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Re: Kapitel 14

am Di Feb 20, 2018 10:36 pm
"Du weichst mir aus. Warum das also einem Kind antun, das noch nicht einmal geboren ist und lange Jahre nicht in der Lage sein wird, sich zu wehren? Vielleicht zieht Thealon es diesmal vollends auf seine Seite. Möchtest du einen neuen Tyrannen auf viele Jahre? Damit ist niemandem geholfen."
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Re: Kapitel 14

am Di Feb 20, 2018 10:42 pm
Alles in ihr sträubte sich gegen die Worte, die sich ihr jetzt langsam über die Lippen schälten. Es war eine Sache ihm nahe zu sein und dagegen zu protestieren, eine ganz andere war es offen von Verrat zu sprechen und Elaine spürte, wie ihr die Luft aus den Lungen wich und sie schneller und flacher atmen ließ. Da war der übliche Schmerz, der sie daran erinnerte, wie es sich anfühlte, wenn Eisen die eigene Haut traf - nur das Zischen fehlte. "Weil", begann sie heiser und verzog das Gesicht. "... Thealon ... sterben muss, sobald ... er Erfolg hatte ... weil ..." Sie brach erneut ab, presste die Lippen aufeinander und kniff die Augen zusammen, um die eigene Beherrschung kämpfend, die ihr mit jeder weiteren Silber mehr und mehr verloren ging. "... weil es die Chance geben muss ... dass Caria von ... von jemandem geführt wird ..." Verkrampft stemmte sie die Hände auf den Boden, schloss die Finger um ein paar Grashalme. Soweit ging es also ... zuletzt hatte sie in Ekynes davon gesprochen, weit fort von Caria und unter dem Schutz ihres Großvaters - hier war es anders. Hier tat es weh. "... der hier akzeptiert wird ... für den Frieden ..."
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Re: Kapitel 14

am Di Feb 20, 2018 10:47 pm
"Du meinst es gut, Elaine." Eoren hob die Hand, damit sie sich mit den Worten nicht noch weiter weh tat. "Aber ich bitte dich, ihm keinen weiteren Erben zu schenken. Drei Kinder - zwei davon haben Anspruch auf den Thron und das auch noch völlig legitim, wenn du schließlich seine Königin bist. Kira hat hier auf ewig ein Zuhause. Je länger er an der Macht bleibt, weil er ein weiteres Kind gezeugt hat und erst vorbereiten muss - und glaube mir, das hält jung - desto länger wirst du von den deinen getrennt sein; werden wir getrennt sein. Und sie werden sich von dir entfremden. Noch ein Kind könnte alles zerstören, wofür du gekämpft hast."
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Re: Kapitel 14

am Di Feb 20, 2018 10:56 pm
"Glaubst du wirklich, er wird innehalten und mich nicht mehr anrühren, Eoren? Es wird sich rein gar nichts verändern. Thealon will diesen legitimen Erben, weil diese fremde Hexe davon gesprochen hat und er ihr glaubt ... aus welchen Gründen auch immer." Ihre Kinder würden sich von ihr entfremden ... sie hatte sie bereits verloren. Die Monate, in denen sie von Ferryn gewusst hatte, hatte sie versucht sie zu schützen, damit sie nicht Thealon auffiel und jetzt musste sie denken, sie interessiere sich nicht für sie und wolle sie nur aus dem Weg haben - dazwischen war immer wieder die Angst um Devastare gewesen, darüber, was Thealon mit ihm machen würde, wenn er erst begriff, dass er ihn nicht brechen konnte und sie war dankbar darum, dass er sich jetzt damit abgefunden hatte, dass sein prophezeiter Erbe ein anderes Leben führen wollte. Was blieb war ihre jüngste Tochter, die inzwischen so unkontrollierbar war, dass selbst sie nicht mehr wusste, woran sie eigentlich war. Vielleicht war das ihr eigener Versuch etwas wiedergutzumachen.
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Re: Kapitel 14

am Di Feb 20, 2018 10:59 pm
"Du kannst dich nicht dagegen aussprechen, das weiß ich. Nicht in seinem Land. Aber ich bitte dich, denk nicht an ein weiteres Kind - denk voraus." Er griff sie bei den Schultern, suchte ihren Blick. Er ahnte, was er von ihr verlangte würde schwer werden und vielleicht musste er selbst nachhelfen ... dazu aber musste er ins Schloss zurück. "Ein Kind - es würde sein Kind sein. Eine Kindheit, in der es funktionieren muss, denn du gehorchst Thealon aufs Wort. Du könntest das Kind nicht einmal schützen, wenn du es wolltest, solange er es nicht will. Es würde seine Ansichten übernehmen ... seine Art. Regieren mit harter Hand. Das hatten wir schon. Das brauchen wir nicht. Wir brauchen jemanden, der jetzt schon alt genug ist zu verstehen, wie sinnlos dieser Krieg ist und wie viel er uns und Ekynes kostet. Wir haben vielleicht nicht mehr zwanzig Jahre, bis ein Thronerbe seinen Platz einnehmen kann."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:06 pm
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Sie waren jetzt schon seit beinahe zwei Wochen wieder auf See und die eisige Kälte des Frühjahrs hatte hier auf offener See umso härter zugeschlagen. Die Feuchtigkeit lag überall auf dem Schiff, die Planken des Decks waren ständig nass und Kira wusste gar nicht mehr, wie es sich anfühlte, wirklich trocken zu sein. Die Übelkeit, die sie von dem ständigen Bewegen des Schiffs gehabt hatte, war irgendwann besser geworden, nachdem Cair ihr Ingwer gegeben hatte und darauf bestanden hatte, dass sie immer dann auf dem widerlich scharfem Zeug herum kaute, wenn sie wieder das Gefühl hatte, sich übergeben zu müssen - es hatte ihr einiges an Putzdiensten erspart. Ihrem Appetit hatte das leider nur immer noch nicht geholfen und so begnügte sie sich mit dem Zwieback, der an Bord der Santa Anna irgendwie Hauptnahrungsmittel war. Sie ertappte sich dabei an Zuhause zu denken, wenn sie an Deck stand und der Regen nachgelassen hatte, und sich zu fragen, wie es dort jetzt sein würde, ertappte sich bei dem Gedanken an Ilian und dass sie sich noch nicht einmal verabschiedet hatte, bevor sie gemeinsam mit Ferryn Hals über Kopf verschwunden war.
Ferryn ... ihr Gedanke glitt zurück zu der großen Schwester, die die Reise durch die Kälte weit mehr gebeutelt hatte als sie selbst und die für Tage unter Deck gelegen hatte, kaum fähig genug sich unter den zahllosen Decken hervor zu bewegen, in die die anderen sie eingeschlagen hatten, damit es ihr nicht noch schlechter ging. Inzwischen schien sie wenigstens wieder auf dem Weg der Besserung zu sein.
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:13 pm
Die Gesprächsmöglichkeiten waren erschreckend wenige gewesen. Kira hatte es gut verstanden, ihm aus dem Weg zu gehen, aber hier stand sie nun, direkt auf Deck, gedankenverloren in die Weite des Meeres starrend, das ärgerlich und wütend mit den Wellen gegen die Bordwände schlug, Wasser aufspritzte und sich dann zurückzog, um das ganze Schiff im nächsten Moment ein, zwei Meter in die Höhe zu heben. Er hatte sich daran gewöhnt - gewöhnen müssen - irgendwie trotzdem einen festen Stand zu finden und langsam aber sicher bekam er ein Gefühl dafür, wie er das Bein aufsetzen musste, um nicht gleich wieder auf der Nase zu landen. Sonderlich königlich hatte das nicht ausgesehen ...
Langsam kam Devastare näher über das regennasse Deck, das noch darauf wartete, dass die Sonne die letzten Pfützen aufleckte. Die Anna mochte Grog und andere alkoholische Getränke mögen, aber Regenwasser verabscheute sie, das hatte er schon heraus bekommen.
"Hallo Kleines", sprach er die Jüngere an, als er nahe genug war, um nicht mehr rufen zu müssen und legte beide Hände auf die hölzerne Bande, die das Schiff säumte. Es fühlte sich kalt und vollgesogen unter seinen Fingern an und er spürte die letzten Reste Sand, die der Wind noch nicht fortgetragen hatte und die ihm nun an der Innenseite der Hand rieben.
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:21 pm
Warum genau sie mitgekommen war, war ihr noch immer nicht ganz klar - sie hatte es auf eine simple Bitte hin getan und war jetzt schon seit zwei Wochen auf hoher See, umringt von Menschen, die sie bis auf ihre Geschwister kaum kannte. Cair hatte sie von all diesen Menschen hier noch am Häufigsten gesehen und das leider auch nicht nur, weil sie ein Gespräch, sondern in erster Linie Hilfe gesucht hatte. Inzwischen hatte der Anblick des Meeres etwas Tröstliches an sich - fast als würden mit den Wellen, die gegen die Schiffswände schlugen, auch ihre eigenen Gedanken gegen eine unsichtbare Wand geschlagen, damit sie dann wieder an Kraft verloren. Angesehen hatte sie es schon immer gern, aber hier der Willkür und der Unbändigkeit so hilflos ausgeliefert zu sein, gab ihr das Gefühl unglaublich klein zu sein.
"Hey", begrüßte sie den Älteren nur leise und wandte den Blick zur Seite, darauf wartend, dass er mit ihr auf gleicher Höhe war, bevor sie sich an einem Lächeln versuchte. Den Versuch die langen Haare zu bündeln und zu ordnen hatte sie schon seit ein paar Tagen endgültig aufgegeben. "Wie gehts dir?"
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:23 pm
"Ich will nicht mehr über Bord springen oder bei der nächsten Möglichkeit alles stehen und liegen lassen und abhauen. Und Foster jedenfalls vorübergehend keine mehr reinhauen. Sagen wir, gut trifft es einigermaßen. Wie sieht es bei dir aus?" Er sah sie scharf an, bevor er hinzufügte: "Und erzähl mir bitte keine Lügen."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:28 pm
"Ich ...", begann Kira leise und seufzte dann schließlich, weil er sie ja doch nicht vom Haken lassen würde bis sie ihm die Wahrheit gesagt hatte. " ... weiß nicht, warum ich eigentlich hier bin. Ich wollte eigentlich nur Ferryn herbringen und dann wieder zurückgehen, aber ich bin immer noch hier und das eigentlich nur, weil ich darum gebeten wurde. Außerdem vermisse ich Caria ..."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:31 pm
"So sehr, dass du magisch dorthin zurück gehen wirst?", hakte er nach und legte ihr den Arm um die Schultern. "Oder nur so sehr, dass du erst noch ein wenig bei uns bleibst? Denn um ehrlich zu sein, ich genieße es, wenigstens meine Familie noch ein wenig um mich zu haben, bevor du wieder in einem Land verschwindest, zu dem ich keinen Zutritt mehr habe."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:33 pm
"Es ist nicht so, als würde ich das bewusst machen ... es passiert einfach", versuchte sie sich zu verteidigen, selbst wenn sie wusste, dass es nicht viel helfen würde. Es geschah so viel in ihrer unmittelbaren Nähe, wenn sie nicht auf alles achtete - sich nie von jemandem erschrecken ließ, weil das bedeuten könnte, dass wieder irgendetwas zu Bruch ging, wie bei dem Grogglas am ersten Morgen. "Wie war das bei dir ...? Bist du auch irgendwann einfach irgendwo anders gewesen?"
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:37 pm
Eine ganze Weile dachte er darüber nach, schließlich schüttelte er den Kopf. "Nein. Ich besitze nicht die Fähigkeit, durch die Welten zu reisen - ich habe Dinge bewegt ... manche in Flammen aufgehen lassen. Einmal habe ich fast ein Viertel von Karshs Bibliothek in Brand gesetzt, weil ich etwas verschüttet, seine Aufzeichnungen ruiniert und Angst vor seiner Reaktion hatte. Aber du - du bist etwas besonderes, Kira und das muss nichts Schlechtes sein, auch, wenn es sich im ersten Moment danach anfühlt." Es war ja nicht so, als wäre er blind. Er konnte durchaus ihre Zweifel sehen und ihren Wunsch, irgendwo dazu zu gehören, aber sie schien nicht dafür gemacht, einfach nur ein Schaf unter vielen zu sein oder gar nur eine Magierin unter wenigen.
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:43 pm
"Ich würde lieber etwas davon an Ferryn abgeben ... dann wären wir nicht alle so verschieden und niemand muss sich unwohl fühlen", setzte sie ihm nur leise entgegen, weil die Antwort nicht das gewesen war, was sie hatte hören wollen. Sie war etwas Besonderes ... das Letzte, was sie wollte, war irgendetwas Besonderes sein, weil etwas Besonderes zu sein noch nie etwas Gutes bedeutet hatte. Dinge bewegen, in Brand stecken ... wahrscheinlich hätte sie sich genauso darüber erschreckt, auch wenn das wenigstens nicht bedeutete, dass sie sich plötzlich in einem anderen Land wiederfand.
"Sie ... kann nichts von allem. Gar nichts und wir ... wir sind eben wir. Ich kann verstehen, dass sie sich bei den Menschen, die sie umgeben, nicht wohl fühlt. Sie war in der Küche und jetzt - denk mal an die Menschen ... Drachen ... die dich begleiten und was sie sind."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:45 pm
"Was soll ich deiner Meinung nach tun?", fragte Devastare seufzend, weil ihm durchaus aufgefallen war, wie unwohl Ferryn sich zu fühlen schien und das meiste davon ließ sich nicht mit der Krankheit erklären, die von ihr Besitz ergriffen hatte, nachdem der erste Stress der Reise vorüber war. "Elaine hat sie zu mir geschickt, damit ich sie schütze. Aber sie ist alt genug - ich fürchte ohnehin, dass ich sie nicht hier halten kann, wenn nicht ein Wunder geschieht und gegen ihren Willen werde ich das bestimmt nicht tun. Sie will auch mit der Magie nichts zu tun haben, sie hat Angst davor ..."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:49 pm
"Hatte sie nicht - vor mir, meine ich", räumte Kira ein wenig kleinlauter ein. "Ich ... hab die Beherrschung verloren vor Vater und dann wurde alles nur noch viel schlimmer. Ich weiß nicht mehr viel davon, aber Ferryn war da und sie hat alles gesehen. Danach hatte sie Angst vor der Magie ..." Vielleicht war es wichtig, dass er es wusste - vielleicht war es etwas, woran er arbeiten konnte, vor allem weil er der ausgebildete Magier war und sie nur eine hochgradig explosiv, während in Zeiten wie diesen hier von all der Magie nichts mehr da war.
"Ich hab die Reden von den Soldaten mitbekommen, während der letzten Tage bevor Ferryn weggeschickt wurde. Sie haben darüber geredet, dass Vater die Beherrschung verloren hat und haben es auf den Fieberwahn geschoben, aber ich weiß nicht, ob sie recht hatten oder er nur langsam wahnsinnig wird. Du bist weit fort gewesen, er hätte dir nichts antun können, mich würde er niemals anrühren, aber Ferryn ... sie bedeutet ihm nichts. Wahrscheinlich ist sie deswegen weggeschickt worden."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:53 pm
Eine Weile sah er auf Kiras dunklen Schopf hinab, strich ihr beruhigend über die Schulter, dann löste er sich von ihr und atmete tief durch. Die salzige Seeluft stieg ihm in die Nase und füllte seine Lungen. Es hatte gedauert, bis er sich an den scharfen Wind hier gewohnt hatte, doch er schien ein wenig seine Gedanken zu sortieren, als würde er all das unwichtige fortwehen. Er würde noch auf ihre Angst vor sich selbst zurückkommen, aber für's erste war es nur wichtig, dass er zuhörte und es hinnahm. Es schien ihr besser zu gehen, wenn sie es sich von der Seele redete.
"Es ist gut, dass sie hier ist", gab er schließlich zu. "Und es ist gut, dass du hier bist. Ich weiß nicht, was noch mit Thealon werden wird, aber nun mit der Absicht, Elaine zu heiraten ... es könnte alles in Frage stellen. Nicht nur das, es könnte die Welt verändern und ich meine damit nicht zum Positiven."
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:56 pm
"Ist ja nicht so, als hätte sie Nein sagen können ...", murmelte Kira lediglich, weil sie ihren Vater gut genug kannte. Ihn und seine Art, einem Menschen das Gefühl zu geben, man hätte wirklich eine Wahl. An ihrem Ziel hatte sich noch nichts verändert und vielleicht brauchte sie die Menschen, die hier waren und die zumindest ihr Ziel teilten, ihren Vater zu stoppen, selbst wenn sie wahrscheinlich die freundlichere Variante all dessen suchen würden.
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Re: Kapitel 14

am Fr Feb 23, 2018 11:57 pm
"Selbst, wenn sie es nicht konnte, wird es Dinge in Gang setzen", mahnte Devastare kaum hörbar. "Es wird Zeit für uns, zu handeln. Aber zuerst brauchen wir Ekynes zurück. Wir haben keine Armee und keinen Ausgangspunkt. So wie jetzt haben wir keine Chance."
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Re: Kapitel 14

am Mo März 05, 2018 8:49 pm
"Konntest du nicht schlafen Liebes?" die Santa Anna hatte den Kopf ein wenig gedreht, sah halb über ihre nackte Schulter hinweg und betrachtete Kira aufmerksam, welche an den Bug getreten war und auf das weite Meer hinaus sah, auf dessen dunkler, ruhige Oberfläche sich die Sterne des Firmaments spiegelten. "Du wirkst ein wenig unruhig, wenn ich das so sagen darf..." ihre Stimme war tief für eine Frau, was wohl dem großen, bauchigen Teil des Schiffes zu verdanken war, der ohne jeden Zweifel als Klangkörper diente. "Ist alles in Ordnung?"
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Re: Kapitel 14

am Mo März 05, 2018 9:03 pm
Mit jedem weiteren Morgen, der verging und jeder weiteren Meile, die sie zwischen sich und Caria brachten, vermisste Kira ihre Heimat mehr. Es war ein merkwürdiges Ziehen in ihrer Brust, die Unruhe, die sie immer wieder von einer Ecke des Schiffes in die andere trieb, weil sie nie das Gefühl hatte, eine Beschäftigung zu finden, mit der sie Stunden hinter sich bringen konnte und sie auf der anderen Seite niemals besonders hilfreich für die anderen Seemänner gewesen war, wenn sie sich darum bemüht hatte. Sie hätte sich mit der Magie beschäftigen können, versuchen können etwas von dem zu verstehen, was sie auszumachen schien, aber sie hatte sich nicht daran gewagt ihren Bruder oder den alten Magier danach zu fragen, der ihn begleitete, weil das Risiko viel zu groß war - zum einen das, was es beinhaltete, dass sie vielleicht mit einer einzigen falschen Bewegung alles zerstörte und zum anderen, weil sie damit vielleicht ihrer Mutter einen weiteren Hinweis darauf gab, wo sie sich gerade befanden. Dummerweise hatte das das Problem nicht gelöst.
Ihre Gedanken kreisten immer wieder darum, was sie tun sollte und was nicht. Welche Entscheidung nun die Richtige war und ob sie wirklich in der Lage dazu war, die Hand gegen ihre eigene Familie zu erheben. Sie selbst sein ... irgendwo dazu zu gehören statt immer wieder aus der Masse heraus zu stechen, weil sie nun einmal einfach sie war. Warum ihre Familie so verflucht vertrackt sein musste, dass sich niemand wirklich miteinander vertrug und weshalb keiner dem anderen über den Weg traute, weil einer misstrauischer war als der andere. Eine Antwort hatte sie darauf nicht gefunden und das Deck war der einzige Ort, an dem sie nachts die notwendige Ruhe fand, um müde genug zu werden, als dass sie ein paar Stunden Schlaf finden konnte. Ein müdes Lächeln huschte jetzt über ihre Lippen als sie den Blick rüber zur Anna richtete und sacht mit den Schultern zuckte.
"Ich weiß es nicht ...", antwortete sie dann, weil es ihr falsch vorkam zu lügen. "Ich glaube, es war die falsche Entscheidung hierher zu kommen. Ich gehöre hier nicht her."
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Re: Kapitel 14

am Mo März 05, 2018 9:07 pm
"Ich weiß," erwiderte Anna und mit einem weiteren Knarzen drehte sie sich ein Stück mehr zu Kira. "Komm her Kira, damit ich dich besser sehen kann. Es ist schwierig für mich geradeaus zu segeln, wenn ich mir den Hals verdrehen muss!" erklärte sie liebevoll und streckte eine Hand aus, bedeutete damit Kira, dass sie näher kommen sollte. "Und es ist ja ganz normal. Wesen unseres Blutes zieht es immer zu dem Ort ihres Baumes. Das war auch der Grund, weshalb ich Foster gebeten habe aus meinem Baum dieses Antlitz zu schnitzen!"
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Re: Kapitel 14

am Mo März 05, 2018 9:19 pm
Stirnrunzelnd setzte Kira ein paar Schritte nach vorn, weil sie wieder und wieder über die Worte stolperte, die die Anna dort verlauten ließ. Wegen ihres Blutes ... vielleicht meinte sie den Bruchteil an Feenblut, der in ihrer gesamten Familie noch vorhanden war und der ihnen den einen oder anderen Vorteil - oder eben Nachteil - verschaffte, aber weshalb redete sie dann irgendetwas von einem Baum? "Wovon ...", begann sie dann und das dumpfe Gefühl, sie wollte es eigentlich gar nicht wissen geschweige denn eine Antwort erhalten, breitete sich in ihrem Magen aus. "Wovon redest du? Was meinst du mit - wegen unseres Blutes?", hakte sie nach und noch bevor die Anna zur Antwort ansetzen konnte, schluckte Kira und schob hastig ein "So viel Feenblut ist bei uns doch gar nicht mehr übrig." nach.
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Re: Kapitel 14

am Mo März 05, 2018 9:23 pm
"Ich rede doch nicht von dem Feenblut deiner Mutter Liebes," antwortete Anna und schüttelte den Kopf. "Sondern von dem Dryadenblut deines Vaters - in dir ist zu viel, als das es aus einer späteren Linie stammen könnte", sie blinzelte, während sie Kiras Gesicht betrachtete, das noch bleicher als sonst wirkte. "Ist alles in Ordnung Liebes? Habe ich etwas falsches gesagt?"
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Re: Kapitel 14

am Mo März 05, 2018 9:31 pm
Dryadenblut ihres Vaters? Ihr Vater war bestimmt vieles, aber mit Sicherheit keine Dryade. Ihre Gedanken zersplitterten unter dem Hammerschlag dieser Worte und ließen sie wieder aufs Neue zurück taumeln, während ihr Herz heftiger in ihrer Brust zu schlagen begann, gegen ihre Rippen hämmerte und ihr den Atem nahm. Ihr Vater trug eine Krone, er saß auf dem Thron von Caria und er war ein Mensch. Ihr Verstand setzte irgendwann zwischen den losen Lippenbekenntnissen aus, mit denen sie ihre eigene Wahrheit immer wieder wiederholt hatte, um es selbst noch einmal zu hören, bevor sie begann heiser zu lachen. Warum wusste sie selbst nicht als sie den Kopf schüttelte und leise lachend einen weiteren Schritt zurück machte, weil die Nähe zur Anna nur gefühlt die Wahrheit näher zu ihr hinüber brachte, die einzig und allein den Raum für eine einzige Person offen ließ, auf die diese Beschreibung passte. Die Vorstellung war absurd, sie stellte alles in Frage, was sie jemals geglaubt hatte und sie würde bedeuten, dass sie beinahe sechzehn Jahre lang angelogen worden war.
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Re: Kapitel 14

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