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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 10:34 am
"Ich verbinde alle Welten und all deine Willen!" verteidigte sich Karsh und schüttelte den Kopf. "Es ist meine Aufgabe zu bewahren - ich passe mich Veränderungen nur an, ich erschaffe sie nicht Eilian. Das weißt du. Ich erfülle meinen Zweck in dieser Welt. So ist das nun einmal," ach verflucht - wieso erklärte er dem Schicksal persönlich wie die Welt funktionierte? Das wäre so, als wolle er einem Schmiedemeister seine Handwerkskunst erklären. "Aber ich bin mir sicher, dass die Geschichte nun endlich die Fahrt aufnehmen wird, die du dir selbst vorstellst. Ich nehme nicht an, dass ich auch nur ein Wort über all das verlieren darf weil... es dir das Spiel verderben würde?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 10:35 am
"Wer würde dir denn auch schon glauben?", hakte Eilian nur leise kichernd nach, bevor ihre Gestalt sich ebenso schnell wieder auflöste, wie sie hier aufgetaucht war.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 10:38 am
"Ja, wer würde das schon..." erwiderte Karsh und ein bitterer Geschmack blieb auf seiner Zunge zurück. Er wandte sich um, kehrte dem seltsamen Teich den Rücken der verschwunden sein würde, sobald er ihn aus den Augen ließ und machte sich wieder auf den Rückweg zur Feier und den anderen. Eillian hatte ihm viel zum Nachdenken gegeben und Karsh hoffte inständig, dass Devastare sich doch noch dagegen entscheiden würde die Wahrheit kennen zu lernen und nicht mehr hinter den Schleier blicken wollte.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 10:51 am
Bislang hatte Kira am Rand all des Geschehens gestanden und sich still für ihren Bruder gefreut. Er sah so glücklich aus, wie er da inmitten der Menge an Menschen stand, mit ihnen lachte und feierte und bis auf die Glückwünsche hatte sie ihn nicht von seinen Freunden abhalten wollen, mit denen sie selbst so gar nichts zu tun hatte. Sie kannte Gawain, der dort bei Coreen stand, weil sie dabei geholfen hatte ihn aus dem Gefängnis in Caria zu befreien und sie wusste, dass Coreen ein Drache war, aber mit keinem von ihnen hatte sie sich bislang unterhalten können. Das hier war nicht ihre eigene Familie, nicht ihre Heimat, aber sie nahm es keinem von ihnen übel. Das hier war der Tag ihres großen Bruders und er sollte ihn genießen, sollte sich feiern lassen und nach all den Schrecken, die er hatte durchstehen müssen, endlich wieder etwas haben, auf das er sich freuen konnte. Etwas haben, durch das er wieder Kraft und Hoffnung schöpfen konnte, denn genau die hatte ihrer beider Vater mit aller Macht versucht zu zerstören.
Noch einmal ließ sie ihren Blick über die Gäste wandern und runzelte die Stirn als sie neben sich selbst eine andere Gestalt entdeckte, die ein wenig außen vor an der Tafel saß und ein Glas Wein nach dem anderen trank. Foster ... der Seemann, von dem Devastare ihr erzählt hatte, wenn sie sich recht erinnerte. Weshalb sie jetzt ausgerechnet auf den Gedanken kam, ihn aufheitern zu wollen, konnte sie selbst nicht sagen als sie sich neben ihn sinken ließ und das Weinglas aus seinen Fingern zog, um selbst daraus einen Schluck zu nehmen.
"Ihr seht nicht besonders glücklich aus, wenn ich das so sagen darf."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 10:54 am
"Aye," erwiderte Foster kopfschüttelnd und blinzelte Kira an, die ihm den Weinkelch aus der Hand genommen hatte und nun selbst einen großen Schluck daraus nahm. "Unglückliche Liebe, gepaart mit der Erkenntnis es besser zu wissen ist ein bitterer Trunk. Und selbst der Met ist nicht süß genug diesen Geschmack von der Zunge zu befreien..." er schüttelte den Kopf, brachte ein halbwegs anständiges Lächeln zu stande. "Aber ich sollte einer jungen Dame nichts von vergossener Liebe vorheulen..." er wischte sich den Mund mit dem Ärmel ab und grinste schief. "Außerdem ist das hier eine Hochzeit - ich sollte mich wohl mehr anstrengen zu grinsen wie ein stumpfer Idiot. Immerhin wird da allgemein hin so erwartet, was?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 10:57 am
"Ich erwarte das nicht", antwortete sie schulterzuckend und folgte seinem Blick rüber zu dem glücklichen Hochzeitspaar, schon ahnend, worauf der andere anspielte. "Es ist schwer gegen ihn zu gewinnen", sagte sie schließlich mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen. "Er ist ein Magier und ein Krieger, der eigentliche Erbe eines großen Reiches und das Kind einer Prophezeiung. Er ist aufrecht und gerecht, gütig und verliert niemals seinen Weg aus den Augen, würde niemals seine Liebsten verraten und kehrt immer wieder zu ihnen zurück. Fast ein wenig unfair, wenn ich das anmerken darf."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:03 am
"Zum Kotzen," erwiderte Foster und lachte heiser auf. "Er ist schon ein wenig zu perfekt, was?" hakte er leise nach und machte Kira den Kelch abspenstig, nahm erneut einen tiefen Schluck aus dem Kelch und schloss für einen Moment die Augen. "Aber wir einfachen Menschen sind nun mal nicht geschaffen für... so ein Leben. Wir sind eben nicht perfekt - uns fällt all das nicht so leicht wie ihm... aber... aber dadurch wird es irgendwie echter... verstehst du was ich meine? Wenn wir uns etwas erkämpfen müssen - gegen alle Widrigkeiten, dann ist es das viel mehr Wert. Ich bin Seefahrer Mädchen - und ich sage dir, wenn ich nach einem heftigen Sturm, der mich einige Männer gekostet hat in den rettenden Hafen gelange, hat das einen viel höheren Stellenwert, als über sanftes Gewässer zu schippern!" er grinste schief.
"Wie heißt du eigentlich?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:07 am
Sie lachte leise über seine Erklärung, weil sie so seltsam aufrecht wirkte, dass sie gar nichts anders konnte als ihm zuzustimmen. Sie liebte ihren Bruder über alles, aber er war eben doch die Version eines klassischen Helden und natürlich hatte er die Frau bekommen müssen, die er liebte. Sie gönnte es ihm. "Kira", antwortete sie und griff nach der Karaffe, um den Kelch wieder neu mit Wein zu füllen, nachdem Foster den letzten Schluck davon ausgetrunken hatte. Vielleicht war es gar nicht so verkehrt, wenn er nicht wusste, wer sie war - wenn dieses gewöhnliche Verhalten einfach so blieb, wie es jetzt war, weil es gut tat gewöhnlich behandelt zu werden und nicht, als hätte ihre Anwesenheit hier schon für genug Chaos gesorgt.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:11 am
"Kira..." wiederholte Foster und ließ das Wort im Mund umherrollen. "Ein wirklich schöner Name, für solch eine schöne Frau!" erwiderte Foster lächelnd und prostete dem jungen Mädchen zu. "Sag Kira, was macht so eine bezaubernde Frau auf solch einem Possenspiel wie diesem? Versteh mich nicht falsch, es ist ein Beeindruckendes Possenspiel - mit Magie und den Göttern und allem. Bei allem was Recht ist, wenn ich mal irgendwann heirate sind wohl nur ein paar betrunkene Seeleute und die Gischt des Meeres meine Zeugen. ABer Götter?" er schüttelte den Kopf.
"Ich habe das Gefühl ich passe hier einfach nicht hin... kennst du das Gefühl? Einfach nicht dazu zu gehören?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:16 am
"Ich passe hier eigentlich auch nicht wirklich her, aber ich bin eingeladen worden." Zumindest so mehr oder weniger, denn eigentlich hätte sie hier gar nicht anwesend sein sollen, wenn nicht irgendetwas geschehen wäre, das sie plötzlich zu ihrem Bruder gebracht hätte. Es war eine Familiensache gewesen, sie hatte so sehr dabei sein wollen und jetzt hier zu stehen, während Götter zwischen ihnen waren, die Verbindung gesegnet hatten, fühlte sich irgendwie seltsam an, weil sie nicht einmal wusste, ob eines Tages ihre eigene Hochzeit unter einem ähnlich günstigen Stern stehen würde.
"Ich hab nicht damit gerechnet, dass ein Seemann überhaupt mal jemanden außer dem Meer selbst heiratet", sagte sie und ließ die Frage danach, was sie hier machte, einfach offen stehen, weil es nur bedeuten würde, dass er sich anders benehmen würde als zuvor, wenn er die Wahrheit erfuhr. "Außerdem versteh ich nicht, was so schlecht an der Gischt des Meeres sein soll. Ich mag den Anblick ganz gern."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:21 am
"Ich liebe ihn," gestand Foster. "Der Sprühnebel auf der Haut, der Geschmack von Salz auf den Lippen. Ich habe mein Herz vor langer Zeit an die See verloren, aber das heißt ja nicht, dass ich dem schönen Geschlecht abgeneigt sein muss, oder?" er grinste breit und frech. "Das Meer ist eine widerspenstige Geliebte, das sag ich dir. Bist du schon mal auf einem Schiff gefahren? Ich bin zufällig in Besitz von einem. Also das heißt, es hängt aktuell auf einer Sandbank. Lange Geschichte, aber deswegen bin ich gerade hier!" er schüttelte den Kopf. "Verflucht noch eins, das Glück ist mir wahrlich nicht Hold!"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:26 am
"Ich bin am Meer geboren worden aber leider noch nie auf einem Schiff gewesen. Du weißt schon - Frauen darauf bringen Unglück und ich hab noch keinen davon überzeugen können, dass es nicht so ist", antwortete Kira und nahm ihm den Weinbecher wieder ab, weil sie zu faul war sich einen eigenen Becher zu füllen, obwohl die Karaffe nur wenige Handbreit von ihr entfernt stand und sie sich dafür nicht einmal hatte anstrengen müssen.
"Warum liegt dein Schiff auf einer Sandbank?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:43 am
"Sturm," erwiderte Foster und verzog das Gesicht schmerzlich, ganz so als sei er gegen das Riff geworfen worden und nicht sein geliebtes Schiff. "Hat zuerst den Rumpf zerschmettert und sich dann an Strand aufgehängt. Aber wir sind dabei es zu reparieren und wenn es erst mal soweit ist darfst du gerne mitfahren. Wir opfern diesmal einfach ne größere und fettere Kuh..." er schüttelte den Kopf. "Das letzte mal hat es fast funktioniert - aber dann naja... jetzt sitzen wir ja auf ner Sandbank."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:49 am
"Sieht so aus, als hättest du weder mit Frauen, noch mit deinem Schiff wirklich Glück", lachte Kira leise, weil sie nicht daran glaubte, dass eine größere und fettere Kuh sein Schiff davor bewahren würde nicht in einen Sturm zu geraten und vor allem weil sie gar nicht erst wissen wollte, wie ihr Vater darauf reagieren würde, wenn sie mit einem ekynischen Seemann aufs Meer hinaus fahren würde, weil ihr gerade danach war. "Was ist, wenn dein Schiff wieder in See stechen kann?", hakte sie dann neugierig nach und beugte sich ein Stück nach vorn, ihre Stimme leiser werden lassend, weil sie nicht wollte, dass jemand ihre so offene Frage hörte und weil sie ihm gleichzeitig auch den Raum geben wollte, um eine Antwort zu finden, die nicht unbedingt von Ehre und Loyalität triefen würde.
"Bleibst du im Märchenland und am Hof, um dir das alles weiter anzusehen? Oder stichst du wieder in See, um die Welt zu sehen?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:53 am
"In meinen Adern fließt Salzwasser Kira - ich werde immer wieder an den Hof zurück kehren um Befehle entgegen zu nehmen und Proviant aufzunehmen - aber meine Seele gehört immer den eisigen Fluten. Dort wo man wirklich noch frei sein kann. Auf den Planken meines Schiffs bin ich der einzige König der zählt. Meine Untertanen mögen wenige sein, aber sie sind alle meine Freunde und ich kann mich ohne jeden zweifel auf jeden von ihnen verlassen. Auf See gibt es keinen Platz für Zwist. Wenn nicht alle zusammen halten sterben alle. Es ist ein hartes Leben, aber ein verflucht noch eins ehrliches!"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 11:56 am
"Das klingt schön", antwortete sie, weil es das auch wirklich tat. Frei zu sein, sich auf jene zu verlassen, die einen umgaben und denen man vertrauen konnte, weil kein Platz für Lügen war. Es war ihr bewusst, dass sie sein Leben gerade ein wenig romantisierte, weil es in ihrer eigenen Heimat so ganz anders war, aber für diesen einen einzigen Moment hätte sie alles dafür geben, selbst dieses Leben führen zu können. "Ich hoffe, dass dein Schiff bald wieder seetauglich ist und du bald wieder aufbrechen kannst."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 12:03 pm
"Ich auch..." erwiderte Foster leicht niedergeschlagen, nickte aber dankbar über die Anteilnahme, die ihm das Mädchen hier gerade zu Teil werden ließ. "Der harte Erdboden hier macht mich mittlerweile ganz verrückt. Dabei war das nicht immer so - ich war eins Schreiner, habe in der Nähe des Waldes gelebt, mit Holz geabreitet, all das. Aber seit Jahren fahre ich schon zur See und wenn der Boden unter meinen Füßen nicht schwankt ist er gerade so, als würde mir etwas essentielles fehlen. Beinahe so als... also..." er schüttelte den Kopf. "Ich kann es kaum ausdrücken - es ist einfach nicht richtig. Dieses Gefühl an einem Ort zu sein, der dir eigentlich vertraut sein müsste, den du aber nicht als Heimat bezeichnen kannst. Ja. Genau so ist das. Ein ungutes, ja sogar beunruhigendes Gefühl."
Er schüttelte sich. "Aber ich rede immer nur von mir. Wie geht es dir? Auch Herzschmerz?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 12:38 pm
Das Gefühl an einem Ort zu sein, der dir eigentlich vertraut sein müsste, den du aber nicht als Heimat bezeichnest ... es war seltsam ihm so zuzuhören und das Gefühl ganz genau zu kennen, von dem er da gerade sprach, weil es genau das war, was ständig aufs Neue in ihrem eigenen Kopf gewesen war. Winterbroke sollte ihr vertraut sein, aber das Gefühl dort eine Heimat zu haben fehlte inzwischen beinahe vollständig. Es war seltsam, dass ausgerechnet ein Fremder hier neben ihr saß und von den Dingen sprach, die sie selbst kannte, ohne dass sie zuvor ein einziges Wort miteinander gewechselt hatten. Irritiert von der Begegnung, die sich so ganz anders entwickelt hatte als sie zuvor angenommen hatte, nahm Kira einen Schluck aus ihrem Weinbecher und richtete den Blick dann wieder auf den älteren Seemann ihr gegenüber.
"Nicht der Rede wert", antwortete sie schließlich, weil falsche Scheu hier nicht angemessen war und zuckte leichtfertig mit den Schultern, auch wenn der Gedanke an Ilian noch immer weh tat. Er hatte sich anders entschieden, ging ihr aus dem Weg und seit dem Jagdausflug hatten sie nicht mehr ein einziges Wort miteinander gewechselt - vermutlich war es besser so. "Ich hab nur die Erfahrung gemacht, dass ein Schwur nicht automatisch auch bedeutet, dass man sich daran auch halten muss. Er kam nicht damit zurecht, dass es ab und an notwendig ist, Menschen zu töten, die einen umbringen wollen."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 12:44 pm
"Oh, einer von denen, die glauben es wäre stets vermeidbar? Und die ihre moralische Integri...ingteri... also ihre moralische Erhabenheit..." er hielt sich eine Hand vor den Mund, als er kurz aufstoßen musste. "Verzeiht, das war ungebührlich...." er schüttelte den Kopf, ehe er fortfuhr. "Was ich damit sagen will - es gibt Menschen, die glauben sich auf der richtigen Seite. Sind moralisch über allem Erhaben - die sagen, man darf nicht foltern. Nicht töten und all sowas - aber die Wahrheit ist doch... die Wahrheit ist, manchmal muss es getan werden. Die wenigsten haben wirklich Freude daran - klar, das sind die wirklichen Arschlöcher. Aber dann gibt es Leute wie dich und mich. Wir wissen, dass es manchmal sein muss - und wir tun es dann auch, weil die edlen Herren es nicht tun würden, weil es ja angeblich nicht richtig sei. Aber ihre Feinde tun es auch und wenn man nicht sterben will, muss man es genauso handhaben. Jetzt kann man natürlich einfach sagen, dass es nicht richtig ist - und dann müssen es am Ende Menschen wie wir tun. Dafür bekommen wir am Ende nichts als Verachtung... Verachtung! Dafür, das swir dafür gesorgt haben, dass sie ihr behütetes und moralisch einwandfreies Leben fortsetzen können!"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 12:53 pm
Überrascht von dem Wortschwall, der da plötzlich über die Lippen des Seemanns kam und der so ganz und gar nicht zu dem Land passen wollte, aus dem er stammte, blinzelte Kira und brauchte eine ganze Weile bis sie all seine Worte halbwegs richtig sortiert hatte. "Du dienst einem Land, das dafür bekannt ist, ein behütetes und moralisch einwandfreies Leben zu führen und du wirst da trotz dieser Ansicht aufgenommen?", hakte sie schließlich leise lachend nach, weil seine Ansichten so ganz und gar nicht dazu passen wollten. Vor allem nicht, wenn sie sich hier dieses Aufeinandertreffen von Göttern und anderen magischen Wesen ansah, die sich hier um sie herum versammelt hatten.
"Es macht keinen Spaß einen Menschen zu töten, aber besser er als ich oder diejenigen, die mir wichtig sind. Jedenfalls hab ich ihn gehen lassen, weil es nicht richtig wäre ihn zu irgendetwas zu zwingen, das ihn nachher nicht glücklich machen würde, trotz eines dämlichen Schwurs, von denen ich inzwischen wirklich die Nase voll habe. Wieso müssen wir überhaupt einen Menschen an ein Versprechen binden, über das die Götter wachen? Als ob es nicht reichen würde jemanden nur bei sich zu wissen."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 12:58 pm
"Kontrolle!" antwortete Foster Kopfschüttelnd. "Die Menschen sind süchtig danach die Dinge kontrollieren zu können - und je mächtiger sie sind, desto größer ist dieser Zwang etwas unter Kontrolle zu halten. Natürlich nicht alle Menschen aber... doch viele. Wenn ich auf See eines gelernt habe, dann das: Es gibt soetwas wie Kontrolle nicht. Die Winde des Schicksals machen sowieso was ihnen gefällt. Und wenn jemand dann weiter an seinem Kurs festhält muss er früher oder später untergehen. Wenn du überleben willst - dann musst du lernen die Segel neu zu setzen..." er schüttelte den Kopf.
"Verflucht noch eins, ich rede da als ob ich ne verdammte Ausnahme wäre - schließlich hat mich der große Devastare ebenfalls an einen Schwur gebunden. Ich blase also nicht viel mehr raus als heiße Luft..." er nahm einen weiteren, tiefen Schluck.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 1:00 pm
"Er hat dich an einen Schwur gebunden?", hakte Kira nach. "An was für einen Schwur?"
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 1:04 pm
"Sie haben mich aufgegriffen, als er und die Königin vor Morys geflohen sind," erzählte Foster freimütig. Sie waren hier auf einem von Göttern geschützten Platz, auf der Hochzeit von Caillean und Devastare - hierher würden wohl kaum Menschen kommen, die den beiden gegenüber nicht wohlgesonnen waren. "Ich habe einige von Morys Männern getötet, nachdem diese die Taverne einer alten Freundin mitsamt ihr darin verbrannt haben..." erklärte Foster. "Sie erklärten mir kaum wer sie waren, doch sie konnten mich auch schlecht gehen lassen. Schließlich zwang mich Devastare dazu mein Leben an jenes von unserer Hoheit zu Binden. Auf das ich nur ihr und niemand anderem Treu ergeben sein soll, sie mit meinem Leben schütze und dergleichen. Ich bin Königstreu und habe es natürlich getan, aber ich wusste auch, dass die Alternative gewesen wäre... nun, sagen wir - sie hätten es sich nicht leisten können, dass ich etwas verrate. Aber ja. Devastare hat mich zu einem Schwur ge...bracht." Er wollte nicht gezwungen sagen. Er war der neue König und es wäre eine Verleumdung gewesen.
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 1:09 pm
"Aber ...", begann sie und wusste nicht, was sie davon halten sollte. Das alles passte nicht zu ihrem Bruder - er hätte Foster bestimmt nicht einfach so ermordet, nur weil er nicht bereit gewesen wäre, diesen Schwur zu leisten. Sie kannte ihn dafür zu gut, er war zu ehrenhaft um so etwas wirklich zu tun und wahrscheinlich war es nur das, was gerade den Wein aus ihm sprechen ließ. Er war betrunken, eifersüchtig auf ihren Bruder und unglücklich nicht auf See zu sein - da sagte man dumme Sachen, die man nicht so meinte.
"Ich kenn die Worte in etwa." Es waren in etwa dieselben, die ihr Vater auch Ilian hatte schwören lassen und sie hatte gesehen, wohin es geführt hatte. "Ich glaube nicht, dass er dich umgebracht hätte und ich glaube auch nicht, dass da besonders viel Planung dahinter gesteckt hat. Devastare ist ein guter Mensch, das wissen wir beide - er wird wahrscheinlich nur schnell gehandelt haben müssen, bevor etwas Schlimmes geschehen ist. Bitte ihn doch einfach den Schwur wieder aufzuheben? Er kennt sich mit diesen Dingen aus."
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Re: Kapitel 13

am So Feb 18, 2018 1:14 pm
Foster schüttelte den Kopf.
"Wie käme denn das? Dieser Vorschlag klingt wie die Vorstufe zu einem geplanten Verrat, vor dem man zuerst noch einige Hinidernisse aus dem Weg räumen muss. Nein, es ist gut so wie es ist. Ich würde sie und ihn sowieso nicht verraten und letztlich - ich habe den Schwur selbst geleistet. Freiwillig, ohne ein Schwert an der Kehle. Ich hätte es an seiner Stelle vermutlich genauso gemacht. Manchmal muss man auf Nummer sicher gehen..." er blickte erneut ein wenig zu tief ins Glas. "Es ist gut so wie es ist. Ich komme damit klar, es war nur... manchmal ein wenig schwer. Achte gar nicht auf das verdammte gemosere. Ich bin sonst gar nicht wehleidig. Ich habe nur zu viel getrunken!"
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Re: Kapitel 13

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