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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 9:52 pm
"Du bist die einzige, leibliche Familie, die mir geblieben ist - Kira ist fern in Caria und ich habe ihr eine weitere Nachricht geschickt, aber ich sehe kaum eine Möglichkeit, wie sie so schnell hier sein könnte ... und es ist mir wichtig, deinen Segen zu erhalten." Kurz sah er hinunter auf seine Hände, auf die Finger mit all ihren Schwielen und Druckstellen vom Führen der Waffen während seiner Dienstzeit. Die Hände eines Kriegers, nicht die eines Königs. Unwirsch riss er sich von dem Anblick los und suchte den Blick der veilchenfarbenen Augen, die nie vermuten ließen, dass sie miteinander verwandt waren. "Für meine Vermählung." Er sparte es sich, auszuholen und zu erklären, es war eine schnelle Entscheidung (zumindest war die Frage es gewesen, denn er konnte nicht zählen, wie oft vorher schon er sich genau das gewünscht hatte) und er wisse darum, was er aufgab und was er annahm und um die Komplikationen, die es bringen konnte. Er wollte sich nicht mehr erklären für einen Traum, der Wirklichkeit werden würde.
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 10:00 pm
Elaine blieb eine Weile lang still und musterte ihren Sohn von der Seite her, wissend, dass er damit seine Entscheidung gefällt hatte und sie nahm es ihm nicht übel. Die Menschen hier waren seine Familie und er liebte jeden Einzelnen von ihnen, mehr noch als er jemals für seine leibliche Familie empfunden hatte, die er viel zu spät kennen gelernt hatte. Hier war er glücklich und hier gehörte er hin. Sie wollte nicht diejenige sein, die der Grund dafür war, dass er sich schuldig fühlte oder Angst vor einer solchen Bitte empfand, die er an sie gerichtet hatte. Trotzdem schmeckte die Entscheidung, die sie da gerade traf, bitterer als je zuvor, weil die Hochzeit auch gleichzeitig ein Abschied sein würde - sie würde nach Caria zurückkehren, weil allmählich der Drang unerträglich wurde und er würde bei ihnen bleiben. Jahrzehntelang hatten sie einander nicht gesehen, hatte sie ihn nicht kennen lernen können und nun saßen sie hier beieinander und dieses Mal ließ sie ihn freiwillig gehen, um sein eigenes Leben zu führen.
"Wenn es dein Wunsch ist, dass ich dabei bin", begann sie leise. "Dann bin ich bei dir, Devastare."
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Re: Kapitel 12

am Do Feb 15, 2018 10:11 pm
"Ich könnte mir kaum etwas mehr wünschen, als meine Mutter bei mir zu haben an diesem Tag", erwiderte Devastare und Erleichterung flutete durch ihn, gemischt mit Wehmut, wenn er daran dachte, dass diese Nacht auch die letzte sein würde, ehe Rhiannon Elaine fort brachte. Fort nach Caria, dessen Grenzen von da an für ihn gesperrt sein würden. So gerne er etwas daran geändert hätte, das war eine Sache, die Zeit und Vorbereitung brauchen würde. Sie hatten Zeit - mehr als die meisten Menschen. Mehr als Thealon jedenfalls und sie würden sie nutzen, wenn der Augenblick gekommen war. Aber solange musste er sein Leben leben und das an der Seite einer Frau, die er immer geliebt und beschützt hatte und nicht in den Händen eines Vaters, der ihn als missraten und zu weich ansah.
Er brauchte Leben um sich und Freundlichkeit, das Wunder das Ekynes in sich vereinte, vor allem in den Menschen, die ihn kannten und nicht als Eindringling betrachteten. Natürlich hatte sie auch mit Verrat und Mord zu tun. Plagen und Krieg und Hungersnöte. All das hatten sie durchgestanden, durchgekaut in so vielen Nächten vor Thealon, wenn der Druck zu groß geworden war, die Verantwortung zu riesig für ein einzelnes Paar Schultern. Er machte sich keine Illusionen darum, wie rosarot alles werden würde, denn schon in wenigen Tagen mussten sie weiterziehen und Verbündete suchen, mit denen sie gegen Morys vorgehen konnten, aber er würde an der Seite jedes anderen Menschen unglücklich werden und war nicht mehr bereit, das zu riskieren. Wenn Caria für nicht viel gut gewesen war, er hatte jedenfalls erkannt, was er keinesfalls wollte und sein würde - und dann noch ein paar Menschen gefunden, die ihm innerhalb sehr kurzer Zeit ans Herz gewachsen waren.
Es war nie von ihm ausgegangen, aber nun streckte er sich das kurze Stück zu ihr hinunter und schloss sie sacht in die Arme. "Danke", flüsterte er leise neben ihrem Ohr und fügte dann hinzu: "Du hast damals das Richtige getan."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:15 pm
Karsh schritt noch einmal die Lichtung ab, während mit jedem Schritt den er tat Blumen aus dem Boden sprossen, die durch feine, silberne Linien miteinander verbunden waren. Die Fäden schimmerten und erhellten die Umgebung, während sie zusammen einen vollkommenen Kreis bildeten. Karsh indes trat zu dem kleinen Stein, welchen er in der Mitte der Lichtung aufgestellt hatte. Mehrere Schalen, welche auf dem Altar verteilt worden waren füllte er mit den verschiedensten Ingredienzen, ehe er noch einige Schritte zurück trat.
Karsh hob den Blick hinauf zu dem Himmel, an welchem sich einige dunkle Wolken zusammen zogen und hob eine Augenbraue. Wie auf Kommando begannen sich die Wolken aufzulösen, wurden von einem Wind ergriffen und weiter getrieben, ehe er Himmel wieder klar war. "Geht doch..." murmelte der alte Magier und machte sich weiter an die Vorbereitungen.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:18 pm
"Du solltest das öfter tun", kam es von Coreen, die vollbepackt mit Feuerholz durch die Bäume auf die Lichtung trat und sich suchend umsah. Wo sollte das nun hin? Sie wusste, dass Magier den Elementen Windrichtungen zuordneten, aber da es für sie so absurd war, hatte sie sich nie darum gekümmert. Für sie war die Natur, war das Zusammenspiel all dessen, was sie ausmachte, überall - gleich, ob Norden, Süden, Westen oder Osten. "Wir könnten gutes Wetter in so manchem Jahr gebrauchen, wenn die Ernte droht zu verdorren oder sie fast davonschwimmt."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:24 pm
"Ekynes ist von allen Ländern jenes, welches am reichsten von den Göttern beschenkt wird. In keinem Jahr musste das Volk Hunger leiden Coreen - aber es gehört nun mal zur Aufgabe der Menschen, dass sie die Ernte dem Land abringen müssen. Oberon und Sotis wissen was sie tun und auch Rhiannon beschenkt uns nicht umsonst mit heißen Sommern. Wenn die Menschen ohne jede Mühe Korn bekommen könnten, dann würden sie es irgendwann nicht mehr zu schätzen wissen. Leben ist Kampf, nur so entwickeln sich die Menschen weiter. Wenn ich stets zur Stelle wäre, um jedes noch so kleine Problem zu bereinigen - die Menschen würden unselbstständig. Und jetzt bring die Hölzer in den Süden des Kreises und gebe einige Johanniskräuter hinzu."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:25 pm
"Karsh .. deine Duselei was das Ehrgefühl und deine Aufgabe angeht in allen Ehren. Aber du weißt schon, dass du gerade für eine Hochzeit einen wolkenlosen Himmel geschaffen hast?", hakte Coreen absolut unbeeindruckt von seinen Worten nach, bewegte sich aber nach Süden wie er wünschte.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:27 pm
"Die Hochzeit meines Sohnes und meiner Könign," antwortete Karsh. "Und ich sagte, dass die Menschen unselbstständig werden würden wenn ich zu oft helfe. Ich selbst hege kein Interesse daran durchnässt zu werden und auch Rhiannon würde sich bedanken, wenn wir das Feuer ihr zu Ehren verlöschen lassen würden. Und jetzt sei kein so vorlauter kleiner Drache und stapel die Hölzer richtig! Sie sollen lange brennen!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:30 pm
"Du warst auch schon mal netter", murrte Coreen und stieß unachtsam ihren Stapel um, damit sie ihn neu schlichten konnte. Kleine Scheiterhaufen - nicht gerade ihre Spezialität. Wenn sie etwas geröstet haben wollte, war sie immer damit im Schlepptau zu Rhiannon gegangen und hatte sich selten selbst daran gemacht, Holz gegeneinander zu stapeln. Die Hitze lag ihr nicht und sie hasste es, wenn sie sich die Finger verbrannte. "Und nur, weil es dein Sohn und deine Königin sind, hast du jetzt doch das Recht, für gutes Wetter zu sorgen? Warum nicht für die einfachen Leute genauso?"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:34 pm
Karsh lächelte. "Das lässt dir keine Ruhe oder?" hakte er leise nach. "Das Schicksal ist ein Kind mit einer Schaufel und einem Ameisenhaufen meine Liebe. Wenn einer der Bauern zu mir kommen würde und mich darum bitten würde an seiner Hochzeit für gutes Wetter zu sorgen, vielleicht würde ich auch das tun. Aber ich kann doch nicht jeden Tag auf meinem Turm stehen und das schönste Wetter für das ganze Land beschwören. Diese Welt liegt noch immer in der Hand der Götter - ich bin nur ein einfacher Diener und mit der einen oder anderen Fähigkeit ausgestattet. Wenn ich den Gezeiten jedoch zu oft ins Handwerk pfusche... es hängt alles zusammen, weißt du? Vielleicht gibt es dieses Jahr eine Überschwemmung, doch dafür haben wir nächstes Jahr furchtbareren Boden. Ich verfüge über die Gabe der Hellsicht, aber ich bin keiner der Götter - ich kann nicht alle Möglichkeiten erkennen und abwägen Coreen. Es wäre töricht stets etwas zu tun, nur weil ich es will - oder gar nur weil ich es kann."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:35 pm
"Also ist das eben hier auch töricht und du tust es trotzdem - weil einfach", schloss sie und zuckte die Schultern. "Na dann."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:41 pm
"Du bist nach Caria geflogen, vollkommen alleine und hast Elaine von dort zu retten. Du hättest auf dem Weg abgeschossen, gefangen genommen und getötet werden können. Womöglich wärst du sogar mit Elaine zusammen abgestürzt und hast es dennoch getan, oder?" hakte Karsh nach. "Und du hast es getan, weil es dir in diesem Moment als das richtige Erschien. Würdest du also fortan jede noch so riskante Mission ausführen ohne ein zweites Mal darüber nachzudenken?" der Magier lächelte kopfschüttelnd. "Ich stehe vor dir als gewöhnlicher Mann - und als solcher tue ich Dinge auch einfach. Auch wenn sie nicht klug sind. Bedeutet das, ich darf danach nie wieder besonnen handeln?"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 1:45 pm
"Ich bin ein Drache und kein Gott und unterliege keinerlei noblen Vorschriften, wie du es wohl meinst zu tun, denn darauf berufst du dich ja sonst ständig. Mir hingegen ist das fremd - ich bin sterblich und ganz und gar nicht gewöhnlich und du bist zumindest letzteres es auch nicht. Warum also solltest du das ständig behaupten und damit eine weitere Lüge in die Winde streuen, zu denen du gleich die Götter anrufen willst? Das passt doch nicht zusammen."
Sie schüttelte den Kopf. "Besonnenes Handeln oder rücksichtsloses, gefahrvolles Tun hat nichts damit zu tun, wer man von Geburt an ist. Wir machen uns zu dem, was wir sind, durch unsere Taten und Worte. Abgesehen davon kannst du einen Ausflug nicht mit deinem Nutzen der Magie vergleichen, um ein paar Wolken weg zu schieben, die vielleicht den ein oder anderen Regentropfen beigesteuert hätten. Herzliche Grüße von Sotis, ich glaube, sie mag das weniger."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:00 pm
"Sie wird sich damit abfinden," erwiderte Karsh und kniff sich in die Nasenwurzel. "Wollen wir uns heute wirklich streiten Coreen? An diesem Tag?" er sah sie eine ganze Weile an. "Wo wir gerade bei Sotis sind - könntest du bitte an die Quelle gehen und den Kelch hier mit klarem Wasser auffüllen?"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:02 pm
"Ich streite nicht mit dir, alter Mann", gab sie freimütig zurück. "Ich stelle nur deine Worte in Frage und sehe sie nicht als gottgegebene Weisheit an, die du fröhlich um dich wirfst. Zu Recht, wie ich meine, wenn ich an Elaine denke." Aber sie verschwand wieder, den Kelch in den Fingern, bevor er dazu noch etwas sagen konnte. Sie konnte nicht anders, hatte mit Karsh nie ein Band knüpfen können und sie war parteiisch - ja. Es blieb nicht aus, dass das, was sie mit Elaine durch hatte in all den Jahren auch auf sie abfärbte und sie daran zweifeln ließ, wie allwissend, gütig und gutherzig sich dieser Mann nun darstellte.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:10 pm
"Herr?" Galahad klopfte mehrfach gegen die Tür und biss sich auf die Unterlippe, während er einen Blick durch das Fenster warf, wo die Morgensonne bereits ihre erste Strahlen ausbreitete und sich einen Weg in das Land hinein suchte. Der Ritter war bereits vor dem ersten Hahnenschrei aufgewacht und hatte sich heraus geputzt um nun seinem eigenen Freund und Weggefährten dabei zu helfen sich auf den großen Moment vorzubereiten. Er hatte bis in die Nacht hinein die Rüstung poliert, hatte in Devastares Schuhe je eine bronzene und eine goldene Münze eingenäht und sich schließlich viel zu spät ins Bett begeben.
Er war aufgeregt, fürchtete beinahe er könnte zu spät dran sein, als er noch einmal an die Tür klopfte. Was, wenn er zu lange gebraucht hatte um sich selbst fertig zu machen und alle schon zur Lichtung aufgebrochen waren?
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:18 pm
Er hatte erwartet, er würde kein Auge zu tun und doch war das Gegenteil der Fall gewesen - Devastare schlief wie wie ein Stein, völlig erschlagen von dem, was in seinem Kopf vor sich ging und der Freude auf den Tag, der kommen würde und dann schlich sich immer wieder ein wenig Melancholie hinein, als er sich bewusst wurde, wie anders es hätte laufen sollen. Dass es Menschen gab, die an seiner Seite fehlten und sie durch nichts zu ersetzen wären. Doch irgendwann hatte er beschlossen, das tun zu müssen, was in dieser Situation am besten war. Für sich und für Caillean.
Als nun Galahad klopfte, regte er sich nur unter der Decke und den Kissen und rollte tiefer hinein, noch nicht ganz in dieser Welt angekommen.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:22 pm
Galahad warf einen nervösen Blick über die Schulter zu dem Fenster, an dessen Rändern sich bereits der orangene Schein der Morgensonne heran tastete und seine vorwitzigen Blick über den Rand schob. Es wurde langsam wirklich Zeit. Galahad wandte sich wieder um, hämmerte erneut gegen die Tür. Lauter und wesentlich forscher dieses Mal. "Devastare! Bei allen Göttern du musst aufstehen. Gib wenigstens einen Laut von dir oder ich schwöre bei allem was gut und richtig ist ich trete diese Tür auf zerre dich aus dem Bett wenn es sein muss!" er seufzte.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:25 pm
Der Laut folgte in Form eines Murrens, ehe er sich das Kissen über den Kopf zog. Konnte man hier denn nicht schlafen ...? Noch war nicht zu ihm durchgedrungen, welcher Tag heute war und wen er gleich vor sich haben würde.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:28 pm
"Devastare, bitte! Ich beschwöre dich bei Göttern und Schwertern!" Galahad lehnte seine Stirn gegen die Tür. "Deine letzte Chance mein Freund - entweder du stehst jetzt auf oder aber ich stecke das Schwein aus dem Stall in deine Rüstung und hoffe das Caillean vor dem Altar den Unterschied nicht bemerkt!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:30 pm
Schwein. Altar. Rüstung. Oh bei den Göttern. Devastare schielte hinüber zu der Sonne, die langsam aufzugehen begann und hielt den Atem an. Sein Herz sank ein paar Etagen tiefer und ein Schauer überlief ihn. Eine Sekunde nur, dann stand er schneller auf, als gut für ihn war, verhedderte sich in der Decke und landete unelegant auf dem Boden, bevor er fluchend sein Bein befreite und dann die Tür aufriss. "Und da kommst du jetzt erst?!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:33 pm
"Ich klopfe seit einer viertel Stunde an deine...." Galahad brach ab und schüttelte den Kopf.
"Los, setz dich - du rasierst dich, während ich schon einmal die Schnallen an der Rüstung befestige. Wir werden zusammen arbeiten müssen, wenn du nicht zur spät zur eigenen Hochzeit erscheinen willst! Die Mägde sind bereits seit Stunden bei deiner baldigen Angetrauten. Wir werden bei dir auf einen... raueren Auftritt zurück greifen müssen. Sei froh, dass ich deine Rüstung bereits die Nacht über poliert habe!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:35 pm
"Sie kennt mich nicht anders. Ich war noch nie der vorzeigbare Schönling", gab Devastare zur Antwort, kramte währenddessen aber schon in der Schublade unter dem Tischchen, auf dem Galahad eine Schüssel Wasser abstellte. Das Rasiermesser fiel ihm schon bald in die Hand und er setzte sich, sortierend, durchatmend. Wenn er sich jetzt schnitt würde er entweder vor seiner Hochzeit sterben oder aussehen, als hätte er sich geprügelt - schon wieder. "Wer hätte das gedacht", murmelte er irgendwann.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:42 pm
"Na ich nicht," erwiderte Galahad grinsend während er die einzelnen Schlaufen fest zog, die Schnüre durch die Ösen fädelte und dann zu kunstvollen Schlaufen verband, an deren Ende die versilberten Spitzen bimmelten.
"Also mach schon," er warf seinem Freund einen wohlgemeinten Blick zu. "Wir haben noch eine knappe Stunden ehe du am Altar sein sollst!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 2:48 pm
"Eine nur noch ..?" Devastare verfluchte zum ersten Mal den ruhigen Schlaf, den er genossen hatte bis zur letzten Sekunde. Bis Galahad etwas von Schweinen in Rüstung gesagt hatte und er den einen Faden verloren und den roten Faden seines Lebens wieder aufgenommen hatte. Irgendwie kam er sich vor wie eine alte Großmutter, die strickte und Maschen zählte.
Behutsam zog er die Haut an seinem Hals noch glatter und hörte dem Geräusch zu, dass das Rasiermesser machte, wenn es an seiner Haut entlang schabte.
Es dauerte eine schiere Ewigkeit, bis er alle Stellen erwischt und dann von dem Schaum gereinigt hatte, der sich meinte überall festsetzen zu müssen, wo er nichts zu suchen hatte. Dann erst stand er auf und begegnete seinem Blick im Spiegel, musterte sich eine Weile abschätzend.
Die Rüstung mochte ja aufwendig sein, aber irgendwie ... passte sie ihm nicht nur, sie passte zu ihm.
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Re: Kapitel 12

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