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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:34 pm
"Dein Bruder", echote Coreen dumpf. "... ähm ... bitte was ...?"
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:35 pm
"Er ist der Grund, weshalb es das Oldgate gibt! Er sollte keine Möglichkeit haben überhaupt jemanden zu kontaktieren!"
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:36 pm
Kälte zog sich nun durch den Raum und es war die, die von Coreen abstrahlte wie von einem gefrorenen Eisblock, den man in die Wärme getragen hatte, während sie die Arme um sich schlang und halbwegs froh war, nicht zugestimmt - keinen wahnwitzigen, fehlgeleiteten Eid geleistet zu haben.
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:42 pm
"Vor Jahrtausenden hat er eine Waffe geschmiedet - eine einzige. Die Einzige, die uns wirklich töten kann. Er hat versucht mich gemeinsam mit einer Armee zu töten, um mein Feuer zu bekommen - ihre Rüstungen liegen noch heute in meinem Hort. Wir haben ihn verbannt - hinter dem Oldgate, gemeinsam mit jedem, der noch am Leben war als der Krieg endete und dort sollten sie auch bleiben. Sotis bewacht das Tor, Oberon und ich die Waffe", fuhr Rhiannon mit ihrer Erklärung fort, selbst wenn sich der Zorn in ihrem Inneren noch nicht gelegt hatte. Sie würde mit den anderen sprechen müssen - insbesondere mit Sotis. "Das Tor verhinderte Jahrtausendelang, dass er Einfluss nehmen konnte und es sollte weiter bestehen. Ich wüsste gern, wie er es geschafft hat, einen Riss in diese Welt zu finden, durch den er kriechen kann."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:44 pm
Sie war aufgestanden, um den Flammen auszuweichen, doch nun wurden Coreen die Knie weich und sie ließ sich an Ort und Stelle einfach zu Boden sinken, weil sie sich keinen Schritt mehr machen traute, der sie nicht sofort auf die Nase befördert hätte. Nach dem, was sie hier hörte, war der Pakt sowieso hinfällig. "Einen Dolch aus Stein ..."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:45 pm
"Er wollte den Dolch von dir."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:45 pm
"Ja."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:47 pm
"Gut, dass du zuerst mit mir gesprochen hast, Coreen, und dich nicht hast verleiten lassen."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:53 pm
Das Verlangen, die einfache Lösung zu wählen, war groß gewesen und obwohl sie wusste, das richtige getan zu haben, schmerzte es erneut, zu wissen, dass Gawain eines Tages doch von ihr gehen würde. 
Die Antwort, die sie hätte geben können, wäre nur Zeuge davon gewesen, was ihr durch den Kopf gegangen war und so nickte sie nur, ihre Knie betrachtend, die noch immer unter dem Hemd hervor lugten, das sie Gawain zum Schlafen geklaut hatte. Sein Duft stieg ihr in die Nase, als sie dem Kragen näher kam und nur mit einem harten Biss auf die Innenseite der Wange verhinderte sie, dass eine Träne ihrem Auge entkam. 
Rasch kämpfte sie sich zurück auf die Füße und zwang sich zu einem schiefen Lächeln.
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 9:58 pm
"Geh wieder schlafen Coreen", bat Rhiannon sie, weil sie gerade weder den Kopf frei genug hatte, um sich jetzt mit der Jüngeren zu beschäftigen und vor allem weil das Auftreten ihres Bruders dringend von ihnen allen Handlung forderte. Sie musste zurück - sie musste dringend wieder zurück zu dem Dolch, in ihren Hort, noch bevor ihr Bruder einen anderen Sterblichen dazu verleiten wollte ihren Hort zu betreten und den Dolch zum Oldgate zu bringen und davor ... davor würde sie mit den anderen sprechen müssen.
"Ich muss Nachforschungen erledigen, wie er in die Welt gekommen ist und warum er nach Jahrtausenden einen Sterblichen kontaktiert", fügte sie hinzu und atmete noch einmal tief durch, bevor sie auf Coreen zutrat und die Jüngere noch einmal in ihre Arme zog. "Danke", flüsterte sie ihr leise zu, sacht über die dunklen Haare streichelnd. "Danke, dass du zuerst hierher gekommen bist."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 10:11 pm
Immer noch wortlos löste Coreen sich aus der Umarmung. Das Lob hatte sie nicht verdient - gefühlt war die Entscheidung zu knapp ausgefallen, um sich in den Worten zu sonnen, sie hätte etwas gut gemacht. Sie fühlte sich nicht danach. Rhiannon war wütend und hatte noch mehr Sorgen, Gawain würde sterben und obwohl sie das immer gewusst hatte, tat es nur noch mehr weh, die Realität klar zu sehen. Jemand hatte ihr unter die Nase gehalten, was sie sich wünschte und es im letzten Moment fort gezogen, um sie nun damit zu verhöhnen. 
Sie verschwand, blass und leise, so wie sie gekommen war und eilte zurück durch die Gänge. Das nagende Gefühl in ihrem Inneren ließ sich nicht mehr aufhalten, nicht beiseite schieben und in ihrem Kopf begann sich unaufhörlich zu manifestieren, wie wenig Zeit ihnen noch blieb. 
Hart biss sie sich auf die Fingerknöchel, doch die Tränen ließen sich davon nicht mehr aufhalten. Eis bildete sich dort, wo ihre nackten Füße den Boden berührten und ein paar Kristalle funkelten auf ihrer Haut, machten sie eisig kalt. Sie begegnete niemandem auf ihrem Rückweg und es war ihr nur Recht so, denn aufgelöst und heulend wollte sie niemandem über den Weg laufen. 
Als sie die Tür zum Zimmer öffnete, erwartete sie fast, das Bett leer vorzufinden, doch da war er - Gawain. Verlässlich wie immer und er schlief tief und fest, als sie das Zimmer verriegelte, um niemanden ein zu lassen, der sie über Stunden hinweg stören würde. Sie betrachtete den Spiegel lange in einer Mischung aus Argwohn, Missmut und Frust, ehe sie einen Umhang darüber warf, der ihnen beiden nicht gehörte und den Spiegel zur nächsten Wand drehte.
Dann trat sie zum Bett und schob sich unter Gawains Arm, so dicht an ihn heran, wie es körperlich möglich war. "Ich liebe dich", murmelte sie fast lautlos und ließ ihre Finger seinen Bart entlang wandern, bis zu seinen warmen Lippen. Sanft hauchte sie einen Kuss darauf. "Wir finden einen Weg." Und wenn sie keinen fanden, würde sie bis zum letzten Atemzug an seiner Seite bleiben. Sie hatte das Richtige getan, aber wie konnte sich das Richtige manchmal so falsch anfühlen?
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 10:50 pm
"Das Schiff liegt momentan nach einem Sturm auf einer Sandbank und die Reparatur zieht sich, weil wir das Material erst bekommen, sobald der Fürst hier seinen Cousin oder irgendeinen anderen Verwandten besiegt hat - ich hab den Überblick über die Verwandtschaftsverhältnisse hier verloren ...", erzählte Caillean weiter, nachdem sie sich vor ein paar Stunden wieder gemeinsam mit Devastare zurück gezogen hatte, um ihn wenigstens auf den neusten Stand bringen zu können und das zu wiederholen, was geschehen war während er in Caria gewesen war. Sie hatte während der Geschichten den Kopf nur selten gehoben, hatte lediglich ihre Finger zwischen seine geschoben, weil das die bequemste Position war, so wie sie an ihm lehnte. Ehrlichkeit war eines der Dinge, die ihr stets wichtig gewesen waren und sie hatten wenigstens einen einzigen Tag, um das Wissen auffrischen zu können - sie hatte sich entschieden zuerst die leichten Themen anzugehen, bevor sie das anging, was da noch immer in ihrem Hinterkopf war und was sie trotz allem, was geschehen war nicht einfach hatte ignorieren können.
Ab und an ertappte sie sich dabei darüber nachzudenken, wie viel Zeit bereits vergangen war - wie es sein würde, wenn sie damals nicht in den eisigen Fluss gefallen wäre und die Reise und der Weg zum Schiff nicht so anstrengend gewesen wäre. Der Gedanke daran, dass es vielleicht einfach nicht hätte sollen sein, hatte sie eine ganze Weile lang schlafen lassen, aber gerade jetzt in den ruhigen Momenten kehrte die Erinnerung daran wieder zurück, der Gedanke daran, dass sie sich an beinahe einen ganzen Monat nur verschwommen erinnerte, weil sie kaum wach genug gewesen war, um zu essen und zu trinken. "Foster ist eigen, aber er ist ein guter Kerl ... wenn auch ein wenig übereifrig, in dem was er macht. Seine Crew hat - und jetzt lach nicht - eine Kuh geopfert, damit ich an Bord kein Unglück bringe. Zumindest hat Cair das erzählt. Niemand sonst wollte das bestätigen."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 10:52 pm
"Eine Kuh", wiederholte Devastare lachend und sah auf den dunklen Schopf hinunter, der an ihm lehnte und Caillean ausmachte. "Hoffentlich war es eine königliche Kuh. Hat es denn etwas gebracht?"
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 10:53 pm
"Das Schiff liegt auf einer Sandbank mit einem riesigen Loch im Rumpf", erinnerte sie ihn lediglich schmunzelnd. "Ich befürchte die eine Kuh hat nicht dafür gereicht, um wirklich Glück zu bringen."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 10:54 pm
"Arme Kuh", stellte Devastare daraufhin nur fest und schüttelte den Kopf, weil die Vorstellung so absurd war, wie panisch eine Mannschaft auf Schiff sein konnte nur wegen einer Frau. "Immerhin bist du am leben und das verdanken wir womöglich dann doch der Kuh."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 10:59 pm
"Eher Fosters Enthusiasmus, wir würden schon nicht in einem eisigen Fluss ertrinken auf der Flucht - er kann die Luft übrigens wesentlich länger anhalten als ich und Cairs fähigen Händen. Aber alles, was das Schiff betrifft, geht auf jeden Fall zu Gunsten der armen Kuh", setzte sie einstig mit der Schulter zuckend nach, weil die Erinnerung daran so absurd war, wenn sie jetzt darüber nachdachte. Die Crew bestand aus gestandenen Männern, die schon mehr gesehen hatten und Cair war noch der Weichste von ihnen, aber niemand hatte gewusst, wie er wirklich mit einer Frau an Bord umgehen sollte. Das hatten erst die Monate verbessert als sie begonnen hatte ihnen zu helfen, wo immer es eine Möglichkeit gab - nicht immer unbedingt besonders erfolgreich, aber sie hatten immerhin ihren Versuch geschätzt.
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:00 pm
"Was ist passiert, als wir uns getrennt haben?", fragte er leise nach, weil der Unterton in ihrer Stimme deutlich machte, dass es nicht so einfach gewesen war, wie man annehmen konnte.
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:11 pm
"Es waren ein paar Monate und eigentlich viel zu viel ...", räumte sie ein und schluckte, wissend, dass spätestens jetzt der Moment gekommen war, an dem sie nicht mehr ausweichen konnte. Die Crew wusste es, Foster und Coreen wussten es ... er würde sich zurecht belogen fühlen, wenn er es von jemand anderem als von ihr hören würde und dieses Risiko war noch nicht einmal klein. Einen Moment noch schweigend hob sie die zweite Hand und führte sie zu der anderen mit der sie ihn festhielt, die Augen für einen Moment schließend, weil sie gar nicht wusste, wie sie überhaupt damit beginnen sollte. Bislang hatte sie nur Coreen selbst davon erzählt und die war irgendwie zumindest noch immer eine Frau und weniger involviert. Nüchtern kam ihr falsch vor, aufzustehen und herum zu gehen ebenso, weil sie die Distanz nach all der Zeit und den Hunderten von Meilen zwischen ihnen nicht wollte.
"Als Morys Männer uns entdeckt haben, hat Foster mich zu Fuß und nach dem Sturz in den Fluss durch den Schnee geschleift." Besser sie fing dort an, wo diese Geschichte überhaupt begonnen hatte, bevor sie erneut damit begann durch die langen Monate zu hüpfen. "Er hat mir in jedem Fall dadurch das Leben gerettet, aber ..." Und hier kam der Punkt. Sie drehte und wendete die Geschichte, die Sätze und Worte in ihrem Kopf, weil drüber sprechen zu wollen noch immer weh tat und sie nicht so recht ausdrücken konnte, was da eigentlich in ihrem Kopf vor sich ging. Eine ganze Weile lang noch blieb sie still und haderte mit sich, sich lediglich halb zur Seite drehend, weil es besser war halb in Stoff zu sprechen statt in einen leeren Raum, der sich vor ihr befand. "Aber", setzte sie schließlich noch einmal neu an, die Augen wieder geschlossen, weil sie Angst vor der Reaktion hatte. Vor der einen Frage, die sie sich selbst oft gestellt hatte und irgendwann eine Antwort dafür gefunden hatte. "Es hat nicht ausgereicht, um das Kind zu retten ...", schob sie leise nach. Da war es - diese unausweichliche Wahrheit. "Ich war schwanger ... beinahe ein Monat lang hat Cair versucht mich am Leben zu halten. Sie ... sind meinetwegen beinahe in Saterra erwischt worden, weil sie mich nicht haben sterben lassen wollen ..."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:14 pm
Das Kind ... die Worte wollten und wollten nicht in seinen Kopf. Es fühlte sich an, als hätte jemand ein Brett davor gestellt und wie er sich auch wandte, er konnte nicht darum herum sehen. Sie war schwanger gewesen, während ihrer Flucht, während ... Sie war schwanger gewesen. Bei den Göttern ... hätte er es nur gewusst!
Devastare zwang sich, hart zu schlucken, bevor er seine Gedanken weiter zu sortieren begann. Vorsichtig nur strich er über Cailleans Arme, zog sie dichter an sich, als wollte er ihr damit zeigen, dass es nichts veränderte für ihn. Doch eine Frage blieb - und er wusste nicht, wie er sie stellen sollte. 
"Das Kind ... war - war es -?" Morys? Das seine? Er wusste zu wenig über Schwangerschaften, zu wenig, ob sie es wissen würde.
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:19 pm
Die Frage, selbst so abgehackt, wie sie an ihre Ohren gedrungen war, war genau die, vor der sie über all die Zeit Angst gehabt hatte und die sie jetzt wieder schlucken ließ. Sacht schüttelte sie den Kopf, das Gefühl zu ignorieren versuchend, das ihr abwechselnd heiß und wieder kalt werden ließ und ihr jetzt einen Schauder über den Rücken jagte. "... ich", setzte sie schließlich nach einer Weile neu an. "... hatte es geahnt ... dann kam Morys und alles lief drunter und drüber und ... es war irgendwie nicht richtig darüber zu sprechen. Dann kam die Flucht und ich hab nicht lange nachgedacht ... Entschuldige."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:22 pm
"Nein", bat er sie nur und schlang den Arm ein Stück weiter um sie, als könnte er sie damit vor all dem Bösen beschützen, das noch kommen mochte oder vor den Dämonen, die sie jagten und aus der Vergangenheit auftauchten. "Du hast keinen Grund, dich zu entschuldigen, Lean." 
Sein Kind - ihr beider Kind. Und sie hatten es verloren. Manchmal ging das Schicksal Wege, die sich ihm nicht erschlossen und einmal mehr verfluchte er Morys dafür, sie in diese Situation gebracht zu haben. Er verfluchte sich selbst, nicht bei Caillean geblieben zu sein, um ihr in dieser Zeit irgendwie bei zu stehen. 
"Du hast nichts falsch gemacht - es ist ... ich hätte unser Kind nur gerne kennen gelernt ... -"
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:28 pm
Die Worte allein sorgten dafür, dass sich ein faustgroßer Kloß in ihrem Hals bildete, der sie hart schlucken ließ. Sie spürte die Tränen in ihren Augen brennen und schloss sie erneut, um sie zu unterdrücken, aber alles, was geschah war, dass sie über ihre Wangen rollten als sie wieder blinzelte. Die Monate allein darüber nachzudenken waren einfacher gewesen, mit niemandem darüber sprechen zu müssen, weil niemand es gewagt hatte nachzufragen, obwohl es jeder gewusst hatte. Oft genug hatte sie allein für sich selbst in der Kajüte gelegen und in die Kissen hinein geweint, hilflos irgendjemanden verflucht und dann Ablenkung in der Arbeit auf Deck gefunden. Immer etwas tun und nur dann innehalten, wenn andere um sie herum gewesen waren, das Schiff hatte all das möglich gemacht - hier und jetzt zu sitzen und sich selbst damit erneut zu konfrontieren, ließ ihr bewusst werden, wie sehr diese Wunde noch immer schmerzte.
"Ich auch ..."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:32 pm
Behutsam strich Devastare ihr die Haare aus der Stirn hinter die Ohren und legte sein Kinn auf ihrem Schopf ab. "Es ist schon gut, Lean - seit wann musst du dich vor mir verstellen, hm?", hakte er leise nach, aber seine Stimme zitterte selbst. Er hatte etwas verloren, von dem er nicht einmal gedacht hatte, es jemals bekommen zu können und das tat weh. Aber mehr noch schmerzte die Vorstellung, wie es Caillean alleine damit ergangen war.
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:38 pm
Alle Worte, die sie seitdem gehört hatte - es hatte einfach nicht sollen sein, vielleicht war es besser so, das Schiff war kein Ort für ein Kind, ihrer aller Leben gerade zu unsicher um ein Kind groß zu ziehen - es gab Dutzende dieser Aussagen und keine hatte weitergeholfen. Nicht eine einzige wollte sie davon jetzt wieder in Worte formen, um diesem Augenblick den Schmerz zu nehmen - sie würden nicht helfen. Sie würden das alles nur unterdrücken, zurückstellen und weniger darüber sprechen, aber der Schmerz blieb derselbe. Sacht drückte sie seine Hand und biss sich auf die Lippen, um jeden weiteren Laut zu unterdrücken. Sie hatte Zeit gehabt sich mit diesem Gedanken allmählich und ganz langsam anzufreunden - für ihn kam das jetzt gerade erst mit der Wucht eines Hammerschlags.
"Mach dir bitte keine Vorwürfe ...", bat sie ihn schließlich nur leise. "... ich glaube nicht, dass es etwas gegeben hätte, was das geändert hätte."
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Re: Kapitel 11

am Sa Feb 10, 2018 11:42 pm
"Ich weiß. Wir konnten nichts für die Umstände, wir beide nicht und es bringt uns nichts, uns zu fragen, was wäre, wenn", stimmte er zu, auch, wenn es ihm schwer fiel. Rational betrachtet hatte er damit natürlich Recht und sie auch, emotional ... hatte er sich nicht gewünscht, einem Kind ein anderes Vorbild zu sein als sein Vater ihm? 
"Irgendwann, wenn ..." Er hielt inne, wollte sie nicht überfallen damit und küsste sie auf die Schläfe. "Entschuldige."
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Re: Kapitel 11

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