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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:01 pm
Coreen trat hinter Galahad hervor und umarmte kurz Devastare - aus reiner Gewohnheit, denn der Gedanke, er wäre von nun an ihr König, war gelinde gesagt, merkwürdig und würde noch eine ganze Weile brauchen, bis er angekommen war. Dann aber trat sie vor Caillean und sank auf ein Knie hinunter, wie schon so oft und wie sie es auch in Zukunft immer noch tun würde. "Majestät - ich wünsche Euch beiden alles gute dieser Welt und aller anderen Welten dazu. Es gibt nicht viel, was ich Euch schenken könnte, denn das größte Geschenk, das man finden kann, ist die Liebe zu einem, der sie erwidert." Sie blickte kurz zu Gawain und lächelte versonnen, ehe sie den Kopf wieder senkte. "Wir sind fernab von Reichtümern und Schätzen, die von Belang wären. Aber auch ich schwöre Euch die Treue, mein Lebtag lang von heute an werde ich Ekynes schützen, so gut ich es vermag."

Etwas Abseits der Gratulanten wandte sich Sotis von dem Kelch mit Wasser ab, der vor ihr stand und in dem es merkwürdigerweise leise tröpfelte, dann trat sie zu Rhiannon und ihrem Feuer hinüber. "Du hast sie groß gezogen und das auf eine sehr ... interessante Art und Weise. Aber ich muss dich erneut um einen Gefallen bitten, trotz der Dispute, die wir in den letzten Wochen hatten."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:10 pm
Rhiannon wandte sich zur Seite und musterte die andere von oben bis unten, folgte ihrem Blick hinüber zu Coreen und seufzte dann schließlich. "Sag mir bitte nicht, dass es um den Menschensohn geht, in den sie sich verliebt hat", begann sie dann bevor sie Augenbrauen hob, sich dazu entscheidend, einfach danach zu fragen, bevor sie ein Ratespiel mit der Wassergöttin führen würde, das keinem von ihnen beiden Spaß machen würde. "Um welchen Gefallen musst du mich bitten?"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:15 pm
"Nein, darum geht es nicht", gab Sotis zurück und wank ungeduldig ab. Ihre langen, blonden Haare fielen ihr über den Umhang, den sie trug und der mit Pelzen besetzt war, obwohl sie - wie ihre Tochter - nie fror. Wasser und Eis waren ihre Welt und wenn schon nicht nur Magie, dann hielt zumindest eine meterdicke Schicht an Eis das Oldgate geschlossen. Sie ahnte, vor wie vielen Jahren Rhiannons Bruder sich hatte einen kurzen Moment der Unachtsamkeit zu Nutze hatte machen können. Ein Moment, in dem sie ganz bei sich gewesen war, nicht wie sonst.
"Havia ist nicht mehr sicher. Nicht, wenn ich meine Aufmerksamkeit teilen müsste."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:19 pm
Rhiannons Augenbrauen wanderten ein ganzes Stück weiter in die Höhe und ruckartig kehrte ihr Blick zu Sotis zurück, genau wissend, worauf die andere anspielte. Sie hatten vor ein paar hundert Jahren dasselbe Gespräch schon einmal geführt und es war damit geendet, dass sie einen kleinen Eisdrachen unter ihre Schwingen genommen und ihr Bestes gegeben hatte, um sie groß zu ziehen. "Ein weiteres Ei", schlussfolgerte sie schließlich und seufzte schwer. "Bring es zu mir, sobald ich wieder in Ekynes bin."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:25 pm
"Ich kann Havia nicht mehr verlassen. Dein Bruder ist zu stark geworden und ich brauche all meine Kraft, um ihn wieder zurück zu drängen. Um das Oldgate wieder zu sichern, damit er sich nie wieder an meine Tochter wenden kann. Diese Bitte würde ich nicht an dich tragen, wenn ich nicht wüsste, du bist geeignet dafür. Loki ist überall - vorrangig in der Wüste oder den Gebieten, in denen schon Krieg herrscht. Oberon ist noch zu schwach und um ehrlich zu sein brauchen wir wohl die Wehrhaftigkeit, die du deinen Schützlingen mitgibst bald mehr als alles andere - wir sterben aus und du weißt es."
Sie sah fast unglücklich aus, als sie zu einem Platz weiter hinten im Wald blickte. Niemand hatte Anstoß daran genommen, dass dort auf einmal ein kleiner See aufgetaucht war, denn die meisten hier kannten die Umgebung nicht gut genug, um den Unterschied zu bemerken. Sie aber wusste, was dort lagerte. Dann straffte Sotis ihre Schultern und jegliche Emotion fiel von ihr ab. "Es wird bald schlüpfen."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:30 pm
"Wir sterben nur aus, wenn mein Bruder Erfolg dabei hat, sich den Dolch zu nehmen, den er vor Jahrtausenden geschmiedet hat. Die Menschen glauben noch immer an uns und solange sie das tun, werden wir weder aussterben, noch in Vergessenheit geraten, Sotis", antwortete Rhiannon lediglich entschieden, zeigte sich dann aber mit einem kurzen Nicken einverstanden, weil es vielleicht wirklich das sein würde, was sie benötigten. Vielleicht war Sotis die Einzige von ihnen, die noch daran dachte Nachkommen in diese Welt zu setzen - Oberon hatte nichts mehr getan seit Jahrhunderten, Loki ... kopfschüttelnd schob sie den Gedanken an den Luftgott fort, weil sie ihn noch nie verstanden hatte und was sie selbst anbelangte ... ihre Nachkommen lebten in Ayantis.
"Ich kümmere mich um das Ei und um deinen Nachkommen, Sotis."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:32 pm
Resolut nickte die andere. "Danke."
Sie verschwand, ehe noch etwas anderes gesagt werden konnte - löste sich auf und verschwendete keinen Gedanken mehr daran, dass keine zwanzig Meter entfernt nicht nur ihre älteste Tochter, sondern auch ihr jüngstes Kind waren.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:34 pm
"Devastare, Caillean" die dunkle, grollende Stimme glich einem Erdbeben, oder dem Rauschen von Blättern im Wind, als sich Oberon den beiden nährte. Der Gott war groß gewachsen, schien weniger Menschlich als Rhiannon. Seine Haut war Erdfarben, seine Augenbrauen bestanden aus dichtem Moos, ebenso wie der Bart, den er im Gesicht trug. Statt Haaren besaß er weiches, weißes Fell, dass seinen ganzen Körper bis auf das Gesicht und die Hände bedeckte, während die Füße Hirschhufe waren. Doch die Augen und die Züge seines Gesichts waren ohne jeden Zweifel menschlich.
"Mögen eure Teller stets reich gedeckt und eure Kinder zahlreich sein."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:40 pm
Die dunkle Stimme hatte Caillean zusammen zucken lassen, bevor sie sich herum gedreht hatte, nur um im nächsten Moment den Atem anzuhalten. Die Stimme des Waldgottes dröhnte in ihren Ohren und so sehr sie auch wusste, dass er noch der Freundlichste all der Götter war, die hier anwesend waren, so fühlte sie die Worte doch eher wie eine Drohung als wie der Segen, der sie sein sollten. Sie hatte Oberon nie gefürchtet, war umso schockierter darüber gewesen, was Morys dem weißen Hirsch angetan hatte, der er sonst gewesen war und der weitaus freundlicher schien als die Erscheinung, die er jetzt angenommen hatte. Umso seltsamer war der Gedanke daran, dass er Devastares Urgroßvater sein sollte.
"Wir danken Euch", antwortete sie leise und bemühte sich um ein Lächeln. "Es tut mir leid, was Morys Euch angetan hat ..."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:45 pm
Oberon blickte sie sanft an, ehe er eine Hand zur Brust führte. Als er sie wieder von dort hob, war eine tiefe, blutende Wunder zu erkennen. Das Blut verfärbte das Fell dunkel, doch der Gott der Erde und des Waldes schüttelte nur den Kopf. "Lebewesen sterben nun einmal euer Hoheit - es gehört zum Kreislauf des Lebens dazu. Jäger und Beute. Doch was Morys antrieb war nicht der Wunsch nach etwas essbarem, sondern das Verlangen nach Ruhm und Macht. Er wollte beweisen, dass er größer als die Götter ist. Doch nun lernt er, dass er das geringste unter allen Lebewesen ist."
Er schloss die blutige Hand, dann öffnete er sie wieder. In der Innenfläche lag eine kleine, gläserne Phiole mit einer roten Flüssigkeit. Die Wunde auf seiner Brust indes war verschwunden. "Das ist mein Geschenk an euch. Das Blut eines Gottes - nutzt es in Zeiten der größten Not."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:49 pm
Hier vor seinem Vorfahr zu stehen und es diesmal auch zu wissen machte die Sache nicht wirklicher. Unauffällig bohrte Devastare seine Fingernägel in seine Handfläche, aber der kurze Schmerz, der ihn durchzuckte sagte ihm nur, dass das hier die Realität war.
"Habt Dank", brachte er heraus, als er die Phiole an sich nahm. Sie war so winzig, nicht einmal die Hälfte seines Daumens lang und so breit wie sein kleiner Finger. Er hoffte, er würde es nie nutzen müssen, aber die Versicherung, etwas zu haben, war eine Beruhigung. Was auch immer das Blut bewirken mochte. "Ich hoffe, Ekynes wird wieder zur Heimat für Euch werden. Für uns." Er sah zu den Umstehenden hin. "Für uns alle."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:51 pm
"Ekynes ist in einen langen, tiefen Schlaf gefallen," erwiderte Oberon und schlug die Augen nieder. "Es wird erst wieder erwachen, wenn die Krone erneut auf dem richtigen Haupt ruht. Ich warne euch nun jedoch vor - der Thronräuber hat sich mit alten Mächten eingelassen. Er wird nicht einfach zu töten sein," erklärte er leise und neigte dann das Haupt. "Doch die Gunst der Götter ist mit euch und ihr werdet in mir stets einen Freund an eurer Seite haben."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 9:54 pm
'Auch mein Volk ist bei Euch', drang Sotis Stimme an ihrer aller Ohren, obwohl niemand mehr hier stand. Sie hatte ihr Land und das Oldgate nicht noch länger alleine lassen können, aber das hieß nicht, dass sie nicht im Geiste anwesend war. 'Mein Nachkomme soll Euch zu Diensten sein - ein Geschenk an das Königspaar. Die Tugenden von Ekynes mögen ihm von Geburt an beigebracht werden.'
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:00 pm
Morys hatte sich mit anderen Mächten eingelassen, war die schlimmste Nachricht, die sie hätten bekommen können und einzig und allein die Tatsache, dass sie wenigstens die Götter auf ihrer Seite hatten, wog die Bedeutsamkeit jener anderen düsteren Nachricht wieder auf. "Danke", wiederholte sie noch einmal in Ermangelung einer besseren Möglichkeit, ihr eigenes Schaudern spürend, als Oberon wieder über den Mann sprach, den sie einst gezwungen gewesen war zu heiraten. Beinahe hatte sie sein Gesicht vergessen, die Grausamkeiten, an denen er so viel Spaß gefunden hatte und instinktiv setzte sie einen halben Schritt näher zu Devastare, drückte sacht seine Hand, um sich noch einmal zu vergewissern, dass das der Vergangenheit angehörte. Dass Morys ihr nie wieder zu nahe kommen würde.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:04 pm
"Lasst am heutigen Tag nicht die düsteren Gedanken euer Lebenslicht beherrschen. Tanzt und seid freudig - verzeiht meine Worte, aber ich wollte die Gelegenheit nutzen um euch zu warnen", erklärte der alte Gott und verbeugte sich tief, so tief dass mit einem Mal wieder der große weiße Hirsch vor ihnen stand - das Geweih stolz und riesig, das Gesicht mehr Mensch als Tier.
"Ich muss euch danken. Die Liebe und die Kraft die ihr füreinander aufbringt - als Königspaar von Ekynes hat die tödlichen Wunden dieser Inkarnation wieder geheilt. Ich stehe in eurer Schuld"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:06 pm
"Wir sind froh, helfen zu können - wenn es auch durch diese kleinen Dinge sind." Devastare nickte noch einmal, dann wandte er sich zu den Anwesenden um. "Ich habe nur eine Bitte an Euch. Vergesst heute den Stand und die Regeln, die uns sonst befehlen, was wir zu tun und zu lassen haben. Feiert mit uns." Er würde es brauchen, bis er sich daran gewöhnt hatte, wer er nun zu sein hatte, abgesehen von Cailleans Ehemann.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:10 pm
Galahad hob den Kopf, als Devastares Stimme den ungewöhnlichen Befehl gab und wandte sich halb um, der Befehl seines Freundes war die reinste Qual für ihn - es fiel ihm bereits schwer sich unter so vielen hohen Männern und Frauen seinem Stand angemessen zu benehmen, doch nun auch noch die Menschen und Götter und Anderswesen hier so zu behandeln, als wären sie auf einer Stufe? Der verdammte Prinz... nein König, er war nun König, musste verrückt sein. "Nun also..." er nickte, wandte sich noch einmal um und erblickte eine reich gedeckte Tafel, die ohne jeden Zweifel vor einigen Augenblicken noch nicht dort gestanden hatte.
Um etwas zu tun zu haben nahm er ein wenig Essen und schlenderte umher, sah auch Devastare und Caillean dabei zu, wie sie mit allen Anwesenden sprachen und kam schließlich neben Coreen zum stehen.
"Sie sehen glücklich aus," meinte Galahad leise und warf ihr sowie Gawain einen verstohlenen Blick zu. "Ihr beide im übrigen auch. Es ist... ungewohnt. In Caria sind die Menschen nicht so offenherzig."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:13 pm
"Ekynes feiert die Feste, wie sie fallen - und wir sehen keinen Sinn darin, zu verheimlichen, dass wir jemanden lieben, weil wir wissen, wie kostbar die Tage sind. Manchmal stehen auch uns Regeln im Weg, aber wie du siehst ... ein Schleichweg hat sich noch immer gefunden."
Sie blickte skeptisch auf den Becher in ihren Händen hinab, grinste dann Galahad an, der sich sichtlich unwohl mit der Anweisung fühlte, einfach nur ein Mann zu sein und seinen Stand zu vergessen. "Du wirst dich daran gewöhnen. Es ist kein Schlaraffenland, aber die Menschen lassen sich gerne von etwas überzeugen, wenn die richtige Motivation dahinter steckt."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:15 pm
"Es gibt offensichtlich so einiges, an das ich mich gewöhnen muss..." erklärte Galahad kopfschüttelnd. "Unter anderem, dass ich meine Lebtage wohl keine Jungfer mehr vor einem Drachen retten kann ohne danach in arge Bedrängnis zu kommen!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:16 pm
"Das solltest du allerdings wirklich vermeiden. Menschen schmecken recht gut - du könntest den kürzeren ziehen und die holde Maid wäre immer noch nicht gerettet."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:18 pm
Galahad schluckte und riss die Augen auf, starrte auf das Stück Fleisch, dass Coreen gerade verspeiste und sah dann auf sein eigenes Stück, dass ohne jeden Zweifel vom selben Tier stammte. "Woher weißt du das?" fragte er leise, auch wenn diese Frage nicht viel besser war als jene, die sich ihm zuvor noch aufgedrängt hatte - nämlich die, was er denn gerade hier aß.
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:18 pm
"Dra-che", betonte sie und lachte dann leise. "Du isst Schweinefleisch, keine Sorge."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:21 pm
"Du musst den Unterschied ja kennen," erwiderte Galahad und beobachtete Elaine dabei, wie sie ein wenig Salat aß, während Oberon in einigen Metern entfernung sowohl Feldsalat als auch ein Stück dunkles Wild verzehrte. "Wenn wir schon dabei sind... Elaine ist... die Enkelin des Gottes der Erde und... also ich habe schon immer gesehen, dass sie nur Kräuter zu sich nimmt. Wieso isst aber dann der Herr auch Fleisch? Ich verstehe es nicht um ehrlich zu sein!"
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:24 pm
"Der Wald und seine Bewohner sind ein Teil von ihm - er wird sie wieder der Erde zuführen. Fruchtbares Land entsteht daraus und andere Lebewesen können sich daran weiden." Gut, das war auswendig gelernt. Rhiannon hatte sie gezwungen. Aber es würde als Erklärung wohl helfen, gerade, wenn man neu mit all dem konfrontiert war. "Aber Elaine ist auch die Tochter einer Fee. Feen ernähren sich ausschließlich von Beeren und obwohl sie nicht tot umfallen würde, wenn sie Fleisch äße, schmeckt es ihr einfach nicht."
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Re: Kapitel 12

am Sa Feb 17, 2018 10:28 pm
Galahad nickte und gab sich mit dieser Erklärung zufrieden. Er glaubte das wichtigste daraus verstanden zu haben, wenngleich er darauf auch keine Wetten abgeschlossen hätte.
"Danke für diese Erläuterung," erklärte er leise und nickte Coreen zu, die ihm all seine Fragen so bereitwillig beantwortet hatte.
"Du bist übrigens faszinierend," gab Galahad zu und nahm ein Schluck des klaren Quellwassers aus seinem Kelch. "Du bist ehrlich gesagt menschlicher als so mancher Mensch dem ich begegnet bin - und als reinrassiger Mensch ist das von mir durchaus als Lob gemeint!"
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Re: Kapitel 12

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