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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:15 am
„Und mir dem was du jetzt tust, passt du dich nicht an?“ Aristeas machte ein paar Schritte in Richtung des Waldes, darauf vertrauend, dass der andere Drache ihm folgen würde. Zuerst war nichts zu hören, nur das fauchen des Windes mit einer beinahe beängstigenden Beständigkeit. Dann jedoch mischte sich das Knarzen von Schnee hinzu, in den jemand gerade trat. „Warum liebst du diese Menschen? Sie verstehen uns doch kaum, wenn sie es denn überhaupt können. Und all die Feenwesen aus ihren Wäldern in Ekynes sind seit jeher darauf bedacht, Abstand zu uns Schlächtern zu halten.“
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:21 am
"Nicht alle sind gleich", wandte Coreen ein und schob sich die Haare hinter die Schultern, in denen der Wind spielte und zerrte. Es erinnerte sie an das Fliegen und daran, wie lange das schon nicht mehr möglich gewesen war, sei es wegen dem Flügel oder auch deshalb, weil Morys sich in Ekynes heimisch eingerichtet hatte. Die Wahl, nach Ayantis zu gehen, war eine, die sie nicht hatte über sich bringen können zu diesem Zeitpunkt und nun stand sie hier in Evelon, keinen Schritt weiter, wenn man es genau betrachtete. 
"Natürlich passe ich mich an, aber nur, weil ich als Drache geboren bin, kann ich doch nicht darauf vertrauen, meiner Umwelt ohne jegliche Vorsicht zu begegnen, damit ich sie nicht zerstöre. Alles Leben spielt miteinander zusammen und wird zu dem großen Gefüge, in dem wir uns befinden. Nehme ich das, was mir gegeben wird, habe ich Freiheiten, die ich definitiv vermissen würde, wenn ich zu viele und zu vieles in meiner Umwelt schänden würde. Wir sind keine Götter und nicht allmächtig und diese Welt bietet Platz für uns alle, aber es erfordert ein Stück Verständnis und Vertrauen." 
Sie ahnte schon, dass es die Angst vor diesem Vertrauen war, die ihn so reagieren ließen. Sie wusste nicht, was ihm passiert war und sie sollte auch nicht urteilen. "Diese Menschen", fuhr sie dann in der Stille fort "haben mich mit groß gezogen. Sie sind nicht von meiner Seite gewichen, ob sie nun wussten, wer ich bin, oder nicht. Sie haben mir, ebenso wie ich ihnen, mein Vertrauen bewiesen. Manchmal geht es nur darum, einen gemeinsamen Nenner zu finden."
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:27 am
Eine ganze Weile lang herrschte Stille zwischen ihm und Coreen, während die beiden weiter Richtung Wald liefen. Er spürte das die andere keine Furcht hatte, dafür war ihr Schritt zu beständig und ihre Stimme zu klar. Der Waldrand vor ihnen bot ein Sammelsurium an Arten, wobei Nadelbäume dominierten. „Du willst mir sagen, dass Menschen dich wie deinesgleichen aufgezogen haben, obwohl du nicht bist wie sie?“ Dieser Gedanke verwirrte ihn und stellte so vieles, was er über die letzten Jahrhunderte gesehen und gelernt hatte, in Frage. Nicht etwa das ihn Coreen gänzlich oder auch nur ansatzweise davon überzeugte, doch es machte ihn stutzig. Nachdenklich. „Und warum hast du dann diesem Devastare nichts davon erzählt? Er schien reichlich erschüttert darüber zu sein als er es vorhin von der Fee erfahren hat. Vielleicht sticht er dir beizeiten ein Messer durch die Brust und spricht jetzt nur mit einer netten Zunge, weil er Angst hat.“
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:30 am
"Meine Mutter wollte nicht, dass ich es irgendjemandem sage - frag sie, warum, nicht mich. Devastare ist ein guter Freund und es gab nie die Notwendigkeit, es ihm zu erzählen. Ja, er war überrascht, aber sein Verhalten mir gegenüber wird sich nicht verändern, dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen." Oh, dummer Wortwitz, aber nun war er raus. Coreen blieb stehen und wartete darauf, dass Aristeas sich umwandte. "Warum bist du so erpicht darauf, mein Vertrauen zu meinen Freunden in Frage zu stellen?"
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:32 am
„Wie du bereits sagtest, wir sind zu wenige auf dieser Welt und wir werden in absehbarer Zeit noch weniger werden“, antwortete dieser und sah der Anderen ohne großes Zögern in die Augen. „Noch dazu bist du verletzt, Weiße. Du wirst nicht imstande sein zu fliegen und dich in deiner wahren Gestalt zu wehr zu setzen, wenn es notwendig ist. Was ich dir zeigen will, ist lediglich die Wahrheit.“
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:35 am
"Wahrheit liegt wohl im Auge des Betrachters", erwiderte sie und fragte sich, welches Gespür er für andere Drachen hatte, wenn er ohne eine Verwandlung und einen Blick auf sie wissen konnte, dass sie verletzt war. Ihre Gedanken fanden keinen Anhaltspunkt.
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:39 am
„Tut sie das?“ Er schnaubte und schüttelte den Kopf, wobei kurzzeitig etwas in seinen Augen aufglomm. „Diese Leute kommen aus Ekynes … und wenn du ihnen folgst, dann musst du ebenfalls aus dieser Richtung kommen. Sag mir Weiße, warum das Land der Feen und der Trolle? Warum nicht deine eigene Heimat, der eisige Norden? Wurdest du verstoßen?“
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 10:45 am
Oh oh oh, schwieriges Terrain. Sie würde wohl kaum sagen können, dass sie ein Geschenk an Ekynes gewesen war, aufgezogen von einer Mutter, die nicht ihre wahre Erzeugerin war - und das war wirklich der einzige Punkt, in dem sich Rhiannon als Mutter unterschied, Coreen hätte sich bis heute keine bessere vorstellen können. Sicherlich war es manchmal schwierig gewesen für sie beide, so absolut unterschiedlichen Elementen anzugehören und der Hort der Älteren war nicht immer ein schöner, angenehmer Rückzugsort ... Eine Weile fielen die Schneeflocken still auf Coreens dunkle Haare, blieben ein paar Sekunden auf ihren Wangen liegen, nur, um dann dort zu schmelzen. Erst nach einer Weile fiel ihr auf, dass Aristeas noch immer auf eine Antwort wartete und sie zuckte mit den Schultern. 
"Nein, das wurde ich nicht." Und dabei ließ sie es bewenden, trat dann zu ihm hin und runzelte die Stirn. "Aber sag mir, was tut ein Giftdrache so fernab seiner Heimat Saterra?"
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:01 am
Nicht wirklich zufrieden mit der Antwort zog Aristeas die Lippen ein wenig hoch und offenbarte damit seine Zahnreihen. Es war eindeutig das sie über dieses Thema nicht weiter sprechen wollte, auch wenn er glaubte ein gewisses Maß Trauer darüber zu spüren. „Willst du raten, Weiße?“ Und Coreen schien bereits im Begriff zu sein das Wort – Menschen – in den Mund zu nehmen, als Aristeas den Kopf schüttelte. „Auch, aber nicht zu Anfang. Als recht junges Kind wurde mein gesamter Hort von einer Gruppe Roten zerstört, die zu diesem Zeitpunkt im Begriff waren, dass gesamte Land zu bevölkern und sich neue Reviere zu erschließen. Das Problem bei uns Grünen ist, dass wir kaum Nachwuchs zeugen, da es durch all den magischen Handel in Saterra kaum noch welche in freier Wildbahn gibt. Und fasziniert ist das gemeine Volk stets von den Roten, von ihrer Sagen- und Legendenvorstellung eines Drachen, der Feuer speit und der in einem Vulkan lebt.“ Er spie verächtlich aus. „Verstärkt wird dieses Denken noch durch all jene in Ayantis, die inzwischen niemand anderen mehr aufnehmen, da alle anderen niedere, nutzlose Wesen zu sein scheinen. Also starb meine ganze Umgebung, wobei ich selbst nicht weiß wie ich überlebt habe. Irgendein fahrender Händler griff mich auf und verkaufte mich zwei Wochen später auf einem stinkenden, tosendem Markt an einen Kaufmann, der sich gern Kuriositäten hielt. Ich weiß nicht wie lange ich mit einer Kette am Hals lebte, wohl aber kann ich mich an die kleine Stadt erinnern, in der er lebte. Irgendwann überkam es mich einfach und ich riss mich von der Kette los“, mit einem kurzen tippen seines Zeigefingers deutete er auf eine rundliche Narbe an seinem Hals. „Die Menschen kennen so etwas als Henkersmal. Nun in gewisser Weise trifft diese Bezeichnung auch bei mir zu. Vermutlich wäre ich meinem Besitzer irgendwann überdrüssig geworden, denn ich verzichtete jedes Mal wenn er mich seinen Freunden vorführte darauf, Kunststücke zu machen. Einmal hatte ich die Gelegenheit einem Wagemutigem den Arm abzureißen, als mich dieser berühren wollte.“ Bei dem Gedanken daran schien etwas in Aristeas hochzukochen und er atmete ein paar Mal tief ein und aus. „Nun um zu meinem Ausbruch zurückzukommen. Er tötete ihn nachdem ich frei kam. Ihn und diese gesamte Stadt. Letztlich war nur verätzter Stein und halb aufgelöste Körper übrig, wie viele kann ich dir nicht mehr sagen. Ein paar Tausend dürften es gewesen sein. Danach … nun danach bin ich einfach geflogen bis ich nicht mehr konnte. Und hier angekommen.“
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:08 am
"Und geblieben - alleine", folgerte Coreen, ein wenig stiller als zuvor und suchte den Blick des anderen. Seine Augen hatten die Farbe, die sie in seiner Drachengestalt vermutete - grün. Ein unnatürliches, helles Grün, das selbst im Dunkel des Waldes gut zu erkennen war. Gänsehaut kroch ihr über die Schultern und sie wandte sich ab. Oh bei den Göttern, es war besser, er träfe niemals auf Rhiannon, andererseits konnte sie nun einigermaßen verstehen, woher seine massive Abneigung gegen die Menschen kam. Wäre es ihr anders gegangen, wenn sie nicht in einem Königreich aufgewachsen wäre, das Anderswesen sehr gelassen gegenüber stand? Vermutlich. Vielleicht wäre sie auch so geworden und hätte sich zurückgezogen in die Wildnis und die Einsamkeit, statt am Hof die zu fressen, die sich aus den Himmelszellen warfen und den Freitod wählten. "Wie lange ist das her?"
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:12 am
„Ich weiß es nicht“, antwortete Aristeas ohne weitere Umschweife. „Ich habe mir nicht die Gewohnheit der Menschen zugeteilt, Zeit in Tagen, Wochen und Jahren zu Messen. Aber wenn ich schätzen müsste“, er hielt kurz inne und sah zum Himmel hinauf. „Als ich das letzte Mal in einem Dorf war um neue Schindeln für die Hütte zu kaufen, hat ein Marktschreier eine Chronologie vorgetragen. Scheinbar um alle Menschen daran zu erinnern, was in den letzten Jahrhunderten geschehen ist. Als ich floh führten Saterra und Tekuria noch Friedensverhandlungen, also gut vierhundert Jahre?“
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:13 am
"Das ist lange, um den Hass auf die Menschen und alle anderen zu schüren, findest du nicht?" Und es war mehr als doppelt so alt, als sie selbst war.
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:15 am
„Warum sollte ich ihn schüren?“ Hakte er nach, von der Aussage etwas verwundert. „Menschen sind, was sie sind. Sie mehr zu hassen als es sich lohnt ist vergeudete Kraft. Und von dieser Welt verschwinden werden sie so oder so nicht. Vielmehr versuche ich die letzten Tage unserer Art als Drache und nicht als Mensch zu leben, auch wenn ich um diese Form nicht herum kam.“
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:17 am
Und genau das war es, was sie haltlos zum Lachen brachte. Lange Zeit war nur das Gelächter und Glucksen von Coreen zu hören, das die Stille durchbrach, bis sie sich endlich halbwegs in den Griff bekam. "Oh bei den Göttern - du weißt aber, wie lange wir Drachen leben ...? Das wird eine lange, sehr sehr lange und einsame Zeit, Aristeas."
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:19 am
Er wusste mit dem plötzlichen Lachen nichts anzufangen, war ihm doch all dieses Gerede den ganzen Tag über ohnehin schon auf die Kehle geschlagen und verwirrte ihn zunehmend. Er zögerte, wurde im ersten Moment rot da er beinahe das Gefühl hatte, sich schämen zu müssen. Dann jedoch lachte er ebenfalls. Warum konnte er nicht genau sagen, vielleicht weil er mit all dem überfordert war, oder aber, weil er seit Jahrhunderten niemanden mehr hatte lachen hören.
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 11:24 am
Es dauerte, bis sie beide sich beruhigt hatten - Coreen räusperte sich, fast beschämt, so kurz nach Gawains Tod so frei heraus gelacht zu haben und rief sich dann in Erinnerung, dass er nicht gewollt hätte, dass irgendjemand länger als nötig um ihn trauerte oder sein Lachen verlor. Trotzdem ... Ein wenig nachdenklich lehnte sie sich gegen einen nahen Baum und spürte die Rinde unter ihren Fingern, musterte von ihrem Platz aus den anderen Drachen. Sie hatte all die Jahre nie jemanden auch nur annährend in ihrem Alter getroffen, war immer nur noch Rhiannon in das "Drachensein" eingewiesen worden - es war deutlich, dass Aristeas weniger Mensch als Drache war oder jedenfalls sein wollte und das verwirrte sie, die mit zunehmendem Alter immer weniger in Drachengestalt unterwegs war, ziemlich. Es mochte wohl am Umfeld liegen. 
"Du willst wirklich all diese Zeiten alleine bleiben? Ohne Freunde, ohne" sie zuckte die Schultern. "Einsiedlerei und Ignoranz, ist es das? Vermeintliche Sicherheit in der Abgeschiedenheit? Denn lass mich dir eines sagen ... sie werden kommen und sie werden in einer Überzahl sein, so groß, dass du deine Heimat verlieren wirst."
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:20 pm
Langsam nickte Elaine, sehr wohl wissend, dass er Recht mit alledem hatte, was er hier gerade angab. Aus dem Kerker heraus würde er nichts verändern können und es würde alles nur noch schwieriger machen, wenn er wirklich dort landete. Unruhig begann sie die Hände ineinander zu ringen, mit den Augen den Weg der Drachen draußen im Schnee verfolgend, bevor sie sich wieder zurück zu Devastare drehte. "Tu mir bitte den Gefallen und sag niemandem etwas von dem Schwur, der mich dort oben hält", bat sie ihn und rang sich ein schmales Lächeln ab. Götter, worum bat sie gerade ihren eigenen Sohn? "Es geht um weit mehr als das. Um viel Wichtigeres als diesen kleinen Zwischenfall und ich komme gut zurecht. Dein Vorhaben muss an erster Stelle stehen, wenn du ihn besiegen willst."
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:23 pm
Warum beharrte sie so vehement darauf, dass er nichts davon verlauten ließ? Er hatte ein paar schlüssige Argumente, aber keines, das wirklich heraus stach und sich somit als richtig erweisen konnte, ohne zu sehr nach zu bohren. 
"Ich verspreche es", gab er schließlich nach einer sehr langen Stille zur Antwort und hoffte, dass es nicht das erste Versprechen war, das er brechen musste. Dann wurde sein Blick weicher und er sah auf das Brot in ihrer Hand hinunter. "Du solltest etwas Essen, Elaine. Diese Reise wird uns Kraft kosten."
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:26 pm
"Nicht in Anwesenheit von toten Tieren und dem Geruch von Blut überall im Raum", widersprach sie kopfschüttelnd, weil es nicht daran lag, dass sie keinen Hunger hatte, wohl aber daran, dass ihr übel wurde, wenn sie nur den Blick durch den Raum wandern ließ. Drachen ... selbst Coreens nächtliche Ausflüge, um etwas zu fressen zu bekommen, hatten seit jeher nur Übelkeit in ihr hervor gerufen, der Gedanke daran, wie es klang, wenn die Zähne der Freundin auf die Knochen ihrer erlegten Beute trafen und wie es knackte, ließ sie beinahe würgen. "Ich weiß, dass es zum Kreislauf dazu gehört aber ... das hier ist selbst für die Verhältnisse von Anderswesen sehr ... bestialisch", versuchte sie zu erklären und entschied sich dann das Thema zu wechseln.
"Was hältst du von dem Drachen? Aristeas, wenn ich mich richtig erinnere?"
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:28 pm
Statt zu antworten griff Devastare nach dem Mantel, den Coreen zurückgelassen hatte und schlag ihn Elaine um die Schultern, ehe er sie hochzog und zur Tür schob. Einfache Lösung für ein scheinbar unüberwindbares Problem, aber wenn es gerade das einzige war, das half, dann würde er es tun und außerdem gab es ihm die Möglichkeit, sich noch ein wenig mit der Frage zu beschäftigen, die ihm gestellt worden war. 
"Er scheint ... jedenfalls keiner Fraktion anzugehören, die gegen uns arbeitet", sagte er schließlich, als sie draußen vor der Tür angekommen waren und der kalte Wind ihnen ins Gesicht schnitt.
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:32 pm
"Das macht ihn nur leider immer noch nicht zu unserem Verbündeten", stimmte sie zu, angesichts der Kälte das Gesicht verziehend und nach den Enden des Mantels greifend, um sie ein wenig mehr um sich zu schlingen, während sie ein paar Schritte nach vorn setzte, um von dem Geruch von Blut und Fleisch wegzukommen. Die kühle Luft tat den aufgewühlten Gedanken gut, dem beißenden Gefühl des Hungers in ihrem eigenen Magen, der sie jetzt dazu brachte ein Stück Brot abzubrechen und es sich in den Mund zu schieben. Aristeas ... ob er eine wirkliche Gefahr für sie alle war, nachdem Coreen ihn so zugerichtet hatte, wusste sie nicht, aber ihr war nicht wohl bei dem Gedanken so nah bei ihm zu schlafen und ihm wehrlos ausgeliefert zu sein, wenn seine Instinkte Überhand gewannen. Bei Coreen war sie sich wenigstens sicher, dass sie ihren Freunden niemals etwas getan hätte und sich gut genug im Griff hatte, um niemanden einfach so anzugreifen.
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:34 pm
"Wir werden ihr wohl vertrauen müssen, auch wenn ich keine Ahnung habe, was sie genau bezweckt oder warum", stimmte Devastare zu und stellte sich so, dass der schneidende Wind Elaine nicht vollends traf, während ihn seine Magie einigermaßen warm hielt. Im Moment traute er der Macht nicht, die er da in sich trug, sie war unberechenbar geworden.
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:40 pm
"Coreen würde uns niemals in den Rücken fallen", stellte sie unnötigerweise noch einmal fest, obwohl sie nicht glaubte, er wäre einer anderen Meinung und wandte sich dann der wärmenden Magie zu, die von ihm ausging und die sie ein wenig weicher lächeln ließ. "Was ist mit deiner Magie?", fragte sie dann, weil das ein Punkt war, der ihm vielleicht in Caria das Leben retten könnte. Von seiner Magie wusste bislang niemand - niemand in Winterbroke und selbst die Wenigsten in Ekynes. Vielleicht würde das der Punkt sein, der Thealon aus der Reserve locken würde. "Muss ungewohnt sein, sie jetzt vollständig nutzen zu können."
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:44 pm
Devastares Blick traf den von Elaine und statt die Antwort zu geben, die ihm schon auf der Zunge gelegen hatte, stockte er. Was wusste sie darüber? Ein ungutes Gefühl beschlich ihn, etwas, was er nicht greifen und in Worte oder Gedanken fassen, es ihr also auch nicht vorwerfen konnte. Geheimniskrämerei. Wie er das hasste und bald würde er selbst ein Spieler ebenjener werden. 
"Die Frage ist doch, warum ich sie erst jetzt nutzen kann - nun, wo ich kein Schwert mehr trage", erwiderte er und versuchte in ihrem Gesicht irgendetwas zu erkennen. "Bislang ist nur bekannt, dass Feen kein Eisen berühren können und bei einer Gefangenschaft mit Eisenfesseln keine Magie wirken können. Das Schwert verbrennt mich nicht - abgesehen von Schwielen und ein paar Kratzern habe ich mir damit nichts zugezogen, was auch nur dem nahe kommt, was mit deiner Hand passiert ist ... aber ich bin keine Fee."
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Re: Kapitel 2

am So Jan 07, 2018 12:47 pm
„Ich bin der Ignorante? Wer von uns Beiden ist denn mehr Mensch als Drache? Und wer von uns hat sich mit Menschen eingelassen?“ Seine Nase bewegte sich erneut und auf den fragenden Blick von Coreen hat machte er nur einen kurzen Wink mit dem Kopf. „Der Geruch klebt an dir wie eine zweite Haut.“
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Re: Kapitel 2

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