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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 4:33 pm
Natürlich hatte sie es gespürt - sie war diejenige, die diesen verfluchten Zauber ausgesprochen hatte und damit seine Ansichten verdreht und verändert hatte, aber nichts davon durfte auch nur ansatzweise über ihre Lippen dringen. Der sorgenvolle Blick kam Jahrzehnte zu spät, seine Frage, was mit ihr geschehen war viel zu spät, um jetzt noch etwas daran zu verändern und so blieb ihr nichts anderes übrig, als den alten Mann noch einmal anzusehen und sich dann an ihm vorüber zu schieben zu wollen. "Ich wüsste gern, wo genau ich bin, bevor ich wieder zurückgehe", verlangte sie noch zu wissen, weil die Frage nach dem, was mit ihr geschehen war, nur bedeutet hätte, dass sie Caria damit gefährdete, dass Karsh wütend wurde. Es war besser, wenn der alte Mann sein Augenmerk nicht dorthin lenken würde.
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 4:36 pm
"Nicht in Caria," antwortete Karsh nur knapp. "Ich werde dir deinen genauen Aufenthaltsort nicht sagen Elaine - wenn Thealon dich zwingt ihn zu verraten wirst du es ihm sagen müssen. Das kann ich nicht zulassen. Es würde mich und meine Gefährten gefährden," er schüttelte traurig den Kopf. "Hör mir zu Elaine... wir... können noch immer alles in Ordnung bringen. Noch ist Ekynes nicht verloren und Caria muss nicht gewinnen. Wir können den Lauf der Dinge noch ändern - hier und jetzt wenn du dich dafür entscheidest mir endlich zuzuhören!"
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 4:42 pm
"Begreifst du es nicht, Karsh?", hakte sie nur nach, die Hand bereits an der Türklinke und sie ein Stück aufschiebend. Sie musste zurück - zurück zu ihren Kindern, zu dem Land, in das sie gehörte und an das sie sich gebunden hatte vor so vielen Jahrzehnten. "Caria hat längst gewonnen. Thealon hat seine Kinder bei sich. Sieh es ein - es ist vorbei." Thealon hatte das, was er haben wollte - seine Kinder, vollständig auf seiner Seite und gebrochen in ihren Entscheidungen und Ansichten und sie war es leid ständig weiter aufzubegehren, nur um sich das Leben noch schwerer zu machen. Ihr Kopf tat zu sehr weh, um diese Grundsatzdiskussion weiter mit ihm zu führen.
"Und ich gehe jetzt nach Hause."
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 4:45 pm
"Caria ist nicht dein Zuhause!" erwiderte Karsh und versuchte nach ihrer Hand zu greifen, tat es dann jedoch nicht, sondern hielt seine eigene Hand nur in der Schwebe, als könnte er sie mit dieser bloßen Geste aufhalten. "Es war es nie - das hier bist nicht du. Die Lügen, die Geheimnisse - das ist nicht meine Tochter!" versuchte er ihr zu erklären.
"All die Jahre in denen du mich angelogen hast - deine verzweifelte Treue zu Caria. Das ist nicht echt - irgendetwas zwingt dich. Ich kann dir helfen daraus zu entkommen!"
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 4:52 pm
Seine Tochter. Beinahe hätte sie darüber laut aufgelacht, wenn es nicht bedeutet hätte, dass ihr Kopf noch mehr Schmerzen aussenden würde, als er es ohnehin schon tat. Coreen hätte sie nicht hier bringen dürfen, sie hätte sie dort oben in Caria sein lassen sollen - dort, wo sie zumindest keine weiteren Fragen mehr darüber beantworten musste, ob das hier ihr Heim war oder nicht. Er hatte seine vermeidliche Tochter in ihrer Ausbildung drangsaliert und ähnlich wie Thealon erinnerte sie sich nur allzu gut an die Narben auf ihrem eigenen Körper, er hatte sie vor dreißig Jahren nach Caria geschickt. Danach hatte er sich nie mehr gekümmert - sie hatte ihm Devastare anvertraut, in blinder Hoffnung, er wäre in den Jahren ein besserer Mann geworden, könnte die Verbindung zwischen ihnen wieder neu aufbauen. Nichts hatte sich seitdem getan. Sollte er doch glauben, ihre Treue war echt und sie hätte die Seiten gewechselt. Vielleicht würde er dieses Mal derjenige sein, der ihre Verzweiflung teilen würde.
"Ich will nicht entkommen, Karsh", spie sie ihm deshalb entgegen und trat einen Schritt nach vorn der Drang zurück zu kehren mit jeder weiteren Sekunde stärker in ihrem eigenen Körper, als sie die Tür aufschob und einen Schritt hinaus auf den dunklen Gang wagte, überrascht die beiden Wachen dort feststellend, die bewusstlos am Boden lagen. "Dort oben ist meine Familie. Ich bin glücklich dort oben."
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 4:56 pm
"Du magst eine gute Lügnerin geworden sein Elaine, Tochter des Sees - aber selbst dieser alte Greis erkennt, dass dies eine Lüge war!" erklärte Karsh kopfschüttelnd. "Wir können es beenden Elaine - wenn du nur einen Schritt auf mich zumachst. Wir können die Dunkelheit, die über Devastare liegt mit Licht durchtränken. Wir können Kira ausbilden und sie davor bewahren sich selbst zu verlieren! Wenn du nur..." er ließ die Schultern hängen.
"Ich bin ein alter Mann Elaine und ich habe viele Fehler begangen - mögen die Götter sie alle zählen. Aber ich will dir helfen."
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 5:02 pm
"Ich brauche deine Hilfe nicht, alter Mann."
Beenden würde bedeuten, dass sie dem Reich schadete. Ihm die Wahrheit sagen bedeutete sich gegen den Schwur zu stellen, den sie einst geleistet hatte und der Familie Schaden zuzufügen. Nichts von alledem konnte sie und ein Teil von ihr widersprach auch ganz freiwillig seinem Angebot. Es lag zu viel zwischen ihnen, zu viel war geschehen und dutzende Male hatte sie sich vor Jahren vorgestellt, wie es sein würde, wenn er nach Winterbroke gekommen wäre. Er war nie gekommen. "Ich habe alles, was ich brauche."
Damit wandte sie sich zu ihrer Rechten, einen kurzen Moment in sich selbst hinein horchend, aber ihre Magie war nicht stark genug, um sich gleich zu verwandeln. Sie würde diesen Weg zu Fuß bestreiten müssen bis sie unten ein Pferd bekam, das sie zurück nach Caria bringen würde. Außerhalb dieser Mauern würde sie sich schnell genug orientieren können, wo sie sich gerade befand. "Auf Wiedersehen, Karsh."
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 5:07 pm
"Du bleibst," zwei Worte und Elaines gesamte Welt schien mit einem Mal kopf zu stehen. Sie bewegte sich nicht mehr, als wären ihre Gedanken und Bewegungen in der Zeit eingefroren.
"Es tut mir leid Elaine..." flüsterte Karsh erstick. "Wirklich. Aber... wenn Coreen dich hierher gebracht hat, dann hatte sie dafür einen Grund. Und... zumindest bis ich diesen kenne kann ich nicht zulassen das du gehst. Bitte... sieh das nicht als angriff... ich... wünschte ich müsste es nicht tun."
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 5:12 pm
Mit einem Mal so urplötzlich stehen zu bleiben, zu spüren, wie nicht ein einziges Glied mehr den Befehlen gehorchte, die sie ihnen im Geiste gab, kam unerwarteter als sie es gedacht hatte. Sie hatte nicht erwartet, dass Karsh jemals wieder einen Zauber gegen sie anwenden würde und für einen kurzen Moment keimten wieder die alten Erinnerungen an ihre Ausbildungszeit in ihr auf, brachten sie dazu ein bitteres Lachen auszustoßen, während sie sich darum bemühte gegen den Zauber des Alten anzukämpfen.
"Du wirst mich nicht auf ewig mit deinen Spielereien festhalten können, Karsh. Du bist nicht ewig hier." Wenn Coreen einen Grund gehabt hatte, sie hierher zu bringen - oh, diesen Grund wüsste sie immer noch sehr gern, nachdem sie der Freundin bereits so viel wie irgendwie möglich war, erklärt hatte und trotzdem stand sie hier und kam keinen Schritt weiter. "Ich werde nicht hier bleiben."
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 5:15 pm
"Wenn Coreen mir nicht einen verdammt guten Grund liefert weshalb sie dich entführt hat, werde ich dich nicht aufhalten," sagte Karsh dem Schweißtropfen auf der Stirn standen. Das hier war Magie - echte Magie. Nicht diese Taschenspielertricks wie in dem Thronsaal oder die kleine Gunst der Natur, welche er Gawain hatte zuteil werden lassen. Es war Jahrzehnte her, dass er die Magie in solch einem Umfang genutzt hatte und Elaine zu binden war schwierig. Sie war eine Fee und wenngleich ihr an Macht fehlte, war sie doch ein Anderswesen.
"Du hast deine Verbindung fast verloren..." meinte Karsh leise und lachte halb auf. "Bei allen Göttern Elaine, du bist fast genauso versehrt wie ich... was war es? Wieso hast du dich... abgewandt?"
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 5:24 pm
Elaine ersparte sich jedwede Antwort, in dem Wissen, sich nur selbst zu verraten, wenn sie Karsh auch nur noch eine einzige Information darüber gab, was sie getan und weshalb sie die Verbindung zu ihrem Großvater beinahe verloren hatte. Eoren würde ihr erneut helfen müssen und sie hasste es den Freund erneut darum bitten zu müssen, obwohl er bereits genug riskierte, um ihr zu helfen. Das hatte er immer schon und nun gab es wieder ein und dasselbe Verbot, das es ihr nicht einmal mehr erlaubte ihm nah zu sein. Stillschweigend starrte sie Karsh an und schloss dann die Augen, sich an das letzte bisschen haltend, was ihr an ihrer Art der Magie noch geblieben war - jener klägliche Rest, den sie in dem Stein an ihrem Hals gespeist hatte und den sie eigentlich für Notfälle aufbewahrt hatte. Das hier würde ein eben solcher sein.
Mühselig, durch die dicke Suppe an Nebel in ihrem Kopf begann sie sich zu der Magie hervor zu tasten und sie in sich selbst zu vereinen, um dann den nächsten Versuch des Widerstands zu beginnen und sich gegen Karsh aufzulehnen. Er war erschöpft, er wusste kaum mehr, wie man richtig zauberte und vielleicht würde das genügen, um sich zu befreien.
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 5:28 pm
"Weißt du weshalb ich meine Magie aufgegeben habe?" hakte Karsh nach, der spürte wie sie ihm entrann. Als würde er einem Schluck Wasser dabei zusehen, wie er langsam ein Schilfrohr hinunter rann. "Weil ich dachte, dass ich mich zuoft in die Dinge eingemischt habe. Das ich zu oft das Falsche getan habe, während ich das richtige tun wollte. Seit dem Tag an dem du gegangen bist habe ich kaum mehr gezaubert. Ich habe die Verbindung fast.... nein, nicht verloren. Aber begraben unter einem Haufen Schutt und Erinnerung. Bei dir ist es ähnlich oder Elaine? Was sind deine Erinnerungen?" er breitete seinen eigenen Geist aus. Wurde zum Stein in den Mauern, zum Geruch von Eiche in der Luft. "Was ist deine schmerzhafte Erinnerung, die dich von dir selbst trennt?"
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Re: Kapitel 8

am Fr Jan 26, 2018 5:35 pm
Mit jenem Versuch, den Karsh hier unternahm, wurde ihre eigene geistige Anstrengung größer ihn aus ihren Gedanken fernzuhalten. Die Regeln dafür kannte sie noch immer - sich ein lebendes Gebilde vorzustellen statt einer einzigen Wand, die er ohne Weiteres eintreten konnte, sich einen dichten Wald auszumalen, dicken Nebel, der all das umfing, was sich dort unter der Schale befand und von dem sie nicht einmal einen Bruchteil ansprechen dürfte, geschweige denn wollte. Es interessierte sie nicht, weshalb er nicht mehr zauberte, was seine Gründe dafür waren, dass er alles unter Schutt und Asche vergraben hielt - sie musste es nicht wissen, wichtig war nur, dass sie wieder zurückkehrte. So schnell wie es nur irgendwie ging. Der Schwur, ihr Versprechen, machte es leichter ihn immer wieder aufs Neue abzuschütteln.
"Verschwinde aus meinen Gedanken, Karsh. Es geht dich nichts an", grollte sie lediglich als sie ihn abschüttelte und spürte, wie langsam wieder Gefühl in ihre Finger zurückkehrte und sie zu zucken begannen. Nur noch ein bisschen. Es tat körperlich weh, hinter ihren Augen stach und pochte es mit jeder weiteren Anstrengung, die sie unternahm - die Magie entglitt ihr in dem Versuch ihn nicht an sich herankommen zu lassen, schneller als sie sie vollkommen kanalisieren konnte, aber es half immerhin. Erst als der Zauber von ihr abglitt, begann sie sich umzuwenden und zu laufen.
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 9:13 am
Coreen wähnte Elaine sicher verwahrt und bewacht, während sie zuerst den Weg zu Gawain eingeschlagen hatte. Die Königin würde sie in ein oder zwei Stunden im Morgengrauen wecken, das war immer noch früh genug und sie würde all den Schlaf und die Kraft brauchen für das, was kommen mochte. Gawain aber hatte sie versprochen, so bald es ging bei ihm vorbei zu sehen. Ihre Schritte waren leise und leichtfüßig, froh darum, dass wenigstens eine Sache geklappt hatte, denn wäre Elaine in Caria in Winterbroke gewesen, dann hätte sie sich nicht einmal auf den Weg machen müssen. Reiner Zufall war ihnen zu Hilfe gekommen. So, wie sie Sache lag, konnten sie wenigstens anfangen, ihr zu helfen. 
"Gawain?", fragte sie überrascht, als sie ihn am Feuer sitzen sah, die Gestalt ein wenig zusammengesunken, aber eindeutig wach und trat hinter ihn, ihm sacht die Finger auf die Schulter legend, bevor sie sich hinab beugte und ihre Wange an seine unrasierte legte, die Augen geschlossen, während ihre dunklen Wellen ihm über die Brust fielen. Alleine der Geruch, den er ausströmte, beruhigte sie und ließ die Sorge zurück in ihren Kopf verschwinden. Er war kein kleines Kind, sondern ein erwachsener, erfahrener Kämpfer und er wusste schon ganz gut, was er tat. Glücklicherweise. All die Jungspunde hatte sie langsam satt.
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:14 am
Das Gefühl der nur allzu bekannten, kühlen Haut ließ ihn leise Seufzen und brachte ihm ein Lächeln auf sein Gesicht. Noch immer fühlte es sich seltsam an, fast wie in einem Traum, wenn er Coreen neben sich fühlte, war der Gedanke an sie doch einiger der wenigen gewesen, der ihm während seiner Zeit in Gefangenschaft Trost gespendet hatte, an den er jedoch nicht gewagt hatte zu glauben, dass er jemals wieder Wirklichkeit werden würde. Er begrüßte sie mit einem sanften Kuss und zog sie langsam, mit der allmählich wiederkehrenden Stärke eines alternden Kriegers zu sich hinab, sodass sie unmittelbar neben ihm saß.
Mit dem knisternden Feuer vor sich begann er langsam die Welt um sich herum zu vergessen und seine Gedanken all den Dingen hinzugeben, von denen er nur träumen konnte. Dieser Konflikt, dieser Krieg würde noch Jahre brauchen bis er sich wieder legte. Das an sich war keine Überraschung, doch ihm selbst gingen langsam die Jahre auf dieser Erde aus, währenddessen Coreen kaum ein Zeichen der Alterung zeigen würde.
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:20 am
"Auftrag ausgeführt", murmelte Coreen, gedämpft, weil ihre Wange an Gawains Schulter lag und sie in die Falten seines Hemdes nuschelte. Es schmerzte sie zwar immer noch, ihn so zu sehen, aber sie zwang sich, sich wieder auf das Positive zu konzentrieren. Er war nun einmal ein Mensch und er war niemand, der aufgab. Sie würden noch viele Jahre haben, daran hielt sie sich fest. Außerdem hatte sie ihn bereits verloren geglaubt und diese zweite Chance erhalten, sie würde sie nutzen und jeden Moment auskosten, den die Welt ihnen schenkte. "Scheinbar steht sie unter einem Eid, der sie Thealon nicht einmal widersprechen lässt."
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:22 am
„Das erklärt einiges“, antwortete Gawain und strich sacht über den dunklen Haarschopf, der an ihm lehnte. „Mir schien Elaine in der kurzen Zeit in der ich sie kennengelernt habe nicht wie jemand, der sich anderen blindlings unterwirft. Oder der sich überhaupt irgendjemandem unterwirft. Noch dazu ergibt es im Zusammenhang mit Caria Sinn. Sie ehren die alten Götter ebenso wie wir nur … sind ihre Feste etwas anders, etwas radikaler und die Opfer die sie bringen, sind meist nicht nur Schafe oder Rinder.“
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:24 am
"Sie ist stur und verletzt - ihre Kinder treiben sie zurück. Ich musste sie bewusstlos schlagen, um sie mitzunehmen, sonst hätte sie mich vorher wohl in eine Kröte verwandelt, damit ich nichts mehr tun kann. Oder einen winzigen Taschendrachen."
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:25 am
Karsh stief ein tiefes seufzen aus, ehe er Elaine hinterhersetzte. Während die ehemalige Schülerin um ihr Leben zu laufen schien folgte Karsh ihr im Schritttempo, den Stab aus dunklem Holz dabei im Takt seiner Füße immer wieder auf den Boden aufschlagend. Elaine lief, rannte die Treppe hinunter und in einen langen Gang hinein - er hörte ihr keuchendes Atmen, den Versuch ihrem Meister zu entkommen, der ihr immer wieder hinterher setzte. Der alte Magier hatte die linke Augenbrauen gehoben und betrachtete Elaine dabei, wie sie beinahe panisch den langen Gang entlang rannte, der jedoch nicht kürzer - sondern nur länger zu werden schien. Mit jedem Schritt den sie tat entfernte sich der rettende Ausgang mehr von ihr, der Gang zog sich in die länge, während Karsh trotz seinem gemächlichen Schrittes immer näher kam, so schnell sie auch rannte.
"Das bringt uns beiden doch nichts Elaine."
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:30 am
„Damit wärst du auf jeden Fall kompakter“, gab Gawain leicht amüsiert zurück und stellte sich Coreen für einen Augenblick als handliches, kleines Wesen vor das ohne große Probleme in jede Tasche und jeden Beutel passte. „Sieh es ihr nach. Kinder sind für die meisten Menschen etwas, dass sie nur schwer zurücklassen können, gleich in welcher Situation sich jene befinden.“
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:31 am
"Ich will deine Hilfe nicht!"
Elaines Stimme wurde lauter als sie die Magie bemerkte, die sie hier an Ort und Stelle hielt und sie nicht weiterkommen ließ. Sie wollte nicht hier bleiben, sie wollte erst recht nicht Karshs Hilfe dabei oder den alten weisen Blick, den er ständig auf seinem Gesicht hatte und um den zu sehen sie sich nicht einmal umdrehen musste. Schlitternd blieb sie stehen und schloss die Augen, den Druck auf ihren Schultern stärker denn je spürend, ebenso wie die Magie, die sie an Ort und Stelle hielt. Sie hätte weinen mögen ihn jetzt hinter sich zu wissen, seinen Schritten und dem Klacken seines Stabs zuzuhören - beides hinterließ kein angenehmes Gefühl, nur jene befremdliche Angst davor, was er tun würde, wenn er erst bei ihr sein würde und die Frage, wie grob er sein würde, wenn er erst einmal alles aus ihrem Kopf herausgerissen hatte, was sie bislang verborgen hielt. "Lass mich in Ruhe, Karsh! Du hast kein Recht dazu mir meine Erinnerungen zu nehmen!", fuhr sie auf und wich rückwärts vor ihm zurück - so konnte sie wenigstens sehen, wann ihr Henker sie erreicht hatte.
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:32 am
"Ich mache es ihr gar nicht zum Vorwurf, aber sie kann ihnen so doch gar nicht helfen - das sieht sie gerade aber nicht. Sie ist absolut machtlos gegen Thealon." Dann löste sie sich halb von dem anderen, um in sein Gesicht zu blicken und die Stirn zu runzeln. "Und kompakter? So breit bin ich ehrlich nicht!"
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:34 am
"Ich will dir nichts nehmen Elaine!" polterte Karsh. "Ich wollte dir nie etwas nehmen - wann verstehst du endlich, dass es mir nicht darum geht dich zu bestrafen sondern darum dir zu helfen?" er schüttelte den Kopf.
"All die Magie die ich dir beigebracht - die Macht die ich in deine Hände gelegt habe und doch hast du den selben Fehler begangen. Du hast es weggeworfen! Alles was ich dir gegeben habe um dem Schicksal zu dienen hast du aufgegeben und dich selbst verleugnet. Du wirst niemals Ruhe finden wenn du dich Thealon weiter unterwirfst! Wir beide haben eine Rolle zu spielen in dieser Geschichte und es wird ein böses Ende nehmen, wenn wir beide uns weiterhin vor dieser Verantwortung drücken!"
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:35 am
Von Gawain kam als Antwort nur ein amüsierter „mhhm“, während er über die Seiten von Coreen strich. „Das wir“, begann er dann, als der Drache vor ihm bereits protestierten oder sich ein wenig echauffieren wollte, „Unsinniges tun hat denke ich manchmal auch Vorteile. Überleg einmal was passiert wäre, hätten wir unsere Königin nicht diesem Kapitän mitgegeben. Ihr wäre in Caria nicht lange das Leben geblieben, trotzdem war es überstürzt und leichtsinnig sie einfach so einem Fremden zu vertrauen. Wir hatten einfach Glück.“
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Re: Kapitel 8

am So Jan 28, 2018 10:38 am
"Du musstest ja unbedingt zu diesem Zeitpunkt den Toten mimen!", fauchte sie ein wenig und senkte den Kopf, gar nicht daran denken wollend, wie sie ihn zurückgelassen hatten.
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Re: Kapitel 8

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