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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 7:39 pm
„Zumindest wirkt euer Land im ersten Moment alles andere als einladend“, ein leises lachen ging durch die Runde, welchem sich Aristeas nicht erwehren konnte und schon kurze Zeit danach ebenfalls lachte, wenn auch etwas länger als alle anderen. „Noch eine Frage wenn ihr erlaubt“, setzte er schließlich nach und lehnte sich ein Stück nach vorn. „Dieser Dienst für dieses, für euer Land, wobei ich diese Redewendung nicht verstehe, schließlich gehört es doch eurem König, nicht euch – nun jedenfalls dieser Dienst, seht ihr ihn als etwas dass so Wichtig ist, dass jeder es tun sollte? Und warum nur für das eigene Land, wo es doch reiner Zufall ist wer eure Mutter und wer euer Vater ist und wo sie sich bei eurer Geburt gerade häuslich befinden.“
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 7:42 pm
"Und du bist ... wirklich Willens, mein Leben gegen das deiner - gegen Kiras einzutauschen?", fragte er schließlich leise gen Boden, ehe er aufsah, den Entschluss längst gefasst habend. Besser, er stand hinter der Wahl, die er treffen musste, als ständig nur dagegen zu arbeiten. Angestrengt presste er die Kiefer aufeinander, während er den Kopf schüttelte, spürte, wie die Pfeilwunde sich wohltuend schmerzhaft regte, ihm versicherte, er war immerhin noch am Leben. "Ist schon gut ... sag es nicht, es macht keinen Unterschied. Ich werde mitspielen. Für meine Schwester." Und für Caillean und Ekynes; er würde sie nicht vergessen.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 7:47 pm
"Nein, ich glaube nicht, dass jeder einzelne Bürger dieses Landes so etwas machen sollte. Das ginge auch überhaupt nicht - es muss Bauern geben, Schneider, Bäcker, Händler und ja, auch wenn ich der Meinung bin, dass die Adligen nur Glück bei ihrer Geburt hatten, aber selbst die muss es geben, damit dieses ganze Land weiterlaufen kann. Damit alles seinen Regeln folgt - die Tiere sind da doch auch nicht anders. Ihre Rudel sind auch ganz klar gegliedert", erklärte Finnja geduldig und lehnte sich ein Stück zurück, die Arme neben sich auf dem Baumstamm abstützend, auf dem sie hockte.
"Ich sehe ihn als wichtig an, weil es diese Männer und Frauen sind, dafür dabei helfen, dass dieses ganze Konstrukt eines Landes funktioniert. Wir beschützen dieses Konstrukt - diejenigen am Hof, die die großen Entscheidungen fällen und die am Ende vielleicht auch Auswirkungen auf die kleinen Leute haben, aber geschieht dem König etwas, dann gerät dieses Land in Schieflage und den Schwachen geschieht weit mehr als den Adligen. Warum dieses Land ist einfach zu beantworten - ich bin hier geboren, es ist mein Zuhause und ich kenne einen großen Teil der Menschen, denen ich damit Gutes tun kann. Wenn ich in Saterra oder Evelon geboren wäre, würde ich dort dienen. Es geht mir um die Menschen, nicht um den Kopf, der die Krone trägt."

__________________________________

"Am Anfang war ich das. Ich dachte, es würde leicht sein, aber das ist es nicht. Es ist nicht so, als wärst du mir egal, Devastare, das bist du nicht." Aber was? Aber sie hatte keine Wahl? Das klang nach einer billigen Ausrede, die sie sich selbst nicht glauben würde. "Ich habe deine Schwester verloren. Ich habe dich verloren, als ich dich zu Karsh gab, um dich zu beschützen ... ich wollte nur nicht das Letzte verlieren, das mir noch geblieben ist."
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 7:53 pm
Galahad ließ seinen Blick zwischen Finnja und Aristeas hin und her wandern, als verfolgte er den Ball bei einem höchst interessanten Tennisspiel. Er runzelte die Stirn und blinzelte einige Male. Finnja erklärte all dies, als wäre es nicht viel komplizierter als den Zehnt für die Jahresabgabe zu berechnen, doch was ihn weit mehr verwunderte war...
"Ihr sprecht so, als wärt ihr nicht in Saterra aufgewachsen, sondern in den eisigen Bergen und hättet seitdem weder Menschen noch Gesellschaften kennen gelernt," stellte er in Richtung von Aristeas fest. "Haben euch eure Eltern nicht die Stände näher gebracht? Gab es niemanden, der euch in die Gesellschaft eingeführt hat?"
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 7:56 pm
"Ich verstehe", erwiderte Devastare leise und zwang seine Stimme, weiterhin zu gehorchen. Er war zu alt, um noch am Rockzipfel einer oder besser seiner Mutter zu hängen ... er hatte sich früher immer eine Familie gewünscht, eine normale mit einem Vater, einer Mutter und vielleicht Geschwistern. Er war glücklich gewesen bei Karsh, dennoch hatte er den Traum nie gänzlich aus seinem Denken vertreiben können, die Frage, wie es wäre, wenn. Er hatte nicht erwartet, dass so etwas dabei herauskommen würde und bereute, jemals danach verlangt zu haben.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:01 pm
"Ich wünschte, es wäre anders gewesen." Aber ihre Reue würde ihm jetzt nicht mehr helfen. Sie würden bald Winterbroke erreichen und von da an würde sein Schicksal in den Händen seines Vaters liegen. Eines manipulierenden, berechnenden Mannes, der weit mehr verbrochen hatte als nur eine Lüge auf einer anderen zu stapeln. Er würde ihn benutzen, würde ihn nach und nach gegen jeden seiner Freunde aufstacheln, um das zu erreichen, was er sich vorgenommen hatte und er würde dabei nicht mehr sein als eine weitere Schachfigur auf dem großen Brett, das sein Königreich war. "Ich wäre dir gern mehr Familie gewesen ..."
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:01 pm
„Meine Eltern sind Tod. Beide. Aus meiner Kindheit kenne ich nichts außer Gewürze, deren Gerüche in der Nase beißen und Menschen, die mich verwundert, fasziniert und irritiert gleichermaßen anstarren. Deswegen kam mir Evelon gelegen. Das Leben dort ist recht angenehm, man hat meilenweit nur Wald um sich herum und die Menschen dort sehen Einsiedelei nicht als ungewöhnlich an. Wenn ich die Leute in den umliegenden Dörfern richtig verstanden habe, geht es mehreren so wie mir.“ Galahads Worte machten ihn nicht zornig, warum auch? Schließlich war nicht er es gewesen, der seine Eltern erschlagen und zuvor bis zur völligen Erschöpfung gejagt hatte. Doch er konnte nicht verhindern, dass ein leichter Schleier der Trauer sich über seine Gedanken legte. „Ihr glaubt also es muss so sein, Finnja“, der Name klang seltsam, doch alle Namen klangen irgendwie seltsam, gerade wenn man sie zum ersten Mal aussprach. „Das es Menschen gibt die verschiedenen Ländern angehören und sich nur auf ihre eigene Region verstehen und damit Gefahr laufen, alles andere zu verdammen?“
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:05 pm
"Weshalb denn verdammen?", hakte Finnja überrascht nach und runzelte die Stirn. "Ihr seid aus Saterra und habt in Evelon gelebt, eure Freundin ist aus Ekynes und so weiter und so fort. Wir haben Dutzende von Flüchtlingen aus Miris und Sirean in Caria aufgenommen und wir verdammen keinen dafür. Ihr sitzt sogar mit uns am Feuer und esst dasselbe wie wir. Wir sprechen miteinander, als wärt ihr einer von uns. Ich verdamme nur die Leute, die euch angegriffen und beinahe getötet haben, weil sie sich Geld versprochen haben, aber ich glaube, das ist auch gutes Recht, aber wie kommt Ihr darauf, dass wir alles andere verdammen, was nicht unserem eigenen Land entspricht?"
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:06 pm
"Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht", murmelte Devastare, weil er an Karsh dachte und fühlte sich so alleine wie niemals zuvor in seinem Leben. "Bitte geh, Elaine - ich muss all das ... ich weiß nicht. Ich danke dir für die Zeit, die du für mich geopfert hast in den letzten Tagen, aber ich denke, ich komme klar." Besser, er verließ sich nicht weiter auf Menschen, die er kaum kannte. Er musste sich auf sein Ziel konzentrieren und das war fernab Caria und um es zu erreichen, würde er direkt in das Herz Carias hinein müssen - um möglichst schnell wieder heraus zu kommen.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:08 pm
„Geht es nicht genau darum in allen Kriegen? Das man glaubt man fühlt sich der anderen Partei überlegen? In den meisten Fällen sind diese doch Länder jeglicher Art.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:15 pm
"Im Krieg geht es darum, welcher König den größten Schwanz hat - oder in dem Fall die größere Armee, aber - so böse das jetzt auch klingt - sieh uns mal als Raubtierrudel. Da geht es auch darum, wer der Stärkere ist und wer das Rudel anführen darf. Ist bei uns Menschen nichts anderes. Die großen Könige streiten sich nur dadurch, dass sie uns kleine Leute auf ein Schlachtfeld schicken und du bist immerhin auch hier und suchst ständig nach einem neuen Konflikt, weil es sich besser anfühlt einem anderen einfach auf die Nase hauen zu dürfen. Liegt in der Natur der Menschen und du bist leider auch Teil davon", erinnerte ihn Finnja lachend und schlug ihm sacht gegen den Oberarm.

__________________________

"Natürlich", antwortete Elaine lediglich und nickte schwach, bevor sie rüber zu dem Zelteingang trat und sich dazu zwang ihre Stimme noch einmal zu heben, selbst wenn der Kloß in ihrem Hals immer größer wurde. "Wenn einer der Heiler nach dir sieht ... sag ihm, dass die Wunden mit den Kräutern ausgewaschen werden müssen, bevor sie sich entzünden ...", gab sie ihm noch mit auf den Weg bevor sie das Zelt verließ und einen kurzen Moment vor dem Eingang stehen blieb. Ihr war danach loszuschreien, aber nicht ein einziger Ton kam über ihre zitternden Lippen, als sie sich von den Gruppen an den kleinen Feuern abwandte, um tiefer in den Wald zu gehen, der das Lager umgab. Allein sein, vielleicht half das die Gedanken und den Schmerz zu betäuben, der ihr den Atem nahm.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:17 pm
"Was?" hakte Galahad nach und seine Augen weiteten sich. "Finnja, solcherlei Wortwahl gehört sich nicht nur nicht für eine Dame es ist auch... also..." er blinzelte. "Ein wahrer Krieg, gefochten um geschehenes Unrecht wieder gut zu machen... also..." er klappte den Mund auf und zu. "Wie könnt ihr nur? Ich... bei meiner Treu!"
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:19 pm
"Komm schon, Galahad. Deine Ritterehre in allen Ehren aber selbst du kannst die Wahrheit nicht leugnen und solange ich dich noch immer im Schwertkampf besiege bist du von uns beiden die Dame, mein Freund."
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:21 pm
"Es ist keine Schande von einer Frau im Kampfe besiegt zu werden, wenn sie denn meine Fähigkeiten übersteigt und ich in jedem Gefecht gegen euch etwas lernen kann. Desweiteren ist es wohl kaum despektierlich eine Dame zu sein. Aber die Götter haben mich nun einmal mit Manneskraft ausgestattet und meine Frau Mama mit gutem Benehmen!" er nickte. "Und ein wenig mehr davon könnte auch euch nur gut zu Gesicht stehen!"
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:22 pm
Lachend wandte sich Finnja an Aristeas und deutete von sich zu Galahad und wieder zurück. "Siehst du, Aristeas? Purer Schwanzvergleich und ich hab noch nicht einmal einen."
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:31 pm
Aristeas stimmte in das allgemeine Gelächter ein, beinahe schon infiziert von der Freude die mit einem Mal am Lagerfeuer herrschte. Er wusste nicht ob Finnja mit ihren Worten wirklich richtig lag oder ob es überhaupt eine allgemein gültige Wahrheit für die Frage gab, die er zuvor gestellt hatte. Doch sie erschien ihm zumindest logisch, ebenso wie sein eigener Antrieb oder der seiner Begleiter.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:34 pm
Galahad murmelte etwas und legte einige Scheite Feuerholz nach, ehe er wieder aufsah und Aristeas betrachtete. "Wieso seid ihr eigentlich bei dieser kleinen Gruppe? Die Hofmagierin ist dabei, weil es ihre Aufgabe war - Devastare ist aus dem naheliegendsten Grund mit von der Partie und Coreen ist eine Soldatin aus Ekynes und wenn ich die Zeichen richtig Deute eine Freundin von Devastare. Aber ihr? Ihr kommt nicht aus Ekynes, seht nicht aus wie ein Soldat. Was ist eure Rolle in dem Ganzen?"
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 8:37 pm
„In erster Linie eine kleine“, antwortete er, immer noch ein wenig erheitert von der allgemeinen Stimmung und trank sogar bereitwillig aus dem Weinschlauch der umherging und den er bisher gemieden hatte wie die Katze das Wasser. „Sie kamen durch puren Zufall an meiner kleinen Hütte vorbei und nach einer kurzen Phase des Kennenlernens“, er sah mit einem schmunzelnden Blick zu Coreen. „Überzeugte mich die W .. Coreen davon, sie zu begleiten.“
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 9:23 pm
Die Nachricht hatte ihn bereits am frühen Morgen erreicht - Devastare war weniger als eine Tagesreise entfernt und wurde am frühen Nachmittag erwartet. Verletzt, aber beinahe gänzlich genesen.
Der König Carias hatte auf dem aus dunklem Holz geschnitzten Thron Platz genommen, das Wolfsfell, welches als weiche Unterlage diente halb über die Lehne geschlagen und beide Hände auf die Lehnen gelegt - die rechte mittlerweile in einen schwarzen Lederhandschuh geschlagen, in den das Wappen von Caria eingebrannt worden war.
Er warf noch einen kurzen Blick zu Kira, die vor wenigen Minuten in den großen, mit Pelzen behängten Saal getreten war und zu seiner Rechten ihren Platz bezogen hatte. Noch immer war es ungewohnt sie in einem fein bestickten Kleid zu sehen, das einer Kronprinzessin mehr als würdig war und ihre Rolle als solche ganz und gar klar nach außen Projezierte. Er nickte ihr knapp zu, ehe die Flügeltüren aufgeschlagen wurden und seine Konzentration sich auf diesen Punkt fokussierte. Eine ganze Reihe an Leuten betrat den Saal, schritt den langen Gang entlang - vorbei an der Reihe von Soldaten, die alle schwer bewaffnet Wache standen. Der Blick des alten Königs wanderte zu dem Mann, der auf einer Krücke den Gang entlang schritt - Stolz und ungebrochen vor ihm stehen blieb. "Verneigt euch vor eurem König..." befahl Thealon mit feierlicher, befehlender Stimme.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 9:29 pm
Er war nicht ihr König - wenn überhaupt, war er der einzige Feind, den sie jemals als solchen und gleichzeitig wirklich als Bedrohung empfunden hatte, doch Coreen wusste, was sie zu tun hatte - hatte mehr als ein Gespräch geführt und sie würde ihr Land nicht schlecht repräsentieren. Der Kniefall war für Caillean reserviert und so senkte sie nur den Kopf, um ihm Respekt zu zollen, nicht aber ihre Ehre anzubieten. Devastare hingegen sah sich eine ganze Weile den Mann an, der dort thronte und alles zur Schau stellte, was er war. Geschah es aus Angst oder dem Denken heraus, die absolute Macht sei in jeder Sekunde mit ihm, die er auf Erden wandelte? Er würde es herausfinden. Für den Moment aber lächelte er und trat noch ein paar humpelnde Schritte näher, ehe er leicht das Haupt neigte. Niemand hörte die Worte, die er wisperte, als er die rechte Faust auf die linke Schulter legte und er würde sie niemals wiederholen. 
"Vater", stellte er schließlich fest, straffte die Schultern und blieb in gebührendem Abstand stehen, um den Wachen keinen Grund zu geben, ihn auch noch auf eine Lanze zu spießen.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 9:34 pm
Aristeas sah auf die meisten anderen Menschen, die ihr knie gehorsam beugten, etwas irritiert herab. Er hatte selbst nie den Gehorsam vor einem König erlebt, zumindest nicht in direkter Gegenwart. Doch schien die Auslegung von eben diesem und die direkte zur Schaustellung etwas gänzliches anderes zu sein. Langsam, als sich all wieder erhoben blickte er über den Rücken in all die demütigen, ängstlichen Gesichter. Wovor konnte er im ersten Moment nicht nachvollziehen. Natürlich verstand er was der König in dieser Welt war und welchen Status er inne hatte. Er befehligte Armeen und musste ein weiser, gerissener Mann sein. Aber trotzdem war er „erstaunlich klein“, wie er an Coreen gewandt feststellte und die Augen ein Stück zusammenkniff, um sich den König in jüngeren Jahren vorzustellen. Vermutlich war er irgendwann einmal ein großer Feldherr gewesen, jemand der feindliche Burgen und hübsche Frauen gleichermaßen tollkühn bestieg und eroberte, doch diese Zeiten schienen schon lange vorbei.
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 9:37 pm
"Mir scheint," stellte Thealon langsam fest, während er seinen Blick über die bunte Truppe schweifen ließ, "dass du einen außergewöhnlichen Geschmack hast, was deine Reisegefährten anbelangt..." erklärte er und erhob sich aus seinem Thron, trat die wenigen Stufen hinab, ehe er auf Augenhöhe mir Devastare stand. Sie waren beide genau gleich groß und der König musterte ihn von oben bis unten. "Du bist gut geraten, dafür dass du in Ekynes aufwachsen musstest..." meinte er und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Willkommen daheim, mein Sohn."
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 9:39 pm
Am liebsten wäre er zurückgezuckt, doch Devastare blieb stehen und sah dem anderen in die Augen, die seinen so ähnlich waren. Aber er kam nicht umhin, sich zu fragen, ob er ebenso diesen grausamen Zug an sich hatte, der sich in den Fältchen um Thealons Augen spiegelte. Ernst und gerissen blickte er drein. 
Besser war es, er sprach gar nicht über Ekynes. 
"Es war eine lange Reise."
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 9:41 pm
"Das glaube ich," erwiderte Thealon und blickte mit Sorge auf Devastares Bein. "Tut es noch sehr weh?" fragte er leise, ehe er hintenanfügte: "Haben meine Leute sich gut um dich gekümmert?"
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Re: Kapitel 4.

am Mo Jan 15, 2018 9:43 pm
Das Leben all derer, die ihn begleitet hatten, hing von dieser Aussage ab. "Sie haben sich sehr gut um mich gekümmert - ich habe kaum noch Schmerzen an den Wunden. Aber die Beweglichkeit wird mir noch lange Zeit fehlen." Daran würde er üben müssen - zusätzlich zu seiner Magie, damit er nicht versehentlich das ganze Schloss abfackelte. Und wenn, dann nur, weil er es wollte.
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Re: Kapitel 4.

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