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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:16 pm
"Du bist, wer du bist, aber vor allem hast du versucht deinen Vater zu ermorden, Devastare. Es wissen genug Menschen davon, um das nicht einfach so stehen lassen zu können und vor allem können wir jedwede Bestätigung erst in der Hauptstadt geben. Wir sind Tage davon entfernt und dein Vater ist nicht stabil genug, um ihn nach Winterbroke zu bringen." Sie brauchte Zeit - sie brauchte so dringend Zeit, bevor er sich auf einen Thron setzte, der nicht seiner war und auf dem er niemals Platz nehmen sollte. Elaine hasste sich dafür, dass sie niemanden um Hilfe bitten konnte - niemandem Bescheid geben konnte, was geschehen war und was die Auswirkungen des Zaubers waren. "Sirean wird warten müssen. Riskiere nicht die Gesundheit deines Vaters, in dem du jetzt alles übereilst."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:19 pm
"Es wird seiner Genesung zuträglich sein, wenn er erfährt, dass Sirean seine Eroberung ist und er stolz auf seinen Sohn sein kann", entschied Devastare. "Dann werden die Zeugen eben zum Schweigen gebracht - ich kann mir nicht vorstellen, was vorgefallen ist, aber unter keinen Umständen würde ich meinen Vater umbringen! Ich bin sein Sohn, sein rechtmäßiger Erbe und ich werde nicht davor zurückschrecken, genau diesen Platz zu füllen und wenn es nur vorübergehend in seinem Namen ist." Energisch schüttelte er den Kopf, trotz der Schmerzen und richtete sich ein Stück weiter auf.
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:20 pm
"Du kannst nicht einfach ein paar Unschuldige ermorden, nur weil sie etwas gesehen haben!"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:20 pm
"So hat es Vater mich gelehrt." Das jedenfalls sagten seine Erinnerungen.
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:22 pm
"Nicht alles, was dein Vater tut, ist immer automatisch das Richtige, nur weil er eine Krone trägt, Devastare. Bis du einen von ihnen hast festnehmen lassen, wird ein anderer geredet haben. Du warst Jahre nicht hier, ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Wachen deinen Befehlen gehorchen würden."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:22 pm
"Wenn sie es nicht tun, kann ich sie gerne dazu bringen."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:22 pm
"Schluss damit. Du bist kein Tyrann!"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:23 pm
"Nein, das bin ich wahrlich nicht, aber ich nehme das, was mir zusteht."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:25 pm
Da war er leider nicht der Einzige und mit jedem weiteren Wort hatte sie das Gefühl, sie würde gegen eine Wand sprechen. Er wollte ihr nicht einmal zuhören, wollte nicht einmal einsehen, dass er nicht einfach jeden ermorden konnte, der ihm im Weg stand und sie brauchte dringend eine Alternative. Eine, die ihn einstweilen bremsen würde - dafür sorgen würde, dass er nicht im Namen seines Vaters Eroberung um Eroberung hinter sich brachte und jeder Versuch den Zauber zu lösen ins Nichts laufen würde, sobald sie eine Möglichkeit gefunden hatte.
"Du solltest nach deinem Vater sehen, wenn du ihm schon so viel Ehre bereiten willst."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:27 pm
"Du hast Recht, Mutter", stimmte Devastare zur, weil er bemerkt hatte, wie wenig kooperativ sie war und erhob sich langsamer als er wollte. Der Dolch vom Nachttisch fand den Weg in seine Hände und unter einen Ärmelsaum, ehe er zur Tür hin trat und dagegen klopfte. "Galahad?"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:29 pm
"Ja Devastare?" hakte der Ritter nach, welcher zuvor noch gegen die Mauer gelehnt da gestanden hatte und sich nun wieder aufrichtete um vor dem anderen stramm zu stehen und ihn von oben bis unten zu mustern. Devastare wirkte abgekämpft, erschöpft aber das Glimmen in seinen Augen verriet weiteren Tatendrang.
"Was kann ich tun?"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:51 pm
Kira war irgendwann aus dem Raum verbannt worden, während die Heiler ihre Arbeit getan hatten, um ihren Vater nach dem gescheiterten Angriff zu retten. Sie hatten versucht sie zu beruhigen, ihr zu sagen, er würde es überleben und sie würden alles in ihrer Macht stehende tun, um sein Leben zu retten und ein Teil von ihr hatte darauf gehofft, dass sie genau daran scheitern würden. Wenn ihr Vater starb, dann würde sowohl der Zauber, der über ihrer Mutter lag, wie auch der Eid über Ilian und der Zauber über Devastare in sich zusammenbrechen. Inzwischen verdammte sie sich selbst dafür nicht richtig gezielt zu haben - es wäre so einfach gewesen, nur ein paar Zentimeter weiter und die Wachen hätten nur noch einen toten König vorgefunden. Die Schuld dafür hätte sie jedem geben können - niemand hätte sie verdächtigt.
Ein schmales Lächeln, berechnender als sie es sonst von sich selbst kannte, schob sich über ihre Lippen als sie die Tür hinter sich schloss und einen Moment lang im Gang stehen blieb - solange bis sie Galahads Stimme hinter sich hörte und ihre Mimik sich wieder veränderte. Sie dachte an das, was ihr Vater Ilian angetan hatte - ihrem Bruder und seinem Freund angetan hatte und an das Gespräch zwischen ihren Eltern, das sie mehr aus Zufall mitgehört hatte. Blass und mit blutigen Händen, das Gesicht voller Schrecken und Angst wandte sie sich herum, verzweifelt darum bemüht das Blut von ihren Händen zu wischen und dabei immer mehr blutige Spuren auf dem Kleid hinterlassend, das sie trug. Lüge, wie du noch nie gelogen hast ... sie hatte es ihm versprochen. Ihm versprochen herauszufinden, was geschehen war und wie es wieder zu stoppen war. Solange würde sie ihn keinen einzigen Schritt machen lassen, ohne jemanden, der ihn im Auge behielt.
"Devastare ...", stieß sie leise hervor, als ihr Blick auf das Gesicht ihres Bruders fiel. Er sah erschöpft aus, mitgenommen von dem, was geschehen war, aber sie kannte nicht den Eifer in seinen Augen, begriff nicht, weshalb dieser Eifer da war, obwohl er wieder zurück und seine Flucht gescheitert war. "... du solltest dich doch ausruhen ..." Sie musste vorsichtig beginnen, neutral beginnen, um die Grenzen abzustecken, bevor sie ihm erzählte, was sie getan hatte. Musste wissen, wo er jetzt stand, bevor sie sich selbst in die Zellen brachte.
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:55 pm
"Schwesterlein", begrüßte Devastare die anderen mit einem Lächeln und nahm nur am Rande all das Blut zur Kenntnis. Er maß dem nicht viel bei - sie alle waren dort draußen gewesen und sie hatte wohl geholfen. Wäre er bei Sinnen gewesen, er hätte erkannt, wie frisch es war und sie gefragt, was sie mit dem Dolch wollte, doch genau jetzt lag ein ebensolcher auch in seiner Hand und es schien das natürlichste der Welt zu sein. "Mir geht es gut. Mit Verlaub, du siehst etwas durch den Wind aus."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 4:59 pm
Kira schluckte und wich beinahe einen Schritt vor der Gleichgültigkeit zurück, die er da gerade zur Schau trug. Sie kannte diese Worte von ihm nicht, den Ausdruck, den er verwendete und der sie jetzt dazu brachte, die Stirn zu runzeln. Da war eine dunkle Ahnung in ihrem Geist, eine, die sie lieber gar nicht erst ausgesprochen hätte, geschweige denn hören wollte. Schwesterlein - er hätte sie niemals so genannt, höchstens im Spaß, wie zu dem Zeitpunkt als sie triefend nass aus dem eisigen Bach gestiefelt war. Vor ein paar Tagen, als noch alles in Ordnung war.
"Hast du es nicht gehört?", fragte sie stattdessen nur und schüttelte den Kopf, sich mit dem Rücken gegen die Tür lehnend. "Vater wurde angegriffen", erklärte sie leise und hob die Hand mit dem blutigen Dolch darin. "Der ... Angreifer hat fliehen können. Ich hab ... nur den Dolch."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:01 pm
Erschrocken sah Devastare die Jüngere an, dann packte er sie an der Schulter und schob sie zur Seite. "Dann lass mich zu ihm!"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:04 pm
Er sorgte sich plötzlich um ihrer beider Vater, den er zuvor noch versucht hatte zu ermorden? Das hier war ja viel, aber es war mit Sicherheit nicht mehr der Bruder, den sie lieb gewonnen hatte. Kiras Miene verwandelte sich zu Entschlossenheit als sie den Größeren bei Seite schob und demonstrativ vor der Tür stehen blieb. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnten, war, dass er ihrem Vater dabei half wieder schneller auf die Füße zu kommen. "Die Heiler kümmern sich um ihn. Die Wachen suchen bereits nach dem Mann." Sie wusste, dass er magisch begabt war, dass sie ihn nicht so einfach würde stoppen können und sie wusste, dass er niemals ohne eine einzige Waffe gewesen war, in all der Zeit, in der er jetzt schon in Caria war.
"Ich habe mich um alles gekümmert. Sobald er stabil genug ist, brechen wir nach Winterbroke auf - in ein paar Tagen sind weitere Männer aus dem Schloss hier."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:06 pm
"Ich werde zu ihm gehen", antwortete Devastare nur düster und sah auf die anderen hinunter. Irgendetwas in ihm regte sich, stieß ihn an, seine Worte zu überdenken, doch er biss nur die Zähne aufeinander, bis sein Kiefer im Gelenk knackte. "Lass mich durch."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:14 pm
"Wozu? Du kannst ihm nicht helfen", setzte sie ihm entgegen und hob die Augenbrauen, den Älteren ein Stück von sich fortschiebend. Wenn er begann sich mehr und mehr um ihrer beider Vater zu kümmern, würde es nur dafür sorgen, dass sie den jungen Mann nicht mehr zurück bekam, den sie kennen gelernt hatte und der ihr dabei hatte helfen wollen, etwas zu verändern. Dem sie hatte helfen wollen zurück zu seinen Freunden zu kommen, die irgendwo in der Ferne waren und denen er mehr bedeutete als jedem einzelnen Menschen hier inmitten Carias. Kira hasste es, hasste es so werden zu müssen, wie ihr Vater um das zu tun, was jetzt notwendig war und um ihn vor sich selbst zu beschützen - vor dem Mann, der er durch den Zauber geworden war.
"Wachen!", rief sie jetzt lediglich und hob wieder den Blick. "Es tut mir leid, Brüderchen, aber du bist nicht du selbst. Du wurdest verzaubert", versuchte sie es und als die Schritte der Männer vor ihr erklangen, wandte sie ihre Aufmerksamkeit zu ihnen hinüber. "Nehmt meinen Bruder und seinen Leibwächter fest und bringt ihn zurück in sein Quartier. Sorgt dafür, dass er dort bleibt. Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob er sich bereits von der geistigen Umnachtung erholt hat, die ihn überfallen hat, als er versucht hat, unseren Vater zu ermorden."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:18 pm
Es dauerte nur einige wenige Sekunden, ehe die Wachen neben Devastare und Galahad Stellung bezogen hatten. Die befehlsgewohnte Stimme der jungen Kronprinzessin, gemeinsam mit ihrem Ruf der ihr im ganzen Land vorauseilte machten es ihr ein leichtes den Befehl ohne weitere Nachfrage durchzusetzen. Zwei Männer namen jeweils Galahad und Devastare an den Armen. Fest, aber nicht schmerzhaft. "Sehr wohl euer Hoheit," erklärte der älteste Wachmann und betrachtete Devastare von oben bis unten. "Sollen wir sie nach Waffen durchsuchen?"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:22 pm
"Nehmt ihnen beiden alles ab, was als Waffe dienen könnte. Sorgt dafür, dass sich auch in den Räumlichkeiten nichts dergleichen mehr finden lässt. Ich will, dass zu jeder einzelnen Minute mindestens zwei Wachen vor den Türen sein werden", wies sie schroff an und setzte erst jetzt den Schritt von der Tür fort, hinter der sich ihrer beider Vater aufhielt. Sie brauchte Zeit und ihre Mutter würde ihr bestimmt nicht die entsprechenden Antworten geben können oder wollen. Was sie brauchte war Hilfe von einer anderen Stelle und dummerweise wusste sie noch nicht, an wen sie sich mit diesem Problem der Magie wenden sollte. Es gab so wenige Magier über den gesamten Kontinent verstreut. "Legt ihm Eisenfesseln an." Damit verhinderte sie zumindest, dass er die Tür mit Magie so schnell durchbrennen und sich an ihr für das rächen konnte, was sie gerade getan hatte.
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:25 pm
"Eisenfesseln?" fragte die älteste Wache verdutzt, riss sich dann aber zusammen und stand wieder stramm. "Natürlich euer Hoheit, wie euer Hoheit befiehlt! Männer, schafft den Mann in sein Zimmer. Nehmt ihm und seinem Ritter sämtliche Waffen ab und durchsucht die Räumlichkeit. Alles was dazu dienen könnte einen anderen zu verletzen werdet ihr daraus entfernen! Danach will ich, dass ihr in einem unregelmäßigen Schichtwechsel Wachen vor den Türen positioniert!"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:31 pm
Kira nickte nur knapp, für den kurzen Augenblick versucht den Wachmann bereits für die einfache Nachfrage zur Verantwortung zu ziehen. Sie brauchte aktuell jeden der Männer, den sie hier hatte, um das Chaos zu beseitigen, das sich hier gerade bildete und sie brauchte ihre Loyalität, bevor Devastare sich darauf besann, dass er der Ältere war und die Kontrolle über dieses Reich übernahm. Er war nicht er selbst und während sie der anderen Art ihres Bruders ohne jedes Zögern geholfen hatte, sträubte sich jetzt alles in ihr, diesem neuen Bruder etwas zu überlassen. Was sie brauchte war eine magische Versiegelung vor dem Zimmer und sie brauchte dringend jemand, der sie aussprach - jemand, der nicht von ihrem Vater ohne Weiteres wieder dazu gebracht werden konnte, den Zauber zu heben, nur weil es ein Befehl gewesen war.
"Ich will die Wachpläne noch vor dem Abendessen auf meinem Tisch", orderte sie, noch bevor sie sich umwandte. Es musste sein, es musste Ordnung sein und es musste eine Chance geben. Die Macht fühlte sich seltsam in ihren Händen an, die Worte, die sie aussprach, schienen nicht mehr von ihr selbst zu kommen, so fremd und kalt waren sie. Ein Teil von ihr hatte Angst vor dem, was da gerade aus ihr wurde. "Mit den Namen all jener, die die beiden bewachen. Sollten sie fliehen oder freikommen, will ich wissen, wen ich dafür hinrichten muss. Schickt nach dem Fürsten. Ich will mit ihm über Loyalität sprechen."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:42 pm
Die Unterlagen waren in einen Umschlag aus bearbeitetem Leder gesteckt und neben Kiras Essen drapiert worden, noch ehe der Fürst den langen Raum betreten hatte.
Der Ältere schritt schließlich die langen Reihen von Stühlen ab und neigte den Kopf knapp vor Kira, während er sie aufmerksam musterte. "Eure Männer haben mir mitgeteilt, dass ihr mit mir sprechen wolltet Prinzessin. Sagt mir, wie geht es eurem Vater? Ich hoffe doch, dass er sich bereits auf dem Pfad der Genesung befindet?"
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 5:53 pm
Kira hatte den Unterlagen keinen einzigen Blick mehr geschenkt und sie zugeklappt dort liegen lassen, nur still darüber lächelnd, dass die Wachen so ohne Weiteres ihre Befehl entsprochen hatten. Sie würde sie später durchsehen, sobald dieses eine Gespräch hinter ihr lag und sie nicht mehr befürchten musste, dass ihr älterer Bruder, verzaubert und umgedreht, wie er gerade war, dafür sorgen würde, dass er einen Aufstand provozierte, weil sich ein Lager hinter ihm gebildet und ein weiteres hinter ihr stand. Das Letzte, was aus Caria werden durfte, war ein zweites Miris. "Setzt Euch doch." Umgezogen und neu frisiert hatte sie mit dem Essen auf das Erscheinen des älteren Fürsten gewartet und neigte jetzt lediglich sacht den Kopf, als er seine Fragen stellte.
"Er befindet sich auf dem Weg der Besserung", versicherte sie ihm lediglich und lehnte sich dann ein Stück zurück. Das hier würde die erste Prüfung werden, die Entscheidung darüber, ob sie gehorchen würden oder nicht. Ob die Monate, in denen ihr Vater nicht mehr im Amt sein würde, mit Chaos oder Ordnung durchzogen sein würden. Sie hatte Angst davor, ihre Hände, die sie um die Lehnen ihres Stuhls gelegt hatten, zitterten und ihr Herz hämmerte in ihrer Brust, als wolle es im nächsten Moment gleich die Rippen sprengen. Lüge ... Lügen schienen bislang ihr gesamtes Leben begleitet zu haben und jede einzelne davon verdankte sie ihrem Vater. Jede, die sie bisher hatte aussprechen müssen. Jede Entscheidung, die ihr Vater getroffen hatte, hatte ihr einen weiteren Menschen weggenommen, den sie geliebt hatte - zuerst ihre Mutter, dann Ferryn, die sie versteckt halten musste, Ilian, der zu viel Angst vor sich selbst nach den Morden gehabt hatte und schließlich ihren Bruder, den er einfach umgedreht hatte. Sie hatte nichts davon vergessen und der kalte Zorn, der immer wieder durch ihre Adern floss, schnitt tiefer als jede Verletzung, die sie sich bislang zugezogen hatte.
"Allerdings wird er eine Weile indisponiert sein, insbesondere nach dem Angriff eines Attentäters während der Behandlung hier", hob sie die Stimme und löste eine Hand von der Lehne, um damit nach ihrem Glas zu greifen. Nichts anmerken lassen, nicht zaudern. Sie durfte nicht zeigen, dass sie am Liebsten aufgestanden und weggelaufen wäre, während ihr die Worte langsamer über die Lippen kamen, als sie es sonst von sich kannte. Ihr Vater hatte immer hinter ihr gestanden, nun allein vor einem Fürsten zu sitzen, war etwas anderes und sein aufmerksamer, prüfender Blick verschlimmerte das Gefühl nur. "Ich habe mich zu fragen begonnen, wie es möglich ist, dass solche Männer so rasch von der Anwesenheit meines Vaters Kenntnis erlangt haben. Vielleicht könnt Ihr mir diesbezüglich helfen und mir einen weisen Ratschlag darüber geben, wer nun die Kontrolle über das Reich übernehmen soll."
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Re: Kapitel 8

am Do Jan 25, 2018 6:01 pm
"Mylady, ich versichere euch, dass kein Angreifer etwas von mir oder jenen die treu zu mir stehen erfahren haben..." erklärte der Graf von Camshire leise und zeigte sich bestürzt, während er ihrer Aufforderung folgte und auf dem Stuhl neben ihr Platz nahm. "Wenn ihr mich fragt, euer Hoheit - so sind die Fakten doch offensichtlich! Der junge Mann, der aktuell in seinen Gemächern bewacht wird. Es... gibt gerede, dass er womöglich ein Sohn des Königs sein soll. Einst von Ekynes entführt und... nun, er war es auch der euren hohen Vater angriff. Ein Hinterhalt im Wald, wie ich erfahren habe. Ganz ohne Zweifel handelt dieser junge Mann nicht alleine. Ich vermute einen komplott von Ekynes hinter alle dem. Wer sonst hätte ein Interesse daran seiner Majestät etwas anzutun? Er wird womöglich verbündete haben, die euren Männern gefolgt sind und... ich versichere euch, wenn wir herausfinden wer die Feinde durch die Tore hat kommen lassen werde ich euch seinen Kopf präsentieren", er kaute auf der Unterlippe.
"Was das Reich angeht, so steht es mir nicht zu mir darüber ein Urteil zu fällen."
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Re: Kapitel 8

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