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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 6:14 pm
Galahad erwachte aus unruhigem Schlaf und mochte er zuvor auch noch schlaftrunken gewesen sein, beim Anblick des leeren Bettes und der halb geöffneten Tür des Zimmers war er hellwach und hatte sich bereits eine Hose angezogen, ehe er einen Fuß ganz aus dem Bett gesetzt hatte. Sein Herz raste und schlug in einem wilden Stakkato gegen seine Brust. Sein Herr war verschwunden und er wusste nicht wohin. Mit eiligen Schritten durchquerte er den Flur, hämmerte mehrfach gegen die Tür des Earl of Cornwall. "Euer Durchlaucht bitte öffnet die Tür! Es ist dringend!"
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 6:44 pm
Die Nachricht hatte sich in Windeseile herum gesprochen - es war nicht die erste Wache, die am Morgen in ihren Räumlichkeiten stand und ihr atemlos von den Geschehnissen berichtete. Wohl aber die Erste, die ihr davon berichtete, in der Nacht niedergeschlagen worden zu sein und mit dröhnendem Schädel wieder aufgewacht zu sein und Kira hatte kaum Zeit verstreichen lassen. Er war also geflüchtet ... nachdem er bei ihrem Vater gewesen war. Kira hatte die Hände zu Fäusten geballt und hätte am Liebsten schreien mögen, weil alle Versuche ihren Bruder vor sich selbst zu retten so dermaßen schief liefen, dass ihr alle Konsequenzen jetzt sprichwörtlich um die Ohren flogen. Vielleicht war sie zu locker gewesen, vielleicht zu weich mit ihm umgegangen, dass sie ihn lediglich in ein Zimmer statt in einen Kerker verbannt hatte und inzwischen verdammte sie sich selbst für diese Entscheidung.
"Findet ihn und bringt ihn wieder zurück. In welchem Zustand, solange es am Leben ist, ist mir gleichgültig", war ihre einzige Anweisung gewesen, bevor sie die Räume verlassen hatte, die man ihr gegeben hatte, um auf dem Weg eine zweite Wache anzuweisen ihr den Vormund ihres Bruders und seinen Leibwächter in einen der unteren Säle zu bringen, während sie sich selbst auf den Weg zu ihrem Vater gemacht hatte. Ihre Schritte wurden leiser und vorsichtiger, als sie die Tür hinter sich schloss und hinüber zu dem Bett trat, in dem der Ältere lag und an dessen Seite sie sich nun sinken ließ. Hätte sie ihn nicht angegriffen, wäre das alles nicht passiert ... dann wäre ihr Bruder nicht so vollkommen von Sinnen und inzwischen bereute sie ihr Tun. Behutsam griff sie nach der Hand ihres Vaters, umschloss sie sacht mit den eigenen Fingern und hob sie zu ihrem Gesicht, um ihm einen Kuss darauf zu hauchen. "Ich vermisse dich ...", flüsterte sie leise. "Ich weiß nicht, ob du mich hören kannst ... aber ... du bist in alledem besser als ich. Ich hab das Gefühl mir entgleitet alles ... und ... ich brauche dich, Papa ... bitte, du musst schnell wieder genesen ..."
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 6:51 pm
Das rasselnde Atmen des Königs war gleichmäßiger als noch vor wenigen Tagen. Die schlimmsten Verletzungen waren soweit verheilt, dass der König nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr schwebte und der Mohnblumensaft hatte ihm alle Schmerzen geraubt. Als er schließlich die sanften Berührungen spürte öffnete Thealon seine Lider einen Spalt breit, sah Kira aus trüben Augen an und schenkte dem Kind ein knappes Lächeln. "Mein kleines Mädchen..." flüsterte er mit kratzender, abgeschlaffter Stimme. "Es ist... gut... dein alter Herr kommt schon wieder..." er atmete erneut rasselnd ein und wurde von einem Hustenanfall geschüttelt, der ihm den Schmerz in die Augen trieb. Er keuchte, schnappte nach Luft und spürte wie sogleich die betäubende WIrkung der Pflanzen einsetzte und den Schmerz und auch seine Konzentration fortwischte.
"Alles ist gut..." er verkrampfte die rechte Hand, die noch immer im Handschuh steckte und die in Flammen zu stehen schien. "Mir ist nur ein wenig heiß..."
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 6:58 pm
Sie hatte versucht Devastare zu helfen, als sie den Dolch genommen hatte - sie hatte geglaubt, sie würde damit wenigstens ihren Bruder befreien können mit dem, was sie tat, aber einzig und allein das Gegenteil war der Fall gewesen. Er war verändert gewesen, hatte sich plötzlich um den Vater gesorgt, den er zuvor noch hatte umbringen wollen und hatte sich um alles kümmern wollen, statt zurück nach Hause zu gehen und Caria hinter sich zu lassen. Jetzt hatte er eine Wache niedergeschlagen und war auf der Flucht und sie fürchtete sich davor, dass seine Flucht nicht in Richtung Ekynes gehen würde. Dorthin, wo er hingehörte. Sie hatte für ihn beinahe ihren Vater getötet ... damit er frei sein konnte, damit sie alle frei sein konnten und auch Ferryn sicher sein würde und jetzt saß sie hier und erkannte, dass ihre Entscheidung die schlimmste gewesen war, die sie jemals gefällt hatte.
"Es tut mir so leid", flüsterte sie nur heiser. Sie hatte es sich einfacher vorgestellt, all das unter einen Hut zu bringen - es für eine Weile zu übernehmen, in der ihr Vater Zeit haben würde, sich über seine Fehler klar zu werden, aber stattdessen hatte sie das Gefühl, dass sie nicht einmal genug Zeit fand, um überhaupt eine einzige Sache zu Ende zu bringen. Sie würde ihren Vater nichts davon sagen können, dass sowohl ihre Mutter entführt, als auch Devastare Reißaus genommen hatte und sie nicht einmal wusste, ob nicht beides in unmittelbarem Zusammenhang stand. "... ich hab dir nicht mehr vertraut", fuhr sie fort und schluckte schwer. "... ich hab gedacht, du würdest nur etwas Böses wollen ... ich ... ich wollte dir wirklich weh tun. Dabei warst du die ganze Zeit gar nicht der Fehler."
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:01 pm
"Ich würde... dir doch nie..." er schüttelte den Kopf. "Nie etwas böses tun... ich habe doch..." er griff mit der behandschuhten, beinahe glühend heißen Hand nach jener von Kira.
"Dich beschützt... würde alles dafür geben..." er drückte ihre Hand, kraftloser als es normalerweise der Fall gewesen wäre. "Die Götter müssen auf dich acht geben..."
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:03 pm
Der Earl von Cornwall antwortete prompt, jedoch nicht durch die Tür und mit verschlafener Stimme, sondern hinter Galahad, bereits angekleidet und mit Schwert und Parierdolch bewaffnet. „Sagtet ihr nicht, ihr seid euer Geld wert?“ Fragte Adair und presste die Lippen aufeinander. „Lost, kommt mit mir. Ich habe ein paar Meiner Männer bereits losgeschickt, gut ein Dutzend die in verschiedene Richtungen aufgebrochen sind. Wir beide werden ebenfalls nach einer Fährte suchen.“
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:07 pm
"Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich mich in letzter Zeit so göttergefällig verhalten habe, dass ich ihren Schutz verdiene", murmelte Kira nur leise und beugte sich nach vorn, um ihren Vater sacht auf die Stirn zu küssen, seine Hände in ihren eigenen festhaltend, weil sie fürchtete, sie würde ihn verlieren, wenn sie jetzt einfach loslassen würde. Es war ihre Schuld, dass er hier so lag und dass sie jetzt auch noch gegen ihren Bruder vorgehen musste, sich dem ganz und gar nicht gewachsen fühlte, was da gerade auf sie zurollte. Sie würde gegen ihren Bruder vorgehen müssen ... den Einzigen, von dem sie gedacht hatte, er würde auf ihrer Seite stehen. Für eine Sekunde kehrte der Gedanke ein, was sein würde, wenn das alles nur ein vorgegaukeltes Spiel des Älteren gewesen war. Was, wenn er niemals auf ihrer Seite gestanden hatte und sie nur für genau diesen Fall gebraucht hatte? Wie auch immer dieser Fall nun aussah.
"Du wirst wieder auf mich achten, sobald du wieder bei Kräften bist, Vater", setzte sie noch leise hinzu und strich mit den Fingern über seine behandschuhte Hand, die Wärme des Handschuhs durchaus wahrnehmend. "Du musst dich jetzt wieder ausruhen." Lüge ... die Anweisung war noch immer so klar. "Ich kümmere mich hier um alles bis du wieder bei Kräften bist."
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:12 pm
"Du bist..." fing der schwächelnde König an, doch er blinzelte während seine Gedanken ihm entglitten und er nicht mehr zu sagen wusste, was seine nächsten Worte hätte sein müssen. Alles war so weit entfernt und die schmerzlindernden Mittel lähmten auch seinen Verstand. "Ich bin stolz auf dich..." flüsterte er leise. "Vergiss... niemals. Du musst dir.... was dir zusteht.."
______
Galahad schnaubte knapp, während er sich zu dem anderen umdrehte. Er hatte viele Erwiderungen auf den Lippen, unter anderem, dass er trotz allem Geld Schlaf benötigte. Doch er sagte nichts davon, während seine Gedanken rasten. Devastare war in letzter Zeit so veränder gewesen, hatte ständig davon geredet, dass er seinen Vater stolz machen musste. Das er nun alles in die Hand nehmen und... "Ich glaube ich weiß wo er hin ist," verkündete er schließlich.
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:22 pm
„Was stehst du dann hier noch und hältst Maulaffen feil?“ Schimpfte Adair und zog den anderen für ein paar Schritte halb hinter sich her, bis dieser selbst anfing zu laufen. „Devastare wird sein Pferd nicht permanent im Galopp reiten können, andernfalls wäre es heute Abend zu Schande geritten. So oder so haben wir einen Vorteil: wir werden mit zwei zusätzlichen Pferden aufbrechen, sobald die ersten beiden zu erschöpft sind, wechseln wir.“
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:27 pm
"Wenn wir mit einem königlchen Siegel ausgestattet sind, können wir auch einfach frische Pferde von den Höfen und Gasthäusern beanspruchen!" erklärte Galahad leise. Er spürte den Blick des älteren im Nacken. "Habt ihr bereits mit der Kronprinzessin gesprochen? Habt ihr genauere Befehle erhalten wie mit Devastare zu verfahren ist?" er legte den Kopf schräg und ließ ein tiefes seufzen vernehmen. Das durfte doch alles nicht wahr sein. "Ich werde indes die Pferde vorbereiten!"
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:28 pm
„Wir werden auf keine Befehle von einem Mädchen warten, Galahad! Ich bin sein verdammter Vormund und damit obliegt mir die erste und letzte Entscheidung, was mit ihm geschieht und wie wir ihn zu suchen haben!“
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:34 pm
"Wir ihr befehlt Sire," erwiderte Galahad, der bereits ahnte, dass diese Entscheidung seines Vorgesetzten noch für Probleme sorgen würde. Aber aktuell war keine Zeit darüber zu streiten. Also nahm er die Beine in die Hand und eilte die lange Treppe hinab in die Stallungen. Er rief dem Stallburschen zu, er solle ihnen einige Pferde bereit machen, so wie sein Herr es ihm befohlen hatte und trug ihm dann noch, als sein Herr gerade nicht hinhörte, auf, er solle die Kronprinzessin von seiner Abreise unterrichten und um Verzeihung für ihn bitten. Immerhin durfte Galahad die Burg eigentlich nicht verlassen.
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:45 pm
Die Pferde standen bereits gesattelt bereit, wobei Adair dem Gedanken zugestimmt hatte einzelne Gasthäuser anzusteuern, statt eine direkte Route zu wählen, sollten sie eine Fährte aufnehmen. Das Jagdschloss lag hinter Ihnen bald in der Ferne, wobei die Sonne gerade erst im Begriff war aufzugehen. Der Staub der Straße wurde bei jedem Hufschlag aufgewühlt und es war reines Glück, dass sie in den letzten Tagen keinen einzigen Regenfall hatten. Allerdings fing Adair an sich zu fragen, warum er dann zwölf Reiter losgeschickt hatte, die doch eine eigentlich recht offensichtlich Fährte verfolgten.
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:49 pm
Galahad gab seinem Pferd die Sporen, während sie versuchten Devastares Vorsprung auszugleichen, welchen der Kronprinz wussten die Götter vor wie vielen Stunden aufgebaut hatte. Er verfluchte den verdammten ehemaligen Gardisten bereits jetzt in Gedanken dafür, dass er ihm mal um Mal nur Scherereien bescherte und schwor sich diesen Affentanz nicht noch viel länger mitzumachen.
"Der letzte Dörfler meinte, er hätte einen Mann der der Beschreibung ähnelt die Straße durch die Hügelgräber nehmen gesehen," erklärte Galahad zu seinem Herren gewandt und fasste die Zügel fester. "Das ist unebenes Gelände und er kennt es nicht gut. Er wird nicht schnell vorankommen, auch wenn es die direktere Route zur Hauptstadt ist!"
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:51 pm
„Denk doch für einen Augenblick lang nach, Galahad! Wenn er das Gelände nicht kennt wird er den Teufel tun und eine Route einschlagen, die allzu sehr von der Straße abweicht. Ihm sollte klar sein, dass er sich dann schlichtweg verirren wird.“
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:53 pm
"Es gibt ja durchaus einen Trampelpfad der..." Galahad hielt den Mund, es schien klüger zu sein nicht mit seinem Herren zu diskutieren. Das hatte er bereits bei der Verhandlung um seinen Sold klar gemacht. "Vielleicht hat sich der Bauer ja auch einfach nur geirrt," erklärte er schließlich ausweichend, während er den anderen eingehend musterte. "Welche Richtung schlagt ihr vor?"
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:55 pm
„Die der Straße“, antwortete er knapp und sah wie zur Vollendung seiner Aussage nach vorn. „Wenn er gescheit ist, dann nutzt er die festen Straßen auf denen so viel Verkehr herrscht, dass man eine einzelne Spur nicht genau erkennen kann.“ Erneut kam die Frage in ihm auf, warum er überhaupt Späher in mehrere Richtungen geschickt hatte, doch schob er dieses Produkt aus fehlender Konzentration und eigener Unfähigkeit schließlich einfach zur Seite.
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 7:59 pm
Galahad nickte. Wahrscheinlich hatte der Ältere wirklich recht. "Dann sollten wir unsere Wege beschleunigen. Devastare mag nicht in die engen Straßen geraten sein, so früh wie er aufgebrochen ist. Aber wenn wir nicht vor der Mittagszeit an den wichtigen Engstellen vorbei sind befürchte ich, dass er seinen Vorsprung noch weiter ausbauen kann. Ich will mir gar nicht vorstellen wie schwierig ein vorankommen auf der Salzstraße ist!" er schüttelte sich bei dem Gedanken, während er dem Pferd noch einmal die Sporen gab.
Devastare war verschwunden - er selbst hatte sich unerlaubt aus dem Schloss entfernt und nun suchten sie den Kronprinz, der wohl unterwegs nach Winterbroke war um sich dort eine Krone auf das dunkle Haupt zu setzen. Das alles war so furchtbar schief gegangen, dass Galahad an einen Fluch zu glauben begann, der auf ihm und seiner ganzen Sippschaft lag.
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 8:03 pm
Mehrere Stunden ritten so ohne große Unterbrechungen weiter, während die Sonne nach und nach hinauf wanderte. Um sie herum war kaum etwas zu sehen, nur die immer gleiche Landschaft aus Mischwäldern, Küstengras und moosbewachsenen Hügeln. Der Staub der Straße hing inzwischen im Fell der Tiere, wie auch an der Kleidung der beiden Verfolger.
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 8:08 pm
Galahad runzelte die Stirn, während sie zwar immer weiter voran kamen, jedoch kaum so etwas wie eine Spur ausmachen konnten, die ihnen genaueres über Devastares Aufenthaltsort verraten hätte. Der andere musste ein gutes Stück Weg zurück gelegt haben, lange bevor Galahad und Adair aufgebrochen waren. Der Ritter versuchte eine bequemere Position auf dem Rücken des Pferdes zu finden, welches mittlerweile in einen leichten Trab gewechselt war um die müden Beine ein wenig zu entlasten. Wenn sie nicht bald wenigstens einen Schatten am Horizont ausmachen konnten, würde Devastare bereits lange in Winterbroke sein, ehe sie ihn eingeholt hatte. Ein dumpfes, unangenehmes Gefühl in der Magengrube zog sich zusammen und Galahad unterdrückte nur schwer ein tiefes Seufzen. Etwas stimmte nicht mit Devastare - das war ihm schon vor längerem aufgefallen, aber er hatte es auf den Stress und die Umstände geschoben. Doch je länger er darüber nachdachte und je mehr Devastare tat, was er nun eben tat, desto misstrauischer wurde Galahad. "Verdammt... wo bist du?"
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 8:34 pm
Inzwischen hatte sie die Nase gestrichen voll davon ständig von A nach B gesendet zu werden, ein Anschreiben nach dem anderen in der Tasche und ein Siegel wichtiger als das andere. Finnja war früh am Morgen aus dem Bett gescheucht worden, hatte sich unter den kritischen Augen eines Wachführers fertig gemacht und ein bereits vorbereitetes Pferd bekommen - für das Frühstück war noch im Sattel Zeit hatte man ihr gesagt, das Ende vom Lied war, dass ihr gepackter Proviant noch unberührt in den Satteltaschen ruhte und sie schlechtere Laune als jemals zuvor hatte. Man hatte ihr grob eine Richtung gegeben - den Pfad zurück nach Winterbroke und sie war ihm bereits seit Stunden gefolgt, immer den Beschreibungen der Bauern nach, die von zwei Rittern und einem einzelnen Mann sprachen, die in halsbrecherischem Tempo auf der Straße unterwegs waren. Ihre Beine schmerzten inzwischen, weil sich ein Lederstück verschoben hatte und unangenehm auf der Oberschenkelinnenseite rieb, aber sie wagte auch nicht innezuhalten, um alles wieder zu richten.
Gardistin des Königs. Eine schöne Gardistin war sie, die ihren Herrn weder vor dem Angriff eines Attentäters, noch vor einem unwilligen Sohn hatte beschützen können. Sie hatte aufgehört sich zu fragen, was in dieser ganzen königlichen Familie eigentlich schief lief, denn das Letzte, woran sie sich erinnern konnte, war dass Devastare sich über seinen Vater beschwerte und darüber, dass das hier nicht seine Heimat war und er wieder gehen wollte. Sie hatte versprochen ihm zu helfen, geschworen den Mund über seine Pläne zu halten und trotzdem saß sie jetzt hier - im Sattel ihres Pferdes, mit schlechter Laune, einem knurrenden Magen und auf den Fersen eines Prinzen, der plötzlich glaubte, er müsse sich die Krone von Winterbroke holen. "Götter, steht mir bei ...", murmelte sie in ihren nicht vorhandenen Bart, als wenigstens die beiden Ritter in Sichtweite kamen - deutlich langsamer, als sie es erwartet hatte.
Finnja zügelte ihr Pferd, ließ es einen langsameres Tempo selbst finden und war dankbar dafür, so wie ihr Pferd ausruhen zu können. "Sieht so aus, als bräuchtet ihr zwei Hilfe dabei einen Prinzen zu finden und zurück zu bringen", begrüßte sie die beiden, erstaunt Adair an der Seite Galahads bemerkend und nur kurz die Augenbrauen hebend, sich nur schwerlich ein Grinsen verbeißen könnend. Zwei oder drei Tage ... dieselbe Strecke wieder zurück. Vielleicht würde dieser Tag doch nicht nur scheiße werden. "Ihr habt für ziemlichen Wirbel gesorgt."
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 8:40 pm
"Eher unabsichtlich," beschwor Galahad und zeigte ein schiefes Grinsen, das im Gegensatz zu Adairs finsterem Gesichtsausdruck stand, der sich beim Anblick von Finnja wenigstens ein wenig aufhellte. "Wir sind dem Kronprinz bereits seit dem frühen Morgen auf den Versen, aber ich befürchte, dass wir nicht mehr rechtzeitig bei ihm sein werden, ehe er Winterbroke erreicht. Unsere Pferde hatten bereit Schaum vorm Mund als wir beschlossen sie langsamer gehen zu lassen. Wir werden Devastare im Schloss stellen müssen und nur die Götter wissen was er da genau tun will!"
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 8:43 pm
"Möchte mich vielleicht irgendjemand mal auf den neusten Stand bringen?", hakte Finnja stirnrunzelnd nach und musterte Galahad von der Seite her, während sie ihr Pferd neben ihn führte. "Wie bei allen Göttern, die wir kennen, kamen wir denn plötzlich von einem - ich bringe meinen Vater um, weil er ein schlechter Mensch ist und ich habe keinen Bock darauf hier zu bleiben - auf - ich reite nach Winterbroke, nachdem ich eine Wache niedergeschlagen habe, um mir die Krone zu holen?", schob sie die Frage hinterher und schüttelte den Kopf.
"Hast du ihm einen zuviel auf den Kopf gegeben? War er betrunken?"
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 8:50 pm
"Ich konnte durchaus auf ihn aufpassen," murrte Galahad schulterzuckend. "Er ist erst so komisch drauf, nachdem er versucht hat den König umzubringen. Wer weiß, vielleicht hat der Schock über seine Tat irgendetwas in ihm ausgelöst? Soll vorkommen. Ich kenne Krieger, die nach einer Schlacht nicht mehr die selben waren aber ansonsten? Keine Ahnung..."
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Re: Kapitel 9

am Sa Feb 03, 2018 8:52 pm
"Galahad, wir reden von Devastare. Lass den Kronprinz-Scheiß einfach und wenn du es schon richtig haben willst, dann ist er der Prinz und mehr nicht. Er wird keine Krone bekommen, wenn er so weitermacht und ich weiß echt nicht, ob uns das nicht das Leben enorm erleichtern würde", gab Finnja kopfschüttelnd zurück, weil sie sich partout keinen Reim darauf machen wollte, was mit dem jungen Mann war, den sie einst auf der Reise nach Winterbroke kennen gelernt hatte und der ihr zuvor noch recht bodenständig vorgekommen war.
"Und hättest du auf ihn aufgepasst, hätte mir das zumindest eine scheißwütende Kronprinzessin erspart, die mich beinahe umgebracht hat als ich fünf Minuten länger gebraucht habe, um alles fertig zu machen."
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Re: Kapitel 9

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