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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 8:58 pm
Wie bei allen Göttern sie es schaffen sollte, auch nur einen der Männer anzufassen, geschweige denn rüber zu dem großen Feuer zu bringen, war ihr gänzlich schleierhaft. Dazu kam, dass ihr allein von dem Anblick der blutbesudelten Leichen übel wurde, die dort im Stroh lagen. In demselben Stroh ... sie schüttelte den Kopf, fegte den Gedanken bei Seite, der sich ihr da aufdrängen wollte und der nur dafür gesorgt hätte, dass ihr noch übler wurde als ohnehin schon. Langsam setzte sie einen Schritt nach vorn, hin zu einer der Leichen, nur um sich dann doch wieder hastig umzuwenden und die Scheune zu verlassen, um draußen die Reste ihres letzten Essens heraus zu würgen bis nichts mehr außer bitterer Galle über ihre Lippen kam.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:00 pm
„N… Nein, Nein lass das Kira. Ich mach das. Und ihr auch Herr, i, ich“, er spürte den scharfen Blick von Thealon, als dieser scheinbar glaubte ein Bengel wie er wollte ihm etwas vorschreiben. „Vergebung Herr, Vergebung. Ihr und eure Tochter solltet nicht solche Arbeit e… erledigen. Ich werde sich flussabwärts wegschaffen. V… verbranntes Fleisch, vor allem so viel erkennt man deutlich am Geruch. Glaubt mir.“
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:02 pm
Thealon wandte sich zu dem anderen um, "Im Fluss?" hakte er nach und ließ die Leiche los, welche mit einem lauten Rumms auf dem Boden aufschlug. "Es sind meine Männer und ich habe sie getötet. Ich habe im Krieg viele Leichen weggeschafft Junge. Wenn du sie in den Fluss wirfst, dann werden sie aufgehen wie ein verdammter Hefeteig und das Wasser vergiften. Wir verbrennen sie - es waren gute Soldaten und sie haben ein anständiges Begräbnis verdient. Eines Königs würdig. Wenn du helfen willst, dann helfe - meine Tochter scheint dafür noch nicht bereit zu sein."
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:03 pm
Eine Weile herrschte Stille, in der Cair sich das ganze Elend besah - die Blässe der Frau, die Menge an Blut, ihre rasendes Herz und die Schweißperlen, die ihr auf der Stirn standen. Er bedeutete Foster, sich kurz abzuwenden, aber durch die gehobenen Röcke hin konnte der andere ohnehin nichts sehen und Cair seufzte leise. Es war eine Schande. 
"War", erklärte er seinem Captain schließlich. "Wenn du mich fragst ... es gibt wirklich kaum eine Chance, dass das Kind überlebt hat ..." Rasch säuberte er seine Hände an dem weichen Moos und griff nach seiner Tasche, um daraus ein paar Gläser mit Korken zu ziehen. "Sie braucht etwas zu trinken, saubere Kleidung und Wärme. Ich kann einen Sud zubereiten, der hilft, die restliche Blutung zu stoppen und die Schmerzen zu stillen, aber ich weiß nicht, ob es genug ist. Sie hat viel Blut verloren und ihr Zustand ist mehr als kritisch. So können wir sie jedenfalls nicht bewegen."
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:06 pm
Foster nickte knapp. Das war nicht gut. Sie hatte sehr, sehr viel Blut verloren und er hatte die Spur, die sie durch den Schnee zogen kaum verbergen können. Wenn einer von Morys Männern diese Spur fand und ihr bis zum Endpunkt folgte... er dachte lieber nicht darüber nach.
"Wie kritisch?" fragte er leise aber mir Nachdruck, während sein Blick hinüber zum heiligen Baum glitt. Wenn es keine andere Möglichkeit gab als einen Austausch?
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:09 pm
Zu angsterfüllt um weitere Gegenworte zu geben und zu erwähnen, dass dies, was der König dort sagte auf stehende Gewässer wie Seen, Teiche oder selbst einen Brunnen durchaus zutreffen konnte, nicht aber in einem sich bewegenden. Sie würden vielleicht zwanzig oder dreißig Meilen weit treiben und dann irgendwo angespült werden. „J… Ja Herr, natürlich.“ Er packte sich einen der Männer und hievte ihn, selbst noch vollkommen nackt und mit nichts mehr als der dem Kalk und der Asche bedeckt, hinter Thealon hinterher.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:11 pm
Coreen zog eine Augenbraue hoch. "Etwas pflanzliches Essen. Sag mal bist du ein Drache oder ein Mann?", fragte sie ehrlich erstaunt und schauderte bei dem GEdanken an Grünzeug, ob es nun schmeckte oder giftig war, völlig egal. Na gut, bei genauerer Betrachtung ... Elaine und Devastare mussten ja auch etwas essen. Und wenigstens für eine davon war Grünzeug das Nahrungsmittel der Wahl. "Dann lasst uns am Rande des Gebirges entlang gehen. Ich hoffe, da ist es etwas kühler als hier ... das hält ja keiner aus."

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"Wenn wir sie bis zum nächsten Morgen am Leben halten würde ich sagen, die Chancen gehen wieder aufwärts", gab Cair zurück und fragte sich, was sein Captain wohl in seinem Oberstübchen ausbrütete. Er wirkte nachdenklicher und weniger entschlossen als normalerweise und er sah diese Frau auf eine andere Art und Weise an wie die Dirnen, mit denen sie sich sonst abgaben. "Wir brauchen Kleidung für sie. Decken", mahnte der Heiler. "Und das bald."
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:14 pm
Aristeas spuckte aus und wischte sich den Schweiß von der Stirn, während er über die Schulter hinweg zu Coreen sah. „Nicht für mich, Weiße. Tiere gibt es hier genug. Du, ich und der Mensch können so etwas essen, nur die Fee nicht. Es ist wider ihrer Natur und gegen diese handeln wäre dumm. Lediglich ihr Ekel ist eingebildet und gespielt.“
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:18 pm
Thealon überging die Nacktheit des Jungen, bis die beiden Männer den Flammen übergeben worden waren. "Diese beiden Männer sind gestorben, damit du es nicht musstest Junge," erklärte er dem anderen leise, während sie beide ins Feuer starrten. "Du wurdest gerettet, weil meine Tochter dich wollte - das solltest du niemals vergessen..." er klopfte Ilian auf die Schulter und ging dann schließlich zu Kira, hielt ihr ein Taschentuch hin, damit sie sich den Mund abwischen konnte und legte noch den Mantel über sie um ihre Blöße zu bedecken.
"Ich nehme dich mit nach Oben wenn du willst, oder aber du kannst bei dem Jungen bleiben, wenn du willst. Du hast ihn dir verdient."
_________
Foster kaute auf seiner Lippe, während er Lean betrachtete und seufzte tief und schwer. Er zog sich aus, gab ihr seine Jacke als Decke und betrachtete sie mit Sorge. "Ich werde ihr etwas von meiner Lebensenergie geben Cair," erläuterte er dem anderen, sah mit einem knappen Lächeln die Reaktion des Anderen. "Sie ist die Königin Cair...."
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:26 pm
"Und wenn sie die Göttin des Lichtes wäre, Foster, das wirst du nicht. Sei nicht dumm", murmelte Cair, der sich weiterhin über eine Tinktur gebeugt hielt, gänzlich unbeeindruckt davon, wenn er da vor sich hatte. Foster hatte ein Talent dafür, die merkwürdigsten Menschen und Gestalten anzuziehen. Er dachte gerade an Klabautermänner aus Havia (und er war der festen Überzeugung, einer davon war immer noch an Bord) die Dryade, die mit ihnen und durch sie alle 'reiste' und auf deren Grund sie hier saßen und an ein Einhorn, das zum Missfallen der Männer das ganze Deck sehr unelegant vollgeäppelt hatte, bis sie es in Ekynes an Land gebracht hatten, zurück zu seinem Liebsten. Kein Wunder, dass die Einhörner ausstarben ... aber er schweifte ab. 
Cair strich sich die Haare hinter die Ohren und schob seine Hand unter Cailleans Nacken, stützte ihren Kopf und öffnete ihren Mund mit einer geübten Bewegung, ehe er die kleine Glasphiole an ihre Lippen setzte und ihr die paar Schlucke einflößte. "Die Königin, hm?"
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:28 pm
Wieder war das dieser unsägliche Widerwille und brachte Kira dazu sich zu dem Älteren herum zu drehen. Ihr war übel, mehr noch von den Worten ihres Vaters als von den beiden Leichen, die die anderen zuvor weggeschafft hatten. Ein einziger Wimpernschlag, dann ohrfeigte sie ihren Vater, noch bevor ihr Verstand dazu in der Lage gewesen war genau zu erfassen, was sie da eben getan hatte. "Er ist kein Stück Fleisch! Hör auf ihn so zu sehen!", forderte sie von ihm und wandte sich dann von ihm ab, es kaum wagend einen Blick rüber zu Ilian zu werfen. Sie wollte ihm sagen, dass das nicht das war, was sie gewollt hatte und wovon sie hoffte, es würde eines Tages die Zeit kommen, an der er das alles verarbeitet hatte und in der sie wieder normal miteinander umgehen konnten. Eine Zeit, in der er keine Angst mehr vor ihr haben würde, aber stattdessen brachte sie nur ein heiseres "Es tut mir leid" über die zitternden Lippen. Wenigstens das hatte sie sagen müssen. Wenigstens irgendetwas, auch wenn sich der Ausdruck in seinem Gesicht, die Angst in seinen Augen tief in ihren Verstand eingebrannt hatte. "Es tut mir so unglaublich leid ...", wiederholte sie, erwartete aber keine Antwort mehr von ihm und wandte sich stattdessen um.

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"Ach du kannst mich mal", grollte Elaine lediglich, die sich selbst in den letzten Tagen, die sie nun schon gemeinsam mit Aristeas unterwegs gewesen waren, noch nicht an die Ansichten des grünen Drachen hatte gewöhnen können. Es war zu warm, um sich zu streiten - zu stickig für spitze Seitenkommentare und zumeist überging sie die seltsamen Gesprächsthemen meist, die er anschlug. Hier und jetzt blieb ihr nichts mehr übrig als den Kopf zu schütteln und sich darauf zu konzentrieren nicht über eine der zahlreichen Wurzeln zu fallen, die diesen kleinen Pfad - wie Aristeas ihn nannte - ebneten.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:34 pm
„Weiße?“ Sprach Aristeas indes weiter, welcher inzwischen wieder eine gewisse Faszination an Gesprächen gefunden hatte, zumindest zeitweise. „Wie lange wird diese Armee noch brauchen von der du erzählt hast? Gemessen daran, dass wir mit dem Gebirge vermutlich ein paar Tage länger brauchen.“
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:36 pm
"Ich habe keinen blassen Schimmer. Sie sind in Miris, das habe ich gehört, aber was genau dort vor sich geht, kann ich dir nicht sagen. Die Grenzen waren zu undurchlässig für solche Nachrichten." Und dann konnte ausgerechnet Morys sie durchbrechen und kein Läufer, der Neuigkeiten brachte. Sie schlug ärgerlich mit dem einen Dolch, der ihr geblieben war, ein Palmblatt zur Seite, das daraufhin Elaine mitten im Gesicht traf.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:37 pm
"Lange Geschichte," erwiderte Foster leise und grinste schief. "Eine wirklich lange Geschichte... wichtig ist nur, dass sie überlebt - sie hat keine Erben..." was für ein dummes Thema wurde ihm gerade bewusst. Sie hatte den Erben ja offensichtlich verloren. "Wenn sie stirbt geht das Land vor die Hunde! Wir verlieren dann die Gunst der Götter!" er schüttelte den Kopf voller Sorge und warf Cair eine Blick zu. "Rette sie einfach, in Ordnung?"
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Thealon rieb sich über die Wange und ignorierte den zusätzlichen Schmerz, sagte nichts weiter dazu, ehe er gemeinsam mit seiner Tochter von der Scheune fort ging und ihr die Tür zur Kutsche aufhielt, ehe er sie selbst betrat. In der Ecke stand ein verziertes Schwert in einer Scheide. "Eigentlich wollte ich dir das heute zum Fest schenken, aber du warst nicht aufzufinden..." erklärte er leise und warf einen Blick zum Schwert. Es war ein altes Familienerbstück und er hatte es eines Tages seinem Sohn geben wollen, in genau so einer Nacht. Ein Zeichen der Reife, ein Zeichen dafür, dass er ein vollwertiger Mann war und sich selbst eine Frau erobern durfte.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:41 pm
"Geht es dir um das Land oder um sie?", fragte Cair trotzdem, während seine Finger sich an Cailleans Kehle legte und langsam darüber strichen, damit der Schluckreflex angeregt wurde. Sie war in ein Delirium gefallen, ihre Lider flatterten immer wieder, doch sie war immer noch nicht ansprechbar. Er hatte tatsächlich wenig Hoffnung, aber das bisschen, was ihm blieb, war das, was viele Menschen schon hatte überleben lassen. 
"Du musst zum Schiff zurück, Foster. Du bist viel schneller als ich und ich würde sie ungerne alleine lassen, ohne helfen zu können. Wir brauchen all die Dinge, die ich dir aufgezählt habe - allen voran Wasser. So können wir sie ja kaum mitnehmen."
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:43 pm
„Wie willst du wissen ob diese Armee dann wirklich derart groß ist? Menschen müssen sich doch zusammenrotten, um eine Armee zu bilden.“ Hakte er nach, blieb für einen Moment stehen und ging kurz in die Knie, um den Boden zu betrachten. Vor ihnen wurde der Boden noch unwegsamer, gepaart mit einem leichten Wasserspiegel, der durch seine trübe Färbung jedoch jeglichen Einblick in das Getümmel verwehrte, dass dort herrschte. Er zog sich die Stiefel aus, legte sie achtlos zur Seite und machte ein paar Schritte weiter. Beinahe augenblicklich bemerkte er wie Fische, Schlangen und andere Tiere sich gehetzt zurückzogen. Ein oder zwei schnappen nach ihm, wobei der Schmerz durch die kleinen Zähne vertretbar war. Dennoch verzog er den Mund und war im Begriff die kleinen Angreifen von sich zu entfernen, doch nachdem diese ihr Gift abgesondert hatten, ließen sie von allein los und ergriffen ebenfalls die Flucht. „Ihr solltet näher zusammenrücken und eure Schuhe mit irgendetwas zubinden.“ Schlug er vor, stapfte durch das Knöchelhohe Wasser weiter und griff das vorherige Thema auf. „Weiße?“
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:46 pm
"Aristeas ich weiß es nicht, du verdammter giftspeiender Grünling!", fauchte Coreen, weil sie es Leid war, sich durch den Dschungel zu kämpfen und zu schlagen und man mochte es nicht für möglich halten, aber sie hatte Angst vor Schlangen. Die Götter mochten sie davor bewahren, dass sie es laut aussprach, während sie an den Schnürungen ihrer Stiefel zu kämpfen begann.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:47 pm
Tränen rannen über Kiras Wangen, zeichneten Spuren in das ascheüberzogene Gesicht als sie sich von Ilian abgewandt hatte, haltlos schluchzend und mit gesenktem Kopf, halb eingegraben in den Mänteln, die man ihr übergezogen hatte, war sie ihrem Vater gefolgt und wünschte sich mit jeder Sekunde mehr, dass dieser ganze Abend nicht passiert wäre. Sie hatte keinen Blick für das Schwert, das dort in der Ecke stand, hörte die Worte ihres Vaters nicht einmal mehr geschweige denn für die Leute, die um sie herum standen und die immer wieder von einigen der Soldaten fortgetrieben wurden und tapste nur stillschweigend an der Kutsche vorbei, mit der Thealon zuvor hier angekommen war. Es hätte ihr nicht gleichgültiger sein können, dass er dieses Erbe eigentlich seinem Sohn aufheben wollte. Er hatte sie zum Gespött der ganzen Leute gemacht, er hatte Ilian weh getan und alle Chance darauf vernichtet, dass da irgendetwas Echtes hätte sein können.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:51 pm
"Es geht mir um sie," erwiderte er ohne lange darüber nachzudenken. "Aber wenn sie stirbt verliert dieses Land noch viel mehr als nur einen herausragenden Charakter...." er richtete sich wieder auf und rieb sich die dünnen Hemdsärmel, nachdem er der Königin seine Jacke überlassen hatte. "Zum Schiff..." sinnierte er leise und ging im Kopf noch mal all das durch, was der andere verlangt hatte. Sie würden mehrere Leute brauchen, wenn das viele Wasser ihn nicht behindern sollte - denn vollgehängt mit Eimern und Schläuchen würde er kaum einen Schritt tun können.
"Ich bin in einer Stunde wieder da!"
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Thealon seufzte tief und ließ die Tür schließen, ehe er dem Kutscher das Zeichen gab loszufahren. Sie würde es verstehen. Am nächsten Morgen, wenn sie ausgenüchtert und gebadet war. Das Schwert, so hatte er beschlossen, würde sie dennoch auf ihr Zimmer gebracht bekommen. Wenngleich sie ihn im ersten Moment enttäuscht hatte, hatte sie doch zeigen können, dass sie bereit war sich zu nehmen was sie wollte.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 9:55 pm
Kopfschüttelnd war Elaine stehen geblieben und hatte Magie ins Ich gefasst, nur um sich im nächsten Moment wieder in die Gestalt eines Raben zu verwanden. Sie hatte eine Zeit lang darüber nachgedacht, ob sie das Risiko würde eingehen können, ob es vertretbar war Gefahr zu laufen aus dem Flug von einer Schlange oder einem anderen Raubtier gefasst zu werden, aber andererseits lief sie so weder Gefahr von einem von Coreens Palmenblättern erwischt zu werden, noch an einer der Unterhaltungen über Carias Truppenstärke teilnehmen zu müssen. Sie hätte es ihnen beantworten können, hätte ihnen eine genaue Auflistung geben können, wie viele Männer es gab, wo sie warteten und wann sie voran rücken würden, aber der Schwur hatte sie daran gehindert auch nur einen Ton über die Lippen zu bringen. Krächzend setzte sie sich in Bewegung, schlug mit den Flügeln und ließ sich ein Stück höher steigen. Vielleicht war es gar nicht so verkehrt sich hier zuerst umsehen zu können, bevor den Freunden eine entfernte Gefahr nicht auffiel.
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 10:01 pm
Fosters Lunge brannte und er glaubte sich übergeben zu müssen. Er war zu schnell gerannt und seine Wunden schmerzten noch immer, einige waren unter der Belastung wieder aufgegangen, aber er stand mittlerweile vor der Sankta Anna. "BOOTSMANN!" brüllte er mit einer Kraft in der Stimme, die er sich selbst nicht mehr zugetraut hatte. "Du versoffener Hurenbock! Komm sofort von Bord und bring mir so viel Wasser und Stoff mit wie du kannst! Und zwar ein bisschen Plötzlich!"
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 10:11 pm
Der Bootmann, ein langer, aber nicht hagerer, kräftiger, aber nicht dicker, gutmütiger, aber nicht dümmlicher Mann, dessen Name inzwischen niemand mehr kannte, da jeder ihn nur noch „Bootsmann“ rief, hechtete, halb aus seiner Hängematte gefallen an Deck und stolperte dabei ein paar Mal die Treppen hinauf, nahm dabei jedoch keinen nennenswerten Schaden. „Kapitän!“ Rief er lachend und sprang vor Freude von einem Bein aufs andere. „Da hol mich doch die gute Anna mit ihrem spitzen Kiel am Hinterteil, ihr lebt noch!“ Doch die Aufforderung, die daraufhin nur erneut gebellt wurde, ließ ihn schnell zum wesentlichen kommen. Er bellte ein paar Befehle zu den Männern an Deck und setzte dann ein paar versierte, fachmännische Schritte auf die Planke, welche sich scheinbar zusammen mit dem Bootsmann bewegte. „Aber mal unter uns – was ist denn los? Ihr verschwindet plötzlich und jetzt wollt ihr: Wasser und Rum?“
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 10:17 pm
"Wasser und Decken mein Freund!" erwiderte Foster und schüttelte den Kopf. "Aber den Rum nehm ich auch noch - ich kann ihn gebrauchen und jeder Schluck der weniger für dich übrig bleibt kann auch dir nur helfen!" erwiderte er und gab dem anderen einen Klapps auf den Bauch. "Wir haben eine Jungfrau in Nöten - das heißt eine Königin, Jungfrau lassen wir mal bei Seite..." er seufzte während er der Galleonsfigur einen knappen Blick zuwarf. "Cair ist schon da, beim alten Baum - ich brauche Leute, die mir helfen den ganzen Kram dorthin zu tragen. Kannst du noch auf festem Boden geradeaus laufen oder gleicht nur der Wellengang dein Torkeln aus?"
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 10:22 pm
„Soll das n‘ Witz sein? Natürlich kann ich Kapitän! Und wisst ihr was? Ich hab nen Ochsenkarren beim Kartenspielen gewonnen! Zusammen mit zwei Ochsen! Beide fast so hässlich wie meine ehemalige Schwiegermutter!“
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Re: Kapitel 3

am Mo Jan 08, 2018 10:27 pm
"Nen Ochsenkarren?" hakte Foster nach und blinzelte verdutzt. Zwei Ochsen und ein ganzer Karren dazu - wenn jemand einen so hohen Einsatz gesetzt hatte, dann musste auch der Bootsmann etwas ähnliches... "Hast du wieder die Sankta Anna gesetzt du alter Salzbuckel?" hakte er misstrauisch nach und seine Miene verfinsterte sich. "Du willst echt durch die Daggen laufen, was? Jetzt schwing die Hufe und bring den verdammten Karren her!"
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Re: Kapitel 3

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