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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:03 pm
"Euer Durchlaucht?" Galahad klopfte sanft aber bestimmt gegen die Tür von Devastares Zimmer. "Euer Durchlaucht ich... könntet ihr bitte die Türe öffnen? Ich habe Kunde von eurem Vater und er schien sehr erpicht darauf, dass ich sie euch unter vier Augen übermittel."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:04 pm
"Wenn du mich endlich bei meinem Namen nennst, dann könnte ich in Erwägung ziehen, zu öffnen", kam es ungerührt von der anderen Seite mit einem Blick zu dem Riegel, der die Tür verschlossen hielt. Seit der Nacht und seit er sich von Elaine verabschiedet hatte war er nun hier und wartete auf ... irgendetwas.
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:06 pm
Die Frage überforderte ihn im ersten Moment. Zwar wusste er das sie irgendwann heiraten musste, doch schien dieser Tag noch in so ferner Zukunft zu sein, dass er sich nie große Gedanken darüber gemacht hatte. „Wenn ich darf“, begann er lachend. „Wobei ich nicht glaube das dein künftiger Mann sonderlich begeistert davon wäre.“

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All dies Klang zwar eher zweifelhaft, doch wusste er um ehrlich zu sein nicht ob er sich, wenn er jetzt gehen würde, für diese Entscheidung jemals verzeihen könnte. „Wenn ihr meint“, gestand er schließlich, unsicher was nun die richtige Entscheidung war und was nicht. Über eines konnte er jedoch in jedem Fall froh sein. Coreen würde bei ihm sein, womit die Zeit in der er sich wieder an alltägliche Bewegungsabläufe gewöhnen würde, zumindest weitaus erträglicher sein würde.
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:19 pm
"Ist mir egal, was der will", antwortete Kira nur kopfschüttelnd, weil sie sehr wohl wusste, dass ihr nur noch zwei oder drei Jahre bleiben würden bis ihr Vater sie nach Miris verschiffen würde, damit sie ihm das nächste Reich einbrachte. Vielleicht übereilte sie es gerade, vielleicht überschlug sie die Themen, die noch gar nicht wichtig waren, aber ihr Kopf war voll von alledem und die Aussicht darauf, jetzt jemanden an ihrer Seite zu haben, der auch dann bei ihr sein würde, wenn sie das Land verlassen musste, half enorm, was die Dutzenden von Ängste anging, die sie eigentlich davor gehabt hatte. "Es ist nur Politik, Ilian, und wenn er sich auf den Kopf stellen würde, ich würde dich nicht aufgeben wollen."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:20 pm
"Natürlich, Devastare..." erwiderte Galahad und fühlte sich aus irgend einem, ihm nicht gänzlich bewussten Punkt peinlich berührt. Er sollte den Sohn des Königs, seinen Kronprinzen und zukünftigen Herrscher nicht derart vertraut ansprechen. Das ziemte sich eigentlich nicht. Aber so war der andere nunmal. "Macht ihr jetzt bitte auf? Die Leute gucken schon...."
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"Wir meinen," gab Karsh zurück und betrachtete die anderen beiden. "Was haltet ihr davon, wenn wir uns alle eine Mütze Schlaf gönnen?"
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:24 pm
Die Leute gucken schon? Das klang, als würde sich ein halber Hofstaat vor der Tür versammelt haben, aber als Devastare die Tür öffnete, fand sich nur Galahad vor ihm und zwei Wachen, weiter den Gang hinunter. 
"Komm rein", bot er dem anderen an und wartete, bis er eingetreten war, um dann die Tür hinter ihnen zu schließen. Schon den halben Morgen war ihm unwohl bei dem Gedanken, was Thealon wohl Kira in die Ohren gesäuselt hatte und er würde es nicht erfahren. Sie hatte sich als vertrauenswürdig erwiesen, als sie ihm geholfen hatte, aber würde das auch Bestand haben? Er kannte sie doch kaum ... und er schämte sich für diese Gedanken. 
"Was ist los?"
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:35 pm
"Ehrlich gesagt habe ich gehofft, dass ihr mir das sagen könntet," erwiderte Galahad seufzend. "Der König hat mich zu sich gerufen und von einer Gefahr gesprochen, die von Coreen und Aristeas ausgehen soll und das ihr genau wüsstet wovon er spräche. Danach hat er mir aufgetragen, dass ich auf euch acht geben und als persönlicher Leibwächter und Diener fungieren soll. Man hat mir sogar das Zimmer direkt neben dem euren freigeräumt und ich wurde ausdrücklich ermahnt euch zu keiner Tages- und Nachtzeit aus den Augen zu lassen. Ist die Gefahr so groß?"
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:37 pm
Beinahe hätte er laut gelacht, aber stattdessen ballte Devastare nur die Hände zu Fäusten und schloss die Augen. Durchatmen. Ganz tief durchatmen, hätte Karsh ihm jetzt geraten und das war wohl auch das beste, was er tun konnte. 
"Ich weiß nicht. Hält König Thealon die Gefahr denn für so groß?", fragte er zurück.
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:37 pm
„Ich dachte immer das diesen Königen und Adligen ihre Ehre und die ihrer Frau wichtiger ist als alles andere“, die Freude kehrte langsam wieder auf sein Gesicht, während er das Stück Pergament einfach achtlos in irgendeiner Ecke verstaute. Er sah schlichtweg keine Notwendigkeit darin sich und Kira erneut dieser Gefahr auszusetzen und ihrer beider Zuneigung erneut aufs Spiel zu setzen, weil Kräfte freigesetzt wurden, über die niemand wirklich Bescheid wusste und die niemand kontrollieren konnte. „Am Ende steckt mein Kopf noch auf irgend einem Spieß oder sie jagen mich aus der Stadt, weil ich dich einmal falsch angesehen habe“, sinnierte er weiter, das Lächeln noch immer auf den Lippen, während er die Hände langsam um Kira legte und das angenehme Gefühl der Nähe genoss.

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„Klingt gut“, antwortete Gawain auf den Vorschlag von Karsh. „Ich fühle mich als hätte ich in den letzten Monaten kein einziges Augen zugetan, auch wenn dem eigentlich nicht so ist.“
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:41 pm
"Er klang zumindest so," gab Galahad zurück. "Sonst hätte er mich kaum als euren persönlichen Wachhund abgestellt. Sollte ich meiner Aufgabe nicht nachkommen, so hat er ganz unzweifelhaft verlauten lassen, würde er mir und meiner gesamten Familie den Adelsstand aberkennen. Er hat noch einiges weitere geäußert, aber es war letztlich so ziemlich die selbe Drohung in blumigen Abwandlungen."
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"Dann schlaft, bei den Göttern - ruht euch aus. Heute Abend wird niemand von uns großartig neue Entdeckungen machen und wir sind alle gut damit beraten, wenn wir uns ein wenig ausruhen!"
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:43 pm
"Das lass ich nicht zu", versprach sie leise, sich erst gar nicht vorstellen wollend, dass eines Tages vielleicht doch einmal eine Gefahr für ihn ausgehen würde, weil ein übereifriger Ehemann ihm Böses wollte. Caria war ihre Heimat, ihr Vater hatte sie vorbereitet und zumindest in dieser einen Sache würde sie nicht mit sich reden lassen, sich auf keinen einzigen Kompromiss einlassen - wenn ihr Vater wollte, dass sie bei seinen ganzen Plänen mitmachte, dann würde er akzeptieren müssen, dass Ilian sie begleitete. Solange bis der sich freiwillig dazu entschied, dass er nicht mehr an ihrer Seite sein wollte. "Wie waren deine letzten Wochen?", hakte Kira erst eine ganze Weile später nach, um das Thema auf etwas anderes zu lenken als den Gefahren, die ihnen drohen würden. "Du siehst so müde aus."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:44 pm
"Solange er dir nicht mit dem Tod droht, Galahad - schätz dich glücklich." Von einem Wachhund war er nicht sonderlich angetan, schon gar nicht in Form des königstreuen Galahads, den er ungerne in die ganze Sache hineinziehen wollte. Es wussten inzwischen erschreckend viele, dass er nicht hier sein wollte und die Zahl wuchs rasant an und schnürte die Schlinge um seine Kehle enger. Fehlte nur noch der gezielte Tritt gegen den Hocker, auf dem er stand. "Aber ich werde mich nicht die ganze Zeit von dir bewachen lassen", hielt er schließlich harsch fest.
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:46 pm
„Arbeitsam“, antwortete dieser knapp und löste sich mit einer kurzen, entschuldigenden Geste wieder von ihr. „Und eigentlich sollte ich hiermit auch schon fertig sein. Mein Vater rotiert momentan im Dauerlauf und seitdem ich nicht mehr zu den Schwertübungen gehe, hat er mich voll und ganz eingespannt. Wir verdienen damit zwar gut Geld aber“, er schnaufte leise, als er sich nun dem ersten Fuchs zuwandte. „Ich wüsste gar nicht wann ich noch etwas davon ausgeben soll. Wie war es bei dir?“
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:48 pm
"Ich fürchte, das ist eine Sache in der weder ihr noch ich gefragt werden," erwiderte Galahad und seufzte schwer. "Darf ich mich setzen?" fragte er leise und als Devastare nickte ließ er sich auf einem der Stühle nieder, massierte sich die müden Augen. "Ich weiß, dass das nicht gerade das ist, was ihr euch vorgestellt habt und es tut mir leid, wenn ich euch Ungemach bereite..." erklärte Galahad leise und warf dem Königssohn einen kurzen Blick zu. "Ich soll euch auch in die Schlacht begleiten und als Waffenbruder dienen."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:51 pm
"Schwierig ... mein Bruder ist hier und er ist der Einzige aus dieser Familie, der scheinbar wirklich nett ist und der nicht bei allem ständig irgendwelche Hintergedanken hat. Mein Vater mag ihn nicht und ... er tut mir leid. Ich würde ihm gern irgendwie helfen können, vor allem dabei meinem Vater auf Dauer zu entkommen, aber der denkt sich ständig neue Gemeinheiten aus und beschwert sich dann darüber, dass er ihm nicht entgegen kommt", gab Kira seufzend zur Antwort, weil sie die Lügen leid war, die sonst überall außerhalb dieser vier Wände um sie herum existierten. "Aber ... ich hab keine Ahnung, wie ich das anstellen soll. Machst du ... jetzt, wo wir das geklärt haben ... eigentlich wieder beim Training mit?"
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 7:57 pm
Es dauerte nicht sonderlich lange, bis Coreen das sonore Schnarchen von Karsh hörte, bei dem sie Elaine schon so oft in der Nacht fortgeholt hatte, damit sie beide etwas Zeit miteinander verbringen konnten. Heute war es anders - ihre Gedanken wollten noch nicht zur Ruhe gehen und sie hatte noch länger als die beiden Männer am Feuer gesessen, trotz der Hitze, die ihr Schweißperlen auf die Stirn trieb, die anderen aber nur leidlich warm hielt. Erst, als sie sich völlig sicher war, dass der Magier schlief, stand sie schließlich leise auf und kroch dann neben Gawain, im flackernden Feuerschein seine Züge musternd. Er war sichtlich mitgenommen, immer noch, obwohl er sich viel fitter anhörte, aber sie sah die tiefen Furchen, die sich in seine Stirn gruben, während er schlief. Zart fuhr sie mit der Fingerspitze darüber, fast, als versuche sie, die Falte zu glätten. 
"Du hast mich einmal gefragt, was man einem Drachen schenkt - jemandem, der Gold fast als Lebensnotwendigkeit sieht und nicht als Darbringung von einem, der dem nahe steht. Jemandem, der ein langes Leben führen wird, Jahrhunderte mehr als jeder normale Mensch. Ich konnte dir nicht antworten, Gawain, weil ich keine Ahnung hatte, was ich wollte. Was mich glücklich machen würde, weil ich niemals unglücklich war. Die letzten Monate ... haben mir eine Antwort gegeben. Ich will nur diesen einen Flügelschlag mit dir haben. Dieses eine Leben."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:00 pm
"Eine persönliche Kontrolle ... vermutlich hätte es schlimmer kommen können. Galahad, nimm es bitte nicht persönlich. Aber bei mir bist du nicht sicher, ich hoffe, das ist dir klar. Ich bringe dich in die Küche der Dämonen, wenn alles schief geht und ich werde keine Rücksicht nehmen können."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:02 pm
Galahad sah den anderen an. Die... Küche der Dämonen? Wovon zum teufel redete der Kerl? Er war ein Ritter, ein geübter Schwertkämpfer, ein erprobter Streiter für die gerechte Sache. Der König selbst hatte ihn auserwählt und ihm gegenüber saß nun ein Prinz, der nicht so recht zu wissen schien wohin mit sich und der nun über Küchen, Dämonen und darüber sprach, dass es nicht sicher mit ihm sein würde. Im Krieg. Auf einem Schlachtfeld. "Fiebert ihr mein Herr?"
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:03 pm
"Nein, ich bin nur realistisch", antwortete Devastare trocken. "Gewöhn dich dran."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:09 pm
"Das werde ich schon hinbekommen," erwiderte Galahad nur und stieß ein knappes Lachen aus, während er sich die sauertöpfische Miene seines Schützlings ansah. "Ihr seht nicht so aus, als wäre all das hier oben so ganz nach Plan verlaufen, Sire..." stellte er fest und Sorge trat in seine Miene. Er hatte bisher kaum mit Devastare geredet, der junge Mann war ein unausstehlicher Reisegefährte gewesen und hatte mehr als einmal die Heiler aus dem Zelt getrieben, wenn diese ihm helfen wollten.
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:11 pm
"Der Plan ... der Plan, Galahad, sah vor, dass ich in Ekynes als Gardist weiterhin die Königin beschütze und nicht hier als Kronprinzchen von Caria herumstolziere in Kleidung, die ich nicht will und beschützt werden soll. Vor wem? Vor Thealon? Das wäre der einzig sinnvolle Schutz - was mein Vater dir nicht sagt: du bist sein Spitzel. Seine Marionette. Was es mir schwer macht, dir zu vertrauen."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:18 pm
"Ich wäre mit solchen Vorwürfen vorsichtig, selbst als Kronprinz euer Hoheit," erwiderte Galahad kühn. Er fühlte sich ernsthaft angegriffen. "Seine Majestät hat mir keinerlei solchen Befehl gegeben und ich verbitte mir auch als ein Spitzel eingesetzt oder gar angesehen zu werden. Ich bin ein Ritter Devastare - ich wurde euch zugeteilt und ich werde euch und eure Geheimnisse mit meinem Leben beschützen. Ich diene einzig und allein nur euch und meinem Gewissen! Es ist mir egal, wenn ihr dieses Land so sehr hasst. Aber wenn ihr so weiter macht und jeden der hier lebt so behandelt wie ihr es aktuell tut, dann wird dieses Land auch bald euch hassen. Der Blick mit dem ihr jeden hier bedenkt spricht von eurem Misstrauen und eurer Verachtung - und tief in eurem Inneren verachtet ihr die Menschen Carias. Aber wisst ihr was? Wir sind auch nur Männer und Frauen, die nun mal hier geboren wurden und nicht in Ekynes. Wenn ihr Probleme mit der Politik dieses Landes habt, dann nehmt eure Position wahr und nutzt die Chancen diese zu ändern. Aber es wird euch nicht helfen, wenn ihr weiterhin jeden hier als Spitzel betrachtet und sie alle mit verachtugn straft, egal wie sehr man versucht sich um euch zu bemühen!" stieß Galahad hervor, ehe er erstarrte. Was hatte er da gerade gesagt? Zu wem hatte er das gerade gesagt?
"Verzeiht Herr, ich hätte nicht... das war... ich wollte nicht..."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:18 pm
„Du hast einen Bruder?“ Fluchend zuckte er ein Stück zurück. Er hatte gebannt Kira angesehen und dabei die Arbeit weiter ausgeführt, was ihm beinahe eine tiefe Schnittwunde eingebracht hätte. Glücklicherweise waren Hand und auch Fell noch intakt, sodass Ilian ohne weiteres fortfahren konnte. „Warum hast du mir nie etwas davon gesagt? Und warum ist er erst jetzt am Hof? Ich meine dein Vater hat sich doch seit Jahren einen Jungen in seiner Nachfolgelinie gewünscht, oder?“ Was indes den Schwertkampf anging war er sich nicht sicher. „Ich würde gern Kira, wirklich. Sonst wirst du irgendwann noch besser als ich, wobei ich dafür wohl noch ein paar Jahre Vorlauf habe. Aber mein Vater braucht Hilfe, ich habe erst jetzt wo ich mit den Übungen aufgehört habe mitbekommen, wie überarbeitet er war.“

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„Dieses eine Leben“, wiederholte Gawain leise und öffnete langsam die Augen, um die Frau vor sich zu betrachten. Es war seltsam über die Jahrzehnte hinweg zu sehen wie er das Schicksal aller Menschen geteilt hatte und immer älter wurde, während sie so jung blieb wie an ihrem ersten Tag. „Ich weiß nicht wie mein restliches Leben verlaufen wird Coreen. Vielleicht endet es schon in ein paar Wochen oder Monaten, vielleicht haben wir auch das Glück uns noch einige Jahre zurückzuziehen und ein wenig von der Ruhe zu genießen, die diese Welt jedem anbietet der sich darauf einlässt.“ Ein sanftes Lächeln trat auf seine Lippen und er hob langsam eine Hand, um sie zu sich auf sein schmales Lager zu ziehen und einen Arm um ihren schmalen Körper legen zu können.
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:25 pm
"Weil ich keine Ahnung davon hatte, dass es ihn gibt. Meine Mutter kam mit ihm her, weil mein Vater ihn unbedingt hier haben wollte - gegen seinen Willen. Das war übrigens auch der Grund dafür, dass er mich eingesperrt hat, damit meine Mutter gehorcht, weil das ja wesentlich einfacher scheint als einfach mal um etwas zu bitten ..." Kopfschüttelnd stieß sie ein Schnauben aus und überlegte bereits jetzt schon, wie sie Ilian und seinem Vater helfen konnte, ihnen beiden ein wenig mehr Freizeit geben konnte ohne dass sie dabei ihre Aufgaben vernachlässigten. Vielleicht würde es Jäger geben, die seinem Vater helfen konnten - über mangelnde Gelder für die Bezahlung jener Männer musste sich ihr Vater gar nicht erst beschweren und im Notfall würde sie die Dekrete eben selbst unterzeichnen, weil ihr Vater mit Kriegsvorbereitungen beschäftigt war. "Und was meinen Vater angeht - er wünscht sich viel, wenn der Tag lang ist. Jedenfalls - mein Bruder - Devastare ist übrigens sein Name. Ich würd ihm gern mal die Gelegenheit geben aus dieser Schlangengrube raus zu kommen ... aber dafür brauch ich Hilfe und ein paar Ideen. Was deinen Vater und die Überarbeitung angeht - ich schaue, was ich machen kann, da hab ich nämlich sogar schon ein paar Ideen."
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Re: Kapitel 6

am Sa Jan 20, 2018 8:26 pm
"Das war nur die Wahrheit, die du siehst", erwiderte Devastare betont ruhig, dann stand er auf und trat ans Fenster hin, eine Weile hinaus auf die Stadt sehend, obwohl es in ihm brodelte. Er hasste Caria nicht. Er hasste Thealon und die Tatsache, dass er alle unter seine Kontrolle brachte, ob sie es wollten und ihm vertrauten oder eben nicht - seine Mutter war das beste Beispiel dafür. Kira. Finnja. Galahad. Sie alle tanzten irgendwie nach seiner Pfeife, ohne einen nennenswerten Unterschied gemacht zu haben und sie alle waren schon so lange hier - länger als die Woche, in der er hier war. Ihm fehlte ein Vertrauter, fehlte die Sicherheit, um irgendjemandem weiter Vertrauen entgegen zu bringen und hätte er jetzt schon gewusst, mit was Kira um die Ecke kommen würde, dann wäre er wohl schreiend davongelaufen. 
Vielleicht mochte er als überheblich rüberkommen. Als jemand, der Land und Leute verachtete, nur, weil sie nicht aus Ekynes stammten. Und die Politik ändern? Thealon würde den Teufel tun und ihm ein Ohr schenken, dummerweise erkannte er erst jetzt, dass er egal was hatte tun können seit seiner Ankunft, daran hätte sich nie etwas geändert. Er sollte funktionieren und wenn er es nicht tat, dann wurden die, die ihm lieb waren bedroht. Gawain war das beste Beispiel dafür.
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Re: Kapitel 6

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