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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 1:55 pm
„Kinder? Nicht Kind?“ Hakte er nach und hob eine Augenbraue. Das Gespräch mit Coreen hatte ihn, zusammen mit seiner leichten Müdigkeit in eine ungewöhnlich ruhige Stimmung versetzt, über welche er sich just in diesem Moment selbst wunderte. „Die Weiße, Coreen sprach davon dass die Welt sich verändern wird. Sind deine Kinder von diesem Wandel dann nicht betroffen, Fee?“ Er erkannte Angst und Verzweiflung in ihr, wie ein wildes Tier das irgendwo schwer verletzt lag und wusste, dass ein nahendes Ende unausweichlich war.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:09 pm
"Ich werde meine Kinder mit mir nehmen und einen sicheren Ort für sie finden und dann wird es mir gleichgültig sein, welches Reich über welches siegt. Sollen sie sich doch gegenseitig die Köpfe einschlagen, sollen Könige aufsteigen und wieder fallen. Ich brauche keinen von ihnen." Und wenn sie könnte, hätte sie diesen Weg schon viel früher gewählt und all das einfach hinter sich gelassen, was dort noch auf sie wartete.
"Was kümmert es dich denn, welcher König regiert? Welchen Unterschied hat es für dich in den letzten Jahrhunderten gemacht, Aristeas?"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:12 pm
„Keinen“, erwiderte dieser und zeigte mit einem wölfischen Grinsen erneut seine Zähne. „Aber ich bin auch niemand, der sich anmaßt in dieser Welt zu wirken. Ich habe nie in ihr gewirkt, nie gelebt und beansprucht, ein Teil davon zu sein. Du allerdings scheinst dich nun abzuwenden, da etwas geschehen ist. Darin unterscheiden wir uns beide: ich habe es kategorisch abgelehnt, du erst nach einer gewissen Zeit, zumindest wenn ich es richtig einschätze. Was ist passiert?“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:16 pm
"Ich habe gesehen, was die Menschen tun können. Wie grausam sie sein können und wie wenig es sie schert, was mit denen ist, die ihnen lieb und teuer ist. Sie legen uns in Ketten als wären wir Haustiere, die sie begaffen können, die sie benutzen können, wie es ihnen lieb ist und die geprügelt doch immer wieder zu ihnen zurück kommen. Die sie zu anderen schicken, wo es nur noch schlimmer statt besser ist", entgegnete sie und erhob sich von ihrem Platz, näher zu dem Feuer tretend, an dem er saß und sich neben ihn sinken lassend. Sie kannte kaum jemanden, der nicht ein Anderswesen war, der nicht jener Beschreibung entsprach - über all die Jahre hinweg hatte sie nichts weiter außer Coreen, einem Drachen, und Eoren, einer Dryade, gehabt - sie hatten genügt.
"Was ist mit dir passiert?"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:23 pm
„In etwa das gleiche“, begann er und tippte, kurz seine Arbeit unterbrechend, auf die große Narbe an seinem Hals, die sich wie ein Ring um diesen zog. Er vertraute darauf, dass die Fee ihre Sinne in der Menschenwelt noch nicht derart abgestumpft hatte und sie ahnen würde, was mit ihm passiert war. „Und trotzdem hast du dich auf diese Welt eingelassen. Hast sie sogar mit Kindern bevölkert, die dieses ganze Elend ebenfalls sehen müssen. Was willst du denn am Ende deiner Reise werden? Ein Einsiedler wie ich?“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:27 pm
"Fragt mich der Einsiedler", amüsierte sich Elaine. "Nein, das Tor zur Anderswelt nutzen. Im Reich meines Großvaters bleiben und die Menschen Menschen sein lassen. Hier zu bleiben, unter ihnen, würde bedeuten, ich würde immer und immer wieder mit ihnen konfrontiert werden. Was ich will, ist Rache für das, was mir angetan wurde, sobald ich die Gelegenheit dazu bekomme." Sie ahnte, dass es ihm nicht besser ergangen war als ihr - dass er, ähnlich wie sie auch, nicht viel mit den Menschen anzufangen wusste und ihnen eine gesunde Vorsicht gegenüber brachte.
"Was ist mit dir? Wo willst du hin? Dich einer verändernden Welt anpassen und dich wieder wie ein Tier halten lassen, weil es ihnen gefällt? Dich jagen lassen, weil sie glauben, deinen Schuppen und Organen würden Heilfähigkeiten zugeschrieben werden, die sie von allerhand Krankheiten befreien könnten? Sie scheuen inzwischen nicht einmal mehr davor zurück, den weißen Hirsch zu ermorden."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:33 pm
„Ich werde leben“, war die schlichte Antwort von Aristeas, die die Fee scheinbar ein wenig irritierte. „Rache liegt mir fern, die Menschen die mir das antaten sind alle tot und selbst wenn nicht ich es gewesen wäre, der sie umgebracht hätte, wären sie inzwischen aufgrund ihres Alters unter der Erde. Nein das schöne in diesem Wald ist, dass die Zeit für mich anders funktioniert als für euch. Ihr seht Jahr und Jahr, setzt euch Ziele, glaubt etwas erreichen zu müssen und vergesst dabei im hier und jetzt zu leben. Im Augenblick, im Moment. Das mein Leben so wie ich es führe in Gefahr ist, wird mich denke ich dazu zwingen selbst etwas zu tun. Vielleicht diese Armee zu stoppen von der deine Freundin, die Weiße sprach. Danach allerdings werde ich mich wieder diesem Leben hingeben.“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:37 pm
"Wie sehr hast du im Hier und Jetzt gelebt, als sie eine Kette um deinen Hals geschlungen haben, Aristeas? Wie wichtig war es dir dort, dein Ziel zu verfolgen dich zu befreien? Darauf hinzuarbeiten, deine Flügel wieder ausbreiten zu können? Erzähl mir nicht, du wüsstest nichts von Rache. Du wirst sie alle dafür bestraft haben, was sie dir getan haben, bevor du dich zurückgezogen und von allem abgekapselt hast", widersprach ihm Elaine.
"Wie sieht die Armee von oben aus? Bunte, farbige Flecken - die eine Seite nur mit einem anderen Wams als die andere. Sag mir, wo der Unterschied zwischen ihnen liegt und ich stimme dir vielleicht zu, dass es sinnvoll wäre, sie zu stoppen, bevor diese wundervolle Welt sich verändert."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:43 pm
Aristeas hielt eine ganze Weile lang inne ehe er antwortete und vertiefte sich währenddessen nur auf seine Arbeit, auf die feinen, gleichmäßigen Stiche. „Während meiner Zeit in Gefangenschaft habe ich kaum etwas gedacht. Ich war nicht ich selbst, sondern ein Gefangener. An weite, große Gedankengänge kann ich mich nicht erinnern, mein Verstand war während dieser Zeit taub und trüb. Getötet habe ich sie, damit mir nicht noch einmal so etwas passiert. Aber in einem gebe ich dir Recht: es hat sich gut angefühlt.“ Ihre zweite Frage indes war wesentlich schwieriger zu beantworten. „Diese Armeen, nun wenn ich der Weißen glauben schenken darf gibt es eine Seite die diese Wälder roden würde und eine, die sie in Frieden lassen würde. Im Zweifelsfall aber würde der Tod von beiden zum gleichen Ergebnis führen.“ Seine Nase hob sich ein paar Mal und er fasste die Fee genauer ins Auge. „Du bist voller Verzweiflung und Angst. Du wirkst fast wie ein Tier, dass vor lauter Schmerz lieber den Tod wählen würde als ein andauerndes leben.“ Für einen Moment legte er sein Messer und die Nadel zur Seite, während sein Blick weiter auf ihr ruhte. „Brauchst du Trost?“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:47 pm
"Wenn du mir das geben willst, was ich brauche, dann hilf mir nur einen einzigen Mann zu töten, damit ich endlich Freiheit haben kann."
Sie brauchte keinen Trost, keine Umarmung, die ihr Kraft geben sollte, weil es ihr zuwider war einen anderen so nah an sich heran zu lassen, als dass er sie so einfach trösten konnte. Sie brauchte weder aufmunternde Worte, es würde eines Tages besser werden, weil sie das zu oft gehört hatte, noch eine andere freundliche Geste. Ein Tier, sie wirkte wie ein geschundenes Tier ... sie hatte freundlichere Kommentare über ihre eigene Person gehört als das, was der Drache hier verlauten ließ, wohl aber war dies die ehrlichste Einschätzung, die sie seither gehört hatte.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:52 pm
„Ich kann diesen Mann wohl töten, allein aus dem Grund heraus, dass kaum ein Mensch genug Kraft besitzt um sich gegen einen der meinen zu wehren, aber helfen wird dir das denke ich nicht, Fee.“ Er hatte sein Werkzeug wieder aufgenommen und begann nun wieder, die Kapuzen an die bereits fertiggestellten Mäntel zu nähen. „Wenn du diesen Menschen getötet hast, wirst du dich nicht so fühlen, wie du es dir erhoffst. Das ist das Problem mit allen von euch und von meiner Art, die so lange in der Welt der Menschen leben. Ihr übernehmt ihre Verkommenheit. Ihre Finesse und ihre Werte wohl ebenso, ja. Aber auch ihre Verkommenheit. Wenn du mit deinen Kindern fliehen wirst, so wie du es mir vorhin erzählt hast, wird dich etwas töten, dass du nicht bekämpfen kannst. Die Ruhe. Dein Geist ist so gehetzt das ein einzelner, toter Mensch daran nichts ändern kann.“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 2:54 pm
"Und meine Kinder werden in Sicherheit sein, Aristeas. Ich habe es dir zuvor schon einmal gesagt - meine Kinder sind alles, was für mich zählt."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 3:01 pm
„Du widersprichst dir Fee und du bemerkst es nicht einmal selbst. Dein Körper und dein Verstand sprechen von verschiedenen Dingen. Du sitzt dort in der Ecke und du ekelst dich vor all dem Fleisch das in diesem Haus hängt, wo du doch weißt das es nichts ist, das einen Ekel hervorrufen müsste. Du erzählst das es dir nur um deine Kinder geht, sagst mir gleichzeitig jedoch das DU Freiheit erlangst, wenn du diesen einen Menschen tötest. Jeder kann deine Kinder töten, ich, die Weiße, sie sich selbst und dass weißt du genauso gut wie ich. Du sitzt dort und sprichst davon das du keinen Trost willst, obwohl dein Körper förmlich danach schreit.“
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 3:05 pm
"Dieser Mann, den ich tot sehen will, hält meine Kinder in den Händen. Eines davon ist bereits bei ihm, ein anderes bringe ich gerade wieder zu ihm. Ich will Freiheit haben, um sie aus diesem Krater von Unheil zu bringen, in den sie geboren worden sind und aus dem ich sie nicht befreien kann, solange ich nicht selbst frei bin, Drache, und ich will, dass jemand anderes ihn tötet, weil ich es nicht kann." Sie wollte bittere, blutige Rache für das, was man ihr und ihren Kindern getan hatte - dafür, dass sie gezwungen worden war, ihren Sohn wegzugeben, dafür, dass Thealon ihn ihr einfach fortgerissen hatte und dass er sie jetzt mit ihrer Tochter erpresste. Dafür, dass er sie als seinen Besitz ansah und sie gezwungen hatte, jenen unheilvollen Schwur zu sprechen, der sie jetzt an ihn und dieses Land band. "Halte von mir, was immer du willst. Es kann dir gleich sein, was danach sein wird. Alles, worum ich dich bitte, ist deine Hilfe."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 3:11 pm
Aristeas antwortete nicht sondern sah Elaine lediglich an. Sein ruhiger, regelmäßiger Atem war wie ein Metronom das den Takt für diese, inzwischen stille Unterhaltung vorgab. Nach einer schieren Ewigkeit schob er langsam die Lippen auseinander und sagte: „Schlaf, Fee. Heute Nacht wirst du dein Begehren nicht stillen können und wenn du dich weiterhin selbst geißelst, wird jeder ausschließlich an deinem Verstand zweifeln. Du verschließt dich Trost und Nähe, die natürlichsten Dinge auf unserer Welt. Und deswegen wird dich die Ruhe töten.“ Er beendete den letzten Stich und legte den Mantel daraufhin zur Seite, löschte die Kerze mit Zeigefinger und Daumen und bettete seinen Kopf auf dem kleinen Lager, welches er neben der Feuerstelle errichtet hatte. „Schlaf“, wies er sie nachdrücklich an, ehe er selbst die Augen schloss.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 3:55 pm
___________________________________

"Ferryn! Wo warst du denn so lange?"
Mit einem lauten Geräusch landete der große Korb mit Geschirr und Töpfen vor der Jüngeren, unmittelbar auf dem Treppenabsatz - hinter der Köchin war der Raum beinahe vollkommen leer und ein paar der Dienstmägde fegten bereits den Staub und den Ruß vor die Tür. Weiße Kerzen brannten bereits den ganzen Tag über in den Fenstern. "Bei den Göttern, Mädchen", schnaufte Bedelia, die in den Augen ihrer Tochter bereits erkennen konnte, dass sie irgendeinen Unsinn ausgefressen hatte und sie war sich sicher, dass sie gar nicht nachfragen wollte, was es dieses Mal gewesen war. Wenn Ferryn eines hatte, dann war es ein Talent dazu, sich beständig aufs Neue in Schwierigkeiten zu bringen, aus denen sie sich mehr oder weniger glimpflich heraus wandte.
"Du weißt doch, dass heute Abend das Fest beginnt. Der König hat Gäste und wir müssen hier alles vorbereiten. Die Küche ist immer noch nicht fertig."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 3:58 pm
"Natürlich weiß ich das, Mutter", erwiderte Ferryn und küsste die andere auf die Wange, ehe sie nach einem der kleinen Brote langte, das mit Mehl bestäubt war und so wenigstens tarnmäßig ganz gut zum Abend passte, an dem ausschließlich helle Speisen angeboten werden würden. Bedelia mochte nicht ihre richtige Mutter sein, doch viele Jahre lang hatte Ferryn so gelebt und es geglaubt und sie würde eher die Dämonen rufen, als es der Frau ins Gesicht zu sagen, dass sie wusste, was hier vor sich ging. Bedelia war eine strenge Mutter, aber gerecht. Sie führte gerade das Brötchen zu ihrem Mund, als sie den Blick ihrer Mutter über sich wandern sah. "Was?"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:00 pm
"Jetzt beeil dich, Kind. Du hast heut schon genug getrödelt", schallt die Ältere sie und scheuchte sie rüber zu einem der Körbe. "Bevor es dämmert, gehst du noch baden", erinnerte sie sie und zupfte ein paar Spinnweben aus den rabenschwarzen Haaren ihrer Tochter. "Weiße Kleidung, Ferryn. Ich weiß, du magst das nicht aber heute lasse ich nicht mit mir reden."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:02 pm
Sie hatte das dumpfe Gefühl, sich zu weigern, würde heute auch nichts bringen, also hüpfte sie eher gezwungenermaßen zur Tür hin, weil sich ihre Füße beim Ausweichen verheddert hatten. "Scholl i-ch ir orher nopf hepfen?" brachte sie zwischen den gierigen Bissen hervor, weil ihr Magen so unglaublich laut knurrte, dass es in der ganzen Küche zu hören war.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:05 pm
"Du setzt dich jetzt erstmal hin und isst was. Danach kannst du durch die Zimmer gehen und nachsehen, ob überall Kerzen da sind", wies Bedelia an und lachte dann leise, als sie ihre Tochter mit den großen Augen beobachtete, wie sie sich Brötchen für Brötchen rein schaufelte, die noch nicht einmal ganz ausgekühlt waren. "Die Damen machen es oben. Du bleibst also hier unten, Ferryn. Ich weiß, dass du nur sonst wieder an Ecken lauscht, an denen du nichts zu suchen hast."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:08 pm
Stöhnend ließ Ferryn den Kopf auf den Tisch fallen und drehte ihn dort zur Seite, um ihre Mutter beobachten zu können, die in der Küche hin und her lief, wuselte, putzte, machte. "Mutter", stöhnte sie. "Ja, ich halte mich von den Räumen fern und zünde hier alle Kerzen an."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:14 pm
Sie glaubte ihrer Tochter nicht ein einziges Wort von den Versprechungen, die sie ihr gerade machte, aber wenigstens kam Ferryn jetzt nicht in Gesellschaft von zwei sehr verdrießlich aussehenden Gardisten zur Küche herein, die sie nur damit besänftigen konnte, dass sie ihnen etwas vom Abendessen des Königs abzwackte und in ihre Kammern schickte. Im Gegenzug hatten sie versprochen, den Zwischenfall mit Ferryn einfach unter den Tisch zu kehren und Bedelia war ihnen mehr als nur dankbar dafür.
"Was ist eigentlich mit dir?", fragte sie dann über die Schulter zurück, während sie die Kochstelle auszufegen begann. "Du bist jetzt schon wirklich alt genug und bisher hast du mir noch keinen Jungen angebracht, den du einmal heiratest. Der Sohn des Händlers, der uns das Gemüse bringt, ist doch ansehnlich und ihr beide versteht euch gut."
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:24 pm
Der Sohn des Händlers ...? Ansehnlich ...? Perrick war jemand, der viel zu erzählen wusste und sie gut unterhielt, aber ihn deswegen gleich in die engere Auswahl für einen Ehemann zu ziehen? "Warum muss ich denn heiraten? Es gibt andere Dinge, die ich zu tun habe." Etwas über ihre Familie und ihre Vergangenheit herausfinden, zum Beispiel.
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:25 pm
"Was hast du denn für Dinge zu tun, Ferryn?"
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Re: Kapitel 3

am So Jan 07, 2018 4:26 pm
"Dir zur Hand gehen, ein Handwerk erlernen ..." Bisher hatte sie verschwiegen, was es war, um ihre Mutter zu überraschen. Sie war beim Hofschreiner - auf seiner Seite mehr unfreiwillig - in die Lehre gegangen und arbeitete an einem Satz von gedrechselten Schüsseln für ihre Mutter, weil die alten schon so abgenutzt und schartig waren, dass es schwierig war, sie zu säubern.
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Re: Kapitel 3

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