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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 8:10 pm
Behutsam bugsierte Caillean Ferryn wieder auf die Bettkante und brachte sie dann in eine liegende Position, alle Decken über die andere gezogen, die sie in dem Raum hier hatte finden können. Der Körper des Mädchens war so unsäglich kalt gewesen und sie erinnerte sich grob noch daran, was Cair ihr gesagt hatte - dass jemand, der beinahe ertrunken war, besser auf der Seite lag als auf dem Rücken. Dass es leichter sein würde, um das Wasser abzuhusten, das sich irgendwo in der Lunge gesammelt hatte und sie war gerade in einem Moment wie diesem hier dankbar für diese Lektion, denn sie half ihr jetzt die nötige Ruhe zu finden, um dem Mädchen zu helfen. Sie wollte sie nicht allein lassen, auch nicht, um ihr etwas zu essen und zu trinken zu besorgen, obwohl sie es dringend zu brauchen schien, stattdessen ließ sie sich jetzt auf die Kante des Bettes sinken, das Foster als einziger Luxusgut an Bord an den Wänden hatte festschrauben lassen, damit es sich bei Wellengang nicht durch die Kajüte bewegte.
Sacht strich sie ihr durch die dunklen Haare, den Blick besorgt auf das bleiche Gesicht der anderen gerichtet und darauf wartend, dass sie den Hustenanfall überwand, der dafür sorgte, dass sie noch immer salziges Meerwasser hoch würgte. "Verrätst du mir deinen Namen?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 8:18 pm
"... F- ...Ferr-rryn", brachte sie zwischen den Anfällen hervor und gab auf, sich wieder aus dem Kissen aufrichten zu wollen. Ihre klammen Finger schlossen sich um die der anderen. "Kira - wo ...?" Wo war sie? Wo war ihre Schwester? Wo war Devastare und waren sie hier richtig? All die Fragen brannten in ihrem Kopf, wollten gestellt werden, aber nichts davon schien greifbar zu sein. Ferryn versuchte tief durchzuatmen und sich zu beruhigen, aber sie zitterte am ganzen Körper und konnte nicht sagen, warum. War es die Kälte, die Erschöpfung oder der Schock?

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Der Schwall Wasser war größer, als das, was Devastare geglaubt hatte, könne in eine Lunge passen. Jedenfalls die Lunge eines Menschen ...
"Gut", murmelte Cair, als Kira nach Luft japste und sah den anderen über ihren schmalen Körper hinweg an. Sie würde morgen aussehen wie ein gefleckter Hund und die junge Frau, die Caillean sich geschnappt hatte vermutlich auch, aber sie würden leben - wenn sie sich nichts eingefangen hatten, was sie dahin raffte. Das war gerade schwer zu sagen.
"Kira", sprach Devastare leise und griff nach der Schulter seiner Schwester, deren Augenlider wieder flatterten. "Es ist alles gut. Ihr seid in Sicherheit, ihr beide." Wer auch immer die andere sein mochte.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 8:28 pm
"Ferryn", wiederholte Caillean leise den Namen der anderen und drückte ihre Finger sacht, versuchend die mit ihren eigenen, zum Glück warmen, Händen aufzuwärmen. "Du bist in Sicherheit. Ihr beide seid in Sicherheit", versuchte sie ihr leise klar zu machen und zog die Decke noch ein Stück höher, weil sie spürte, wie Ferryn noch immer vor Kälte zitterte. Wie um alles in der Welt waren sie während dieses Frühlingssturms auf den Gedanken gekommen, es wäre sicher inmitten des Meeres schwimmen zu gehen und vor allem, wieso in dieser entlegenen Ecke des Landes. Sie tat ihr leid, wie sie hier lag und kaum wirklich bei Bewusstsein war, die Gedanken nur bei der kleinen Schwester an Deck, um die sich Cair und Devastare gerade kümmerten. "Deiner Schwester geht es gut." Zumindest hoffte sie das, nachdem wie sie ausgesehen hatte. "Hier tut dir niemand etwas an. Atme ganz ruhig."

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Keuchend und nach Luft ringend, weil ihr ganzer Brustkorb weh tat, wollte sich Kira auf den Rücken rollen, aber jeder neue Atemzug brachte nur einen weiteren Schwall Wasser hervor, der in ihrem Hals brannte, weil sie das Salz schmeckte. Da waren Stimmen im Nebel, der sich über ihren Verstand zog, Hände, die sie festhielten und die sie abstreifen wollte, weil sie sie nur davon abhielten eine Position zu finden, in der sie sich wohler fühlte als so halb auf die Seite gedreht und die Wange auf kaltem, nassen und stinkenden Holz. Japsend versuchte sie zu blinzeln, um jemanden zu erkennen, der sich bei ihr aufhielt und von dem sie noch immer nicht wusste, ob er ihr wohl gesonnen war oder nicht. Ferryn ... wo war Ferryn? Sie wollte fragen, den Namen der Schwester von sich geben aber mehr als ein klägliches Husten brachte sie einfach nicht von sich.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 8:36 pm
"Sie hat ... sie hat gesagt, ich soll zu ... zu Devas-vastare ... fort aus ... Caria ...", murmelte Ferryn in das Kissen hinein und zwang sich, die Augen zu öffnen. "Fort ... wochenlang - wir ... suchen seit ... Wochen ..."

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Cair wartete noch ein paar Minuten ab, dann aber nickte er und sah Devastare an. "Schon gut, hilf ihr hoch. Wenn noch etwas kommt, hilf ihr, sich zur Seite zu beugen - den Kopf am besten so tief wie möglich, damit alles Wasser abfließen kann." Es war nicht das erste Mal, dass er jemanden aus dem Wasser fischte und die Ruhe wirkte scheinbar auf Devastare ansteckend, der mit ihm den Platz tauschte und die weitaus kleinere Gestalt sanft vom Boden löste. "Bring sie unter Deck, ich bereite ein zweites Bett vor - eine Hängematte scheint mir gerade nicht angebracht für sie." Und dann war der Heiler verschwunden, wissend, dass der König vor ihm schon seinen Anweisungen folgen würde.
Devastare blieb zurück mit seiner Schwester, unter die er einen Arm geschoben hatte und schließlich den zweiten in ihrer Kniekehle folgen ließ. "Ich bin's, Kleines", murmelte er und küsste sie sacht auf die Stirn, während er sich den Weg das rutschige, nasse Deck entlang suchte. Sie brauchte Wärme und neue Kleidung und verdammt noch mal ... er brauchte dringend Alkohol, nach diesem Chaos hier. Und Antworten. Ersteres würde er wohl schaffen, das zweite musste warten.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 8:43 pm
Oh Götter, nahm denn das Chaos um sie herum überhaupt kein Ende? Caillean war sich sicher, dass sie auch darauf keine Antwort haben wollte, als sie die zweite Hand wieder löste, um Ferryn erneut sacht über den dunklen Haarschopf zu streichen. "Devastare ist hier", versicherte sie ihr, weil es ihr wichtig schien. Allein lassen schien gerade wirklich keine Alternative zu sein und so blieb sie kurzerhand neben ihr auf der Bettkante sitzen, die Hand auf in den dunklen Haaren, die andere Hand um ihre klammen Finger gelegt. "Ihr seid angekommen."

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Fahrig suchten Kiras Finger nach irgendeinem Halt, den sie gerade finden konnte und sie erwischte halbnassen Stoff, in dem sie sich jetzt festhielt, ohne wirklich zu begreifen, dass sie sich gerade nicht mehr auf dem Boden wiederfand. Sie war so müde ... An ihrem Ohr hörte sie einen anderen Herzschlag, der seltsam beruhigend und einlullend auf sie wirkte und mit aller Macht zwang sie sich dazu wieder aufs Neue zu blinzeln und hinauf zu ihrem Bruder zu schielen, eine Weile brauchend bis sie begriff, dass sie sich nur deshalb bewegte, weil der Ältere sie gerade trug. "... Hey ...", flüsterte sie mit kratziger Stimme und rang sich ein schiefes Lächeln ab, von dem sie nicht einmal wusste, wie sie es überhaupt zu Stande brachte. "... haben dich gesucht ..."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 8:49 pm
"... weiß nichts ... von mir ... - dachte ... ich wäre ... tot", murmelte Ferryn in das Daunenkissen hinein, während sie spürte, dass ihre Haare allmählich trockneten. Aber ihr Körper war immer noch entsetzlich kalt und taub ... "Er ... kennt mich - kennt mich nicht ... nur Ärger ... Elaine - heiratet ... gefährlich ..."

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"Das hab ich mitbekommen", brummte Devastare und stieß sie vorsichtig mit der Nase gegen ihre Schläfe, weil die Hände ganz offensichtlich andernorts als Transportmittel gebraucht wurden. "Warum, Kira? Du hättest Morlin schicken können oder mich mit dem Anhänger rufen können."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 8:58 pm
"Später, Ferryn. Wir haben genug Zeit für alles - wichtig ist jetzt erstmal, dass du wieder auf die Beine kommst und mir hier nicht erfrierst", antwortete Caillean nur leise, weil das Ausmaß der Nachricht - dachte, ich wäre tot und Elaine heiratet, schon allein dafür sorgen würde, dass sie das dringende Bedürfnis hatte, sich nachher einer Flasche Alkohol aus Fosters Vorrat zuzuwenden. Dann, wenn Ferryn wieder warm war. Umständlich krabbelte sie über die andere rüber und platzierte sich nahe der Wand, Ferryn kurzerhand zu sich ziehend und die Arme um die andere legend, sacht über ihre Arme rubbelnd, in der Hoffnung, es würde ihr helfen. "Hier ist es nicht gefährlich." Götter, was tat sie hier eigentlich?

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"... ging nicht ...", erwiderte sie schniefend, weil inzwischen ihre Nase wieder zu laufen begonnen hatte. Es war so furchtbar kalt um sie herum und sie war so müde. "... war zu schnell ... mussten weg von Vater", versuchte sie sich an einer Erklärung, weil es wichtig war, dass er zumindest einen Teil von alledem verstand, was vorgefallen war, auch wenn sie immer wieder zwischen Husten und Schlucken einzelne Worte verschluckte und sich nicht einmal sicher war, ob er überhaupt den Sinn hinter alledem begriff. "... keine Zeit zu warten"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:06 pm
"... weiß ... hat gesagt er ... würde uns schützen ... - 's ... Königin ... Cai-illean ..." irgendwie kam da nur noch Mist aus ihrem Mund, aber dass hier eine Königin versuchte, sie zu wärmen, war ihr dann doch bewusst. Caillean. Das war die Frau ihres Bruders. Es hätte schlimmere Situationen geben können, sich kennen zu lernen, aber Ferryn fielen ungefähr tausend bessere ein. Sie öffnete noch einmal den Mund, aber statt weiterer Worte kam gar nichts mehr heraus. Kein einziger Ton und die Anstrengung forderte ihren Tribut. Sie war so erschöpft. So wahnsinnig müde ... sie wollte nur noch schlafen. Ihr Geist schien diesem Wunsch ausnahmsweise entsprechen zu wollen und schickte sie in samtene, alles ausblendende Schwärze.

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Das klang nicht gut und nicht nach dem, was sie sich erhofft hatten ... seufzend blickte Devastare auf die Jüngere hinunter. "Schon gut. Spar dir deine Kräfte. Ich sehe zu, dass ich jemanden finde, der dich aus diesen nassen Sachen befreit und dir etwas Warmes zum Anziehen gibt und dann isst und schläfst du. Nein - Kira. Nein." Er schüttelte den Kopf. Diesmal würde er nicht mit sich reden lassen. "Ihr seid nicht erst seit gestern unterwegs. Jetzt hat es auch noch Zeit, bis du wieder bei dir bist."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:12 pm
Foster kletterte die Bordwand durch, ehe er triefend und mit einem unbegeisterten Gesichtsausdruck auf dem Deck landete. Fluchend prustete er und strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht. "Es ist doch zum Grog pissen! Welche halbblinder Hafenratte hat das ganze verfluchte Schiff bewegt als ich noch dran hing! Wolltet ihr mich Kiel holen lassen? Wenn ich diese durchgefischte Mutter einer Möwe..." als er Kira auf dem Deck sah, über die Devastare sich voller Sorge beugte weiteten sich seine Augen.
"Was ist denn hier schon wieder passiert? Kann man euch keine zwei Minuten aus den Augen lassen?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:13 pm
"Zwei Minuten vielleicht - aber ein paar Wochen scheinen nicht drin zu sein", entgegnete Devastare und sah Foster mitleidig an, dem eine Alge vom Ohr baumelte. Er hätte sie ja fortgezogen, aber Kira war für einen Arm dann doch zu schwer. "Dein Bett ist schon belegt ... Cair richtet unten ein zweites. Hilf mir lieber, sie runter zu bringen, sie ist kälter als ein Eisklotz."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:16 pm
"Komm, gib sie her - du kannst doch nichts tragen was schwerer als ein Schwert ist," erwiderte Foster. "Außerdem bin ich standfester auf den Planken als du. Na komm schon, ich werde sie nicht fressen."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:20 pm
Hätte Devastare seinem durchlöcherten Bein mehr getraut, hätte er wohl protestiert. Foster hatte schon ein paar Mal einen dämlichen Kommentar zu seinem Hinken abgegeben. Aber Caillean zu liebe und um Kiras Vollständigkeit halber ging er dieser Debatte heute aus dem Weg, indem er die Jüngere sanft in die Arme übergab, die der Kapitän ihm entgegen streckte. Er wusste, die beiden hatten an der Hochzeit so etwas wie ein verworrenes Band der Freundschaft geknüpft. "Alles wird gut, Kleines", fügte er noch hinzu, weil Kira überrascht blinzelte und strich ihr mit der Außenseite der Finger über die eisige Wange.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:23 pm
"Anna!" rief Foster zur Galleonsfigur rüber, die sich halb umdrehte und ihn mit klugen Augen anblickte. "Wärm unter Kabine 4 auf, zieh jede Feuchtigkeit raus so gut du kannst! Ich geb dem Smutje bescheid, dass er Grog warm machen soll. Wenn du dich heute mal wieder selbst übertriffst bekommst du heute eine ganze Schüssel davon ganz für dich allein!" mit diesem versprechen trat Foster zusammen mit Kira in den Bauch des Schiffes und steuerte geradewegs und sehr zielstrebig auf die von ihm genannte Kabine zu, wartete, bis Devastare die Tür geöffnet hatte und schritt den mit Kira zusammen in den kleinen Raum, wo er sie auf eine der Hängematten packte. Dann brüllte er einige Befehle den gang entlang und trat wieder zu Kira. "Gleich bekommst du das richtig harte Zeug Kleine."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:26 pm
"Bett - wenn's auch nur ein Provisorium ist", kam es knurrend von Cair, der gerade ein Kissen aufgeschüttelt hatte, als es hier so warm geworden war. "Leg sie hier hin. Auf die Seite. Wenn du der Anna schon Befehle gibst, dann bitte auch für deine Kajüte. Da schläft die zweite."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:28 pm
"Auch dir einen wunderschönen guten Tag," murmelte Foster und zupfte sich endlich die Alge vom Ohr, ehe er das Holz kurz mit der Hand berührte. "Gehört Anna? Sei so lieb und wärme uns auch die Kapitänskajüte an!" bat er sie leise und hob dann Kira ein zweites Mal an, nur um sie aufs Bett sinken zu lassen. "Ich werde mal den Grog holen gehen."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:29 pm
Kira blinzelte überrascht, als sich die Arme plötzlich änderten, die sie festhielten, brauchte aber einen ganzen Moment bis sie begriff, wer sie da eigentlich gerade durch das Schiff schleppte. Sie wollte protestieren, weil es da noch so vieles gab, was sie ihrem Bruder sagen musste, bevor es zu spät war, aber nicht ein einziger Ton davon kam über ihre rissigen Lippen. Die Müdigkeit wurde immer schlimmer als besser und es war allein den gebrüllten Befehlen zuzuschreiben, dass sie noch nicht weggedämmert war, trotzdem Mühe damit habend sich hier neu zu orientieren. Fahrig streckte sie eine Hand aus und schaffte es noch die eisigen, klammen Finger um Fosters Handgelenk zu legen.
"... helf dir ... eine größere und ..." Sie brach ab, um zu husten, eine ganze Weile brauchend bis sie sich wieder soweit gesammelt hatte, dass sie weitersprechen konnte. "... fettere Kuh zu finden ..."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:31 pm
Foster lachte laut auf und strich ihr sanft, beinahe liebevoll über die Wange.
"Für dich finde ich eine die so groß und Fett ist, das wir sie auf einem Karren hierher fahren müssen," versprach er ihr leise, ehe er sich sanft löste. "Ich bin gleich wieder da."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:35 pm
"Ihr werdet zwei brauchen", gab Devastare zurück und beobachtete ein wenig skeptisch, wie Foster mit Kira umging, sagte jedoch einstweilen nichts dazu. Er hatte auch nicht gewollt, dass sich jemand in sein Leben einmischte, da brauchte er es jetzt nicht bei Kira anzufangen. Lieber so als Drama. Cair unterdessen war zu Kira hingetreten und ging neben ihr in die Hocke. "Gut, Mädchen, du musst aus dem Zeug raus, sonst wirst du weder warm, noch lasse ich dich schlafen oder Grog trinken. Devastare, raus mit dir, ich helfe dir. Lass Foster nicht hier rein, verstanden?"
Mit hochgezogenen Augenbrauen und völlig baff von der konsequenten Anweisung nickte Devastare, beugte sich nur kurz zu Kira und drückte ihre Finger. "Ich komme gleich wieder."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:41 pm
"... kalt", jammerte Kira leise als auch das zweite vertraute Gesicht binnen einiger weniger Sekunden verschwand und bemühte sich darum sich in eine halbwegs sitzende Position zu bewegen, dankbar um den Arm des anderen, der sie hier aufrecht hielt. In jeder anderen Situation wäre es ihr peinlich gewesen sich von einem Mann dabei helfen lassen zu müssen aus klebenden, nassen Sachen zu kommen, aber hier und jetzt war sie dankbar für die Hilfe, die er ihr angedeihen ließ. Ihre Glieder waren so eisig und ihr Kopf so furchtbar schwer, dass sie froh um jeden Laut war, der sie daran erinnerte, dass sie hier wach bleiben musste, während sie Stück um Stück ihrer nassen Kleidung los wurde, nur um dann gleich wieder in andere gesteckt zu werden, die sie auf der klammen Haut nicht einmal wirklich spürte. "Ferryn ... wo ist Ferryn ...?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:43 pm
Foster kam mit einem kleinen, dampfenden Kessel wieder, den er auf einem dafür vorgesehehen, aus dunklem Holz bestehenden, Tablett trug. Seufzend sah er die verschlossene Tür und stellte das Tablett mit dem dampfenden Grog wieder ab. "Und woher kennst du sie?" fragte er leise, und brachte den Kessel mit einer Fußbewegung wieder ins Gleichgewicht. "Das habe ich bei der Hochzeit gar nicht gefragt."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:47 pm
"Sie ist in Fosters Kajüte", gab Cair zurück und knöpfte Kiras Hemd bis oben hin zu, um all die Wärme bei ihr zu halten, die noch möglich war. "Ferryn also, hm? Ein seltener Name." Sacht ließ er ein Tuch über ihre Haare gleiten und knetete so lange daran herum, bis die Locken ihr in einigermaßen trockenen Strähnen herab hingen. Kraftlos und irgendwie wie die Person, zu der sie gehörten. "Ich weiß, dir ist kalt, Kira. Noch Socken, dann packen wir dich so gut es geht unter die Decken und du kannst schlafen. Ich verspreche dir, ich sehe nach Ferryn."
All die Beulen und Kratzer hatten Zeit. Viele davon konnte er nicht behandeln und für ein paar andere würde er erst Salben herstellen müssen. Es brachte nichts, sie so lange wach zu halten.

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Devastare lehnte an der Wand und musterte Foster eine Weile, dann blickte er mit verschränkten Armen zurück auf die Tür und schob die Gedanken an all das, was hier über ihn hereinbrach zur Seite. "Meine jüngere Schwester."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:50 pm
Foster fiel für den ersten Moment alles aus dem Gesicht und nur der Gnade der Götter war es zu verdanken, dass er nicht tatsächlich Nase, Mund und Ohren wieder vom Boden aufsammeln musste.
Er blinzelte und starrte Devastare für einige lange Sekunden an, ehe sich ein breites Grinsen über sein Gesicht zog. "Na dann wissen wir ja, wo all die gutaussehnden Eigenschaften aus deiner Familie geblieben sind!"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:52 pm
Langsam schüttelte Kira den Kopf, weil es wichtig war, dass sie wach blieb. Da war noch so viel, was sie sagen musste - so viele Dinge, die einfach nicht warten konnten und von denen so ziemlich alle mit ihrer großen Schwester zusammenhingen, die, wenn sie Cair glauben durfte, in Fosters Kajüte schlief. Wenn die andere zuerst wach sein würde, dann würde sie allein die ganze Wahrheit erzählen müssen - es wäre nicht richtig, vor allem weil sie keinen von ihnen hier kannte. "... kann noch nicht schlafen", versuchte sie deshalb zu protestieren, schaffte es aber nicht eine halbwegs brauchbare Erklärung weshalb über ihre Lippen zu bringen. Dazu kam, dass sie Hunger hatte und der Hunger inzwischen in ihrem Magen weh tat.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:54 pm
"Foster sie ist gerade mal fünfzehn ...", seufzte Devastare und blickte den anderen ernst an, den Unterton durchaus hörend, auch, wenn die Worte flapsig herübergebracht wurden. "Wenn du ihr Hoffnungen machst, dann hab bitte im Kopf, dass ihre Erfahrungen nicht so ausschweifend sind wie deine. Und wenn du ihr keine machst, dann erwarte ich, dass du ihr zur Seite stehst, wenn das zwischen euch wirklich eine Freundschaft ist. Sie hat einiges durchgemacht."

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Just in dem Moment war das Knurren ihres Bauches beinahe ohrenbetäubend und Cair lachte nur leise. "Ich hoffe, Foster bringt etwas Essbares mit. Aber Kira ... dann wird geschlafen. Ich lasse nicht mit mir diskutieren und schon gar nicht, wenn es um meine Patienten geht. All die Fragen und Antworten haben Zeit."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 9:57 pm
"Hey immer die Pferde ruhig halten," antwortete Foster, wenngleich ihn auch das Alter der Kleinen verwunderte. "Sie hat mit knapper Mühe das eiskalte Meer überlebt. Der Grog ist dafür da um sie aufzuwärmen, nicht um ihre Hemmungen fallen zu lassen. Alles gut - ich tue der kleinen schon nichts. Ich bin ein Mann von Ehre - ich hoffe du weißt das!"
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Re: Kapitel 13

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