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Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 1:32 am
"Verflucht..." zischte Foster, während er Caillean dabei half über einige große und schwere Steine zu steigen, die die Küste an dem Punkt, an dem sie angelangt waren säumten. Der Sturm hatte sie mit einer letzten großen Welle gegen ein Riff knallen lassen, ehe sie es geschafft hatten das Schiff schließlich an den Strand zu ziehen um den Schaden zu begutachten. Das Loch hatte keine unbehebbaren strukturellen Schäden hinterlassen, aber sie würden einiges an Holz und Zeit brauchen um die Santa Anna wieder gänzlich seetüchtig zu machen. "Bei allen saufenden Klabautermännern, wenn die blinde Räuberbande ein wenig mehr auf das schöne Schiff aufgepasst hätte... ich sollte ihnen das Fell vom Arsch abziehen und gerben, damit wir das Scheißloch damit flicken können...." murrte er.

"Nana," erklang von links die Stimme des alten Magiers. "So redet man aber nicht im Beisein einer Königin...."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 10:54 am
Caillean hatte sich an das Fluchen innerhalb der Mannschaft gewöhnt, daran, dass Foster öfter einmal gern aus der Haut fuhr, sobald es um sein Schiff ging und so hatte sie über seine jetzigen Beschwerden nicht viel mehr als ein müdes Lächeln übrig. Woran sie sich jedoch nach Monaten auf der See und des ständigen Ausgleichen ihres eigenen Körpers nicht gewöhnen konnte, war dass der Boden sich gerade unter ihr nicht mehr bewegte und es keine beständigen knarzenden Planken mehr gab, nachdem das Geräusch sie während der letzten Monate immer begleitet hatte. Der Sturm hatte ihnen übel mitgespielt, hatte einen der Männer über Bord gespült und in den schwarzen Fluten des Meeres einfach verschwinden lassen - niemand hatte den wahnsinnigen Versuch gemacht ihn zu retten zu wollen. Sotis hatte das Opfer gefordert und niemand von ihnen hatte der wütenden Wassergöttin das Opfer versagen wollen. "Lass es gut sein, Foster", versuchte sie ihn jetzt zu beruhigen, die sauertöpfische Miene neben sich nur kurz skeptisch begutachtend, bevor sich eine andere Stimme einmischte und sie herumfahren ließ, die Hand bereits am Dolch an der Seite, weil das hier nicht ihre eigene Heimat war und sie inzwischen gelernt hatte, dass es in einem fremden Land nicht allzu günstig war, wenn jemand von ihrer eigentlichen Identität wusste.
Die Gesichter, die jetzt in ihr Blickfeld kamen, waren jedoch alles andere als Feinde. "... Karsh?" Überraschung stand im ersten Moment in ihrem Gesicht, bevor sie die Hand wieder sinken ließ und alle Vorsicht in den Wind schrieb als sie auf die kleine Gruppe zuhastete und dem alten Magier an der Spitze der kleinen Gruppe zuerst um den Hals fiel. Sie hatte nicht geglaubt, einen von ihnen so bald wiederzusehen, vor allem nicht an der Küste von Miris so weit entfernt von ihrer aller Heimat. "Götter bin ich froh euch zu sehen."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 10:57 am
Karsh erwiderte die heftige Umarmung sanft und väterlich, strich der Jüngeren sanft über den Kopf und drückte sie an sich. "Ich bin auch froh euch zu sehen, euer Hoheit..." gab er leise zurück. Er hatte sich die schlimmsten Konsequenzen ausgemalt, hatte tief in seinem inneren befürchtet, er könnte erneut versagt haben. Erneut dem Haus, dem er sich verpflichtet hatte nicht helfen können - sondern nur Leid und Unheil gebracht haben. "Es wird alles wieder gut Caillean, es wird alles wieder in Ordnung kommen."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:10 am
Es waren allein diese Worte, die dafür sorgten, dass Caillean die Stirn runzelte und sich langsam wieder von dem alten Magier löste. Wenn er so begann, würde es sehr viel werden, aber mit Sicherheit nicht alles wieder in Ordnung. Wenn Karsh so begann, waren so kurz vor einer riesigen Katastrophe, aber einstweilen verschwieg sie jedwede der Dutzende von Fragen, die sich aufgetan hatten, als sie einen Schritt zurück setzte, um sich stattdessen Coreen und Gawain zuzuwenden. Ihr Waffenmeister war in einem erbärmlichen Zustand, konnte kaum laufen und sein Gesicht erzählte von den Entbehrungen, die er hatte durchleiden müssen, Müdigkeit und Erschöpfung stand in seinen Zügen ebenso eingemeißelt wie in Coreens die Sorge. Es würden viele Gespräche werden, die noch folgen würden - darüber, was geschehen war und weshalb die beiden nicht bei Devastare waren. Für Höflichkeiten und gebührenden Abstand war es jetzt weder der richtige Zeitpunkt, noch der richtige Ort und so scherte sich Caillean auch nicht darum, was ihr einst beigebracht worden war, als sie auf die anderen beiden zutrat, um auch sie zu umarmen - sachter und behutsamer, um ihnen nicht weh zu tun. "Schön euch beide auch wieder zu sehen."

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Kira warf nur einen kurzen Blick über die Schulter zurück zu dem großen Schloss und biss die Zähne noch einmal aufeinander. Sie hatte die brave Tochter gespielt und war bei ihrem Vater gewesen, hatte ihn davon informiert, dass sie Jagen gehen würden vor dem Ausbruch des Krieges und dass sie in ein paar Tagen wieder zurück sein würden - pünktlich zum Aufbruch der Truppen gen Sirean. Ihr warmes, weiches Lächeln war erst wieder einem berechnenden gewichen, als sie ihrem Vater den Rücken zugewandt und den Thronsaal verlassen hatte. Er hatte es ihnen nicht verboten, lediglich Galahad mit ihnen mitgeschickt, der auf ihrer beider Sicherheit achten sollte, auch wenn ihr Vater genau wusste, dass sowohl Devastare, als auch sie selbst sich sehr gut selbst verteidigen konnten. Das Tauwetter hatte inzwischen eingesetzt, der Schnee schmolz allmählich und hatte die Wege, die sie mit ihren Pferden jetzt nahmen, matschig werden lassen - es verringerte ihr Tempo, hob aber zum Glück nicht die Erleichterung auf, die sich in ihr ausbreitete als sie sowohl die Stadt, als auch Schloss und Heerlager hinter sich gelassen hatten.
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:16 am
Überrascht von der Geste schaffte es Coreen, die neben Gawain stand und ihm einen zusätzlichen Halt bot, während sie standen, gerade noch so, einen Arm um die Königin zu legen, die auf einmal viel menschlicher und nahbarer wirkte. Caillean war keine distanzierte Königin, war es nie gewesen, aber einen gewissen Respekt brachte man ihr doch gerade deswegen immer entgegen und körperliche Berührungen gehörten definitiv dazu. Aber vermutlich musst man sich einfach eingestehen, dass sie so fernab von Schloss und Land dazu gar keinen Grund mehr hatten. 
"Ich bin froh, dass Ihr wohlauf seid, Hoheit."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:23 am
Galahad folgte den beiden anderen, sein stolzes Pferd folgte hinter ihm in leichtem Trab, bepackt mit allem was man so zur Jagd gebrauchen konnte. Bögen, Fallen und dergleichen mehr. Der junge Ritter hielt dabei stets bedächtigen und angemessenen Abstand. Nach seiner letzten Unterredung wusste er nur zu gut, dass Devastare nicht viel von ihm hielt, sich von ihm nur eingeengt und geradezu bedroht fühlte und auch wenn Galahad es nie so geäußert hätte, so verletzte es ihn doch. Dort vorne gingen die Königskinder, jene Menschen unter denen er einst dienen sollte und er war ihnen beide nur eine Last. Das war nicht das, weshalb er Ritter geworden war. Er sollte auf jene Acht geben, die ihm anvertraut worden waren. Für seinen König streiten. Doch er befürchtete beinahe, dass er aus dem Dienst entlassen werden würde, sobald Devastare an der Macht war. Und all das weil er seinen eigenen Mund nicht hatte halten können.
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Foster, der zuvor eine ganze Weile ruhig geblieben war räusperte sich nun einvernehmlich. "Ich ähm, möchte erwähnen, dass ich einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der unversehrtheit der Königin geleistet habe!" erklärte der Seemann und trat vor, betrachtete sich Coreen und auch Gawain die beide noch ein gutes Stück schlimmer aussahen wie er selbst. "Aber ich bin froh, dass ihr beide es aus dem Hinterhalt geschafft habt... aber...." er kaute auf seiner Lippe rum. "Wo sind die anderen und... wie lautet der Plan?"
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:31 am
„Eure Majestät, ihr glaubt gar nicht wie froh ich bin, dass ihr wohlauf seid“, antwortete Gawain seinerseits und um seine Augen legte sich ein leichter Film. Er hatte damals als er Caillean mit dem Seemann hatte ziehen lassen immer wieder daran denken müssen, dass er seinen Eid missachtet hatte. Dass sie die wichtigste Person des Reiches, der sie alle verpflichtet waren, mit einem Mann durch die Lande zog, den sie alle erst ein paar Tage gekannt hatten. Doch da stand sie. Verändert, härter und ein paar Pfunde weniger, denn ihr Gesicht wirkte wesentlich gespannter und weniger märchenhaft als vorher, doch sie war am Leben und schien alles in allem unversehrt. Er umarmte die Königin so lange seine Kräfte dies zuließen, ehe er sich mit einem Lächeln verneigte. Seine Erleichterung war kaum zu übersehen und mit zunehmender Sicherheit legte er eine Hand an Coreens Seite, gleichzeitig um zu spüren das die Andere bei ihm war und um ein wenig Halt zu finden. „Ihr habt euch gut angestellt Foster, vielen Dank. Im Namen aller.“
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:33 am
Die Frage stand immer noch im Raum - oder in der Weite des Wattenmeeres, in dem sie gerade versumpften, doch dann fasste Coreen sich ein Herz und mit einem letzten Blick auf Gawain straffte sie die Schultern. "Devastare und Elaine sind noch in Caria - Gawain haben sie dort rausgeschafft, er sollte als Druckmittel herhalten, damit Devastare mit seinem Vater kooperiert."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:39 am
Kira ließ den Blick zu dem Ritter wandern, der ihnen in gebührendem Abstand folgte und zügelte dann ihr Pferd, darauf wartend, dass der ältere Ritter sein Pferd neben ihrem laufen ließ. Die Stille machte sie schon jetzt wahnsinnig und das Letzte, was sie gebrauchen konnten war ein unsichtbares Anstandsmädchen in polierter Rüstung ohne eigenen Verstand. "Wie lange dient Ihr meinem Vater schon, Sir Galahad?", fragte sie und tauschte nur einen kurzen Blick mit ihrem Bruder. Irgendwo mussten sie ja anfangen, bevor das hier noch anstrengender wurde als innerhalb des Schlosses, wo man sich wenigstens aus den Füßen gehen konnte. "Ich muss gestehen, ich weiß nicht besonders viel von euch und wenn wir schon ein paar Tage gemeinsam verbringen werden, dann würde ich das gern ändern." Auch um heraus zu finden, ob er auf ihrer Seite stand oder nicht.

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Caria. Es gab Dutzende von Geschichten darüber, wie der Herrscher sein Land führte und Dutzende von Geschichten darüber, dass dort nichts geschah, ohne dass er davon informiert wurde - dass er zwar nicht grausam und willkürlich war, aber alles andere als ein freundlicher, herzlicher Mann. Wenn Devastare und Elaine noch immer dort oben waren, dann konnte sie sich denken, wie Gawain hatte entkommen können und sie fürchtete die nächste leise Frage, die sich über ihre Lippen schälte. "... wie geht es den beiden?"
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:42 am
"Von dem wenigen, was Elaine mir danach noch mitgeteilt hat, ist er inzwischen körperlich ziemlich genesen - außer einem Humpeln und der Beweglichkeit fehlt nicht mehr allzu viel zum alten Devastare. Aber Thealon spielt seine Machtspielchen. Er versucht, Kira, seine Schwester, gegen Devastare aufzustacheln und ... ich meine, Elaine ... ist schließlich seine Mutter - sie wird schon auf ihn acht geben", schloss sie ein wenig unkreativ und klappte den Mund zu.
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:45 am
"Ich diene erst seit wenigen Monaten direkt unter dem Befehl eures Vaters euer Durchlaucht," erwiderte Galahad und ein Lächeln negierte die düsteren Falten, die er zuvor noch zur Schau getragen hatte. "Um genau zu sein wurde ich kurz nach meinem Ritterschlag auf die Expedition geschickt um euren Bruder sicher nach Hause zu geleiten," erklärte er leise. "Mein Vater diente vor einigen Jahren Earl Constan, ehe euer Vater herausfand, dass er einen Putsch plante. Mein Vater stand treu zu seiner Majestät und so wurde er in seine DIenste aufgenommen, nachdem Constans Kopf auf einem Spieß landete. Ich selbst habe mir die ersten Sporen in Turneyen und während der Festnahme des Earls verdient."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:53 am
Alle Farbe wich aus Cailleans Gesicht, als sie versuchte die Menge an Informationen zu verarbeiten und in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Verletzt, an einem Hof voller Intrigen und Lügen und bei einer Familie, die er nicht einmal haben wollte - das klang genau nach dem, womit er sich niemals würde abfinden, geschweige denn glücklich werden würde. "Gütige Götter ...", stieß sie nur leise hervor und wollte eigentlich gar nicht ganz genau wissen, was geschehen war, geschweige denn wie sich diese ganze Familie eigentlich zusammensetzte. Stattdessen hob sie die Hand, um sie Karsh auf den Arm zu legen und die Aufmerksamkeit des alten Magiers wieder auf sich zu ziehen. "Ich bitte dich nur um wenig, Karsh, aber du musst etwas für mich tun. Sende eine Nachricht an Devastare - sag ihm, dass ihr mich gefunden habt und dass es mir gut geht. Erinnere ihn an unser Versprechen und ..." Ach zum Oldgate mit dieser ganzen Vorsicht! Sie waren alle aufeinander angewiesen, diese Menschen hatten mehr als nur einmal ihr Leben für sie aufs Spiel gesetzt und sie waren enge Freunde. Sie wollte nicht mit denselben Lügen durch die Lande ziehen, mit denen sich Devastare jetzt herumschlagen musste. "... sag ihm, dass ich ihn liebe."

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"Und jetzt seid ihr trotzdem Gardist", lachte Kira leise. "Ihr seid also dasselbe wie Devastare, bevor er hierher kam."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 11:58 am
"Nur der Ritterstand blieb mir verwehrt", kam es grinsend von dem anderen. Magier konnten keine Ritter werden - ein uraltes Gesetz, das niemand jemals angefochten hatte und es war nicht wichtig gewesen. "Wie alt bist du, Galahad?"
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:00 pm
„Und er bat mich darum, euch das selbe zu sagen, Majestät. Auch er liebt euch.“ All Anwesenden sahen ihn für einen Moment an, wussten scheinbar nicht recht ob er mit einem Mal magische Fähigkeiten erhalten hatte und nun als Medium zwischen getrennten Liebenden fungierte. Doch die Realität war etwas weniger fantastisch, wenn auch nicht weniger berührend. „Er befreite mich wie bereits gesagt aus dem Kerker. Ich kann nicht alles wiedergeben was er mir sagte da ich selbst dem Tod nahe war und mein Körper nicht in der Lage war, jedes Wort mitanzuhören. Doch eines kann ich euch versichern, er bat mich darum euch auszurichten, wie viel ihr ihm bedeutet, eure Hoheit.“
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:08 pm
"Dreiunddzwanzig," antwortete Galahad und rutschte auf dem Rücken des Pferdes hin und her um eine angenehmere Position zu finden. "Nein, wartet - vierundzwanzig seit gestern," er schüttelte den Kopf ob seiner Vergesslichkeit. "Und ich erfülle meine Pflicht als Gardist und Leibwächter voller Stolz, euer Durchlaucht," erklärte er an Kira gewandt. "Ich... weiß, was euer Vater mir aufgetragen hat aber ich kann mir gut vorstellen, dass ihr nicht sonderlich erpicht darauf seid wenn ich euch die ganze Zeit hinterher laufe wie ein Dackel. Und nun... ich glaube kaum, dass eines der Rehe auf der Jagd einen Mordanschlag geplant hat. Wenn wir also in der Hütte angekommen sind und ihr beide etwas Luft haben wollt dann... könnte ich bestimmt mich anderen wichtigen Aufgaben widmen,"
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Junge Liebe...
Karsh fragte sich, wie ihm diese Wahrheit in all den Jahren hatte entgehen können. Wie er nicht hatte bemerken können, was zwischen den beiden Schützlingen aufkeimte. Er wurde alt, ohne jeden Zweifel. Doch so sehr er auch dieses enge Band schätzte, so wusste er doch, dass dies alles nur noch schlimmer machen würde. "Ich werde ihm die Nachricht übermitteln," versprach Karsh und legte sanft eine Hand an Leans Schläfe. "Denkt an ihn, mein Kind. Denkt mit all eurem Herzen an ihn und er wird die Nachricht erhalten."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:12 pm
Und dann hatte er gestern auch noch eine ganze Ladung voll Selbstzweifel bekommen, weil Devastare ihn so abweisend behandelt hatte - na, herzlichen Glückwunsch, Herr Kronprinz. "Entschuldige, Galahad", gab er schließlich zurück und sah den anderen eine Weile lang an. "Wir wollen dich nicht loswerden. Du bist gerne eingeladen, die Zeit mit uns zu verbringen." Einen Moment war er verwundert darüber, wie sehr seine Hände sich erwärmten und dass sein Puls auf einmal raste, als wäre er gerannt, doch er maß dem Ganzen noch nichts bei.
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:20 pm
"Ihr müsst euch für nichts entschuldigen," erwiderte Galahad nur und schüttelte den Kopf. "Und ihr müsst mich nicht einladen, nur weil ihr glaubt, dass es förmlich und angemessen wäre und..." er biss sich auf die Lippen. "Aber... wenn ihr mich wirklich dabei haben wollt, dann.. ich würde wirklich gerne mit euch kommen. Ich... bin nicht sonderlich erpicht darauf alleine in einem alten Holzhaus zu sitzen."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:23 pm
"Galahad ... wir tun das nicht, damit dem Protokoll Genüge getan ist. Habe ich irgendetwas getan, was das Protokoll verlangt, nur, weil es so sein müsste und höflich wäre? Du magst mich für einen Arsch halten und das ist in Ordnung. Ich habe wenig getan, um die das Gegenteil zu beweisen, aber so bin ich nicht. Also komm mit uns und zieh den Stock aus deinem Hintern - sei einfach der junge Mann, der du bist."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:42 pm
Galahad konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen. "Devastare," meinte er leise und schüttelte nur ungläubig den Kopf, "Ihr glaubt auch, dass ich - wenn ich die Rüstung ausziehe einfach verschwinde oder etwa nicht?" er grinste von einem Ohr zum anderen. "Ich bin durchaus mehr als mein Eid - und was diesen 'Stock' angeht, ich bin nun einmal sehr pflicht- und ehrbewusst. Wenn ihr allerdings darauf besteht, kann ich gerne etwas... lockerer? sein."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:42 pm
Caillean lächelte nur schmal und schloss für einen Moment die Augen, die düsteren Gedanken aus ihrem eigenen Kopf vertreibend, weil sie nicht wollte, dass sie mit der Nachricht mitschwangen. Er musste nicht wissen, was vor etwas über zwei Monaten geschehen war - dafür würden sie Zeit haben, wenn alles vorbei war und sie Zeit für Gespräche hatten, Zeit dafür aufzuarbeiten, dass er beinahe ... Kopfschüttelnd schob sie die Gedanken bei Seite und erinnerte sich an das, was stets zwischen ihnen beiden gewesen war, wie viele Dutzende von Momenten es im Geheimen gegeben hatte, unbeobachtet von allen anderen - wie oft er ihr Kompass gewesen war. Die vertraute Wärme, die sie wieder durchfloss, ließ sie erkennen, dass sich rein gar nichts zwischen ihnen beiden verändert hatte als sie für die anderen unhörbar die ersten leisen Worte formte.
'Karsh, Coreen und Gawain haben mich gefunden. Gawain lebt und er wird wieder genesen, wir sind in Miris angekommen und suchen hier nach Unterstützung.' Kurze Informationen, bevor sie egoistisch wurde - er musste wissen, dass seine Hilfe bei Gawains Flucht nicht unnütz gewesen war und dass es dem alten Freund den Umständen entsprechend ging.
Eine ganze Weile lang sortierte sie ihre Worte noch einmal neu, bevor sie erneut ansetzte. 'Ich kann mir nicht vorstellen, wie schwer es für dich ist, dort, wo du jetzt bist. Ich vermisse dich - mit jedem Tag, der vergeht noch mehr und ich wünschte, ich könnte einfach bei dir sein. Halte durch, Devastare. Sei stark - lass dich nicht brechen und zu einem anderen Menschen, als der, der du bist. Ich liebe dich.'
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:43 pm
"Bei den Göttern, dann sei es, ich bitte dich!", flehte Devastare fast, dann wurde er plötzlich still und schien nur noch in sich hinein zu hören. Im ersten Moment konnte er nicht recht glauben, was sein Kopf ihm da vorgaukelte, während er Cailleans Stimme in sich hörte, die ihn beschwor, sich nicht brechen zu lassen - aber alles, was er hörte, war sie. Sie lebte. Gawain lebte und Coreen hatte ihn fortbringen können und sie war bei Karsh, so eindeutig, wie die vertraute Magie ihn umfing. Er sandte diese Nachricht in ihrem Auftrag. 
Sie lebte. 
Caillean war in Miris, so, wie Foster es geplant hatte und es ging ihr gut. Da schwang noch etwas in ihrer Stimme, das er nicht einordnen konnte, aber für den Moment musste das reichen.
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 12:55 pm
Galahad lachte nur und schüttelte beinahe ungläubig den Kopf. Worüber sprach er da mit dem Mann, der einst sein König werden würde? Lockerer werden, nicht so auf Pflicht bedacht sein. All das klang nach Worten, die er so niemals am Hofe von Caria gehört hatte und erst so langsam glaubte er zu verstehen, wie das Herz von Ekynes Devastare durchzog und beeinflusst hatte. Ein sanftes Lächeln kehrte auf die Züge des Ritters und so beachtete er Devastare gar nicht sonderlich, der für einen kurzen Augenblick entrückt wirkte. "Wir dürften bald da sein," wandte er sich stattdessen an Kira.
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"Die Nachricht wurde überbracht," erklärte Karsh leise und ließ die Schläfe der Königin los. Seine Hand war warm, beinahe heiß geworden und er schenkte ihr ein kurzes, väterliches Nicken. "Wir sollten uns nun alle erst einmal sammeln und das weitere vorgehen besprechen," erklärte Karsh leise. "Ich glaube, es gibt mehr als genug Wissen, dass wir noch miteinander teilen sollten."
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 1:02 pm
Kira hatte grinsend das Gespräch mitgehört und sich jeden weiteren Ton darüber verbissen, dass Devastare von dem ehrbaren Ritter forderte, er solle endlich versuchen mehr Mensch als Rüstung sein. "Mh", machte sie auf Galahads Aussage nur und warf einen kurzen Blick runter auf den Weg. Wenn das letzte Stück genauso trocken sein würde, wie dieses hier ... "Sag mal, Brüderchen ...", fing sie dann an. "Was hältst du von einem Wettreiten bis zum Ziel? Galahad? Schließt Ihr Euch an?" Ilian würde sie gar nicht fragen brauchen, er hatte genau denselben Unsinn im Kopf wie sie selbst. "Der Verlierer muss im Bach baden."

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"In erster Linie sollten wir einen Ort suchen, der nicht bald von Salzwasser überflutet wird und an dem Gawain sich wieder ausruhen kann, Karsh. Das ist wichtiger als jedes Gespräch, das wir noch führen müssen", entschied Caillean lediglich und lenkte den Blick zurück zu Foster, welcher bislang schweigend bei ihnen verharrt hatte. Sie hatte sich einen kurzen Moment lang darüber geärgert, als er zuvor eingeworfen hatte, er habe einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen, weil niemand es je in Frage gestellt hatte, aber inzwischen war auch dieser Zorn wieder verraucht. "Foster?", hakte sie nach als der nicht reagierte. "Das Schiff oder ein Dorf in einiger Entfernung? Was hältst du für sinnvoller?"
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 1:11 pm
"Wenn ich ehrlich sein soll, wäre mir das Schiff lieber. Wir sollten das Dorf vorher erkundet haben, bevor wir dort übernachten und ihnen unseren Schlaf anvertrauen," erklärte Foster der sich ein wenig wie das fünfte Rad am Pferdewagen fühlte, wobei sein Stolz jedoch verbot sich dies auch nur im Ansatz anmerken zu lassen. "Es herrscht hier noch immer Krieg und wer weiß wie die Bauern in dieser Gegend Fremden gegenüber stehen. Nicht zu vergessen, dass Morys euch noch immer suchen dürfte und ich Verrat befürchte. Für heute ABend sollten wir die Sicherheit der Santa Anna einem ungewissen Schicksal vorziehen. Sie mag aktuell ein wenig in Schieflage sein, aber wir sind nur sehr schwer Angreifbar und haben genug unserer Leute, die Wache halten können."
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Galahad hatte widersprechen wollen, hatte sagen wollen, dass ein Wettritt quer durch den Wald, auf unebenem Gelände, das sie nicht gut kannten zu gefährlich war für die Kinder des Königs, aber Devastare hatte seinem Pferd schon die Sporen gegeben und Galahad hatte sich alles weitere verbissen und war hinterher gehechtet. Sie beide hatten Illian überholt, der erst bemerkt hatte was los war, als Kira an ihm vorbeizog. Der junge Jäger war öfter im Sattel als die Prinzessin und überholte sie schließlich wieder, wenngleich sowohl Devastare als auch Galahad, die beide öfter im Sattel saßen auch weit vorne lagen. Als Devastare schließlich an der Hütte ankam und das Pferd zügelte sprang Galahad vom Rücken seines Pferdes und schüttelte den Kopf - ein breites Grinsen auf dem Gesicht. "Das hättet ihr nicht tun sollen..." erklärte er, ohne dass er das Grinsen losgeworden wäre.
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Re: Kapitel 7

am So Jan 21, 2018 1:12 pm
"Warum? In der Schlacht wird mich eine Wurzel genauso umbringen können wie hier - hier wäre mir lieber. Auf dem Feld wäre ruhmreicher, aber das ist mir herzlich egal", gab Devastare zurück und hielt die Zügel des Tieres in der Hand, das aufgeregt schnaubte und tänzelte.
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Re: Kapitel 7

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