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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 8:39 pm
Die Warnungen erreichten Devastare noch während sie alle schliefen - selbst Galahad war noch eingerollt wie ein Pfannkuchen und schnarchte vor sich hin, während Kira und Ilian sich eng umschlungen auf der anderen Seite des Raumes befanden. 
Er war hochgefahren, keuchend und mit wild klopfendem Herzen, weil Elaines Stimme so vehement und drängend klang, so nah und besorgt, dass sein eigener Körper sich verkrampfte vor Angst und doch sah er nichts, als sein Blick wirr im Raum umher suchte. Gar nichts. Ein Geräusch hätte ihn geweckt, er war Gardist, es war seine Aufgabe, auch auf die kleinsten Dinge zu lauschen und doch ... war hier nichts. Das Feuer war heruntergebrannt, das Zimmer empfindlich kühl, als er sich aus seiner Bettstatt erhob und unbewusst sofort nach seiner Kleidung griff. Rasch schlüpfte er hinein, machte sich nicht die Mühe, das Hemd in die Hose zu stopfen oder gar die Haare zu richten, die er sich seit dem Aufstehen nun mehrfach gerauft hatte. Die Warnung klang ihm in den Ohren und doch wusste er nicht, ob es nicht ein Traum gewesen war, befeuert von seinen eigenen Befürchtungen. 
Unruhig trat er ans Fenster hin, sah hinaus zu den Pferden, die auf der kleinen, eingezäunten Wiese standen, Kopf an Hintern, die Hälse lang gemacht und ein Bein angestellt. Er nahm das Glas, das er gestern dort abgestellt hatte und trank einen Schluck daraus, nur, um es im nächsten Moment fast fallen zu lassen. 
'LAUF!' - gut, das war dann wohl kein Traum. Kalt kroch es seinen Rücken hinauf, ein Vorbote unguter Geschehnisse. Nur ein letzter Blick, ein letztes Zögern - dann trat er hinüber, wollte nach Kiras Schulter greifen und hielt sich im letzten Moment zurück. Sie durfte von nichts wissen - Elaine klang so angstvoll. Wenn er Kira in die Situation brachte, etwas verraten zu können, sei es aus Versehen oder unter Zwang ...
Devastare biss die Zähne zusammen und griff nach dem Beutel mit Proviant unter dem Tisch, nahm den Wasserschlauch und seinen Umhang und eilte zur Tür.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 8:47 pm
"Natürlich wirst du das..." erwiderte Thealon nur spöttisch. "Oh Elaine - du hast keine Ahnung was du mich alles gekostet hast. Was ich alles geopfert habe!" er schüttelte den Kopf. "Und du wirst es mir nicht erneut zerstören! Oh liebste Elaine - du wirst nichts tun was gegen diesen Plan verstößt oder ihn in Gefahr bringt! Nichts! Du wirst mir zu Diensten sein - glaube mir, es hätte alles so viel einfacher sein können. Ohne Zwang, ohne böse Worte aber aktuell scheine ich nur von Verrätern und Halbstarken umgeben zu sein! Ich habe bereits Männer ausgeschickt. Du wirst mir dieses mal nicht die Tour versauen!"
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 8:48 pm
Erneut kam Neid in Adair auf, welchen er im ersten Moment mit einem amüsierten Schnaufen unterdrückte. „Was treibt dich nun eigentlich her?“ Hakte er schließlich nach und lief, während die Andere neben ihm her schritt, durch das Lager. „Ich nehme kaum an dass du dir ansehen wolltest, wie das Feldlager aussieht. Es sieht so aus wie jedes – durcheinander, voller Idioten die sich darüber beschweren das sie zu wenig Platz haben und mit Prügeleien an jeder Ecke.“
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 8:50 pm
"Er wird schon lange weg sein, bevor du ihn bekommst", setzte Elaine ihm lediglich entgegen und wandte sich ab, insgeheim darauf hoffend, dass sie Recht mit alledem behalten würde. Er musste nur die Grenzen überschreiten, aus dem unmittelbaren Umfeld seines Vaters fortkommen, damit sie diesen Zauber niemals würde aussprechen könnte.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 8:53 pm
"Eigentlich muss ich sagen mag ich das geschäftige Treiben hier recht gern", setzte Finnja ihm entgegen und ließ ihren Blick über das Lager wandern, das hier aufgebaut worden war und in dem sich dutzende von Rittern und ihren Anhängern tummelten. Sie sah die unterschiedlichsten Wappen und Rüstungen, Helme und hunderte von Pferden, von denen nur die wenigsten wirklich ruhig waren. Es würde nicht mehr viel Zeit vergehen, bevor sie gen Sirean aufbrechen würden. "Außerdem hab ich mir Sorgen darüber gemacht, dass du es mir vielleicht übelgenommen hättest, dass ich dich abgewiesen hab."
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 8:57 pm
Als Antwort lachte Adair nur und ging weiter durch das Lager, die Grüße die ihm immer wieder entgegengebracht wurden schlichtweg ignorierend oder mit einem kurzen Nicken beantwortend. „Du bist eine eigenständige Frau Finnja, ich war nicht begeistert davon, zumal ich bin viele Ausgänge für diesen Abend vorgestellt habe, aber in keiner Variation davon habe ich mich im Vollrausch gesehen, wie ich neben meinem Pferd liege.“ Als er kurz zu der alten Freundin blickte, konnte er ein heiteres Schmunzeln erkennen. „Ich frage mich nur was du hören willst. Zumal ich immer dachte das du Titel und dergleichen nicht sonderlich schätzt. Soll ich dich offiziell zu meiner Mätresse erklären? Ich meine ich mach‘s, keine Frage.“
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 8:58 pm
"Das glaube ich nicht," erwiderte Thealon und trat einen Schritt auf Elaine zu. "Du magst schreien und kreischen Elaine, aber ich bin die einzige Familie die du jemals gekannt hast! Du brauchst mich und du gehörst mir - du bist mit diesem Schloss und diesem Land verwurzelt wie eine Eiche. Wir beide sind es und es wird niemals ein Leben ohne einander geben! Du wirst gehorchen und glaube mir, es wird der Tag kommen da wirst du verstehen. Der Tag, an dem du erkennen wirst, warum ich all das getan habe!" er öffnete die Schnalle seines Umhangs. "Und nun zieh dich aus, es wird einige Stunden dauern bis meine Männer zurück sind!"
______
Die Einheiten des Königs schritten durch den Wald, stampften durch das Unterholz und erleuchteten Büsche und Geäst mit kleinen Lampen, die nur an einer Seite offen waren und so einen gerade, langen Schein durch den Wald warfen. Sie wussten was zu tun war, als sie jedoch das Klappern einer Tür in der Ferne hörten und eine dunkle Gestalt von der Hütte weghuschte beschleunigten sie ihre Schritte, gingen in einen schnellen Sprint über.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:01 pm
"Tu dir keinen Zwang an, Thealon", setzte Elaine ihm lediglich mit müdem Lächeln entgegen, selbst wenn ihre Hände sich bereits wieder automatisch zu bewegen begannen, um die Gewänder loszuwerden, die sie trug. "Du wirst ja ohnehin nicht allzu lange brauchen."
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:05 pm
"Wie gut zu sehen, dass du nichts von deinem bissigen Humor verloren hast..." erklärte Thealon spöttisch und stieg über sie. "Das wirst du brauchen, wenn du... erkennst... dass ich dir von Anfang an... überlegen war.." er griff ihre Schultern fest, nährte sich ihrem Ohr. "Du wirst niemals... einem anderen Mann außer mir nahe sein. Hörst du? Das ist ein Befehl! Du gehörst mir. Devastare gehört mir und Kira gehört mir ebenfalls!"
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:06 pm
So schnell ihn seine Füße trugen rannte Devastare, ignorierte die Schmerzen im Bein, das die ungewohnte Belastung nicht gerade mochte, sprang über Wurzeln, tauchte unter tief hängenden Ästen hindurch. Gen Süden, das war sein einziger Anhaltspunkt und hätte er nicht in Ekynes gelernt, die Zeichen und Richtungen zu deuten, so wäre er nun heillos verloren gewesen. Aber es zog ihn weiter, immer weiter, während er hinter sich Schatten ausmachen konnte, die ihm folgten. Sie waren viel zu nahe und er hatte nur den Vorteil, viele Jahre in der Natur unterwegs gewesen zu sein und auch keine schwere Rüstung zu tragen, geschweige denn Waffen, die ihn behinderten. 
Zweige peitschten ihm ins Gesicht, Nadeln rissen kleine Wunden und in seinen Ohren hörte er nur sein Keuchen und die hämmernden Schritte, die seinen ganzen Körper erschütterten. Fort. Er würde Caillean suchen, zur Not selbst nach Ekynes aufbrechen. Er war prophezeit den König zu töten und nun, da Morys der einzige Herrscher dort war, fand er das Ziel ansprechender als noch bei der Angst, er müsste Caillean etwas tun. Die Gedanken gestalteten sich einfacher als die Realität - erstere sahen nämlich keinen Abhang vor, der in Steilklippen endete.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:06 pm
"Adair, im Ernst? Ich werde niemals Röckchen oder Kleider tragen und mit dir zurück nach Hause gehen, damit ich den allumfassenden Hass deiner Frau jeden Tag aufs Neue erleben darf. Du hast da gestanden, du warst besoffen und wäre da nicht noch ein Funken von Anstand übrig geblieben hättest du mich noch mitten auf dem Tavernentisch flach gelegt. Dir hätten sie die Hände geschüttelt und mich als Hure bezeichnet und im schlimmsten Fall aus dem Dienst entlassen. Ist dir das schon mal gekommen - so zwischen dem kleinen Adair, der dein Denken an dem Abend übernommen hat oder während der letzten paar Tage?", hakte Finnja nach und schüttelte den Kopf, bereits damit gerechnet habend, dass er keinen einzigen Moment in seinen Überlegungen weitergekommen war.
"Ich hab nur keine Lust darauf nur dein Fickstück zu sein."
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:15 pm
„Bei den Göttern, Finnja“, fluchte Adair und rieb sich die Augen. Er verstand ihren Einwand durchaus und auch die Selbstachtung, die sie behalten wollte. Doch hatte er sie nie als jemand angesehen, der niederer war als er, sie „waren beide immer gleichgestellt“, fing er an und begann schließlich, Richtung Wald zu laufen um ein wenig Ruhe zu finden. „Immer, Finnja. Wir haben jahrelang das gleiche gemacht und zuvor die gleiche Ausbildung genossen. Das wir … Sex miteinander hatten war einfach nur gut, weil es eben gut war. Wir waren Freunde die sich vertrauen konnten, mehr nicht. Warum sollte das denn jetzt anders sein? Weil ich Frau und Kind daheim habe? Ich habe kaum Zeit für die beiden und meine Frau hasst mich derartig, dass es nur eine Frage der Zeit ist bist auch meine Tochter diesen Blick übernimmt. Ich bin also niemandem verpflichtet!“
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:17 pm
"Da! Er ist zu den Klippen gerannt!" rief einer der Männer und mit lautem Getrappel und Gepolter folgten die Soldaten dem Ruf ihres Anführers und umzingelten Devastare, welcher sich mit dem Rücken an dem Abgrund wiederfand. "Ihr kommt mit uns!" befahl der Anführer und deutete mit dem Schwert auf Devastare, ehe er erschrocken zur Seite wich. Mit einem ohrenbetäubenden Krachen flog einer der Wachen auf den Boden, schlitterte noch ein Stück und wäre beinahe von den Hufen des Pferdes zertrampelt worden, welches über ihn gesprungen war und ihn dabei umgerissen hatte.
Auf dem Rücken des Pferdes saß Galahad, in nicht viel mehr als einem unordentlich angzeogenen Kettenhemd und mit Schild und Schwert bewaffnet. "Zurück!" fauchte er den Wachen entgegen, die ordentlichen Respekt vor dem Reiter hatten und hielt Devastare die Hand hin.
"Wir sind im Auftrag des Königs hier du verdammter Narr!" spie die Wache, doch Galahad schüttelte nur den Kopf. "Das kann jeder von sich behaupten Lump! Ihr überfallt meinen Herren bei Nacht und Nebel und treibt ihn zu den Klippen! Zurück sage ich, oder aber ich werde dem König euren Kopf präsentieren und ihn fragen ob er ihn erkennt!"
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:21 pm
"Galahad", murmelte Devastare, hin und her gerissen zwischen Erstaunen, Unglauben, Gelächter und beinahe schon Tränen. Das hier war doch einfach nur absurd. Die Wachen des Königs waren hinter ihm her, ihn erreichte ein Ruf von seiner Mutter, sein Vater hasste ihn und die Götter alleine wussten, was nun um Himmels Willen geschehen würde. Er war gerade im Begriff, Galahads Hand zu greifen, um sich auf das Pferd ziehen zu lassen, als nur Zentimeter neben seinem Arm ein Pfeil vorbei zischte. Übelkeit meldete sich, als sein Körper ihn daran erinnerte - schmerzhaft - wie es sich anfühlte, einen Pfeil ab zu bekommen und ohne sein Zutun senkte sich seine Hand ein Stück. 
"Was wollt ihr hier?!", wollte er schließlich von den Wachen wissen.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:25 pm
"Der König wünscht euch zu sehen..." erklärte der Anführer und steckte nach kurzem Zögern sein Schwert weg, warf seinen Männern einen ebenso finsteren Blick zu, ehe auch diese die Schwerter in den Scheiden verstauten. "Er wünscht euch unzverzüglich zu sehen - und er hat klar gemacht, dass er keine Widerworte in dieser Hinsicht duldet. Er sagte, wir sollen euch darauf hinweisen, dass das Land groß und seine Leute überall sind. Das er jeden, der euch vor ihm verbergen würde ein Leid antun würde und es in eurer Macht liege Blutvergießen zu verhindern. Das ihr nicht vor eurem Schicksal davon laufen könntet und es nur in eurer Macht läge...." er schien kurz zu überlegen, "Es nur in eurer Macht läge, wie viele Menschen ihr Leben dafür lassen müssen, ehe ihr euch dies eingesteht."
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:26 pm
"Momentan sehe ich hier nur Galahad, mich und euch - die Frage ist, wer wendiger und schneller ist. Ich lasse es drauf ankommen", erwiderte Devastare und zog das Schwert aus Galahads am Gürtel angebrachter Scheide.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:37 pm
Kira hatte ihn mit einem durch und durch unsanften Stoß in die Seite geweckt und ihm in wenigen Worten erklärt, was geschehen war und was sie zu tun hatten. Zuerst hatte er ihr sagen, beinahe befehlen wollen hier in Sicherheit zu bleiben, doch letztlich war sie diejenige gewesen die bereits das Schwert am Gürtel hatte und er, lediglich mit einem Bogen bewaffnet, hätte ihr im unmittelbaren Streit vielleicht ein oder zwei blaue Flecke zufügen können, mehr jedoch nicht. „Jetzt bleib wenigstens unten und sei still!“ Wies er sie mit gedrückter Stimme an, als er aus der Entfernung Gerede hörte. Es dauerte eine Weile bis er in der Ferne erkennen konnte wer oder was dort stand. Mehrere Männer die sich, wie man an der Stimme erkennen konnte, um Devastare und Galahad versammelt hatten. Als Kira ihn fordernd ansah, zögerte er nicht etwa weil er nicht wusste was sie von ihm wollte, sondern weil er Bedenken hatte einen Menschen umzubringen. Ihm einfach so das Leben auszuhauchen wie Thealon es mit den beiden Wachen getan hatte. Der Gedanke hatte gerade erst seinen Verstand gestreift, als er bereits die Bogensehne losließ, in Deckung ging um nicht erkannt zu werden und kurz darauf ein lauter Aufschrei, gefolgt von einem zu Boden gehenden Mann zu hören war. Erschrocken sah er seine Hände an. Er hatte nicht eine Sekunde lang bestimmen können was er tat, es war als hätte eine Fremde Gestalt seinen Körper übernommen. Kurz darauf der zweite Pfeil. Ihm wurde übel wie er schnell feststellte, doch stoppen konnte er den stetigen Angriff nicht. Die Männer waren unvorbereitet und suchten viel zu spät Deckung, doch von Schuss zu Schuss begannen Ilians Hände mehr zu zittern, auch wenn dies seiner Zielgenauigkeit keine wirkliche Minderung verschaffte.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:37 pm
"Adair", seufzte Finnja, weil das vollkommen falsch angekommen zu sein schien. Sie hatte ihm nicht sagen wollen, dass er sie scheinbar niederer ansah als sich selbst, sondern nur, dass sie darauf achten musste, was sie tat. Gerade als Gardistin des Königs. Sie würde nicht einfach so in einer Soldatenschenke mit einem Earl ins Bett steigen können und darauf hoffen können, dass es keine Konsequenzen für sie haben würde, aber genau das schien irgendwie nicht so recht angekommen zu sein und es ärgerte sie, dass er glaubte, es läge nur daran, dass er jetzt eine andere Stellung hatte als sie. "Es geht nicht darum, dass du jetzt Earl bist oder dass du mich anders siehst", setzte sie ihm entgegen und war dankbar für den Wald, der sie umgab, ein Stück entfernt vom Heerlager und den Hunderten von Soldaten, die dort umher wuselten.
"Ich hab das nie geglaubt. Ich kann nur einfach nicht mitten auf einem Tisch in einer Schenke mit dir Sex haben. Der König schneidet mir sonst alle nötigen Teile raus oder verödet sie, die dir Spaß gemacht hätten, weil ich ja auch in seinem Namen unterwegs bin. Du kennst unseren König, du weißt, wie wichtig ihm sein Ansehen ist und du weißt, dass er durchaus dazu in der Lage wäre", versuchte sie fortzuführen und fuhr sich dann mit beiden Händen durch die roten Haare. "Hör mal, es liegt nicht daran, dass ich nicht will. Ich will nur nicht in aller Öffentlichkeit während irgendein Wirt dabei zusieht."
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:42 pm
Galahad hatte für einen kurzen Augenblick gezweifelt. Hatte nicht gewusst wie er auf diese Anordnung reagieren sollte, doch Devastare hatte ihm die Entscheidung abgenommen und als dann auch noch Pfeile flogen war Galahad auf dem Boden, wehrte den ersten Angreifer mit dem Schild ab und entwandt dem Gegner somit das Schwert, hob es selbst auf und duellierte sich mit zwei Feinden, schlug dem einen das Schild über den Kopf und fuhr mit dem Schwert derart heftig über die Brust des Anderen, dass Blut und Kettenringe durch die Luft spritzten. "Verflucht..." keuchte Galahad und schlug einem dritten die Waffe aus der Hand. "Hebt sie auf und kämpft weiter, oder lasst sie liegen und ich verschone euer Leben!" kündigte Galahad an.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:45 pm
Devastare hielt sich nicht mit all den langen Reden auf - ein einziges Mal ging es um sein Leben und nicht das seiner Königin und er war gewillt, es bis aufs Blut zu verteidigen und nicht noch große Drohungen und Reden zu schwingen. Er stob nach vorne, wirbelte herum und traf einen der Männer im Rücken, riss das Schwert heraus und streifte einem anderen damit so hart die Hand, dass der seine Waffe fallen ließ und ängstlich zu Boden ging. Irgendwo dort hinten war Verstärkung - Pfeile und Bogen. Ilian. 
Kurz zögerte er, sah auf den Mann hinunter, der vor ihm auf dem Boden war, dann stieß er zu.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:46 pm
Einen Moment lang zögerte er mit sich selbst. Da hatte er es, die genaue Erklärung was Finnja an jenem Abend abgehalten hatte. Es war so wunderbar einfach und gleichzeitig brachte ihm diese einfache Lösung ein weiteres Problem ein. Es ging nicht einfach darum mit der anderen zu schlafen um nach Jahren der Abstinenz wieder Spaß im Liebesspiel zu finden.
„Du bist so herrlich einfach, weißt du das? Es ist manchmal wirklich erschreckend wie einfach. Ich stelle dir Fragen und du antwortest direkt, ohne versteckte Aussagen und ohne spitzen Seitenkommentare. Versteh mich nicht falsch ich“, er presste die Lippen aufeinander und blickte einen Moment lang gen Himmel, kniff die Augen aufgrund der starken Helligkeit zusammen. „Es geht mir nicht nur darum mit dir zu schlafen. Ich wünsche mir wieder eine Kameradin wie du es damals warst.“
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:53 pm
Kira hatte mit sich gehadert, ob sie weiter zurückbleiben sollte oder nicht. Dort vorn wurde ihr älterer Bruder angegriffen und sie hockte hier hinter Büschen und überließ das Töten von Wachmännern anderen während sie sich selbst verborgen hielt. Das war nicht richtig, das war nicht das, was sie sein wollte, vor allem aber wollte sie nicht ihre Familie im Stich lassen. Sie kannte Devastare kaum, hatte nie viel von ihm erfahren können, aber er gehörte zu ihrer Familie und das Band, das sie miteinander verband umfasste weit mehr als nur das bloße Blut, das in ihrer beider Adern floss. "Lass dich bitte nicht erwischen", raunte sie Ilian leise zu und schob sich dann selbst aus den Büschen heraus, die Finger um das Schwert festigend und es den Umständen verdankend, dass sie sich im Kerker bei Gawains Befreiung daran gewöhnt hatte sich im Kleid zu bewegen. Den Tod anzusehen war inzwischen kein Problem mehr als sie die Waffe hob und die Spitze voran in den Rücken des Mannes stach, der gerade die Waffe gehoben hatte, um ihren Bruder anzugreifen. "Du hättest uns wecken können", schallt sie den Älteren nur sacht lächelnd und riss die Waffe wieder heraus, sich umwendend bevor der Soldat zu Boden sackte, um sich dem nächsten zuzuwenden.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:55 pm
"Wer kann es mir verdenken, dass ich meine Schwester schützen wollte? Elaine hat mich gewarnt", zischte er ihr zu und blieb Rücken an Rücken mit ihr, vertraute ihr einfach ohne zu wissen, was sie konnte und was nicht. Er hatte sie nie zuvor kämpfen sehen, aber was er sah, beeindruckte ihn. "Thealon", fügte er erklärend hinzu und spürte ihre weitaus kleinere Gestalt an seinen Schulterblättern, als sie einen Hieb parierte.
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 9:58 pm
"An uns beiden hat sich nichts verändert, Adair", lachte Finnja, die nicht so recht wusste, ob sie die Worte - sie wäre so herrlich einfach - jetzt als Kompliment auffassen sollte oder nicht. "Wir sind ein paar Jahre älter geworden, aber das wars auch. Meine Berufung macht mich nicht aus und dein Titel dich auch nicht, wenn du nicht ständig davon palavern würdest. Gewöhn dich also dran, dass ich mir keine besondere Mühe dabei gebe hübsche Worte zu benutzen, um dir zu sagen, dass ich nichts dagegen hab, wenn wir wieder miteinander ins Bett gehen."
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Re: Kapitel 7

am Mo Jan 22, 2018 10:00 pm
Galahad sah schließlich die letzte Wache das Schwert in den Boden werfen und steckte zufrieden sein eigenes fort. Er machte einen Schritt auf den anderen zu, wollte ihn befragen was all das zu bedeuten hatte, doch als dieser den Ritter auf sich zukommen sah schien ihn die Panik zu ergreifen. Er stolperte zurück, machte einen Schritt zu viel und stürzte taumelnd und schreiend in den Abgrund, es schien ein kurzer Sturz gewesen zu sein, denn dein Schrei wurde abrupt von dem Geräusch knackender Knochen beendet. "Bei meiner Treu!" stieß Galahad überrascht aus und wandte sich um. "Und nun?"
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Re: Kapitel 7

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