Teilen
Nach unten
avatar
Anzahl der Beiträge : 3248
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 14

am So Okt 01, 2017 12:37 pm
"Schick Nachricht an uns, sobald du in der Stadt angekommen bist und bevor du dich wieder auf den Weg machst."
Er nahm es mit jedem Templer auf. Er wusste, dass es nicht stimmte - ebenso wie jeder andere, der hier stand, wusste, dass Septim inzwischen aus dem Alter raus war, in dem er noch auf den Straßen unterwegs sein sollte. Seine Arme waren langsamer geworden, der Körper längst nicht mehr so leistungsfähig, wie er noch vor ein paar Jahren gewesen war - das Knacken war das deutlichste Zeichen dafür. Seine Wunden heilten langsamer, aber Emerson ersparte es sich, diese Diskussion erneut mit dem Älteren zu führen und hielt das Pferd lediglich ruhig, während Septim sich in den Sattel zog.
"Pass auf dich auf."
avatar
Anzahl der Beiträge : 2624
Anmeldedatum : 18.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 14

am So Okt 01, 2017 12:40 pm
"Wo andere blindlings der Wahrheit folgen, bedenket nicht ist wahr," erklärte Septim und schwang sich auf sein Pferd, fand eine gute Position im Sattel und warf noch einen letzten Blick zu Emerson zurück.
"Wo andere begrenzt sind, von Moral oder Gesetz, bedenket," doch diesen Satz führte er nicht mehr selbst zu Ende sondern gab dem Pferd die Sporen und ließ Emerson zusammen mit Faye allein in der erwachenden Stadt zurück.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3416
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 14

am So Okt 01, 2017 12:44 pm
"Ich verspreche dir, Em, wenn er das nächste Mal so einen theatralischen Abgang hinlegt, dann köpfe ich ihn eigenhändig. Er ist geschrumpft in den letzten zwei Jahren, ich kann ihm beinahe auf den Kopf spucken - langsam glaube ich, kriege ich ihn klein."
Sie meinte es nicht ernst, das wusste auch Emerson mit Sicherheit, trotzdem sah sie zu dem anderen hin, beobachtete eine Weile sein Gesicht, wie es im Schein der kleinen Laterne erleuchtet wurde und die scharfen Kanten deutlich sichtbar machte, die ein oder andere Narbe schimmerte heller als der Rest, beinahe wie Seidenfäden, die jemand auf seine Haut gelegt hatte und die im Tageslicht gar nicht mehr auffielen. Die Nacht und das Morgengrauen brachte immer zu viele Dinge hervor, die man gerne vergaß.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3248
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 14

am So Okt 01, 2017 12:50 pm
"Und du fragst dich im Ernst nach dem Abgang noch, weshalb jeder von uns selbst im Halbschlaf die Worte in- und auswendig rezitieren kann?", stellte er nur die kurze Gegenfrage und zuckte mit den Schultern während er Septims Gestalt solange nachsah, bevor sie zwischen den engen Gassen der großen Stadt verschwunden war.
Hier standen sie jetzt und so gefasst er zuvor gewesen war - mit der Leere, die mit Septims Abwesenheit jetzt plötzlich nach ihm griff, hatte er nicht gerechnet. Sie hatten alles vorbereitet, sie wussten, wohin sie gehen sollten und trotzdem fühlte sich die Verantwortung für den eigenen Orden seltsam schwer auf den eigenen Schultern an. Die Spatzen mussten ausgebildet werden, ihre Prüfungen mussten abgenommen werden, das Haus der Bruderschaft vorbereitet ... die Liste zog sich endlos lang und einen Anfang zu finden wurde umso schwerer. Sich noch einmal fassend, schloss Emerson die Augen für einen Moment und schob dann schließlich einen Arm um Fayes Schultern, sie sacht zu sich ziehend.
"Lass uns wieder reingehen." Sie würden schon einen Anfang finden.
avatar
Anzahl der Beiträge : 3416
Anmeldedatum : 16.11.16
Benutzerprofil anzeigen

Re: Kapitel 14

am So Okt 01, 2017 12:57 pm
~*~

Die ersten Tage waren dahingezogen, ohne große Aus- oder Unfälle. Faye bekam Emerson kaum noch zu Gesicht, während Eleonora sich daran gemacht hatte, in seinem Auftrag die Prüfungen zu überwachen, während er selbst ... Gott alleine wusste, was er tat. Seine Haare standen nur noch wirr von seinem Kopf ab und er eilte durch die Gänge, als wäre der Leibhaftige persönlich hinter ihm her. Erst am vierten Tag wurde sein Verhalten merklich ... ruhiger. Ausgeglichener. Seine Schritte waren nicht mehr gehetzt, die Worte nicht mehr schneidend und rasch und Faye hatte beinahe das Gefühl, wie sein Herz sich allmählich wieder beruhigte, froh, nicht mehr in der Dauerbelastung des Stresses zu sein. Nicht, dass sie weniger zu tun hätten. Ganz im Gegenteil. Die Situation spitzte sich merklich zu und die Nachrichten aus Nykara waren keine guten. Rückmeldung von Lyra fehlte ihr ebenso und Chadim und sie steckten bis zum Halse in Arbeit, während sie dazu übergegangen war, Ari neben dem Anrühren von Salben, Tränken und Giften ein paar Übungsstunden zu geben. Die Assasinen störten sich nicht mehr allzu sehr daran, wenn sie über ihre Brust hinweg über Magie und Zauberweberei sprachen, manchmal fragten sie inzwischen sogar nach.
Gesponserte Inhalte

Re: Kapitel 14

Nach oben
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten