Regungslos verdrehte sie die Augen und drehte den Kopf so schnell von einer Seite zur anderen, damit sie ihn im Blick behalten konnte, dass ihr die Haare über die Schulter flogen. Sie wusste ebenso instinktiv, dass er 'grün' war, wie er sie als 'weiß' betiteln konnte. Gift - er verströmte es unverhohlen, hatte nie wie sie den Druck, sich immer zu maßregeln. Das hier wurde zu intim, ging zu nahe an das, was sie beide waren heran, also hob sie die Stimme. "Was ist nun also?"
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:23 pm
Elaine hatte mit hochgezogenen Augenbrauen dem kurzen Schlagabtausch zwischen den beiden zugehört und zog dann Devastare schließlich am Arm ein Stück zur Seite. Sie selbst ließ sich nahe eines Baumes auf den Boden sinken und wank ab, als sie seinen Blick sah. "Drachengespräche", wiegelte sie ab, weil das ihm zeitgleich die Erklärung gab, weshalb die beiden darüber sprachen, wer denn jetzt schmeckte und was der Neue mit Weiß gemeint hatte. "Das kann eine Weile dauern. Ist wie mit Katzen - erst fauchen sie und dann kuscheln sie. Setz dich."
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:25 pm
Im ersten Moment hatte Devastare sich noch mitziehen lassen wollen, dann blieb er wie angewurzelt stehen und blinzelte. Einmal. Zweimal. 
"Hat dein Kopf was abbekommen ...?"
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:27 pm
Für einen kurzen Moment brauchte sie ein wenig Zeit, um die Frage einzuordnen und blinzelte. Dann brach sie in schallendes Gelächter aus. "Sie hat dir also nichts gesagt", schlussfolgerte sie auf die irritierte Miene, die der andere zeigte. "Ist dir nie aufgefallen, dass sie noch immer so aussieht wie zu der Zeit als du klein warst? Dass sie nicht friert und je kälter es ist, sie sich wohler fühlt? Sie ist ein Drache - die haben auch eine menschliche Form, wenn sie denn wollen - Co kommt besser in der menschlichen Form zurecht, mit dem Fliegen gibt es so ein paar ... klitzekleine Probleme."
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:27 pm
„Nun ganz einfach – ihr werdet mit mir komme. Du und deine Leute, die du warum auch immer hinter dir her ziehst wie Vieh. Ihr werdet so lange bei mir bleiben bis ich mir sicher sein kann, dass keiner von euch eine Gefahr für mich darstellt und niemand mich nach eurem Besuch behelligen wird.“ Langsam, bemerkte er, wurde er wieder wortgewandter, brachte längere Sätze und komplexere Wörter zusammen. „Ansonsten wird das hier ein kurzer Besuch werden, Weiße. Du bist klein und von den Menschen verzogen. Ich würde dich zerreißen ehe er du einen Flügel hebst.“
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:32 pm
"Drache." Devastare hatte in den letzten Wochen so vieles gesehen und gehört, allen voran das Auftauchen eines riesigen Drachens vor wenigen Tagen - es hätte ihn nicht wundern sollen. Sie hatten allerhand Menschen und andere Fabelwesen, die nicht alterten, er hatte sich über viele wirklich keine Gedanken gemacht, weil es für ihn so vollkommen normal war, mit Anderswesen zu leben ... er kam sich töricht vor. Ein Hauch von Scham rötete sein Gesicht, als er Elaine ansah. "Ein Drache. Eis, nehme ich dann also an? Und was bitte meinst du  mit klitzekleinen Problemen beim Fliegen?" Und ja, sie kam als Mensch wunderbar zurecht - besser als viele Menschen, wagte er zu behaupten. Ein Derwisch mit dem Schwert. 

"Halt die KLappe, Elaine!", fauchte Coreen, dann wandte sie sich zurück an Aristeas und grinste. "Ich bin vielleicht klein, aber du bist garantiert kein Soldat. Wenn du es darauf anlegst - dann wirf die Waffe weg und beweis mir, dass du besser bist." Es reizte sie, sich auszutoben und all die Wut und den Hass auf Morys und die Trauer um den Tod des Freundes hinaus in die Welt zu lassen. Wer es abbekam, war ihr herzlich egal, solange die beiden Menschen dort hinten unversehrt blieben. Sie warf ihren Dolch so nahe neben Elaine, dass die zur Seite hüpfte. "Pass drauf auf, wir brauchen den bei der Weiterreise." Sie ging nicht davon aus, zu verlieren.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:36 pm
_______
"Ihr müsst in Bewegung bleiben," flüsterte Foster der jungen Königin zu, während sie beide durch den Matsch wateten, den die Verbindung zwischen Schnee und lehmiger Erde hervor gebracht hatte.
"Ich weiß dass euch kalt ist Majestät - aber ihr müsst weiter gehen. Immer weiter, ihr dürft euch nicht ausruhen. Nicht für eine Sekunde! Wenn ich die Orientierung nicht ganz verloren habe, dann gibt es hier in der Nähe ein Gasthaus. Dort können wir uns aufwärmen und dann sind es nur noch zwei Tagesreisen bis zu meinem Hafen!" er betete nur dafür, dass sie keinen Soldaten in der Taverne begegneten. Sonst würde er sich etwas überlegen müssen. Sein Schwert hatte er nicht mehr wiederbekommen seit der Nacht, in der er gegen die Söldner gekämpft hatte. Foster hatte nicht die geringste Ahnung, dass sein wertvoller Schatz im Kleinstformat in Elaines Tasche lag.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:39 pm
Er wartete einen Moment auf etwas, dass dann doch nicht eintrat und schüttelte daraufhin nur den Kopf. „Du verbringst zu viel Zeit unter ihnen, weißt du?“ Hakte Aristeas nach und warf mit einem Schnauben schließlich sein Messer beiseite. Die menschliche Hülle spiegelte das eigentliche, das wahre Wesen, so viel wusste er. Dennoch war die Form als Mensch eine, die er nicht bevorzugte. Allein aufgrund der Unauffälligkeit wählte er sie die meiste Zeit über. Ein Schritt folgte, erst zur linken Seite, dann nach vorn, ehe er erneut auf die Frau zustürmte.
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Re: Kapitel 2

am Sa Jan 06, 2018 6:43 pm
"Bewirf die Halbfee ruhig mit der Eisenwaffe! Das kann ja nur gut gehen!", fluchte Elaine in Coreens Richtung, schüttelte dann aber den Kopf und wandte sich stattdessen wieder Devastare zu, den Dolch einfach im Boden neben ihr stecken lassend, weil sie sich beim letzten Mal bereits die Finger verbrannt hatte. Einerseits war sie froh, dass Coreen sich hier wieder austobte - dass sie die Trauer um Gawains Tod vergaß, der auf der Reise zurückgeblieben war um ihnen einiges an Vorsprung zu ermöglichen - Vorsprung, den sie durch den Zwischenfall mit dem zweiten Drachen gerade wieder zerstörten, aber sei es drum.
"Sie kann nicht besonders gut landen", offenbarte sie, weil sie ohnehin nichts besseres mehr vor hatte als hier zu sitzen und sich zwei ineinander verkeilte Drachen anzusehen, die beide ihren Territorialanspruch gelten machen wollten. "Jeder ihrer Versuche endete damals damit, dass sie zuerst mit der Schnauze im Dreck gelandet ist, bevor die Füße folgten."
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Kalt war überhaupt kein Ausdruck. Ihre Kleidung war klamm, ihre Hände stachen bei jeder Bewegung ihrer Finger und ein paar der zuvor noch nassen Strähnen hingen ihr inzwischen gefroren in dem bleichen Gesicht, während sie schweigend hinter Foster durch Schnee und Matsch stapfte und sich darum bemühte nicht einen einzigen Laut von sich zu gehen. Sie waren irgendwo mitten im Nirgendwo, Stunden von ihrer eigentlichen Heimat entfernt und noch immer viel zu dicht an den eventuellen Verfolgern, denen sie während der letzten Stunden immer wieder nur knapp entgangen waren.
"Tut mir einen Gefallen", durchbrach sie nach einer Weile die Stille schließlich und bemühte sich darum wieder mit Foster gleichauf zu kommen. Die anderen hatten sie auf dem Weg verloren und während der wenigen ruhigen Minuten, die sie gehabt hatten, hatte Caillean sich immer wieder gefragt, ob sie sicher waren. Ob sie den Soldaten hatten entkommen können und ob es ihnen gut ging. "Hört auf mich Majestät zu nennen", forderte sie. "Ich bin nass, dreckig und sehe nach allem anderen als nach einer Königin aus. Dazu kommt, dass ich gerade auf Euch angewiesen bin, weil ich allein keine Chance habe. Ich bin nicht anders und nicht besser als Ihr. Caillean genügt vollkommen."
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Re: Kapitel 2

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