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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 5:41 pm
"Du verstehst nicht, Elaine. Sie ist hier", fügte er ebenso leise hinzu und deutete vage hinter sich, wo Kira noch verborgen stand.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 5:47 pm
"Du hast sie hierher mitgebracht?", hakte Elaine irritiert nach und folgte dem Fingerdeut bis zu dem Fleck, wo ihre jüngste Tochter stand. Es gab so vieles, was sie ihr noch würde sagen müssen und was bislang ein gut gehütetes Geheimnis geblieben war, weil es bedeutet hatte ihrer aller Leben zu schützen, aber jetzt mit der Tür ins Haus zu fallen, wo sie kaum Zeit hatten, um miteinander zu sprechen, hätte mehr Schaden als Gutes getan. Ferryn ... sie würde nicht mehr lange damit warten können bis sie Devastare und Kira auch von ihr erzählen musste, nachdem sich die beiden Schwestern ohnehin schon gefunden hatten und sie würde zumindest Kira noch von etwas anderem erzählen müssen und darauf hoffen, dass es nicht bedeutete, dass sie zu Thealon laufen würde. Elaine sah Abwehr in der Haltung ihrer Jüngsten und lächelte sacht als sie an Devastare vorüber trat und ein paar Schritte auf ihre Tochter zumachte, nur um dann davon überrascht zu werden als sich die Abwehr mit der nächsten Sekunde auflöste und sie sich in der Umarmung ihrer Tochter wiederfand.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 5:51 pm
Mitgebracht war eher das falsche Wort. Hergebracht hatte sie sich selbst und er hatte entschieden, dass es wohl besser war, sie sahen sich vor der Hochzeit und nicht im Kreis der Leute, die dazu eingeladen waren. Er mochte ja Dinge manchmal übereilen und vergessen, aber das hier wollte er gründlicher angehen. Ob es im Chaos endete, das entschieden schlussendlich die beiden selbst und nicht mehr er.
Für den Augenblick war er froh, die innige Umarmung zu sehen und blieb ein paar Schritte abseits der beiden stehen, ein schmales Lächeln auf dem Gesicht und ein riesen Stein, der ihm vom Herzen fiel. Hätte Karsh ihm nur schneller gesagt, wie man Elaine helfen konnte, er hätte es getan und ihr zwei Wochen erspart, in denen sie nur vor sich hin vegetiert war.
Aber für Vorwürfe war heute keine Zeit.
Trotz der Rüstung sehr leise ließ er sich auf einen umgefallenen Baumstamm sinken und beobachtete die Szene. Sie hatten ein paar Minuten - nicht viel, aber diese würden sie sich nehmen.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 5:58 pm
Ihrem Bruder zuliebe ... Kira hielt sich jene Worte vor Augen, die sie dazu gebracht hatten den ersten Schritt nach vorn zu setzen und ihre Mutter zu umarmen. Sie hatte sie nicht gewollt, sie hatte keinen von ihnen jemals gewollt und sie hatte sie auch nur zur Welt gebracht, weil sie nicht anders gekonnt hatte. An ihrer Mutter vorbei konnte sie das Gesicht ihres großen Bruders sehen, die Erleichterung, die in seinem Gesicht stand und die ihr den Grund für ihr Verhalten gegeben hatte - dieses Schauspiel, das sie ganz automatisch wieder begonnen hatte, als sie vor ihre Mutter getreten war. Nichts von alledem, was sie gehört hatte, hatte sie vergessen und nichts davon bislang vergeben. Es würde eine Zeit geben, aber die war nicht heute. 'Lüge', erinnerte sie sich wieder an den Ratschlag, der ihr vor längerer Zeit einmal gegeben worden war und der ihr jetzt dabei half so aufrecht wie möglich zu lächeln.
Erst nach einer ganzen Weile löste sie sich wieder von der Älteren und trat einen Schritt zurück. "Ich bin so froh, dass es dir gut geht", sagte sie leise, die Hände ihrer Mutter noch immer in den eigenen und mit den Fingern sacht darüber streichend. "Wir haben uns furchtbare Sorgen gemacht. Lass uns später reden ... ich will Devastare nicht noch länger auf seine Hochzeit warten lassen."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 6:13 pm
Karsh wandte sich um, als er schließlich den Klang sphärischer Ringe vernahm, als Devastare und Caillean den Kreis betraten, dicht gefolgt von all den Lieben, die sie in diesem Moment bei sich haben wollten. Er entdeckte zu seiner Überraschung Kira und Elaine am Rande der Lichtung, sagte jedoch nichts, sondern wartete bis das baldige Ehepaar vor ihn getreten war. "Wir haben uns heute hier versammelt, weil ihr beide - Caillean und Devastare - den Bund der Ehe eingehen wollt. Dies ist keine Liebe, die frisch und der Bezeugung von uns nötig wäre. Eure Herzen haben sich bereits vor vielen Jahren füreinander ausgesprochen, aber wir alle stehen heute hier, als das ihr diesen Bund vor den Augen von Göttern und Menschen für die Ewigkeit und die Öffentlichkeit bekundet. In Eurer Ehe  möge es keinen Tag geben, an dem ihr sagen müsst damals haben wir uns geliebt, heute ist die Liebe gestorben", er hob die Hände der beiden an, bedeutete ihnen sich an den Händen zu halten und wickelte das Band mit Segenssprüchen sanft aber sicher um ihre Hände. "Keinen Tag, an dem Ihr sagt: wir haben keine Freunde, die uns verstehen, die mit uns sprechen, die uns zuhören, die uns helfen, die mit uns leiden, die sich mit uns freuen. Keinen Tag an dem Ihr sagt: ich bin allein, du bist mir fremd!" er schenkte den beiden ein sanftes Lächeln. Ihr möget einander Gutes tun, einander trösten und verzeihen. Eure Liebe bleibed phantasievoll und lebendig, und eure Sehnsüchte möged sich erfüllen.
Die Tür Eures Hauses möge offen sein für Menschen, die Euch wichtig sind und denen Ihr wichtig seid. Die Rat geben und denen Ihr raten könnt.
Eure Ehe bleibe spannend und Ihr möget alle Spannungen aushalten. Eure Ehe bleibed glücklich indem Ihr Eurer Treue traut. Dann wird für Euch und für andere Eure Ehe ein Zeichen der Hoffnung und des Mutes."
Er hob die Hände, während er in die verschiedenen Himmelsrichtungen deutete und sich verbeugte. "Ich rufe alle Götter an - aus alle Himmelsrichtungen um uns an diesem Tag mit ihrem Segen und ihrer Anwesenheit zu beglücken!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 6:27 pm
Rhiannon hob die Augenbrauen kaum, dass Karsh seine Bitte an die verschiedenen Himmelsrichtungen kund getan hatte und setzte demonstrativ zwei Schritte nach rechts, um unmittelbar hinter ihrem kleinen Scheiterhaufen stehen zu bleiben, der mit einem Fingerschnippen Feuer fing. Es war lange her, dass sie bei einer Trauung der alten Rituale dabei gewesen war, dass man um ihre Anwesenheit gebeten hatte und dass sie die Gelegenheit erhielt Wort ergreifen zu können. Jahrhundertelang hatten die Menschen verändert und trotzdem standen sie jetzt hier auf einer Lichtung, durch die die alten Linien flossen mit alten Bändern, die sie längst vergessen zu haben glaubte und mit einem Schwur, der viel mehr war als nur das Versprechen ein gemeinsames Leben zu führen.
"Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß, als heimliche Liebe, von der niemand nichts weiß", erhob sie ihre Stimme und lächelte, weil sie sehr genau wusste, woher all die Liebe stammte, die zwischen diesen beiden Menschen schon seit Jahren bestand. und langsam löste sie sich wieder von ihrem Platz, um nach vorn zu treten und das Band zu berühren, das die beiden Hände umschloss. "Mögen Eure Flammen die Namen Freude, Tat, Traum, Liebe und Glück tragen und möge die Glut, die euer ganzes Sein einnimmt, niemals verlöschen."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 7:11 pm
"Wir danken dir", sprach Devastare leise zu der anderen hin und drückte unter dem Stoff sacht Cailleans Hände. Immer noch konnte er kaum glauben, dass sie beide hier standen - vereint nun, wie sie es so oft geträumt hatten. Der Weg war steinig gewesen und ohne Thealon oder Foster mit seinem Schiff wäre es wohl nie so weit gekommen, dass sie sagten, was sie dachten und zueinander standen in mehr als nur der rein förmlichen Position von Gardist und seiner Königin.
Aber er konnte Rhiannon nur kurz ansehen, bevor sein Blick wieder zu Caillean wanderte und er genoss das Gefühl, welches er bei ihrem ersten Anblick heute in sich gespürt hatte. Freude. Vorfreude und Hoffnung und ein Glück, das er nicht in Worte fassen konnte. Sie war immer wunderschön in seinen Augen, aber sie hier so zu sehen, passend gekleidet für einen Hochzeit ... das verschlug ihm die Sprache.
Alles um ihn her hatte er ausgeblendet, bekam nur mit, wenn direkt neben ihm etwas geschah. Der Platz des Luftgottes Loki blieb leer, aber ein sanfter Hauch hatte sie umspielt, als er direkt nach Rhiannon genannt worden war. Galahad schien es durch und durch zu gehen, denn er sah sich suchend um und Devastare zwinkerte Caillean zu, während er sich das Grinsen verbiss.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 7:16 pm
Karsh wartete noch einen Augenblick, als sich eine dunkle, an Erdtöne erinnernde Hand mit kleinen Sprossen auf dem Handrücken ebenfalls das Tuch berührte. Es folgte eine Hand aus sich spiegelnden Eiskristallen, ehe Karsh es wagte weiter zu sprechen. Er griff nach einem Kelch Wein, der in der Mitte des Altars stand und reichte ihn den beiden Liebenden, so dass sich ihre drei Hände - Karsh, Caillean und Devastare - am Stiel berührten. "Nun trinket denn gemeinsam aus dem Kelch der Ewigkeit, auf das Euer Bund besiegelt werde" die Stimme des Magiers war lauter geworden, während sich die Geister des Waldes um den Ritualkreis versammelten und neugierig den Menschenkindern zusahen. "Und nehmt meinen Segen ebenfalls mit auf all eure Wege."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 7:35 pm
So viele Jahre schon hatten sie den Weg mehr oder weniger gemeinsam beschritten, immer schon die Sorgen miteinander ebenso geteilt, wie alles Gute, was ihnen geschehen war und hier jetzt zu stehen, die warmen Hände über ihren eigenen zu spüren, fühlte sich jetzt nicht so an, als wären sie endlich am Ziel angekommen. Es würde noch Vieles geben, das vor ihnen liegen würde, aber da, wo es zuvor stets ihre alleinige Bürde gewesen war, war jetzt eine andere Schulter - eine, die sie nicht mehr verstecken musste und Hoffnung war das, was ihr jetzt einen neuen Weg zeigte - einen, den sie jetzt auch ganz offiziell würden gemeinsam beschreiten können und vor dem sie sich nicht eine einzige Sekunde lang fürchtete. Das hier war das, was sie wollte - das Einzige, was sie wirklich immer gewollt hatte und an dem sie in all den Jahren nicht ein einziges Mal gezweifelt hatte.
Jemanden zu liegen, hieß, ein für die anderen unsichtbares Wunder zu sehen, hatte ihr Vater einmal zu ihr gesagt und hier stand sie jetzt und verstand zum ersten Mal, was genau er damit eigentlich gemeint hatte. Ihr Wunder war das Gefühl, das über all die Jahre dasselbe gewesen war und das sich niemals verändert hatte - das Pochen ihres Herzens, das Flattern im Bauch zu spüren. Ihr Wunder war der Mensch, der dort stand und für sie ein größerer Schatz war, als Gold und Perlen es jemals hätten sein können - der Takt, in dem ihrer beider Herzen im Gleichklang schlugen. Die Segnungen und diejenigen bei sich zu wissen, die immer schon an ihrer Seite gewesen waren, trieb ihr vor Rührung die Tränen in die Augen und Caillean blinzelte sie wieder und wieder weg, weil es bedeutet hätte, dass die verschwommene Sicht sie etwas von dem hier hätte verpassen lassen als sie den Kelch nahm.
"Du bist mein Heute und du wirst jedes meiner Morgen sein", wiederholte sie nur leise die Worte, mit denen sie bereits Foster erklärt hatte, weshalb es immer schon Devastare gewesen war.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 7:48 pm
"Solange du bei mir bist, ist unsere Gegenwart unendlich", fügte Devastare noch leiser hinzu und lehnte seine Stirn an die ihre, das Kitzeln ihrer Haare an den Wangen spürend. "Deine Seele hat mich berührt, noch ehe das erste Mal meine Hand die deine ergriffen hat. Und als es so weit war, wusste ich - komme was wolle - mein Herz ist zu Hause."
Vielleicht hätte es einem Mann peinlich sein müssen, diese Worte zu sagen, aber wenn, dann war es wohl ein Mann, der noch nie geliebt hatte. Jemand, der einen Bund einging, weil es vorgesehen war und er sonst keinen Respekt erhalten hätte in der Welt. Devastare jedoch meinte jedes Wort und er scheute sich nicht, den Menschen, die hier standen, offen zu bekunden, was Caillean für ihn war. Er hatte es immer gewusst, vom ersten Tag an hatte er sie geliebt und beschützt, als hätte seine Seele endlich einen Platz gefunden. Erst sehr viel später hatte er das als solches erkannt und die Ruhe begriffen, die ihn überkam, wenn er bei ihr war. Als er dann nach Caria aufgebrochen und schließlich von ihr getrennt worden war, hätte er nicht mehr ein Schiffbrüchiger sein können und das ganz ohne all das Wasser und das dazugehörige Fortbewegungsmittel.
In all diesem Chaos hatten sie das unendliche Glück, sich zu haben. Einen Fixpunkt. Einen Heimatort.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 7:53 pm
Karsh legte als letzter Seine Hand auf das Band, welches sie beide aneinander hielt. Ein kurzes Leuchten ging von dem Stoff aus, als sich dieser auflöste und in funklenden Sternen zu Boden regnete. Was er zurück ließ waren zwei Ringe, die jeweils am Ringfinger der beiden Liebenden hielt. "Dann erklärte ich euch hiermit zu König und Königin. Zu Mann und Frau..." er warf Devastare einen kurzen, verstohlenen Blick zu.
"Du darfst deine Angetraute nun küssen" erklärte er leise und ließ ihre Hände los, trat einen Stück zurück und besah sich die Szene.
Eine unendliche Freude durchflutete seinen ganzen Körper, sorgte dafür, dass er aufrechter dastand als sonst - während diese seltene, unendliche Wärme von ihm besitz ergriff. Die beiden waren füreinander bestimmt. Immer gewesen und es erfreute ihn, dass sie auf dem verschlungenen Lebenspfad zueiander gefunden hatten.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:05 pm
Mit einem weichen Lächeln auf den Lippen hatte Elaine der Zeremonie beigewohnt und den beiden still gewünscht, dass die Liebe, die sie hier spürte, für immer anhalten würde. Selten hatte sie ihren Sohn so glücklich gesehen, wie in dem Moment - selten so unbeschwert, wie in den Augenblicken seit Beginn der Segnungen. All ihre Versuche ihn wieder zurück nach Caria zu holen, kamen ihr jetzt mit einem Mal so vollkommen unsinnig vor, weil ihr eine Sache klar geworden war, in dem Moment, in dem sie gesehen hatte, wie die beiden dort vorn sich in den Armen lagen. Er gehörte hierher, hatte hier seine Heimat gefunden und sie gönnte ihm das Glück, das er jetzt empfand. Er hatte jedes Bisschen davon verdient, für vieles hart kämpfen müssen und sie wünschte ihm, dass sein jetziger Weg nicht mehr so steinig sein würde wie er bislang gewesen war.
Sacht nickte sie Karsh zu, dankbar dafür, dass er es gewesen war, der die Rituale durchgeführt hatte, an die er sich noch am Besten erinnerte und von denen jedes Einzelne zu ihnen gepasst hatte. Der alte Mann war derjenige gewesen, der Devastare aufgezogen und ihm bei Seite gestanden hatte - es war nur richtig gewesen ihn auch denjenigen sein zu lassen, dem diese Ehre gebührte. Sie hatte es auch ihm zu verdanken, dass Devastare der Mann geworden war, der jetzt dort vorn stand und auf den sie nicht hätte stolzer sein können.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:13 pm
Karshs Blick streifte jenen von Elaine und er erwiderte das kurze Nicken, ehe er dabei zu sah wie die beiden Liebenden sich vor ihm küssten und der in ihnen liegende Zauber - der Bund der Liebe, der stärker war als alles was er jemals hervorbringen würde, sich entfaltete. Er sah dabei zu, wie die beiden von Galahad und Coreen in Empfang genommen wurden, sah dabei zu wie sie sich von allen Anwesenden der Hochzeit beglückwünschen ließen, ehe er langsamen Schrittes auf Elaine zuging und kurz vor ihr stehen blieb. "Du kannst stolz auf ihn sein, meinte Karsh leise mit Blick auf Devastare. Er hat viel von dir. Mehr als du vielleicht ahnst..." er seufzte schwer, warf Elaine noch einen kurzen Blick zu. "Ich habe viele Fehler gemacht als... ich kann sie nicht mehr ungeschehen machen. Aber ich verspreche dir, dass ich auf deinen Sohn aufpassen werde. Das ich nicht mehr die gleichen Fehler wiederhole. Ich kann nicht darauf hoffen, dass das zwischen uns jemals wieder... aber ich werde für ihn da sein. Für die ganze Familie."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:19 pm
Beinahe automatisch war Elaine einen Schritt vor dem anderen zurück gewichen und kämpfte auch jetzt noch mit sich an Ort und Stelle stehen zu bleiben, statt gleich wieder Reißaus zu nehmen, so wie ihr gerade der Sinn stand. Sie spürte ihre Hände zittern, ihre Knie weich werden und ihr Herz viel zu schnell in ihrer Brust schlagen, kaum dass der Blick des einstigen Lehrmeisters auf ihr selbst ruhte und als er begonnen hatte zu sprechen, hätte sie am Liebsten aufgelacht. Sie tat es aus Liebe zu ihrem Sohn nicht, musterte stattdessen nur Karsh.
"Nein, du kannst nicht einen einzigen deiner Fehler wieder gutmachen, Karsh, aber du kannst es jetzt endlich ein einziges Mal besser machen", antwortete sie ihm, die Arme vor der Brust verschränkt. "Und sollte ihm oder seiner Familie etwas geschehen, was du hättest verhindern können, dann schwöre ich dir - hier im Antlitz der vier Götter - ich werde dich finden und ich werde dich dann endgültig vom Antlitz dieser und aller anderer Welten wischen. Du bedeutest ihm aus welchen Gründen auch immer sehr viel - mach es nicht kaputt, indem du versuchst ihm den Weg aufzuweisen. Er kennt ihn sehr gut allein."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:23 pm
"Und hüte dich davor anderen gute Ratschläge zu erteilen, hm?" hakte Karsh nach, nickte jedoch nur knapp und verbeugte sich tief. Er wandte sich bereits um, als eine kleine Stimme in Elaines Hinterkopf ihr noch zuflüsterte. 'Kira benötigt dringend eine Ausbildung - sie hat die Realität durchschritten um hierher zu kommen'.
Er trat schließlich zu Devastare und Caillean und nahm beide in die Arme. "Ich bin so unfassbar Stolz auf euch beide," flüsterte er leise, ehe er sie losließ und auf Galahad deutete der noch immer faszinierte von all den ihn umgebenden Wundern war, jedoch Devastare mit einem breiten Lächeln empfing. "Und ich glaube ihr habt bereits den ersten Ritter für euer zukünftiges Reich!" erklärte er lachend.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:25 pm
"Zusätzlich zu all den Rittern, die Caillean bisher treu gedient haben - aber es tut gut, jemanden an der Seite zu wissen, der uns beide akzeptieren wird und das ohne große Fragen", stimmte Devastare zu und umarmte Galahad, während ein Arm noch um Cailleans Schultern gelegt war. Dann wandte er sich erneut Karsh zu und sah verlegen auf den Ring an seiner Hand hinab. "Danke. Ich hatte daran gedacht, aber dann keine Möglichkeit gefunden, welche zu beschaffen, ohne sie zu stehlen."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:27 pm
"Nicht dafür," erwiderte Karsh nur Kopfschüttelnd. "Sie sind im übrigen nicht aus Eisen - sie werden dich also nicht behindern. Sie sind aus... sagen wir, das Metall ist einzigartig und belassen wir es bei dieser einfachen Erklärung. Er wird dir noch gute DIenste leisten und kann durch nichts zerstört werden. Auf das eure Liebe ebenso ewig hält wie der Ring, der sie symbolisiert!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:32 pm
"Der alte Mann hat immer noch einen Hang zur Theatralik", amüsierte sich Caillean, die bislang still den beiden zugehört hatte und erst gar nichts zu dem Ringthema hatte sagen wollen, weil sie wohl ebenso wenig daran gedacht wie Devastare, bevor ihr Blick hinüber zu Galahad glitt. Sie hatte von ihm dutzende Geschichten aus Caria und von der Reise gehört, war ihm aber selbst in all den Tagen, in denen die beiden nun hier waren nicht ein einziges Mal begegnet - nur ein paar der Diener hatten immer wieder davon erzählt, wie früh sie ihn hatten aus dem Anwesen verschwinden sehen und dass er viel Zeit bei Devastare verbrachte. Er schien ein guter Mann zu sein, ein aufrechter Mann, an dessen Loyalität Devastare nicht zweifelte und das würde Grund genug für sie sein, ebenso wenig an ihm zu zweifeln.
"Es ist schön Euch nach all den Geschichten, die ich bisher gehört habe, endlich einmal kennen zu lernen, Sir Galahad."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:35 pm
Galahad schoss das Blut in die Wangen, ehe er eine tiefe Verbeugung andeutete. "Es ist mir eine große Ehre euch ebenso kennen zu lernen," erklärte Galahad leise und neigte den Kopf noch ein Stück mehr. "Devastare schwärmt von euch seitdem ich ihn kennen gelernt habe und so wortreich er auch eure Anmut, eure Schönheit und euer Chariasma beschrieben hat, so ist es ihm doch nicht gelungen sie in ihrer Gänze zu beschreiben. Eine Aufgabe an der, wie ich feststellen muss, wohl sogar die Dichterkönige der vergangenen Zeitalter gescheitert wären!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:37 pm
Hinter vorgehaltener Hand lehnte sich Devastare zu Caillean hinüber. "Vieles davon war im Fieberwahn - vermutlich die Anmut. Alles andere habe ich durchaus auch im wachen Zustand von mir gegeben."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:40 pm
"Fieberwahn?", hakte Caillean nach, nachdem sie ihn unsanft in die Seite geboxt hatte. "Sicher, dass es nicht nur ein bisschen Husten war, an dem du fast gestorben bist?", setzte sie noch nach, bevor sie sich wieder Galahad zuwandte und den Ritter noch einmal musterte. Es war süß, wie er sich benahm, selbst wenn er in alledem viel zu sehr übertrieb, aber zumindest er schien sich in alledem wohl zu fühlen und dafür, dass ihm über Jahre hinweg beigebracht worden war, dass sie der Feind war, hatte er sich sehr schnell in diesem kleinen Kreis zurecht gefunden.
"Schade, dass sich mein Mann nicht während Eurer Zeit gemeinsam etwas von Euch abgeschaut hat, Sir Galahad. Ich bin mir sicher, es würde ihm gut zu Gesicht stehen."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:43 pm
"Immerhin habe ich es auch zum Gardisten geschafft. Deine Ansprüche waren wohl etwas niedriger als die dort oben", gab er zurück, diesmal nur für sie hörbar, dann streckte er sich und bat Galahad mit einer sachten Handbewegung wieder in die Gerade. "Galahad ist eine treue Seele", fügte er dann ernster hinzu. "Ohne ihn wäre Gawain gestorben - und vermutlich auch ich."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:46 pm
"Ihr gereicht mir zu viel der Ehre," erwiderte Galahad. "Ich bin nichts weiter als ein treuer Ritter, der seine Pflicht mit Inbrunst erfüllt. Ich habe auch dir viel zu verdanken Devastare. Wir haben uns gegenseitig über Wasser gehalten. Es war nicht immer einfach..." erklärte Galahad leise. "Aber ich wusste, dass ich ihn zu euch zurück bringen muss Hoheit. Wenngleich es letztlich auch nicht mein verdienst war, dass er nun wieder vor euch steht. Ich würde gerne an der Seite eures Mannes bleiben. Er selbst hat es mir bereits angeboten, aber ich will auch eure Erlaubnis einholen."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:49 pm
"Ihr seid in Ekynes jederzeit willkommen, Sir Galahad", stimmte auch Caillean mit einem Nicken zu. Es hatte nie in Frage gestanden, dass Galahad bei ihnen bleiben würde, insbesondere weil Devastare in Galahad jemanden hatte, der bedacht genug war, um ihn in einer unüberlegten Handlung vielleicht ein wenig zu bremsen und sie ihm in keinem Fall einen neuen wichtigen Freund nehmen wollte. "Bleibt gern an unserer Seite, solange Ihr es wollt."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 8:51 pm
Galahad verbeugte sich abermals tief. "Vielen Dank euer Hoheit, das bedeutet mir wirklich viel," sagte er und meinte es auch so. "Ich will euch nicht länger stören. Es gibt noch mehr als genug Menschen, die euch gratulieren wollen und ich nehme euch beide schon viel zu lange in Beschlag!"
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Re: Kapitel 12

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