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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 7:40 pm
Gemessen daran, dass Kira hochgewachsen war und ihr Körperbau sich nicht mehr allzusehr von dem ihren unterschied, wie sie vorhin noch festgestellt hatte, war das das geringste Problem. "Ich werde sehen, was sich tun lässt. Bring einen Rock mit - ich habe nur den einen guten und Mutter wird mich eine Woche Öfen putzen lassen, wenn ich ihn nicht trage."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 7:40 pm
Foster zeigte ein gequältes Lächeln. Er selbst hatte sich nicht sehr wohl dabei gefühlt, wie seine Königin ihn als Kopfkissen genutzt hatte. Es hatte sich wie eine sehr große grenzüberschreitung angefühlt, aber ihre Reaktion - sie war aufgesprungen, als hätte sie sich an etwas scharfe geschnitten... oder sei in etwas ekliges getreten. Diese Reaktion hatte ihm dann doch einen Stich versetzt.
"Wir werden gleich aufbrechen - ich habe damals, bevor wir aus der Höhle aufgebrochen sind noch eine Botschaft an mein Schiff gesandt. Es wartet im nächsten Hafen auf uns - es ist nicht mehr weit..." erklärte er, während er Cailleans bleiches Gesicht betrachtete. "Ist euch heute morgen übel?"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 7:46 pm
"Versprochen!", sagte Kira und hopste nach vorn, um der älteren Schwester einfach um den Hals zu fallen und sie auf die Wange zu küssen. "Du bist die beste große Schwester, die man sich nur vorstellen kann! Danke danke danke!"

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Übel war kein Ausdruck, ihr Magen zog sich zusammen, wann immer sie nur Luft holte und jeder noch so kleine Geruch sorgte dafür, dass es noch schlimmer würde, was letztlich der Grund dafür war, dass sie die Fenster jetzt aufstieß. Die kühle Luft, die von draußen hinein drang, machte es nicht besser, sondern nur schlimmer, weil jetzt der Schwindel dazu kam, der sie dazu brachte sich auf einen der Stühle sinken zu lassen und sich auf den Boden zu konzentrieren. Das Holz und die Musterungen darauf, die sich unaufhörlich weiter drehten. "Wahrscheinlich nur der Hunger", beantwortete sie die Frage, insgeheim selbst darauf hoffend und darum betend, dass das jetzt nicht auch noch dazu kam. "Entschuldigt", presste sie hinter vorgehaltener Hand hervor und schluckte schwer, immerhin dieses Mal die Kontrolle über ihren eigenen Körper bewahrend.
"Ich bin zu weit gegangen. Das war nicht meine Absicht."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 7:49 pm
"Möwenschiss," erwiderte Foster und schüttelte nur den Kopf, während er sich neben sie kniete und voller Sorge betrachtete. Das Essen des gestrigen Abends konnte es nicht sein, sie hatten beide das gleiche gegessen und so tastete der Seemann hinter sich, um einen Kanten Brot der übrig geblieben war zu angeln und ihn ihr zu reichen. "Hier, esst wenn euch das gut tut," bot er leise an, wenngleich die Sorge nicht aus seinem Gesicht schwinden mochte. "Seid ihr sicher, dass ihr heute reisen könnt?"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 7:55 pm
"Wir haben keine Wahl, oder?", stellte sie die Gegenfrage und schob das Brot einfach bei Seite, weil allein der Gedanke an etwas zu Essen für neue Krämpfe in ihrem Magen sorgte und sie beinahe aufs Neue würgen ließ. Der Weg durch den Schankraum würde sie genug Kraft kosten, ohne sich dort einfach zu übergeben. Sie schmeckte bittere Galle in ihrem Mund, griff nach dem Wasser auf dem Tisch, um einen Schluck davon zu trinken, aber mehr als den bitteren Geschmack gegen einen metallenen auszutauschen vermochte selbst das nicht. "Wir müssen weiter, wenn wir Euer Schiff erreichen wollen. Morys' Männer sind noch immer hinter uns her." Wenn es das war, was sie befürchtete, dann wusste sie auch, dass es nicht das Kind ihres Ehemannes war ... das alles brachte noch viel mehr Schwierigkeiten.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:00 pm
Foster warf ihr einen eher zweifelnden Blick zu, nickte dann jedoch. Sie war noch immer seine Königin und Befehl war Befehl. Doch selbst ohne dieses ungeschriebene Gesetz: Sie hatte Recht. Moyrs Soldaten suchten sie noch immer und auch wenn der Gastwirt ihnen kaum etwas von einem anderen Soldaten erzählen würde, wie es sie zu dutzenden gab, so würde ihre Tarnung auffliegen, wenn die Männer des Königs hier eintrafen, während Caillean und er sich noch im Gasthaus aufhielten.
"Ich werde mich anziehen und dann sollten wir los," erklärte er und betrachtete Caillean noch einmal von oben bis unten. "Vielleicht sollten wir im nächsten Dorf die Tarnung wechseln. Ihr seid noch immer eine attraktive Frau. Wir... ihr könntet auffliegen, wenn man euch doch erkennt. Sei es nur ein Adliger. Doch in Männerkleidung und mit kurz abgeschnittenem Haar sowie... also... wir könnten euch als Schiffsjunge tarnen, als 13 geht ihr durch."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:04 pm
"Wenn Ihr Euch dazu entscheidet in hübschen Kleidern herum zu laufen und ein Korsett zu tragen, entscheide ich mich auch mir die Haare abzuschneiden. Meinetwegen gebt mir Männerkleidung, aber ich werde mir unter gar keinen Umständen die Haare abschneiden lassen." Und genau darüber würde sie nicht mit sich diskutieren lassen. Als 13 ging sie durch ... im Leben würde man ihr nicht abnehmen, sie sei ein dreizehnjähriger Knabe und dieses Spiel würde sie auch nicht mit sich machen lassen, selbst wenn er sich dazu auf den Kopf stellte. Sie würde nie wieder in den Spiegel sehen können, wenn sie das mit sich machen ließ. Es reichte schon, dass sie hier mitten im Nirgendwo in einem Gasthaus gemeinsam mit einem Seemann schlief.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:04 pm
Die Bürger der Stadt waren bereits vollauf im Rausch des Festes und tanzten um etliche Feuer herum, während die Schafe, inzwischen gemolken, schon wieder hinter ihren Gattern ruhten und von alledem nur wenig mitbekamen. Es fiel ihm schwer überhaupt im Gedächtnis zu behalten, dass er sich von all den jungen, tanzenden Frauen lösen musste, die von Minute zu Minute weniger zu tragen schienen. Die Berührungen ließen ihn in einen eigenwilligen Rausch geraten, dazu kam der Wein, den der Bürgermeister hatte ausschenken lassen, um das Fest auch für alle Genussvoll zu machen. Es war mehr Zufall dass er sich ohnehin schon in der Nähe des vereinbarten Treffpunktes befand, doch als ihm seine Verabredung mit Kira siedend heiß ins Gedächtnis kam, hatte er durch sein Glück noch die Möglichkeit rechtzeitig und vor dem Untergang der letzten Sonnenstrahlen neben dem Haus des Schneiders zu erscheinen.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:11 pm
Kira hatte vorgegeben, sich nicht wohl zu fühlen, als sie sich an diesem Abend von ihrem Vater und seinen Gästen verabschiedet hatte, hatte ihm nur kurz einen Kuss auf die Wange gehaucht bevor sie den Saal gemeinsam mit einer der Hofdamen verlassen hatte, die sie hinauf in ihr Zimmer gebracht hatten. Gehorsam hatte sie sich verabschiedet und gewartet bis die Schritte der anderen verklungen waren, dann erst war sie wieder aus ihrem Bett gehuscht und hatte die teuren Sachen ausgezogen, Ferryns Kleider aus der Truhe ziehend und hinein schlüpfend, während sie einen kurzen Blick auf den sinkenden Stand der Sonne warf. Sie hatte nicht mehr allzu viel Zeit, um runter ins Dorf zu kommen. Sie bedankte sich bei der Schwester noch einmal für die Hilfe, als sie durch die Luke krabbelte und sie hinter sich wieder schloss, die Leiter hinab nehmend, um durch die Dienstbotengänge zu verschwinden und hinunter ins Dorf zu kommen, ohne auch nur von einer einzigen Wache aufgehalten zu werden.
Ungeduldig hatte sie am Haus des Schneiders gewartet, hatte aus der Ferne die großen Feuer und die tanzenden Menschen darum beobachtet und sich gefragt, wie es sein würde unter ihnen zu sein - frei zu sein, ohne sich Gedanken darum machen zu müssen, was gut und schicklich war. Leise, unregelmäßige Schritte erregten ihre Aufmerksamkeit bei den letzten Strahlen der Sonne und Kira wandte sich um, nur um im nächsten Moment förmlich von dem Geruch von Alkohol erschlagen zu werden. "Du bist wirklich gekommen."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:12 pm
"War ja nur ein Vorschlag," erwiderte Foster und musste ein genervtes Augenrollen unterdrücken. Haare wuchsen nach und von ihrer Ehre konnte sie sich nichts kaufen, wenn sie erst einmal erwischt worden waren. Sie mochte seine Königin sein, aber sie zu beschützen stellte sich als verdammte, riesige Scheißaufgabe heraus. Sie war undankbar, sie verachtete ihn und gab rein gar nichts auf seine Vorsichtsmaßnahmen. "Dann zieht euch an, ich warte schon einmal unten im Gastraum. Ich werde uns von meinem letzten Geld einen Esel oder so was leihen um..." er nahm ihren Blick auf. "Oder wir laufen einfach, tut ja gut die frische Luft und die Bewegung!"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:20 pm
„Natürlich bin ich gekommen“, antwortete Ilian mit einem Lächeln und beugte sich beinahe direkt zu Kira hinunter, um ihr einen langen Kuss auf die Lippen zu hauchen. Als er ihre Verwirrung sah, fing er leise an zu lachen und schüttelte den Kopf. „Bei den Göttern, ihr hohen Leute müsst dieses Fest ja wirklich verbringen wie die alten Mütter, was?“ Er hob seinen rechten Arm und reichte Kira eine halbvolle Flasche Rotwein, dessen liebliches Aroma in erster Linie einladend und nicht etwa beißend wirkte. „Die gesamte Stadt kann heute Nacht darin baden, Kira. Der Bürgermeister bezahlt alles.“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:26 pm
Erst als er den Raum verlassen hatte, schnaubte Caillean missgünstig auf. Er war eine furchtbarere Zicke als sie selbst, was schon etwas heißen sollte und er verachtete diese verfluchte Aufgabe ohnehin schon seit sie gemeinsam unterwegs waren, hasste es wahrscheinlich bereits, dass es eine Frau war, die ihm die Befehle gab, statt nur die Beine breit zu machen und sich auf den Rücken zu legen. Niemand - nicht einmal die einfachste Bäuerin würde zulassen, dass man ihr einfach so die Haare abschnitt, um sie als dreizehnjährigen Knaben auszugeben. Sein letztes Geld ... war ja nicht so, als wäre sie nicht diejenige gewesen, die das Essen und die Unterkunft gezahlt hatte, sich auf sein Spiel einzulassen ohne zu murren und sich lange darüber zu beklagen. Wütend von seinem ungehobelten Verhalten schüttelte sie den Kopf und kämpfte sich von ihrem Platz wieder hoch, nur um dann doch wieder zurück zu sinken und auf ihre Hände zu starren. Alles hätte sie jetzt für nur eine einzige Stunde in dem harten Bett gegeben, nur um sich dort auszuruhen bis der Schwindel verschwunden war.
Schluckend machte sie den zweiten Versuch nach oben zu kommen und sich den Kleidern zuzuwenden, die er ihr herausgelegt hatte. Die Bewegungen taten weh, ihr Bauch ziepte und das Stechen zog sich bis rüber in den Rücken, machte es ihr schwer auch nur die Finger nach einem Stück davon auszustrecken, aber wenn sie jetzt länger als nötig brauchte, würde es nur wieder Fosters Beschwerden bestärken. Das Letzte, was sie gebrauchen konnte, war noch mehr von seinem Gemecker darüber, dass sie nicht dem entsprach, was er sich vorgestellt hatte. Die Hand fest am Geländer, weil es sie aufrecht hielt, kam sie schließlich ein paar Minuten später runter. "Wie lang brauchen wir noch bis zu Eurem Schiff?", fragte sie, als sie das Gasthaus und die neugierigen Ohren hinter sich gelassen hatten.

______________________________________________

"Zeig mir, wie du dieses Fest feierst", bat Kira, zuerst noch überrascht über den Kuss und sie war der Dunkelheit dankbar dafür, dass sie verhinderte Ilian zu zeigen, wie schnell sich ihre Wangen rot gefärbt hatten. Argwöhnisch griff sie nach der Flasche, die er ihr hinhielt und roch daran, nur um im nächsten Moment das Gesicht zu verziehen. Sie kannte Wein nur sehr verdünnt, bekam kaum wirklichen Alkohol zu trinken - vielleicht einen Becher zu Feiertagen. Heute schien alles anders zu sein und langsam setzte sie die Flasche an ihre Lippen um einen Schluck daraus zu nehmen, bevor sie sich bei Ilian einhakte. "Vielleicht komm ich sonst nie wieder dazu."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:33 pm
"Einen Tagesmarsch, wenn wir gut durchkommen sind wir am Hafen, ehe die Sonne untergeht," erklärte er ihr und bedachte sie mit einem sorgenvollen Blick, während er ihr die letzte Treppenstufe hinunter half und dann schließlich mit ihr gemeinsam das Gasthaus verließ, ehe man sie noch einmal aufhalten konnte. Sie waren bereits einige Minuten gegangen und man erkannte das Gasthaus nur noch als entfernte Silhouette. "Geht es euch wirklich gut Caillean?" hakte er dann schließlich leise und ehrlich besorgt nach.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:36 pm
„Das klingt ein wenig dramatisch, findest du nicht? Du bist doch die baldige Königin, entscheide doch wie dir der Sinn steht. Wenn du dich zu den anderen in den Reigen stellen willst, dann denk nicht lange nach, tu es einfach. Das ist doch der Sinn des Ganzen! Sich fallen und gehen zu lassen, ein einziges Mal im Jahr nicht über Pflichten und Tugenden nachzudenken sondern so zu leben, wie man es sich schon immer gewünscht hat. Wild und frei.“ Er zog sie mit sich zu einem der größeren Feuer, um das herum mehrere junge Männer und Frauen tanzten. Die Bewegungen schienen keinem bestimmten Muster zu folgen, doch bewegten sich all passend zu dem Rhythmus der Spielleute, die ein Stück abseits auf dem Dorfplatz standen und umbringt von Gauklern und Feuerspuckern spielten. „Na los doch!“ Forderte er sie auf und seine Hand wanderte kurz unter ihr einfachen Leinenkleid, ehe er sie mit sich zog und beide sich kurz darauf in den Reihen der Tanzenden wiederfanden.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:49 pm
Nein. Nein, absolut nicht, aber das änderte nichts daran, dass sie die Notwendigkeit dahinter sah unbedingt weiterkommen zu müssen. Auf dem Schiff würde sie rasten können, würde die Gelegenheit nutzen sich von den Strapazen der letzten Zeit, der ständigen Furcht vor Morys' Männern und der Angst um die kleine Gruppe, von der sie getrennt worden waren, ein wenig erholen zu können. "Es muss", antwortete sie zerknirscht, eine ganze Weile lang neben ihm herlaufend und sich auf jeden Schritt einzeln konzentrierend. Es wurde mit der Zeit leichter die Schritte zu zählen statt sich auf das zu konzentrieren, was um sie herum vor sich ging. "Nehmt keine Rücksicht, ich will nicht noch mehr Belastung für Euch sein als ohnehin schon."

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Einfach tun? Nicht lange darüber nachdenken? Kira hatte bislang noch von niemandem diese Aufforderung gehört und nach einigem anfänglichen Zögern hatte sie sich kurzerhand einfach mit in den Reigen ziehen lassen, der um das Feuer herum tanzte, das dort mitten auf dem Marktplatz angezündet worden war und sie jetzt wärmte. Der Alkohol war ihr viel zu schnell in den Kopf gestiegen, noch viel eher wenn sie sich einen Schritt zu weit von dem Feuer entfernte und in die kalte Luft des Winters geriet. Es machte Spaß sich hier frei bewegen zu können, nicht darüber nachdenken zu müssen, was sie tun durfte und was nicht und längst waren alle von Ferryns Warnungen unter Alkohol und dem Abend vollkommen verschwunden.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:54 pm
Ilian wurde durch den steten Wechsel für eine kurze Zeit von ihr getrennt und fand sich neben einem jungen Mann wieder, den er als den Gesellen des Metzgers erkannte und einer jungen Frau, die ihm wiederum völlig fremd war. Beide waren, wie der Rest inzwischen nur noch spärlich bekleidet und die Körper waren, nach alter Sitte mit weißem Kalk und Ruß eingerieben, sodass nur noch wenig von der weißen Haut zu sehen war. Geschöpfe der Nacht, ja, an diesem Abend waren sie alle das. Die junge Frau zog ihn für einen Moment zu sich herunter und küsste ihn mit einer Leidenschaft, dass es Ilian den Kopf verdrehte. Als er wieder aufsah, gerade rechtzeitig für eine erneute Drehung, stand er wieder neben Kira. „Trink!“ Forderte er sie nur weiter auf und lachte erneut auf.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 8:58 pm
Die fremden Gestalten um sie herum, der Kalk und der Ruß - Kira war bei Weitem noch nicht mutig genug, um sich ebenso anmalen zu lassen und ihre geliehene Kleidung zu verlieren, wohl aber um erneut aus der Flasche zu trinken, die Ilian ihr da hinhielt. Inzwischen schmeckte der Wein nicht einmal mehr bitter, hinterließ jetzt nur noch ein warmes Gefühl in ihrem Magen während sie spürte, wie ihr sonst so scharfer Verstand über Alkohol und dem berauschenden Fest allmählich schläfriger wurde. Sie verstand nicht, weshalb die anderen dieses Fest nicht ebenso feierten - nicht so ausgelassen, um das Feuer herumsprangen, wie sie es gerade taten, einander nicht so ungeniert berührten wie hier, sondern sich mit teurem Essen die Bäuche vollschlugen während sie sich bei Gesprächen langweilten. "Lass uns einfach hier bleiben", bat sie ihn als sie ihm die Flasche zurückreichte und irgendwo in ihrem betrunkenen Kopf sich die Frage zu regen begann, die wievielte es eigentlich war.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:00 pm
Foster blieb stehen und wandte sich zu Caillean um. "Ihr seid keine Belastung für mich Caillean!" erwiderte er entnervt, ehe er ihren Blick bemerkte. "Bitte glaubt mir, auch wenn es euch nicht so vorkommen mag! Aber ihr seid... ich habe Angst, versteht ihr?" er fuhr sich über die rasierte Seite seines Kopfes. "Angst davor, dass ich euch nicht beschützen kann. Dass ich einen Fehler mache und euch in Gefahr begebe! Ihr seid die Königin meines Landes, ich bin euch zur Treue verpflichtet und ich habe es eurem Gardisten geschworen. Eine halbe Armee ist hinter uns her und ich bin nur ein einfacher Mann - eure ehemaligen Begleiter waren Zauberer und Elitekämpfer, ich kann ein paar Seemannsknoten! Und ich sehe euch an, dass ihr es hasst mit mir unterwegs zu sein und - ganz ehrlich? Ich bin ein wenig überfordert."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:04 pm
„Werden wir“, versprach er ihr, ebenfalls angetrunken und von der Heiterkeit und Ausgelassenheit seiner Umgebung in einen wahren Rausch versetzt. Alle paar Sekunden lachte oder jauchzte er, stimmte in die lauten Rufe ein die von jeder Ecke des Ortes her klangen. Wenn man sich einen Moment Zeit nahm, so konnte man erkennen, dass an diesem Abend wahrlich die Nacht zum Tag gemacht wurde. All die Feuer, das brennen der Laternen und der Kerzen ließ die Stadt und die umliegenden Dörfer erstrahlen, als würden diese eigene, kleine Sonnen besitzen.
Nach einiger Zeit verloren die Leute die letzten Reste der Kleidung und die meisten waren, gewärmt von den Feuern und dem Alkohol, wenn überhaupt nur noch mit ein paar dünnen, halb durchsichtigen Leinen bedeckt, die malerisch hinter ihnen herzogen wie eine Spur im Wasser. „Kira“, rief er sie, brauchte jedoch einen Moment, da er sie in dem wilden Tosen vollkommen verloren hatte. Ein junger Mann stand neben ihr und küsste ungeniert ihren Nacken, legte seine Hand auf ihren Oberschenkel und tanzte dann fröhlich weiter. Ilian lachte als er dies sah, ließ sich rücklings ins Stroh fallen und begann, an den Verschlüssen seiner Schuhe zu hantieren. „Kira“, rief er sie erneut, wobei er nicht erkennen konnte, ob sie sich ihm näherte.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:11 pm
"Ihr habt es Devastare ..." Sie geriet ins Stocken. Devastare hatte mit ihm darüber gesprochen, dass er sie beschützen würde, für Momente wie diese. Für den Fall, dass sie voneinander getrennt werden würden. Ob sich etwas in ihr nur deshalb zusammenzog, weil es ihr schon den ganzen Morgen nicht besonders gut ging, oder weil das bedeutete, dass er mit dem Gedanken gespielt hatte, er könne es nicht lebend nach Caria schaffen, wusste sie nicht. "Ich hasse es nicht mit Euch unterwegs zu sein, aber ich mache mir Sorgen um meine Freunde, Foster. Diejenigen, die gemeinsam mit mir unterwegs waren, waren nicht nur Elitekämpfer und Zauberer, sondern Menschen, die ich seit meiner Kindheit kenne und denen ich blind vertraue. Ich habe Angst davor eines Tages hier zu stehen und herauszufinden, dass diese Menschen gestorben sind, während ich noch am Leben bin. Ich kenne Euch nicht, ich weiß nicht viel von Euch außer, dass Ihr der Kapitän eines Schiffes seid und behauptet königstreu zu sein - meine Heimat ist vor acht Wochen von jemandem überrannt worden, der zuvor ebenso behauptet hat, königstreu zu sein. Entschuldigt, dass es mir gerade schwer fällt, jemand Fremden mein Leben anzuvertrauen."

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Kira schauderte über die Berührungen des fremden Jungen und war trotz des Alkohols froh darum, dass sie Ilian irgendwo dort im Stroh entdeckte. Eine leise Stimme riet ihr, Vorsicht walten zu lassen als sie sich neben ihn sinken ließ - die andere Stimme, die die weit lauter war, als die andere ließ sie sich jetzt zu ihm hinüber drehen und sein gerötetes Gesicht inmitten des Strohs noch einen kurzen Moment lang ansehen. Sie hörte hinter sich die Trommeln einen seltsamen Takt schlagen, in den ihr Herz einstimmte als sie sich zu ihm hinunterbeugte, um ihn zu küssen, sehr wohl wissend, dass es nur für diese eine einzige Nacht sein würde. Morgen würden sie wieder Freunde sein oder irgendetwas dazwischen und sie würde niemandem jemals etwas darüber erzählen, was hier geschehen war.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:18 pm
„He da, he“, beruhigte er die, mit einem Mal recht stürmisch gewordene Prinzessin und schob sie ein kleines Stück von sich fort, um ihr für einen Moment in die Augen zu sehen. „Wir müssen aussehen wie all die Anderen, schon vergessen?“ langsam fuhren seine Finger über die einfache, aber fein gewebte Kleidung die in ihrem ungefärbten Zustand etwas magisches hatte. „He, Kira“, rief er sie wieder zur Besinnung, denn die junge Frau hatte bereits die Augen geschlossen und schwer geatmet als seine Finger unter ihre Kleidung gewandert waren, um sie zu entkleiden. „Komm her“, es brauchte nicht viel. Bottiche mit Asche, Ruß und Kalk standen überall verteilt und auf dem schmalen Körper der Prinzessin war für all dies nur bedingt Platz vorhanden. Die Muster die er auf dem jungen Körper damit fuhr folgten keinem bestimmten Muster, reihten sich aber in die der restlichen Bewohner ein.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:23 pm
"Und wie werde ich das Ganze wieder los?", fragte sie in einem kurzen Moment der geistigen Klarheit und sah an sich hinab. So beinahe vollkommen ohne ihre Kleider, nur mit den spärlichen Resten bedeckt und über und über mit Asche, Ruß und Kalk, die ihren Körper beinahe vollständig eingefärbt hatten und die unangenehm darauf zu kleben begannen, ab und an abbröckelten wenn sie sich zu sehr, zu schnell bewegte. Immerhin konnte jetzt beim besten Willen niemand mehr sie irgendwie erkennen - so gefärbt wie sie hier stand, nahe der verschiedenen Bottiche und an sich hinunter sah, noch nicht so recht davon überzeugt, ob ihr das hier jetzt gefallen sollte oder nicht.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:25 pm
„Das kann auch wirklich nur eine Edelfrau fragen, oder?“ Hakte er lachend nach und zog sie, nachdem sie vor ihm stand und er ihren flachen Bauch geküsst hatte, zu sich auf eines der scheinbar endlosen Strohlager. „Wir springen nachher in den See. So wie alle anderen auch.“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:27 pm
"Versprochen, ja..." erklärte Foster und nickte knapp. "Ich versteh eure Angst und eure Vorsicht Majestät, das tue ich wirklich und ich würde euch gerne sagen - wenn ihr euch wohler fühlt, dann kehre ich um. Aber das wäre nicht nur höchst dumm, sondern auch noch fahrlässig. Morys Männer sind überall und auch wenn ich euch nicht versprechen kann, dass wir demnächst wieder auf eure Freunde treffen, so kann ich euch versprechen, dass ihr sie nie wieder sehen werdet, wenn man euch schnappt. Es tut mir leid, wie all das gelaufen ist und ich wünschte ich könnte euch in dieser Sache helfen - doch ich kann aktuell nur versuchen euch in Sicherheit zu bringen und dafür zu sorgen, dass wir uns ein wenig besser kennen lernen, damit ich euer vertrauen gewinnen kann!"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 9:28 pm
"Das wird eiskalt", beschwerte sie sich leise, weil ihr Kopf nicht mehr dazu in der Lage war noch rechtzeitig genug das Signal an ihren Mund zu senden, sie solle lieber die Klappe darüber halten. "Mir sind die Feuer lieber ... da ist es warm."
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Re: Kapitel 3

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