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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 17:52
"Du willst mir also sagen, ich soll die Finger von ihr lassen. Ich soll einfach nur wie ein braver kleiner Soldat neben ihr herlaufen und tun was sie mir aufträgt?"
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 17:53
"Jepp - gut erkannt, Kapitän. Frauen an Bord bringen Unglück. Schlimmeres noch, wenn Liebe im Spiel ist."
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 17:58
"Wir haben eine Kuh geopfert und ihre Anwesenheit an Bord hat uns nun wirklich kein Unglück gebracht. Und die Sandbank und das Loch im Rumpf hatte nichts mit ihrer Anwesenheit zu tun!" erklärte er schulterzuckend. "Außerdem würde ich sie ja auch nicht zwingen mit mir an Bord zu bleiben!" erklärte er leise und blickte Cair zweifelnd an.
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 17:59
"Du würdest dein Schiff verlassen? Und die ganze Mannschaft?"
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:01
"Naja... nein," erwiderte Foster. "Aber das muss ich ja auch gar nicht! Die anderen Ehemänner lassen ihre Frauen ja auch zu Hause, gehen auf Fahrt und wenn sie auf Landurlaub sind besuchen sie ihre Familien. Außerdem hält Entfernung und Verzicht die Liebe und Leidenschaft frisch! Und immerhin muss ich mir keine Gedanken machen, dass mein Weib mit dem Geld das ich nach Hause bringe für die lange Zeit nicht auskommt!"
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:04
"Iiiin Ordnung, großer Eroberer!", antwortete Cair gedehnt und lehnte sich kopfschüttelnd zurück. So kannte er seinen Kapitän nicht und es besorgte ihn, nicht genau zu wissen, warum er sich so liebend und fürsorgend gab. Normalerweise hatte er in jedem Hafen eine Dirne und das reichte ihm - manchmal auch die selbe, je nachdem, wie gut sie gewesen war. "Denkst du nicht, sie bräuchte einen Mann an ihrer Seite? Sie hat kein einfaches Los als Königin."
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:05
"Denkst du nicht ich würde sie unterschätzen und alles was sie bisher geleistet hat negieren, wenn ich behaupten würde, dass es ihr mit einem Kerl an ihrer Seite besser gelingen würde?" hakte er ebenfalls nach. "Was ist denn los mit dir Cair? Normalerweise interessierst du dich nicht so sehr für meine Frauengeschichten - oder hilfst mir dabei. Sie zu bekommen und auch mal sie loszuwerden!"
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:07
Die Wahrheit würde sie alle den Kopf kosten, ihn voran, also schwieg er nur und schüttelte ebenjenen. "Schon gut, Foster. Ich mache mir nur Sorgen - du wirkst verändert und das beunruhigt die Mannschaft."
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:08
Diesmal schien Foster ihn nicht abwürgen zu wollen sondern in seinem Gesicht spiegelte sich ernsthafte Sorge wider. "Was.. meinst du?" fragte er leise und blinzelte den anderen an. "War meine Führung zu lasch oder zu streng die letzten Wochen? Ich weiß, dass es mit der Heuer gerade nicht gut aussieht, aber ich habe kein Geld das ich einem von euch geben könnte. Mehr als Wasser und Essen kann ich euch aktuell nicht besorgen. Ich werde versuchen etwas von dem Fürsten abzuzweigen..." erklärte er dem anderen leise. "Was ist es?"
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:10
"Sie wollen auch nicht mehr als das, was du ihnen gibst. Aber auch sie bemerken, wie verändert du bist, Foster. Sie machen sich Sorgen, dass du sie im Stich lässt" - und er machte sich diese Sorgen ebenfalls.
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:12
Foster blinzelte erschrocken auf und die Härte kehrte in seinen Gesichtsausdruck zurück. "Als ob ich die verdammten Süßwasserangler im Stich lassen würde! Ihr könnt doch Backbord nicht von Steuerbord unterscheiden, wenn ich nicht bei euch bin! Ich habe euch Treue geschworen und ihr mir! Ich lasse niemanden im Stich!"
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:13
"Wenn du das sagst", kommentierte Cair nur und biss noch ein letztes Mal von dem Fleisch ab, ehe nur noch der Knochen übrig blieb und er ihn klimpernd auf den Teller fallen ließ. "Und ich muss jetzt schlafen, Foster. Du kostest mich gerade den letzten Nerv mit deiner sinnlosen Turtelei."
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:25
"Gute Nacht Cair..." erwiderte Foster nur und schüttelte den Kopf. War ja schön wenn der andere schlafen konnte, er würde es nicht können - jetzt wo seine Gedanken zwischen Caillean und seiner Mannschaft gefangen waren und hin und her schwangen.
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 18:46
Das ganze Gespräch um Elaine, Karshs Verfehlungen und den Zwischenfällen, die ihr Vorhaben mit sich bringen würden hatte Caillean wach gehalten. Blicklos starrte sie auf das Kissen neben ihr, zu müde um aufzustehen aber auch zu wach, um die Augen vor dem Morgengrauen zu schließen, während ihre Gedanken erneut auf Reise gingen. Sie hatte Angst vor dem, was geschehen würde, wenn erst die Forderung nach Winterbroke kommen würde und wie der Hof dort reagieren würde - was sein würde, wenn es ihm nicht gut ging und sie sich nicht darauf einlassen würden. Sie hatten alle hoch gepokert, hatten darauf gesetzt, dass dem König Elaine wichtiger sein würde, als sein eigener Sohn. Die Alternativen waren mau ... sie konnten Elaine nicht auf ewig hier halten, aber hier tatenlos herumsitzen und die Chance darauf verstreichen zu lassen Devastare helfen zu können, hatte sie ebenso wenig wollen.
Die Kerze auf dem Nachttisch flackerte als sie für einen kurzen Moment lang die Augen schloss, nur um sie dann wenig später wieder seufzend zu öffnen, die Momente vermissend, in denen sie nicht allein war. Die Momente, in denen es Arme gegeben hatten, die sie gehalten hatten und die leise Stimme ihr versichert hatte, dass sie eine Lösung finden würden. Wenn sie jetzt die Finger ausstreckte und das Kissen berührte, fand sie es kalt und leer vor. Sie mochte die wenigen schwachen Momente nicht, in denen die Sehnsucht und das Vermissen übermächtig wurde und ganz ohne ihr Zutun die Tränen in ihre Augen schossen und darin zu brennen begannen bis sie die Augen schloss und sie in den Kissen versickerten.
Oft hatte sie in den letzten Wochen darum gebetet, es möge jemanden geben, der auf ihn achten und ihn vor Schaden bewahren möge und irgendwann war da dieses seltsame Gefühl in ihrer Brust gewesen. Die seltsame Leere, als habe man einen Teil von ihr herausgeschnitten und fortgebracht und es hatte ihr Angst gemacht. Angst davor, dass es vielleicht zu spät war. Dass sie vielleicht zu spät kommen würden. Es war ein naiver Versuch, den sie jetzt unternahm als sie die Augen schloss und sich wieder zurück zu jenen Momenten wünschte, die es einstmals gegeben hatte - in denen sie glücklich gewesen war und in denen es weder einen Krieg, noch einen Tyrannen gegeben hatte, der ihrer beider Leben im eisernen Griff gehalten hatte.
'Ich vermisse dich ...' Diese einzelnen kurzen Nachrichten zu senden und sich vorzustellen, er würde sie hören, war einfacher mit der Einsamkeit zurecht zu kommen als einfach die Gegebenheiten zu akzeptieren. Ein Teil von ihr wusste, wie naiv es war und dass sie nicht einen einzigen Funken Magie in sich selbst besaß, der es ihr möglich gemacht hätte, diese Nachricht wirklich zu übermitteln, aber es half einem größeren Teil. 'Jede einzelne Sekunde.'
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:07
Der Schlaf hatte Devastare schon vor einer schieren Ewigkeit übermannt und obwohl er eigentlich nichts in seinem aktiven Bewusstsein hatte, worum er sich sorgen musste, fühlte sein Körper sich dennoch so an, als täte er es. Unruhig hatte er sich in dem Bett gewälzt, immer wieder flatterten im die Augenlider, während die Kopfschmerzen auch weiterhin tobten. Er hatte gedacht, sie würden weniger werden, wenn der Schlag erst einmal zwei, drei Tage zurück lag, doch nichts dergleichen war passiert. Es nun vor Galahad zuzugeben war nicht in Frage gekommen und so hatte er jede Ausflucht genutzt, um früh ins Bett zu kommen. Was auch immer hier los war, Normalität war es nicht. Sein ganzes Sein drehte sich nur noch darum, wie er an die Krone kam und irgendetwas sagte ihm, dass das nicht sein sollte. Dass die Gedanken nicht die seinen waren - nicht er. Dagegen angehen konnte er trotzdem nicht. 
Als ihn endlich Schwärze umfing, die tiefer schien, wurde sein Atem ruhiger, nur um kurz darauf zu stocken, weil es auch sein Herz tat. Die Stimme in seinem Kopf war so vertraut, so ... er kämpfte sich durch den Nebel hindurch, folgte dem Ruf und blinzelte überrascht, als er in den Hallen der Königin von Ekynes stand, sie vor ihm auf dem Thron, er an seinem angestammten Platz. 
'Bei aller Liebe, meine Königin", hörte er ihr Worte zuraunen, als gerade niemand zu ihnen sah, Worte, die vertraut waren. Der Tonfall warm, mit einem Scherz auf den Lippen. 'Diese Bilder ... ich sehe sie jeden Tag. Ich schwöre, ich könnte sie inzwischen originalgetreu nachmalen. Tut mir den Gefallen, tauscht sie aus.'
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:19
Jetzt plötzlich eine Resonanz zu bekommen, diese leise Stimme in ihrem Unterbewusstsein zu spüren, ließ sie einen kurzen Moment lang an sich selbst zweifeln. Sie wusste nicht, ob sie inzwischen den Verstand verlor - sich die Stimme einbildete, die sie da in ihrem Kopf hörte und trotzdem war das Gefühl so übermächtig, dass ihr nichts anderes mehr übrig blieb als eine Hand zur Faust zu ballen und sie hinein zu beißen, um das Schluchzen zu unterdrücken, das sich sonst über ihre Lippen gebahnt hätte. Das hier war etwas anderes. Realer, echter und trotzdem immer noch nur in ihrem Kopf.
Die Hallen, durch die sie in ihren eigenen Gedanken wandelte, kannte sie seit ihrer frühsten Kindheit, jeder einzelne Meter mit Erinnerungen gespickt - Gesichter, die sie kannte und die leicht auszublenden waren, als ihr Augenmerk auf das eine fiel, das als Einziges noch zählte. Das Lächeln war ihr so vertraut, das es weh tat, es nach all der Zeit wiederzusehen. Die leisen Worte ließen einen warmen Schauder über ihren Rücken gehen als sich ihr Traumselbst mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegte. Sie fürchtete sich davor, was sein würde, wenn sie den Schritt machen würde - wenn es mehr als Worte sein würden, die sie miteinander tauschten - hatte Angst davor, dass dieser Traum genauso schnell zerplatzen würde, wie er gekommen war.
'Es tut mir leid', war schließlich das Erste, was ihr einfiel während zumindest all jene Gesichter ins Nichts verschwanden, die zuvor noch dort gewesen waren. Es war ihr gleich, wie es möglich gewesen war oder wem sie es zu verdanken hatte, dass es diesen einen Moment gab.
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:23
'Was tut Euch leid?', hakte Devastare mit gerunzelter Stirn nach und sah sich nach den anderen Menschen um, die inzwischen alle zu den Ausgängen geführt wurden. Die Stunde der Bittsteller war vorbei und ihnen blieben gute zwei Stunden, bevor Caillean sich für das Abendessen umkleiden musste. Hier herein würde niemand mehr kommen - eine Anweisung, der sich nie jemand zu widersetzen gewagt hatte. Zeit, das höfische Reden abzulegen. 
Leise trat Devastare einen Schritt nach vorne und ging neben der dunkelhaarigen Frau in die Hocke, die die schmale, silberne Krone trug, die Ekynes für ihre Königinnen bereit hielt; eine Arbeit von Feen und eine Leihgabe. 
'Caillean? Was tut dir leid?', fragte er sanft nach und schob den Finger unter ihr Kinn, um es sacht zu heben.
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:29
'Ich bin nicht bei dir ... ich bin Meilen von dir fort und kann dir nicht helfen', war ihre leise Antwort auf die Frage und erst mit jener seichten Berührung wagte auch sie es die Hand zu heben und nach seiner zu greifen. Da war wieder dieselbe Wärme, wie sie immer gewesen war - das Gefühl hatte sich nicht verändert, das sie in ihrem Inneren empfand. Jenes Gefühl, das ihr jedes Mal aufs Neue das Herz schlagen ließ. Umgebung schien ihr relativ zu sein, Menschen veränderbar und wäre es das endlose Dunkel gewesen, es wäre ihr gleich, solange sie nur nich allein war und trotzdem war da zwischen all der Erleichterung, die sie empfand, etwas, das sie jetzt ins Straucheln geraten ließ, während ihre Fingerspitzen sacht über seine Hände glitten. 'Woran erinnerst du dich?'
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:33
Erinnern? Er war hier, wie er es immer gewesen war, direkt an ihrer Seite, hatte seinen Dienst getan. Meinte sie die letzte Nacht, in der er mit Gawain und Coreen in einer Taverne gewesen war? Er hatte keinen Dienst gehabt und die beiden schon so lange vertröstet, dass es Zeit geworden war, der Einladung endlich Taten folgen zu lassen. Aber er konnte sich nicht daran erinnern, zu viel getrunken zu haben, was ihm sein Gedächtnis so benebelte, damit er diese Frage nicht einmal einordnen konnte. Sie war Meilen von ihm fort? 
'Du bist genau hier, Lean - was redest du denn? Woran soll ich mich erinnern?', hakte er leise nach und küsste ihre Finger, jeden einzelnen. 'Warum sollst du mir helfen?'
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:34
Thealon hatte in seinem Fieberwahn nicht allzu viel sagen können, jedoch unter Zeugen klar gemacht, was er von Adair verlangte. Er kannte den König flüchtig, schien jedoch damals einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Oder er war von seiner langen Liste an Earls der einzige, dessen Name kurz genug war um ihn auf ein Pergament zu kritzeln, dass ihm bis auf einen Rückzug von königlicher Seite die Vormundschaft erklärte. Das es durchaus möglich war, dass aus dem König letztlich nicht viel mehr als Gemüse werden würde, war ihm bewusst – und genau das ängstigte ihn. Er sollte dafür Sorge tragen, dass der fremde, gerade erst aufgetauchte Sohn Caria verwalten konnte. Er sollte das Land kennenlernen, die Regierungsgeschäfte, kurz gesagt alles, was man als König wissen sollte. Vielleicht war der König auch bereits Gemüse und hatte nur einen letzten, hellen Moment erlebt? Adair wusste es nicht und wollte es um ehrlich zu sein auch nicht weiter überdenken. Die Konsequenzen jedoch, würde Thealon jemals wieder aufstehen und genesen und er müsse feststellen, dass Adair rein gar nichts getan hatte, wären verheerend.
„Guten Morgen“, begrüßte er die beiden Insassen, gekleidet in voller Montur und bewaffnet mit Schwert und Parierdolch. „Geht‘s ihm gut?“ Fragte er an Galahad gewandt, welcher direkt neben dem Königssohn saß. Ein kurzes Nicken reichte ihm bereits als Antwort. „Dann komm du schon mal raus, wir müssen einiges bereden und der Königssohn sollte sich ausruhen und Schlaf bekommen, solange er dazu noch die Möglichkeit hat.“
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:41
'Du träumst ... ', teilte sie ihm nur leise mit und noch bevor er dagegen sprechen konnte, schüttelte sie sacht den Kopf. 'Wir beide tun das ... und es ist der schönste Traum, den ich in der letzten Zeit gehabt habe ...' Da war irgendetwas, etwas, das ihn wie eine Wolke umgab und das die Erinnerungen an das zerstört hatte, was geschehen war. Wenn er sich dessen bewusst werden würde, würde all das verschwinden? Da waren so viele Fragen, so viel Furcht davor, was geschehen würde, wenn diese Erinnerungen nicht mehr zurückkehren würden und die Wut auf denjenigen, der ihm das angetan hatte, dass sie für einen kurzen Augenblick lang nicht einmal mehr wusste, wohin mit sich.
'Du bist fort ... du bist in Caria und ich weiß nicht, was sie mit dir gemacht haben. Wir wurden getrennt - vor Monaten in Evelon ... das hier ist das erste Lebenszeichen, das ich von dir erhalte.'
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:41
Galahad sah auf, als er die Stimme des ihm fremden Adligen vernahm und betrachtete den anderen für einen kurzen Moment von Oben bis unten, während er sich in Erinnerung rief welches Haus das Wappen trug, dass der Fremde hier zur Schau stellte. Er erhob sich auf den Befehl des anderen hin, schob den Stuhl leise und vorsichtig an das Bett und folgte Adair, ehe er leise hinter sich die Tür schloss.
"Was kann ich für euch tun Herr?"
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:43
Vor Monaten in Evelon? Er war in Caria? Skeptisch sah er sich im Thronsaal um, betrachtete den Thron, auf dem Caillean noch immer saß, wenn auch an den Rand gerutscht inzwischen. 'Caillean ... wovon redest du?" Seine Stimme war sanft und besorgt und das war er auch wirklich. Sie schien zu halluzinieren. Behutsam strich er ihr über die Wange. 'Warum sollte ich in Caria sein? Wir sind seit Monaten hier. Deine letzte Reise ging nach Loviel.'
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:46
Adair schnaufte leise und rieb sich die Stirn, als er die förmliche Anrede hörte. Doch sein Gegenüber konnte nichts dafür, tat er doch lediglich seine Pflicht und hielt die Etikette ein, die sich irgend eine lang zurückliegende Gesellschaft voller Inbrunst aus Hass, schlechtem Geschmack und Dummheit ausgedacht hatte. Er führte den Ritter schließlich weiter in ein kleines Zimmer, in welchem mehrere Regale an den Wänden standen, diese wiederum versehen mit etlichen Schatullen und Geldsäckchen. „Ich will es dir direkt erklären, Ser Galahad, also setz dich bitte.“ er wies auf einen Stuhl, welcher an einem kleinen Eichentisch lehnte, ehe er sich selbst den zweiten, gegenüberliegenden griff. „Der König hat beschlossen, dass ich der Vormund den Königssohn bin, da er aktuell nicht dazu in der Lage ist. Was bedeutet, dass ich mich nun auch um dich kümmern muss. Also: wie viel?“
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Re: Kapitel 9

am So 28 Jan 2018 - 19:48
Wenn es nur so gewesen wäre. Wenn es nur so gewesen wäre, dass sie niemals aufgebrochen wäre - dass es Morys niemals gegeben hätte und sie noch immer Zuhause wären, an dem einzigen Ort, der jemals wirklich sicher gewesen war, bis Karsh zugelassen hatte, dass ein Fremder dort auftauchte und ihnen all das nahm, was ihnen wichtig war. Sie hätte losschreien mögen als sie sich nach vorn sinken ließ und die Arme um ihn schlang. Das alles fühlte sich so echt an, so wie früher - als wäre alles noch in Ordnung. 'Deine eigene Vergangenheit? Deine Herkunft? Erinnerst du dich an irgendetwas davon?', fragte sie nur leise, inständig darauf hoffend, dass sie diejenige war, die sich all das Grauen nur eingebildet hatte und das hier die Realität war.
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Re: Kapitel 9

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