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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:22 pm
"Es ist tatsächlich nicht viel mehr als das. Eine kleine Illusion, keine echte Zauberei..." antwortete Karsh leise. "Vielleicht hätte ich dir ein wenig echte Magie beibringen sollen, aber..." er schüttelte den Kopf. "Ich glaube du bist nicht dafür gemacht die Essenz der Welt zu verändern. Dafür bist du zu... Bodenständig."
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Foster blinzelte, ehe sich seine zuvor angespannte Haltung etwas lockerte. "Es tut mir leid," seine Worte, kaum mehr als ein Flüstern, drangen nur zögerlich über seine Lippen. "Es tut mir so leid das ich... was ich..." er brach ab, fasste sich an den Kopf. "So bin ich nicht. Wirklich. Ich habe natürlich schon mal jemandem die Zähne ausgeschlagen der, aber... ich wusste immer wann ich... und ich meine... ich wollte wirklich immer nur. Aber ich habe genau das Gegenteil erreicht und..." er umfasste den kleinen Anhänger an seiner Brust und eine innere Ruhe schien ihn zu erfüllen.
"Kann ich es wieder gut machen?"
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:26 pm
"Sei einfach nur da, Foster. Sei der Mann, den ich kennen gelernt habe, dem ich vertraue und der mir über all die Monate hinweg ein wichtiger Freund geworden ist", antwortete Caillean nur, weil es nichts gab, was er tun musste. Er musste sich kein Bein ausreißen, um zu beweisen, dass er es jetzt gelernt hatte, er musste nichts erreichen, um ihnen zu zeigen, dass er inzwischen gelernt hatte, dass sie nicht gegen ihn waren. "Und vielleicht könntest du mir ganz nebenbei noch den Gefallen tun und ihm nicht das Gesicht demolieren, ohne dass was passiert ist ... aber das ist schon sehr hoch gegriffen."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:26 pm
Das waren die am freundlichsten formulierten und trotzdem beschissensten Worte, die Karsh seit Langem zu ihm gesagt hatten und irgendetwas in ihm trafen sie. Devastare richtete sich ein Stück weiter wieder auf und runzelte die Stirn - im Gegensatz zu Kira wollte er mit seiner Magie nicht die Welt aus den Angeln heben, aber sie zu etwas Besserem machen? Das doch schon.
"Ich bin also auf ewig verdammt, ein simples, zurückhaltendes Leben zu führen, weil man mir nie beigebracht hat, was meine Magie als Nachfahre von Oberon alles bewirken kann? Ist es das, was du willst? Ich kann mich nicht von allem abwenden, was ich geerbt habe, Karsh. Einem Land vielleicht, aber doch nicht von etwas, was Teil von mir ist. Ich will mich nicht selbst verleugnen."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:32 pm
Karsh schien ein Stück in sich zusammen zu sacken und sah Devastare eine ganze Weile an. "Du willst es nicht wirklich," erwiderte der alte Magier dann schließlich leise. "Du bist ein guter Mann Devastare - vielleicht sogar der beste, der je unter meiner Erziehung erwachsen geworden ist. Magie ist ein gefährliches Ding. Ich habe dir beigebracht was du können musst um dich und die, die du liebst zu verteidigen. Aber das, was diese Welt in ihrem tiefsten Zusammenhält... das sind Kräfte Devastare, die dich auf ewig verändern werden, wenn du nach ihnen greifst. Es gibt nur noch wenige von uns und wir werden immer weniger. Wenn ich ehrlich bin kann ich nicht behaupten allzu traurig darüber zu sein. Die Magier dieser Welt haben viel Schaden angerichtet. Sogar die Nobelsten unter ihnen."
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"Ich werde es versuchen," antwortete Foster trocken. "Aber verflucht noch eins... er hatte es verdient. Er ist einfach so abgehauen. Hat mir noch nicht einmal im Ansatz etwas von seinem Plan mitgeteilt und taucht mit einem Mal wieder auf und ist der Meinung..." er machte eine Wegwerfende Handbewegung. "Ach lassen wir das!"
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:34 pm
"Gib ihm eine Chance, Foster. Lern ihn erst einmal kennen, bevor du ihn verurteilst. Um mehr bitte ich dich gar nicht", setzte Caillean ihm mit einem milden Lächeln entgegen, weil sie sogar nachvollziehen konnte, weshalb er wütend darüber war, auch wenn es ihr nicht so gegangen war.
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:35 pm
"Aber die Welt wird auch immer verdorbener. Wer soll dagegen angehen? Die Götter halte sich aus unseren Geschicken heraus. Es ist ein Glück für uns, Oberon und Rhiannon an unserer Seite zu haben, aber was, wenn sie entscheiden, dass sie einen anderen Ort wählen? Ein anderes Land? Es ist zuvor geschehen, es kann wieder passieren. Die Magie ist untrennbar mit unserer Welt verbunden. Verschwindet sie, verschwinden auch all die Anderswesen - all unsere Gefährten. All die Wesen und Persönlichkeiten würden verlöschen wie Laternen im Sturm. Ich möchte etwas davon bewahren, Karsh ... diesen einen, kleinen Hoffnungsschimmer auf etwas Besseres."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:39 pm
"Der Preis, den du dafür zahlen müsstest wäre zu hoch. Ich kann das nicht von dir Verlangen," antwortete Karsh leise und stand auf, nahm die Hände seines Sohnes in die seinen. "Du wirst noch eine ganze Weile leben mein Sohn. Lebe dein Leben - erfülle es mit Freude und Erinnerungen. Wenn du das Leben eines Menschen gelebt hast und noch immer einer von ihnen werden willst, dann werde ich dir diese Tür aufstoßen. Aber öffne keine Pforte, wenn deine Familie auf der hiesigen Seite wartet."
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"Ich werde es versuchen," versprach Foster und meinte es auch so. Er betrachtete Caillean eine lange Zeit, fuhr mit dem Daumen über die kleine Holzstatue. "Ich hatte nie eine Chance oder?"
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:40 pm
"Dann kann es zu spät sein. Was ist geschehen, was dich so zögern lässt?"
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:40 pm
"Nein", antwortete sie und schüttelte den Kopf. "Aber es gibt niemanden, der jemals eine Chance haben würde. Für mich wird es auf ewig Devastare sein - jeden einzelnen Morgen, solange ich lebe."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 8:55 pm
"Bevor ich deine Mutter bei mir aufgenommen habe... ja sogar einige Jahre bevor ich in Ekynes sesshaft wurde hatte ich schon einmal eine Schülerin..." er seufzte tief und schwer. "Sie war der erste Mensch, in dem ich die Gabe erkannte habe. Ich selbst war noch sehr jung... ich habe sie aufgenommen und ihr Talent gefördert. Habe ihr beigebracht hinter den Schleier der Welt zu sehen. Die Wirklichkeit zu verändern. Sie hat von der Quelle an den Wurzeln des Weltenbaumes getrunken, sie ist durch die Feenhügel geschritten und hat die Regel des Gleichgewichts gelernt. Ich habe sie gelehrt was ich wusste und sie war eine begabte Schülerin..." er schloss die Augen. "Doch Menschen... ihr seid Geschöpfe mit einem großen Herzen. In diesem Herzen kann ebenso viel Güte wie Hass angesammelt werden. Macht korrumpiert Devastare und ultimative Macht korrumpiert absolut..." er trat an den Tisch hinter sich, sortierte einige Kleinigkeiten, doch seine Hände waren nur fahrig und er vermochte nichts wirklich einzusortieren.
"Ich... habe sie in Tekuria gefunden. Der dortige Stammesfürst hat ihr ein Unrecht angetan und in Folge dessen... ich kann es dir kaum in Worten dieser Sprache beschreiben Devastare. Es war ein Massaker - einst war Tekuria ein fruchtbares Land. Nicht die steinerne Ödnis, die es heute ist. Ich wollte sie aufhalten noch mehr Unheil anzurichten und... ich begrub sie unter einem Berg. Ich verließ Tekuria, kehrte nach Ekynes und blieb dort für viele hundert Jahre. Als dann deine Mutter zu mir kam... ich glaubte ich könnte sie nur davon abhalten vom Bösen korrumpiert zu werden, wenn ich strenge walten lasse. Ich glaubte bei Hekate zu lasch gewesen zu sein. Doch wohin das führte..." er warf einen Blick gen Boden, als könnte er durch die Mauern Elaine sehen.
"Und als du dann kamst... ebenfalls magisch... da beschloss ich dir zwar beizubringen wie du deine Kraft lenken kannst, aber niemals... niemals das Tor aufzustoßen."
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Foster nickte knapp, schien einige Zeit über das gesagte nachzudenken. "Dann geht von mir keine Bedrohung aus," beschloss er leise. "Ich will dich nur glücklich sehen. Dir zu dienen ist mein größter Lebenszweck. Ich habe die Richtung verloren. Dafür bitte ich um Verzeihung - ich werde Devastare genauso treu dienen wie dir."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:02 pm
"Foster, dein größter Lebenszweck soll es sein, selbst glücklich zu sein und nicht blindlings jemandem zu dienen, ohne Sinn und Verstand. Ekynes ist das, was es ist, weil es dort nicht nur Schachfiguren gibt, die von einem Fleck zum anderen geschoben werden, sondern weil Soldaten immer auch Menschen sein werden. Menschen, mit Fehlern und Schwächen, mit Stärken und Besonderheiten. Ich bin stolz darauf jeden Einzelnen von ihnen an meiner Seite zu wissen und es ist eine Ehre, dass sie mir vertrauen. Wir sind nicht Caria, Foster - behalte das immer in deinem Kopf, es ist wichtig, dass du vor lauter - mir dienen - nicht dich selbst vergisst. Es kann nur scheitern mit dieser Ansicht."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:03 pm
"Was geschah danach mit ihr?", hakte Devastare nach, lange, nachdem Stille den Raum eingenommen und sie beide fast erdrückt hatte. Die Worte waren nicht das, was er erwartet hatte und so voller Düsternis und Schrecken, dass es ihm schwer fiel, sich Karsh in all dem vorzustellen. Andererseits hatte er die nackte Panik in Elaine erlebt, wenn es um ihren Lehrmeister ging und schon die hatte ihm zu denken gegeben. "Ich hoffe, das was ich kann, wird reichen. Es kann nicht sein, dass ich nichts neues dazu lerne, dass das nun die Stufe ist, auf der ich verweilen soll, während die Welt sich ändert."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:09 pm
"Ich habe sie damals getötet. Zumindest... habe ich das geglaubt. In letzter Zeit habe ich immer wieder Schwingungen erhalten, die mich an sie erinnern. Aber mach dir darum keine Sorgen. Was deine Magie angeht Devastare - es ist mehr als das. Du beginnst die Welt anders wahr zu nehmen. Du kannst die Menschen besser lesen, du spürst sie. Sie alle - es könnte dich verändern. Außerdem würdest du beinahe ewig Leben," erklärte er leise. Und das war mehr Fluch als Segen. Karsh hatte schon viele, viele Menschen aufwachsen und sterben sehen und es wurde niemals besser. Zudem fürchtete Karsh, dass Devastare versuchen könnte aus Liebe auch Caillean am Leben zu halten - er wäre nicht der erste Magier gewesen und bei keinem war es gut geendet. "Ich will dich beschützen Devastare. Nicht behindern - ich möchte nicht immer wieder die selben Fehler begehen."
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"Du kommst auch nicht aus deiner Haut, oder?" hakte Foster grinsend nach und stand auf. "Nun gut, wenn es darum geht, dass auch ich glücklich sein kann dann bitte ich dich mir nach all meinen Diensten einen Wunsch zu erfüllen. Ein Kuss auf die Wange. Mehr nicht. Noch bist du nicht verheiratet und ich würde dies niemals von einer verheirateten Frau erwarten..." er grinste. "Ich hege keine bösen Absichten. Ich will nur... abschließen. Weitermachen."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:11 pm
"Du weißt, dass zu viel Schutz das Gegenteil bewirken kann - wir haben es gesehen. Caria hätte mein Ende sein können, Karsh. Nur noch ein falscher Schritt und Thealon hätte auf mich gepfiffen und hinrichten lassen."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:13 pm
Einen kurzen Moment lang wusste sie nicht, was sie dazu sagen sollte - ob sie zustimmen sollte oder nicht. Ob es vielleicht wieder das Problem verstärken würde, das sie miteinander gehabt hatten, aber andererseits ... wenn es nur das war, was nötig war, damit er endlich endgültig abschließen und diesen Gedanken zur Seite schieben konnte, dann war das nur ein kleines Opfer dafür, dass ihr neue Zwischenfälle erspart blieben. Wenn er das brauchte, um weiter zu machen. "In Ordnung", gab sie sich schließlich geschlagen.
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:15 pm
"Du lässt dich auch von nichts abbringen, wenn du es dir einmal in den Kopf gesetzt hast oder?" hakte Karsh nach und schüttelte den Kopf. "Wenn es dein Wunsch ist - heirate Caillean. Verbringe die schönste Nacht deines Lebens mit ihr und spreche auch mit ihr darüber. Und wenn du dir dann noch immer sicher bist, dann komme am Morgen vor der Schlacht zu mir und ich werde das Tor aufstoßen, gegen dessen Türen du so vehement hämmerst. Aber das ist eine Entscheidung, die du nicht alleine treffen solltest. Wenn du deine Menschlichkeit aufgeben willst, dann sollte Caillean es wissen."
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Foster beugte sich zu ihr hinab und hielt ihr die Wange hin, als ihre weichen und geschwungenen Lippen seine Haut berührten. Es war ein kurzer, zaghafter aber zärtlicher Kuss, ehe sich die Königin von ihm löste. Foster atmete tief ein, nickte dann jedoch bedächtig. Tatsächlich fühlte es sich... besser an. Anders. Ein wenig zumindest. "Danke.." flüsterte Foster und schenkte Caillean ein Lächeln, fuhr sich kurz über die Wange, stand dann jedoch wieder stramm. "Ich werde es niemandem erzählen," versprach er ihr. "Nun... du hast noch eine Hochzeit vorzubereiten, oder?"
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:18 pm
"Habe ich und gefühlt wartet da draußen so ziemlich jeder darauf irgendeine Anweisung zu bekommen. Das Schiff war angenehmer als das hier", lächelte Caillean und stand wieder von ihrem Platz auf, um ein paar Schritte rüber zur Tür zu treten. "Ich bin froh, dass wir das haben aus dem Weg räumen können, Foster", sagte sie noch, bevor sie die Tür wieder hinter sich schloss.
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:18 pm
Die Enttäuschung schwang in Karshs Stimme mit und ließ Devastare unruhig zurück. Bevor er das tat, musste er nicht nur mit Caillean reden, sondern auch mit jemandem, der von dieser alten Magie auch etwas verstand. Es war eine glückliche Fügung, Elaine noch hier zu haben - bestimmt nicht nur aus diesem Grund, aber dennoch. "Du hast mich aufgezogen, Karsh ... du müsstest wissen, dass ich erst nachgebe, wenn mein Kopf eine riesige Beule hat oder die Wand kaputt ist."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:23 pm
"Deswegen öffne ich dir lieber die Tür," erwiderte Karsh und öffnete tatsächlich die Tür zu seinem Turmzimmer. "Jetzt los, ich habe noch einiges zu erledigen ehe die Hochzeit beginnt und ich fürchte ich habe dir schon wieder zu viel zum Nachdenken gegeben!"
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:31 pm
Elaine zu finden war nicht sonderlich schwer - sie war immer noch draußen im Wald, dort, wohin ihre Natur sie zog. Niemand hatte sie dazu bewegen können, einen Fuß in das Anwesen zu setzen, solange Karsh sich darin aufhielt und nach dem dritten Versuch hatte Devastare sie gewähren lassen und ihr einfach alles hinausgeschafft, was sie brauchen könnte, um sich halbwegs wohl zu fühlen und nicht zu erfrieren.
Als er nun bei ihr ankam trug er Essen mit sich - Brot und Käse, Beeren und ein wenig Gemüse.
"Elaine?", fragte er in die Ruhe hinein, die die Lichtung umgab.
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:36 pm
Die Anwesenheit des alten Lehrmeisters war schwer zu ertragen gewesen und hatte sie kaum wirklich Schlaf finden lassen, ohne dass der Schutz des Waldes sie rechtzeitig genug gewarnt hätte, sollte er sich ihr noch einmal nähern wollen. Die Nächte hatte sie trotzdem nur dämmernd hinter sich gebracht. Jedes Rascheln hatte sie erschrecken lassen, Stimmen dafür gesorgt, dass sie viel zu schnell aufgestanden war und die Welt sich nach all der Zeit im Delirium erst einmal um sie herum wesentlich schneller drehte - auch jetzt sorgte das Rascheln im Geäst dafür, dass sie bereits eine Hand gehoben hatte, um die Äste darum zu bitten den Weg zu ihr zu versperren, um ihr Zeit für eine Flucht zu ermöglichen. Sie erkannte noch rechtzeitig, dass es nicht ihr einstiger Lehrmeister war, der sich ihr jetzt näherte und ließ die Hände wieder sinken, die Vorsicht nur langsam loswerdend, die ihren Körper gespannt hatte.
"Devastare."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:40 pm
Ohne näher auf ihre erst abwehrende Haltung einzugehen ließ Devastare sich neben sie auf einen moosigen kleinen Felsen sinken und behielt den Beutel auf dem Schoß, er wusste, das galt nicht ihm, sondern jemand anderem.
Erst, als auch Elaine sich halbwegs entspannt hatte, reichte er das Behältnis weiter. "Ich habe Essen dabei. Und noch einen Umhang - der Himmel kündet von ziemlicher Kälte und ich weiß nicht, was ich noch sagen soll, um dich in sichere vier Wände zu bringen, wenigstens für die Nacht."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:41 pm
"Nicht, solange Karsh dort ist, Devastare. Die Wände dort sind mit ihm mehr ein Gefängnis als wirklich ein Heim - es ist hier sicherer für mich", antwortete Elaine und blickte auf das kleine Bündel herab, das er mit sich gebracht hatte. "Ich danke dir."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:44 pm
"Dann wird die Bitte, die ich habe, wohl die größte sein, die ich je an dich äußern werde", seufzte Devastare und fuhr sich durch die Haare, unsicher den Nacken reibend. Er hatte so lange darüber nachgedacht, was er sagen wollte oder wie und doch saß er nun hier und hatte keinen blassen Schimmer. Die Möglichkeiten, wie dieses Gespräch enden würden, waren unzählige und er hatte es gewendet, von hier nach da, von oben nach unten und doch konnte er sich nicht entscheiden. Schlussendlich hatte er den Vorstoß wagen wollen.
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:46 pm
"Und die wäre?", hakte Elaine lediglich nach, obwohl die Bäume bereits von vielen Dingen innerhalb des Anwesens erzählt hatten, aber sie war neugierig darauf, was er von alledem über die Lippen bringen würde. Früher einmal hatte sie sich darüber amüsiert, wie Eoren die Dinge sah und wie viel ihm Steine und Pflanzen erzählt hatten und heute saß sie hier, inmitten eines kleinen Waldes, und fühlte sich ihm verbundener als jemals zuvor.
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Re: Kapitel 12

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