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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 7:56 pm
"Ich hab versprochen dir zu helfen", sagte Finnja und stand von ihrem Platz auf, um dem anderen die Hand zu reichen. "Ich bleib dabei."

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Elaine blickte überrascht auf, als Ferryn nach ihren Fingern griff und runzelte die Stirn, weil die Worte, die die Jüngere da formte ihr nicht so vorkamen, es ginge es allein um die Bedeutung jenes kleinen Namens, den sie trug. Sie war versucht danach zu fragen, was genau sie wusste - was dieses große 'es' war, von dem Ferryn da sprach, aber sie brachte nicht einen einzigen Laut mehr über ihre eigenen Lippen, jeden Augenblick glaubend, sie würde die Kraft verlassen, die sie benötigte, um später noch einmal zu Aristeas und Coreen zurück zu kehren und sie auf den Weg zu schicken. Es waren so wenige Alternativen, die ihnen blieben - so wenige gute, freundliche Momente in ihrer aller Leben, das die paar, die es gab, umso kostbarer wirkten.
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 7:59 pm
Als absolut keine Reaktion von Elaine kam außer einem Blick, fühlte Ferryn sich gezwungen, Worte hinten an zu fügen. Sie wusste nicht, wie lange sie noch ungestört Zeit hier unten hatten. "Ich weiß, dass ich den Namen von dir habe."
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:16 pm
Sie hatte den Namen von ihr? Elaine kam sich vor, als habe man ihr den Boden unter den Füßen weggerissen, als sie versuchte die Worte in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Zu verstehen versuchte, was das junge Mädchen ihr hier sagen wollte und was sich ihrem Verstand gerade so vollständig entzog. Es konnte nicht sein, es durfte nicht sein - sie hatte ihr kleines Mädchen beerdigt, sie hatte an dem Grab gestanden, hatte Erde auf ihr Grab geschüttet und sich von ihr verabschiedet und nun stand da ein junges Mädchen, das ihr so ähnlich sah und das behauptete, sie habe den Namen von ihr bekommen. Die Umgebung verschwamm immer mehr, während sich ihr Blick auf dem Gesicht ihres Gegenübers fixiert hielt, festgeklammert als wäre ihr Gesicht gerade das Einzige, was wirklich wichtig zu sein schien. "Du ...", begann sie mit bebenden Lippen, als ihr Geist so langsam zu verstehen begann, was das heißen sollte.
"... aber." Keiner ihrer Sätze endete richtig, nicht ein einziger schaffte es vollständig abgeschlossen heraus gebracht zu werden. Viel zu sehr überschlugen sich ihre Gedanken in ihrem eigenen Kopf. Gedanken, die sie nicht formen konnte, während sie hier in der Küche saß. Dem wohl unpassendsten Ort für ein so wichtiges Gespräch, den es geben konnte. Einsehbar, nicht geschützt ... warum ihr das ausgerechnet jetzt auffiel konnte sie nicht sagen, als sich der sachte Griff um die Finger der Jüngeren sich verstärkte, als könne sie damit jene zarte Hoffnung dazu zwingen bei ihr zu bleiben. "... wie ..."
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:18 pm
"Ich weiß es schon länger ... schon - schon ein paar Jahre. Kira ebenso", erwiderte Ferryn etwas überrumpelt und unsicher, wie sie mit der Situation und überhaupt der Reaktion umgehen sollte. Sie hätte gerne eingeworfen, dass sie ihre Mutter - ihre Ziehmutter - wirklich liebte, aber es wäre ihr falsch Elaine gegenüber vorgekommen. "Es tut mir Leid, nicht schon viel früher etwas gesagt zu haben, aber ich hatte Angst und wollte niemanden in Gefahr bringen -"
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:22 pm
"Auf auf an die Brassen!" schrie Foster und scheuchte seine Männer an die Seiten des Schiffes um dort die Segel hart gegen den Wind zu richten, welcher sich zu einem wahren Sturm aufgeschwungen hatte. Die Wellen ergossen sich über das gesamte Deck, rissen jeden um der keinen sicheren Stand vorweisen konnte. Bereits vor Wochen waren sie mit der Santa Anna in See gestochen - doch Fosters Hoffnung sie würden schnell und in der Nähe der Küste nach Miris segeln können hatten sich in Luft aufgelöst. Die schlimmen Blutungen und der Verlust des Kindes hatten seine Königin schwerer gezeichnet, als sie anfangs noch befürchtet hatten. Er war kaum von ihrer Seite gewichen, während seine Männer erste Segel gesetzt hatten. Sie hatten zwei Wochen schlimmen Seegang über sich ergehen lassen müssen, um am unteren Zipfel Saterras anzulegen und dort einige Heiler und Kräuter zu bezahlen. Die Kosten hatten sich verdoppelt, als der Heiler seine Patientin erkannt hatte - und hätte sich ein zweites Mal verdoppelt, wenn Foster nicht die Entscheidung getroffen hätte den verräterischen Heiler den Haien zum Fraß vorzuwerfen. Er hätte sie verraten, sobald sie ihn bezahlt und abgelegt hätten.
Um sicher zu gehen, hatten sie nach Cailleans vollständiger Genesung die Küstenwege gemieden, waren über das offene Meer gesetzt und beinahe im Malstrom, der zur Lifeless Lagoon führte untergegangen. Drei Wochen hatten sie gebraucht, um den Kurs wieder zu finden, da sie unter Sternen gesegelt waren, die keiner von ihnen kannte und auch alle Versuche die Richtung zu bestimmen fehlgeschlagen waren. Doch am heutigen Morgen hatten sie die Küste von Miris gesehen und darauf zugesetzt, ehe dieser Sturm über sie herein gebrochen war.
Er eilte an Deck, wo sich Caillean neben dem Ruder am Holz festhielt. "Alles in Ordnung bei dir?" schrie er gegen den Sturm an. "Willst du lieber unter Deck gehen bis all das vorüber ist?"
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:25 pm
Dort vor ihr stand ihr kleines Mädchen, das inzwischen bereits eine erwachsene junge Frau war und wusste nun schon seit ein paar Jahren darüber Bescheid, wer sie war. Elaine begann sich zu fragen, wie anders die Jahre hätten sein können, wenn sie es selbst in Erfahrung gebracht hätte - ob es etwas an dem Schmerz geändert hätte, ihr eigenes Kind verloren zu haben oder es nur dadurch noch schlimmer geworden wäre, weil sie gewusst hätte, dass sie sie wieder aufs Neue ziehen lassen würde. Es war nicht länger von Belang. Ferryn, ihr kleines Mädchen war am Leben. Was in diesem Grab ruhte, was immer sie dort begraben hatte, war nicht ihr eigenes Kind gewesen. "Du lebst", war schließlich alles, was sie zu Stande brachte, bevor sie die Jüngere an sich zog.
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:30 pm
"Ich bin ziemlich lebendig", versicherte Ferryn unbeholfen und schloss Elaine sacht in die Arme. Es war ein merkwürdiges Gefühl, nicht wie eine Mutter, die ihr Kind umarmte, sondern als ob ein letztes, kleines Puzzleteil an seinen Platz gefallen wäre. Etwas, was gefehlt hatte und dennoch war es absolut komisch.
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:33 pm
"Den Göttern sei Dank", flüsterte sie heiser in die dunklen Haare der Jüngeren hinein und fühlte ihre eigenen Finger zittern, den ganzen Körper unter dieser einzigen Umarmung beben, weil sie die Tränen nicht mehr hatte zurückhalten können, die ihr jetzt über die Wangen rannen. "Du lebst ..."
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:36 pm
"Ich weiß ja, ich hatte eine ganze Weile mehr, um mich damit anzufreunden - dass es dich gibt, nicht, dass ich lebe, meine ich - aber ... ja, mir geht es gut. Mir hat es an nichts gefehlt, falls du dich das wunderst ... tut mir Leid, es dir erst jetzt zu sagen, aber ... ich wusste doch nicht, wie."
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:38 pm
"Das ist nicht deine Schuld", wehrte Elaine ab und löste sich nur leicht von der Jüngeren - gerade genug, um ihr Gesicht sacht mit den Händen zu umfassen. "Nichts davon ist deine Schuld. Ich weiß, dass du lebst - dass es dir gut geht. Das ist alles, was zählt."
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:38 pm
"Niemand darf es wissen", beschwor sie die andere und legte ihre Hände an die Handgelenke der anderen. "Niemand!"
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:41 pm
"Von mir wird es niemand erfahren", versprach sie mit einem hastigen Nicken. "Ich werde nichts tun, um dich zu gefährden. Ich hab dich schon einmal verloren geglaubt - nicht noch einmal."
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:41 pm
Inzwischen hatte Caillean sich an die raue, salzige Luft gewöhnt, die sie jedes Mal aufs Neue begrüßt hatte, sobald sie auf Deck gekommen war, selbst wenn die weißen Salzränder sich nie ganz von ihrer Kleidung hatten reinigen lassen und trotzdem hätte sie gerade alles für ein warmes Bad getan. Die Arbeit auf dem Schiff verhinderte die trüben Gedanken - die Gedanken daran, ihr Kind verloren zu haben, ihr Reich verloren zu haben und nicht zu wissen, was mit den anderen war. Sie hatte Stunden damit verbracht, darüber zu weinen - ihr eigenes Schicksal und das ungeborene Leben zu beweinen, hatte niemanden mehr sehen wollen, weil ihr einfach nicht danach gewesen war mit jemandem darüber zu sprechen, besonders nicht mit einem dieser Seemänner, die sie ohnehin kaum kannte. Sie hatte versucht jemand anderem die Schuld für all das zu geben und war trotzdem immer wieder dabei gescheitert - es war nicht die Schuld der Männer, denen sie ihr Leben verdankte - es war ihre eigene. Ihre eigene Entscheidung hatte ihr Reich ins Unheil gestürzt und ihr das Kind genommen, dem sie nicht einmal einen Namen hatte geben wollen, um den Verlust nicht noch schmerzhafter zu machen. Trotzdem tat jeder Gedanke an das ungeborene Leben in ihr wieder und wieder weh, holte sie nachts ein, wenn sie sich unbeobachtet glaubte.
Der Wind zerrte an den dunklen Haaren, von denen sie sich inzwischen nicht einmal mehr die Mühe machte, sie morgens zu kämmen, weil spätestens eine Stunde später jeder sorgfältige Zopf wieder so aussah, als hätte sie nur liderlich ein Band darum geschlungen. Das Pergament in ihren Händen flatterte in demselben Wind, der jetzt das Schiff wie Spielzeug durch den Sturm trieb und es dauerte einen kurzen Moment bevor sie die Finger darum löste, es beobachtend, wie der Wind das Schreiben fortriss und mit ihm die dunklen Nachrichten, die es gebracht hatte. "Ich bleibe", entschied sie, die Stimme laut genug über das Heulen des Sturms hinweg zu kommen und wandte sich zur Seite, um Foster zu mustern und dann schließlich sacht zu lächeln. Was brachte ihr das Heulen und Schreien über ihr eigenes Schicksal? Wenn sie etwas ändern wollte, würde sie sich nicht darauf verlassen können, dass andere alles für sie taten während sie sich zurücklehnte. Das Schiff und seine Mannschaft hatten sie gelehrt, dass es nur ging, wenn jeder dort anpackte, wo er gebraucht wurde.
"Ich fange an das hier zu mögen."
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:47 pm
Foster nickte und bedeutete dem Mann am Steuerrad bei Seite zu treten, packte eine der Sprossen und verhinderte damit, dass sich das große Rad unkontrolliert drehte. "Wenn du das hier magst, dann wird es Zeit für deine Taufe!" erklärte Foster mit einem grimmigen Lächeln. "Pack das Rad!" befahl er ihr und gab seinen Leuten das Zeichen auch das letzte der Segel zu öffnen und den Sturm zu begrüßen. "Kommt schon ihr Satansbraten! Die Segel hart gegen den Wind! Ich will das Holz ächzen hören, das alte Mädchen wird uns schon durch diesen Sturm leiten! Kommt von den Mästen runter oder die Macht Sotis' lässt euch Kiel holen!" er blickte Caillean in die Augen. "Durch jeden Sturm, euer Majestät" erklärte er grinsend und deutete ein zweites Mal auf das Ruder. "Wenn du das hier magst, dann wird es Zeit, dass du das Steurrad selbst in die Hand nimmst!"
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Re: Kapitel 5

am Mi Jan 17, 2018 8:59 pm
Zeit für ihre Taufe? Beinahe hätte Caillean die Augenbrauen hochgezogen und Foster skeptisch beäugt, aber der andere war hier so dermaßen in seinem Element, dass sie sich jeden Kommentar über das Klischee, das er mit jedem weitere Tag aufs Neue erfüllte, verbiss und stattdessen an seine Seite trat. In drei Monaten, von denen sie mindestens einen, gänzlich ausgeschaltet gewesen war und nicht einmal das Bett verlassen hatte, lernte man nicht allzu viel von der Seefahrt - sie kannte ein paar Begrifflichkeiten, konnte grob backbord und steuerbord unterscheiden und hatte sich mehrfach an dem einen oder anderen Knoten versucht, nur um sich die Hände jedes Mal wieder an dem rauen Tau aufzureißen. Einen kurzen Moment lang überlegte sie, ob sie darauf eingehen sollte oder nicht - ob sie überhaupt die Stärke aufbringen konnte, das Steuer zu halten oder ob es ihr einfach aus den Händen gerissen werden würde bei dem Wind, der ihr beinahe den Atem nahm. Dann entschied sie, dass sie den Schritt niemals machen würde, wenn sie es jetzt aufs Neue zerdachte.
Das Holz fühlte sich gebraucht und abgegriffen unter ihren eigenen Händen an, der Druck, den sie selbst mit Foster stützender Hand spürte, stärker als sie es erwartet hatte. "Sag mir, was ich tun soll."
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 7:43 pm
Foster nickte, trat hinter Caillean und legte seine Hände auf die ihren, gab ihr mehr Kraft und stemmte sich zusammen mit ihr gegen die Gezeiten, welche kräftig am Steuerrad der Santa Anna zogen und zerrten. "Du musst die Kraft des Meeres spüren," erklärte er - laut genug um gegen den Sturm anzukommen. "Du darfst dich nicht mit zu viel Kraft gegen die See stemmen, wenn der Wind auf einmal die Richtung wechselt, dann reißt es dir das Steuerrad aus der Hand! Du musst spüren, wie die Strömungen der See sich um die Santa Anna schmiegen. Die Wirbel der Schicksals erkennen und einen günstigen Wind zu nutzen wissen!"
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Thealon ließ seine Faust nur zwei Mal gegen die dicke Tür hämmern, ehe er - ohne auf eine Antwort zu warten - die Tür zu Devastares Gemächern aufstieß. "Sohn", begrüßte er den anderen und drückte den Rücken durch. "Ich weiß deine Willenskraft zu schätzen, die du gestern Abend bei dem Essen bewiesen hast..." erklärte er dem anderen und musterte ihn von oben bis unten. "Und ich habe eine Möglichkeit, die zu ergreifen du dich mit Sicherheit kaum erwarten kannst!"
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:02 pm
Devastare widerstand dem Drang, aufzustehen, um sich wenigstens ebenso groß zu fühlen, wie Thealon, doch noch während er darüber nachdachte erkannte er, wie albern es gewesen wäre. Ein offenes Kräftemessen. Er würde sich nicht darauf einlassen. Betont ruhig wandte er sich seinem Vater zu, immer noch am Tisch sitzend und zog die Augenbrauen hoch. "Hast du die also?"
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:06 pm
"Du hast doch klar Stellung bezogen, dass du dich bereits als wahren Thronerben siehst, der endlich nach Hause zurück gekehrt ist. Ich will die Möglichkeit nutzen mit dem zurück gekehrten Sohn etwas wahrhaft Bedeutsames zu tun. Bereits seit Monaten laufen die Planungen und deine Ankunft reiht sich in meine Planung ein. In wenigen Wochen werden wir in Sirean einfallen - ich will dich an meiner Seite haben, während wir in das Land einmarschieren. Du wirst gemeinsam mit mir auf dem Schlachtfeld für den Ruhm Carias kämpfen und das feindliche Land zusammen mit mir erobern."
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:11 pm
Ausreden hätte er genug parat, doch keine davon verließ keine Lippen, als er seinen Gesichtsausdruck rein gar nicht veränderte und schließlich nickte. "Dann soll es wohl so sein, Vater. Ich reite mit dir." Und alleine schon, weil Thealon eine Weile brauchte, um zu reagieren, wusste Devastare, dass er nicht damit gerechnet, sondern ihn aus der Reserve locken wollen hatte.
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:14 pm
"Sehr gut," erwiderte Thealon und ein Lächeln zog sich über sein Gesicht, das dieses Mal nicht einstudiert wirkte, ehe er die Tür hinter sich schloss und wieder zu Devastare umwandte. "Haben sie dich gut behandelt in Ekynes?" fragte er leise und fuhr mit einer Hand über einen der Schränke und betrachtete den feinen Staubfilm, der auf seinen Fingern zurück blieb und den er dort zerrieb. "Ich weiß beinahe nichts von meinem eigenen Sohn und du konntest gestern Abend ja nicht viel Zeit für mich erübrigen."
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:15 pm
"Ich war erschöpft", wiederholte Devastare ohne jegliche Reue. "Aber es ist schön, dass ich dir wichtig genug bin, um mich hier aufzusuchen. Du musst viel zu tun haben, Vater - ich weiß viel zu wenig über Caria und die Staatsgeschäfte hier. Aber wisse, mir fehlte es an nichts außer meiner Familie."
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:19 pm
Thealon lachte - ein Geräusch, dass nur selten durch die Flure des Schlosses hallte. So selten, dass die Gardisten, die im Gang vor Devastares Gemacht Stellung bezogen hatten zusammenzuckten.
"Du bist ein furchtbarer Lügner mein Sohn!" erklärte er und schüttelte den Kopf. "Du warst Gardist in Ekynes - ich habe dich quasi aus deinem Land gerissen und dich quer durch die halbe Welt gescheucht und nun sitzt du in einem Schloss auf einer sturmumpeitschten Klippe fest. Bist du nur höflich oder hälst du mich für Stumpfsinnig? Wie geht es dir wirklich?"
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:22 pm
"Ich habe nicht gesagt, dass ich nicht glücklich dort war", korrigierte Devastare seelenruhig. Thealon interpretierte also gerne - nun, auch Recht.
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:25 pm
"Aber du sagtest, dir hätte nur deine Familie gefehlt. Tatsächlich? Hat man dir gesagt, wer deine wahren Eltern waren? Oder hat man es dir vorenthalten? Ich glaube ja, dass sie dir nichts gesagt haben. Das sie versucht haben dich zu einem Mann zu erziehen, der entgegen seiner Bestimmung handelt und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Ich hätte das selbe getan - ein Mann tut alles um seine Heimat zu beschützen."
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Re: Kapitel 5

am Do Jan 18, 2018 8:27 pm
"Niemand hat mich als das eigene Kind ausgegeben, wenn es das ist, was du wissen willst, Vater - diese Position ist also durchaus noch von dir zu besetzen. Wie du sie füllst, ist dir überlassen. Natürlich verstehe ich Ekynes besser als Caria - wie du schon sagtest, wie sollte ich das nicht? Aber auch dieses Land und diese Menschen haben eine gute Zukunft verdient. Eine, die nicht von Krieg zerrüttet ist, sondern stabil mit dem dazugehörigen Oberhaupt."
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Re: Kapitel 5

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